Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 1026 (7.12.1921)
- Date
- 1921-12-07
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
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Nr. 1025_ Wfen, Mittwoch_' Hardings Botschaft an den Kongreß. Washington, 5. Dezember. (Reuter.) In der morgigen Sitzung des Kongresses wird. Präsident H a r d i n g wie alljährlich eine Botschaft verlesen. Wie die Blätter ankündigen, werde er erklären, daß die Vereinigten Staaten iiit Falle des Scheiterns der Konferenz im nächsten Jahre für Armee- und Flotten.- Ausgaben 800 Millionen Dollar aufwenden müßten. Die Vereinigten Staaten könnten einer starken Herabsetzung dieser Kredite nicht zustimmen, solange nicht auch die anderen Mächte das Rüstungsbudget vermindern. Lloyd George geht nach Washington. London, 6. Dezember. (Tei.-Komp.) Infolge des Abschlusses des Ffiedensvertfages zwischen England und Irland wird sieh Lloyd George am Samstag nach Washington einschiffen. China protestiert. New York, 6, Dezember. (Funkspruch. Wolff.) Der Generalsekretär der chinesischen Delegation in Washington Tiao hat seinen Rücktritt gegeben als Protest gegen »die negativen Ergebnisse, die China mit seinen Forderungen bisher erreichte-. Die Kabinettsbildung in Belgien. Brüssel, 6. Dezember. (Funkspruch.) Die Sozialisten haben beschlossen, in das belgische Kabinett nicht einzutreten. Carton de W i a r t hat die Bildung des Ministeriums abgelehnt und wahrscheinlich wird J a s p a r, der Minister des Aeußern des vorigen Kabinetts, damit betraut werden, aus den Katholiken, Liberalen und einigen Fachministern das neue Kabinett zu bilden. Kongreß der belgischen Sozialdemokraten. Brüssel, 5. Dezember. (Intel.) Der Kongreß der sozialdemokratischen Partei Belgiens hat in einer einstimmig gefaßten Resolution die Beteiligung an einer Regierung, die die sozialdemokratischen Forderungen in ihrem Programm ablehnen würde, abgelehnt Die Forderungen der sozialdemokratischen Partei sind: Einschränkung des Militärdienstes auf sechs Monate, Kontrollrecht über die Industrie und Verstaatlichung der großen Betriebe. Plünderungen in Berlin. Berlin, 6. Dezember. Gestern nachmittags ist es im Rordosten Berlins wiederum zu Plünderungen gekommen. Mehrere hundert Personen, in der Hauptsache Arbeitsuni Wohnungslose, durchzogen die Gegend der Prenzlauer Allee und plünderten mehrere Geschäfte, darunter eine Kleiderhandlung und eine Bäckerei. Von der Polizei wurden mehr als hundert Peisdnen festgenommen. In Neukölln räumten gegen 2 Uhr nachmittags mehrere hundert Personen, die durch die Bergstraße zogen, eine Konditorei aus. Millionenverluste einer deutschen Bank. Berlin, 6. Dezember. (Wolff.) Bei der Münchner Niederlassung der Pfälzischen Bank in Ludwigshafen haben sich durch unverantwortliche Manipulationen sehr bedeutende Verluste im Termindevisengeschäft ergeben. Die Engagements sind jetzt eingedeckt, doch sind Aktienkapital und Reserven des Instituts verloren. Durch Mithilfe der Rheinischen Kreditbank und der Deutschen Bank werden für die Kunden der Pfälzischen Bank Verluste bei der Neuordnung vermieden. Ludwigshafen, 