Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 1032 (13.12.1921)
- Date
- 1921-12-13
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 1032 Wien, Dienstag WIENER MORGENZBITUNO j3, Dezember 192? , $eite 5 der Freien Jüdischen Volksbühne ins Lustspleltheater und che damit verbundene Erweiterung des Betriebes die Fesf setzung neuer Richtlinien für das Aktionsprogramm der Gesellschaft und die Heranziehung neuer Mittel notwendig machte. In der außerordentlichen Generalversammlung wurde denn auch das Stammkapital der Gesellschaft mehr als verdoppelt Die Generalversammlung beschloß ferner die Gründung eines Ausstsfttu. ngsfonds, welcher zunächst auf zwei Millionen Krönen präliminiert ist. Dieser Ausstattungsfonds dient ausschließlich Zwecken des Jüdischen Theaters. Mit der Agitation für ihn wird gemäß dem Beschlüsse der Gesellschaft sofort mit aller Intensität eingesetzt werden. Ueberdies faßte die Generalversammlung eine Anzahl wichtiger Beschlüsse bezüglich des weiteren Aktionsprogrammes, kn Zusammenhang mit deren Durchführung wurde eine Neuwahl des Aufsichtsrates vorgenommen. In den neuen Aufsichtsrat wurden folgende Herren gewählt: Benno Bernstein, Josef Boxenbaum, Dr. Hermann Ebner, Dr. Z. F. Finkeistein, Verwaltungsrat Max Hochmann, Jakob Nowak, Dr. Siegfried Schmitz,Ghaim Ü.nger, Dr. Israel Waldmann. — In der konstituierenden Versammlung wählte der Aufsichtsrat Herrn Dr. Israel Waldtn aao zum Obmann, Herrn Benno Bern stein zum Obmannstellvertreter und Dr« Siegfried Schmitz zum Schriftführer. Gottesdienst. Freitag den 16. d. M., V<5 Uhr abends, findet im neueröffneten Gemeindetempel, II., Tempelgasse 3, Gottesdienst mit Predigt, statt. •»Die Kunst der Nadel". Diese Verkaufs* ausstel Iung des Vereines „Soziale Hilfsgemeinschaft Anitta Müller" wird in den AusteUungsräumen, IX., Berggasse 7, Donnerstag den 15. d. M. eröffnet. Da die Ausstellung nur eine Woche währt, empfiehlt sich für alle Interessenten der rechtzeitige Besuch. Lord Iialsbury gestorben. Lord Halsbury, der frühere Lordkajjzler von England, ist gestern, wie aus London gemeldet wird, im Alter von 98 Jahren gestorben. Dr. SHosberg — Rechtskonsulent des Joint in Wien. Der bekannte Petersburger Rechtsanwalt Dr. S1 i o sb c r g wurde vom J o i n t zum Rechtskonsulenten für Wiederaufbauarbeiten ernannt. Sliosberg wird seinen Sitz in Wien haben. Gesandte, Wir, erzählen von Irgendwo. Mehr sagen wir nicht. Aber es Ist eine wahre Geschichte. Also irgendwo, in der Hauptstadt eines Reiches, lebt der Gesandte eines änderen Reiches. Seine Tätigkeit besteht in diesem und sonst in nichts. Das ging aus einem Gespräche hervor, das er mit einem Besucher hatte, der einer - dritten Nation angehört und auf einer Reise,, dorthin kam. Der Gesandte ist mit.: ihm befreundet und so konnte er sich ein wenig gehen lassen. „Sehen Sie" sagte er, „ich wein nicht, wozu ich. eigentlich hier sitze/ .Es ist ja sehr schön hier, aber ich höre nichts, ich erfahre1 nichts, ich . iveiß gär nichts. Gut, daß