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Wiener Morgenzeitung · 1921-12-09 · Heft 1028 (9.12.1921) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 1028 (9.12.1921)
Date
1921-12-09
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 1029 foien, Pfeifer *»-"».. . —■ Letzte Nachrichten. WüeiyE~fi~ggSBHNZElTTTNg Mitteilungen aus dem Publikum. .9. Dezember! 92? . /S3fg* *¥ I durdh Vorliebe für eine (hübsches Aussehen, .bestimmtes Fairibe and für g$| Loucheur in London. Statt jeder besonderen Anzeige! London, 8. Dezember. (Privat.) Minister Loucheur Ist hier heute eihgetroffen und konferierte mit den englischen Staatsmännern Sir Robert Home und Sir Bradbury über die deutscnen Reparationszahlungen. Abends begaben sich die genannten Staatsmänner zu Lloyd George, um die Besprechungen fortzusetzen. (seit Jalhirfairoderten wibar dem Paifcronat de« Si^str» ibiärger Bischof« «liehen: Zairüokgefübrt: wird dieses laerikwürdige Vörhält'n'b zwischen. Bi>&dh(o€ ltm<d seipäiairi-s'cheai Joden daira/uf, daß GahrieS IB: etthl e n, Fönst von SÄelbanibürgen, einen jxidißchm Leifoanzt namens Gofiie« hiatte. Fünst iBethlen hatte «die Stiebenbürger spaniol Ischen Joden ©ehr lieb gewonnen nnd giasb ihnen wiederholt Zeichen seiner besonderen Gimsit. Eines Tages bat idsr Arzt Cofaen seinen Herrn., einen Patron für «die ■gpan.iiol'ischefi'Jasden Siefbenbürgens m ernennen, der-es als seine. Herzen,spfl&dit aaasehen würde, «ich stets der Stpan.iidten auzumehnien. Fürst Bethlen entsprach gönne dieser Bitte, und ernannte den-, jeweiligen Bischof für. Siebenbürgen zum Pastron der Seiphardischeii Jti'den Ttranssyiivaoiens. Dordh diese forsttOTfecihe Feststellung, wird. däis. folgende Biittgestuioh verständlidi' sein. Es lautet: »Seit mehr .alseinem Jahrhundert bestehlt . in Aer Hauptstadt d-es' Eaindets. unsere Betnnereinigrühg und dennoch geschieht es jetzt ■zum ersten Male, daß Die Vermählung des Fräuleins Klara Wales mit Herrn Jonas Backenroth findet Sonntag den 11. Dezember im jubifäumstempel, Wien, X., Humboldtgasse 27, um 12 Uhr mittags statt 529 Streng rituell! Hotel Restaurant Barschak Vorzügliche polnisch-ungarische Küche Wein- und Bierspezialitäten , ,si Wien, II., Große Schiffgasse Nr. 3 Echte Jägerwäsche Ä Alber« Matzner,Wien,!,, Kohlmessergasse8 Ln den Wiener Vol'ksschul’e-n. sst daß tatsächlich geschehen. Trotz der.,hohen Konten mmdten die Vo'lkiächmllesebüchcr •umgearb eitet. ,, And'ers in den M itt. etsch u l ea!; Hier stehen vielfach noch die alten, von Sohlachtenlärm utidKriegsheldeiniruhm erzählenden Bücher weiter ir» Göbraaclh, 'und! «s werden von ihnen sogar neue Auflagern gedirurikt. Nin>rA man zum Beispiel das lateinische Uelbuttigshuch der ersten Gymnasialhlaisse zur Hand, so ’findet ■mau gleich am Anfang in jedtem Paragraphen einen oder mehrere Sätze, welche dien »berühmten Feldih-ernn.