6. Dezember. (Wolff.) Die Pfälzische Bank gibt in einer Erklärung den durch die Devisenengagements ihrer Münchener Niederlassung entstandenen Verlust mit 340 Millionen Mark an. Exkaiserin Zita darf in die Schweiz. Bern, 6. Dezember. (Tel,-Komp.) Der Bundesrat hat der Exkaiserin Zita die Einreise in die Schweiz zur Teilnahme an der BKnddarmopcration ihres Sohnes Robert unter der Bedingung gestattet, daß nach erfolgter Operation und Beseitigung der Gefahr die Ausreise aus der Schweiz sofort zu erfolgen habe. Tagesbericht. Die Panikstimmung. Erklärungen des Polizeipräsidenten. Der Präsident der Wiener PxMz-eL Dir. Rudolf IW a 11 d o r f äußerte stich über die Do-mrers-tag-- Eirdg-nisse einem Joiutranailiisrtm gegenüber folge-rudernKußeox; Naefoi. dem D'Cmnersitag-EreigTnisiscti .sind, wie Immer bei d*ararlägen V-orik-arniminisse», die unglaublichsten Gereihtein Wien •kmlipotniiert worden, so sita>rik, daß sieih weiter Schichten große Nervosität bemächtigt hat, Nach den Wahr-neihrmingan der PcEzßi ist seit Donnerstag im adtem Betrieben wie der - vdlkonmen e Ruhte einigelk-elhirt. Die Gerüchte, die Wien, dutrotahwirren, halben keiimerlei positiiren Giun-d. Eis wäre guit, wenn dli-e Gesdiäftisinhaber nicht jiedem, d^r.. derartige Gerüdute kailipontiert, blindlings GÜiauibem sdimke» würden, .. Ie(h habe veranlaßt, daß, wenn wirklich! di-e Gefahr ©iin«r Wiederholung der Donn.ers,tag,-Ereig‘- fiisse eintröten sollte, die Geschäftel-eu-te ree e h. tzeitig vonder Behörde selbst gewannt werde.]!'. Alber ich halbe den Eindruck, daß eine so-k-be Gefahr fcuf absehbare Zeit nii.eihlt 'vioirünandien isit. Udingens find alle Vorkehr ungern getroffen, um einer Wiederkdruug der Donneinstag-Vonkioimim.rji'ss'e yjx". vmicaicrein. -vomzu-beaugen. WIENER MORGENZEITUNtf Die ersten Verhandlungen gegen Plünderer. Freitag und Samstag werden bereits Veriiia-ndlungen gcgiem ungefähr vierzig Angeklagte statt- ‘f in den, die sich an dem großen Exzessen und Gewalteten am x. d. M. 'beilxiihg.t haben. Vor den Einzel richt-ern Obeirlandesgetridhteir ait Dr. Hotter und Oberlan-desg-erkjbtsirart: Dr. Engel werden die Verband hangen zur Durchführung gelangen; die Anklagen lauten zumeist aiuf öf-fetnrlichei Gewalttätigkeit. BieibsitaJhfi und boshafte Beschädigung fremden Eigentums. Die Beschuldigden sind meist junge I ,eute, die bei DiefostäMie-n. Oder Gewalttaten gegen Geschäfte «ead dtficsetlin-e iBfcrisöfctert betreten wurden oder bei dornen slp älter getst-^lilcne Gegenstände aufgefuuden worden walten.' Die Konkurrenz rührt sich. 'Wir halben jüngst von der ^Siegesfeier« ekliger Helden vom »sdhiwarzen Donnerstag« in eener Weinstulbe iberiehltet, bei der der Wein in Strömen floß. Nunmehr meldet die »Arbeiterzeitung«, daß auch die »Frontkämpfer« ein. Fest gefeiert 'haben, dais sidh bis in die frühem Morgeintsvunden himzeg und bei dem musiziert., getäfelt und gcifiruniken wwrde, und zwar im SpeisJesaiail dos — Garnisonsspitails Nn i. Es ist desibalib kein Wunder,, d.aiß aini die »Frciitkämipgf etr«, wie sie selbst erzählen^ zalhflneichie Anfragen über die eigentbdhen Urheber der Plündieirumgen