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Wiener Morgenzeitung · 1921-12-06 · Heft 1025 (6.12.1921) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 1025 (6.12.1921)
Date
1921-12-06
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Wien, Dienstag WIENER MORGENZEITUNCJ 6. Dezember 192! SeifeDJ Keine Entscheidung des englischen Kabinetts in der Reparationsfrage. Nr. 1025 Sammlung auch der.poltaisdhe Geschäftsträger im. Erainikmekli beiwohnte und die antisemitische Kampagne wäransteais iiijitersibützte. Jugoslawien. Ein Komplott gegen den König. Graz, 5. Dezember/ Die „Tagespost" meidet aus B e 1 g r a d: Die Regierung ist einem neuen Komplott der Kommunisten gegen König Alexander und den Ministerpräsidenten P a s i c auf die Spur gekommen. Aus dem Auslande sind in der letzten Zeit verdächtige Elemente in Belgrad angekommen. Ungarn. Forderungen der sozialdemokratischen Gewerkschaften. Budapest, 5. Dezember. (Ung. Tel.-Korr.-Bur.) Der Sonntag hier abgehaltene außerordentliche Kongfeß* der Gewerkschaften der sozialdemokratischen Partei befaßte sich mit der wirtschaftlichen Lage der Arbeiter und der Festbesoideten sowie mit den Fragen des Koalitionsrechts und des S t r e i k r e c h t s. Zur Tagesordnung sprachen zahlreiche Redner, darunter der Redakteur des sozialdemokratischen Organs „Nepszava“, Johann Vanczak, der ausführte, wenn die heutigen traurigen Zustände zu schweren Konsequenzen führen, so müsse die Arbeiterschaft die Verantwortung dafür > ablehnen. Der Kongreß nahm eine Resolution an, in der es heißt: „Das arbeiterfeindliche V erhalt e n der mit der Durchführung der Regierungsverordnung betrauten Verwaltungsbehörden in der Provinz lähmt vollkommen die Tätigkeit der Gewerkschaften. Die Einschränkung des Vereinsrechts und der Vereinsfreiheit seien eine schwere Verletzung der Gleichberechtigung. Der Bericht über das Vereins- und Versammlungsrecht, den der Minister des Aeussern an das Internationale Amt für Arbeitsangelegenheiten gerichtet habe, entspreche nicht den Tatsachen; denn die das Vereinsrecht einschränkenden Verordnungen seien noch immer in Kraft und die Behörden verhindern in einer noch über die Verfügungen hinausgehenden willkürlichen Weise die Organisationsr und Streikfreiheit. In der Resolution wird dahier die Sicherung der V er eins-, Versa m iti 1 u ng su n d St r e i k frei h eit g efordert. Die aufgelösten, suspendierten oder in anderer Weiße gewaltsam eingestellten Arbeitervereine ipögen Ihrer Bestimmung zurückgegeben, ihr konfisziertes oder auf andere Weise Willkürlichweg- ^ejiqmnien'e s Vermögen ihnen rückerstattet werden. Schließlich yerlangt die Resolution die Außerkraftsetzung der Verordnung, wodurch die .Grubenarbeiter unter militärische Aufsicht gestellt werden. ■ Die Regierung wird ferner aufgefordert, dafür Sorge zu tragen, daß die wichtigsten Lebensmittel, wie Mehl, Brot, Fleisch, Fett und Hülsenfrüchte, billiger werden. Zu diesem Zwecke müsse der Export von Lebensmitteln verboten werden. Palästina. Das zionistische Erzlehimgswesen. Jerusalem, 5. Dezember. Das Erziehungsdepartement der Zionist Palestine Exekutive teilt mit, daß in jüdischen Erziehungsinstitunen gegenwärtig folgende Jahresschulgelder erhoben werden: In Kindergärten 6 Pfund Sterling, in Elementarschulen 9 Pfund Sterling und in Sekundärschulen 11 Pfund Sterling. Wo die Eltern außerstande sind, diese Beträge zu zahlen, wird der Unterricht auch umsonst erteilt. — Einem offiziellen Communiquö zufolge beträgt die Summe, die für das Jahr 1921/1922 zur Aufrechterhaltung der