« u?ttd die »tapfern ■ Soldaten:«: dem (kindlichen Hirnein prägen. wir hus erliaulben., Eure Bischofliehe Gnaden’ mwt solcher Bitte z« belästigen.,' weÄ in uns der Glaube Idbt, daß wenn wir an die Türe Ew. ExtzelleaiK pbdien, u-rwsere billige Bitte einer weisen Besurtejr kmg teilhaftig uhid. Erhöruug finden wind. ... r Es äst eine jahdwnd.'entealite geschichtliche Tra- ÜKitfncsn, daß infolge, eines alten fürstlichen Patents, der jeweilige Sieibembüfger Bischof vom getkrbnfen Haupte als, oberster Protektor . der , heknaitlidtoen sephardiischen Juden .'bestellt wurde. Mit den Dahhi-- .&dhwnnd(en. der Zeiten und im Laufe jahtrbumderteai!ter. Wechiselfälle mochte wohl das eine oder an-dere Band zwiisdhen dem. erhabenen christlichen Kitrdhenjtprslten uod . der bescheidenen ' ungarischen. Judensöhßft -sephandiischer Aibstam-rming gelockert wor- . den seiri«. Aber dies vermochte, nicht, ans unserem •Herzen das. Gefühl des DanSkes zu reißen, jenes , Danikes, d*m wir gegen die hohe Person des gegen .jdös■''weto vateHiich'em - Wohlwollen.vbeseeiten MWSÄ.-7 <.HM^i.obW^ULgLr-iHäsdboLssMssuim. hsuitigeh Tage ■ ..LmpfvN'dLLU, : ' Weurn wir es heute wagen,- Sie uni eine Unter- MutEg anzufielien, tun -wir difes ’iuaiter Bemtiftang d«if1 jerie religiösen Uefoerliefeatuogen, 1 ^weldrer w-ir 'WÄh un>sersü Vorvätern als Erbe ütoeraoim'riiem halben Ed "bis zmti heutigen Tage getreü üben» indean w:ir;a’31e, die die Lehren unserer Religion ‘befolgen, in dem Gottesdienst nach unserem -uralten' Ritas 'vereinigen und das religiöse ’ Gefühl in unseren Ntaohkomitnen mit demselben religtosen Eifer pflegen, Wie wir selbst erzogen wurden. Eeider mEtzn je* öodh im Laufe der letzten Zeit die wohlhabenderen Ätjgli'eder unserer Synagoge,' «dire durch Ühre naimhaf-ten Opfer viele' Jäihre hmiduiroh cliiie Hauptefhal-. ter mnisei-etr". Betvereinigung waren, über dert Ozean ialiaswäuderai, und so verlören wir den wichtigsten |Fei? der- Eiitnaiabnusquelfen, welche -.bisher die Erfoaj- Ibtung unseres Bethauses 'gesidrert halben. Da unsere BetgerneMisch'Lkt hauptisächli-ch aus unbemütMtLn .^lÄU'bensgeno-ssLn besteht, wenden, wir alle voii dfer •fejatetenafrage bedrückt, 'ob wif «aniseren Betiver^hi 11 «Mich in •Zukunft vor dem Zü&afiJismehibimi'oh wenden Ibewtahrän iköntn-eii. ' " •' 1 , ■ Indem, wir Ew« Exzell euz .iam Ihr, väteriidhies Woildwolle^i Ibittem, schwebt -uns die Erinnerung Ihrer zahlireichem »ausgezeidmeteai Vorgänger und deren unermeßlich große Gunst , gegen urrs vor Äugen. Alber es muntert uns. zu dieser Bitte auch itfias Bewiufibseiai auf, daß fcEw.' ExzeUene audi^persöhlidi ein erhabenerÄpotztel der HumamilLt sind, tmd . als Patron der ungarischen sephaidijischen Judtenis-clhafit Me geeignete. Form. fmdeai werden^ um attift .Ihrer heiligen Keehten uns hilfreiioh b'eiizu- Btehen und unsere Kirehengemeinde vor deni endgültigen Ruin ziu erretten. Groß w.ird unser Dapk gegen den wünchgen Naehifolger der großen . Vorgänger, gegen. Se. Exzeilen-z, den- 'berühmten. Sieben- Sürger Biscahcif, sein. ■Wir emupfehleii un's mit,tiefer Ergebenheit und ergebenster, Hociliacähtung, in . Ihre obeahirtliche jiSuflhjsit .aife Eurer Exzellenz, diankscihuldige ergebene Untertanen. . Aas dem merkwürdigen. Dokumeint geht hervor, daß audb dieresöhen •serphaitdistchen Juden .Ungarn den- Rückest gekehrt haben. Bei aller -Ä;d^ ichrng vor <»löen