Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1921-12-22 · Heft 1041 (22.12.1921) · p. Seite 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 1041 (22.12.1921)
Date
1921-12-22
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
89% known words query
IRI
…/2979076-2979773-2980120--09723-2996003
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

mema mmmmstixms Oesterreich. MvMentselre Hetze gegen Me Sanierung Oesterreichs. Aach Herr Waber ist verstimmt. Dfe ^Deutschen Nachrichten" melden: kn den ISressen der Großdeatschen Volkspartei bestehen die schwersten Bedenken gegen das politische Abkommen von Prag. Eise ganze Reihe von Bestimmungen dieses Abkommens erscheint ihnen unannehmbar. Besonders verstimmt sind die leitenden Kreise der Partei darüber, daß sowohl die Partei als auch der Parteiminister P& Waber von diesen Abmachungen vorher keinerlei Kenntnis besaßen. Die offizielle Stellungnahme der Partei wird in dar nächsten Rejchsparteileitungssitzang erfolgen. Die Botschafterkonferenz nimmt die Oedenburger Schwindelabstimmung zur Kenntnis. Paris, 2L Dezember. (Havas.) Die Botschafter- Konferenz hat das Ergebnis der Volksabstimmung in Dedenburg zur Kenntnis genommen und einen Unterausschuß mst der Ausarbeitung eines Entwurfes der Weisungen beauftragt, die den alliierten Generälen für die Anwendung (Applikation) des Ergebnisses der Volksabstimmung übermittelt werden sollen. Hiezu wird dem Telegraphen-Korrespondenz- Bureau von zuständiger Seite mitgeteilt: Die österreichische Regierung kann nach den ihr zugekommenen Nachrichten diese Meldung nicht anders auffassen, als daß die Botschafterkonferenz, an deren Gerechtigkeit sie appelliert hat, einen Unterausschuß mit der Prüfung des Ergebnisses der Volksabstimmung fee-t * aut hat -! Neuwahlen in den Salzburger Landtag. Salzburg, 21. Dezember. , Die Klubs der drei {Landtagsparteien haben folgende Vereinbarungen gesoffen: Die K^ise m der Landesregierung ist in der nächsten Sitzung durch Neuwahlen der Landesfegierungsmitglieder (Ersatzwahlen für die Zurückgetretenen) zu bereinigen. Weiters wird zwischen den Parteien vereinbart, daß die Ausschreibun g der Landtagswahlen durch die Landesregierung in der ersten Hälfte des Monats Februar eriotzt. Tschechoslowakei. Dfe Forderungen der slowakischen Volkspartei. Prag, 2*L Dezember. Wie die „Bohemia“ meldet, bereitet die slowakische V o 1 k s p.a r t e.i ein Memorandum vor, das dem Präsidenten Masaryk übergeben werden soll I® diesem Memorandum soll die Autonomie gefordert werden, deren Erfüllung auch die amerikanischen Slowaken anstrebten. Ungarische Banditen fiberfallen die Station Kaluha. Prag, SSL Dezember. Wie „Narodny Listy“ Melden, sei ia der letzten Nacht die Station Kaluha bei Kaschau von ungarischen Banden überfallen und der Beöiebsbeamte erschossen worden, Polen. Lutoslawskis Lögen. Warschau, A). Dezember. (Tel. der „Wiener Itorgenzeitöng".) Der Sejmdeputierte Pater L aboslawski hat anläßlich seines „Pariser Debüts“ hi seinen Reden unter an denn erwähnt, daß ein jüdischer Abgeordneter <lem Sejmmarschall Trampczynski, auf dessen Frage, warum denn die Juden Polen hassen, erklärt habe, daß „sie es tun, weil man ihnen den Handel entziehen will. Wir ziehen ''eher die Ukraine und Rußland vor, weil man dort, wenn auch Progrome stattfinden, den Juden gestatte, Geld zu verdienen.