Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 1035 (16.12.1921)
- Date
- 1921-12-16
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
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.Sertel'6r >w«W« pmmm McmsEmsWimif v* * Streik der Handelsgehilfen in Klagenfart. Ans K'1 a g e n f u r t wird gemeldet: Die Handelsgehiifen sind wegen Nichtannahme des Kollektiwertragsentwurfes seitens der Geschäftsinhaber heute früh in den Ansstand g?e t-r e t;e n, der sich vorläufig nur auf die dem Handels- Premium angehörenden, als gerichtlich protokollierten irmen erstreckt. Die Geschäftsladen sind zufolge eines Gremiumbeschlusses trotz des Ausstandes geöffnet. , * Beendigung des Streiks an der Neuen Handelsakademie. Die Scbülervertretung der Neuen Wiener [Handelsakademie hat vorgestern den Beschluß gefaßt, den gegen den Willen der Schülerräte beschlossenen Streik als beendigt zu erklären. Der Schülerrat erklärte, «faß er die Anliegenheit der Schulgelderhöhung vertrauensvoll der Elternschaft, beziehungsweise dem Stadtrat Schwer überlasse. -VMM»»» Rollgerste K 240, 1 kg Echsen K 220, 1 kg Bohnen K 200, I kg Haferflocken K 220, ferner füt Mitglieder mit Kindern bis zu einem Jahre gegen Vorweisung des Geburtsscheines 1 Dose gezuckerte Kondensmilch K 480. Abgabezeit ausschließlich von 4 bis Vj7 Uhr nachmittags, tmd zwar für Nachzügler Montag den 19. d. M. Abgabe nur gegen Mitgliedskarte und Nachzahlung d$r Beträge. W. l. W. Farbeneiitteilung genau einhalten. Samstag den 17. d. M., 9 bis 11 Uhr, weiß, grau. — Montag den 19. d. M., 7 bis 11 Uhr, rot, rosa. — Dienstag den 20. d. M., 9 bis 11 Uhr, blau grün. — Mittwoch den 21. d. M., 9 bis II Uhr, gelb, orange. Stafa. Am 16. d. M. Verkaufszeit täglich von 1/ß bis 6 Uhr, auch Samstag den 17. d. M,, am goldenen Sonntag, von 9 bis 12 Uhr und 2 bis 5 Uhr, am 24. d. M. nur bis 1 Uhr mittags, am 31. d. M. muß der Zentralpalast wegen Inventur geschlossen bleiben. Szene. Es wirken mit die Damen Rantzau uudMisK sowie die Herren Brand, Hagen, Schürmann,,. Baumann^Rre Wand und Schmied. Beginn VsSUhr. ■£'. s p ’f• e >1?bh e-ad e ,t gelangt Sönnfa^der 18; d. M., T Uhr abends, die Fesivorstefiung „Meilensteine“, zur Wiederholung. — Montag den 19. „Zu Spät* — Diens-I tag den 20. und Donnerstag den 22. hat die Freie Jüdisch Volksbühne zwei Auff ühxungs jubiläfett. und zwar die 25. Aitf-2 fuhrung von Gordins „Der Unbekannte“ und Asch* Komödie »Der Landsmann“; zwischen diesen beiden Aufführungen! liegt die 20. des „Dorfsjing?. In der R o l a n d - B4i*-hmre (Jüdische Bühne) Praterstraße 25, gelangt heute, Freitag, das Masiksf *Ci pkeFeuer4 von Feinmann und Kabch mit Mall, Picon und Direktor J. K alle h in den Hauptrollen Erstaufführnng. * Wolhvickler K 7250, Kinderstrümpfe K 98, Herrensweater K 1450, Knabenwesien K 650, Wollschals K SK), gestrickte Handschuhe K 98, Herrenstutzen K 550, Strümpfe K 450, Socken K 350. Billigste ui\d -größte Auswahl in Wollgarnituren, Wolljacken, Schafwolljacken, Schafwoüscbals, Seidenschals, Ruderleibchen, Sockerl, fTnkotwäsche