Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 1031 (12.12.1921)
- Date
- 1921-12-12
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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'Sette t WIENER MORGENZEITUNC Wien, Montag Ein Bomt e lattentat gegen den neuen japanischen Ministerpräsidenten. Paris, II. Dezember. (Wolff.) Nach einer Meldung &er „Chicago Tribüne“ aus Tokio ist gestern auf. den kürzlich ernannten Ministerpräsidenten Baron Makajh a s c h i ein Bombenattentat verübt worden. Es Wurden mehrere Verhaftungen vorgenomme.i. Verlorene Liebesmüh’. f Der von Dr. Max Naumann in Berlin gegründete Verband nationaldeutscher Juden treibt jetzt in Deutschland eifrige Werbearbeit Sein Ziel ist: Völliges Aufgehen der in Deutschland wohnenden Juden im deutschen Volke; das Mittel zur Erreichung des Zieles: Weitestgehende Konzession an jlen deutschen Rassenantissemitismus und Kampf gegen Jede Aeußerung jüdischer Eigenart, Verbot der Zuwanderung fremder Juden nach Deutschland, Verlust der staatlichen Gleichberechtigung für alle Juden, die an spezifisch jüdischen Aktionen beteiligt sind, Stellung der Zionisten unter eim besonderes Fremdenrecht und noch ähnliche Postulats bilden den eisernen Bestand dieses sonderbaren jüdischen Verbandes. Besonders wirksam glaubt der Verband seine Agitation dadurch zu gestalten, daß er Antisemiten zu seinen Versammlungen einlädt, Ihnen sein germanisch-antisemitisch frisiertes Programm ergebend zu Füßen legt und um geneigte Meinungsäußerung bittet Wenn dann ein so präparierter Paradechrist das bekannte: „Ja, wen' alle Juden so wären wie Sie . . gnädigst von sich gibt, dann wird nach allen Seiten Sieg geschriem Vor kurzem glaubte der Verband . einen besonders fetten Fang getan zu haben. Ein Herr von Oppeln-Bronikowski, der einer ehrfürchtig erschauernden Isräelatenschar als [Mitglied der Deutschnationalen Volkspartei, also als ‘Klubkoliege der Judenfresser Helfferich, Ludendorff usw., (Vorgestellt wurde, erklärte, daß . seine Partei und mit ihr sicherlich ganz Deutschland aufhören würfle, antisemitisch zu sein, wenn nur alle Juden nach den Satzungen des Herrn Dr. Naumann leben wollten. Der Jubel war unbeschreiblich und das welierschütternde Ereignis wurde allen Zeitungen mitgeteilt Leider zischte alsbald ein dicker Wasserstrahl ins schöne (Freudenfeuer. Das Organ der Deutschnationalen fVolkspartei, die Berliner „Deutsche Tage-s- ,"veitung“, schrieb in einem Leitartikel: Ata leitender Stelle der deutschnationalen Parteiorganisation war bisher nicht festzustellen, ob Herr von Oppeln-Bronikowski überhaupt eingeschriebenes Mitglied der Deutschnationalen Volkspärtei ist; jedenfalls hat er von keiner deutschnationälen Parteistelle Auftrag zu seinen Aeußerungen gehabt, und ebensowenig entsprechen diese den maßgehe n d e.n Auffassungen der Deutsctina tion al.en Volkspärtei. Diese Aeußerungen geben von. der tatsächlichen Haltung der Deutschnationalen' Volkspartei in der Judenfrage ein völlig verzerrtes Bild. Wie die vor kurzem veröffentlichten. Beschlüsse, des letzten deutschnationalen Vertretertages mit aller 'Deutlichkeit zeigen, ist positiver deutscnvölkischer Geist, der auf die Erhaltung eines starken deutschen Volkstums, das sich seine Eigenart bewahrt und von artfremdem E i n.f 1 u ß f r e i h ä 11, entscheidenden Wert legt, heute Gemeingut der Deutschnationalen Volkspartei; ebenso ist die Deutschnationale Volkspartei sich darüber einig, daß jüdische Einflü sse ander Partei keinen Raum haben