Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 1032 (13.12.1921)
- Date
- 1921-12-13
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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TÄe'-A ■ DieSstäg •^WIENER MüKGENSnSITÜNQf i3. Dezember 192? 'W. 1032 der zugewiesenen Wohnung, Name der äuge wie-.; senen Partei, Zahl ihrer Familienmitglieder, Lage und Große der bisherigen Wohnung sowie darüber Auskunft, welche Umstände für, die Zuweisung maßgebend .waren, . Die Ausweisung der Karlisten aus der Schweiz« Bern, 12. Dezember. (Schweiz. Dep.-Ag.) Der Dundesrat hat weitere dem Exkönig Karl nahestehende Personen ausgewiesen, beziehungsweise ihnen das Wiederbetreten der Schweiz verboten, und zwar: Dr. Albin Schagen Johann von Aller, Oswald Farkas, Wilhelm Zimmer mann, Fritz •Fischer und von Anker. Letzterer befindet sich! noch in der Schweiz. Es wurde festgestellt, daß er I nach der gelungenen Ausreise des Exkaisers eine 1 Depesche von Dr. Schager erhielt, die folgenden Wortlaut hatte: „Operation gelungen. Albin." ,! Die neue Emigrationsarbeit der„Hebrew Immigration Aid Society. Der Präsident der „Hebrew Immigraj tiofl Aid Society® (abgekürzt „Hlas“ genannt), Herr John LBernstei n, gab einem Vertreter des J. C. B. eingehende Aufklärung über die Tätigkeit dieser tljr Äs Einwanderung nach Amerika so wichtigen Gesellschaft auf dem Gebiete des Einigrationswesens und die Lage der jüdischen Auswanderung überhaupt Er sagte unter anderem: Die ^Hias« hat im letzten Jahre 2iren Tätigkeitsbereich vergrößert, indem sie neue Bureaus in Bukarest, Kischenew -und Kowmo errichtet hat Dagegen wurde das Bureau in Paris geschlossen, weil es d-urCh die Errichtung der Bukarester und Kischeöewer Bureaus überflüssig wunde. Ferner hat die Gesellschaft Vertretungen in die für die Auswanderung nach Amerika wichtigen Häfen Havre, Cherbourg, Liverpool und andere entsendet. Die Tätigkeit der vHias« in Europa wird verstärkt' werden müssen, insbesondere in den Ländern, welche .Sowjetru&land ‘benachbart sind, also Litauen und Lettland, da die von der Sowjetregierung erteilte iAuswanderungserlaubnis für Frauen und Kinder und alte Leute dies 'bald erfordern dürfte. Wir frind jedoch der Ansicht, daß es zweckmäßig wäre, Idiese unsere Tätigkeit ln Europa) nicht lange zu 'führen, sondern sie den Juden jedes in Betracht ^kommenden Landes selbst m überlassen. Dies aus [zwei Gründen: Erstens sieht die amerikanische Regierung'unsere Arbeit in Europa sehr scheel an* knd diese Tätigkeit wird von. den „Feinden... -der Einwanderung nach Amerika als Agitatlons- Arbeit für die Immigration in die Vereinigten ‘Staaten gedeutet. Dies hat zur Folge, daß immer .wieder im Kongreß Vorschläge auf Verringerung Aer Immigration eingebracht werden, die angesichts . der gegenwärtigen Stimmung Aussicht auf An- Nähme haben. Zweitens aber verstehen die amerikanischen Juden nicht die große Bedeutung dieser -unserer Arbeit und folgen in viel zu schwachem IMaße unserem Wunsch nach den nötigen Mitteln, so daß auch unsere Kampagne zur Schaffung eines {Fonds von einer Million Dollar bisher. schwache -Ergebnisse hatte. Daher wird die Arbeit in Europa iin kurzem den dortigen Ldkal’komitees übergehen .werden. Was die Stellung der »Hia«« -m. der neuen Auswanderung aus Rußland und der Uk r a ine ianlangt, so wurde -bereits darauf hingewiesen, daß jwir bereit sind, den Emigranten mit Leib und Seele!j?u dienen und uns bemühen . werden, den Auswanderern -aus Rußland zu helfen; unserer Ansicht ■nach wäre es jedoch im Interesse der russische^ Emigranten selbst aus politischen Motiven viel besser, wenn die Arbeit von dem neuen internationalen Zentralkomitee für Immigration. (Weithilfs- ^entrale), welches jetzt in Prag gegründet wurde, toder von der »Ica«, welche sich jetzt intensiv mit der Emigrationsaiheit befassen will, übernommen -werden würde. Ueber die Wirkungen des heute geltenden ^Einwan-derungsgeset'zes in Amerika, welches für .