Regierungsschulen bewilligt wurde, etwa 72.400 ägyptische Pfund, während zur Unterstützung von Privatschulen 6125 ägyptische Pfund bewilligt wurden. Gegenwärtigbefinden sich schätzungsweise 15.350 Kinder in Regierungsschulen, von denen 13.500 Kinder mohammedanischer und 1630 Kinder christlicher Eltern sind; von jüdischen Kindern werden diese Schulen nicht besucht. Telegramme. Jüdische Auswanderung aus Rußland. Genf, 2. Dezember. (J. C. B.) Der jüngst stattgefundenen Sitzung der Völkerbundkoinmission für die Unterbringung der russischen Emigranten wohnten auch L u c i e n W o 1 f für die I ca und Mister Aberson fiir die Exekutive der Jüdischen Welthilfskonferenz bei, da die in Paris eingeleitenden Verhandlungen zur Vereinheitlichung der jüdischen Vertretung bei dieser Kommission noch nicht abgeschlossen sind. Der den Vorsitz führende Vertreter des Oberkommissärs Dr. Nansen erklärte, daß dank der jüdischen Opferfreudigke'it es möglich sein werde, die russischen Flüchtlinge London, 5. Dezember. (Havas,) Das Reutersche Bureau erfährt aus gut unterrichteter Quelle, daß die Reparationsfrage im allgemeinen einschließlich der Ergebnisse der Konferenz mit den deutschen Vertretern in London von dem Finanzausschuß des Kabinetts geprüft worden ist. Man ist indessen zu keiner Entscheidung gekommen. Es soll eine andere Zusammenkunft stattfinden, in der beabsichtigt wird, eine Empfehlung an das Kabinett zu senden. Inzwischen hält man die gegenwärtigen Erörterungen für ausschließlich innerpolitischer Art und es hat sich noch nichts Konkretes ergeben, um den alliierten Regierungen übermittelt zu werden. in Konstantinopel zumindest für das kommende Monat zu versorgen. Diese Unterstützung war unabhängig von einer anderen, durch die I c a gewährten Aushilfe, wonach 1000 gewählte, jüdische Emigranten aus Konstantinopel nach der Tschecho-Slowakei zu bringen wären. Diese werden anstatt der üblichen Pässe mit speziellen Identitätsausweisen versehen sein, welche zur Erlangung der Visa ordentlichen Pässen gleichgestellt seien. Lucien Wolf legte einen Bericht über die Lage der jüdischen Flüchtlinge in B eßar ab ien vor und es wurde beschlossen, die Vorschläge Nansens der rumänischen Regierung zur Kenntnis zu bringen, sowie dieser eine engere Zusammenarbeit mit dem Völkerbunde vorzuschlagen., Jerusalem, 3. Dezember. (J. C. B.) Das russische Volkskommissariat für Aeußeres teilt mit, daß den die Auswanderung nach Palästina anstrebenden Juden keine Hindernisse in den Weg gelegt würden, insofern sie sich direkt beim Kommissariat mit den nötigen Reisedoku menten versehen. Der Hungertod in Rußland. Moskau, 5. Dezember. (Eunkspnuich.) D-ic Kim ■dersitenblicihiccit in dem von der Mißernte betroffenen Gebiet nimmt in der fetzten Zeltstetigziu und1 beiträgt kn.. Mittel 3p Prozent. Stellenweise erreicht »sie aibesr aiuich 70 Prozent. ... Im Buiinster Kreise 4er Tatarenrepubiliilc haben 80.000 Bauern ihre Heimat -verlassen Md sind in fi achtbarere Gegendien gezogen. 137.000 Menschen hungern in diesem Gebiet. , •••„. . Das Statut filr die jüdischen Gemeinden Siebenbürgens. Bukarest, 4. Dezember. (J. G. B.) Der Minister des Innern beauftragte den Präsrjd'eiiiten von 'Klau-seinburg, einen, Entwurf zuir Regelung der jüdischen Gemehiidteangdfegenheiteh. in Siebenbürgenains zuiasribeiiten. B ekaontiiicih hia^ear sich die. S aphairdim' von den allgemeinen jüdischen Gemeinden; losgelöst. Der Präfekt ist daher 'v>on seinem ursprüngliahen Plane, die 2teuere!nhebung der jüdischen Gemeinden z;u zentralisieren., abgekommen und wird der