dürfen. Niemand, der sich ein unbefangenes Urteil bewahrt ■fiat, wird den national deutschen Juden das e hrliehe Bestreben absprechen können, sich niit dem deutschen Volkstum nicht nur' äußerlich, sondern jauch innerlich völlig zu verschmelzen. Festzuhaltetv ist (das ehrliche Bestreben jedenfalls der führenden Kreise (dieser Bewegung, für.s i c h uadihre Famitien idie Bröckezuni Judentum abzubreeben und völlig im deutschen Vollcst um aufzugehen. Der Verbandsvorsitzende Df. Max Naumann hat sowohl in der von ihm herausgegebenen Zeitschrift wie auch wieder auf der Versammlung ira Herrenhause mit einer Aufrichtigkeit, an der nicht gezweifelt werden kann, erklärt, daß ihm und seinen Freunden Deutschland höher steht als alle angestammten religiösen und rassegleichen Verbindungen, daß auch sie sich nicht nur als treue Staatsbürger fühlen, sondern von ganzem Herzen die Parole des Liedes: „Deutschland, Deutschland über -alles“ auch als ihre eigene empfinden. Er lehnt nicht nur die Einwanderung von Ostjudeh nach Deutschland unbedingt ab, sondern zieht auch eine (scharfe Scheidelinie zwischen den nationaldeuischen Juden und den jüdischen Elementen, die ein Aufgehen im Deutschtum ablehnen. Kein unbefangen Denkender wird, wie gesagt, der von Herrn Dr. Max Naumann geleiteten Bewegung im Judentum Deutschlands sein Interesse und seine Anerkennung, versagen können. Ganz anders liegt die Frage, ob eine solche Bewegung wirklich zu einer Eindeutschung der Masse des Judentums führen kann. Zweifellos gibt es zahlreiche Juden, die zwar nicht in deutschem Empfinden aufgehen und aufgehen können, aber doch sich so stark in die deutsche Gedankenwelt einleben, daß sie zum deutschen Kulturkreise gerechnet werden müssen. Möglich sogar, daß eine solche Wandlung sich allmählich in der Mehrzahl der Juden Deutschlands vollzieht; den letzten JjJnterschied zwischen deutschem und. jüdis chemWesen aber würdesie doch nicht verwischenkönnen. Daß ein neuer Aufstieg des deutschen Volkes nicht möglich ist, ohne daß es sich wieder auf seine Eigenart besinnt und diese Eigenart kraftvoll und rein ausprägt und bewahrt, ist, wie in der obigen Darlegung mit Recnt betont wurde, gemeinsame Grundanschaüung der Partei; wenn Herr von Oppeln-Bronikowski anders denkt, so steht er eben abseits dieser deutschnatlonalen Grund-* anschauung, gleichviel, ob er sich äußerlich zur Deutschnationalen Volkspartei zählt oder nicht. Diese völkische Grundeinstellung bedingt selbstverständlich auch, daß die Deutschnationale Volkspartei sich von jüdischem Einflußvölligfreihält. Es muß wenigstens eine große politische Partei in Deutschland geben, zu der die völkisch gesinnten Kreise des deutschen Volkes das unbedingte Vertrauen haben können, daß jüdische Einflüsse in ihr keinen Raum haben; andernfalls würde die große antisemitische Bewegung, die aus Gründen begreiflichster Art seit Jahren durch unser deutsches Volk geht und noch in ständigem Wachsen begriffen ist, sich eines Tages auch ein besonderes parteipolitisches Bett schaffen. Unter diesem Gesichtspunkt sollten auch die nationaldentschen Juden die Stellung, die die Deutschnationale Volkspartei einnimmt, nicht nur als berechtigt, sondern auch als nötig ansehen. Die Erkenntnis dieses Kernpunktes .der Judenfrage in Deutschland muß zu unbefangener Würdigung und Anerkennung der Bestrebungen der nationaldeutschen Juden, zugleich zu der Folgerung führen, daß das einzig durchgreifende Mittel zur Beseitigung einer jüdischen Gefahr in der positiven Erziehung des deutschen Volkes zu einem Bewußtsein und einer Stärke der Nationalgesinnung liegt, die fremdartigen E i nflttssenimde u t s ch en Volke v o n se l bs t keinen Raum M ehr gibt. Der tiefe innere Gegensatz zwischen deutscher und jüdischer Art wird freilich durch beides nicht aus der Welt geschafft.