Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1921-11-30 · Heft 1019 (30.11.1921) · p. Seite 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 1019 (30.11.1921)
Date
1921-11-30
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
87% known words query
IRI
…/2979076-2979773-2980098--09515-2995773
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

5 entity mentions

Seite 2 Men. Mittwoch Die Unruhen in Jerusalem. Die Schuld des Gouverneurs Stores. Bekanntlich hat die Haltung des Jerusalemer Gouverneurs Storr 8, dem man fahrlässiges Ver-. halten zum Vorwurf macht, unter allen Schichten her jüdischen und nichtjüdischen Bevölkerung von Jerusalem die lebhafteste Entrüstung hervorgerufen und einmütig wird Storrs Suspendierung gefordert. Charakteristisch ist der Bericht des palästinensischen Berichterstatters des „Israelitischen Familienblattes für die Schweiz" Dr. 31. Mibashan über die letzten Exzesse vom 2. d. M-, in dem es heißt: .. - „Die ZentralregieruNg in Jerusalem, wo Militär, Kanonen, Aeroplane, Schutzleute, neue Gendarmerie, Pcmzerautomobile und indische Reiterei vorhanden sind, konnte die jüdische B-.'völkerung nicht rechtzeitig und wicht gehörig gegen die Wut einiger Dutzend arabischer Burschen schützen, die sich an diesem, von einigen blutrünstigen Agitatoren zum „Trauertag" ob her Balfour-Deklarätton proklamierten 2. November damit belustigten — denn s:e haben sich in der Tat belustigt — einige .Juden niederzustechen! Di.se wenigen „turbulenten Araber",welche unter den Augen -er Polizei (die, wie üblich, keinen Befehl zum Schießen hatte und auch keinerlei Waffen trug) mit Stöcken und Messern und HandgrvMteu hantieren durften, brachten cs indessen fertig, hier Juden LotzuschlagM und cm die 39 zu verwunden, darunter 13 ' schwer, ohne daß die diversen Kategorien von Schutztruppen rechtzeitig eingeschritt n wären. Die Augrnzsugen beklagen sich allgemein über die schreckliche Interesselosigkeit des Gouverneurs, der es nicht fertigbringen, konnte, seinem eigenen Befehl, daß Ruhe und-Ordnung am 2. November gewahrt und die Läden offen gehaltenwerden . sollten, Gehör zu verschaffen,. der-es . aber nicht duldete, daß dce jüdischen Kaufleute am darauffolgenden Tage dre Geschäfte zum Zeichen -er- Trauer ob der gefällten Opfer schlossen. Es ist doch mehr als merkwürdig: Im ganzen Lande, sogar in den entlegensten Kolonien, ronnteu die Ortsgouverneure und Kommandanten die Ruhe sichern und ausgerechnet in Jerusalem, unter den Augen des Oberkommissärs, durften Morö-uben unter Ruft», wie „Palästina ist unser Land und die Juden sind unsere Hundes „Dre Regierung ist eine Schwe...ei", Juden ncedermetzeln, und die Llbwehrmaßnahmen waren so schwach, daß von der Rotte bön Marodeuren 'rin ganzen ein Toter und ein paar Verwundete fielen, züm Teil unter den Stoäschlägen der sich wehrenden, angegriffenen Inden selber." Welche Verwaltungsfähigkeiten Storrs besitzt, her als Feind aller jüdischen Bestrebungen im Lande. bekannt ist, geht übrigens aus einem Interview hervor, das er dem Korrespondenten der Londoner „Zeit" gewährte und das vor den Jerusalemer Aüsschreitungen statt fand. Der Korrespondent fragte unter anderem: „Erwarten Sie eine Wiederholung der bedauernswerten Vorfälle, die sich im