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Wiener Morgenzeitung · 1921-12-11 · Heft 1030 (11.12.1921) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 1030 (11.12.1921)
Date
1921-12-11
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 Sonntag WIENER MÖRGENZEITUNC? fl. Dezember' T92*f - Nr.T(J30 jden Landes-Inralidenvei'band. Dieser erklärte sich hui teleiphonisöhen Anruf »unnistän'dig« * in der Frage und läuterte ab.. Gerüchtweise verlautete, daß Ider Verein »irgendwo an der Donau« suchen sei., (Also fuhr ich vom anderen Ende der Stadt in die fLeopoldstadt und trabte die Untere,-sodann die Obere Donaustraß,e entlang. Den Invalidenverein ifand ich zwar nicht, dafür aber einen anderen jüdischen Verein, den ich beherzt tim Auskunft "fragte.- Dieser Versuch bewährte sich aufs beste. De** Ver-i ein gab mir .prompt die'Adresse der Invaliden, Die: lAdresse war zwar falsch, aber es war doch immer-' hin eine Adresse. In dem bezeichneten Hause wußte! mau nichts von dem Verein, zwei. Häuser rechts,' (zwei Häuser links auch nicht,, ein Stadtschutzmarin,' ian den ich mich wandte, blätterte seufzend in drei äußerst bedeutend aussehenden Büchcln und erklärte, 'dann sein Unvermögen, mich zu belehren.. Ich Stand gerade im Begriff, mein ganzes Vorhaben aufzii-: geben, als sich ein Vorübergehender an der äußerst lebhaften Diskussion, in der der Mann des Gesetzes leidenschaftlich das Dogma verfocht, was nicht in seinem Büchel vorkomme, bestehe auch-nicht, zu beteiligen begann und mir versicherte, er kenne einen Hausbesorger, der wisse nicht nur, wo Gott, '«ondern auch wo die jüdischen Invaliden wohnten. Der Hausbesorger war kein leerer Wahn. Er wußte.: Tn dem bezeichneten Hause war seltsamerweise (wirklich der Sitz des Vereines jüdischer Kriegs-, invalider und eingehende Nachforschungen ergaben auch, daß die Sprechstunde Montag von fünf bis sieben Uhr sei. Am nächsten. Montag machte.. i-dS' mir.durch Slick und dünn, die bezelchnete Stande frei und erschien um viertel 7 Ulhr vor der Tiir des Vereines. [Weiter vorzudiringen war mir nicht bestimmt -r- Öais Lokal war gesperrt -und die. Sprechstunde war 'dadurch gekennzeichnet, daß niemand zu sprechen fwar. Wk mußten im 'bitterkalten, zugigen, schledh't- Ibeleuchteten Hausfiltuir stehen. »Wir« — denn mit {mir warteten ocidb vier Männer. Der eine, ein {russischer Jtude, war vollständig blind. Er stand iseit 5 Uhr da uinid wartete mit der Geduld, Beharrlichkeit und Ergebenheit des Ostjuden. Von Zeit fern Zeit rieb er sich das rechte Ohr, damit es nicht noch weiter erfriere, und zwischendurch erzählte er mit leiser, eintöniger Stimme . vom' verlorenen Paradies, von seinem lieben vor dem Kriege als jGoldarbeiter in einer Stadrt dieis fernen Rußland. Die beiden Studenten, beide ■ Mediziner, hörten teilmhffnsvoli zun Dem einen fehlte ein. Bein bis zum Knie. Er stand an das Tor gelehnt, und einem Leisen Gespräche zwischen den beiden Kameraden!war zu entnehmen, daß er an diesem Tage noch Bceiine warme Mahlzeit genossen hatte. Der andere im Sddarenrock steckte-ihm eine grüne