“ Man muß Herrn Dr. Naumann und seinen deutschnationalen Juden das Lob zuerkeniten, daß sie sich, im Gegensatz zu den liberalen Assimilationsjuden, der Aufrichtigkeit befleißigen. Die. im Berliner „Zentralverein“, in der östrreichischen „Union“ und sonstwo organisierten Assimilationsjuden führen " noch immer die jii ische Solidarität im Munde, ohne daß ihr Herz davon etwas weiß. Die Naumann-Leute sprechen es klar aus, daß -sie mit der großen jüdischen Volksgemeinschaft nichts zu tun haben wollen. Aber der Assimilationsgedanke ist innerlich so verfault und verlogen, daß auch Aufrichtigkeit in der Form ihn nicht zur Geltung, bringen kann. Die deutschnationalen Juden, welche das Judentum verraten und sich damit die Anerkennung seitens des deutschen Volkes erwerben wollen, erleben nun, daß ihnen von deutscher Seile aus wohl mit Vergnügen bestätigt wird, daß sie schlechte Juden sind. Das Zeugnis, gute Deutsche zu sein, verweigert man ihnen auch weiterhin. Politische Rundschau. Vatikanische Weltpolitik. In den politischen und kulturellen Wiederaufbau der knegsbcschäckigteo Weit greift auch der 'Vatikan mit stsariker Hand ein. Einte überraschend i gnoße Anzahl bereits' zmistaiivdegekommiemer oder nahe vor dem Abschluß stehender Konkordate legt vomdieser Tätigkeit' Zeugnis ab. /Allerdings' erJtzielhen sich bisher gerade die führenden Großmächte einem so intimen Verhältnis zwr Kirche, doch sind hiefur nur hinsichtlich E n g l an ds wirkliche Verstimmungen maßgebend. Diese haben' zwei Ursiaclien; Palästina und Irland.- England will in beiden Fragennicht naefhgeben und droht sogar schon mit einer zeitweiligem. Zurückziehung seines Geschäftsträgers heim Vatikan. Namentlich ihait die päpstliche Kritik der zion i st enf r ©tundl ich en britischen Pöilitik in London Anstoß erregt. Gerade, aiuf diesem- Gebiet ieigt sich aber das Oberhaupt' der katholischen Kirche, deren streitbare Wortführer in deutschen Landen bekanntlich ihre berufsmäßige Judenhetze als Kampf gegen die — Assimilation der Juden aiuslegcm, umedokitlich, während er in der Irenfrage eher zur Nachgiebigkeit bereit wäre . . . Von Italien trennt de Vatilkiam die Fiktion .der * Gefangenschaft«, von. Amerika die. dort autoritative MomrOedoktrin, die jeden ni-chtamerikainischein Einfluß auf die amerikanische Politik a'blelint. Die Kirdhe soadlit in dieses System durch Ernenrmmg möglichst •vieler nordamerikaoisdher Kardiriäle Bresche zu schlagen und hält aiuclh einen Nuntius »erster Klasse« im Washington. Doch ist dieses diplomatische Liebe-swerben bisher einseitig geblieben, - - Ha die Vereinigten Staaten ihrenseifcs keimen Botschafter zum päpsitlidhen Sfruhl entsenden. .Etwasmehr Entgegenkommen zeigt J a p a n, dessen derzeitiger Regent H i r o - H i t o dem. Papste jüngst einen Besuch r<bge-'tai‘.itet frat und so die Wege zu einer Japani s-c h - v a-ti 1<s»;isc 11en Vereinbarung geebnet hat. Frankreichwünischt zwar kein eigentliches Konkordat, sondern nur die Regelung der Bischofsemnenniumg und der Kultus-, veredinflgungen sowie' die Lösung der Frage des kirchlichen Eigentums in Frankreich durah ein besonderes Statut '. Doch sind es mir äußerliche Rücksachten auf die eigene-.Geschichte