April 1920 in Jerusalem und im Mai 1921 in Jaffa abgespielt haben, und-würden Maßregeln ihrer Verhütung getroffen?" ‘ Darauf antwortete Gouverneur Storrs: '„Ich glaube, daß die verschiedenen Bevölkerüngselemente des Landes bereits die 'dringende Notwendigkeit des Friedens und des guten Willens tm Interesse des Wohlstandes von Palästina begreifen. Dennach, wurden die nötigen Maßnahmen getroffen, um eine Wiederholung solcher Vorfälle zu verhüten." Dann aber fügte Storrs hinzu: ,^as jedoch Mn High Comrnissioner, kein Gouverneur und kein Militärkommandant vermeiden kann, das ist der Verlust von Menschenleben durch einen plötzlichen Zusammenstoß zwischen Einzelnen oder Gruppen, ehe noch die Polizei die Möglichkeit hat, einzugreisen.? General Storrs erklärte also B lu tvergieße tt für unvermeidlich, und bas wenige Tage vor den jüngsten arabischen Exzessen in Jerusalem. Das sieht beinahe aus, als hätte er für einen so kritischen Zeitpunkt, wie es der 2. d. M. war, blutige Ereignisse erwartet, und durch seine Worte an den Interviewer die Verantwortung für bas, was kommen würde, von sich' abwälzen wollen. Da die behördlichen Maßnahmen am 2. d. M. zu spät einsetzten, wie aus den Berichten der palästinensischen Presse, hervorgeht, so. müßte General Storrs zur Verantwortung gezogen werden. Ein Gouverneur, welcher nach seiner eigenen Aeußerung Blutvergießen für eine unvermeidliche. Begleiterscheinung seiner Amtstätigkeit an steht, ist jedenfalls eine außergewöhnliche Erscheinung! . ... Politische^undschau. Die Sitzung des ztouistischeu Aktion?» Komitees. Wie uvs aus London gemeldet wi'd, findet die Sitzung dr- /omstlschrn Aktionskomitees am 3?. D e z e« b e r r» W i t n statt. ■ . Kongreß der jüdische« Gemeinde« in Ingoslawie». Am 22. November fand in Zagreb (Agram)' im Sihung/saa'e des Sabor (AbreördNetenhau?) die feierliche Eröffnung cee.ster Kvlgrejses der jüdischen Gemeinden statt. Den Vorsitz führte Herr Dr. Hugo Spitzer, Gemeindevorsteher von Esseg. Herr Ali Alaupovic übermittelte hie Begrüßungsworte des Ministers'für Kultus und die Wünsche für einen guten Erfolg der Beratungen. Er betonte, daß ja alle Bürger in diesem Staate Bürger sind, wenn sie auch nicht derselben Nation cmgehören. Persönlich begrüßten auch den Kongreß der Präsident der serbischen Kirchennzmzinhe Dr Todorovie. der evangelische Pfarrer Wiener MorgeUzertmrz Pop, Oberstleutnant Gjekic, der Komnlissär für die Stadt Zagreb, für den königlichen^ Statthalter der Banalrat Galic und der Direktor der. SaborkanzM Salavary. Brieflich begrüßten den Kongreß der Erz-, b i scho f von Zagreb, Dr. Pa ue r der Pfarrer R i ti g a, der Verband der Zionisten sn Jugoslawien u. a. Vertreten tva^en 6 4 -Ge meinden durch- 100 Delegierte. Der Bericht des Ausschusses.und der... fassen-, bericht wurden zuftimmerrd zur Kenntnis genommen. Der Entwurf über die Geschäftsordnung tourbe denn neuen Ausschuß zur Ausarbeitung' übergeben. \ Der Voranschlag für die nächsten drei Jahve wuM nach reger Debatte angenommen und mit 200.000 Dinar festgesetzt. ■, - ‘ Die Wahl des. neuen Ausschusses ergab folgendes Resultat:'Präsident Dr. Hugo Spitzer, Esseg, Vizepräsident Dr. Hops, Belgrad, Demajv, Belgrad, Dr. K on, .Zagreb. Schriftführer: David Hy h.ner, Kassier:,Llvramovic. Aus