Speisemarke in die Hand. »Aber dann, hast diu -nichts,« wendete der Krüppel zaghaft' ein. Aber der Kamemad schlug eich großartig auf» die Tasche, ads hätite er dort {wirklich Geld. »Ich sdhiaff* mir schon was,« sagt er mit gutgespielter Forschheit. Daß er an diesem [Abend hungrig zu Bett gegangen ist, kann keinem (Zweifel unterliegen. Mit' anregenden Gesprächen 'über das Elend aiuf allen Seiten verging -die Z-eit. Um viertel acht waren meine Füße steifgefroren und meine Geduld zu Ende. Wir vier*einheimische IJ-.iden- — der Russe schwieg ,— einigten uns, daß SNaichiäßigkeit, Unpünktlichkeit und Uinivarläßl ic.frfcei.-t selten in solcher Reinkultur zu beobachten* sei; [wie im Verkehr mit dem. Verein jüdischer Kriegs-: invaliden. Ais wir uns auisgeschimpft hatten, gingen wir unserer Wege. Ary.nächsten Morgen* rief ich einen allgemeinen Imvalidenwerein an—und hatte im drei Minuten alle Auskünfte und Hinweise, Vlie ich brauchte. Trotzdem.bin ich mcht befriedigt.; Denn die Frage quält mich: Warum macht man just mit jüdischen Vereinen so schlechte' Erfahrungen?, und die weitere: Was Soll ich anrtwcirten,.‘wenin ,‘andere über »jüdische Schüiamperei« -schelten? _ K. M. Hilfeleistung für die jüdischen Heimlosen in der Ukraine. Ans Paris wird gemeldet: Die Exekutive der Jüdischen Welthilfskonferenz erhielt von Ihrer Bukarester Delegation die telegraphische Meldung, daß die rumänische Regierung ihrem von Dr. N a n s e n befürworteten Ersuchen um Erlaubnis der Hilfeleistung für dieauf der ukrainischen Seite des Dnjestr, befindlichen jüdischen: Heimlosen stattgegeben habe. Demnach wird sich in Kürze eine Kommission über den Dnjestr nach der! Ukraine begeben, um die Lage der jüdischen Flüchtlinge zu studieren und ihnen Hilfe zu bringen. Ebenso werde; ein Teil der dortigen Flüchtlinge nach Rumänien gebracht' werden, wo sie die Vorbereitungen für die Weiterreise zu' ihren Verwandten in den Westländeru, namentlich 'inj Amerika treffen werden. (J. C. B.) : Kohlenmange!» f Ans dem Rat hause wurde vor einigen Tagen;;gemeldet, daß der Kleipkohlenhandel verpflichtet sei, diel auf die Kohlenkarten entfallenden Mengen Hausbrandkohle auch weiterhin abzugeben, daß die Aufhebung der staatlichen Bewirtschaftung der Kohle hierauf keinen Einfluß habe und daß der Kleinhandel weiters auch die den Ge-1 werbetreibenden pro November gebührenden Kohlenmengen nachzuliefern habe. Die Genossenbchaft der nichtprotokollierten Händler mit Brennmaterialien teilt hiezu mit, daß die Belieferung des Kleinhandels in den letzten zehn Tagen feinster Herrenu. Damenstoffreste sehr preiswert bei Karl Schwan S Co. VU, WlncSmühigasse 2 derart schlecht war, daß ein großer Teil der Kleinhändler nicht Int der Lag eis tj *■ d i.e K ü c h e nbrandkarten einzülösen, geschweige denn.; Novembermengen nachzulieierm ' * Das Neueste ist: Das Neueste ist nämUkb, daß ö'Udh diie Theater >frei'1>leifberi<d'< siind. Gerüchtweise verlautet, daß die Staatsopex' ihre Sfcgummsitze höcihistens, ’ auf ein Vierteljahr ausgeben wilLDenm man a'huit vielleicht noöh gar nicht einmal* ..wedühe Preise für das.