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Wiener Morgenzeitung · 1921-12-08 · Heft 1027 (8.12.1921) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 1027 (8.12.1921)
Date
1921-12-08
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 1027 iWlENEK MORGENZEITUNG 8. Dezemöer 1921 iVis», Donnerstag l^iMXalll—WÜtmttm Die Judenfrage in Ungarn. Bethlens Programm, den beteiligten Ländern sollen diesen Vertretungen überdies Handelsvertretungen angegliedert werden. Das andere Abkommen betrifft ergänzende Bestimmungen zum Kopenha.g euer'Vertrag vom 5. Juli 1920 über die Heimbeförderung der beiderseitigen Kriegsgefangenen und Zivilinternierten und verfolgthauptsächlich den Zweck, die Heimkehr der noch in Rußland;und in der Ukraine befindlichen Oesterreicher zu beschleunigen und überhaupt die Interessen der ehemaligen Kriegsgefangenen und Zivilintemierten möglichst zu wahren; . Diese beiden Abkommen treten in Kraft, sobald durch einen Notenaustausch die Genehmigung der beteiligten Regierungen mitgeteilt sein wird. Das Pensiomstengesetz« •Der zur' Bematbng des ' Pem'sioindstöiigese-tizJes ’eangesetafce Un-tcraussehnß des Narioiinlnates (hat deir auf diör Riu-h egenußbemessüntgsgruindjl age , wmci' iTeTienuingS'ZJulage aiuf gebautem Bez-ugsauitoma.tik zm»- gastimimt u:nd die Regierung’ aiufgiefordert, dm {Pensionisten oiocfli vor Weiäuaachiban anuf ,diie Neu- »egeliung i'hireir Rubestamdsibezüge. folgende Vorschüsse*" ausBUza'hlen: Ata in Ramgislkl asten, eräuget eilten und dem Lehripemscmen 10.000 Kronen, feilen anderem Pensionisten. .8000 Kramen, den (Witwen 6000 Kranen,-, dem Dv-ppeiÜwaism 3000 ■Kronen. Die Verabschiedung deis Gesetzes; im parhimeivt sdl mce'Ji -vor We>ihmadifcein, erfoilgm . Tschecho-Slowakei. Ein Expose Dr. Benesch’ Prag, 7. Dezember. (Privat.) Im Außenausschuß des Abgeordnetenhauses gab Ministerpräsident Doktor Benesch. eine ausführliche Darstellung des polnisch-tschecho-slowakischen Abkommens. Ende des Bergarbeiterstreiks. - Prag, 7. Dezember. Die koalierten Bergarbeiter- Verbände veröffentlichen eine Erklärung, worin sie die Arbeiter ■ zur Rückkehr zur Arbeit und zur Kampfbereitschaft für die Zukunft auffordern, da die gegenwärtige Bereinigung des Konflikts nur für zwei Monate gelte. -Reise. Benesch’ in die Slowakei. Prag, 7. Dezember. Die „Prager Presse“ erfährt, daß Ministerpräsident Dr. B e n e s c h unmittelbar nach Neujahr nach der Slowakei und Karpathorußland reisen werde. Die Reise hänge mit Verfügungen administrativen Charakters zusammen,deren Durchführung die Regierung für die nächste Woche ins Auge gefaßt habe. Budapest, 7. Dezember. Die iNariona-lverisainimlmmg veuhain-deltet heute .in dringlichem Wege den- Bericht des IiKnDn-hität-s-aiussch'usses über die Abgeordneten ' Am dir ä s sy, R ak o»v s ziky, Sig r a y und B e n i c z k y, die wegen ihrer Beteiligung -am dem Königspiutedb 'verhaftet worden waren,. Graf Bet'hl-en, der gleichzeitig snch und sein Kabimefft verstellte, .