Serajeivo wurden..in den . .Ausschuß gewählt die Herren Klein, Dr. Pinto, Ing Surnbu(„Oberingenieur Gros. Es dürfte interessieren, " daß der neugewählte Präsident Dr. Hugo Spitzer auch Präsi--ent der südslawischen zionistischen Organisation, der Vizepräsident Dr. Pops Mzepräsihent der. zionistischen Organrfatiou und daß auch der Vizepräsident Dr. Kon, der Vorsteher der jüdischen Gemeinde in Zagreb? Zionist ist. ' * Eine Beleidigung dev jüdischen Soldaten. in Polen. Widas „Lembermr Tagblatt" meldet, sind in der lchien Zeit wletcr tmipc Grnvpen judücbex Füchtlinge ans st r e w und anderen ukrainischen Südten in- Ostgalinen eingetroff n. In der Zwaminensktznug dcr polnischn Grenzwachen am Zbrucs ist in der letzten Ze t e t tt.e bemerkenswerte Aende» t u « fl v orgef.al 1 e ». 3flle jüdischen Soldairn. welche aus. Wachtposten standen, wurden abgewgm «»b durch « i ch t-j ü d l s ch e ersetzt. Solch, tute ..Umgruppierung" tankt oniert in der offctlicheu Meinung die Legende vom „tödlichen Verrat* «wb lii!;rt der Hetze gegen du Juden neuen Nahrung-- stoß zu. Dies geschiehr-ü dem St rate, desten Mliiistervrasi eni in seiner AnUlUSr'dr da on spricht, daß es nur eine Kaiegone von Staatsbürgern gehe. Gleichzeitia aber untersche det sein Krregsrninister. rm Milüärdienst Uvef Kategorien von Bm gern, von denen di; eine pauschallter als.„politisch verdächtig" stigmatisiert wird. - _ Anrmüierrrng der russischen SLaatsbürgersch-ft. . D;e'Sowlet!.dn«ruüs.bati'etnen Erlaß -beranSsegrbrach. wvie. nach folgmd n Pecsooeu b>r-r s'i s ch e S-t a a r-S-b ü.r.g-er-' s ch a ft entzo-en wird: 1. Rüsten, die mehr a l S fit nf Jahre i m A u S ^l a n d weilen, fasts str nicht bis 1. März 1922 enen P a ß oder ein ähnliches Zertifikat vsm -Vertrtttr der Sowiekregieruna chr s AufenthaltSlandrs einholen- In Ländern, wo Sowjetrußland keine Vertr tung hak, kvnn-n Paffe auch später eingcholr werden, Der Termin wnd - angegeben werden, sobald in da8 bet effende Land e » Vertreter der Sowietregierung kommt. 2. Personen, dir nach dem 7. November 19:7 Rußland ohne Er l a u b n i 8 der Sowjetre-ierMg v e r l as s e n haben. 3. Per'vnen, die als-Freiwillige in den Armeen gedirn', d e gegen Rußland gekämpft haben, oder die ein ec kouterreookutionä'len Organisation angehörten. 4. Peo'anen, die das Recht haben, eine Petition emzurrichen. ihnen die Rückkehr nach Rußland zu gestatten, und dieses Gesuch nicht bis zum 1- März 1»22 eitigereicht haben. Die Vernichtung der Petljnrn-Danden. Ans Moskau wird gemeldet:. Der Generalstid der bewaffneten Ke aste der Ukra ne. berietet über die Vernichtung der Peiljura-Banden, die in d->r letzten Zeit, von Polen kommend, m der Ukraine einfirlen. Der erste Zusammenstoß fand am 2b. Oktobrr statt nutz endete zuungunsten der in zahlenmäßig« Uebermacht btstndlichen Banden. Am 26. und 27..Oktober wurden die Ang iffe der Banden bei Hustalyn wiederholt; die Bauden benütz'en unbewachte Grenzpunkt; und drangen bit zur Eisenbahnstat on JarmoUncze (40 Werst von der Grenze) vor, wurden aber m d« Zeit vom 2. bis 4.. d. Dt. von d« roten Reitere vernichtend geschlagen. Am 4. d. M. brachen bei Oliewsk nme Banden e«, die ebenfalls tm Laufe von wrmgen Tagen vrrwchtrt ward««. Alle diese Banden halten grring'en