Sie hier sind. Kommen Sie morgen ztr mir zum Essen, ich werde auch Ihren Gesandten.Einladen, vielleicht kann der mir etwas sagen." So war niän denn, am anderen Tage essend beisammen. Aber bevor der Gastgeberr'.den Augenblick erschaute; wo es schicklich seift möchte, die Frage zu tun, deren wegen das Mahl gerichtet war» bub der andere, der eingeladene Gesandte an und sprach: »Ich weiß nicht, wozu ich eigentlich hier bin. Ich höre nichts, ich erfahre nichts, ich weiß gar -nichts. Können •Sie, lieber Herr Kollege, mir vidieicht etwas sagen,?...." (»Frankfurter Zeitung“.) Ein neuer Planet? Die Entdeckung eines heuen .Sterns, der deu Namen »1920 HZ" erhalten hat, wird yoii der Sternwarte in Algier gemeldet, und zwar wird dieses Gestirn, das seit dem vergangenen Jahr Gegenstand eingehenden Studiums war, als „Halb Planet, halb Komet" beschrieben. Während andere kleine „Pla- Seten“ sich rund um den Mars oder Jupiter bewegen und abei in ihrem Lauf mehr oder weniger dieselbe Entfernung innehalten, ist „1920 HZ" weniger beständig. Wenn er der Sonne am nächsten ist, so befindet er sich etwa 31 Millionen Meilen entfernt/ und wenn er von der Sonne am weitesten fort ist, dann ist er fast dreimal soweit entfernt wie bei seinem kleinsten Abstande. Seine Bahn, die die des Mars und Jupiter kreuzt, erreicht dann die des Saturn. Der neue Planet vollendet seine Reise um die Sonne in etwas mehr als 13 Jahren. Endtermin der Anmeldung von Kriegsinvaliden imd Kriegshinterbliebenen. Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß der Endtermin zur Anmeldung von Renten, Heil- und sonstigen Ansprüchen mit 31. Dezember; ablauft. Bis dahin können sich noch Kriegsinvalide, Kriegerwitwen und Kriegerwaisen, Eltern von gefallenen Söhnen und sonstige Hinterbliebene unter Mitbrliigung Ihrer Dokumente beim magistratischen Bezirksamt ihres Wohnbezirkes (Konskriptionsamt) melden. Postpaketverkehr nach Sowjetrußland und sämtlichen föderativen Sowjetstaaten. Die Vertretung der Russischen Sozialistischen Föderativen Sowjetrepublik in Oesterreich gibt hieniit bekannt, daß sie die Beförderung von Postpaketen aus Oesterreich nach Sowjetrußlaad und sämtlichen föderativen Sowjetstaaten übernimmt. Die Pakete sind bei der Vertretung der Russischen Sozialistischen Föderativen Sowjetrepublick in Oesterreich, deren Uebernahmsstelle sich im Bureau der Speditionsfirma C W, Hirsch & Co-, in Wien, L, Rudolfsplatz 8, befindet, xu'übergeben, wo auch sämtliche Auskünfte erteilt werden. Die ,Uebernahme und Erteilung von Auskünften erfolgt jeden Montag, Mittwoch und Freitag von 10 bis 1 Uhr Vormittags, Beginn Mittwoch den 14. d. AL. Ein Millionen diebstahl. Der Privatier Arnold Rotia ans New York, der zurzeit sich in Baden aufhält, hat aus New York dieser Tage fünf Kolli Im Gesamtgewichte von 360 Kilogramm zugestellt erhalten. Herr Rona stellte fest, daß aus den Koffern Wertgegenstände im Betrage von drei Millionen Kronen fehlen. Ein© Boa tim eine halbe Million verschwunden. In der Nacht zum 