Üebcrliefenutngen, 'berührt es sbtiijer- Lan, daß die Bud'apesteT sepiliardisdie GemerMe (keimen anderen Ausweg für ihre Nöte wußte a'l's die Idevote Emgaibe an den Bischof. Zür Frage der Schulreform. Man schreibt ums: Nach dem Zusamraenibttich des Militarismus in Oesterreich hieß es, man. müsse trttmimehr die Schuljugend in anderem. Geiste errsiehen dis bisher und zu diesem Zwecioe insbesondere alle jirae Lesestiicke aus dter.'Schulbüchern ausmerzen, welche «len Krieg untd das ga^lzc monairchistiisch-milt'truri?tisch-e System verhenrlichen ^and in der Seele des Kindes daia ,iSfotölh<5K itecfe .da^rtk sm w.ccko^ Vielleicht wird man dies dami!: 'entschuldiget, daß der arme Staat jetzt nicht neue Bücher herausgebea .kann, weil dies zu kostspielig ist. Man konnte aber verlangen, daß derartige F^sestiidke .nach Möglichkeit übergangen werden, da p'hnedfeä. nicht alle» durchgenommeii wird, was inj Buche staht.' Zusmindest könnte: man von den Mibteisdhti’l'leihireiin ‘ fordern, daß •sie dieses Thema nicht für' Schularbeiten ün4 Aufsätze wähten. /> •’ 1 " •- Leider ist dies nicht der Fall, und in den lateinischen Schularbeiten wimmelt es oft von deai mit Rosen geschmüclcteni Statuem des berühmten Fddiherm, dem großen Dichter, der sowohl den guten Feldihemi als .auch die tüchtigen Soldtaten feiert usw. So wird der gastrze Gedankenkreis dies- Kindes mit >Fddiheri?ii, Soldatem, Feinden, jKriegen us\v.<r erfüllt. Und doch wäre es nicht schwer, mit demselben Vokabelschatz die Sätze anders' zu gestalten! Die Mädtehep könnten zum Beispiel ganz gut die Statue des berühmten Dichters, statt jener des' Feldherrn .mit Rosen schmücken. (Leidecist aber poeta ein -Hiaiu;ptwort der. im. . Dezember.--bereits- - erledigten e r s t e n Deklination, während, imjperatoi- oder dlux offenbar durch kein anderes Substantiv, zu-ersetzen ist!) Auf jeden Fall wäre an dem Gedarikon kontsequetnt festzulhalten, daß eine gute. Choralcterausbildtöng der Jugend! wichtiger ist als die Kenntnis einiger lateinischer Vokabeln. — So webt die Zuschrift tamseres Einsenders. Unseres Erachtens hat,, es, seine Schwierigkeit, im Lateiimtinterrioht die Behandlung militärischer- Fragen gänfzlsicih zu übergehen, weil öbem die Römer ein Kriegsvolk waren und., dieser. Umstand-,' natürlich auf Geist und Inhalt ihrer Literatur abfäiben mußte. Hier ist eiben . die richtige Emstelteng... des Lehrers erforderlich, der es verstehen müßte, den kulturgeschichtlich bedingten Gesichtspunkt heratvszuikehren, um zu vermeiden, daß der Larte|n»uiniterricht, «diese Sohule geistiger Gymmastik, ein Mittel werde, um die J-ugend mit dem Kriegsgeist slbg-etämer Epochen zuerfüHen. Hier wie überall kommt eS^'auf die Lehrer im ernster Reihe an, in zweiter auf den Stoff. 