für Damen, Herren und Kinder, Strümpfe, Socken, Handschuhe in jeder Art und Preislage, "bei flolzer L Salzhau er, Vl. Mariahilferstraße 101, im T3. Hof, rechts- Vereine, Vorträge und Versammlungen. jüdischer Verein Nord -Ost. Die;iF. ordentliche Generalversammlung findet am Sonntag -den W. Dezember 1921 um 3 Uhr nachmittags im Vereinslokai, II., Taborstraße 21, statt, zu welcher alle Mitglieder höflich st eingcladeu werden. — Jugend verein A h a w a t Zion, II., Kleine Zufahrtsstraße 160. Heute, -V..8 Uhr abends, hebräische Sicha. — H i t a c h d u t h. Samstag den 17. d. M., 7 Uhr abends, wird Dr. B e r. nf e 1 d in der Hitachöuth, 11» Giockengasse N, über Sozialistische Erziehungspolitik sprechen. Anschließend Diskussion. Vorher, um 6 'U h r, Wahl von Delegierten zum Parteirat und L o k a! k o m i t e e. — Wiener Uran! a.: Montag, 5 Uhr, findet ira Kfubsaal irn_ II. Stock eine außerordentliche Hauptversammlung statt, iagesordnung: Erhöhung der Mitgliedsbeiträge 'und der Jahresbeiträge für die AnscMußhefte für 1922. — Wiener jüdischer Gesang v er ein. Der für Sonntag den 4. d. M. angesagt gewesene und auf upbestimmie Zeit verschobene G e s e 11 i g k ei t s ab e,n d findet am Sonntag den 18. d. M. - uni 7. Uhr äSends im. Souterrainlokale des Cafe Landtmatin,I,,Ri-ngdes 72. N orenbe r,statt. Der Btikowiiaer Ze ntra-l verband der Industriellen, Kaufleute und Gewerbetreibenden in Wien, il., Rembrandtstraße 1/5, Telephon 45.248, lädt alle in Oesterreich lebenden Bukowinaer ein, seiner Organisation im eigenen Interesse beizutreten. Täglich Anmeldungen, wobei Beiirittserklärungen aufliegen, Wien/ ]!., Rembrandt- »straße 1/5. Von 1 bis 3 Uhr nachmittag. Urania. Heute, Freitag; 5 Uhr {Großer Saal): Shackletons Südpol-Eifpedition. — ijzH Uhr (Großer. Saal): „Mein Leopold“ (Wanderbühne.) — "\lß Uhr (Kleiner Saal) Ing. Dr! Franz Reinthaler: Ein Rundgang durch eine ^Baumwollspinnerei. — 3/58 Uhr (Kleiner Saal) Dr. Friedrich Kronseder: Das Urchristentum und seine (Literatur, IV. — Y26 Uhr (Kursaal) Kustosadjuiikt Dr. ■Franz Meidl: Die sozialen Instinkte der staatenbilcienden Insekten und ihre Entwicklung, If. -?-• Uhr <Kursa2l) Hochschuiassistent Dr. Rudolf Sch'mi.d: Radioaktivität, Hi. — \U6 Uhr (Klub§aal) Med. u. piiii. Dr. Fritz Schulhof: Probleme der Psychologie, IV. — US Uhr (Kiubsaai) Prof. Richard Wi e kc nli au.s er.: Musik- und Harmonielehre, IV. ' / Der Marktbericht, Empfindlicher Mangel an Flei&ch. — Preistreiberei. Infolge der mangelhaften Beschickung der.Märkte in St. /dar:-: macht sich in der Großmarkthaüe der Mangel an Fleisch bereits empfindlich fühlbar. Da für das kleine Angebot zu viel Abnehmer am Platze sind, mußte das Markt- ■amt der Großmarkthaiie gestern zu dem Auskunftsmittel greifen, indem es die eingelangte Ware verlosen ließ. Die Folge des knappen Angebotes ist, daß vielfach Preistreibereien seitens gewissenloser Spekulanten versucht werden und die Marktamtsorgane * hatten Anlaß,, in mehreren Fällen einzuscbreiten. Man machte auch die Beobachtung, daß infolge der genauen Einhaltung der Preisgrenzen in der Großmarkthaiie viel Ware mit' Umgehung des Marktes in den Schleichhandel kömmt,' der jeden' geforderten Preis bezahlt Es wird deshalb den Bahnhöfen, iwo sich dieser Schleichverkehr hauptsächlich .abspiejt, besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Unter dem Eindruck des nichtausreichenden Angebots haben sich gestern im Engrosverkehr Schweinefleisch "und Fettsehweine um je K 100 per Kilogramm verteuert. Im Detailhandel blieben die Preise unverändert auf der vorgestrigen Höhe. Auf dem Geflügelmarkt war das Angebot etwas besser, ‘ di‘c Preise waren die gleichen. Aus Jugoslawien ist ein Waggon mit fr5 Tonnen Pferdefleisch, aus Oberösterreich ein.Waggon mit 7 Tonnen verschiedener Fl eischgattungen eingetroffen. Trotz der hohen Preise war der Verkehr in der Großmarkthalle außerordentlich lebhaft. Die Grünwarenmärkte waren gestern . nur schwach beschickt. Besonders knapp ist das Angebot an Kartoffeln i?rn Weißkraut. Feidnsäßlg gebautes Kraut wurde infolgedessen gestern im Preise erhöht. Auf dem Naschmarkt stellte sich ein Kilogramm auf K 58, in den Bezirken auf K 62. Auch feidniäßig gebauter ' Kohl hat sich im Preise erhöht, das Kilogramm kostet auf dem Markte K 64, in den Bezirksgeschäften K 68. Die Aepfeizufuhren sind gleichfalls sehr gering, so daß auch hier Preiserhöhungen eintraten. Tafelware zweiter Qualität stellt sich auf dem Naschmarkt auf K 264, auf den übrigen Märkten auf K 270 in den Bezirksgeschäften auf K 276 per Kilogramm. Sogenannte geschüttete Ware kostet auf dem Naschmarkt K 254, auf den übrigen Märkten K 260,. in den Bezirksgcschäften K 266, Wirtschaftsäpfel stellen sich auf dem Naschmarkt auf K 200, auf den übrigen Märkten auf K 204, in den Bezirksgeschäften auf K 210 per Kilogramm. Mispeln kosten auf dem Naschmarkt K 88, auf den übrigen Müfkten K 90, in den Bezirksgeschäften K 92 per Kilogramm. * Der Mangel an Eiern macht sich überaus stark‘fühlbar. Frische Eier sind ipi freien Verkehr überhaupt, nicht zu sehen. Im Schleichhandel werden geradezu Liebhaberpreise geboten und bezahlt. Auf einzelnen Märkten, kamen geringe Mengen von polnischen Eiern zur Ausgabe,, die sich gleichfalls im Preise erhöht haben. Der Stückpreis betrug heute K-66. Woja. (Wirtschaftliche Or g anisa tf on j ü.disc her Angestellter, IX., Berggasse 7.) In der Abgabcstelle 111., Esteplatz 4 (Gasscnlokal), gelangen per Mitglied zur Ausgabe: 2kg Feinmehi AK220, Kkg Reife K 340,^ kg. Kunerol- IC.900, ferner nach Wahl ii ■■■■ ■■■'■ ■■■■)!