Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 1027 (8.12.1921)
- Date
- 1921-12-08
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 Wien, Donnerstag , Wiener ^oRGEir&Emma $. Dezember 192! Nn 1021 Vereine, Vorträge und Versammlungen. Jüdische Tischgesellschaft Landstraße. Heute M 8 Uhr abends Zusammenkunft im Cafd Gartenbau, Souterrainlokal. Programm: 1. Wochenschau. 2. Dr. N. M.. Gelber: Die Geschichte der Judenfrage in Polen. Gäste herzlich willkommen. — Palästina-Sektion des akademischen Vereines j üdisc her Mediziner, IX., Liechtensteinstraße 11/13. Samstag den 1Ö. d. M., 7ä3 Uhr nachmittags, Mitgliederzusammenkunft. Referat M, U. C. Silber mayn: „Badczewski als Erzähler“. — Jugendverein Ahawath Zi o n. Il„ Zufahrtsstraße 160. Heute, 7 Uhr abends,. Versammlung der Mädchengruppe. — JugendgrnppeEsra. Heute, 7 Uhr abends, Gesellige Zusammenkunft in Bayers Restaurant, II., Venedigerau. Eingeführte Gäste willkommen. — Zionistische 8 e k tion Innere Sta dt. Heute, präzise 8 Uhr abends, Vortrag Dr. Wolf Herzberg: »Mosaisches Recht und biblische Ethik“. Gäste willkommen. Neugrüdung. Heute um ys8 Uhr abends findet in Mauer im Park-LafL (Kirchengasse) die gründende Generalversammlung der zionistischen Ortsgruppe Atzgersdorf-Mauer-Liesing statt. Bei dieser Gelegenheit werden die Herren Ingenieur R. Stricker und D. Nebenzahl sprechen. Gäste willkommen. Der Verein Zukunft, Verein zur Förderung schulentwachsener verlassener Kinder, veranstaltet Samstag den 10. d. M., 8 Uhr abends, im Excelsior-Palast, VI., Mariahilferstraße 81, einen Festabend unter Mitwirkung hervorragender Kunstkräfte und anschließendem Tanz, Ditz restlichen Kartensind bei den Vorstandsmitgliedern und an der Abendkasse erhältlich. ‘ ’ SämtlicheinOesterreichiebenden Bukawinaer Industrielle, Kaufleute und Gewerbetreibende werden zu der am Sonntag de h 11. d.. M. mp unkt 9 Uhr vormittags im Wiener ‘ i n g - C a f e, I., S t u b e n r ing 18, S o u t e r r a i nlokal, stattfindenden Bukawinaer. Massenversammlung (Optionsangelegenheiten,und wirtschaftliche Fragen) eingeladen. ‘ Leop ol dstädterV olks heim. (II., Zirkusgasse 48). 7 bis 9 Uhr . abends Allne. Bartrfe-Neumann: Französische Konversation. Magda Hattingberg: Besprechung von klassischen und modernen Opern. „Eine versunkene W ei t“. Die heute (Donnerstag) vormittags zugunsten des yVusspeisungs- Komitees . im Ferdinands-Kino (IL, T^borstraße 2) statt* findende Uraufführung des Sensationsfilms der Sascha- Gesellschaft „Eine versunkene Welt“ beginnt präzise II Uhr. Restlicher Kartenverkauf an der* Kasse 'des Ferdinands-Kinos. ZionistischeVor träge im IV. undV. Bezirk, veranstaltetvon der Bezirks- Sektion. Der erste Vortrag eines Zyklus, der"'die Fragen der Kultur, Landespolitik, Kultusgemeinde, Palästinas, Jugenderziehung und Frauenarbeit behandeln soll, findet am Donnerstag den 15. d. M>, 7S8 Uhr abends, im Großen Saale der magistratischen Bezirksvertretung, IV., Bchäffergasse 3, statt Referenten Abgeordneter Ingenieur Robert Stricker: Aktuelle jüdische Fragen und Dr. Viktor Kellner, Direktor des jüdischen Realgymnasiums in Wien: Das jüdische Schuiwerk in Wien. Die Makkabäerfeier für jung und ilt im IV. und V. Bezirk findet im Wiedener