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Wiener Morgenzeitung · 1921-12-19 · Heft 1038 (19.12.1921) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 1038 (19.12.1921)
Date
1921-12-19
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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idagescnat die Abweisung des Antrages mit der Begrühdiung, daß ein solcher Nachweis kein allgemeines öffentliches Interesse darstelle, sondern .nur ein Sondernteresse" -der jüdischen Konfession,. Das ist wieder ein schlagender Beweis für. die hotthyr .•magyarische Rechtsordnung, und Rechtsgleichheit. iWührend ’gefälschte Statistiken ®uin 'NiachteüV der' Juden im »allgemeinen öffentlrdhen Interesse«/ zur Grundlage für' Judenfeindliehe Gesetzgebung .'und Judenpogrome -verwendet werden, wird es -den Juden selbst vom unabhängigen .'Richter unmöglich gemacht, die Fälschungen richtigzustellen. Die'Wahr.-, heit über die Juden zu verbreiten, liegt eben nicht im allgemeinen Interesse .Horthy-Ungarns. : * * Klemens. Delbrück gestorben. Aus J e n a wird, gemeldet: Staatsminister a. D. Klemens v, Delbrück ist heute hier im 65. Lebensjahre gestorben. * Tod eines ehemaligen englischen Ministers in Wien. In einem Wiener Hotel ist dieser'Tage 'der ehemalige englische Minister John Sydney Pete r's ö n im 65. Lebensjahre , gestorben. Die Leiche des Verstorbenen wurde letztwilligem Wunsche zufolge in aller Einfachheit am Hidtzinger Friedhof im * Beisein' der Familienangehörigen von., dem amerikanischen Pfarrer Hill eingesegne.t. ’ und* im Familierigrabe heerdigt. ' ‘ ‘ Änsstand in der chemischen Industrie, des Ostrauer Reviers. Wie die „Tribuna“ aus Mähirisch- Ostrau meldet, ist gestern im Mährisch-Ostrau-Kartviner Industriegebiet die gesamte Arbeiterschaft der chemischen Industrie in den Ausstand. getreten. Der Streik umfaßt 6000 Arbeiter. Während des Bergarbeiterstreiks hätte das Bergarbeitersekretariat in Ostrau einen Haushaltszuschuß in der Höhe von 10% des gesamten Jahreseinkommens; für/ dieses Jahr verlangt, was bei der Arbeiterschaft in, der chemischen Industrie über 20 Millionen.' ‘•Krönen f-.e^pf.deft* hätte. Die Unternehmer lehnten' die. Forderung ab, worauf gestern der Streik erklärt wurde, Auch in der Eisen-1 Industrie ist die Situation infolge der Forderungen der. Arbeiterschaft nach einer- Weihnachtsuqterstiitzung bedrohlich. * Leopoldstädter Volkshaus (II., Zirlcusgasse 48). 7 bis 9 Uhr. Akademischer Maler Eduard Gaerntner: Zeichenkurs für Anfänger und Vorgeschrittene. * Lese- und Redehalle jüdischer Hochschüler. Heute um 7 Uhr. Vortrag Seiner Ehrwürden Oberrabiner Dr. Cha j es’ über das Thema: „Der jüdische Student der Vorzeit“ im Saale der „B’ei B’rith“, Wien, IX., Universitätsstraße 4. Eintritt frei. * Sturm und Glatteis. Der Wetterumschlag mit. seirlen Begleiterscheinungen hat am Samstag im Stadt- -geöietteine große Anzahl ernster Unfälle verursacht/; die der.Rettungsgesellschaft seit Samstag nachmittags ‘bis in die "späte Nacht Hinein vollauf Arbeit gaben. Fast ununterbrochen waren mehrere Rettuugsautos unterwegs, um Verunglückte aufzuiesen und in Spitäler oder.Wohnungen zu bringen. Die meisten Unfälle haben sich dadurch ereignet/ daß der gegen %6 Uhr nachmittags beim Einbruch des Westwetters niedergehende Eisregen die Straßen ..Spiegel-- glatt machte. Dadurch sind viele Personen gestürzt und haben meist Knochenbrüche erlitten. ' •; * Wiener Diebe in der Provinz. Auf Ersuchen des „Gehdarmeriepostenkommanclos Niederkreuzstetten . wurden* - wegen mehrerer in der. letzten Zeit in Groß-Rußbach verübter Keller- und Stalleinbrüche mit einer Schädenssunime von einigen 100.000 Kronen der schon vor- Letzte Nachrichten. Französische Vorschläge. Paris, 19. Dezember. (Tel.