10. d. M. ist einer Privaten auf dem Wege vom Kursalon nach Margareten eine Skunksboa im Werte von einer halben Million in Verlust geraten. Man nimmt an, daß sie in einem Einspänner liegen geblieben ist Die Boa ist gegen gute Belohnung beim Polizei** Kommissariat Währing abzugeben. Vereine, Vorträge und Versammlungen. Palästina-Sektion des Akademisch en Vereines jüdischer Mediziner, IX-, Liechtensteinstraße 11/13. Heute entfal en beide Hebräischkurse infolge Inanspruchnahme des Lokals durch die Bezirkssektion, Konversationskurs morgen, Mittwoch : 7 bis 8 Uhr „Jirmijahu“, 8 bis 9 Uhr Vortrag M.-U.-C. W a i s s t u b, »Die Haskälah und Ihr Einfluß auf die ppihebräische Literatur". Hebräischsorechendc Gäste willkommen. — Jüdischer Elternverein f ü r den IX. B e zifk, Liechtensteinstraße 11, Tür 13. Heute, 7 Uhr, Vortrag Dr. Sanel Beer, „Erfahrungen in der medizinischen Behandlung der Schulkinder“. — Hebräischer Klub, IL, Taborstraße 1/3, Mezzanin. Heute und jeden Dienstag von 7 bis 8 Uhr abends „Literatur des Mittelalters" (jehuda Halevy), Leiter Dr. K a m i n k a. Von 8 bis 9 Uhr abends „Neue hebräische Literatur" (Haskala Periode), Leiter Salomon Ä u e r ö a c h. Donnerstag von 8 bis 9 Uhr Tanach-Kurs (Jesaja). Leiter Prof. J. K ä s t e nb a u m. Einschreibungen abends. — Volkshejm. Donnerstag den 22. d. M., %9 Uhr abends, findet im Ottakringer Volksheim, XVI., Koflerpark 7, die diesjährige Hauptversammlung des Vereines Volksheira statt. Verein zur unentgeltlichen Ausspefsung „Oh el Rachel", gegründet zum Andenken an das Ehepaar Selig und Berta Weininger» Kürzlich fand die feierliche Einweihung des Speisesaales statt, den der neugegründete Verein „Ohel Rachel“ im Parterre des Hauses II.» Schwarzingergasse 8, eingerichtet hat. Obmann Direktor Heinrich Weininger begrüßte die Gäste, worauf Rabbiner Dr. Max Grunwald die Festrede hielt. Aus d'esem Anlaß wurden dem Verein namhafte Spenden gewidmet. Akademie. Dienstag den 27. d. M., */28 Uhr abends findet in den Sofiensälen eine Akademie zugunsten der inneren Ausgestaltung des großen Leopoldstädter Tempels statt. Es wirken mit sämtliche Wiener Kantoren und eine Reihe hervorragender Kunstkräfte. Urania. Heute, Dienstag, 5 Uhr (Großer Saal) Der Kampf mit dem Berge, 1. In Sturm und Eis. — l/s6 Uhr (Kleiner Saal) Professor Dr. H. J. Tomaseth: Formen des menschlichen Körpers in Kunst und Natur, IL — Vaf) Uhr (ICurssaal) Privatdozent Dr. Karl Brunner: Großbritannien, seine gesellschaftlichen und staatlichen Einrichtungen, V. — Va6 Uhr (Klubsaal) Dr. Josef Zuth : Instrumentalkurs für Gitarre- und Lautenspiel, II. — 7-8 Uhr (Großer Saal) Dr. Josef Bergauer: Aus den Meisterwerken von Offenbach, Suppe, Millöcker und Strauß. — Va8 Uhr (Kleiner Saal) Dr. WoIfgangWeisl: Palästina in Gegenwart und Zukunft. — y88 Uhr (Kurssaal) Professor Dr. Heinrich Gaßner: Herder und der Klassizismus, L — 7-.