-jedes Volk Quoten festsetzt, äußerte .sich Herr ^Bernstein wie folgt: Die Quote hat große [Unannehmlichkeiten hervorgerufen. Viele Einwanderer wurden deportiert, sund für viele, die nicht jdeportiert wurden, mußten große Anstrengungen formaler Art und auch an Geld auf gewendet werklen. Im allgemeinen ist jedoch die jüdische Ein* ivanderung nach Amerika bisher durch die Quote •nicht stark beschränkt worden. Für Polen ist die jQuote bald erreicht und es werden keine Einjwanderer von dort mehr herkom-men können, außer 'der kleinen Zahl, welche über die Norm hinaus •einwandern darf. Aber es werden aus Polen solch^ Emigranten kommen, die als russische Bürger gezählt werden; zu ihnen gehören alle Personen aus. »Rußland, der Ukraine usw.,' die sich jetzt in Polen jbefinden. Es ist interessant, zu bemerken, daß auch rsokhe Personen, die von Kindheit auf in Polen Lohnen, .sobald sie nur den Nadhweis erbringet*: fkörvhen, daß sie in einer russischen Stadt gebofefi wurden, jevst sofort ein Visum als russischer U n t er tan erhalten. Die Quote für Ruß* Sa ad ist noch gar nicht aus ge nützt Sworden und es können daher bis r. Juli 192-2 uhgefähr 30.000 Einwanderer landen. Nach der Stimmung der amerikanischen Gesetzgeber zu urteilen, dürfte diese Quote noch weifen bJeützsxi, ,Dre... die andrere« Mitteilungen aus dem Publikum. Janka Wachtel Adolf Davidovits Gesellschafter der Fa. Forest«. ' Kreton Holzindustrie, Wien Verlobte Me», Iri Dezember 1921 3723 Rosa Schechter Adolf Riebenfeld Wen, EL Wien, XX. empfehlen sich als Verlobte Dezember 1921 5724 Erstklassige Preise, größter Käufer von falsche Zähne kauft von HSndiern, Juwelieren, ZalmSrsten und Privaten IT Weltfirraa Juwelier RABINOWITSCH II», HollendshaBe Nr« 3 L, MahlerstraOe Nr. S (frühere StepbnnlestroSe Telephon Kr. 45146) Man beachte die große Str&ßeonhf Im eigenen Hause Nr. 3 Telephon 3541 Haltestelle Opernring Zugang KSrntfierstraße Samstag geschlossen 8ST7 wird , die Bewirtschaftung asutf genossenedhoftflkherl | Basis geführt, die endgültige Wirtscibaftsform wird! damsi die Vollversammlung der Kolonisten in Palästina selbst bescließen. Die Mitglieder der Ge* nosscdscliaft za Mort» 260 Lei, Ei nsohireibegebühr^ und d^r ,Preis einer Aktie beträgt 2000 Lei, dar aurch’ in TeikatiEiumgen geleistet werden kann. Die Gesellschaft (hot in ihr Programm audh die Errrchtumg von ' JtndustirieaaDlagen sowie , den , Exporthandel zwischen Palästina und Siehetibüigen aufgenomimenj. Den unbemittelten Mitgliedern! verhilf-t die Gesellschaft M einer ihrem- Fähigkeiten entsprechenden! Existenz in Palästina. Dia die Gesellschaft sofort s« die Ausführung ‘ ihres Programms schreiten! 'wd'jite, orsmdhte sie die Leitung des Nationalfomds um die sofortige Zuweisung eines Teiles der für die Siebenibürger Kolonie in Aussicht geniommaniort "B'ötcleanflädhc. So hart die Gesellschaft i6co D-twnam Boden.Werts in ewige Pacht übernommen und ihre ersten Picmere nach Palästina ©‘ntsendet. Vo» nu« ab .werden ln kumzen. Intervallen größere Atuswaaiderertra^sportic aus Sieberrfbürgen nach Palästi-mai aibgcheai, ' ‘ ii VH., Kirchengasse Nr. 12 (Ecke Lfndengasse) 830 . Fernruf . 