und die -puh'rische Vergangenheit seiner . derzeit führenden Männer, die Frankreich zu solcher Zurückhaltung gegenüber der Kirche nötigen. ■ ' Wie wenig hier nodi .prinzipielle Gegensätze wirksam sind, geht schon aus der Tatsache hinlänglich hervor, daß es gerade Frankreich ist, das der Konkordatspolitik des Papstes eifrig die Wege ebnet, was -allerdings weniger .mit ideeller Weltanschauung als mit realer Wel'tmachtpolitik zu erkrlären ist. So-'hat Frankreich da-s Kunststück zusammengebracht, die griechische Regierung über den Kopf des griechischen Klerus-hinweg zu einem Konk-ordatsabischluß mit dem'Vatikan zu bewegen, um aiuf diesem Wege die griechisch-frainzösischen Beziehungen zu festigen. Auch in P ol e n hat Frankreich seine Hand im Spiele» um dort.ein Konkordat zustande zu'bringen. Auch'mit Litauen,' Jugoslawien, Rumänien, der Tscheoho-Slowakei und —r* Bayern stehen Konkördatsabschlüsse vor. dejr Türe. Auf die Reichseinheit Deutschlands soll insoferne formell Rücksicht genommen werden, als der Nuntius, aaoh Austausch der beiden Ürk-uimden, seine Residenz von München nach Berlin verlegen will. Auch soll das Abkommen für die deutsche Republik bindend sein und es heißt, daß deren Regierung dem Abschluß des Vertrages keine Schwierigkeiten bereiten will. Während also die während des Krieges atilgetauchten neuen Ideen und Zukunftshoffnungen unr höchst fragwürdige, z-um Teile — wie in der sogenannten »Abrüstungskonferehz« in Washington — 12. Dezember I9Z1 _Nr. 1031 sogar höchst klägliche Resultate' erzielt haben,! sehen wir die ideellen Mä-ahite detr Vergangenheit eine bemerkenswerte Rem-aissamce erleben. Tagesbericht. Eine neue Erfindung auf dem Gebiete der elektrischen Anziehungskraft. Berlin, 11. November. (Wolff,) Die Dr. Erich- Fhut-Gesellschaft für Funkentelegraphie hatte heute.Vertreter der Reichs- und Staatsbehörden, der Diplomatie, des Handels und der Industrie sowie der ln- und ausländischen Presse zu einem Vortrag geladen, der die Oeffentlichkeit zum ersten Male mit einer bedeutsamen Erfindung bekanntmachen sollte. Der Einladung waren unter anderem Reichspostminister Giesberfe und Landwirtschaftsminister Dr. Wendorff gefolgt Direktor Dr. Rottgart sprach über das Thema „Elektrische Spannung ohne Magnetismus und Eisen“. Es handelt sich um eine neuentdeckte Form der elektrischen Anziehungskraft, deren Eigenheit besonders, darin besteht, daß sie nicht nur wie der bisher bekannte Magnet Eisen anzieht, sondern auch zwischen Stein: .und jeder Art von Metall, ja sogar zwischen zwei Steinen wirkt Ihre praktische Anwendung findet die neue Anziehungskraft besonders auf dem Gebiete der Telegraphie und Telephonie mit und ohne Draht, der sie ein neues hochempfindliches Relais zur Verfügung stellt,’ Sie benötigt eine 300 bis 400mal kleinere Energie als diejenige, die ein Elektromagnet für die gleiche Kräfte leistung braucht Die große Bedeutung der neuen Erfindung liegt darin, daß sie, zum Beispiel -in einem' elektrischen Fernschreiber angewendet, bis zu 2000 Buchstaben in der Minute mit völliger Klarheit wiederzugeben gestattet, und da der Widerstand in der Leitung beliebig stark'sein kann, ist namentlich in der; Drahttelegraphie eine hohe Materialersparnis an Kupfer; möglich. Die Zugtelephonie wird durch das neue Relais' außerördentlich gefördert, ebenso eröffnet die Erfindung der drahtlosen Fernsprecherei und Ferntelegraphie, dem* Lautsprecher und dem drahtlosen Rundspruch eine weite.Perspektive. Theorie und Praxis. In der Budgetdebatte des Nationalrates hat M Freitag Abgeordneter Dr. S t r a f f n e r prahlerisch verkündet: „Wir leimen alle volksfremden Einflüsse* namentlich die jüdischen Einflüsse, nicht nur aufdas ^Wirtschaftsleben, sondern namentlich auch auf das geistige Leben und auf die Erziehung des| .Volkes ab.