-stim-mte der dwinglidien Behandl-ung und entwickelte ein Programm, das er, wie er sagt, ani-f die Rückbildung des russischen Bolschewismus stützt Er strebt eine Aussöhnung mit den Arbeitern an, kündigte eine Reform des Vereins- und Versain.mlungsrechtesa»n UMd sprach von einer größeren Amnestie für »Handlungen, die gegen -die geselilisafeftlidbe Ordniung -und Sicherheit« verstoßen. Die Iribemieruingea werden (revidiert, aber nicht eingestellt; Das Stan-dteoht fiir kommun.is tische Prozesse wird albgesühaffit -und -die Preß- ,zensu-r eingestellt. Sodamn ging Graf Bethlenzur Besprechung der Juden frage über. Er sagte: Was den konfessionell ein Frieden, betrifft, ikainm nicht geleugnet werden, daß sowohl -von. katholischer wie auch von p-rot es tantisöher Sette eine gewisse Wühlarbeit fesigaHe^t werden- (kann. Die Reigiorung wird dagegen mit den Mitteln der Aufklä-mi-ng iam- - ikäiripfeti- (BeiMt) Bezüglich det Lage des Judentums kasin nicht geleugnet werden, daß zw Beginn der gegenwärtigen .politischen Aera sieh eine starke antisemitische Strömung bemerkbar.machte. Diese Storömruug Mannte sich christliche Politik. Das Christentum offenbart sidh jedoch mdhtt in Verfolgungen und Gehässigkeiten, sondsim in' d!sr NLch-stenliebe und der Versöhuu-ng, in der .religiösen Erziehung und im der Hochhaltung religiöser Prinzipien auf allen Gebieten. Es 'kann andererseits nicht in Abrede geisbehit wer-d'eu, daß ein. gewisser Teil des Judentums den Traditionen das christlichen Gerätes uind den geschichtlichem Traditionen den Krieg erklärt Ihfait u-nd auch an der Revol-utiomernng der SesienmitICihnidiig wurde, dhß endlich ein Teil des Judentums, gestützt aitef seine aiußerordtentliche wirtschaftliche Ma-ditstelkm-g, für sich, auch in dler Geselfechiaft eine Atusinahm-sstdlung fordert.' Dem -kaum jedoch nicht durch Verfolgungen aibgeiholfeii werden. Man dürfe gewiß nicht dulden, daß die Ideale der Nati 0 n mit Füßen getreten werden oder daß einzelne rieh eine wirtschaftliche und gesebis eh-aftiliche Alleinherrschaft sichern wollen; andererseits muß jedoch -jedermann im Lande seine anständige Exi-st-ene, ■■nii-iaiiTTWiwHMWiiiiiiinwiiBr 8Wmwb«wwmww—— [ sein W,t«kmeshÄa8s8' Vorvlä^'äfemhg&ft, voll ständige Vermögensnudi /persönliche Swcbetrh-eät'- Md endlich ein möglichst gutes Verhältnis zu atöemj übrigen Staatsbürgern finden, Der überwiegende} Teil dies Judentums stand den angeführten venräterf- Söhen Tendenzen ferne. Ihr Fehler war jedoch, daß* . sie. sich /passiv verhielten u-nid den Kampf gegesai die nationsfeindlichen Elemente nicht (beizeiten atufw genommen' haben. Sind' sie jedoch bereit, diesen Wegj .zu.betseten, so wird die -ungari'scßie Gejs-oHischaft stets! gerne -dlais gute Verhältnis zu dein Ju-diemitium medietrhe-rsteM'en, das im Laufe der jüngsten. Veßga-nige®!-i heit leider niste vorhanden gewesen ist. 5 Des weiteren besprach der M-incsifceflp-räswfe«^ •das Reg.ieimmgs-pirog'ramm. Die Regienaaig wind das! . Wahlrecht, die Verfa.sai.mg umidl das Oberhaus reformieren-. . . ■ & 1 -1' Die Ausführungen des Grafen BeÖiten über ÄL Jtndenfrage sind in ih-rer Erfa-asutng des Problems 'blutigster DHeitta-ntismus. Es genügt tno-ch -nicht, die; aGeheimmisse der Weisenvon Zion« ins Magyaui^ s-che -ziu übertragen und dann vor einem1 Auditoriunnr,| in dessen Hintedgriund die Bajionette der iDetaoha^ ments glänzen, von de«. Juden Aikitiviftät m Kamp^jS gegen die sogenannten verräterischen Tendlenizen /so? verlangen. Diese Fordterung, die &idh als Kan-, »Zession an die Pronaii-Mörder -darstellt, ist eine -aesiöej schwere Drchong. Da-s jüdische Problem üst c&of weltpolitisches Proiblem. Soweit -Ungarn in Frage'' (kommt, ist es einfach eine Frage der Redhtsordnitüng.; Es ist glatit gelogen, wenn man einem »gewissen! Teil des Ju-dentu-m-s« impaitiert, gegen den -chrfe??