Regierung den Vorschlag unterbreiten, beiden Gemeinden die Autonomie zu .verleihen,. Die Orientkonferenz. Paris, 5. Dezember. (Havas.) Dem »Mailn« zufolge -stehe es fest,-daß Kord Cur z o n im Laufe dieser Woche nach.'Paris kommen und dort mit Briana und einem Vertreter der italienischen Regierung über die Lage in K 1 e i n a s i -e n beraten werde. Diese Beratung werde in erster Linie eine Erörterung des fraarzöaiisch-keiTjali'Stisoht'fl' Abkommens imrfais'sen sowie eine Prüfung der Möglichkeiten einer Vermittlung ' zwischen Griechenland und der Regierung von Angora. Die demokratische Internationale. Paris, 4. Dezember. (Havas.) Heute wurde hier der d e m o k r a t i s c h e K 0 11 g r e ß in Anwesenheit zahlreicher französischer und auswärtiger Delegierten eröffnet. Unter den auswärtigen Teilnehmern befinden sich Metzger (Graz), Abgeordneter Dvorcsäk (Budapest) und Georg Walz (Wien). Deputierter Marc S a n g n i e r entbot den auswärtigen Delegierten den Willkommgruß. In einer Reihe von Ansprachen betonten die Sprecher der ausländischen Abordnungen die Notwendigkeit, in allen Ländern eine lebhafte Propaganda für die Abrüstung und den Abbau des Hasses ln der Welt zu betreiben. Mersina von den Kemalisten besetzt. Paris, 5. Dezember. Wie die Blätter aus London melden, haben die Türken M ersinn, besetzt und damiifc die Besetzung -Zilizieirs gemäß den Bestimmungen des fr<anzösisch-türhisichcn Abkommens beendet. — Die Reise der Exkönigin Zita In die Schweiz. Nach der Baseler „Nationalzeitung“ ist beiin schweizerischen Bundesrat ein Gesuch der Exkönigin Zita eingelaufen, in welchem sie um die Erlaubnis bittet, eine Reise nach der Schweiz zu unternehmen, um bei der bevorstehenden Operation ihres Sohnes Robert anwesend zu sein. Der Bundesrat hat von dem Besuch Kenntnis genommen, ohne sich vorläufig zu entscheiden. Dem genannten Blatte zufolge scheinen aber beim Biindesrat die rein menschlichen Erwägungen gegenüber den staatsrechtlichen zu überwiegen. Zur Frage des deutschen Moratoriums* London, 5. Dezember. (Tcl.-Komp.) „Daily Telegraph“: will erfahren haben, daß man die Verhandlungen Rathenaus zur Erlangung einer englischen Industrie- und Bankanleihe als mißglückt bezeichnen könne. Wie die Blätter; melden, ist der französische Botschafter in Berlin Lorand von Briand nach Paris berufen worden. Allgemein wird versichert, daß seine Reise mit der Frage eines Moratoriums für Deutschland im Zusammenhang stehe. Wie „Petit Parteien“ aus London meldet, ist eswahrscheinlich, daß das Verlangen Deutschlands nach einem Zahlungsaufschub auch weiterhin von den Mitgliedern des englischen Kabinetts günstig de* urteilt wird. Tagesbericht Wohnungsnot und Demagogie* Am Sonntagfand in der Voliksballe eine voit •der W'cknnngsüga einibonnfene Versammlung der, Wohmingsiuichen-dien-' statt, in. den recht radikale Töne angeschlagen wurden. Der erste Referent,; Direktor Bauer, drohtet, daß die 82.000 W-oh-j imngslosen Wiens, von. ■ Verzweiflung ' erfaßt, stell aiucih , m q>nü)b erlegten Taten •jh'in'teißeni laisiseii könnten, dla -sie nichts ziu vedjiteren, (sondern nur . zu gewinnen'haben. Leider .iblü^b der Redner nähere: Aufklärungen darüber Lohnldig, was ein-. -Woihnungg.