- Abonnement dann erzielt werden können» selbst die kühnste Phamtäsie des begnadeten Dichters, vermag; möglicherweisenoch -nicht z,u weissagein, welche Ziffern* uns die Zukunft bringt. Aus dem Nebel kommender Zeiten tauchen. Mammutfrzahlen auf, in der wabernden Lohe lockenden, Feuerzau'bers sieht man es schimmern — eine Null hinter der anderen. Wer dieses Zuges Spitze fürchtet, durchschreite das Feuer nie. Schließlich -kann es dem .‘Ehrgeiz eimes Kunstinstituts vom Range der 'Staatsolper -aiuf die Dauer, ja -ndc'hit genügen, bei' außerordentlichen, ganz außerordentlichen -un<di besonders außerordentlichen Preisen sein. Lefoemziv fnisdetn. Auch das Bnrgtheäter soll mit "Mischt-an einen-»Abbau« der Stammsitze gehen. Die Gaäeriesifczei;so! heißt ds,. dürfen sich in Zukunft nicht mehrwie bisher. vom Vater ataf den Sohn, vererben, sie werden so weilt aüs möglich eiingezogen.. .Da es. m Bil-dungs-zwedcen geschieihtt, ist nicht .viel dagegen eiiriziüwanid'an. Ebenso zufrieden muß sich der. Freund echter Kunst mit der Einteilung der Volksoper erklären.’ Die'-'Absagen der Stars erfolgen dort spätestens eine Viertelstunde vor Beginn der Vorstellung, so daß das Publikem reichlich Zeit hat, vor »Entrüstung zu rauchen«. Wird schon -dadurch viel .zur- Erwärmung der froststarrem Glieder geleistet, so trägt das nachfolgende StramipeHkohzeirt bei Auftreten des »Ersatzes« -rder. manchesmal ausgezeichnet sein kann— noch mehr dazu, bei, Wanne und Behaglichkeit zu verbreiten. Die VoDlasiSizenen gewinnen dadurch jedenfalls sehr an Beliebtheit. Das System ist ausgezeichnet und sollte niutr noch weiter -ausgedehnt werden. Warum muß die Theaterbeirtung beispielsweise, an einen festen Spielplan gebunden, sein? Oh man den »Prophet«, »Rigoletto«, die »Fldermauts« ■oder »Siegfried« ‘hört —schließlich ist alles Uusik. Und dem Publikum muß man keine Launen nachsehen. Das Publikum* ist-im Th<suter der »Konsument«. Urnd der Konsument ist niemals — freibleibend. . Kater Murr. * Personafriachricht. Dem österreichischen ehrenamtlichen Generalvertreter; des Leipziger Messeamtes, Friedrich. Rotier, Setiiorchef des' technischen Großhandlungshauses Friedrich Rotier.. L.Go. in Wien, wurde 7 vom Bundspräsidenteik: der, Titel ,eines /Kommerzialrates . verliehen. / .. . .,* .; •;. * Die Fünfdinartioten aus dem Verkehr gezogen. Die „Tagespost“ berichtet aus Belgrad.: Nach einem, Beschluß der Nätionalbank werden binnen drei Monaten .die 'Fö nf dinarnoten aus dem Verkehr g ez o g e n w e t d e n, da. bisher sieben; Arten von Fälschungen bemerkt worden sind. Ira Umlauf befinden sich . derzeit. Fünfdinarnoten im betrage von 250 Millionen Dinar. .. ' . . liehen und Kramiken. Im Rothschild-Spital fanden sie liebevolle Aufnahme, im den Kranikemhäus-ern! rituelle Verpflegung. Wer kömmte die -Wohltaten airiz üblen, welcher die Juden Oesterreich-Ungarns in Wien teilhaftig Wurden? Jetzt könnten sie diese Damfccs- -scihul'd reichlich heimzahl en. Denn als Amerika ‘seine großzügige jüdische Hilfsaiktio»n' ärjfnaihm,( wurde es begünstigt durch den hohen