Bürgerkino, IV., Favoritenstraße, am Montag (Feiertag) den 26. d. M., um Vs 11 Uhr vormittags, statt. Lichtbildervorirag: Palästina in Gegenwart und Zukunft. Am Lesetisch, Dr. Wolfgang Weis! und Agrarier Ingenieur Ottq Schick, Sekretär des Keren Kajemeth für Oesterreich, Vorträge hebräischer Lieder. Karten von K 20 bis 100 auf den Turnplätzen des jüdischen Turnvereines und im Heim des Blau-Weiß, 1V„ Margaretenstraße 10. Urania. Heute, Freitag, 5 Uhr (Großer Saal); Der Kampf mit dem Berge. In Sturm und Eis. — 7S8 Uhr 'Großer Saal): Die Bildschnitzer. Erde. (Wanderbühne.) — V«6 Uhr (Kleiner Saal) Landesschulihspektor Prof. Ludwig 3 a 11 i s t a: Die Seele des Schulkindes, V. — 1fs6 Uhr Kurssaal) Küstösadjunkt Dr. Franz Mai dl: Die Sozialen mstinkte der staatenbildenden Insekten und ihre Entstehung, I, — 7,8 Uhf (Kurssaal) Hochschulassistent Doktor Rudolf S c h m i d: Radioaktivität, II. — y36 Uhr (Klubsaäl) Med. und phii, Dr. Fritz Schulhof: Probleme der Psychologie, HL — 7-8 Uhr (Klubsaal) . Prof. Richard Wickenhauser: Musik- und Harmonielehre, jl{. tartaDs HleinmiSäel Antike und künstlerische!t. SS HALAII L Co. , , Wien, I., Seiterstätte Nr. 3 (Palais Coburg) Ernährung. Salzburg verbietet die Viehausfuhr nach Wien. Salzburg, 7. Dezember. In einer gestern stattgefunienen Sitzung hat sich die Landesregierung mit der Frage ier rapid steigenden Vieh- und Fleischpreise eingehend )eiaßt. Als Ergebnis der Beratungen hat der Landeshauptnann heute Maßnahmen getroffen, die die Ausfuhr von Schlachtvieh außer Landen n a c h }V i e n und in andere Bundesländer drosseln sollen. Der Verkehr mit Nutz- und Zuchtvieh innerhalb des Landes und »! n andere Bundesländer bleibt unter gewissen Voraustetzungen frei. Rumänisches Mehl für Oesterreich. Bukarest, 7. Dezember. (Tel.-Komp.) Die rumänische Regierung hat die Bewilligung zur Ausfuhr von 1000 Waggons Mehl nach Oesterreich erteilt. Der Transport '.rfolgt durch die Wiener Großhandlung A. H. Veitsch- > e r g e r. Der Marktbericht. Fleisch- und Fettpreise steigen rapid weiter. Die vollsiändig unzulängliche Beschickung des letzen finder- und Borstenviehmarktes — cj waren inj ganzen ungefähr 1500 Rinder und etwas über 70 Schweine auf dem .entraJviehmarkt in St. Marx aufgetrieben — trat gestern »ereits in weiteren rapiden Erhöhungen der Fleisch-und •ettpreise in Erscheinung, die geradezu ki’.tasironliale formen annehmen und, wie man befürchtet, noch i,..incr h'cht ihren Höhepunkt erreicht haben. Die erschreckenden Preissteigerungen traten sowohl im Großhandel als auch <n Kleinhandel ein. Im Großhandel erhöhten sich die Preise für Rindfleisch uni K 130. für Rindsinnereien um Samstag den 17. Dezembe^ I. J., halb 8 Uhr abends, findet in den Sofiensälen, III., Marxergasse Nr. 77, die zweite Juristen-Redoute statt. 5706 Ppb i s tanzen Hmsfrairathlipls Sciiönheitshonlfurpeiiz JM-OnMu1 Karten erhältlich: Jüd.-Akad. Juristen-Verband, II., TaborMr. 