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Wiener Morgenzeitung · 1921-11-29 · Heft 1018 (29.11.1921) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 1018 (29.11.1921)
Date
1921-11-29
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Mir. LÜK Wien, Dienstag MUmt 9U?gett$eiftittg fr»*——11* «Bllll—Hl tj|„, 4>H,..j4u^ >*!■ — '■!■■ I ...II.I. \ i. A .■■■.— I - — —I — ISST. November Ml Sette S | GerLchtssaal. De« eigener» Dater ans Eifersucht erschlagen. Gi» dSstere» Sittenbild Unserer Zeit. Ihr ber Voruntersuchung hatte der Angeklagte behauptet, ldaß er die Angriffe des Vaters nur abwehren wollte und instinktiv ni t der Hacke zugeschlagen habe: Die Anklage- Lehörde verweist demgegenüber auf die wiederholte« Drohungen Johann Marbachers, daß er die Wohnung' nicht gutwillig äit räumen gedenke, fein Weg werde über Lerchen gehen. Diese Bemerkung bestritt bLr Angeklagte. Cr erklärte sich heute nichtschuldig. Der Angeklagte schildert seinen Vater als roh, trunksüchtig und gewalttätig; er habe die Mutter zu ihren Lebzeiten oft mißhandelt. „Mich selbst hat mein Papa sehr lieblos behändest," sagt der Angeklagte, Obgleich ich schon 22 Jahre alt war, schlug er mich unbarmherzig, es regnete Ohrfeigen. Ich habe mich deswegen nach einem -eigenen Heim gesehnt. Als ich bann die Franziska heiratete, nahmen wir ein eigenes Zimmer auf. Aber der Vater drängte uns. doch wieder zu chm zu ziehen, damit wir gemeinsam die Wirtschaft führen. — Dorf.: Nachbarn schildern ihren Vater als ruhigen, nüchternen Mann, Sie jedoch als Tagedieb. — Aug.: Gearbeitet hat er-immer, aber getrunken hat ec und immer g'stritten. — Bors.: Ihre Koll-egeb sagen, baß Sw ein leidenschaftlicher Kartenspieler waren! — An g.: (Cs ist richtig, später habe ich meiner Frau zuliebe das GasthauSgehen ganz aufgegeben. Der Angeklagte berichtet nun über die Ereignisse unmittelbar vor der Bluttat: „Der Vater hat meine Frau geohrfeigt und als ich ihm das verwies, hat er mir einen Faustschlag versetzt. Darüber geriet ich in sinnlose Aufregung. WaS bann wttber geschehen, ist mir nur in dunkler Erinnerung. Erst bei der Polizei Hab' ich gehört, waS ich angestellt Hab'." — Vors.: In der Voruntersuchung gaben Sie 'eine genauere Schilderung des Vorfalls. Da haben Sie gesagt, daß Sie nach der Hacke gegriffen, und zugeschlagen haben. — Antz.: Wie ich'chrf der Polizei zu mir gekommen bin, Hab' ich mir daS alles so zusammengestellt, wie ich es nrir vorgestellt Hab'. — Dorf.:. Ihre Frau gibt an, däß Sie mehrmals zugeschlagen haben und eine Zeugin erklärt, sie habe bis in ben Hof das Krachen der Schläge auf die Schädeldecke gehört. —.Ang. (weinend): Mir ist das alles nicht zum Bewußtsein gekommen. Ich habe nie die Absicht gehabt, meinen Vater umznbrrngen. Damit ist das . Verhör des Angeklagten zu Ende und es.tritt eine längere V-'rhandlungspause ein. Nach dem sterichtsärztlichen Gutachten ist der Tod des. alten Marbachs rnfolge einer Gehirnerschütterung eingstreten.* Durch die vielen Schläge auf den Kopf des Unglücklichen sei dessen Gehirn geradezu „verhämmert" worben. Es gelangt nunmehr eine Reihe von Zeuginnen zur Einvernahme, die bekunden, daß Marbacher senior, wenn er betrunken war, sich seinen Familienangehörigen gegenüber sehr roh benommen habe. Die frühere Geliebte des Angeklagben, Marie Peuker, bestätigt als Zeugin, daß der Angeklagte mit ihr in der letzten Zeit in sehr liebloser Weise verkehrt und sie einmal mit der Hacke bedroht habe. Es wird hierauf die Gattin des Angeklagten, Franziska M a rdacher, als Zeugin 'verhört. Bei. ihrem . Eintritt in den Saal beginnt der Angeklagte, heftig zu weinen. Frau Marbacher gibt an, daß sie nur auf Drangen des alten Märbacher mit 'ihrem Manne und' ihrem Kinde zum „Vater" gezogen fei. Mit ihrem Manne lebte sie im besten Einvernehmen. Bors.: Erzählen Sie jetzt,'was sich in jener Nacht Mgetragen hat, als ihr MrNn sich ans dem Polizeiwmmissariat befand? — Die Zeugin.erzählt, daß sie damals in tiefem Schlafe lag und plötzlich verspürte, .wie sie jemand leiden-. schaftlich küßte. Als sie sich ganz ermunterte, sah sie ben Schwiegervater vor ihrem Bette stehm und wses ihn barsch ab. Sie sagte vorläufig ihrem Manne nichts. Am nächsten Morgen habe ihr der Schwiegervater fest die Hand gedrückt , und leise zu ihr gesagt: „Mach' ihn kalt l" — Bors.: Können Sw das beeide-a?