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Wiener Morgenzeitung · 1921-12-09 · Heft 1028 (9.12.1921) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 1028 (9.12.1921)
Date
1921-12-09
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Seite & Wien, Freitag WIENER MORGE-NZEITUNG 9. Dezember 1921 Nf. * Erhöhung der Arbeitslosenunterstützung in Deutschland. Mit Rücksicht auf die steigende Teuerung hat die deutsche Reichsregierung die Arbeitslosenunterstützung ab 5. Dezember erhöht. * Oesterreichische Keifezeugnisse in Bayern gültig. Wie aus München gemeldet wird, hat die Unterricbtsverwajhing die Gültigkeit österreichischer Reifezeugnisse zur Einschreibung an bayrischen Hochschulen anerkannt. Vereine, Vorträge und Versammlungen. Gesellschaft der F r e u n d e (Quäk er). Jeden Mittwoch, 6 Uhr abends, frei zugänglicher Vortrag für jedermann im Hietzinger Amtshause, Eduard Kleidgasse 2, H. Stock. — Jugendrerein N e - Z i o n a h. Samstag, 7-2 Uhr, dringende Aus- Schlußsitzung. Treffpunkt: Vor dem Vereinslokal. — Volksbildung im Technischen Museum. Samstag den 10. d. M., 3 Uhr nachmittags, Führung „Das Eisen* von N. Boroevic. — Sonntag den 11. d. Mo 10 Uhr vormittags, im großen Hörsaal Lichtbildervorirag „Ueber die Normalisierung in Oesterreich“ von Dr. ing. J. Tomaides. Bühne und Kunst. Musikalische Erziehung in Palästina. Von A. Z. Idelson. i;!Das E;rwadie:n des jüdischen seiimä Hat m-aitirrlich auch ein Interesse am nationalem im Reiche der Ivunst und Wissen- Pdhaiirt (hervorgwizfem, Die: ncu-e Geo^rataoto, dcTort Elrsi-e-hung eeidlkily wledter öuefDiräiisdi gestaltet wunde, mußte in den Pflege jüdischer M w s i -k janc fermere Stütze finden,die j‘<ede wiriklkh völikstümikih'e Mn*sik der jiussgioiu, zur großem Auf g-a<ben. tetnifeitien, iVcl'ksscele zu gebem vermag. Nun gübH es Leute, dbnje.h -Musiß: —- Cu-isuts ist.. Die so t&teiiendm neigen gewölw'l'ic^' eünjetr rein iviritsvh'aMiclhiesn Betea/etatiumgsweise %l\ und imiterhichaihzien daibef »il^u le-iidht die Bedem&UMig* der ivitist för den im/iieren: u-nid äußerem Aufschwumg ‘ einer e'ber« erwachleuiden Nation. Meine Erfaihrumgon tn Pafösrtin» 5i albern. mir gezeigt, daß die Erteilung lin den n-K^ksitüniUdien Küssten-, iifcjfe Ant umd Wdr- Ikuug auf dem eamzelneai Scthü'ler vom» höchstem' Eiu- Ä-uß auf -das Tem^pq -und die -Kraft der aHgemeirjen fUidkLchr zum aaJtioÄi'adeii Ltlben ist. Der Vepstrdii, m Pslä^timia' eine lmrsükailii^ie^Ve •ErtzjehiUipg zu föndesm, i'St viechÄMismäRg früh, votr etwa 15 Jalhiren-, tegomrußn worden. Der V<er-; tfassea* diee.es Artikels war der erste, der in jüdischen Schmie« - sy^tematitsebe Gesan^s^jiiwdfeti'; efefirfeite,. •Ab ich mich, wie gesagt, vor i-Z Jafntrem . diäter A-ribejt wÄMsi-e, gajb es rmr einige w’onigehiehräi'Sche Lieder, Tob Inastte also üfberthanpit oi-inrnal die riioit-' wendigie ‘Musik ausfindig zii pradfen., Ein schwiefiges; lUrnibernöhmen! Jahrelang mußten Me VrtaditeoifeMle^; und popiüläreai Gesäuge ^usanuneaigetrag^n., .iund pcmiJcbst auf Äre Bi-gmwg für;. Kin-dergänteiu^anid Schufen •uriter.