-Komp.) Der „Chicago Tribüne“ zufolge dürfte Briand bei seinen Verhandlungen in London den Vorschlag machen, auf das Londoner Ultimatum zu verzichten, unter der Bedingung, daß Deutschland dieselbe Summe,'die darin vorgesehen ist, in anderer Form zu zahlen bereit sei. Auch 'würde die französische Regierungernstlich in Erwägung ziehen, die alliierten Truppen am Rhein zu vermindern. Frankreich hoffe jedoch, daß England mit ihm einen Garantievertrag, gegen etwaige künftige Angriffe abschließen würde. Da Frankreich die Reparationen .benötige, sei ein gemeinsames Abkommen notwendig, wobei auch eine Ermäßigung der Zolltarife in Frage, käme. Da Frankreich die wirtschaftliche und industrielle Wiederherstellung Deutschlands als notwendig für den englischen Handel und die französischen Reparationen anerkennt, wo le es aus diesen gründen praktische -Maßnahmen zur Erfüllung dieser Zwecke in Erwägung ziehen. Frankreich könne aber keiner Herabsetzung der Wiedergutmachungsforderungen zustimmen. Sowjetvertretungen im Orient. Riga, 18. Dezember. (J- C. B.) Der„P r a w d a“ . zufolge - bereitet die Sowjetregierüng die , Errichtung von Konsulaten in den größeren Städten Kleinasiens, in den Hafenstädten des Mittelländischen Meeres und ■ in P a 1 ä s t i n a vor. ' % bestrafte 26jährige Fleischergehilfe - Karl L a n g, XIV., Stuizgässe ' 59 'wohnhaft, der; 30jährige i Dreher Alois Zog 1a u e r, XV., Schanzsträße 34; wohu-haft, -und der 23jährige , Lackierergehilfe Leopold R ti s k o, Hütteldorferstraße . 1.13 wohnhaft, verhaftet; sie gestanden die Einbrüche ein und gaben an, die erbeuteten Lebensmittel usw. unbekannten Leuten hier in der , Nähe des Ostbahuhofes verkauft zu haben. 26 Kilogramm Fleisch von einem in . der Nacht'-zum 1.3. d. M. in Oberkreuzstetten verübten Diebstahl wurden beim Selcher-; itteister im XV. Bezirk, dem'sie .das Kilogramm um K 500 abgelassen hatten, gefunden. Das Einbrechertrio wurde dem Landesgericht Wien II eingeliefert. .; * Verhafteter Einbrecher.1 Wie;i schön berichtet, ' wurde als Täter des in Jder Nacht zum 10. d, M. verübten . Einbruches im Wäschegeschäft .Felix Br ahn, Sechshauserr; s'traße, 30,. mit einem Schaden ,voil K 1,190.00, »der Heizer;/Johann A r i o verhaftet/Unter dem dringenden Verdacht der Mittäterschaft wurde am 14. d. M., der 22jährige Hilfsarbeiter Josef Gruber, Viveriotgasse 36, verhaftet. Er ist wiederholtvorbestraft und wird - 'Wegeii Diebstahls steckbrieflich verfolgt. Er .wiirde. dem Landesgericht'eingeliefert. * Jüdischer Frauenbund; IX., Liechtensteinstraße 11. Spendenausweis der Inlandaktion für Kinder vom ,2. bis . 16.. d. M.: M. D., I, K 2000, S.‘ W., I, K 20.000, Herr Richard ’ Kind, III, K 50, Frau Dr. Barbara Liß, VIII, K 200; Herr . M. 