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Wiener Morgenzeitung · 1921-12-14 · Heft 1033 (14.12.1921) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 1033 (14.12.1921)
Date
1921-12-14
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Seite $ _Wien, Mittwoch Schachchronik. Organ der Schachsekiion Hakoaft. Redigiert von Adolf G o 111 f e b. ' Mit heutigem Tage beginnt unsere w ö c h e n tliehe Schachchronik, deren Aufgabe es sein wird, unsere Sjchachfreunde über alle Ereignisse im In- und Auslande zu unterrichten, gut gespielte Partien clem weiteren Studium zugänglich zu machen, den Problemfreuaden Aufgaben zu bringen und das edle Schachspiel in jeder Weise zu fördern. Aus kleinen Anfängen hat sich die Schachsektion Hakoah zur starken Spielgemeinde dmporgearbeitet. Wir zählen bereits in unseren Reihen bekannte Meister, wie: R e t h y, Hl W e i ß, G o 111 i e b, T a k a c s, B e u t u m, A. W o 1 f, 1 g e 1, R. Sch w a r z, Doktor B r 11 1, S a x, Brüder \Vah 1 e, Zorn, Ros e nb au ni, Nürnberger, L e w i f, Meergrün, Gutfreund, L a nr p 1 usw. Da die „Wlener Morgenzeitung“ im weitesten Ausland Abonnenten hat, wird unsere Schachchronik das erste Schach o r g a n mit internationalem Charakter sein.-,Wir bitten daher alle Schachfreuiide, Klubs und Schachredaktionen des Auslandes, uns zwecks regelmäßigen Austausches von Nachrichten und Zeitungen ihre Adressen bekannfgeben zu wollen. ' ' Allgemeine Nachrichtenr * Am. 20. September spielte Meister Gottlieb .in unserer Sektion Blitz-Simultan gegerj. 15 Gegner, bei welcher der Jungmeister Müller als Gast auf mehreren Brettern Gegenr hilfe gab. Resultat 10:5, Dauer 135 Minuten. ' / . Am 9. Oktober gab Großmeister Rett eine im großen Stile angelegte Simultanvorstellung gegen 32 Spieler/ an 1 welcher sich sehr starke Amateure'beteiligten. Reti brillierte durch seine bekannte geniale Kombination' und befriedigte auch die Verlierenden durch sein. elegantes Spiel und bescheidenes Wesen. Resultat 22Vs - 71/.. Ein am 19. September veranstaltetes Blitz-; furnier mit Ehrenpreisen endete mit einer kleinen Ueberraschung, indem der Altmeister Schwarz in eleganter Manier vor Weiß, Gottlieb, Wolf und ßeutum den ersten Preis errang; Am 3. November spielte Herr Takacs sechs Partien Blindsimultan gegen stärkere Gegner und gewann im schönsten Stile alle Partien. Eine sehr schöne Leistung unseres begabten Mitgliedes. Am 19. November Spielte Jungmeister Vukovicz bei uns gegen 30 Spieler Simultan und erledigte die' ihm gestellte Aufgabe mit dem schönen Resultate 191/«,:71/.. Am 25. Oktober wurde eine Beratungspartie von den Herren Gottlieb, Sax und Jungwirth und Wolf jun., Lewit, Karpat gespielt. Die sehr schwere Positionspartie endete »ach schönen Problemwendungen mit Remis. Am 9. November begann unser HaupttUfnier um die Klubmeisterschaft, an welcher folgende’ Amateure teilfahmen: Beutuni, Dr. Brill, Gottlieb, Krell, Lanip.el, Lewit, Meisl, Dr. Nasch, Roseribaum, Sak, Takacs, Ing. Wahle; E. Wahle, Weiß, Zorn. Den besten Stand haben bis heute erreicht: Takacs, Ing. Wahle,. Weiß, Rosenbauin und Beutum. Da dieses Turnier doppehiinöfg istj dürfte noch manch ein Steher im Verlaufe des langen Kampfes aus dem Hintertreffen aufkommert. Wir werden über den Verlauf berichten. - . - , Gleichzeitig begannen Nebenturniere in zwei Gruppen für die II. Klasse. In der Gruppe A führen derzeit