1—3, 11 bis 2 Uhr nachmittags, Löwit, I., Rotenturmstraße 22, und an den Schaltern der „Wiener Morgenzeitung“. Gerichtssaal. K 120, für Kalbfleisch um K 40, für Schweinefleisch um K 50 per Kilogramm ein. Im Detailhandel verteuerte sich Rindfleisch heute bloß um K 20 in der Großmarkthalle, da hauptsächlich sogenannte Secundaqualitäten und Vorräte der vorigen Woche zum Verkauf kamen, ferner Schaffleisch um K 40, Kalbfleisch um IC 70, Schweinefleisch um K 100, Speck und Filz: um K 100, Schmalz um K 180 per Kilogramm. Das Angebot war nicht ausreichend, der Verkehr äußerst lebhaft. Auf dem Geflügelmarkt haben sich Gänse und Enten um?K 400, Hühner um K 100 per Kilogramm verteuert. In der Großmarkthalle galten im Detailhandel folgende Preise, per Kilogramm: Vorderes Rindfleisch K 660 bis 820, Unteres Rindfleisch K 700 bis 860, Bratenfleisch K 880, Kalbfleisch K 640 bis 750, Schaffleisch K 400 bis 500, Schweinefleisch K 960 bis 1200, Schmalz K 1720 bis 1880, Speck und Filz 1600 bis 1900, Gänse und Enten K 1600 bis 2200, Hühner K 900 'bis 1000. Mit der Bahn sind gestern drei Waggons aus Ungarn mit 6*9,Tonnen Rindfleisch und 10 Tonnen Schweinefleisch angekommen. Auf den Orlinwarenmärkten waren die Zufuhren von Gärtnergemüse schwach ausgefallen, feldmäßig gebaute Sorten standen in genügenden Mengen zur Verfügung. Die ICartoflelknappheit ist augenblicklich etwas gemildert, da sowohl aus Deutschland als auch aus Jugoslawien Sendungen eingetroffen sind. Während die jugoslawischen Kartoffeln im Kleinhandel auf den Märkten K 79, in den Bezirksgeschäften K 82 per Kilogramm kosten, stellen sich die anderen Kartoffeln um K 10 per Kilogramm billiger. Auf dem Naschmarkt waren auch Zitronen zu haben, der Stückpreis beträgt im Detail K 35 bis 40. Auch polnische Kalkeier standen in geringen Mengen zur Verfügung. Sie kosteten K 57 per Stück. Die Nachfrage war überaus lebhaft. FBE8E .igJDfSgHE VOHKSBUHWE E Gastspiel Im LUSTSPIELTHEATER 7 Uhr abend,: SM DORFSJBHG t 0BT DAS THEATER IST GEHEIZT! "W9 Montag, Gen 12, Dezember 1821, 7 Uhr abends FESTVORSTELLUNG anläßlich des einjährigen Bestandes der Freien jüdischen Volksbühne. (Näheres Ankündigungen und Anschläge 1) Bühne und Kunst. Aus den Theatern. im Burgtheater gelangt morgen, Freitag, „Hochzeitstage“ zur Aufführung. In der Staats 0'per wird morgen, Freitag, „T0ska“ mit Fräulein Vera Schwarz von der Berliner Staatgoper gespielt. — Infolge Indisposition des Herrn Kammersängers Mayr entfällt heutedie Aufführung der Oper „Der Barbier von Bagdad“ und es gelangen d?e Ballette „Die roten Schuhe“ und „Die Jahreszeiten der Liebe“ zur Aufführung. Dirigenten die. Herren Klein und Lehnert. Anfang 7 Uhr. In der Volksoper kommt heute, Donnerstag. Wagners „Walküre“ zur Aufführung, bjeubesetzt sind folgende Partien: Siegmund — Herr Lußmann, Hunding — Herr Kaplan, Wotan — Herr Robinson. Ferner wirken mit die Damen Reich-Dörich, Rantzau, Schimon, Huber) Kux, Sälinger, Pflffer, Hoffmann, Zanten und Weiner. Dirigent Herr Dr. Kaiser. Beginn 7,6 Uhr. Im Deutschen V ol k s t he ä t e r wird 'Schnitzlers Einaklcrzyklus „Lebendige Stunden" heute, •ferner Samstag den 10. d. M. und Sonntag den 11. d. M., immer um 7 Uhr abends, wiederholt. In Öen K a rn rn erspielen des Deutschen Volkstheaters wird Freitag, den 9. d. AL; 7 Uhr abends, ßudermanns „Der gute Ruf“ gespielt. Im J o h a n n -S t r.a w ß ■? T h e at e r findet am 23. d. M. die Uraufführung der dreiaktigen Operette „Eine Sommernacht“ yon Robert Bodanzky und Bruno Hardt-Warden, Musik vo.n Robert Stolz, .statt. In