Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 1033 (14.12.1921)
- Date
- 1921-12-14
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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■> •hiiüwhi .w -- ^"Tmrrfllflnr ' 'ülMWUTiMMl :flr. 1033_ Men, Mittwoch Verlangt, neiden •plumpen, naivem Refra.intliedem,rmit .beliebiger Strcphemtzabl hört, man jene kostbaren Ariern, in welchem heilige inbrünstige Gesänge der- -Frömmeln amlklingen. Die Stätn-m<ung der Wi’rtkhausgäste hebt sicfh wom Lied zu Lied, unddie »Birodyör« .apiieletn-nun eine; urwüchsige, kräftige Vclk^pp*sse, ,vDer Mamn unterm: Tisch«, die sich eitwia-• dein j^üjh’wäöÄoem Hans Sädrsems; am die Seitestellen läßt, rmr daß sie eben echt jüdisch ist, Das ganze Ensemble wirkt, vielmehr dichtet 'jmfe jede Gestalt, amtch1 die-kleinste, ist scharf ütm- ,l&s«ia," 'und'-'‘'oeibön .den'*' vier';:'üinveig!leicfilic{>e.n '»^bdyem« (Isaak D e u t s c h* Jona Reiß m a'm n,, iSjfiota Nv-ait a m:'• tmd ein ' geschätzter Gast* Herr; •J&mamin W e i ri,b r g, der;:'se’fbi-it einmal >Singer« ■$äir) lögen däe Frauen Deutsch und Jurrg- W'i.rth, die Herren T. arlowsfki, S t risower,. Jjje€sch.k<ö w ic & Ja;b 1 on.sk y und S’Ig-ail' 'giatnos heisonders hervor.. Vier' typische Bilder folgten. : Fragment« von ‘Goldfäden, ■ Gordin, Pimskis Einakter »Vom Glück ' vergessen«, der vom Isa-^k. D e'u t s c h und Lea ■ "Spielflttraob-Graf wirklich meisterlich gespielt Wurde - (auch dais .jmaagfe''Fräulein Rachel M e i ß- .b^b'r g .wirkte Her s.mr yerdiemstiieh) nmid .aÖs-Ausickihg der fün'kde;Aikt aus Hirachbein.s dramatischem ■Gedidlit >Der Handschlag«,; der zu besonderen Ovationen für B e n Z vv. i;'(Bairawow) Anlaß gab, Dem 'H6Ögnaiinim ‘ lag ein; vortrefflicher' Führer bei; der tibfeir diese »Meilensteine« ' der . Eritwidkliung des jp&ischen Theaters belehrte;'- um-d. der-' Atoeadv-Wdirtie. 'ÄMcheine schlicht«, 'eindrucksvolle Anßtpjraehe 'Mendel S i,o:ge rs. ekugeleiiet.^.. f ' Der Tisch warvielleickbt' Ln reich beladen Ln : 'diesem Feiertag der jiumgen, s^b.eit8freudigen-Bühne. Aber es?-". waren . gute'Gaiße'n uin«d wir, ‘b.eglurik- ^Wümischen die Gastgeber, die?sö!cii'em Tisch 'bestellen ilrpnhteji.’: 1 . ';A;. /• r- Die Freie, jüdische Volksbühne und ihre Lejtnng waren anläßlich dieser - Festvorstelluing Gegenstand liahlreicher Ehrungen. Herrn Direktor Isaak i "Me/ü 1 s c li .-wurde'; Unter aikletre'm auf offener'Szene seuri {Boirträt überreicht,- ,.-.'das" .Maler. E d e 1-m.a n n gehÜ'Äffen hat.. , Nach’ dem> vierten Bilde war die Buhne - mit Blunvenspenden und Kränzen bedeckt. ^M'OEMt^li'ed.Hp'. des. Ensembles, und ihre engsten F^ßuWe y^raint«-' nach der' Vorstellung ein Bankett. «Erschein- ^.dsr^um^ die Erhaltung und EnMick- > IMg - .der' Freien judisoheüi. Volksbühne -hbphx'er- - «diehte'' Herr Dr. I srael W a 1 d m a h n,, ferner die Herren Boksenbau m, der Dramaturg der Freien jüdischen Volksbühne^ „ Dr. Siegfried!. S-„cihilti tZi'B'eb Z w iDirektor Isaak D e u t s ch Otto Abei es und David Horowit z. Aus den Theatern. '. Im B ii r ’g f h e.a t e r . geht morgen, Donnerstag, 'tM a d a m e L e g r 6 s“ in Szene, Int Operntheater wird morgen, Donnerstag, : #L a T r a v i a t a“ auf geführt ■; In der Voiksoper gelangt heute. Mittwoch» „C a v a l I e r i a: ras t i ca 'aa“ und hierauf , „p e r . B a j a?z o“, mit den . beiden Gästen Ra]dl und Oestvig, zur Aufführung. Fräulein Maria Rajdl singt die hiedda, Herr Kammersänger Aagaid Oestvig den. Canio. .Beginn 7. Uhr. ~ Morgen, Donnerstag, wird „Ge n e s-i-us“ gespielt ' Int Deutschen V o 1 k s t h e a t e r gelangt morgen, Donnerstag, „Lebendige Stun d e n“ zitr Aufführung. . * ' . . In. den Kamm e r s p 1 e I e n wird morgen, Donnerstag um 7 Uhr „D er 1 Pap i e r r eiten“ und uni 10 Uhr »Mor.phi u m“ gegeben. Im J o s e f s t ä d t e r T. li e a t e r wird für Samstag den 17. d. M. .der Schwank „F e r n a a d s :E li ek o n t r a k t“ (Uu fil ä 1ä patte) von Georges Feydpau neu in Szene gesetzt, vorbereitet Im L u s t s p i e 11 ii e a t e r, wird heute, Mittwoch, das Kindennärchen „Dornröschen“ in deutscher Sprache zur Aufführung gebrächt.Beginn 3 Uhr. . Im JohannStrauß-Theater Endet Freitag den 23. d. M. die Uraufführung der dreiaktigen Operette pE i n e .S o m m e r n a.c.h t“ von Robert Bodanz{ty; und Bruno Hardt-Warden, Musik von Robert Stolz, statt 1p den Hauptrollen sind Kar! Bachmann, Susanne Bachrich, Max Brod, Carlo Böhm, Josef Egger, Josef Eichinger, Mimi Kött, Hans Lindner, Gusti Macha, Hubert Neumann und Max Ralf-Ostermann beschäftigt . Getaufte ungarische Juden als Helden. Zwei ungarische Schauspieler, Martin R a t k a i und der auch in AVien. bekannte Ernö Kiraly, machen jetzt in den amerikanisch-jüdischen B ättern große Reklame für ^ich cöd lassen sich von den amerikanischen Juden als' ,v; e rfolgtejüdische Schauspieler feiern. Martin jRatkai hat es sogar soweit gebracht, daß er Möltiars yUIioni“ in einem . New Yorker Theater in jüdischer Sprache gibt, während Ernö Kiraly sich y:o,n jüdischen und radikalen Blättern interviewen : läßt und-sich als Jude ausgibt Es scheint, daß .die beiden Schauspieler der Meinung sind, daß das Salzwasser des Ozeans des Taufwasser, das sie schon vor langer Zeit aus dem Judentum in das Christentum hinübergeschwemmt liat, weggewaschen habe. Tatsache ist, daß Martin Ratkai schon seit vielen Jahren, also zu einer Zeit, wo hiefür kein Zyvang in Ungarn bestand, sich und seine Familie taufen ließ und seine Tochter noch heute in einem katholischen Klöster in. Ungarn in extrem-antisemitischem Sinne erziehen läßt Ernö fcCiraly gehört allerdings zu den Jüngstgetauften und eis ist durchaas nicht bekannt geworden, daß er sich als Mar&bne fühlt, der, nachdem er der ungarischen Hölle entrpnuien, zum Judentum zurückgekehrt wäre. .- ' Per Musikunterricht wird wieder teurer. Der Verein der Musiklehrerinnen hat in seiner , letzten Versammlung beschlossen, angesichts der fortschreitenden Preissteigerung aller Lebens- und Bedarfsartikel das Honorar für Musik- Unterricht um 100% zu erhöhen und das Publikum zu WIENER M.ÖRGENZEITÜNQ Mitteilungen aus dem Publikum. Alexander Sigismund Mondschein , cand. med. , Karolme Welt 8tud. rer, pol. Czernowitz beehren sich, Ihre im Tempel,. IX., MüNnergasse, am;18. Dezember 1921 um halb 4 Uhr. nachmittags’ stattfindende Trauung anzüzelgen Wien, DL, Währingergürtel . -170/7, Dezember 1921 W3 . 1078 Restaurant Wien, II,, Taborstraße 12 Erstklassige Küche - Spezialität: Täglich polnische Fische Tokayer und Szämorodner Weine Operer Oeteiaatie m Eaizeilen ul Diners Orasiür und kieiaer Saal.lOr Unterttaltongci! etc. u feiBtlee RI8.1ANTEN, Perlen, Gold, Silber, Platin u. Uhren kauft and verkauft . 