GrsechlS« wert, nibmm nie den Kampf auf und beschränkten sich hanptsächlich auf Plüiwerungen. Die pänzliche Auflösung deS Bande»' mwesens m d« Ukraine ist für dre nächste Zeit zü erwart;». Zieltgowski und dte Wilnnrr Parlamentswahlrn. Aus D r l n a wird nnS berichtet: Obwohl.baS Dahlbekret für das WUnaer Parlament noch nicht veröffentlicht ist — die Veröffentlichung wurde infolge der Einbeziehung der Kreise Liba und Brazlaw in das Wahlgebiet verschoben — setzen die Vorbereitungen zur Wahlkampagne schon ein.. Sie soll Ende November beginnen. Die Wahlordnung wird durch die provisorische Regienmgskommission des von der Zreii- , gowskr-Armee okkupierten Gebietes veröffentlicht werden. Das Wahlrecht soll, soweit bisher bekannt, vom Geburts-oet, Wohnort und ErgentumSrecht abhängig gemacht wrrbrn. Da. es also cm eine bestimmte Seßhaftigkeit und an den Besitz eines bestimmten Eigentums gebunden ist, kann wohl schwerlich der Wille her gesamten Bevölke^ng des Wilnaer Gebietes in diesem Parlament zum ^Ausdruck kommenwelches 'nach beit polnischen Vorschlägen die .Entscheidung über die I ÄtAtzMigbeit Wilnas, treffen M. Das Dekret Über.. Lid 30. November MÄ Nr. 1019; — - . . " .. -- Vornahme voll Wahlen im Gebiete von Wilna t^ird von^ General Zrelig'owski unterzeichnet sein. Wiei verlautet,! wird ^Zieligoivski zürücktteteu und feiste Rechte Lisi zum Zusanunentrttt^ 'des zu wählenden Parlaments auf Herrn' Mtischtowitsch, der zum DorsitzenSön der. provisorischen Re-' gierungskommission' stuMsehen' ist,'überttagen. Er soll noch vor. dem Beginn s Mhttainpägme Wilna verlassen. Diese' Art. von Beurlaubung^^>Ves. Gendrals Zieligolvski für die Zl^it der Wahlkampagne ist wenig geeignet, hie ganze.Wilnaer Parlamentswahl allzu seriös einzuschätzen. Sie scheint das Ergebnis eimr ^HlprochUn'g^gewesen' zu Mn, weiche am . 19^ .Novrmber. ^w4WÄr?Lielrtzowsii- .und' dem ' polnischen Stoatspräsidvirleu Pils-n dfki'in L'ida, wo Pilsudfkr,zu Besuch weilte, ftüttfimd. ./ . . Dre Haltung der mchtpolstischen' NationalitLttn im Wilnaer Gebiet;• gegenüber den Parlamentswahlen, welche die BolksabstimMuirrg ersetzen sollen, ist wenig freundlich'. Auch el-nzelffe raditcle' polnische ParMst' drücken ihre Unzufriedsnheit mit der den Gtüirdsützen der Demokratie wenig entsprechenden Herbeiführustg' eines Volksentscheides ‘ über das kün-fttge Schicksal des Gebietes von Wilna aus. Sie empfehlen auch Wahleuthaltang. Für diese treten auch die W.eißru j'sen und, die meisten Parteien der Litauer ein. Zwischeit den Dertvetem der Juden, um deren Beteiligung an den - Wahlen mit allen möglichen Mitteln, .darMtet,' wie beteitS berichtet würbe, auch mit verhüllten ' ober unverhüllten Dztzhmrgen, geworben wird,.und'den Vertretern der polnischen progressiven Parteien fand vor kurzem eine. B'sprechung statt, in welcher die Frage der Beteiligung der .Juden an den-Wahlen erörtert wurde. Der jüdische Vertreter Dr. Wygobskt.gab dabei die Erklämmg ab,, daß die jüdische Bevölkerung des Gebietes von Wilna erst die Veröffentlichung'des Wahlgesetzes ab'warten. werde, ehe" sie..einen definitiven Entschluß über die Beteiligung tut den Wahlen fasse. Heute ser die Stimmung in einem großen ( > Teil der jüdischen. Bevölkerung für Wahl'entha ltung und Neutr arität. f. . . . i Inland. Das Budget. D,er BudgetauSfchuß nahm gestern dm Voranschlag de» I n st i z m i n i st e r r « m s an und wandte sich sodann de» Eisenbahnwesen zu. Nach dem Bericht des Referenten siehe» dev rund 55 Milliard e Ausgaben der BundeSb ihnen 46 V, Milliarde» Krovm an Einnahmen gegenüber, wobei die neuen Tarif« erhöhunge» .bereits berücksichtigt sind.