ämdhlt werde». . Dafeei erhöh siefo 4^ö?V. die Frage, oh das jüdiisdh« Volk v/irlalädh eine ersehe Mausilc ibe&i'tze und ob sosk&e 'Mtrsik dem nseu^eit- 1-kih.en Gesang-spädagogipn genügen fkön/nie, . -Eijne: klare Antwort ‘hierauf koraitc iwir ejjy VergliHjQh der rntusikaf«schön. F.iemeintte in den. <popdlärs!tien. Liedern aller jüdischem Galuthgem efedengtfaetx Dieser Vergleich war »her nur möglich, wenn) njani eine VQ-I! ständige Saman Hmg der Lieder pun •, Vei> füguffl-g Latte. Dia dies «iioht dier Fa# -war, -beöcfrik)ß ich, die Sammlung zü 'verawstaiiilm. Anfangshielt doli die Artbett für einfach, aber die Erfahrung bat mir die Schwierigkeiten eröffnet. Heute, mdbr der .'Vollendung meiner Sammeltätagflceif, kann ich sagen, «daß ich! .115 Jahre lang uineir.müdl'icih -afes ziusammeingcliragen halbe, tun 'lediglich die VoraiTfbeiit zu vollenden. Dahei muß ich mich -heute glücklich .'Chätzan, daß da« erfcirdeTiicihe Materiail mtaah nicht JvorLanden* war; denn -— daß iefn-’s niur gestohe! cr.:*t -beim Sam-wnel’-n ist -m-i-r die ENisteuz el-yisr -x,pejüdisdhar M-usilatafgegamgeir. I<A vdl-1 jetzt <las Ergebnis dieser Tätigkeit — 4000 Lieder untd Volksweisen« — in. ü-bersiditiLicliftr -Weise «voröffcriitF?iehen, iuim ALu-.dkena rund Kampcfliisften Quelileninajteirial, Schüler« und Lehrern eine Gnundfli-iigic für dien Uinibünridht zu gebeir. ’ Wie steht es -um Äie m*usvkalische Erzieimng in /Palästina-? ' ' ln Jaffa i>esteh;t seit elf Jahnen eine Mus;!k-’ 'schule, die -von der .verstonbenen ersten Gattin Dr. R u p -p i us begründet wurde -und henite von Tl-etm K o p e 11 k o geleitet wird. Dieses Institut hat •viel für die Verbreitung edler europäischer -Musik •getan-. Eine zweite, gleichfalls .von Frau Dr. RtiP.pin ■begründete M-usikschale gibt es in Jerusalem; sie •mußte bei »Kriegsau-slmu-ch leider ihre P-forten schließen. Im Jahre 19118 wunde jedoch’ «2 «der Ha-uiptstaebt eine ncu-e Mu-sik-schuie eröffnet, die anfangs ihre Förderer in Aegypten, später beim Waa-d Flach in uch fand. Eine dritte Anstalt Fa' IT a i f a. wird . •von Fräulein W eitzm ann gelcit-et, Jn allen diesen; Kcnscrvatorieu wind -Klavier- und G.eigeniiti-terrieht, Chorgesang, Tliearie -und Harmonielehre gepflegt; die Jcr-u«aleiner Schule lehrt auch Sologesang, während In Haifa eine Orchester schule ibesle-ht. Obgleich die meisten Murihsch'ütet hohe Stundengelder zahlen, waren die Leiter der Konscrva- 1-vricn doch gezwungen, vom Wasd Hachin.ucih eine 'Subvention z,tt verlangen. Aber ich bin sicher, daß die Zunahme der F.lnwa-nid-enning auch auf die wirt- *':lia'fvlioh«e Lage der Mns.ik?&ch'U'lcii günstig winken wird, .fodaß -ic späterhin ohne Unter.-tiit/.u.ng ausknin.men werden. Inzwischen müssen, jedoch für die Aufrechterhaltiung d i-eser Len pstätten Vortkeh-r-u-ngen fitroffer) werden, wie sie für andere Institutionen AKADEMIE zugunsten der jüdischen Blinden Mitwjrkend: Prof. Storch (Orgel) Ernst Tauber (Volksoper) Miriam Schnabel-Hoeflich tea Welntraub-Graf Quartett Eigenfeld (Hakoah) ffer n dieser Wmi« Karten kaaft M« di« Bliatien! Karten erh&ltiich an den Konzerthauskassen, UI., Lotlirlngerstraße an der Kasse der „Wr. Morgenzeitung“, IU Taborstrasse, Buchhandlung L^vlt, I., Rotenturmstraße, Kartenbureau ATda, II, Taborstraße 7. 9313 Montag, 12. Dezember 1921, 7 Uhr abends Mittlerer Konzerthäussaab bereits getroffen «iaidvAwh hier erwächst dem Karen Hasse-jod eiivi>e -Aufgabe, die uimschwer zu ly?en iisrä wenn ntvr die Jaidcn im Galuth für Eccz Israel -zusannrnenhalten. loh kaum mir nicht dcarkeai, daß auch w ei« Jude ütTsOnde wäre, ©feer Angelegenheit •seine Hilfe «aic varsagen, diie -so .Viel su>r Genesung des jüdisch er»- Volkes «be-ihrägt. (»ZlQLMt Revfew.