“ Diesen selbstbewußten Worten steht .diq ‘von uns schon mehrfach gestreifte Tatsache entgegen, daß inan die Erhaltung der Wiener Universität ausschließlich Volksfremden überläßt. Zu den durchwegs j ü dis'chen Spendern des Inlandes haben sich Inden letzten Tagen einige. ausländische gesellt, deren Beiträge das Beschämende, cas in dieser neuen Bettelei'liegt,'erst ganz enthüllen. So hat die Pariser Universität ihrer, Wiener Schwester 1000 — sage tausend! — Franken geschickt, also einen Betrag, der etwa 950 Friedenskronen entspricht Die Wiener Alma mater muß solche Almosen dankend quittieren, weil sie von ihren eigenen, ach, so deutschbewußten Söhnen im Stiche gelassen wird. Was haben bisher die. wohlhabenden deutschen Verbindungen, Korpsj Burschenschaften usw. dem über jüdische Anregung geschaffenen Fonds beigesteuert? Was die! deutschnationale Bank des Herrn Gustav Groß; was die christliche der Herren Geßnia'n n und Schöpfer? Wenn ' diese durchaus finanzkräftigen Stütze des Deutschtums die Erhaltung: der Wiener Universität ganz allein den Juden und den Ausländern . überlassen, gleichzeitig aber durch den. Mund ihres parlamentarischen Vertreters volksfremde Einflüsse auf ie Erziehung und das geistige Leben' der Deutschen ab! _hnen lassen, denn werde i vermutlich die deutschen Musensöhne unter dem feierlichen! Segen ihrer großdeutschen' Politiker verhungern.! . WojsL (Wirt,8 chaftli c fi e Organisati on jüdisch ef - Angestellter, IX., Berggasse 7.) In; der Abgabestelle III;, Esteplatz 4 (Gassenlokal1)* gelangen per Mitglied zur Ausgabe : 2 kg Feinmehl ä K 220, t kg Reis K 340, % kg Kunerol K 900, ferner nach Wahl Rollgerste K 240,Ä1 kg Erbsen K 220, 1 kg Bohnen K 200,] l kg Haferflocken K 120, ferner für Mitglieder mit Kindern, bis zu einem Jahre gegen Vorwiesung des Geburts-. Scheines l Dose gezuckerte Kondensmilch K 480. Abgabezeit ausschließlich von 4 bis ‘/sT'Uhr nachmittags, und zwar für Mitglieder . von l bis 300 Montag den 12. d. M., 300 bist 600 Dienstag den 13. d. M., 600 bis 900 Mittwoch den 14. d. M.,'900 bis 1200 Donnerstag den 15. d. M., 1200 bis 1500 utid Nachzügler Montag den 19. d. M. Einteilung un-/ bedingt elnhalten. Abgabe nur gegen Mitgliedskarte und* Nachzahlung der Beträge. . . * Einemohamnn edanlsch-jüdischeMischehe. In Budapest, noch’ immer die Hauptstadt jüdischer Assimilation und der Mischehen, fand vorigen Sonntag im türkischen Generalkonsulat eine interessante Eheschließung statt. Der Bräutigam war der Oberingenieur des Konstantinop erl Telephpnamtes, Omer S.ükri B ey, ein Mohammedaner, die Braut Fräulein E r z s i Hirsch, Tochter des -Ingenieurs Emil H i r s ch. Bei der Trauung, welche unter den von den türkischen Staatsgesetzen vorgesöhriebenefl Formalitäten vollzogen wurde, intervenierte der Imam Abdul L a t i f. Die Braut mußte in Gegenwart des Imam den Generalkonsul Rlfaat Bey mit ihrer Vertretung betrauen* welcher sodann mit dem Bräutigam den gesetzmäßigen Ehepakt abschloß. Beide Parteien behielten ihre Konfession, doch wurde im Ehevertrag bestimmt, daß die der Ehe entstammenden Kinder im muselmanischen Glauben erzogen werden. Hingegen verpflichtete sich der Bräutigam, obgleich ihm die mohammedanischen Ge-