'Grab, I, K 50, Frau Julie Perlberger (Monatsbeitrag) K 100, Fräulein Anna Korowitz, IX, K 50, Herr Dr. Siegmund Ehrlich, III,, K 50, Frau Lea Höröwitz, IX, K 300, Frau Gisela Ebenstein, XX, K 50, Frau. Rosa Frisch, IX, K 50, Firma Bunzl & Biach, XX, K 200, durch Fräulein G. R., IX, K 500, Fräulein Ernestine Koch K 340,--L. K„ II., K 100, Herr Dr. Michael Rosenblatt, 111, K 1000, Frau%maife Rosenblatt, III, (Monatsbeitrag Dezember) K 100,' Henri Qrnstein, IX, K 50, Herr Salomon Margulies, IX, K 200J Frau Anna Mader, IX, (Monatsbeitrag) K 100; sämtliche Jahresbeiträge 1920/21 K 8015, Frau DinaRetter, II,(Jahresbeitrag 1922) K 2000, Frau Cilti Rosenblatt, II, (Jahresbeitrag 1922) K 2000, Frau Rosa Retter II (Jahresbeitrag) K 2000, Frau Rosa/ Rosenblatt, II (Jahresbeitrag 1922) K l 000, Frau Rebekka Blum, II (Jahresbeitrag) K 500, Frau Mali Baumöl, II (Jahresbeitrag 1922) K .500, Frau Lilly Gans, II (Jahres^ beitrag 1922) K 100, früherer Ausweis K 153.684, zusammen- K 195.289. Lebensmittelspenden: Fräulein Dr. Lea Schächter; II, 2l/s kg Haferüocken, 1 kg Gerstl, 1 kg .Grieß. Garderobespenden: Ungenannt, 1 Kinderhemd; 4 Leibchen, 2 Sakkos, 1 Hose, 2 Paar Strümpfe, 1 Paar Handschuhe. Bühne und Kunst. Operntheater. Direktor Schalk liegt krank daniedöf, und Kapellmeister Reichenderger vermag nicht recht das dramatische Feuer der „Götterdämmerung“ in Fluß zu halten und zu bändigen. So wurde wieder einmal unsere Operndämmerung sichtbar und hörbar. Unsere heimischen Künstler jagen in fernen Ländern dem Golde nach und vollwertige Gäste für unser riesiges Opernhaus sind nicht immer zur. Stelle. Herr Fritz S o o t vom Stuttgarter. Landestheater, der den Siegfried sang, ist ein „freundlicher Knabe“, der schwer an seiner Waffenlasti trägt, ein gewissenhafter Sänger, dessen kleiner, hellem klangvoller Tenor hübsche Momente aufweist; dem glänzenden Recken, der mit .sieghafter Stimme das Haus zu füllen' vermag,. ist er uns schuldig gebliebem Auch Herr Krenn trägt schwer an deij Last des Günther, die man seinen schwachen Schultern aufgebürdet hat. ln der kleinen Partie des Alberich zeigte Herr Berhold Pütz vom Düsseldorfer Stadttheater^ lebensvollen Vertrag und deutliche Deklamation. Vortrefflich ist die Waltraute der Frau Kittel, der unheimliche' Hagen des Herrn Z e c, die zarte Gutrune der Frau G u t heil-Schode r. Auch Rheintcchter und Nornen taten ihre Schuldigkeit. Was Frau W e i d t als Brünnhilde an Stimmgewalt nnd Spielfeuer zu bieten vermag, gemahnt an ..die großen vergangenen Zeiten des Operntheatersrt Eine weibliche Heldengestalt, die mit ihrer strahlenden ■ Helle über die dämmerige Aufführung einiges Licht zu breiten vermochte. - . . 6b.' Briefkasten der Redaktion. Schächter, Skala. In Palästina erscheint „HaarezÄ (Tagblatt), „Doar Hajoni“ (Tagblatt), ferner die Zeitschritten . „Happel Hazair“, „Kuntres“, „Hatoren“, alle hebräisch! Blätter in jüdischer Sprache gibt es im Lande nicht —! Borcchow: Das ägyptische. Pfund ist um ein Zwanzigstel Höher als das englische, das türkische kommt ungefähr; dem englischen gleich. — Rotl ist kein einheitlicher Ma.Br begriff; es gibt verschiedene: in Konstantinopel , und .Aegypten zum Beispiel % kg, in Beirut 2%. kg.' —, ' Nr. 11. In Wien gibt es zwei B’nei-B’rith-Logen. Ueber alles Weitere können Sie im Bureau Universitätsstraße.4 Er*. Kündigungen einziehen. Einfache Mitgliederaufnahme durc^h bloße Anmeldung ist bei den B.B. nicht möglich l, —* Ch. T. Herzl hinterließ einen Sohn und zwei Töchter,. Ihn derzeitiger Aufenthalt ist uns nicht bekannt, — An mehrere: Die Erledigung von Anfragen wegen Auslosungen 'nimmt einige Zeit in Anspruch l / 'Wiener mokcjsnzeitTO'ö' *--- -- — —■■ --' — '--->-,.^1-!.^-—^ -.