1079 ETTER Rotcnturmstr.. 23,: MariahiIferst., 93 Erstklassige Preise, größter Käufer von Biillanleö. Poilßn. Jiiwela P!a!in Joll »r falsche Zähne kauft von Händlern, Juwelieren, Zahnärzten und Privaten ßCT Weltfflrma Juwelier RABINOWITSCH im Hollandstraße Nr, 3 I., Hahlerstraße Nr. 5 (frühere Stephan iestraue Telephon Nr. 45146)' ' Man beachte die große Straßenuhr;’*. im eigenen Hause Nr. 3 ' Haltestelle Opernring .Zugang Kärntnerstraße , Samstag geschlossen 5677 wieder ecnie jagsrWasciH® iagemd Albert Natzner, Wien,!., KohlmessergasseS Streng ritueU! Hotel Restaurant Barschak Vorzügliche polnisch-ungarische Küche < Wein-und Bierspezialitäten 121 Wien, II., Große Schiftgasse Nr. 3 ersuchen, ab I. Jänner 1922das Monatshonorar i m y o rh in ei n zu entrichten. ^J. . Verein Freie jüdische Voiksbühiiie. Samstag den 17.'und Sonntag' den T8.'di,M. finden jm L u s t s'p i.e 1t h e a t e r um 3 Uhr nachmittags die Dezembervprstelhingen für Mitglieder statt: Zur Äiifiülinmg gelangt „D e r D o r f s j i n.g“, Drama Üi vier , Akten voy L. Kobrin. Vereinsmitglieder erhalten Regiekärten ä K. 40 im Vereins- Sekretariat, II., Untere Augartenstraße 11 (Tel.'Nr. 40-3-31) an Wochentagen von 7 bis 8 Uhr abends* an Sonn- und Feiertagen von 10 bis 12 Uhr vormittags.:; Mali Picon, die ausgezeichnete jüdische Soubrettet deren darstellerische Kunst und begnadeter Hujiior ihr in Wien zahllose- Bewunderer erworben haben, verabschiedet sich vor Antritt ihrer grölen europäischen Töhrnee, die sie zunächst nach Prag und der Tschechp-Slowakei führt, am 22. d. M. vom Wjener Piiblikum. Die belebte, Künstlerin wird an diesem Tage’fm G roßen K oh z erthäuss a a 1 die besten' und wirkungsvollsten Nummern ilires reichen Programms tum Vortrag bringen. Außerdem wirken mehrere bekannte Kunstkräfte mit. Das genaue Programm wird noch bekanntgegeben. Der Kartenverkauf beginnt heute, früh an den Konzerthauskassen, 1U.; Lothringerstraße, an der Kasseler ^Wiener Morgenzeitung“, 11., Taborstraße 1; in der. Buchhandlung Löwit, I., Rotenturmstraße, und im Kartenbureau „Aida“, II., Taborstraße 7. Gerichtssaal. Banknotenfälscher. Vor dem Schwurgericht unter Vorsitz des Hofrates Dr. S c h a u p p hatten sich in zweitägiger Verhandlung der Kaufmann Hermann F r ä n k e 1, der Steindruckmaschinennieister Rudolf. Wosb.ecb, der Stein druck'ergehllfe Franz. J erczabek, der Lithograph August C z e 1 o t h, die Private.Marie M o,s beck und die Private Ella F r ä n k e 1 wegen Verbrechens der Kreditpapierverfälschung zu verantworten. Der Fall hat schon einmal das Schwurgericht' beschäftigt. Es handelt sich um die Abstempluhg von Banknoten mit gefälschten deutschösterreichischen und ungarischen Geldzeichen. Auf vertraulichem Wege erhielt die Polizei Kenntnis davon, daß in der Wohnung des Ehepaares Mosbeck in der Wehrgasse 31 im fünften Bezirk Banknotenfälschungen vorgenommen werden. Bei der Hausdurchsuchung fand man außer, einer größeren Anzahl falsch abgestempelter Hundert- und anderen kleineren Noten auch jugoslawische und rumänische Banknoten. Ferner wurden in einem Keller verschiedene lithographische Behelfe zur Vervielfältigung vorgefünden. Das Ehepaar Mosbeck bekannte, daß die Brüder Feiwel und Hermann