- i'iöhen Geiist und, gegen ges-chidhftUche Traditiooeoi Kriegzu führen. Die ganze Rede dos Grafen isst] eine hochnäsige Wiedergabe der dümmsten. Phtetf-j seologie,1 die es gibt, nämlich der antisemitischen!./ Die Ki-md-er, Mädchen umd Frauen, die die Detachements gefoltert und gemordet habe®, wußten nüÄÄ dass -geringste von dem dhristiidien Geiöt, 'der skf3 ihnen, in den Personen der ERiirthy-Lturopen festiert ha*6. Aru;ch die uicht-ungairistcfoen jiüdierihenl ■Kamfletffee, die man .ausnarubte und in die Donaui warf, 'beikiameai die Tnadlitionen des UmgarfitimM mur - in der Pension und H-and'liiin'gsweise der Fran/ckd Riss oder Hejjas zu Gesicht. Graf Beth'ten soH, wenim er will, die Juden weiter durch die Schergen -taj Christlicihen Kurses verfolgen lassen, aber er mm vor ihren Toten doch soviel Respekt halben^ daß es.* sie ni-cht besdhimipft -und dunch 'Zyrifemu®, wie der »TJj Nem-ze-d'ek« auis der Wiener »'Reioh‘s>p»03fel«j abscibreibt, zur Erpresswiög .an den noch L&foemkw aufreizt. Polen. Das Gesetz über die Vermögensabgabe zurüekgesteüt. Warschau, 7. Dezember. (Poln. Tei.-Ag.) Das Gesetz über die. Vermögensabgabe, das in der heutigen Sitzung des Landtages definitiv beraten werden sollte, ist aus formellen Gründen einstweilen zurückgestellt worden. Der Finanzminister Mi cha- 10 w s k! drohte, daraus die Konsequenzen zu ziehen und verlangte, daß das Gesetz noch im Laufe dieser Woche verabschiedet werde. Die ostgalmsche Frage vor dem Obersten Rat. Paris, 7. Dezember. (Tel. der „Wiener Morgenzeitung“.) Wie ihr Korrespondent von zuverlässigster Quelle erfährt, wird die ostgalizische Frage anfangs Jänner 1922 vor dem Obersten Rat (nicht Botschafterrat) zur Verhandlung gelangen. Minister Szarota Vertreter Polens in Memel. Warschau, 7. Dezember. Der außerordentliche Gesandte und bevollmächtigte Minister Dr. Marcell Szarota wurde vom Staatsclief Pilsudski zum Vertreter Polens bei der interalliierten Kommission in Memel ernannt. Ungarn. Die Partei der kleinen Landwirte für die Regierung. Budapest, 7. Dezember. (Ung. Tel.-Korr.-Bur.) Die Partei der kleinen Landwirte hielt heute abends eine Konferenz' ab, in. der beschlossen wurde, der Tätigkeit der Regierung keine Hindernisse in den Weg zu legen, und die Regierung in vollem Mäße zu unterstützen. Palästina. Weitere Urteile gegen arabische Mörder. Jerusalem, 5. Dezember. (J. C. B.) Drei weitere Araber, die des Mordes während der Unruhen am 2. November angeklagt wurden, sind vom Ausnahmsgerichte verurteilt worden, und zwar einer zu fünf Jahren und zwei zu zehn Jahren Zwangsarbeit. Telegramme. Der Kongreß der rumänischen Zionisten. Klausenburg, 7. Dezember. (Orient-Radio.) Der Kongreß der Zionisten der neuen Provinzen wurde gestern in Gegenwart von Vertretern der rumänischen Behörden, des englischen Konsuls und von Vertretern der englischen Zionisten eröffnet. Dr. Fischer begrüßte die Vertreter der Behörden und versicherte, daß die rumänischen Juden gewillt seien, treue Bürger Großrumäniens zu bleiben. Der Kongreß wird fünf Tage dauern. Die Hilfsaktion der amerikanischen Juden. New York, 5. Dezember. (J. C. B.) Von der Kampagne zur Aufbringung von weiteren 14 Millionen Dollar für das jüdische Hilfswerk in Osteuropa entfällt auf die Judenheit New-Yorks die