- Unter den Ausgabe« nehmen die Peefonalanstagen mit 30'/, Milliarden dev ersten Rang.ein. ,, ,. .... v BttkehrSminister Dr, R o d 1e r fügte hini«, daß die hsier«,. -'MchMen, Bundesbahnen mit fhrem u n. a ü n st i g e»,. S r- .^raae nichtvetelnzrüdastehen, eS fei eine allgemeine Erscheinung oei Staais- und . Prioatbahnen des In- «nd Auslandes. So schlirstm dir Schweizer Bundesbahnen für 1930 mit einem Fehl^ betrog von 30*4 Millionen Franken ab, was in österreichisch« Wahinug umger.echnet Sv Milliarden auSmachr. Der Ministes 'erklärte dann, daß die gelegentlich der vorjährigen Budgetberatung Empfohlene Jnbetrikbsetznug der Wiener Stadtbahn derzeit «och nicht möglich sei, weil die notwendigen Fährbetriebsmittel nicht znr Dersögnng stehen.4 Die Lebensmittelversorguus Oesterretchs. In der grstngen Sitzung ' des Budget- und Fimm-au^ ausichaße» teilte Minister Dr. Vrünberger unter anderem mit: Da das inländische Getreide nur einen geringen Bruchteil unseleL Bedarfes zu decken vermag, stad wir nach wie vor auf .große AuslandStäufe angewiesen. Mü den ausländischen Käufen, die schon dermale« getätigt sind, ist unsere M e - lversorg» ng bis in diezweite Jänner/ Hälfte gedeckt. Sollte es schon i» naher Zeit zur Nuflrsiung der staat- ' licht» Zuschüsse zur Mehl-- und Brotversorgung kommenso wird hiemit kemeSwegL anch schon die staaaülche Versorgung sofort aufgtlaffrn »erdmttönnen. Die B r ö tü n d M e h lkarte wird vielmehr so lange w ei 1 erbestehen müssen, als sie für die geregelte Drrsvrgung'notwendig ist. Erst in dem heute auch schätzungsweise kaum bestrmmbaren Zeitpunkt,, in dem die Mehl- und Brotverior^ung durch den freie» Handel klaglos durchgetührl werden kann, wird die Brot- und Meblka'.te üb«flüssig sein und entfallen könne«. 'Bekanntlich befaßt sich die Regierung mit der Anlegung eines großen Geireidevorrates von 100 j.OO t, der als eiserner Vorrat so lange erhalte» »erden soll, bis der freie Handel in seine Fünkuon rintrrle» und die Brrsargung der Bcvölkrrung allein durchführen kann. Die Anlage deS erwähnten Vorrates von 100.000 t ist bereits gesichert. Die Versorgung der Bevölkerung mit Mehl Md Brot wird auch »ach Au'hören staatlicher Züschüffe vorerst noch auf längere tteit derart eingerichtet sein, daß jcdem Verbraucher der Bezug eines MindestquantümS gesichert rst. Die Ueberleitung in den freien Verkehr wird in der Weise erfolgen, daß nach und »ach! em grw fsrr Teil der Verbraucher nicht mehr durch die staatlichen Stellen verborgt, sonder» aus den Selbstbezug von Getreide und Mehl verwiesen wird. Ocdenburg und Venedig.' Im Ausschuß für Aeußeres berichtete gestern der Bundeskanzler über hie Maßnahmen der Regierung zur Ausführung des Protokolls von'Venedig. Er tzeilte : mit, daß schon in de« -allernächsten Dagen an Stelle, der uttgarischen Soldaten und Gendarmen ettglische,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.