Kurs des Dollarn. Was seinerzeit der Dollar in der Tschechow Slowakei .bedeutete, weil er 70 Kroeu zählte, dias ist heute die tschechische, Krone,* der rumänische Lei und der jugoslawische “Dinar für, Oesterreich. . Die Krone, ‘die man in der Tscheche-Slowakei spendet, 'bedeutet 80 ■•österreichdsidhe rKro*nen in Wien. Diejudleo (der Ramdisfaaiteai, welche den Segen der amerikanischen , Hilfsgeilider . empfunden haben, sollen jetzt zeigen, daß sie ‘ nicht nur nahmen, sondern auch gL'beh wollen. Ich bin. überzeüigt, sie werden .sich solchen' Wünschen nicht vensühlleßsn, jedoch der Hilferuf muß von -dien osterreichisch-en Juden aus gehen. Wenn «sich in Oesterreich ■ein jüdisches - Hilfskomitee ohne Parteiuntersehipd orgaurfoierem wird, - 'uird Persöiddchkieiiten' von Namen, hinäusgehen werden''nach der Tsch-eciho-Slowaikei, naalii Rumänien: und Jiigoslawiein, so wer-dlen . sde v'ol'lm . Erfolg .erzielen. Ra-sche -.Hilfe itzt notwendig, und .bei dem heutigen Ku-rs, der österreichischen Krone liegt . für Oesterreich Amerika in. den Ländern jenseits "dar. ’Donau.' .p'berrab'binef Samuel Reich, Ve.rbö. » * Aegyptlsche Hieroglyphen', in der Nähe des Jyrdsy. Einer Mitteilung der Universität in Pennsylvahien zufolge wurde bei den von ihrem . Mitglieds Dr. Qlarence Fisher geleiteten Ausgrabungen ein großer Stein mit parallel laufenden Linien von ungefähr 30: ägyptischen Hieroglyphen gefunden^ Der Stein wurde in der blähe von Befsam, dem biblischen „Beth Shan“, einem der Hauptquartiere de% Königs Salomon, aüsgegrabem Dr. Fisher bat, wie bekannt, über interessante Funde an dieser Stelle bereits Gerichtet, unter anderem über Kunstgegenstähde, die auf die. römische Periode zurückführen. (J* C. B.) * Begräbnisse am heutigen Tage. A11 e r Fr i e tili o f : 9 Uhr. 30 Min. Wessely Josef, 10 Uhr Löwy MoritZj 10 Uhr 30 Min. Stein Joseflne. - Neuer Fried h 0 f: 9 Uhr Salomon Israel, 9 Uhr 20 Min. Lesky Jojne Leib, 9 Uhr 40 Min. Kohn Karoline, 10 Uhr Fluß Jakob, 10 Uhr 20 Min. Friedmann Jakob. 10 Uhr 40 Min. Redlich Richard, 11 Uhr Dr. Freund Philipp, 11 Uhr 20 Min. Paunzen Wilhelm, 11 Uhr 40 Min. Dr. Glücksam Josef. . Die jüdischen Arbeiter in Che^era. Wie ,da9 J. C. B. aus Jerusalem berichtet, haben die jüdischen Arbeiter von Chedera einen neuartigen Versuch gemacht, tun die ArbeitindenKolonieninihreHandzubekommen.Einegroßa Zahl der Arbeiten läßt nur billige Arbeitskräfte zu. Um diese Arbeiten übernehmen zu können, haben die Arbeiter eins provisorische Selbstbesteuerung eingeführt, so daß die ad besser bezahlten Stellen beschäftigten,Arbeiter auf einen Teil ihrer Arbeitslöhne verzichten zugunsten derjenigen Arbeiter, welche schlechter bezahlt werden. Durch' diese Anstrengung ist es bisher den Arbeitern, gelungen, dir Arbeit in der Hand zu behalten. * Wohnungen für Messebesueher. Das Wohnungs* amt der Wiener Messe hpt Vorsorge getroffen, daß dis Zuweisung von Wohnräumen an Messebesucher sofort näch Einlangen der auswärtigen Anmeldungen erfolgt Da-i durch werden die Vermieter indie Lage versetzt, schon erdige-Wochen vor de* Messö mit Sicherheit. zu 'wisseitj /Öl» und an wen' bie vermieten werden. Da die .