Summe von fünf Millionen Dollar. Die Verteilung des ganzen aufzubringenden Betrages geschah bei einem im Hause Liwis M a r s h a 11 s gegebenen Diner, zu welchem die prominenten jüdischen Persönlichkeiten der City, darunter Nathau Straus und Felix Warburg geladen und erschienen waren. Marshali erklärte, die Ukraine sei gegenwärtig der schlimmste Teil Europas, durch die dort seit sieben Jahren nicht aufhörendcti Kämpfe, sei ein großer Teil der Jüdischen Bevölkerung vernichtet worden. Jahreskonferenz des Misrachi in Amerika New-York, 5. Dezember. (J. C. B.) Hier fand unter dem Vorsi tz Rabbi Meier Berlins die achte Jahreskonferenz des Misrachi statt. Nah um Sokolow erschien bei der Konferenz und hielt eine Ansprache. Rabbi M. S. Margolics, der Führer der Union der orthodoxen Rabbiner, begrüßte die zionistische Delegation aufs herzlichste. Aufhebung der Evakuierungsverordnung in Rumänien. Bukarest, 7. Dezember. (J, C. B.) Bald nach Ablassuiig des ersten aus 1000 ukrainisch-jüdischen Heimlosen bestehe den Evakuierungszüge aus Beßarabien in der Richtung nach Galatz traf ein als endgültig zu betrachtender Befehl der rumünischen Regierung, die Evakuierung überhaupt einzusteffen, ein. Alle jüdischen! Heimlosen bleiben unbehelligt m ihren bisherigen Auf-; enthaftsgemeinden. Jede jüdische Gemeinde haftet für die in ihrem Bereiche wohnenden jüdischen Heinrlosen; Einzelevalaiierungen können nur m dem Falle vorge-j nommen werden, wenn die jüdische Gemeinde sich' der Haftung entschlägt und wenn sie seine Evakuierung ausdrücklich bantragt. Das Moratorium für Deutschland. Berlin, 7. Dezember. (Tel. d. „Wiener Morgenztg,“) Die aus den parlamentarischen Zentren Frankreichs] und Englands vorliegenden Erklärungen über die Frage des Moratoriums lauten nicht sehr befriedigend. Der. englische Schatzkanzler sprach in einer Rede in Manchester zwar von der Notwendigkeit gemeinsamer Besprechungen, wies jedoch auf die Möglichkeit von Ersparungen im deutschen Etat hin. B r i an ds Rede im Senat, die ihm ein solennes Vertrauensvotum! brachte, läutete viel schärfer. Frankreich besteht auf dem Zahlungsplan und mißtraut Deutschland, Tagesbericht Vierte Relchskonferenz des Keren Kajemeth für Oesterreich. Die vierte Reichs Konferenz wird heute;, präzise 9 Uhr vormittags, im kleinen Saale des Bote? Continental (Eingang Praterstraße) eröffnet Die teilnahmsberechtigten Nationalfondskommissäre werden mit Rücksicht darauf, daß der Saal bereits um 5 Uhr nachmittags geräumt werden muß, dringendst ersucht,: sich rechtzeitig einzufinden. Gäste haben hach Maßgabe des vorhandenen Raums freien Zutritt Bei den jüdischen Blinden. Es riind m-i-diit wenige Männar und F-rwen1, Öae “bei VtoHvörsammiliuiigeni des Hrlfs'Vtarefms jüdisch-eto Btim-der gemüti-röhi beisammen 'sdifeem. Efene F-reuinid« sdbaifitsswelle, gtest-dfoem Sciliti-cksafl, gleichen Bedürfe mssem entetam-mmd, d-urdfoziete ddn Rjaiunn; tundi sdlbst wenn d®e Meainiuingetn* über die cauinädhsfc anotte wendigen Schritte im gemein,sa-inen LetersSöamip^ hart aneittiannderpralle-n., sie weidhlt Uder dem Gefühl^ daß dfär Freund z>um Freunde -s.pricM. Ntur dein Eingeweihte vermag noch Gruppen zsu -gewafhtrenj:-. Die Blindgeborenen, die Kri-egsbl ändtenl wtnd di-^üemgen, die durch grünen- Stair ederj Herrenwäsche Btt Schiffmann

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