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Wiener Morgenzeitung · 1921-12-09 · Heft 1028 (9.12.1921) · p. Seite 2

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 1028 (9.12.1921)
Date
1921-12-09
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 WIENER MORGENZEITUNQ 9. Dezember 1921 Men, Freitag Jhäuser mit einem. Stockwerk vergrößert, dieses iStockwerk noch. vor Fertigstellung vermieten -und «dte VergrößerungS'ko'Sten auf die Werse gedeckt, daß •Me sich die Miete für zwei oder drei Jahre voraus* ihezahlen ließen» Der letzte rnid ■wichtägste Grund für meine Schlüsse ist jedoch; -daß miLderselben Geldsumme, ■welche ich für dien Bau eines Hauses aufwentden müßte, ich in der Lag>e' wäre, die Errichtung von nahezu -drei Hausern-'au ermöglichen, . wcdmmch Sttch die Imves»titi,otn umso sicherer w£re. \ L Aus diesen Gründen halbe ich mich' 'entschlossen, dafür tätig zu sein, daß,' vorausgesetzt daß die amerikanischen Juden aus der Balfour- Deklarati-on den richtigen Nutzen zu ziehen und an dem Aufbau des jüdischen Heims in Palästina m-itzus-rbeiten gewillt sind, unverzüglich an die Uru- .wand'lung der verschiedenen Palästm^Deveio-Mment-Gesellschaften in eine große Bankredit-;G c s e 11 s c h a f t mit einem Mindestkapittal von fünf Millionen Dollar zu schreiten sei, welche die ausschließliche Aufgabe hätte, fünfzig -bis sechzig (Prozent der Baukosten für in Jerusalem, Jaffa,' •Tiberlas und Safed und Umgebung m erriditen-de Häuser als Darlehen zu gewähreai. Diese Darlehen wären für eine Frist, von mehreren Jalhrcn gegen kleine Rüdkzaih'Itmgsraieii und eine Verzinsung von sechs 'bis acht Prozent, j.e nach dein Orte, zu bewilligen. Die Einzelheiten über -den Nominalwert riex Shards, die Frist der Einzahlung und so weiter müßten so rasch als möglich durch die Organisation j bestimmt werden. Ich habe bereits mit Erfolg mit mehreren einflußreichen Personen, und zwar uyt 5e dreien, in Jerusalem, Jaffa und Haifa, in dieser Frage unterhandelt und von ihnen die Zustimmung erhalten, persönlich einer solchen Gesellschaft beizutreten und dem Direktion srat aanzugehören. Jede dieser. Gruppen, erklärte sich bereit, alle .mit der Aufnahme, , bezieliungsweise Bewilligung der Darlehen -in ihren! Städten verbundenen Arbeiten’-unenTtgeltlich zu.befforgen, um auch auf diese Weise die Kosten zu ver- 1 ringern. '. ' Ich habe meinen Plan einer Baukredit-Ges'ell- -ciaaft Sir Herbert Samuel vorgelegt und seine Zustimmung gefunden. Er betonte auch bei dieser Gelegenheit, daß er gezwungen war, die Einwanderung nach Palästina ein zustellen, 'beziehungsivveise zu beschränken, weil gegenwärtig nicht ein- Äiiai für die Bewohner Palästinas genügend Häuser , -vorhanden seien. Durch die Tätigkeit der Baukred-it*Gesellschaft würde die Bautätigkeit in Palästina starke (Anregung erhalten und für gelernte und ungelernte JAdbei-ter Beschäftigung gefunden werden. " Sit (Samuel ver-sä'ch'ente mir überdies, daß er ztur Sicher-. Stellung unserer I?nvesfcit?i!cnen das Gesetz über die' (öffentlichen' Gesellschaften -in Palästina in An-,' ifjassung an die Statuten der Baufkrediit-Gesellsdhaft febändem. wolle. Schließlich bemerke ich noch, daß 'loh nach rndmaich-em Ko-nier-emen in PaläsithTa1 mit jrPcrsoneen aus allen Berufsschichten und stach Rirnbepreduingen mit dem Führer der zionistischen Organisation und