35-2-38 — national jüdischen Organisationen in Amerika werden natürlich intensiv gegen eine Erneuerung des Quotengesetzes auftreten, aber meinet Ansicht nach bestehen geringe Möglichkeiten, in diesem Kampfe su siegen. Datzu kommt noch, daß die' nichtjüdi- ‘ sehen Organisationen «ich gegenüber diesem «Gesetz sehr gleichgültig verhalten und nicht mit Protesten hervortreten werden. Viele von ihnen sind sogar mit der Quctenbcstimmuug zufrieden, weil sie ihnen eine größere Eihwanderungsmöglichik.eit als früher bietet. Dies trifft .zum Beispiel, auf England, Irland, Dänemark und Deutschland m. Im Dezember soll .im Kongreß eine neue Bill eingebracht werden, welche für die Immigranten -P-rüfung s st e 11 e n schaffen will. Dieses neue ,0,esete wird viele neue .Sch wierigkeiten für die Einwanderer schaffen und -sicher die Immigration Jn d«e Vereinigten Staaten ». erschweren,. . . Was unsere, weitere Adbeil betrifft, so haben bekanntlich die Vertreter, der »Hias« zusammen mit der in Prag gewählten Exekutive der Welthilfslconferenz und Vertretern' des Parisen Komitees der jüdischen Delegationen in einer gemeinsamen Beratung den Beschluß gefaßt, . ein internationales * Zeriträlkömifie für Emigration zu begründen, Am 30. Oktober hat die &Ica« eine Konferenz aller von ihr subventionierten Organisationen mit dem Zwedkej ein ähnliches Komitee ziu gründen, abgehalten. Da die Arbeit .durch die Gründung zweier Zentralkomitees .Schaden leiden konnte, hat unser europäischer. Direktor Held den' Vorschlag gemacht, beide Zentralkomitees zu vereinigen, damit einerseits die "Arbeijtsenergie nicht durch Zersplitterung der: Kräfte geschwächt werde, und andererseits, weil die »Ica« große Fonds für Auswanderuagezweöke isur Verfiigung hat. W as für .einen Erfolg, die Intervention Heids hatte,, ist noch nicht .bekannt* Die Hauptarbeit eines solchen vereinigten Komitees'wäre jetzt, neue Ein- •wandern n g s landet" . ausfindig zu machen,, außerhalb der Vereinigten Staaten und Kanadas, wo die Einwanderung beschränkt ist. Ferner hätte ein solches Zentralkomitee auch die Aufgabe, mit Nansen, dem Oberkommissär für Auswanderungsangeiegenheiten beim Völkerbund in Fühlung zu treten. Zionistisches Landeskomitee für Oesterreich. Mittwoch den 28. & M. findet im Sofiensaale, RI., Marxergasse 17, die diesjährige offizielle Makkabäer- Feier statt, bei der unter anderem Mitwirken werden: Herr Oskar Beregi, Oberkantor Margulies, dasHakoah- Örcbester, der jüdische Gesangverein etc. Auf derselben wird die offizielle Begrüßung des Präsidenten der zionistischen Weltorganisation Prof. Chain! W e i t zmann und der Mitglieder des Aktionskomitees erfolgen. Karten sind im Zionistischen Bureau, H., Zirkusgasse 33, erhältlich. uronenaer rnarmazeutenstreiK« Wie wir erfahren, dauert der Streik unverändert a«. In den Krankenanstalten wurden durch die ausländischen Missionen und das „Rote Kreuz* Medikamente zur Verfügung gestellt, die in einzelnen Spitalsabteilungen abgegeben werden. Die streikenden Spitalsapotheker haben sich entschlossen, alte von den Spitalärzten verschriebenen und ,‘auf dem Rezept ausdrücklich als „lebenswichtig« bezeichneten Medikamente auszufolgen. Die leitenden Funktionäre des pharmazeutischen Reichsverbandes gaben gestern die Erklärung ab, daß der Reichsverband sich mit den Streikenden solidarisch erklären werde. Einer Vertrauensmäiinerversammlung werde, wenn den Wünschen der Gewerkschaft nicht Gehör geschenkt werden wird, der Antrag attf Proklamierung eines a i Ige meinen Pharmazeuten Streiks in Wien unterbreitet werden. Spenden für die Hungernden Rußlands* Im Aufträge des Russischen Roten Kreuzes, das als einzige Zweigorganisation für Rußland vom Internationalen Roten Kreuz anerkannt ist, übernimmt die Vertretung der Russischen Sozialistischen Föderativen Sowjetrepublik in Wien, IV., Belvederegasse *.34» und deren ÜebernahmssteHe für Pakete, Firma Hirsch 6 Co.,Rudolfsplatz 