der R o 1 a n d-B tj h n e (J ü d I s c h e B ü h n e), II., Praterstraße 25, gelangt Samstag den 10. d. M. A. Schorrs Operette „Dag jüdische Leben“ zur Erstauffiihryng. Im Lu s t $ p leUh e at e r veranstaltet am Montag den 12, d. M, die Freie jüdische Volksbühne anläßlich Ihres einjährigen Bestandes eine Festvqr$tellung unter dem Titel „Meilensteine“. Fünf verschiedene. Bilder: „Die Brodyer . Sänger“, Szenen aus Goldfadens „Me$cbiachs Zeiten“., Qordins „Gott, Mensch und Teufel“ (1. Akt), Pinskis „Vom Glück vergessen*, sowie der 5. Akt von Hirschbeins „Tkias Kaf“ (Der Handschlag). Illustrieren treffend die markanten Entwicklungsstufen des jüdischen Theaters von der Schwankposse bis zum modernen Kunsttheater. Dieser Abend, an dem das ganze Ensemble der Freien jüdischen Volksbühne mitwirkt, wird durch einleitende Worte des Herrn Redakteur M. Singer eröffnet. Hilfsverein der jüdischen Bünden Konzertbnreau des „Haruach“, II., Taborstrasse 1—3 Mittlerer Konzerthaussaal, 12. Dezember 1921 7 Uhr abends AKADEMIE zugunsten der jüdischen Blinden Mltwlrkehd: Prof. Storch (Orgel) Lea Weintraub-Gra! Miriam Schnabel-HoefHch (Rezitation) Ernst Tauber (Volksoper) Quartett Eigenfeld (Hakoah) Gedenket der jüdischen Blinden! Tr.imraW'rTauxTnita Karten an der Ka.scc der „Wiener Modenzeitung“, Wien,, II., Tahqrsfrasse J—-3 izyj Beamtenabbau und „Zwangspensiotiisten“. Der Verfassungsgerichtshof unter Vorsitz des Prasf* deuten Dr. V i 11 o r e 111 verhandelte in neun aufeinanderfolgenden Tagen über 27 Klagen pensionierter Bundesbeamter, darunter drei Postdirektoren mit dem Titel „Regierungsrat“, 11 Postangestellten (Oberpostkontrolloren,Oberpostmeistem und Postoberoffizialen, KanzleidSrektoren usw.) gegen die Bundesregierung auf Wiederaufnahme in den Ak'tivstaä d und Nachzahlung des Unterschiedes zwischen den ihnen gebührenden Aktivbezügen1 und den ihnen ausbezahlten Ruhegenüssen. Die Kläger bezeichnten sich als „Zwangspensionisten“, weil das in der Dienstpragmatik für Pensionierungen vorgeschriebene Verfahren nicht eingehalten worden sei. Deshalb seien die Pensionierungen ungesetzlich und aufzuheben. Der Verfassungsgerichtshof hat sämtliche Klagen abgewiesen, Prozeß gegen die Kapp-Putschisten. Berlin, 7. Dezember. (Intel.) Am 7. d. M. begann vor dem Reichsgericht der Hochverratsprozeß gegen Jagow wegen Beteiligung am Kapp-Putsch. Für die Verhandlung sind zwölf Tage in Aussicht genommen und mehr als neunzig Zeugen geladen. Leipzig, 7. Dezember. (Wolff.) Im Hochverratsprozeß gegen die Teilnehmer am Kapp-Putsch erklärte“1 Jagow, er habe niemals eine Handlung, wie sie ihm zur Last gelegt wird, versucht, weder als Führer noch als Teilnehmer. In einer Unterredung, mit Kapp nach dem Einzug der Truppen in Berlin habe er sich bereit erklärt, das Ministerium des Innern zu übernehmen. Das Kommando über die Reichswehr habe er nicht in seiner Hand gehabt. Niergends liege eine Handlung vor, durch die die Reiclisverfassung unmittelbar gewalts am geändert werden sollte. Es sei unrichtig,, daß er Mitglied der nationalen Verteidigung gewesen sei. Den Angeklagten Dr. Schiele habe er erst am'13. März kennen gelernt. Auf Befragen des Präsidenten gibt Jagow zu, Vorbereitungen -für den Ersatz von Beamten