vor allem mit Dt. W e i t z- 'jn aun über die Häusedbaufrage i-n Palästina in »mc-inem auch vom Obörkommissär gebilligten' 'Plane nur noch bestärkt werde. Palästina kann nur. von den sm-erikanüvdhen Juden mit amorikanis'chem •Oelde, welches auf solider geschäftlicher Grundlage investiert wird, aufgebaut werden. Zur Wilnaer Frage. Die Mission Rosenbaums in Warschau. (Von unserem Warschauer Korrespondenten.) Der ehemalige litauische UintMAta^t'ssskrstär des Aeußem-., Dr. S. Rosenbaum, Präsident Vl.es Jüdis-cibem NaitrLoinalrcit'es in Litauern, welcher,, ■wie .bereits mitgeüeilt wurde, gegenwärtig iu ÜWarscCi-a-u weilt, um mit den dortigem Regierungsilcreisenin der Wilnaer Frage, Fühlung zu nehmen., g/a-b Ver-treteim der W arscharoier jüdischen Presse einige I-nfmmaitftooen.. über seine Mission.. Danach Avwr-dc er .nicht vom der litauischen Regi-e»rumg ■eait4 sendet und hat auch keime Instaiikitiicinien nind VölN imiadhreu von ihr erhalten, -sondern er wprde .diuirtn iVe-jirnitel ting des polnischen Gentaralkonsuls iri Könrigsfoerg vom 'pAlnifechen Außen min i-ster S k i rmuffi't eingeladem, nach ' Warschau zu keim,men-, (Nach Roscnlbaiuims Dafürhalten wäre eine direkte. ^Verständigung zwischen Polen .und Litauen in der, iW i <! maer Frage ohne irgendwelche ImtenveiG frdon vom außen und vom dritter Seite wünsdhens- (wert, und RosenJbaum bezeibbnet es als Zweck isekuer Reise, zu -somdierein, ob die Möglichkeit «einer direktem Vereinbarung zwischen! {beiden Staaten gegeben ist. ‘ - Ueber die Frage der 'Wählten in ein Wilnaer Parlament äußerte sich Roseaibätim dahimi, daß r.iach seiner pansönlidhen Anisicht . die litauische [Regierumg unter gewissen Bedinguingen gegen iWalhletu in ein Wilm-ac-r Pa-rlamemjt aiidhlbs edmizujweiudem hat.' Nur will Litauen an dem Gruiudiaatz Ifesthalrtiem, daß bei den Wahlen der Wille der Be-, «valfkenung des Wilnaer Gebietes frei zu-m Aus- Vl-rudk komme. Wie Rosenbaum noch, mitkeikte, hat er -beneits mit Professor AschtkeUasi, »dem Duiegflcntien Polens beim Völkerbund, Fühfliumg genommen und soll in den nächsten Tagen vom Ipolorisdheci Minister des Aeußem, mit welchem er «seiuorzeit in der russischen Durma zusam-menisaß?— beide waren zufällig Abgeordnete des gleichen (Wahlkreises — nach dessen Rückkehr aus Polen 'emajfancen wordeto« Der Zeitpunkt für die Mission Rtcisenbaums ist mach der Auffassung hiesiger politisch gut informierter Kreise ziemlich günstig. Die Wilnaer Frage -befindet si'du in .einem Staidiuim, in welchem ein Ausweg schwer zu finden ist. umd die beiden um den Besitz vnm.Wdnai «.tretenden Staaten bedürfen ..einer nüchternen und objektiven Vermittlung. welche dergefeuLudeaii Vernunft gegenüber den ohauviniisti'sdhen Instinkten auf beiden Seiten zum Siege vieihilft. Da die offiziellen- Unterhandlungen ' unter der Aegide dös' Völkerbundes ergebnislos geblieben sind, ■ handelt es sich heute wieder darum, wie .das strittige Gebiet selh-st die Frage: Poieir oder Litauen?. beantworten ikainm.' Die einfachste und eindeutigste Form wäre eine direlkite Volksabstimmung. Nun wird; behauptet, daß Rußland gegen eine vom Völkerbund geleitete Volksabstimmung Protest erhebt. Von Polen ging nun der Vorschlag des ^'vereinfachten Plebiszits« 'dü-rch Wahl eines Wilnaer Parlaments aus, das die Frage: Polen oder Litauen? zu entscheiden hätte. J3as' heute ist es jiedioich noch nicht sicher, ’öb die' Enifcehte' di'ösen Plan auerkennen wir i. Sie vertagt' eine 'E'i*weiter--ing 'des Wahlgebietes, das. dadurch gleiicr.