■< mnm Miiwa—mumm * JOdUse^soslaldemoiirsilsche Arbeliepparlel P®AUS. Z&ON veranstaltet Lsmsisg c?eit 17. d. M. im Festsaal des Hofei (emfiGnenta&y II« Taborstraße 8, einen Boimftow- Gedenkabend Mit wirken de: S.ee Graf-Wefnfraiete (Freie jüdische Volksbühne), Klaviervirbrose Marco GoBdla, Kcaizertifieistcr f. Zim&lev u. v. a. Karten 5m Vorverkauf xa IOO n. 200 Kronen im Sekretariat, II.. Obere Donaustraße Hl, Tür 55; Konsumverein für jüdische Arbeiter und . Angestellte, II., Blumauergasse l; Buchbf.ndlimg Löwit, I., Rofcentorrastraße 2, und an der Abendkasse 5737 Bühne und Kunst. Konzerte. * Frau Berta K i u r i n a, der die Primadohnenaliüren ebenso fehfen wie das starke mitreißende Temperament,, hat lange gebraucht, um als Sternr am Gesangshimmel anerkannt zu werden. Den vollen Glanz und die strahlende Leuchtkraft eines Gestirns besitzt ihre helle Stimme schon längst und was ihr an Leidenschaftlichkeit abgeht, weiß sie durch warmen sinnlichen Wohlklang zu ersetzen. Mit ihrer jauchzenden Höhe ist sie die rechte Mittlerin Marxsreher Lieder, dessen „Bescheidener Schäfer“ oder „Hat dich die Liebe berührt“ kaum einfacher, irnd inniger gesungen werden können, in Pfitzners „Frieden“ sang ihr Sopran schwebend; und glockenhell mit dem Glockengeläute des begleitenden Klayiers um die Wette. — Auch Fräulein Vera Schwarz von der Berliner Staatsoper erfreut durch ihren schlanken geschmeidigen''Sopran. Freilich scheint die Arie der Katharina^ aus Goetz „Der'Widerspenstigen Zähmung“, die man mit ■ Unrecht so lange im.Opernhause nicht mehr gehört hat, b'ei Fräulein Schwarz mehr von scharfem Kunstverständig gebändigt, als von ursprünglicher Empfindung getragen; Man spürt förmlich, wie in der/ Gestaltung der meJodischcil Linie ufid im architektonischen Aufbau die’ Gedankenarbeit vorherrscht : Eine vornehme, kultivierte Bühneusäiigenii; die im Konzertsaale mehr Licht, als Wärme spendet; —; Fräulein Grete .B l a.h,a ,von -der Volksoper begann ihr Koiizert mit altiialienischcn Gesängen. Vorsichtig und behutsam tastete sie in einer Arie desalten Marcelto ihr Register ab, aber schon in einet* Händelschen Arie aus „Rinaldo“ hatte sie die yolle Unbefangenheit gewonnen und in Pergoiesis* „Arietta“ ließ sie ihre angenehme dunkle Stimme frei ausströmeii, bestach mit ihrer hübschen Höhe und ihren gut sitzenden Kopf tönen. Mit ihr teilte sich Frau Helene L‘a m p 1 - E i b e n s c h ü t z, die in kleineren Klavierstücken ihre oft gerühmte Virtuosität^ stählerne Rhythmik und feurigen Elan bewährte, in den Beifall des Abends. , . Ein Pianist von ansehnlichem Können, der Kraft mit Zartheit, Schwung, mit Reflexion verbindet, ist Stephan A s k e n a s e. Voll seelischer Beteiligung spielte er die Klaviersonate op. 3, F-Moll, von J. Rosenstock, die „Appassionata“ * des jungen Komponisten, die bei aller . Leidenschaftlichkeit reich an ,lyrischen Episoden ist. Dje Freude am technischen und am Klangexperiment nehmen einen breiten .Raum ein, cs schillert in bunten Farben und bleibt doch bei .herkömmlichen musikalischen Gedanken. ' denen ■. ein modernes Mäntelchen umgehängt ist. Mit viel Temperament, nicht durchwegs -mit ausgefeilter Technik, spielte Frau Angela Engel-Wcs'c h 1 e r Webers C-Dur-Sonate. Vortrefflich in Ton .und Ausdruck gelang Herrn Mieczyslaw Münz im dritten Titelkonzert Brahms D-Moll-Konzert. Ein silberner Klavierton