8, Geldspenden als auch K 1 e i du trgsstü cke, Wäsch e, Medf k äme nie und Leb e n s m j 11 e 1 für die .von der! Mißernte heimgesuchten Gouvernements Rußlands* Die Siebenbürger Kolonie in Palästina. Aitn jüngster* Parteitafg der Sicbonbürgef Zioaiisten wurde audh über die in Aiosfühiruiiig begriffene Aktion zurr' Gründitmg der Sidbäilbütgior Ivölotnie iai Palästina Bericht erstattet. Der für die Kolonie etrfardorliche Boden wunde dt*r SieibenbÜTge-r A c h u s a - Genossenßdbatfct vom Natiotnajlfonds zue Verfügung gestellt. Die Reihenfolge dter Auswainderutng der Aoluusa-Mitgliedeir wird von der Direktion der Genossenschaft den Erfwdenn/iisscn imd den Möglichkeiten entsprechend festgasetnt. Bis zu dem Zeitpunikt, da sämtliche Mitglieder nach Palästina ansgewandert sein werden) — cs sind bie- Wv..dLLi..E -vier. Jaßure m Aussicht LenoMMlMl.q**»^ Das Neueste ist r Das Neiueste ist nämlicti die hölsemie Spiegelsdheibe. Sie. ist au^enblieklich in Wien sehr modern und wird von den flotrtosien Kaffeöhäuseini ' getragen. Es . : geht . mit dieser hübsdhe®, Tracht so ähnlich wie : mi't.d|em ReifnocSs, den;ibekanintlkh eshe efble Königin? erfand, 'weil ">^- nruin, ' weil es ihr wuterlhaft schiM, ihre untere Körpedhiälffte eine ‘ Zeiilamg. nicht ' ßieugiietrigesri Blticken ' .prefezugdbfeinj> Sofort '' Damen das Modeumigötürn,-die es. »nicht; hjotwendig fhaitt'&na. Auch Vedkanfsilädeh,. Kjaffeehätuser,-Weini» stulben usw., die sich zufälligeinweise in»och vm «ua^- genehmein^ Besitz garere»'' Fsuster befindsn; gürten sich koketit mit einem Holz wall,. dar <rmr in dör Mitte ein Loch zeigt. In diesem Ausschnitt pramgt eine‘Tafel: Das Lokal ist geöffnet. Ganiz richtig ist das wohl nicht, ist es doch im Gegenteil so verschlossen ate nur .möglich. .Aber . irnnenhiadb der hölzernen Spiegelscheiben beginatt cts, schon wieder! ganz, gemütlich - zu * werden. : Der Cafetier oder Ger schä&t5inhr.ber, die Gäste . im:d die Preise ihalbcai sich, von dem Schreck schon wieder erholt. Der Kaffee ist «iid-.lt schlechter geworden, höchstens eia bißchen'teutrer, uindl das spielt matünlidh winklich >keinb 'Rolle mefhir«. Die -Herren, die im Schatten: der enniithaf’t/en »Frankfurter« das kleme Witzbktt lesen, die Damm, die erklären, snest ohnehin nichts vom- Leben au halben ails >das bißchen Kaffeehaus«, können sich dieses und mandhes andere Vergnügen iahm«r nodi) etrlaiufoen, und der Herr Professotr, der zwischen zwei Nßdihilfesiwnden ein. »Fenster« hat (eines, dlas mah nidht einschlagen kanm), weiß olme-* hin iM-cht mehr, wie eiri Kaffehaus von innen auissieht; Die ‘bänglidbe Stimmung der onsten Tage ist gewichen und wuir ein leiser Kitzel der GefaJhir gefetliehen. Jeden Tag schwirren Gerüchte , dwcibl die Stadt — heute —um 4 Uhr —- Maschinengewdhire sind dias wenigste — hühulhiu —Daimm bekommen die Tischlermeister noah ein paar weitere Aufträge. Sie sind die lachenden Erben, der Glasfaibrikaniten. In woIiilgeBchüfzten Räumen trotzt man kühn der Gefahr. Und die klassische Bildung, soweit sie auch hinter den undurchsichtigen Auslagefenstem vertreten ist, zitiert befriedigt d&a Orakelspruch von» den’ hölzernen Mauern. K ateir Murtt * Jüdische Künstlerbähne, Gesellschaft m. b. H. Dia „Jüdische Künstlerbühne, Gesellschaft m. b. H.« welche im Juni 132t zur finanziellen Fundierung des Theaters Freie jüdische Volksbühne begründet wurde und sich zum Ziele gesetzt hßt die Mittel zur weiteren Entwicklung des Theaters, vor allem zur Schaffung eines eigenen Heims für d^selbe bereitzustellen, hielt amU.M. eine außerordentliche Generalversammlung ab. {' für ergab sich die NotttendivkeiL da dk» Uebertrafrutie les TheaterbctricbCSI 58