* Derselbe jüdische Abgeordnete soll auch erklärt haben, daß der Zionismus keine Daseinsberechtigung habe, da in Palästina keine Christen leben, die von den |ßden explodiert werden könnten. Die jüdischen Sejmabgeordneten in Warschau bezeichnen diese Behauptungen Lutoslawskis als glatterfundene Lügen und werden in dieser Angelegenheit den Sejnanarschan Trampczynski interpellieren. Rumänien. Forderungen anläßlich der Amnestie. Bukarest, 20. Dezember, tzj. C. B.) Wie verlautet, bereitet die rumänische Regierung eine allgemeine 'MmresKe für politische und militärische Vergehen vor. ^«riskui Israelit“ fordert die Ausdehnung der Amnestie lauf die hn Laufe des Krieges verurteilten jüdischen Soldaten. Die meisten Urteile seien nicht vom Standjpwakte der Gerechtigkeit, sondern von dem der Rassenjustiz gefällt worden. Zahlreiche Juden wurden der Spionage oder der Desertion beschuldigt and za Zwangsarbeiten m den Salinen zu 5 bis 15 Jahren verurteilt Ungefähr 150 dieser Un- WshK^ren haben sekuriert and sind nach einer IW lii ,MM> Au die Leser der „Wiener Morgenzeitung.“ Gleich allen anderen Wiener Blättern ist auch c®e „Wiener Morgenzetttmg“ gezwungen, eine Erhöhung des Abonnemente vorzunehmen, um wenigstens zum Teile dem Tempo der. allgemeinen Preissteigerungen folgen za können. Der Papierpreis hat sich auf das Vierfache erhöht und die Löhne sind seit dem Monat November dieses Jahres beireite um. Doppelte gestiegen, ohne daß ein Ende dieser Aufwärtsbewegung abzusehen wäre. Wir haben trotzdem die Verteuerung unseres Blattes nicht in dem Maße vorgenommen, welches diesen Verhältnissen entsprechen würde, da wsr denjenigen Teil unserer Leser, der dem Mittelstand angehört, nicht von der Lektüre dieses für sie notwendigen Organs ausschließen können. Wir haben bereits Anlaß genommen, von der Gefahr za sprechen, die alle österreichischen Tageszeitungen bedroht Für die „Wiener Morgenzeitung“ ist die Lage besonders ernst. Wir verfügen über keine anderen Einkünfte, als der Verkauf des Blattes einbringt Es ist daher die größte Energie aller unserer Freunde, aller, die es ehrlich mit dem Judentum meinen, notwendig, das Weitererscheinen der »Wiener Morgenzeitung“ zu ermöglichen. Bezugsbedingungen ab I. Jänner 1922: Abonnement für Wien (zum Abholen im Expedit oder in der Verschlelßstellen) monatlich .... Oesterreich monatlich . . . K 1000.- Tschechoslowakei monatlich . tschech K 20.- Polen monatlich . . » poln. Mark 600.— Jugoslawien monatlich . . . Dinar 18.- Deutschland monatlich 25.— Rumänien monatlich . 35.- Bulgarien monatlich . o , .. . Leva 35.- Holland monatlich . . . . . holl. fl. 1.50 Italien monatlich . . . . . . Lire 6.- Schweiz monatlich. Schweiz Frcs. 3.— Frankreich monatlich . . . . . Frcs. 6.- Belgien monatlich . . belg. Frcs. 6.— England monatlich. . ... Sh. 3— Amerika monatlich. . 0.50 Einzelnummer für Wien K 49.— Montagsnummer . . . K 30.