-.lzeltig , Abstimmungsgebiet .\värefv um -mehr als 20,000 Ouadraitkilometer. Mit Müh’ umd. Not, wobei es fast zu einer Staats-' krise kam,, wurde in Polen, erreicht, daß nach dem Vorschläge. Pdlisu-dskis die Kreise Li da und Brazlaw in. das Abstiaimiu-ngsgebi-eit eiinbezogen werden, was eine Erweiterung des Abstdmmüngogebietes um zirka 11.000 Quad.-ratkilometer gibt. , Eine weitere Bedingung «der Entente für - diie Vornahme der Wanten,ist, daß sich sämtliche ,Na- «tionali-täten■ daran beteiligen. Dies scheint nach -der heutigen Lage der Dinge unmöglich zu sein. Die, Litauer wollen, sich grundsätzlich an den- Wahleil nicht beteiligen. Die Juden und Weißrussen sind in ' solcher Lage, daß es fraglich ist,' db ihre Beteiligungan -den Wahlen ins Wilnaer ' Parlament zweckmäßig wäre. Die Juden? z. B. werden 'durch wirtschaftliche ■Momente zü; Polen gezogen, dagegen \Vi-rkit der •ohauvmisltlsiahe Antiisemifiismus in Polen, derauch im - Gelbiet -vo.tr -Wilna -während der polnischen- Okkupation seine schönsten Blüten gezeitigt hat, durchaus nicht ermutigend a-uf die jüdische Bevölkerung. Umd selbst wenn die Juden am Wilnaer Parlamenttei-Inehmen' wändern, so ist es noch immer zweifelhaft, ob dies auch die Weißrussen tun wollen. Die Juden würden also in diesem Falle den Unmut der Weißrussen atof sich ziehen. D-ie' Wa'hfordinuug i-ft das 'Parlament' ist übrigens derartig abgefaßt, daß dlie Juden von den 105'Deputierten bestenfalls 6 bis 7 statt 16, wie es ihrem Bevöl'keiuitngsanteil entsipräche, erhalten können. Dies ist durch das alte Mittel der Vericlimel-zung von •städtiisdien unid; ländlichen Kreüsen erreicht vordem Aehnlioh steht i es bei den Weißrussen, \GTa also die niolitpolnischen : Deputierten in diesem'Wilnaer Parlament mkiht enitsiprecfnend vertreten wären, so ist es .auch zweifelhaft, 'ob' Lin Falle einer Beteiligung der Juden und Weißrussen für die föderative Konzeption -der polnischen Linksparteien, welche zu einer Verständi- ■gröng mit Litauen kommen - wollen, in diesem Wilnaer Parlament eine Mehrheit zu finden wäre. Ein Wilnaer Parlament' aber, 'in welchem eine chaiuvinisbiisich * national-demclkutaitiiscbe polnische Mehrheit herrscht, würde wohl die Lage noch verschlimmern. . Die Wilnaer Frage wunde in der letzten Zeit noch 'dadurch kompliziert, daß Rußland sieh einzumischen beginnt. Rußland weist darauf hin, daß cs sein Desinteressement am Gebiet von Wilna im Rigaer Vertrag bloß für den Fall erklärt halbe, daß 'eine Vunständigung' zwischen Polen turnd Litauen zustande kommt; da dies nicht der Fall! ist,. will Sowjetnußland in -dieser Frage auch mifsipirechen. Diese ganze Situation macht, gerade weil, isie so schwer ist, die Wilnaer Frage im gegenwärtigen ■ Augenblick reif für *. eine direkte Ver-stäindigung zwischen Polen und Litauen. Daher muß der; M-isstion .Rose, 11 bau m. 6.. entschiedene Bedeutung I beigemes-sen werden.'