ergingen. Auf diese Anfragen gilbt' der leitende Ausschuß dter Firqnltfkäniipfomnerei-nigun g foflgende Antwort!: Die erwähnten Krawalle sind (kommunfstißchen Ursprungs. Die russischen- Sowjets glauben, durch Bestechung die jetzige unerhörte Teuerung für ihre •Zwecke ausnützen zu können. Die Froartkämipfervereinigung Fit entschieden gegen jedes- Wucher- und Schieb ertum, sie wird es auch weiterhin mit allen ,iihi\zu: Gebot 'Stehenden. Mitteln bekämpfen. Die Frontkämpfervereinigung ist -aber auch gegenjede das Volkswohl schädigende Handlung und al-s solche -sind die letzten Pl'ündemngen und Raubzüge anzosehen. Wir treten dagegen auf, wenn -soliden, -bodenständigen Ge- -s-clräfteleiirten die Schaufenster eingeschlagen, (Wo:h Ifahrtscirgan isationen auisigeplün-dert und Einzel'perS'Oiien, die durchaus -keine Kapitalisten sind, ihrer letzten Haibseligkeiten -beraubt werden. Ta-u-setidie von arbeitenden Mi-t-m-emsdhen -sind durch diese -Krawalle und Verwüstungen, •arbeitslos geworden. Wir wissen, daß die Arbeiterschaft mit diesem schandbaren, aiuiss-chiießli-ch dem verworfensten Großsfcadtpöbel eigen,tüm-li oben Treiben. nicht einverstanden ist. Auch wir wenden uns dagegen umd fordern unsere Mitgliedsr auf, sieb iberedtzuhaiteni um bei einem ao sie ergehenden Ruf zur Stelle ziu sein!« Wie der Sdhlnißaaitiz dieses Bes-chei-deS zeigt, lassen die Lorbeeren der »dem verworfensten Groß- -stadtpöbel angehörigen« Plünderer, die »Frontkämpfer«, nicht -schlafen uind sie »halten sich bereit«. Angesichts dkser eindeutigen Sachlage wäre es wirklich zu wünschen, daß die Bevölkerung den Rat, -den ihr die »Rekbsip-ositi« im Dienstag-Abendblatt erteilt, voll und ganz beherzigt: »Wenn Bosheit ,und Verbrechen im Innern die Gesundung unserer Staatsfinanzen und unserer Volkswirtschaft zu vereiteln suchen, müßte das Volk die Kraft auf- ,bringen, mit kühnem Entschlüsse seine Todfeinde zu erledigen, wie Herkules in der Wiege die-Schlangen erwürgte, miit denen ihm die hassende Hera ams Leben wollte.« Wir fügen noch hinan, daß. der zitierte .Alarm deir »Frontkämpfer« indem derubsleh? cli-ristlfcheir Organ des A-bgeordheten Profe-ssor Hügel mann crLChäeneii ist und die »Rekibsipost« mit Recht bemerkt: »Daß die Masse der Geis-ohädi'gten selber die Presse der Leute, «die ihnen die Geschäfte zerstört oder geplündert, die Existenz vernichtet, kurz,, das Dach über den Köpfen angezündet hat, liest und kauft, und, vermutlich •aus Gewohnheit oder Gedankenlosigkeit, o-der aus noch niedrigeren Eigenschaften, ruhig weiter kaufen wird, ist der grimmige Humor an -der sonst so traurigen Sache. »Den Teufel -spürt -das Völkchen nie, und wenn er sie beim Kragen hätte«, spottet schon Mephisto.