* Zuweisuii^ . nach derReiheafolge der Anmeldungen vorgenommen wird« sö ist es ini eigenen Interesse der Vermieter gelegen« möglichst bald ihre Wohnräume beini Wohnu n-g sJ nachweis der Wiener Messe, VII., Mii' s e um s.t.raße 1, Partei r e," anzumelden. Die Anmeldungen können schriftlich oder persönlich an Vormittagen bis 12 Uhr mjttags erfolgen. Die Preise der Zimmer bewegen sich in der Höhe von K 1000 aufwärts . pro Zimmer und Tag. * Eine Kundgebung der Miitelschullehrer, Der Verband der Österreichischen Mittelschiillehrer veranstaltete gestern eine M^ssenversanynlung, deren Hauptzweck eine Kundgebung für die Verfachlichung der Mittelschule war.: ‘ Vorsitzender- Dr. O; B e n d aschilderte die trostlosen Verhältnisse der Mittelschullehrer. Zu diesem materiellen' Elend geselle sich noch die klägliche Verwaltung der Schulen., Die Lehrmittelsammlungen und Büchereien .verdorren und verfallen and können nicht ergänzt werden, weil die Mittel hiefür nicht bewilligt werden. Redner kami /dann auf die Verfachlichung zu sprechen, deren Notwendigkeit er betonte.' Es gelangte eine Resolution zur einstimmigen Annahme, - in welcher die sofortige . Erfüllung ihrer Forderung nach Verfachlichung der Schulverwaltung verlangt wird. Die Vertrauensmänner wurden ermächtigt, im Falle die Regierung bei ’ Ihrer hin-; ziehenden Haltung beharren sollte, spätestens am 16. d. M, alle zur Durchsetzung ihres Rechtsstandpunkt.zweckdienlichen, für die Mittelschullehrer s c h a ft. des gesamten Bundesgebietes verbindlichen und sofort in Wirksamkeit zu treten deiMaßnahmen zutreffen. . Ein jüdisches Hilfskomitee für Wien. Wir erhalten die folgende Zuschrift: Seit einigen Tagen weile iah in Wien und bin e/rschütitert von dem Eiernd, das iah unter den unteren jüdischen Vollkssabictoten wahrzunehmeu Gelegenheit hatte. Mit dem Sinken der Valuta steigt «iie Teuerung und die isTot; hiezu kommt noch der strenge Winter, dieser Feind der/Armut. Die Judensohaft anderer-Länder sendet Hilferufe hinaus in die Welt,,r»n*d seihst; die spoist stolzen ungarisch e n Gehtßj'juden schicken Delegierte über den ‘ Ozean, uni Almösen' zu sammeln. Die Wiener Juden, vornehm und gemütlich,- lindern die Not' so weit ’ als mögliah aits/'eigenem, ohne ander Türe Ariderer zu po-chen. DE Lage der Jüdischen Beamten umd* unbemittelitenJ J^l.^s,sen . hat sidh jedoch in den . jüngsten Tagen so. kritisch gestaltet, daß die loikale Wohltätigkeit nicht mehr hiinreioht. , Der Moment ist gekommen, . wo sich die jüdische Gesellschaft Oestcrrenahs zu einer . duwihgreifenden Aktion entschließen muß. Wo jüdische Kinder im der bitteren Kälte barfuß und in Fetzen gehüllrt herumgehen, alte Leute die dürftigste Nahrung kaum herbeischaffen können, wo Beamte kaum das ■ tägliche 'Brot au fhringen, ist vornehme Reserve keine Tugend mehr. Was die österreichischen Juden nicht vermögen, dias müssen sie durch Inanspruchnahme ihrer auswärtigen Brüder z-ii erreichen trachten. Lind die Judenschaft Wiens hat berechtigten Anspruch, an