. . .; ... W'iie übrigens .»Gaizeta Borianna« erfährt, hat : sich das Sekretariat des. Völkerbundes-gegen'die i Abhaltung von Wahlen-in ein Wilnaer Parlamont 1 ausgesiprochen. Der KontrpMomm-issär des Völk-er- ' buudes, General G h a r d i g n y, bat in Warschau - mit dem polnischen Minister -des Aeußem über die Wilnaer Frage 'konferiert; •-dabei -soll auch die Möglichkeit direkter Verhandlungen zwischen Polen und Litauen erörtert worden sein. Da auch in; Litauen die Stimmung für direkte Verhandlungen ist, so bestehen' für die . Mission RosenbaUmus in Warschaaii recht gute A u s <s i c h t e n. Politische Rundschau. Ein Gesetz über die Staatsbiirger- /X schaft der Juden in Rumänien. Aus K 1 au senburg wird uns gemeldet: Einer telegraphischen Meldung aus Bukarestzufolge bereitet die rumänische Regierung einen Gesetzentwurf über ie Regelung der' Staatsbürgerschaft der Juden vor und wird ihn binnen kurzer Frist der. Kammer zur Behandlung vorlegen. Das hiesige zionistische Organ „Uj Kelet“ beschäftig! sich an leitender Stelle mit dieser Nachricht und stellt zunächst fest, daß, soweit die Ju en Siebenbürgens in Frage kommen, eine Regelung ihrer Staatsbürgerschaft überflüssig sei, da sie sowohl durch die Annexionsdeldaration als auch durch die Friedensverträge die Anerkennung ihrer /Nr. 102# ...'4 in den ungarischen Staatsgrundgesetzen festgelegteh Staatsbürgerrechte besitzen.^ Anders allerdings stehe es mit dör Judenschaft A11 r u m ä n i e n s, deren Gleichberechtfgung gesetzlich noch immer nicht fest fundiert sei. Es fragt sich nun, ob das in Aussicht gestellte Gesetz eine Rechtsverbesserung"für die Juden Altrumänieris oder etwa eine Rechtsvers$hlechterung der Juden der annektierten Gebiete darstellt. Den Artikel schließt, wie folgt: Die Judenschäft Siebenbürgens gewinnt eigentlich gar nichts, wenn die angekündigte gesetzliche Regelung sich bloß auf die Staatsbürgerschaft bezieht, Dies ist besondnrs dann der Fall, wenn die rumänische Regierung diese Regelung nach .alter Auffassung ini Geiste der sogenannten liberalen Richtungen vorzunehmen beabsichtigt. Diese liberalen Emanzipationen’ sind weder aufrichtig noch erfassen sie das Weseii und ihr-Hauptfehler ist, daß in ihnen die Gesichtspunkte:, der IC 0 n f e s s i 011 vorherrschend sind. Es wurde immer« eine Nation, nicht in ihr$r nationalen, sondern in ihrer kon-‘ fessionellen Individualität gleichberechtigt. Die liberale' Richtung hat ungarische, deutsche oder französische Staatsbürger jüdischer- Konfession, nicht aber die im ungarischen, deutschen oder französischen Staatsbürgerverbaiide lebende j üdische Nati 0 ii emanzipiert. Zu jener Zeit bedeutete auch' dies schon einen Fortschritt. Aber heute“ sind wir bereits um einefi Schritt: weiter. Die Staatsbürger jüdischer Konfession dieses oder jenes Staates .fühlen sich als die Söhne' der jüdischen Nation und die Gleichberechtigung' hat nur dann einen Wert, wenn sie auf der Gleichstellung der n a t i 0 n a l e n- Rechte aufgebaut ist Die Judenschaft Siebenbürgens erwartet ihre iirdiesem Sinne festgelegte gesetzliche Anerkennung; Es mag ja sein, daß die Regierung mit dem an-j gekündigten Gesetzentwurf diese Absicht verfolgt Aber selbst in diesem Falle können wir unseren Pessimismus ' nicht unterdrücken. Denn es ist unmöglich, eine so weit ' auswirkende Aktion ohne Befragung der am meisten interessierten Faktoren in die Wege zu leiten. Uns ist jedoch nicht bekannt, daß die Regierung diese politische Vorsicht in dem vorliegenden Falle hätt® walten-lassen. Der Nachfolger des Ministers Soloweitschik. . Nach der Wahl des litauischen Ministers für jüdische Angelegenheiten