'Nach -der Intensität, mit ffer an Wiener Mittel-, such Volksschulen antisemitdt wird, hat es damit, noch gu<be. Wege!. * Der »Wahn der weißen Nahrungc. Als wahrend des Krieges das weiße Brot versöhwänd' und QJn seine Stelle •dlunkles trat, hoben die Aerzte mit1 RechtTiervor, daß dieses von uns so verachtete ^Schwarzbrot« sehr viel mähr Nährwert besitzt als -das weiße Brot. Aber bekehrt halben wir uns deswegen-doch nicht, und nachdem die schlimmstem Zeiten der Not vorbei waren, trat Auch gleich wieder das Weißbrot, hervor, düs nun cipmal für feiner und besser gilt. Daß aJber diese Vorliebe für weiße Nahrung eine; der größten Sihntosig- keitetn ist, die die Mode auf dem Gewissen hat, das hebt der englische Nabrungsraittelforscher Gharles P. Sislcy in einem Aufsatz hervor,- in dom .er den >Walhu der weißen Nahrung« bekämpft.' Die unnatürliche Weiße unseres Brotes, auf die wir so stolz sind, nimmt der Nahrung ihren Geschmack, und fast alle ihre Nähnk-raft. Die Aerzte eridäron das Weißbrot für so manche 'Krankheit verantwortlich; die Zahnärzte betonen, daß das Schwarzbrot unseren Zähnen viel dienlicher ist. Dieselbe Manie für das Weiße hat den Nährwert unseres Z ’u c ik e r s schwer geschädigt. Der allte bräune'Zucker, der unserem'Urgroßeltern so gut schmeckte" und ‘bei dem sie so trefflich gediehen., ist heute a,irs unserem Gesichtskreis verschwianden und so mancher mag glauiben, daß-daß Weiß die Naturfarbe des Zuckers sei. Das ist sie aiber ■ lcewicswegs, sondern das fleckenlose. Aussehen^ däJs der Hausfrau so gut gefällt, wird nur durch eine .Raffinerie heirvorgebracht, die dem Zucker , viel von seinen für den Mcmschen nützlichen Eigetnschafteii. nimmt, , Ebensowenig wie man heutzutage anderen Zucker kauft als schneeweiß en und ganz trockenen, fördert man auch' weißen Reis. Aber der Reis mit seiner natürlichen bräunen Färbung besitzt alleih die hohen Nährwerte, die zum Aufbau des menschlichen Körpers cifordcrkich sind. Unser weißer Reis hat verschiedene Prozesse durchgemacht, die ihn um ekues leerein Vorurteils willen wichtiger Substanzen berauben. Der Reis Lt fast die eineiige Nahrung des Ostens, aber der richtige Reis mit ■seiner n'älvrhäften brauinm Hülle, Die Indier oder Chitneseu würden von dem Reis, dten sie bei uns kaufen könimten, nicht -das Leben fristen. So sind a-liso drei wichtige Gegenstände unserer täglichen Naihrung iihrer heften Kräfte beraubt durch lächertiobe äußere Gründe. :* Eine Spende der brasilianischen Aerzte für tffäf Aerzte der Mittelmächte. Nach einer Mitteilung, die dein brasilianischen Gesandten in Wien, M. Oskar de„Te f ß inoffiziell zugekonimeu ist, haben die Aerzte Brasiliehs den Beschluss gefasst, ihren notleidenden Kollegen In Mitten eüropa zuhiü'e zu kommen. Sie haben eine Sammlung nfiten Berufsgenossen veranstaltet, die das Erträgnis;; von 133 Conto para (nach dem jetzigen Kyrs beiläufig 150. bis 160 Millionen Kronen) ergeben hat. Diese ansehnliche! Stimme wenden sie den Aerzten in Deutschland 'und! Oesterreich zu, so dass auf die Aerzte jedes Landes etwa 75 bis 80 M Mi onenKio he h entfallen werdeni Die Art der Verteilung und die Stelle, an die , die hochH herzige Spende eingesandt wird, sind noch nicht bekanntes * Lord Rothschild und der Keren Hajessod. Lord! Rothschild hat an Untermeye.r, Leiter det Keren*! Hajessod-Aktion in Amerika, folgendes Telegramm ge^ riphtet: Die überall zerstreuten Juden sind auf ein natio3 nales Heim angewiesen; konzentrieret alle