getroffen zu haben, jedoch nur unter der Voraussetzung* daß alles auf ordnungsmäßigem Wege vor sich gehe. Mit Kapp habe er einzelne geplante Ernennungen besprochen, er habe sich jedoch nur alsBotenKapps betrachtet. SPORTPLATZ OSTMARK V/ien, H., Ecke Strouistraß’e-Leystraße Straßenbahnlinien O und 31b|s Kaiserplatz Heute den“8. Dezember 1921 2 Uhr: Hakoah—Ostmark Vorher die Reserven Sport. '«•»an JWmWPTBpitW K Die zweite Sackgasse. In Wie i ist die fußbalisportliclie Revolution vor* läufig im Sande verlaufen. Die großen Vereine, deren ursprüngliches Auftreten eine Sprengung des FußbaJl- Verbändes vermuten ließ, sind vor den kleinen Klubs, die im V. A.S. organisiert sind, zu Kreuze gekrochen. Wie lange der Friede dauern wird, vermag aber niemand zu sagen. Zwischen den beiden Parteien stand und stellt die Hakoah und neben ihr, aber nicht mit ihr, die anderen jüdischen Sportvereine. In absehbarer Zeit .werden prinzipielle Fragen zu lösen sein. und nichts ist naheliegender, als daß die jüdischen Klubs miteinander in Fühlung treten und sich organisieren. Die Kleinarbeit und die Fxistenzsorgen machen die Nerven schwach und die Energie schwinden. Demgemäß konnte auch kein Klub den kulturellen Aufgaben in wünschenswerter Weise gerecht werden1. Die Leitung der Organisation, die alle Klubs umfassen soll, wäre dazu berufen, die Erziehungsprobleme einer günstigen Erledigung zuzuführen. Alle jüdischen Turnvereine und ein Teil der jüdischen Sportklubs si::d im Kreise Oesterreich der jüdischen Turn- und Sportvereine organisiert Der einst so blühende Zweckverband ist durch die Schuld der Sportler, das muß unumwunden zugestanden werden, zu einer Körperschaft herabgesunken, die nur mehr auf dem Papier existiert. Mit Entschuldigungen, die sicherlich stichhältig‘sind,. ist der Sache nicht gedient. Die berufenen Führer der Sportvereine müssen sich?usammenfinden, um aus dieser Sackgasse herauszufinden. Ich bringe nun die Anregung, daß die Hakoah als größter und ältester Sportverein die übrigen jüdischen Sportklubs zu einer gemeinsamen Beratung einladen soll. Die Turner sind mit Recht mißtrauisch geworden. Zdf Mitarbeit werden sie nur dann zu haben sein, wenn ihnen ein genau umschriebenes Programm vorgelegt wird. _ Fritz Baa r. Die Meisterschaft. Drei wichtige Spiele gehen heute vor sieh, tlie flif den Ausgang der Herbstserie von entscheidender Bedeutung sind. Die Hakoa h, die auf dem Brigittenauer Sportplatz gegen den S. C. Ostmark antritt, hat die Möglichkeit, mit heutigem Tage die Spitze in der Tabelle zu erringen, ifn, Vorjahre haben die Hakoahner durch längere Zeit die Führung im Meisterschaftsrennen in ne gehabt, trotzdem waren damals ihre Aussichten, Wiener Meister zu werden, nicht so günstig wie heuer, denn die gefährlichsten Rivalen, Rapid und Amateure, sind lange nicht mehr so spielstark wie früher. Soll nun der stolze Traum unseres jüdischen Vereines nicht sofort in ein Nichts zerfließen, dann muß er das heutige Spiel gewinnen. Ostmark ist kein leicht zu bezwingender Gegner, Selbst Rapid mußte an die Scliießkunst der Brigittenauer glauben. Den Freunden der Hakoah dürfte der letzte erbitterte Kampf in der zweiten 1 Klasse noch in Krinncruncr sein. Nur unter Aufbietung aller