«) Veut8eke8 Vol8ktKeater. t\\i allen Ehren einhs Premierenerfolges wurde Artm Schnitzlers Einakterzyklus »Lebendige Stunden“ in den Spielplan ausgenommen, obwohl die Darstellung manches zu wünschen übrig ließ. Vier Hauptrollen in den vier wertvollen Einaktern hat jetzt Ferdinand 0 1111 o inne, konnte, aber nur als sterbender Journalist Rademacher (in „Die letzten Masken“) seine geschätzte Eigenart zeigen. Als Dichter Heinrich in dem nachdenklichen und stimmungsvollen Stückist er zu mimosenhaft, für den Literaten Gilbert in dem köstlichen Schwank »Literatur“ fehlt ihm der Humor. Hier hat auch die sonst so vortreffliche Annemarie Stein-sieck enttäuscht. Flir das dumm-geschwätzige, nicht ganz saubere Literatenweibehen Ist sie zu vornehin. Hervorragende Leistungen: Aurel Nowotny, der sieh zitm Charakterdarsteller .ersten Ranges entwickelt,. als Schauspieler Florian in den erschütternden „Letzten MAsken“, die, wir trotz der allzustarken Theatrahk 'iü Schnitzlers' .besten Einaktern zählen.; Ferner Eijka Wa g -u e r als...wunderschöne, feinnervige 'PauJfee in-. der „Frau mit Men? Dolche“, Vortrefflich in Maske •. und Auffassung . Karl F p r e s t und Hans L.i.c'k n e r., Ueber. eine schöne -Begabung, dje schon jüngst: aufßeL verfügt der junge Herr Egon Jo r d a n. Sein Liebhaber in der „Frau .mit dem Dolche“ ist wohl unfertig, aber echt undfyurig. Andere Anfänger sind allzu laut und. stürmisch, er ist allzu leiso und-zurückhaltend; ein Mangel, der sympathisch ist und gute Entwicklung erhoffen läßt. Vojj seltener Natürlichkeit wieder Herr Oskar S 1 ni a in einer wingigen Episodenrolle. .. *. . , Artur Schnitzler, der stürmisch gerufen wu-ide, mußte nach , dem dritten und vierten Stücke immer wieder vor der Rampe erscheinen. 0. A- Klavierabende. . Herr Edwin Fischer will nicht Virtuose, sondern nur Musiker sein. Er geht dem Sensationellen in gleicher Weise aus dem Wege-wie dem Gefälligen und fühlt sich am wohlsten inmitten seiner Örchestermnsiker, denen er zu Bachschen Konzerten vom Flügel aus nach der alten Meister Art im richtigen Augenblicke die nötigen Einsätze gibt. Ebenso einfach und überzeugend quillt, unter seinen Fingern ein wunderschönes D-dur-Rondo von Mozart und im Largo von Chopins H-nioll-Sonate weiß er mit seinem selbstvergessenen Spiel in erdentrüekte Fernen zu ent- führen. .. Auch Herr Jmre von K e e r i - S z a n t 6 präsentierte sich als Chopin-Spieler. Alle 24 Konzertettidcn säuseln und brausen vorüber, zu wenig Klang und zu viel fühlbar gewordene’ Virtuosität, mehr Etüden als Chopin, dessen Klangwelt nur wenige Berufene hZchzauhern können. Auch Herr August G Ö 11 h e r, ein. überaus ernster und . geschmackvoller »Musiker, spielt Chopin viel zu gleichmäßig nüchtern, ohne jegliche Mystik pder Dämpnik; umso besser, gelingt ihm Bach, dessen Tonwelt er mit aller Klarheit und reicher Dynamik gestaltet. Stephan Gouda ist auf dem Podium wohl noch nicht recht heimisch: Anerkennenswerte Fingerfertigkeit und entsprechenden ‘ Kraftaufwand bringt er für Franz Li$2t mit, während seinem Spiele für Debussys Feinkunst noch der nötige Feingehalt mangelt, Erna J 0 11 a s, die einst als Wunderkind angestaunt wurde, kommt nun allmählich zy sich selbst. Noch spielt sie