nationalen Kräfte^ für das eigene Wohl und das Wohl der Menschheit. Diel besten jüdischen jungen Leute opfern sich'für Erez IsraeCj Der Erfolg der Aufbauarbeit hängt von den. finanziellem Mitteln ab und ich hoffe, daß die amerikanische Judenheiij auf den Ruf der zionistischen Führer und Ae tferen-i Hajessod-Kampagne die richtige Antwort erteilen wird. * Antisemit Ludendorff. Der geschäftsführende Auä^ schuß des „KC“, der Vereinigung der jüdisch-assimilatöri-n echen Studentenkorporationen, hat an Ludehdorfn einen Brief gerichtet, worin er den General an die treue! Pflichterfüllung der. Juden im Kriege erinnert und ihm .vor«! - wirft, daß er sich mit jenen Bestrebungen identifiziert, die] den Juden die Zugehörigkeit zum deutschen Volke, bestreiten wollen. Der „KC“ bittet hierüber uni Aufklärung! Ludendorff antwortete darauf folgendermassen: „Bei. den Stellungnahme der unter“ dem jüdischen Einfluß stehende» Presse und damit der Judenschäft gegen mich, kann ichj Ihnen, als einer jüdischen Organisation eine Berechtigung! zu Ihrer Frage nicht anerkennen.“ Herr Ludendorff hafe bekanntlich jüngst mit einem antisemitischen Hetzbuchl brilliert. . . J •0 Hindernisse für. die Einreise der Wilnaeri Juden nach Amerika. Den Wilnaer Juden werden jetzfi neue Hindernisse Jür die Einreise nach Amerika in -den» Weg gelegt, indem sie vom amerikanischen Konsulat anstatt] wie bisher als Bürger des früheren russischen Reiches plötzlich als, polnische Staatsbürger angesehen werden. Da! die p 0 1 n i’s c h e E i n w a n d e r,u n g s q u o t e nacSi Amerika im Gegensatz zur russischen bereits über»; schritten ist, werden die jüdischen Auswanderer aus Wilna gezwungen sein, bis zum nächsten Einwander;ungs-; jahr zu warten. (J. C. B.) * Ein Vorschlag. Anläßlich des bevorstehendes Chanuka-Festes sendet uns eine Leserin die Anregung] die Kinder zu veranlassen, zugunsten der armen, not-i leidenden russischen Kinder heuer auf die Festgescheukej zu verzichten. Gleichzeitig übersendet uns die Brief«1 schreiberin als Beitrag ihrer Kinder den Betrag von K 500Qlj * Im gemütlichen Wien, Man schreibt uns : Gestern’ fänd im Großen Musikvereinssaal eine. Max R e g .e.r - F e i e r der Wiener Philharmoniker statt. Der Beginn war; auf den Eintrittskarten für 12-Uhr, auf den'Plakateö rfüiy J/*l Uhr angesetzt. In Wirklichkeit , begann das Konzert . um.%1 Uhr. .— Wien, hat ein Renommee als Kunststadt! zü wahren, eine Pflicht, der durch solche — sagen wir; i Gemütlichkeiten nicht gerade zweckmäßig etitsproc^is wird... .;'••■•:■•"! * Streik der Berliner Hoch- und Untergrundbahn-'1 Angestellten. Die Angestellten der Berliner Hoch- und Untergrundbahnen haben den. Schiedsspruch, des Arbeits«] Ministeriums auf eine Lohnzulage von 2.70 Mark pro Stunde abgelehnt und forderten in einer,: Urabstimmung 3.50 Mark. Die Vertreter der Gewerkschaft haben beschlossen, falls die Direktion diese Forderung nicht böswillige, Freitag in den S t r e! k zu treten;. v 1 a Wetterbericht. Ganz Mitteleuropa steht unter defj Herrschaft starker und warmer westlicher Winde. In Oesterreich ist die Bewölkung rasch veränderlich. In Wie® war es tagsüber sonnig, gegen Abend begahn es za regnen. Voraussage: Vorwiegend trüb, zeitweise,Regen!; im Gebirge Schnee, mild, lebhafte Westwinde, v . : ,•.