Fränkel einen großangelegten Apparat zur Erzeugung falscher Banknoten geschaffen hatten und die Falsifikate mit Hilfe der anderen Beschuldigten in den Verkehr gebracht hatten, jerczabek kannte den Feiwel Fränkel vom II. Kaffeehaus her. Die Ella Fränkel überbrachte im Auftrag des Feiwel 80 Stück ungestempelte Tausender, die nach der Abstempelung von Feiwel wieder abgeholt wurden. Das Brüderpaar Fränkel versah später die Banknoten auch mit dem schwarzen Aufdruck: „Echt“. Als späterhin infolge voil Kursdifferenzen ' 'die ungarischen Noten - einen höheren Wert erhielten; schritt'' die „Fäischer- Icompagnie auch zur Nachahmung solcher Noten. ’ Für Ihre Tätigkeit erhielten Jerczabek und Czeloth eingestandenermaßen je K 70,000, die Eheleute Mosbeck ungefähr 14. Pezcmpcr nril Seite 5 K 30.000. Feiwel Fränkel ist flüchtig geworden und konnte bisher nicht ausgeforscht werden. Die Geschwornen b e j a h t e n nur. bei Hermann F r S n k e 1 die Schuldfrage, worauf der Gerichtshof au! Grund des Ges.chwornenverdikts. Hermann- Fränkel zu ,Z,w ei Jahren schweren Kerkers verurteilte. Die' anderen Angeklagten wurden freigesprochen, Die Plünderungen vom 1. Dezember. Vor dem Einzelrichter Oberlandesgerichtsrat Dr. Engel wurden gestern nachmittags die. Verhandlungen gegen die Demonstranten vom 1. d.'M. fortgesetzt Die' j6jährige Hilfsarbeiterin Magdalena Reisinger. war beschuldigt, bei der Plünderung der Auslage der Firma D. L e ß n e r in der Mariahilfersträße ein Paar Kinderschuhe, einen Herrenschuh und einen Damenschuh gestohlen zu haben. Der als Zeuge vernommene Buireauchef der geplünderten Firma bezifferte den von den Plünderern gestifteten Schaden in seinem Geschäfte, auf über drei Millionen Kronen. Das Urteil, gegen Magdalena Reisinger lautete auf d r e i M o n a t e s c h w e r e n K e.r Ic e r s. . . Der zweite Fall betraf den 24jährigen Eiseudreher .Wilhelm W e s s e; l y, gegen den die Anklage auf Diebslahl von Lackschuhen, einer Champagnerflasche und eines Ueberziehers, in dem ein Feuerzeug verwahrt war, lautete. Der Beschuldigte1 soll sich die Gegenstände bei der Plünderung des Hotels Bristol angeeignet haben. Wessely wurde zu sechs Monaten sc h weren Ke rk'e r s verurteilt. . Der bei der Firma Siemens und Halske und in der Urania tätige 21 jährige Werkzeugschneider Josef K o h I hatte sich wegen Diebstah steilnahme zu verantworten. Die Anklage beschuldigte ihn, einen aus den Plünderungen herrührenden Ueberrock an sich genommen zu haben. Koht wurde zu vier Monaten einfachen Kerkers v.er.fl r t e i 11. Die städtische Fiirsorgeabgabe für Bahkdirektoren und für Üeberstundenentlohnung. Vor dem Verwaitungsgerichtshof unter dem Vorsitz des Präsidenten D‘r. Schuster fand, heute die Verhandlung über eine Beschwerde statt, welche derWiener Ba nkverein, vertreten durch Dr. Artur May e r, gegen die Beschwerdekommission der Gemeinde Wien deshalb eingebracht hat, weil die Bezüge der Direktoren des WienerBankvereins in die Fürsorgeabgabebemessungeinbezogen und weil auch von der Ueberstünde,ne.ntlohnung der Angestellten die Fürsorgeabgabe .eingehoben wurde. Die Beschwerde bestritt, d.aß die Direktoren, . da sie zugleich Vorstandsmitglieder seien lind sich mit mindestens 50 Aktien an der Gesellschaft beteiligen müssen, 'als...Angestellte 'derselben , .angesehen . werden .. könnten» Fürsorgeabgabepflichtig sei nach dem Gesetz die>,Verwendung fremder Arbeitskräfte. Vorstandsniitglieder , als Vollzugsorgane, könnten aber nicht als, Frep(dkör^er. im Organismus der Aktiengesellschaft angesehen: werden. Daß die Vorstandsmitglieder, die zugleich Direktoren Sind, unabhängig von Gewinn lind Verlust des Unternehmens eine Entlohnung beziehen,. mache sie noch nicht,zu Angestellten, denn nach dem Handelsgesetzbuche /könne die Stelle eines Vorstandsmitgliedes eine entlohnte oder ehrenamtliche sein. Der Beschwerdevertreter Dr, Artur May e r erklärte, . trotz der hohen Belastung der Aktiengesellschaften, die in Oesterreich die höchste sei, sei es nicht die finanzielle Seite, welche den Bankverein zur Beschwerde yeranlässe, es sei vielmehr die ideale Seite, das beleidigte.RechtsgefühL das zur Anrufung des Verwaltungsgerichtshbfes den Anlaß gab. Was die, Einbeziehung der Ueberstundenentiohnung der Angestellten, in die Fürsorgeabgabebemessung betreffe, so sei auch diese ungesetzlich, weil sich-diese Entlohnung als Vergütung für effektive Auslagen, wie Verköstigung im Gasthause, Ti;amwayfahrten, Sperrgeld usw., darstelle. Der Verwaitungsgerichtshof w i es die B e sc h vr er d e a b, weil die leitenden Direktoren infolge ihrer Bezüge als A n g e s t e 1 l t e des Unternehmens anzusehen seien, weshalb diese Bezüge der Fürsorgeabgabe unterliegen, und weil die Ueberstundenentiohnung sich. als Entlohnung für >vermehrte Tätigkeit darstelle, daher gleichfalls abgabepflichtig sei. Mißhandlung eines Taubstummen durch seine Schwiegereltern. Vor dem Bezirksgericht Favoriten (Landesgerichtsrat Dr; S c h a n d o r f e r) fand kürzlich eine Verhandlung gegen die Eheleute Adolf und Marie Floss! g, Quellens,trabe 63 wohnhaft, statt, weil sie ihrem Schwiegersohn, dem taubstummen Kaufmann Georg V ö r n i e* durch Schläge auf den Kopf Verletzungen beibrachten, insbesondere auch das Auge verletzten. Vörnle ist der Sohn eines Stuhlrichters und hat seine Erziehung itn ehemaligen kaiserlichen Taubstummeninstitut in Wien genossen. Er ist von großer Intelligenz, spric h t. 8 eh r d e u.t 1 i c h, ohne Stockung, in sehr g e wäh l t e tt Ausdrücken, liest alles von den Lippen ab und nichts deutet darauf hin, daß man es mit einem geborenen Taubstummen zu tun hat. Auch, die Stimme klingt nicht schrill tind so hoch, wie sonst bei Taubstummen, ln fließender tind gewählter Sprache, die von großer Belesenheit zeugt, erzählte er dem Richter, daß er. am 8. August d. J. bei seinen Schwiegereltern, woselbst seine Gattin mit dem Kinde wohnt, zu Besuch war. Er selbst habe in der Nähe ein Kabinett für sich gemietet. Sei ne Schwiegereltern forderten ihn in brüsker Weise auf, sich endl’ch*eine Wohnung zu.beschaffen, da sie nicht gesonnen seien, seine Frau und das Kind bei sich zu behalten. Er habe darauf verwiesen, wie schwierig es sei, jetzt eine Wohnung zu bekomme». Darüber seien seine Schwiegereltern, derart in Wut geraten, daß sie über ihn, der gerade das Kind Im Arme hielt und sich daher nicht wehren konnte, herWey und ihn blutigschlugen. Er verlange ihre Bestrafung. Die taubstumme Gattin sagte in gleichem Sinne aus. Der Richter verurteilte die beiden Angeklagten mit Rücksichtauf' die besondere Roheit zu je K 800 Geldstrafe > "m—\ um mnm r “1