-t loser durch »unüberlegte Taten« w;ob*l gewinnen könnte’ — von -einer vorübergehenden '.Ernqitrarj, tierunig im Landeisgariaht etwa abgesehen; Etwas konkreter drückte .steh ein Hem -Lain-dtes ^1) auslj' Er verlangte nämlich die irück'atehtslose Ausweisung der Qsttjmiden, und glaubte, daß diie •»bodenständigen1 Jmtd'en dafür pur dankbar wären«. Wir Ikennien de^ Grad der Vertrautheit des Honrnl L-a-ni-id! es tmt deni Gefühlen-, der bodenständigen Juden!z>ui. wenig, nn^l. nps ein Ilrted über die Berechtigung dieses Harm,; ail.s Verkünder zu fungieren, bilden, .zni können. Irr» übrigen, ist mns «'iiciht bekannt daß diie Ostjiudcri gerade den — Stteinhof über füllen -uaudi ß& dem- Herrn! Landes die Hoffnung &tv£ jienes Quartier neihrnen^’ auf das er, seinemaufgeregten. Wesen mfl'pür, dvUmeisten Apspnueh hat. En beMtiragte die Anniahm^ einer Resoil'Uition!, in! we-Mier fo-lgenÄp ibteM^eite deru-ngen gestellt weÄh-: Abschaffung der. Alblö^y radikale Durehfühnung dein Wo^«MSMfcMdenung>e^' Abisdh-affung des. WohrijungsluKifls,' Menhöib der -W pÄj1' lKungsyerkaufe mit Möbeln', Auswertung •der. EflücihL.- linge mnd Iteemden, Vertretung ider Mohnnntzsioisen .-in ’ allen Wohnranigs-bahöndientLinid :Kpnini'^i|Oipen?|- Schaffung, von W ohnnngsfürsiorgerätep, Breij mach-diig alter Prifvaith-äusser!V,oni jS-taMtsäm-teM, .Verd bot der WoihnungÄbtureaps Md, AuKtebhmg dW- Denkmate'C'hut'zes, . Giolliten diese, , iheiß-tziuüi. Schlüsse, berechtigten Tordemmgen picht iin; ■'Läufer dieses. Monate zur DtPteMührung geklingen; tso cwpH: : den dje unglücklichen ,WohnungslotSen ,ziur Seälbetf; He sehr eiten.. Alte Veranitwortiuing -fÄ dtaTüni jenen zu, die .zur Lösung der .WiChiTjungssfraige verpifliclitst 'S-ind. .... . - Das klingt sehr rpsplnit luiiidl selihs^Se'wPßL ÜWfijj' befürchten, .aber, daß gerade -solche -Mnülheldep dte letzten .siind, die wiriktKirih etwas iZwöcktaräß^esi '2^. leisten imstande .siind,: upd koimen die XJ^tch# gläubigen Putr bedauern, die deren Tir:a4eh!;aiufsirfczfeit nmd -steh auch nach.'..den traurigen ReÄftdifcatoi'!d,e£ sclhwiarzen Donnerstags noioh •inoamer-.woin* s-ch'en Wortn-nd Tatexzesisen 'L'ipd^mng . versprechen.*-* , -. Die Aushusigerufig Meus* Die Länder liefern in das Ausland. . Auf dem Wieintetr Rindenmankit gab - es .gesteril ete.cn 'Streik der Fld'sdilhauer und Fleiadihändlery .die sich durch die Beschränkungen des Viehttnd Fleischveirikc-ihirs, der -ziu einem M:oiniOip,ol! auisgestaltet werden soll, 'bedroht fühlen. Ste orkhäreo^ daß dte Bundesländer, wetlichie die Wiiemeir Märkte, tntuid' dte Wiener B'avölkenung bisher miiit ••Filleisch unldl iViieh' versorgten, sich nun gegen. Wien, albfeperren und den .Fll'edsqlrJhiaiii-cieL äusscfoältem1 wiolllehi. Es Wm . M einer.großen Debatte, die sidt aiutf die Absipemriunigs-; . maßnalhm'en bezog, die sich alte 'Mioiniopoil des Vielte und P kiisdhiverlk e)hrs zugiunist'en1 des iDeiultJSidhösiteii? - reidiisdhen Wifisöhaftsveribatiide'S'. für dein' Vtefelj und Füleis-clhverkehr darstclit. Eine. Abdrlainiimg 'be< gab 'Sich in das Möirfkltiaim't und verl-atag-te Viohi -Ohejpniagistinaiteralt Waaciira Aufklärung.. Es ikani hidbiei zu sehr 'leibhaften Auisem'andersetziulngein). . Die Vertreter der Orgamtealtionen ’behaiu-p’tan' nämlkln), daifi inebcn der Absperrung der Länder mlcdi Ausfiulhirbewilliguingein an den Wiirtschaffcsverband ' enteilt s worden für Vieh, dais in Oesterreich' gekauft,-wurde; und in dian Ausland gebracht wird. Eis windi .be-. liaupteb, daß Schweine' und anderes Vieh oiius' Oesltet-j reich, nach Deutschland, in die Schweiz, 'ItölHen1, sogar na;öh Griechenland aiusgiefü'hnt werde.. Die Absperrung der Länder, bedeute die UnniöglidliH leck, daß Wien, ir.it Fleisch beschickt werde,, und es' Herrenwäsche bLMSWVSZA vmü im Warmham 1 Schiffmann .. laiioistt i in grns Telephon 47179 un Esi detail

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