die Judenschaft der Rand-sitaaten der chennadigen Monarchie. Im alten Oesterreich-Ungarn war Wien die Zufluchtsstätte aller Unglück¬ Ein gelungener Lttüendorff-Witz. In einem Berliner Rauchtheater, der »Wilden Bühne“, welche die politische. Satire mit Glück pflegt, telephoniert allabenalicl! Wilhelm Bendow mit Klaute udä dabei sagt' er : „Ja, ii| München war ich auch. — Ja. — Gewiß. — Mit Ludendorli habe ich auch gesprochen. —' Sogar, sehr lange. — Ja. - Er war, sehr nett zu mir. Wissen Sie, was er zu mir gesägt hat? Er hat gesägt: -,v!e Juden sind schuld, daß wii den Krieg verloren haben/ — ja. — Da habe Ich gesagt! „Herr. Ludendorff, ich wußte gar nicht, daß Sie Judl , sind *., l“ Ausländische Tabaksorten im freien Verschleiß. Die Monopolverwaltung hat eine Reihe ausländische! TaljakfahriKate sichergestellt, die im Wege des freien Verschleißes zum Yerkaiire gelangen. Es handelt sich hiebei zunächst um folgende Sotten:. 1. Französis c h (A l g e risc he) Zigaretten. Diese befinden siel bereits im Verschleiß. Der Preis ist K 23 und 22 per Stück 2. Deutsche Zigaretten. Diese werden nocl vor Weihnachten ausgegeben werden/und zwar zum Preist von K 5, 8, 10 und 14 per Stück. 3. 11 a 1 i e n 1 s c h < V i rsg i n i e r-Z i g a r r e n zum Preise von K 60 per Stück Außerdem werden die Trafiken noch im Dezember aucl mit eigenen Exportsorten beliefert, und zwar: Khediri zu K 25, Aegyptische (Golddruck) zu K 20 und Princesaj zu K 15. Die. Khedive-Zigaretten werden nur in dot Spezialitätengeschäften erhältlich sein. •Ab 19. d. M. gelangt eine größere Menge vol Exportzigaretten der Regie sowie mehrere Zigaretten' Sorten der Firma Wärdar Manufactory of Egyptiat Cigarettes in Rotterdam in den Verschleiß. Der Stückprcij beträgt für die Exportzigaretten der Regie, und zwar Khedive K 25, Egyptische K. 20, Princessas K 15, für df Zigaretten der Firma Wardar, und .zwar ..für - die .Sorte Rubi, Miß Gaby, Troas,'Hellas (Gruppe y K 14/ für di Sorten Magnet, Lord Byron, Dodo, Ba let, Prätai (Gruppe II) K 10, für die Sorten Danaos, Aspäsla Muse (Gruppe III). K 8, und für die Sorte! Satyr und. Memory (Rabat) (Gruppe IV) K 5. DI Khedive-Zigafetten sind ausschließlich für dej Verschleiß Tn den Spezialitätengeschäften bestimmt. Di Äegyptischen, sowie die Pzinzessas-Zigaretten, letzter , zum Teile mit Goldaufdruck, zum Teile mit demselbej Aufdruck wie die Inlands-Prinzessas,. gelangen in Speziali tätengeschäften und Trafiken zum Verkauf. Ebensj kommen auch die „Wardari1-Zigaretten der Gruppe I, und III in den Spezialitätengeschäften und Trafiken zu Ausgabe. Die „Wardar.“-Zigaretten der Gruppe IV gelange nur. im Wege der Trafiken in den Vertrieb. Die Abgabj erfolgt im freien Verkauf außerhalb der Raucher karte. * Leichenbegängnis Dr. Poznanskis. Aj * Warschau wird uns gemeldet: An dem vot einigen Tagen hier stattgefuindenem Leiohonbegängnal Dr. Poznan? k i s beteiligte sich ein Zug von ioo.oq Herrenwäsche litt! Schiff mann 11, Taimislräße 48 °> En gres Telephon 47179 wu fin detal 04475

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