-8 Uhr (Klubsaal) Dr. Josef Zuth : Instrumentatkurs für Gitarre- und Lautenspiel, I. — 7 Uhr (Mikroskoplersaai) Universitätsassistent Dr. Alfred L'mberger : Anatomie der Pflanze, V, 1, Herausgegeben von Gfta© und Ludwig Baftö Reicher belehrender und . belletristischer Inhalt Beiträge der bedeutendsten jüdischen Schriftsteller Vornehm ausgestattet und illustriert Als GH antik a- Gabfe fffir die reife Jüd, Jugend besonders geeignet Zu beziehen,, durch den Verlag „Wiener MorgeaiaeWung« Wien, II., Taborstrasse 1 a Preis K 1 StP* einschließlich Porto K t80 Der Marktbericht* Der Verkehr hielt sich gestern in engen Grenzen, so daß das Fleischangebot in der Großmarkthalle die Nachfrage, weit überwog. Trotzdem bliebe» die Preise im Detailveikauf unverändert hoch, im Großhandel erhöhten sich sogar die Preise für Schweinefleisch um K "ZÖ, für Schate um K 60 per Kilogramm. Mit der Bahn sind heute ein Waggon mit 7*71 Rindfleisch aus Jugoslawien und ein Waggon mit 4*1 t Rindfleisch aus Ungarn. eingelangt. Außer 14.000 kg'Rindfleisch standen heute auch 10.000 leg Pferdefleisch zur Verfügung, das im Engroshandel zum Preise von K 300 bis 420 per Kilogramm verkauft wurde. Schmalz notierte im Detailhandel mit K 1820 bis 1900 per Kilogramm. Auf dem Fischmarkt waren lebende Karpfen zu K 1100 das Kilogramm und gewässerter Kabljau zu K* 100 das Kilogramm angeboten. Rehe wurden zu K 570 bis 700, Kirche zu K 540 bis 600 per Kilogramm verkauft. Fettgänse notierten mit K 1900 bis 2200, Hühner mit K 900 bis 1000 per Kilogramm. Auf den Grünwarenmärkten reichten die Vorräte für den Bedarf. Die Preise blieben im großen und ganzen unverändert, nur Aepfel zeigen weiter steigende Tendenz. Woja. (Wirtschaftliche Organisation jüdischer Angestellter, IX., Berggasse 7.) In der Abgabestelle HL, Esteplatz,4 (Gassenlokal), gelangen per Mitglied zur Ausgabe : 2 kg Feinmehl L K 220, 1 kg Reis K 340, 7# kg Kunerol K 900, ferner nach Wahl Rollgerste K 240, 1 kg Erbsen K 220, 1 kg Bohnen K 200, l kg Haferflocken K 120, ferner für Mitglieder mit Kindern bis zu einem Jahre gegen Vorwiesung des Geburtsscheines 1 Dose gezuckerte Kondensmilch K 480. Abgabezeit ausschließlich von 4 bis V07 Uhr nachmittags, und zwar für Mitglieder von 1 bis 300 Montag den 12. d. M., 300 bis 600 Dienstag den 13. d. M., 600 bis 900 Mittwoch den 14. d. M., 900 bis 1200 Donnerstag den 15. d. M., 1200 bis 1500 und Nachzügler Montag den 19. d. M. Einteilung unbedingt elnbalten. Abgabe nur gegen Mitgliedskarte und Nachzahlung der Beträge. Abbau der Kondensmilchabgabe. Der Magistrat gibt bekannt, daß die nach dem Gesetze über die Brotpreisstaffelung in die Obergruppe fallenden Verbraucher vom Bezüge der staatlich verbilligten Kondensmilch ausgeschieden werden. Die Haushalte der Obergruppe, welche Milchkarten für Kinder vom vollendeten 1. bis zum vollendeten 6. Lebensjahre besitzen, haben den Milch bezug in ihrer Milchabgabestelle abzumelden, von dieser den Bestellabschnitt zur Milchkarte zurückzu verlangen und die Milchkarte samt dem Bestellabschnitt bis längstens 21. dl. M. bei der zuständigen Brotkommission äbzugeben. Ansuchen um Anerkennung oder Verlängerung von Milclikarten für Schwerkranke, welche der Öbergruppe angehören, haben den auf Veranlassung c’er Pbrtei vom behandelnden Arzte anzugebenden Vermerk „Obergruppe“ zu tragen. Im Genehmigungsfalle erhalten diese Parteien Milchkarten, die vom Bezüge der staatlich verbilligte« Kondensmilch äusachließen. * Fresse Gastspiel Im LUSTSPIELTHEATER 7 Uhr abends; LEGKSS-Äb§Mm8SÄ?