und eine perlende Geläufigkeit kommen dem mehr äußerlichen Spiel von Frau Claire Trost-fiedlerbei Lisztschen Paraphrasen und Sauerschen Virtuosenstückchen zustatten. flb. freue jyemcHE mmsmwm . «ssSsxrlvä im küSTSPfES-THEaTER T ühr abend«: ÜEU DS8MWG Sc^L.Katx™™ mr DAS THEATER IST GEHEIZT! -WD Ans den Theatern. Im B u r g t H e a t e r gelangt morgen, Samstag, 2 Uhr^außer dem Jahresabonnement), „Der S c h w a n“, 7 Uhr (zu erhöhten Preisen) „Madame Legros“ zur Aufführung. . In der Staaisopcr geht morgen, Samstag, 1 V«7 Uhr (bei aufgehobenem Jahres- und eingeschränktem Stammsitzabonncmenl) „Aida“ in Szene. Wegen Indisposition der Frau Kiurina gelangt heute, Freitag, statt „Die Frau ohne Schatten“ „Carmen“ mit den Damen Andaj und Born sowie den Herfen Oestvig und Jerger in den Hauptrollen zur Aufführung. Anfang 7;7 Uhr. Heute Freitag geht in der V o l k $ o p e r ais Fest* Vorstellung anläßlich Beethovens Geburtstag „F t d c 1 i o“ unter Leitung von Herrn Direktor Felix Weingartner in Geiichtssaal. Eter Verwaltungsgerichtshof gegen die Börsespekulanten. Der Verwaitungsgerichtshof bat gestern eine interessante Entscheidnag gefällt. Gelegentlich einer Kaffeehausrazzia nach Valuta Schiebern wurde unter vielen anderen! auch der Fleischhauer Jacques Guttmann zum Kriegs^ ■wucheramt gebracht und wurden bet ihm Aufzeichnungen über Börsegeschäfte gefunden, die er durch Ver-i mütlung eines Wiener Bankhauses durch mehrere Monatfei getätigt hatte und die ihm bei einem Umsätze von fünf Millionen Kronen einen Gewinn von K 93.000 gebracht batten. Die Finanzbehorde vertrat die Anschauung, daß erj diese Valutaspekulationen als e r w e r b s t e # e r-i p'f 1 i c Jt t i g e s Unternehmen hätte a n-i melden sollen und der Steuerspruchsenat verurteilte ihn, da er dies unterlassen habe, wegen fahrlässiger Sreuergefährdung zu einer Geldstrafe von K 25.000. In seinem dagegen an die Finanzlandesdirektion ergriffenenj Rekurs :gab Guttmann an, er sei nach 15jäbrigem Auf-* enthalte aus Amerika zurückgekehrt und habe Ersparnisse^ von 6000 Dollar mitgebracht; daß er seine, Valutaspekulationen als erwerbsfeuerpflichtiges Unternehmen werde anmelden müssen, daran habe? er nicht im entferntesten gedacht, zumal ganz Wien) V a 1 u t a s p e k u l a t i o n e n bet r e i b e und es niemandem einfalle, dies als erwerbsteuerpfHchtiges Unternehmen zur Anzeige-zu .bringen. Börsfespiel sei, wie schon fiel* Name .besagt, ein Spiel ,ünd, keine .„Unternehmung“. Andernfalls näßten, auch Kartenspiel, Schach-j spiel usw.,- wenn man dabei wiederholt Gewinne erzielt,- als erwerbsteuerpflichtige Unternehmung angemeldet werden^ Ihm! bedeute das Börsespiel einen Nerven kl tzeli -uiid nur . deshalb habe er es betrieben. . Die Finanztendes-; direlction wies den Rekurs ab und ermäßigte '’biößj die; Geldstrafe auf K t5.000. In der Begründung wurde der; / Standpunkt. vertreten, daß eine einmalige gelegentliche, \ Valutaspekulation; allerdings nicht erwerbsteuerpfiiehtig sei,! aber