Dr. Soloweitschik in das Aktionskomitee ging durch einen großen Teil der jüdischen Pesse die Meldung, daß als, sein- Nachfolger im Ministerium Drt Bruz k u $ in Aussicht genommen sei und üaß Dr. Bruzkus sich bereit erklärt habe, das Amt anzunehnfen. Wie uns aus Wilna berichtet wird, erklärt nun Dr. Bruzkus in einem an das. Wilnaer jüdische Blatt „Unser Fraind“ gerichteten Schreiben, daß diese Meldungen, soweit sie sich auf seine Person beziehen, jeder- Grimdlage^ntbehren,- Dr. B-r u z ku s' begibt sich vielmehr in der nächsten Zeit in wichtigen zionistischen Angelegenheiten nach London. Die arabisch-rjüdischen Beziehungen- Der „D a i :l y T e 1 e g'r a p h“ vom 28. November enthält einen Bericht von seinem diplomatischen Korrespondenten, in welchem es unter anderem heißt: Ich erfahre, daß Mr. Churchill in der nächsten Zeit einige Führer der Zionistischen Organisation empfangen wird, die Gewicht darauf legen, die gegen , die zionistische Bewegung in Palästina ausgestreuten Anwürfe zurückzuweisen und P r 01 e s t zu (erheben gegendie Forderung der in London befindlichen arabischen Delegation, die Balfour-Deklaratio'n zurückzuziehen. Ich glaube nicht — führt der Korrespondent weiter aus' -7daß die Zionisten bezüglich, des letztbezeichneten Punktes irgendeine Besorgnis zu. hegen hätten. Diese Zusicherung wurde In Verfolgung der d ur ch dachten Politik der Regierung Sr. Majestät gegeben. Es gibt wohl Fragen, die sich auf die I n t e r p r e t a t i 0 n und die V e rw a 11 u n g beziehen können, die innerhalb der Grenzen eine Diskus.sion zwischen den Parteien und den britischen Behörden zulassen. Jedoch ist vielleicht .die Tatsache selbst, daß k e i n e Partei und ganz .besonders keine extremistische Gruppe mit der Art, einverstanden ist, in welcher der. britische Oberkommissär und ßeine Gehilfen ihre Aufgabe i terpretiert und durchgeführt haben, ein Zeichen ihrer Unparteilichkeit (?) Die Differenzen zwischen Juden und Arabern in Palästina könnten in zufriedenstellender Weise in einer Konferenz der drei Parteien, und zwar zwischen Vertretern der judert, der Araber und der britischen Regierung, beigelegt werden. Wenn aber jede Partei einen Staat ausschließlich für sich selbst reklamiert, so ist nur geringe Hoffnung auf. eine Versöhnung vorhanden. ' Das Angora-Abkommen. Frankreich zur Revision bereit. Paris, 8. Dezember. (Havas.) Die französische Note an das Foreign Office, betreffend das Angora-Abkommen, bestätigt die schon abgegebenen Erklärungen. Sie bespricht den Schutz der Minderheiten und zeigt, daß die von der Regierung von Angora geforderten Garantien nicht zu verachten seien, aber nicht die Festigkeit und den Umfang der im Vertrag von Sevres'geforderten G.ärät),tie|i besitzein. Die Note weist darauf' hin, daß diese Garantien bis jetzt wirksam in Kraft waren und daß die kemalistische Regierung Maßnahmen ergriffen habe, um die Interessen der Minderheiten nicht zu verletzen, so besonders durch den Verzicht auf deren Militärdienst und durch den Schutz der Personen und des Besitzes. Die Note behandelt mehrere Fragen, besonders die der Grenzen und der Eisenbahne‘n vom technischen Gesichtspunkt aus und erinnert zum Schlüsse daran, daß die britische Regierung in ihrer letzten Note Vorschläge zur Vermittlung der AUiiertea m dem

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