« Die Plünderungsschäden. In der Kammer für Handel, Gewerbe und Industrie in Wien wurden Kommissionen gebildet, welche die bei., den Plünderungen am i. -d. M. entstandenen Sachschäden in den eimel-n-en Betrieben erheben. Das so gewonnene Material soll bei Behandlung -der Frage der Ersatzleistung’ verwertet werden. Die Kommissionen haben ihre Tätigkeit bereits aufgenommen. Alle 'beschädigten Betciebsinhaber, die heute oder morgen von diesen Rom- -miissicmen nicht besuchtwerden, wollen Ihre Adresse umgehend der Kammer beka-nn-tgeben. Die Kaufmannschaft beim Bundeskanzler. Gestern mittags wurde eanc Abordnung der Reichs Organisation der Kaufleute Oesterreichs vom Bundeskanzler empfangen. Präsident R atiz -brachte di-e Wünsche und Beschwerden der geschädigten Kauf Mannschaft vor, worauf der Bundeskanzler eine eingehende Prüfung und weitgehende Förderu-ng der vorgebra-chtea Wünsche zu-sagte. Weitere Anzeigen. Nachträglich wurden noch eine Reihe voai An-- zeigen erstattet. D-er Fabrikantcns.gattin Klara Benziflger aus St. Gallen, die im Hotel Bristol wohnt, wurden Kleider und Schmuck geraubt. In der Kärntnerstraße wurde die Private Mein 7. Dezember 192! .Seite 3i i -------«- S tiaß n y, Framiz Josefsibahtrstraße Z wohnhaft, gefallen. Ihr wurde eine Haaiidaktenitiasicih'e mit 21.000 tsclrecihiachen Kremen und 4000 östenreichÄ sehen Knonen, izjusamimeu 1,688.000 Kronen. weriZ e-nlbris-sen. Beim Verfassern dcls Hotels Brisitiol wurde! die KaiufmLnnpgattin Klara B ir e i« fc imi a n.n mit ihrer 20jährigen Tochter von -D-emonstratlten. ange^ fa-llen und durch Fausteichiläge und/Stockhiebe fmäßJ han-delt. Der Frau entrissen .sie eine Plandtas-che mit dreii Schecks auf je 500 Schweizer Francs «midi 195 ägypgt-iisohe Pf-und, der Tochter eine isiclhiwaffz-j lederne AktentG'sche -mit medizinischen Sdi-tHterf und Z00 K-rßnteni. Wegen. Teilnahme andLn, Plünderungen hat das Poli-zeikommisisariiat Brigiititcinaifi den 20jähirJgen Hilfsarbeiter A-nton Fieslera Kiagrainiar Ka-senne 430 wohnhaft, den iSjähri-ged Miecha-nik'ergch il f en Josef Kauf, Birünn-örstiraßd 116 wohnhaft, -und -den 21-jährigen. Hilfsiairibeiterj Raimund Hoi-s, XIX., -Neder-ga-sts-e '3i wohnlhMl^ verhaftet. Zentralstelle für jüdische soziale Fürsorge. (Origlnatbericht der „Wiener Morgeazeitting*} Ueber Einladung -dies Kuraitoriuimts der Zerilira^ steile für jüdische -soziale Fürsorge fand' Samis-tag, im Si-t’zu-nga'.aaie der Wiener Ku-ltesg-emei-nde eine Enquete statt mit der Tagesordnung : Beratung einer inder letzte-tn Ddegiertenversann-m-lung der 2cn-| tra-isteile gegebenen Anregung d'es Herrn Osikai« Goldschmied: Errichtung von Bezärksfüri sorgestellen unter Mi-twirktung der Bezi'rlkslkom-/ m-iss-ionen. Den Vorsitz führte Herr I. Wach-teid Er 'begrüßte -die erschienenen- Delegierten des! Kuratorium« Meidiizimaiirait Dr. Sa-muiely, Dr. Krüger^ Karl Klemperer und , Felix Mayer -sowie die Vec*-j treter der einzelnen Bezirks'sekt-ioneri-., und1 zwar die! Herren Dr. Schallinger für -den III., Dr. Bernhard! für den XV., Leo.poldr Sitzmann unld Dr. FÖnsrterj für den XVI. und XVII., Mo-ritz Müller für detij XVIII. und XIX. und Dr. Ruß für -den XXI. Bez-irid Mit Befremden wird dia's Fehlen vom Del^i'ertertl auis dem II. und' XX. Bezirk festge-ätelüit. Hättet doch gerade -diese beiden- Bezirke, in. dienend^asi jüdische Elend am dichtestenkonzenitri-ert ist, wäl^ rend der Delegierte eines äußeren- Bezirkes dli-e Be-i merkung machte, seine Sektion halbe »au* wenige- Arme, d^is allergrößte Initeres'se an einer Zentraii-«, si-enung