- . ' V jVorsifezenden überreichen wollte, beschloß de;* -An- Konzerte. . Seitdem Mendelssohn die Bachsche Matthäus- Passion mit der denkwürdigen Aufführung der Berliner Singakademie im Jahre 1829, der ersten Aufführung seit Bachs Tode, der Vergessenheit entrissen hatte, ist sie allmählich zum Gemeingut der musikalisch gebildeten Weit geworden. Die Länge dieses Riesen-, Werkes ist für den Zuhörer nicht unüberwindlich, wie meisterhafte Wiedergaben unter Siegfried Ochs und würdige Darbietungen unter. Franz Schalk bewiesen haben. Wenn diesmal die Aufführung trotz zahlreiäier, mitunter rücksichtsloser Striche den Eindruck -der unerträglichen Länge machte, so lag dies nicht ander zeitlichen Ausdehnung, sondern an der matten, flügellahmen Interpretation, die den Hörer ermüdete. Wohl hatte Dr. R. St Hof mann an der Spitze der Singakademie und des P h i 1 h a r m o n ischen Chors fleißige Vorarbeit geleistet, allein eine oder zwei ■ Verständigungsproben, die Bruno Walter gelegentlich eines kurzen, mit* künstlerischer Arbeit überlasteten Abstechers nach Wien aufbringen kann, reichen nicht aus, uni dem mächtigen 'Klang-, körper den Willen des Dirigenten aufzuzwingen - und die Chor- und Orchestermassen mit seiner Bach- Auffassung hinlänglich vertraut zu machen. So konnte nur halbe Arbeit geleistet werden und Bruno Walter, der als Mozart- und Mahler-Dirigent bei aller Feinnervervigkeit Begeisterung mit Ruhe paart, dirigierte diesmal sichtlich müde und nervös. Der Chor und besonders das | Orchester klangp \ wenig studiert, noch weniger inspiriert j und Unschä.^ und Unebenheiten häuften sich. Manches Gute wurde in den Leistungen der Solisten geboten: Herr D u h a n, der den Stil'der Bachschen Musik meistert, war über alles Lob erhaben, Herr E r b war'namentlich in den schwierigen Rezitativen . ganz vorzüglich/ auch die musikalisch sichere Lotte Leonard, die stimmgewaltige Frau Cahier und Herr M a r k o f f gaben in den Soli ihr Bestes. An der Orgel waltete Herr Franz Schütz, unbeirrt durch die Tücken des Instruments, mit gewohnter Meisterschaft, am Cimbalo Dr. R. St. H o f m a n n voll Umsicht seines Amtes, das Geigensolo war bei Herrn Z i m b 1 e r ln guter Obhut Im Gegensatz zu Bachs Matthäus-Passion ragt Beethovens -Missa solemnis“ jenseits aller konfessionellen' Schranken emf>or. Eine Inbrünstige Bitte um vden Frieden -— um den Tunern und' äußeren Frieden, wie i Beethoven selbst sagt — hat hie!' in michelangelesker * Riesenhaftigkeit ihren Ausdruck gefunden. Der Mensch kämpft schwer gegen die feindlichen Mächte deseigenen Innern und noch in der letzten Friedensbitte *des „Agnus de!" läßt Beethoven' Paükenschläge und Trompetenstöße erschallen. Die LeLenschaftlichkeit dieser Musik, die dem Hörer Feuer aus der Seele schlägt und gleichzeitig „vom1 Herzen wieder zu Herzen geht“, vermag Fürtwängler überzeugend r nachzugestalten. Mit Hilfe scharfen analytischen Verstandes, visionärer .Erfassung, grün Iichster Probenarbeit und suggestiver Dirigentenpersönlichkeit weiß er fast bühnenmäßige. Bewegtheit in diese geistliche Symphonie zu bringen. Man fühlt förmlich das AufundÄbwogen der Massen, das trotzige Sichaufbäumen und die demütige Zerknirschung. Darin wie in .'den instrumentalen Retuschen bietet Fürtwängler des Ungewohnten fast ^zu viel. — Wie* der Olympier, der Blitz und Donner versendet, steht er inmitten dieser erregten Auseinandersetzung zwischen dem Menschen und seinem Schöpfet. Er entzündet' das „Gloria“ in strahlendem Glanze, läßt in majestätisch wilder