— Die Verwaltung der „Wiener Morgenzeitung“ Wien, 1L, Täbor straße 1—3 Telephon 44.038, 43.319. unschuldigerweise verbüßten em- bis zweijährigen Zwangsarbeit nachträglich freigesprochen worden. Dies beweist, wie notwendig die Amnestierung dieser meist unschuldigen Oder hur geringer Delikte verdächtigten' Juden für den politischen Kredit der Regierung sei, More judatco. Bukarest, 20. Dezember. (J. C. B.) Dr. PlTd erm a n n untl Magder überreichten namens des Jüdischen Reichsvereines dem rumänischen Justizminister Antonescu ein Memorandum in dem die sofortige Abschaffung des in Reßarabien und in einigen Ortschaften Aitrumäniens üblichen „Morejudaico“-Gerichtseides gefordert wird, da diese unterschiedliche Eidesformel für die Judenschaft beleidigend sei und gleichzeitig den Gesetzen widerspreche. Der Minister versprach, die Frage im gewünschten Sinne tunlichst zu regeln. Die Ergebnisse der Volkszählung in Siebenbürgen. Bukarest, 20. Dezember. (Tel. der „Wiener Morgenzeitung“.) Das zentralstatistrsche Amt veröffentlichte dieser Tage die Ergebnisse der Volkszählung in Siebenbürgen. Die Gesamtzahl der Bevölkerung in diesem Gebiete beträgt 5,208.345. Hievon sind Rumänen 2,974.951 (57%), Magyaren 1,378.189 (26%), Deutsche 513.794 (9*8%), Juden 170.943 (3%), verschiedenen anderen Nationalitäten gehören 170.468 Personen an, der überwiegende Teil der Bevölkerung, 73%, besteht aus Landwirten und landwirtschaftlichen Arbeitern, von denen jedoch mehr als eine halbe Million Menschen weniger als fünf Joch eigenen Boden besitzen, während rund eine halbe Million Personen Feldarbeiter ohne jeden Grundbesitz sind. Ungarn. Die Karlistenföhrer. Budapest, 21. Dezember. (Privat.) lieber Auftrag des Strafgerichtspräsidenten wurden die Abgeordneten Graf Julius Andre s sy und B e n i czky aus der Haft entlassen, während über die Abgeordneten Rakovsvky, Graf Si gr ay vpd Dr. Gr atz $e ordentliche Untersuchungshaft verhängt wurde. Palästina, Die We^tzmanmche Bibliothek im chemischen Institut. Jerusalem, 8. Dezember. (Privat.)- Binnen kuzem wird das chemische Institut als ein Teil der Universität m lerusalem eröffnet werden. Das MN W. WM — i»M.' i.. .. — — ----' -- -'V,T)^ Budget von 20.000 Pfund Storfing ist bereits be* ‘ willigt Heer K ad oorie aus C hi n a sagte pftflej namhafte Beitragsleistung für den Baafonds de» Laboratoriums zu. Der jüngst verstorbene Mr. R o s e n* b 1 u m in Brighton vermachte dem chemischem Institut 1000 Pfund Sterling. , Präsident Professor Weitzraann Überläßt zunächst leihweise detrt Institut seine ganze Bibliothek und, die komplettenchemischen Behelfe, deren Wert noch vor dem Kriege mit 8000 Pfund Sterling geschätzt wurde. Aenderttngen In der Verwaltung. Jerusalem, 18. Dezember. Q. G. B.) „Haaret ztrfolge sollen ia der Verwaltung Palästinas wichtige Veränderungen bevorstehen. Palästina soll in v i e r- Verwaltungskreise eingeteilt werden, tm$ zwar: ^Jerusalem, Jaffa und Umgebung 2. Sichern (Nablus), 3. Haifa und 4. Tiber! asi; Durch diese Einteilung werden viele Beamten überflüssig and werden in. andere englische Mandatsgebiete abkommandiert werden., General Storrs, der bisherige Gouverneur von . Jerusalem, soll in die ^Verwaltung des Sudan versetzt werden. Verringerung der britischen Garnison, London, 19. Dezember* G. C. B-) Wie wir erfahren* wird die englische Garnison in Palästina verkleinert werden. Die Zahl der Truppen soll im Laufe des Jahres 1922 auf ein Drittel des gegenwärtigen Standes herabgesetzt werden, Hingegen, soll die Zahl der Aeroplane und der Panzerautos entsprechend vergrößert werden, um die Schlagkraft der in Palästina zurückbleibenden wenigen indischen Bataillone und Reiterregimenter bedeutend zu erhöhen. Es ist jedoch noch nicht endgültig entschieden, durch welche Truppe* die britische Garnison zu ersetzen wäre* ebensowenig, ob der Ersatz in der Bildung eingeborener