des Fürsoirgewesen-s. Herr Goldschmied begründete -seine Anr^un^ in 'ausführlicher Rede. Er ging von -der derzeit nicht■ ganlz geklärten Stellung -der Bezirüoskomim'iisisi-one^ Lus. Sie hätten -die Pfhcht, über ailÜess W-esenfMdtaej in ihrem Bezirke dreimä-ljährlich d'er KMltoSrj gerneimde Bericht zu erstatten. Dais -halbe zur Vor^i auissetzung, daß sie auch über alle Vorgänge und! Ve-rhältn-i'sse im Bezirk genau unterrichtet seiend Redner rege an, daß jede BezirkslkommiL-sion Füs^j öorge'kommisisionen schaffen solle. Deren Obmann eh würden einen Ausschluß mit freigewähltem Prä-j si-dium bilden. Für die Aufbringung der Mätteq schlage er eine Thora-Enitihebungsis»pend« vor, dis sich mit der Zeit .zu einer regelmäßigen Steuer aö3-j gestalten ließe. Die -moralischen Vonsdhriftert de«i Religion sollten zur Durchführung gelangen Snü Interesse der Armenfünsotrge. Alle Redner -n-afhimen in positivem Sinn^ Stallung zu der angeregte» Gründung vön| Füajsoiigbkmn'imssioiti-en. Die Aufbrinigmug der Mittet! erschien -.sämliidhfen Rodinonn al-s nidhit isiomdeiifliiidh. schwer. Dagegen gingen die Meitatuingeni über deiuj Witkung-lkreis der zu schaffende Stellen auis-j eiaand-er. Ein Teil v/ünisdhlte, daß diese bloß slä Berf.frng&steilen zu fungieren haben, denen Bea-putej an» zwockmäßi gilt ei» in den einzelnen TempelnJ ipcisitient würden. Ziemlich1 afltligetmei» wurde dm Ruf haiclieinem gM'AUM Kataster -laut, der 'es ver^ hiiMun, soll', daß ein Armer mehrfach, ^sin LN'deneü gar ainiclh't beteilt würde. Herr Dr. L'öwy setzte in einer längeren- Rede den Unterschied zwischen! der veralteten Methode des Airm-e-nwesenis und dteirj modernen' Fürsorgetäti-gkeiit atuseüü^nider. Niditl - Almoisenv-entei kung, son-derni AtTb^itst\'eirrmittt«lliiüig| sei deren Zweck. Schließlich wurde -auf Antrag des! ‘Horm Goldschmied ei.ni Komitee miit der Auisadbeh' tiuitig kicukr-eter Gmudlaigon für weitere Beratumigea^ über die ReiFtorm des Fürsorgewesen^s im Simnö der. Bnoipome-ntco beauftragt. Das blockierte Wien. Streik der Telephonmechaniker. Die Telegraphenadjunkten, eine etwa 500 Mann starke Kategorie von Staatsangestellten, haben gesternaus Mißmut über die Verzögerung ihrer Forderung,'die; Verwendungszulagen zu erhöhen, die Arbeit .eingestellt und dies damit eingeleitet, daß sie die Telephon- und!' - Telegraphenzentralen außer Betrieb brachten. Dadurch wurde Wien aus dem Verkehr ausgeschaltet, Die' ohnehin starke Nervosität der Bevölkerung wurde durch! diese neuerliche Beunruhigung verschärft und* es:- zeigte sich eine lebhafte Erbitterung gegen die fort-, währenden wilden Streiks und gegen die Unbekümmert^ heit der einzelnen Zweige der Staätsbediensteten, Hie die Allgemeinheit auf das schwerste schädigen und den Staat ruinieren. Die Abschaffung der Zentralen erfolgte um 9 Uhrvormittags. Die Angehörigen der Technischen. Union schlossen sich dem Streik nicht an. Die Sondergruppe der Adjunkten, die sehr straff organisiert ist, erklärte, daß sie über ihre Zulagen mit dem Finanz-, ministerium seit einem Monat vergeblich verhandle .und schon in der_yoi;l2en..Woche „ra >v dem.Streft_.jg>;