Doktor Fischer, Läzarovitz, Taubmann, M. Groß; lii der Gfuppe B Eisenberg, Klein, Goldberg, Duldig. . Am 14. November fand der Länderwettkampf zwischen den Auswahlmannschaften von Niederösterreich und Ober- Österreich statt. Dieses vom österreichischen Schachblind veranstaltete schöne sportliche Turnier nahm einen Interessanten und würdigen Verlauf; alle Schächfreunde Wiens waren Zeugen dieses spannenden Kampfes im Cafd de FEurope. Wir waren durch, unsere bewährten Kämpen Hermann Weiß und Adolf Gottlieb vertreten, welche ihre Partien im gutem Stil gewannen. Resultat 11 :4. Am 14. November fand die außerordentliche Vollsammlung des Oesterreichischen Schachverbandes statt und wurde, unser Herr Adolf G o 11 li e b zum zweiten Obrtiänustellvertreter des Verbandes gewählt. Es wurde unter anderem der Beschluß gefaßt, daß sich internationale Schachmeister an den am l. Jänner beginnenden Vereinswettkämpfen nicht beteiligen dürfen, daß aber andererseits i auch Nichtdeutsche, wenn diese einem dem Oesterrfeichischen Schachverband angeschlossenen Klub angehören und rechtzeitig an gemeldet werden, teilrfehmen dürfen. Anschließend begann das erste österreichische Hauptturnier des Verbandes in drei Gruppen und wird jeder, der in diesen Gruppen Erster wird, österreichischer Meister für das Jahr 1922. Wir konnten uns leider dieses Jahr nicht so beteiligen, wie geplant war, da gerade unsere Matadore . Gottlieb und Weiß Wegen Zeitmangels absagten. Herr Levit hat das Opfer gebracht und sich trotz seiner anstrengenden beruflichen Tätigkeit in der Gruppe B. beteiligt, hat aber nicht durchdringen können. Wir sind der Ansicht, daß die Zeit für einen solchen Kampf sehr ungünstig gewählt war, da die stärksten Schachmatadore, die meistens Kaufleute sind, nicht in den Nachmittagsstunden Schach spielen können. Der Oesterreichtsche Schachverband wird hoffentlich im nächsten Jahre auf diesen Umstand Rücksicht, nehmen. Am 22. Oktober spielte die Schachsektion Hakoah. mit dem Schachklub Landstraße in dessen Klublokai mit je 15 Mann ein Freundschaftswettspiel. Die Klubs hatten ihre beste Mannschaft gestellt und überraschte der Landstraßer Klub, welcher voriges Jahr versagt hat, durch seine starke Beteiligung. Am ersten Brett spielten Gottlieb mit. Vukovicz, am zweiten Brett Weiß mit R. A. Wojf, am dritten Brett Beutum mit Gelles. Durch viele Stunden wogte der Kampf, ohne daß ein Resultat sichtbar wurde. Da vergaben plötzlich einige unserer Leute ihre guten Gewinnaussichten, der eine durch ein unkorrektes Qualitätsopfer, zwei durch Hebersehen und zwei durch das unmögliche Forcieren einer Remissteiiung. Am erste« Brett wurde die Partie ab- ^WtENgR FREIE JÜDISCHE VOLKSBÜHNE erspiel Im LUSTSPIEtmiATUt 7 Uh, abends: DER DORFSJING j 03T DAS THEATER IST GEHEIZT! gebrochen und in einer späteren Sitzung remis gegeben.. Resultat 5 : 10. Wenn sich der Landstraßer Klub in dieser Stärke erhält, so ist derselbe nach unserer Ansicht einer der ernstesten Anwärter auf den Siegespreis in unseren am 3.'Jänner 1922 beginnenden Vereinswettkämpferi. Seit Anfang dieses Monats hat unsere Hakoah eine Fillalsektiop für den II. Bezirk im Theatercafe Carl-Theater in der' Präterstraße, im Mezzanin, SchäcHsalöh, errichtet. Es finden dort an j e d e ,m Dienstag. und Donnerstag ab 7" Uhr abends unter reger. Beteiligung starker Amateure Beratungspartien, seriöse Partien, Unterricht usw, statt. Gäste sind stets vollkommen.