Pracht die Fugen 1 dahinrolleu und' sänftigt die hochgehenden Wogen im „Benedictas“ mit dem von Herrn P ei scher in , Milde angestimmten £eigengesang. Voll Begeisterung und Hingabe hingen die Mitwirkenden an Furtwängiers Dirigentenstab'der S i n g v e r e i n der Gesell-, schaft der Musikfreunde, das prachtvoll klinge de Symphonieo r ch es t e r, die Solisten Frau F o e r s t e I, Frau K111 e 1, Herr M a i k 1 und Herr Rössel wie auch, der Organist Herr 8 c h ü tz — sie alle wurden durch den siegreichen. Herrscherwillen des Dirigenten zu einer künstlerischen Einheit zusammefigeschweißt, die .gleichwohl jede Freiheit und Mannigfaltigkeit des Ausdrucks'gestattete. Karl Erb von der Münchener Staatsoper ist ein Sänger von hochwertiger technischer Bildung. Die Räder seines Stimmechanismus greifen mit tadelloser Sicherheit ineinander und sein klangvoller Tenor, der sich verwiegend auf das Kopfregister stützt, ist im geistlichen Gesang von ausgezeichneter Wirkung. Für das Schubertsche Lied fehlt ihm der natürliche Frohsinn und die Lebendigkeit des Vortrages. Ganz anders , bei ieanne Salamonson-Asser. deren Vortrag von innerer Empfindung durchsetzt ist; /per Geisl ist stark, aber das Material ist schwach. Einige schönp Töne in der Mittellage langen kaum zur Bestreitung eines Korizeriprogramms. Auch für Herrn / Franz S t. a i n d 1, der wohl fleißig an sei .er Technik > gefeilt hat, aber mit seinem schmächtigen Baßbaritort die Weite des Konzertsaales nicht recht zu füllen ver)ma® spricht,'mehr das redliche Bemühen als der Erfolg] Frau Alice Mertens von der Volksoper besitzt;einej dunkle Altstimme und das Temperament der Bühnen-i Sängerin. Nur schade, daß ihre Stimme wenig gebfjdef oder gar verbildet ist und ihre Ausdrucksfähigkeit1 im - Liedgesang sehr enge Grenzen hat Herr Tjbor S z a t m ä r i bot in Chopinschou Stücken feinste Filigranarbeit Sein sensibles, nervöses „ Spiel, das neuen Klängen nächsinnt, neigt zu plötz-j liehen gewaltsamen Eruptionen, bekundet aber in deit Erfassung, eines Kunstwerkes selbständige musikalische Gedankenarbeit. Bei Jdus- Fothy-FIeyner, die in kleineren Konzertstücken eine wohlgepflegie Technik erkennen ließ, ist die gute Schule, der sie noch nicht voll entwachsen ist, unverkennbar. Fräulein Hertha O ffn e r erntete für ihren zarte , mädchenhaften Vör-j trag, Herr Alfred Blumen für sein klangvolles; farbenfrohes Spiel lebhaften Beifall. j Das Konzert der Geigerin Grete Löw erhielt! durch die Mitwirkung Alfred G r ü n f e 1 d s, mit demj sie; sich zu Beethovens „Frühüngssonate“ vereinigte; erhöhten Glanz. Unter den Fingern des jugendliche» Altmeisters erblühte der zarteste Lenz, auch Grete Löw spielte mit aller Wärme; und zeigte in der straffen Rhythmik und sicheren Phrasierung bekannte Vorzüge der Rose-Schule. Verwischte Passagen und unsauberes Spiel,, das!m Rondo stets an der gleichen Stelle wieder-;.' kehrte, befremdeten bei der, musikalischen und überaus/ gewandten Geigerin.,-- Die Schwestern Paganimi sind Erben eines großen Namens, mit dem die Vorstellung einer faszinierenden Persönlichkeit und eminenter Virtuosität verbunden ist. Keine der beide» Nachfahren ist mit diesem Erbe belastet. Sowohl die temperamentvoll geigende Andreina als auch die klavierspielende Giuseppina sind treffliche Dilettanten,' die mit den Hexenkünsten ihres Urahnen .nichts gemeinsam haben, Dr. Erwin :

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