(••. * Lebensmüde. In der Hutfabrik, XX, Damm«! Straße 39, hat sich Mittwoch nachmittags der 24jährige Platzvertreter Stephan Kaufmann auß Baden vaus einem Revolver eine Kugel in die Brüst gejagt Die Rettungsgesellschaft brachte den Schwerveflefzten^äuf die Unfallstation. Die Ursache der Tat ist unbekannt. . * Ein Betrüger. Der Kaufmann Adolf Hefßchea«' fei d aus Lemberg erstattete vor längerer Zeit die Anzeige^ daß ihm ein gewisser Adolf Raubvogel, Im Septembeij 1. J. in Leinberg 146.080 polnische Mark herausgelocld habe, indem er ihm das Anbot stellte, mit ihm gemeinsam einen Waggon Alteisen einzukaufeh. Nachdem er den Betrag erhalten hatte, verschwand er und war bisheij unauffindbar. Durch die hier eingeleiteten Nachforschungen wurde nun Raubvogel :m Hotel »Goldener EngelV XXI^ Am Spitz 2, ausgeforscht und verhaftet Er gab bei seineii Einvernahme zu, die genannte Summe von. Herschenfeld erhalten zu haben. Er will sie jedoch au einen gewisse» Simon B e r g e r in Lemberg, der eine Vermittlerrolle bei, dem Geschäfte gespielt haben soll, weitergegeben häben| Dieser Berger soll mit dem Gelde und einem Betrag vod 80.000 polnischen Mark, den Raubvogel ihm ausgefolgi Haben will, durchgegangen sein. Raubvogel wurde dem; Landesgericht eingeliefert. * Nachblänge zu den Plünderungen am I. Dezember. Der amerikanische Oberst Gaus e y erstattete ' die Anzeige, daß der im Hotel Bristol wohnenden Gattin des amerikanischen Obersten D. W. .Ba r d bei den" Plünderungen am 1. d. M. unter anderem eine. braune Edelmarderstola aus zwei Fellen,. eine Nadel mit Säphüi und Perlen,. ein brauner Herrenmantel aus Kammgarn mit Gürtel, ein Paar brauner Damenhalbschuhe und zwei Dutzend Raar weißer Glasehandschuhe geraubt wurden.— Beim Stadfcj konjmissariat erligen einige Sachen, die derPolizeibesörde zu« - rückgestellt wurden und deren Eigentümer man nicht ,kennt.Sühat der Hiifsarbeter Karl Haller, XXL, Hauptstraße 3S[., am 1. d. M. einem Bezirksinspektor der Wache eine bräun*: weißgestreifte Autoplüschdecke übergeben,. die er selbsr einem Plünderer, der sie aus einem Auto entwendet hatte;; abgenommen hat. Ein Unbekannter hat eindm andere« Wachorgan am Lugeck einen Fenstervorhäng mit vieL Blechringen und eine Lederimitationsaktentasche, dieer' rü der Nähe gefunden hat, eingehändigt; Beides, scheint nj der Umgebung geraubt worden zu sein. —• Ara.5. d. Mi/ hat, wie damals berichtet wurde, wieder eine zum Glück« unbegründete Panikstimmung die Geschäftsleute erfaßt! viele schlossen ihre Läden. Nun wird bekannt, daß an diese» Tage ein etwa 30jähr!ger, gutgenährter, mittelgroßer Man* mit blondem Schnurrbart durch die Währingerstraße gege*: die Stadt geeilt ist und den Geschäftsleuten in Hiegendej Hast mitgeteilt hat, daß Demonstrationen mit Plünderunget; bevorstünden; er forderte die Geschäftsleute auf, sotorf . m soerreu. Nach dem Manne wird gefahndet#

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