wiederholt fortgesetzte Spekulation als eine . aufj; mühelosen Erwerb gerichtete Beschäftigung anzusehen und \ scliort;:als'crwerbsteuerpflichtige Unternehmung anzumelden 1 sei. Wenn Rekurrent sich darauf berufe, daß das Börsespier ihm ein/Nervenkitzel sei, so müsse rfim darauf geantwortet1 I vi'crden, .'daß dTc r M e rve nkitzel gerade aus - d e r'äti-f Gewinn gerichtet.cn Beschäftigung, i h'e r vd r g e h e. Geber die . nunmehr an den , Vcrwalümgsgerichtshof eingebrachle Beschwerde des Verurteilten . fand gestern vor dem Verwaltungsgerichtshof unter; Vorsitz des Senatspräsidenten Dr. j e p n y die Ver-, handiung. statt. Der Beschwerdevertreter Dr. Heinrich T u r m a n n bestritt, daß Börsespiel, also jedenfalls öm, SpieL äucii -nur als Beschäftigung im Sinne des St^uer-; Gesetzes 'ätifgefaßt werden könne. Es gebe sehr vieVTLeuie, die an dem Karten- und sogar an detp edlen Schachspiel1 berufsmäßig Geld verdienen. Diese Leuite müßten, nach der. „Auffassung der Steuerbehörde das,Kasteit- und Schach-i spiel als Erwerbsunternehmen anmelden. Weder er. (Dr, Turmann) noch die zahlreichen anderen Anwälte,- die er befragt habe, konnten m der Vai lutaspekulation eine erwerbsteuerpflichtige Beschäftigung erblicken, umsoweniger könne man dies! einem Laien zulmiten. Er sei der Ansicht gewesen,' daß. er allfäjlige Gewinne aus seinen Valutaspekulationen \im Emkonrniensteuerbogen werde anführen müssen, aber daß er diese. Spekulationen als „Unternehmung“, als „Beschäftigung“ der, Erwerbsteiierbehörde werde aiizcigen ..müssen; darauf wäre er niemals verfallen. Es fehle daher auch die subjektive Seite eines - Verschuldens. Der Verwaltungsgerichtshof wies die.Bcsc h w c r d e a b, weil Beschäftigungen welcher Art immer, wenn sie die Möglichkeit eines Gewinnes bieten,- als envCrtkiteuferpfUchligc Tätigkeit anzusehen - seien. O b diese Geschäfte erlaubtsind oder iri c h-L ob sie den Schutz der Klagbarkeit genießen oder; nicht,, sei für die steuerrechtliche Beurteilung belanglos.' Der Beschwerdeführer sei ohnehin milde behandelt worden. * da er ntir wegen fahr! ä s s i g e r Handlungsweise bestraft wurde. — Auf Grund dieser Entscheidung kann dis Steuerbehörde auf alle Valutaspekulanten die Hand legen.. 8port< ‘ Bit^jüdische Olympiade. . , ' ' 'Jni .Sommer 1912/ anläßlich des in . Wien tkgbnden Zipnistenkongresses, gaben sich die jüdischen Tufndr und; Sjjprtler aus’ailen Ländern ailf der alten Hohen V/arte ein . . Steildjchpiii.' Aus Palästina, Türkei, Rumänien, Rußland/ Polen/Ungarn, Tschccho-Slowakei, Deutschland und jugo-' slavipii eilte unsere Jugend herbei, um den Beweis ‘.des1. Lebenswillens und der Lebenskraft des ‘jüdischen Volke'»'' zu geben. Ueber 14.000' Zuschauer halten sich an jedem Tage cingefunden und die vorzüglichen Darbietungen ''erweckten die heile Begeisterung aller Anwesenden.' Bunte, farbige und frohe Bilder zogen vor den Augen der Wiener Judenschaft vorüber und die Propaganda der Tat brachteviele Zweifler -und Äoeesnde4n Esere Reihe«»