ihrem. Alter angemessen mehr, unter dem Zwange des Erlernten. £ls unter dem Eindruck des Erlebten. In Mozarts A-dur-Sonate ertönte es wohl frühlingsuiäßig mit aller Sinnigkeit und Innigkeit, hingegen klang es in Schumanns „PapUlorts“ und in Chopins F-diir-Ballade trotz des sauberen, abgetönten Vortrages aller Romantik bar, von der Zimmerluft 'der Sttidierstube. durchweht. Warum wird auch für das halbwüchsige Mädchen ein Programm zusammengestellt, das weder seiner kindlichen Vorstellungswelt noch seiner schwachen physischen Leistungsfähigkeit angemessen, ist? . flb. Das Aktionsprogramm der Freien jüdischen Volksbühne. Von der Leitung der Freien jüdischen Volksbühne wurde einem unserer Redakteure über die künstlerischen Ziele und das Aktionsprogramm des Theaters für die nächsten Monate mitgcteiH: Arn 12. Dezember wollen wir zur Feier unseres ersten Jubiläums dem Wiener Publikum zeigen, wie das jüdische Theater überhaupt entstand, das ja noch kein halbes Jahrhundert alt ist. Es hat sich mit Riesenschritten von der Gelegeuhültsposs«, dje .durch fahrende Sänger in SchUken und Einkehrhäusern aufgeführt wurde, über das volkstümliche Singspiel G o 1 d f a d e n .s und das jüdische Familien-, drama QordUs sum modernen sozialen Theater entwickelt, wie es David P i « s k i gibt, und hat dann alle Gattungen des modernen Kunsttheaters, das jüdische Legendenspiel, das Symbolstück Perez Hlrschbefnä und die Charakterkomödie zur Entwicklung gebracht. Pie hier genannten Namen und Gattungen sind die M e 11 c n s t e i n e in der Entwicklung des jüdischen Theaters und darum haben wir auch uhserer Festvorstellung, die wie unsere ganze Tätigkeit hier kulturellerzieherisch wirken soll, den Titel „Meilensteine“ gegeben. Die nächsten Premieren unserer .Hühin;. sind. Qssip. D y m 0 w s Komödie, „joschke Musikant“'und Br! n k ö 5 »Ganuwim“. Dann folgt „Der Qjaer“ von David Pinskj; dessen „Jeqkel der Schmied“ und „Eisik Scheftel" bei uns po großen Erfolg hatten, daß sie nebst Asch' „Gott der Rache“ die am meisten gespielten Stücke unseres Repertoires sind. Wir werden ferner in djeser Saison noch eine Komödie von Asch, „Jiches“, und ein Goldin-Stück, wahrscheinlich „Mirele Efros“, herausbringen. Inzwischen bereiten wir uns zu unseren wichtigsten Aufgaben vor, def Aufführung von Perez Hirschbeins „Die Piste Krejtschme“ und des A n — s k i sehen „Dybuk“, welche nichtbloß große schauspielerische, sondern auch bedeutende dekorative Anforderungen stellen. FREIE JUSmCME VOUCSmiHMB 4280 Gastspiel im LWST5PSES.7HEÄTE» t 7 Uhr abends: DER DORFSJS^G M7 DAS THEATER IST GEHEST! Kentag, den 12. Dezember 1921, 7 Uhr abendtf PESTVORSmLUNO anläßlich des einjährigen Bestandes der Freien Jüdisch«^ Volksbühne. (Näheres Ankündigungen und Anschläge!) ** Aus den Theatern. Int Bürgt hea-ter wird morgen, Samstag, „U n P l p. p a t a n z t“ aufgeführt. Im Oper 111 heiter gelaugt morgen, Sapistagif „Das Rheingol d“, mit Herrn Wilhelmen er s vom Hamburger Stadtheater als Wotan und Herrn Berthold Pütz vom Düsseldorfer Stadttheater als Alb.SflQh» zur Aufführung, . .; > V p 1 k s 0 p e r, Die Indisposition des Herrn Kammersätieers'Leo S I e z a k ist vollständig behoben und sUvgt Herr Kammersänger Zltzzak in der heutigen Vorstellung „M arg a r e t h e“ (Faust) den Faust und Sonntag den 11. d. M. den Tanuhäuser. . . Im D e u t s c h e