- Im Cafe de l-Eunppe, I., Stepliansplatz, Mezzanin; Schachsalon, hat sich in jüngster Zeit ein überaus reges Schachleben entwickelt. Zahlreiche Partien jeder Spielstärke sind in den .ersten Nachmittagsstunden im . Gange. Da auch der bekannte Schachklub Schlechter dort .seinen Sitz hat, genießen die Schach Spieler die Annehmlichkeiten des Klublebens und des freien Kaffeehausspiels. Dieses neue Schachzentrum in Wien kann auf das freudigste begrüßt werden. In unserer nächsten 'Nummer beginnen wir mit' der Veröffentlichung aktueller Partien und Probleme und Endspielstudien. Alle Zuschriften sind zu richten an die Schachsektion Hakoah, Schriftleitung Adolf Gottiieb, Caf6 Atlashöf, Wien, 4 Franz Josefs-Kai. jeden Samstag ab %8 Uhr abends finden Schachktifse unter der Leitung von Hermann Weiß und Adolf Gottlieb für Anfänger und Vorgeschrittene statt. , Sport. Zum Kreis-Tum« und Sporttag« Der Auftakt war nicht vielversprechend. Um 3Aio Uhr hatten sieb pur wenige Vereinsvertreter eingefunden, die fröstelnd, in der Turnhalle die kommenden Ereignisse besprachen. Die ersten Ankömmlinge waren die Uni t e n aus Baden, die ihrer Verwunderung über, die Unpünktlichkeit: der Wiener Delegierten Ausdruck gaben.,Die Grundbedingung für jede geregelte Arbeit ist Verläßlichkeit und Genauigkeit. Die. neuen Leitungsmitglieder werden sich'also dazu 'bequemen müssen, mit der 'bisherigen Gepflogenheit z.tT-'brechertf MÄ" hei den ^Sitzungen pünktlicher ..zu"erscheinen, ■ J , - V' ■' ' "-k V n - .. " ■ Dr. K o r.me r beleuchtete die' Bedeutung., der jüdischen Tizm* 'aind’ Spörtbewegung für die zionistische Partei; die-ianch v.öii’debzter^ voll und ganz gewürdigt wird. Der'Vertreter.der'Haäköatli zog einen Vergleich mit den' Ghaluzim, wobei er der Ansicht Ausdruck gab, daß beide Gruppen unserer Jugendbewegung -der tatkräftigsten. Unterstützung würdig seien. Dr. W i 1 h 6 i-m war anderer Meimungv Er stellte fest, daß der Großteil der jüdischen Turneri und Sportler kein Bedürfnis hat, sich, nationaljüdisch zu betätigen, denn er sieht im Sport oder Turnen den Selbstzweck, ohne aber die'Mission, die er durch,den Beitritt zu'; einem Jüdischen Verein übernommen hat, m kennen‘oder fkenhenzu lernen zu wünschen. In der Folge schilderte Dr. NVilheim die Verhältnisse hei den eihzelneh Turnvereinen, in möglichst’ schwarzen Färben.' DA Wolfnlähn stellte -vor allem fest, daß es das Erübel der Juden sei, den Glauben -am Erfolg bald *tf verlieren und kleinmütig zu werden. Der Bestand der jüdischen Turn- und Sportvereine .widerlege diL Ansiciht'des Dr. Wilheim. ' Dr. K ö t fler‘ -sprach nicht /vöhT momentan Tatsächlichen, '.sondern davon, welche eminente Bedeutung einer richtig geführten Turnurid Sportbewegung ®ukoittnH. Daß wir: derzeit’vom Ideal derart, weit . entfernt sind, wär die Schuld der leitenden Persönlichkeiten . der Turn- und Sportvereine, der ■zionistischen Partei und der nationaljüdischen Presse. Die Jugend ist > tatkräftig, billig lind empfänglich, sie. /bedarf n<iir der .richtigen Führung! ■ . . . * . ' Herr S in e t a n a schilderte die . großen »Exi-sten'zsorgen der Badnpr Unitas. Aus seinen Ausführungen konnte, man. entnehmen, weich weites* Betätigungsfeld -sich für die Kreisleitung in der Provinz ergibt. Die Provin-zvereine haben . unter dom. Antisemitismus bedeutend, mehr m leiden al.s .die Wiener