Regimenter gefunden werden soll. Die Abbaumaßnahmei als solche gilt Im Kolonialministerium als beschlossene Sache, auch der Dur-chführungsplaa sei vom Kolonialatnt bereits fertiggestellt. Der Beschluß hängt mit de* Empfehlungen des Geddes-Committees für Durchführung! von Ersparnisse nin den Regterungsausgaben zusammen. (Von zionistischer Seite werden auf jeden Fall Bürgschaften gefordert werden müssen, daß der jüdische* Bevölkerung im Lande der notwendige Schute gewährleistet Werde.) _ Telegramme. Die zionistische Delegation in Amerika* Washington, i<>. Dezember.. (J~ C. B.) DAS hiesttgem Blätter nteMeln, daß Umlöerstaialbstsetert&g F1 e t sclhie r seltnem Chief, dem Stbaiaifasfeieödreftiäf! Hughes, über seine mit iNafhitum S o kolow hrf Stteiatstde^artemertt ge^filiotgemiem Bespr-editnngeai! ekmn ausführlichen: Berkihifc egisltotlfcet 'halbe. .HkigheSf drüctote hiebei seine vollste Syurnpafthie für di« vOüi Sokolcrw albgegelbeffie Ettfidänutog •aus, tamdl eridärtöec seärne Bereit Willigkeit, dem Zkwniisrmiis <m föfldetirf umtd seflne Besiferebiuingen txl taKteae^üibzem. New-York, *9. Dezember. (J. C, B.) Sok ioQiionü (hat vor serntec Abreise auis W'aohimigitotn dlme Re£k$ von Kontfepeauzeai mit eäaiffltußrieiclieiri pöbitisdhlew Peipn söttulidhflceitiein albgehasRem.' Semaifor C ui im m s, ekt führemdtes MtMed der lepniblffikianisichein iPairfcei, isioherte Hemm Sokolow, daß die Riegitenuing’ der) Vereinigten Slta^t-en* die ziotiristisdaie^ Ztete ßJbützeus werde. New-Y’odc, f8. Dezemfbefi. M G. NH Dfie zÄ» nasitisiclie Delegaftiotti setzt ihre Reise über die vem ©chiedenen SltädlUe der Uinäiotn ftjrt Die Besuche! sied üb-eraiM vtan größteim Erfolg begieitet. Es. werden große VensammÜteHgen. abgehallten futntd fäe# törächtfiidbe Stommein für dietni' Ketren Haßessodl «K Barem gesammelt. Am 25. d. M .wird e» TeSf der Dedegattäon im BaHUtianiore dtotreffems wa em großer Emipfamg miit dem BüngeatuMMste»! Än, deal Spitze voirbereitielb wird. Die jüdische Emigration. Warschau, 19. Dezember, (j. C. B.) Die „Hias* (Amerikanisch-jüdisches Einwanderer-Hilfskomitee) leitet eine großzügige Aktion für die Beförderung der zahlreichen jüdischen Frauen und Kinder in Polen und den Randgebieten zu deren nächsten Verwandtes in Amerika ein. Diese Aktion wird knallen Teilen Amerikas geführt, um die erforderlichen LandMigseriaubntese zu erlangen. Danzig, V9. Dezember. (§. C. K) Der europäische Direktor der „Hias“ hat eine Reihe von Schritten zur Verbesserung der Lage der jüdischen Emigranten unternommen. Die „Hias“ ist entschlossen, alles m unternehmen, um in die gegenwärtig vorherrschende Konfusion ira Emigrationswesen Ordnung zu bringen. Za diesem Zwecke fanden letztens mehrere Konferenzen mit dem amerikanischen Konsulat und mit dem Emigratfonsdepartement wi Polen statt, in welchen von seiten der Hias auf die Ausarbeitung eines vernünftigen Planes bezüglich der Erteilung von Visen gedrängt wurde. Es wird versichert, daß diese Konferenzen einen guten Verlauf nehmen und befriedigende Ergebnisse versprechen. Wie gerüchtweise verlautet, bereitet cfie Hiss die Schließung ihrer Bureaus in Danzig vor, wodurch sich die Leiden der jüdischen Emigranten noch vermehren würden. Allerdings soll die bisherige Hilfsarbeit der Hias einer anderen Organisation übertragen werden.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.