tt V 0 i .k s t h e a t S r gehtpiorgent Sapistag „L elendige Stunde n“ in . ärene, Montag den 1L. d. M-. um 6 Uhr gelangt Schülers Schauspiel „Die Räuber“ Jn der Besetzung der Neueinstudierung zur Aufführung.' Für diese Vorstellung gelten die normalen Abendpreise. . In den K a m m e r s p i e 1 e n wird morgen, Samstag« um 7 Uhr „D e r P a p i e r .r s i f e n“ und uni IS Uhr. „Mo rp .h i V m“ gespielt. — . Sonntag den N; 4, nachmittags 3 Uhr, wird Schnitzlers Wiener KbMOßle, „Liebelei“, mit den Damen Keller, Hochwald und Pohl, den Herren Kutschera, WengraL Lacknef; und KlinekQWströni Gerichtssaat. Der Prozeß gegen die Kapp-Patschlsten. Leipzig» 8. Dezember, Der Angeklagte von J a g 0 \f erklärte weiters, er habe nur für ordnungsmäßige Eustäpde eintreteu wollen. Er habe angenommen, daß am •13." Mär» Berlin militärisch, also gewaltsam besetzt werden sqlje. Wenn er früher Kappp gegenüber sich bereit eiklärt 'hatte, an einem 1 e g a I e n Unternehmen sich?u beteiligen, so habe er sich allerdings gesagt, es nitissa. auch so ' gehe«, und er habe seine Beteiligung picht abgelehnt. Ein Programm, die Verfassung gewaltmäßig zu ändern, sei nicht aufgestellt worden. Er habe als geeignetes Mittel, die Verfassung zu sichern, die Diktatur ä uge s ehe n. ' •> Der zweite Angeklagte Freiherr von W a n g e ith e i m erklärte, Kapp habe-ihn aufgefordert, das preußische Wirtscliaftsministerium ' zu übernehmen. Der Angeklagte äußert sich eingehend über die Bestrebungen des von ihm gegründeten Bundes der Landwirte. - An einem KoalHlonsministerium auch mit Sozialdemokraten teilzunehmen, wäre .et durchaus bereit gewesen. Die politischen Fragen hätten ihp nicht interessiert. Er habe nur an die Volksernährung gedacht, Der dritte Angeklagte Dj*. S c h U 1 e bestreitet die gegen ihn erhobene Beschuldigung. Nicht gegen, sondern f li r d i e V e r f a s s u n g habe er eintreten wollen. Die damaligen Zustände seien nicht verf|gsuligsgemäß, sondern verfassungswidrig ge wese n. In der Mitarbeit an Gesetzentwürfen auf dem Ernährungsgebietß habe er .ein hochverräterisches Unternehmen selbstverständlich nicht erblickt. Er habe lediglich seine Mitwirkung:mpht versagt und eine abwartende Haltung beobachtet. > Sport. Die gestrigen Wettspiele. Das Hauptereignis des gestrigen Tages ging auf cte? Hohen Warte vor sich und brachte Rapid einen verdienten Sieg gegen Amateure 3 : 2 (2:1). Die Hüttetdorfnr stehen wieder an der Spitze der I. Klasse. Wacker untf Sportklub teilten erwartungsgemäß die Punkte. Rapid—Ainaf.eure 3:2 (2:1). Beide Mannschaften traten komplett an. Die Rapid- Leute spielten mit kolossaler, selten gesehener Aufopferung! Ihr Sieg war vollkommen verdient. Anfangs waren sie zwar im Felde die schwächere Mannschaft, später jedoch fanden sich die Stürmer zu tadellosen Kombinationsaktionen. Der einzige Mann, der; vorne versagte, war Hauer, der im ganzen Match nur einen einzigen guten Paß abgab, der allerdings zum siegbringenden Goal führte In der Halvcsreilie vollbrachte \ raiKtstätter ein ungeheures Arbeitspensum. Die Flüge!!,.tufer waren im allgo meinen gut, Schlosser hatte gcV'en Köck einen sein schweren Stand. Die Backs zogen ‘«ich in anbetracht1 der schlechten Bodenverhältnisse mit A(.nstand aus der Affäre* Dar Tormann spielte ausgezeichnet

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