Klubs.. Nur. ein guf4ßleiteter Turn- und Sportverband kaitn aber allen Verpflichtungen den Provinzvereinen gegenüber nachkommen. * Die S p o r t b eil a-g e der »Wiener Morgen zeitiuiig«. Fritz B aar kennzeiefthete die Gesichtspunkte, die ihn bei der Führung der Sportbeilage der »Wiener Morgcnizeitung« leiten worden. Die Sportrubrik, die alltäglich eine.bis zwei Seiten umfassen soll, wird vor allem nur diejenigen jüdischen Vereine auf das tatkräftigste unterstützen, die sich dem Kreise angeschlossen haben. Die jüdische Ocffentlichkeit des In- und Auslandes soll «von den Bestrebungen der jüdischen Turner und Sportler in Kenntnis gesetzt werden. Die Sportrubrik wird die Aufgabe haben, Führer und Berater der Turn- und Sportvereine zu sein, da die ersten Fachleute als Mitarbeiter gewonnen wurden. Da alle sportlichen Aktualitäten des In- und .Auslandes.gebracht .werden, können die jüdischen Sportler und 14. Dezember 192? Nr. Iü33 Turner die Fachpresse, die ihnen insbesondere inf Wien schlecht gesinnt ist, entbehre«*'. So wenig vertrauenserweckend der Beginn der Versammlung war, so erfolgversprechend gestaltete sich ihr Verlauf. Die Vereinsvertreter nähmen da;s Bewußtsein mit, einer ersprießlichen; Tätigkeit entgegen zugehen . ' Hoffentlichwerden die jüdischem Turner und- Sportler diesmal nicht enttäuscht. " ■ . ■ ' - ■ : -f. Ki' .. . . -r •. Die ausständigen Meisterschaftsspiele der I.Klasse* Folgende Meisterschaftsspiele sind noch in . der Herbstsaison auszutragen : Osiniark. gegen Hakoah, Rapid gegen Sportklub, Amateure gegen Sportklub, Rudolf$hügel gegen W. A. F., Hertha gegen Floridsdorf. Nachtragsspiele haben noch -folgende Vereine zu bestreiten: - Amateure gegen Wacker (Stand 0: 0), Simmering gegen Rudolfshügel. (2 : l), Hertha gegen Wacker (1:1). ‘ *" ' . 4 Der Rapid-Platz gesperrt.., Admira hat bekanntlich Rapid besiegt. Nach dein Spiel wurde Schiedsrichter Hajos beim Einstefgen in die Straßenbahn tätlich Insultiert. Die Untersuchung ergab, daß ein Rapid-Anhänger der Täter sei. Als Strafe verhängte, der Verbaudsvorstand eine sechswöchige Sperre über den. Rapid-Platz. r Die beiden streitenden Gruppen im Wiener Fußballsport haben eine Verhandlungsjbäsis.gefunden. Sowohl der v. A. 8. als auch der Schützverband sind gewillt, eine Verbreiterung der Wiener I. Klasse vorzunehmen. Zwei Parallelklassen zu. je neun Vereinen sollen gebildet werden, , . Ein neuer Cup-Wettbewerb wird im Frühjahr aus* getragen,-TeUnahmsbe?echtigt sind alle Vereine mit. Aus»* nähme jener der ersten und-zweiten Klasse. .. . Scheuer, - die Stütze der Ifakoäh-Hintennannschaft, geht der Genesung entgegen, In der Herbstsaison, wird er aber nicht mehr antreteb. ' 1 : Neumänn, der Torwächter der Hakoah-Reserven, hat sich eine Blutvergiftung am rechten Arm zugezogen, die ihn zwingt, längere Zeit zu pausieren. An die jüdischen Sportvereine. Sämtliche jüdischen Sportvereine werden aufgefordert, ihre Adressen zwecks Gründung eines jüdischen > Sportverbandes der „Wiener Morgenzeitung“, II., Taborstraße 1/3, bekanntzugeben. Gründung der Hakoah-Sportvereinigung In Arad. In Arad fand vorige Woche die Gründung der jüdischen Sportvereinigung Hakoah statt. Die neue Vereinigung hat die Aufgabe, die Liebe zum Hport und das jüdische Selbstgefühl zu steigern. Sie will keinerlei politischen Zielen dienen, sondern die jüdischen- Athleten in einem Lager vereinigen, gesellschaftlich zwischen den verschiedenen jüdischen Kreisen verbindend wirken und das Zentrum der jüdischen. Kultur in Arad werden. Die Arader Hakoah wird sämtliche Z\veige des. Sports pflegen. Ar!. Morgen Turnen und Saaltraining ab 7 Uhr im Ttirnsäal der Knabenvolkschule, II., Leopoldsgasse; 3. -7 Samstag um 4 Uhr Auslosung für die Schachmeisterschaften. Hazalr. Donnerstag,- 7 Uhr, wichtige Leitungssitzun^ im Cafe Industriepalast; l, Dominikanerbastei 22. j.