Äid PUakl DAS THEATER IST GEHEIZT! 1808 j Aus den Theatern. Im Burgtheater geht morgen, Mittwoch „Hochzeitstage" in Szene. \ Im Operntheater wird morgen, Mittwoch» „S i e g f r i e d“, mit Kammersänger Soot vom Stuttgarter Landestheater als Siegfried, Herrn Buers vom Hamburger Stadttheater als Wanderer und Herrn Pütz vom Düsseldorfer Stadttheater als Alberich, aufgeführt. In der V o 1 k s o p e r geht heute, Dienstag, Wagners „Siegfried" in Szene. In dieser Aufführung sind folgende Partien neu besetzt: - Siegfried — Herr Lußmann, Mime — Herr Preuß, Wanderer — Herr Robinson, Alberich — Herr Tauber, Fafner — Herr Kaplan. Ferner wirken mit die Damen Salinger, Rantzau und Wagschal. Dirigent Herr Dr. Kaiser. Beginn halb 6 Uhr. Morgen, Mittwoch, wird „Cavalleria rusticana“ und „Bajazzo" gespielt. Donerstag den 15. d. M. geht statt „Genesius“ „R o b e r t der Teufel“ in Szene. Die für „Genesius“ gelösten Karten behalten für diese Ersatzvorstellung keine Gültigkeit und werden an den Tageskassen der Volksoper bis Donnerstag den 15. d. M., nachmittags 5 Uhr, zurückgenommen. ImDeutscheiiVolkstheater wird morgen, Mittwoch, „Baccarat" gegeben, für Montag den 19. d. M., 7 Uhr, Goethes dramatisches Gedicht „I p h ig e n i e a u f T a u r i s“, mit Frau Wagner in der Titelrolle und den Herren Kutschera, ‘ Onno, Klitsch und Schreiber in den übrigen Rollen, angesetzt Für die Vorstellung gelten volkstümliche Preise ohne Vorraerkgebühf und hat der Kartenverkauf bereits begonnen. In den Kammerspielen bleibt von heute,1 Dienstag, bis einschließlich Donnerstag um 7 Uhr „D e r P a p i e r r e i f e n“ und um 10 Uhr „Morphium“ auf dem Spie’plan. — Samstag den 17. d. M. gelangen „D e r Kammersänger“, drei Szenen von Frank Wede-! kind, mit den Damen Steinsieck und Wessely und den Herren Werner-Kahle, Forest, Danegger, Brady und Knabe, ferner Jod u nd Teufel“, mit den Damen Janotver und Hochwald und den Herren Werner-Kahle und Jordan in den Hauptrollen, zur ersten Aufführung. Spielleiter Hans Brahm.; Im Josefstädter Theater findet heute,1 Dienstag, die 25. Aufführung des französischen Schwankes „Der Hühnerhof“ statt; An der Neuen Wiener Bühne geht heute Dienstag, 7 Uhr abends, das vieraktige Schauspiel „B e v e r 1 e y“ von Georges Beer und Louis Verneüii, mit Ferdinand Bonn in der Titelrolle, erstmalig in Szene. . Im Raimund-Theater findet kommenden Sonntag eine literarische Matinee statt Georg Kaiser wird aus eigenen Schriften lesen. r p i Im K o m ö d ienh a u s . gelangt Samstäg den 17. d. M. die Gutzkowsche Koniödie „U r i e l, A e p s t a“^. mit Oskat B e r. e; g i. in der Titelrolle •. zur AijffülirungJ Montag den 19. d. M. Ensemblegästspiel des. RAiMnd-» Theaters mit der Komödie „Musik“. Am 20. d: Mi abends öffentliche Generalprobe, am 21. d. M. Premiere der neuen Operettenposse „Die fromme H e len e* von A. und E. G o 1 z, Musik von EdmundE y s ler........ ' Heute wird in der R o l.a tf d - B ü h n e (f ü d is c h e Bühne) 1!., Praterstraße 25, die Operette „J a n k a 1 e“, mit Mali Pico n und D i r e k t ö r J. K a 1 i c h in den Hauptrollen, zum h u n de r ist e n Male aufgeführt Opemtheater. „Der Ring des Nibelungen“ ist eh* Tummelplatz für gastierende Sänger geworden. Diesmal lernte man Herrn Wilhelm Buers vom Hamburger Stadttheater als Wotan der „Walküre“ kennen. Ein stattlicher Gott, der in seinem ausdrucksvollen, die Szene beherrschenden Spiel beste Bayreuther Tradition verkörpert e!« gewandter und kultivierter Sänger, dessen mächtige Stimme in der Mittelage und namentlich in der Höhe weit freier und voller ausströmt als in der Tiefe. Weniger imposant ist die Göttermutter der Frau Bauer-Pile c k a, deren konventionelles Spie! die Wirkung der warmen Stimme beeinträchtigt. Ein erfreulicher Gewinn ist der Siegmund der Herrn Hofer, der immer mehr in Schmedes’ Rollenfach hineinwächst. Ausgezeichnete Deklamation, knappes, eindringliches Spiel und eine noch unfertige Stimme von echtem Heldentenorcharakter berechtigen zu den schönsten Hoffnungen. Die sanfte, anmutige Sieglinde des Fräulein Vera Schwa r z und die großdimensionierte kriegerische Brünnhilde der Frau W e i d t sind ausgezeichnete Leistungen. In Verhinderung des erkrankten Direktor^ Schalk dirigierte Herr Reichenberger mit äußerster Hingebung das Orchester. Für die Regie zeichnete wieder Herr W y m e t a I, der somit nach kurzer Trennung zum Operntheater heimgefunden hat Flb. Vorlesung Otto Abeies. Im Rahmen der literarischen Abende, welche die Vereinigung jüdischer Forscher, Schriftsteller und Künstler Haruach veranstaltet, liest Otto Abeies Samstag den 17. d. M. im Mozar t*Sa ä le (I., Himmelpfortgasse 20) aus eigenen Schriften. Mitwirkend Mirjam Schnabel-Hoeflich. Die Künstlerin bringt Verse aus dem Buche „Die Genesung“ und ei» Kapitel aus dem Prosabuche „Di? hohe Gaß“ des Autors. Anfang 7 Uhr. Regiebeitrag K 50. Thomas Mann erscheint in Wien am 8. Jänner am Vortragstisch. Der berühmte Dichter wird den in Berlin gehaltenen Vortrag „GdetheundTol st o i“ wiederhplen. Vertagung der Enquete über das Theatefgesetz* Der Vorsitzende der Enquete über das Theatergesetz, Abgeordneter A 11 i n a, teilte bei der gestrigen 'Beratung, namens des Ausschusses für soziale Verwaltungihit, daßdie Beratungen der Enquete abgebrochen .'und' äiü 9. Jänner neu aufgenommen werden? Mit Rücksicht darauf, daß die gegenwärtigen parlamentarische» Verhandlungen es unmöglich machen, den privatrecht- Iichen wie den öffentlichrechtlichen Teil des Theatergesetzes in einem Zuge in der Umfrage zu verabschieden* ha* sich der Unterausschuß zu dieser kurzen Vertagung 1 entschlossen.