-S. C. Achim. Heute, 7 Uhr, Augschußsitzujig*^; . Gestempelte Krone « —.12 Centimes. Altszahlung Wi en « —.20 Centimes. Besserung der Krone. In Zürich notierte: die österreichische Krone —.20 (—.18 am 12. Dezember) die östyrr. gest. Krone . . ,-—.12. (—.10 am 12. Dezember) die tscliechische Krone. 6.30 ( 6.10 am 12. Dezember) die Mark . ...... 2.95 (3,— am 12. Dezember) Agram ... 2.10 ( 2.— am 12. Dezember) Bukarest ....... —(t-.— am 12. Dezember) Budapest '. , . . . . —.70 £-.70 am 12. Dezember) Warschat! , . . . » . —.17 (—.16 am 12. Dezember) Üie tseKeeKo-slGwaKrsoKe Wirtschaftskrise. (Votli unserem Brüuncr LVS.-Korrespondenten.) Bekanntlich steht die. tschecho-slöwakische. Republiki die in den Tagen des Umsturzes mit den bestea(AussipJiteii auf;, wlrts,chaftliche Prosperität ins Leben , getreten, war, gleich" den anderen auf . dem, Boden der Aheiiraligsq Monärchie" befindlichen Teilstaaten von einer Konsolidierung der wirtschaftlichen Verhältnisse »och weit entfernt. Die Krise des gesamten -Wirtschaftslebens, die sich, .gegeti* wäftig in der Volkswirtschaft nicht - bloß der'.besiegten* sondern äueh der Siegerstaaten äußert und die namentlich den städtischen Mittelstand, aber auch Handel und Industrie* in ihren Existenzbedingungen schwer , bedroht, hat auch vor den Grenzen der Republik keinen Halt gemacht* Wir leben in der. Zeit der wirtschaftlichen vRevolution, die als Nachkriegsersclieinung eingesetzt hat, und in der verminderten Aufnahmsfähigkeit des Konsums infolge seine? tiefgreifenden Verelendung, der valutarischen Diskrepanzen; der unverminderten Fortsetzung des Wirtschaftskrieges und nidit zuletzt im übermäßigen Anwachsen des allgemeine» Produktionsapparats am augenfälligsten zutage tritt. J In den ersten Jahren nach Beendigung des Krieges war, wie:allgemein' bekannt; infolge Mangels an,Rohstoffen' und Lebensmitteln sowie überhaupt aller zur Lebenshaltuiig notwendige« Güter eine ständige Auf wärt-sw b e w e g u n g d e r P x e i s e zu beobachten. Jedermannweiß, daß diese Warenknappheit zum großen Teil nur künstlich entstanden war, zumal weite Bevölkerungskreise große Warenmassen an sich rissen, um aus der steigenden Konjunktur hohe Gewinne zu erzielen. Erst nach allmählicher Ueberwindutig der Nachkriegsjahre konntea .Sänlerungsersclieiatuigen wahrgenommen werden; durch die Möglichkeit einer erhöhten Rohstoff* ei »fuhr, die durch das Sinken unserer Kröne nicht gehindert wurde, da die Weltmarktpreise eine rückläufige Bewegung zeigten, konnte die industrielle Produktion auf vielen Gebieten gesteigert .werden. Gleichzeitig aber begann dis Absatzfähigkeit zurlickzugehen, da sich der saturierte Markt sowohl im Verbrauch als auch im Einkauf von Waren eine^ starken Zurückhaltung befleißigle, So brachte di») lang-' erahnte A e r a der sinkenden Preise notv^eüdiL eine katastrophale Absatz Krise mit sich,

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