— Zeugin: Gmiß! — FrauMarbacher erzählt dann, daß sie einmal Zeugin davon war, wie per Schwiegervater gegen ihren Mann mit einem offenen Taschenmesser ■ losg-etzangen sei. 'Am kritischen Tage sei zwischen ' Vater und Sohn abermals ein heftiger Streit entstanden. Franz Marbacher habe ihrem Mann mit der -Faust in das Gesicht geschlagen, daraus ergriff dieser eine an der Zimmertür lehnende Hacke und schlug gegen den Vater los. Der alte Mann taumelte gegen die Fensterscheibe der Zimmertür und schlug mit dem Kopse eine, Glastafel ein. Dann ging er ln das Wohnzimmer. — Bors. : Und waS haben Sre noch gesehen? — Zeug in (leise): Ich sah, wie mein Mann dem Dater nach ging und nochmals mit der Hacke loSschlug. Darauf wurde ich ohnmächtig. Nach der Einvernehmung des Schriftseherlehrlings Friedrich Marba cher, des Bruders des Angeklagten, wurde die Verhandlung , in später Abendstunde abg brochm und deren Fortsetzung auf morgen, Dienstag, vormittags anberaumt. .. . . 4 Sport. , »rue Verdung für den Hakoah- Sportplatz. Der Hakoah-Vportplatz geht.seiner Vollendung entaegen, da noch diese Woche d e Erdarßeitc« vollständig abg-schloffen weiden und nur noch die HolzarVeiten auszuMrrn sind. Um nun auch siir den Rest der Arbeiten die erforderlichen Kapitalien rasch aufzubimgen und kune Stockung eintreten zu lassen, hat H er r D r. S i e g fr i ed Kantor die Ar., regmis gegeben — und auch durchgrsührt — daß die d«m Hakoah-PlatzbaufondS zur Berfürnns grsiellien Darlehen nicht ans den Ramm des Gläubigers. sondern des Keren K a j e m e!h l'Jisrael ausgestellt werden. Demnach verpflichtet stch die Haloah, die Verzinsung und -— nach Fälligkeit — auch die Rückzahlung deS gewahrten DailchenS an den Keren Kajemeth l'Jisrael vvrzunehmcn. Dieser wirklich ausgezeichnete Gedanke— Hilst er doch zwei jüdischen Institutionen mit einem Schlage — wurde von der Leitung des Keren Kajemrth l'Jisrael auf das sympathischeste begrüßte und wird der demnächst stack» findenden Rnchskontrrenz vorgrlrgt werden.; Dem Beispiel des Herrn Dr. Siegfried Kantor find.bereits einig« Freunde drr .H a k o a h und des K e r e n K a j r m e t h 1' 9 i s r a e l mit namhaften Belrägin gefolgt und hosfc» wir, daß durch diese Veröffentlichung die Hakoah raschcstenS in die 8t# versetzt werde« wird, ihren große« und schönen Sportplatz Mitteilimgcu aus dem Publikum. Wir gratulieren unserer lieben Freundin Fräulein PESIE KATZ an’ässlich ihrer Verlobung mit Herrn ASCHER HIRSCHHORN . und wünschen ihr herzlichst . . Fri®a Spira, Rachela Gartenbaus, Wlta Kahlenberg Erstklassige Preise, grösster Käufer von 6559 Brillanten, Perlen, Juwelen, Platin, Gold, Silber . falsoho 25&hae kauft von Händlern, Jnwelleren, Zahnärzten und Privaten SP&- Welifirma Juwelier RABINOWirsCH l.j Mahlersirasse Nr. 5 II., Hollantislrasse Nr.3 Talaphon «Tr. 8541 (fifiüoro Stephanioatraas» Haltestelle Opernring Telophon St. 46140) Zugang Kärntnerstrasst Man beachte die grosse Straasenuhr Samstag geschlossen . im eigenen Hause Nr. 3_ •. Feinste Herrengarderoben nach Maas liefern wir promptest in prima Qualität und Aueführuag au konkurienxloaen Preisen. 9151 i II., Hollaadstrasse »6 REFORMHOSEN ansFlor, Wollt und Seide „STRUMPFWELT“ VII., Kirchengasse Nr. 12 (Ecke Lindengasse) m ------- Fernruf 35238 -------- >n Bctrirb zu rkehmni, um dadurch umso rascher in die Lage ver> setzt zu werden, wrer Verpflichtung gsgenttber dem Keren K a j e m c t h l' Itsrael N4chzirkormrien- Judäa-Kstholisch-tzeutkchtz Hochschüler 8:0 (2:0). Judäa bat durch diesen Sieg Anschluß an d'e Spitzmgrvppe gefunden. Da-) Spiel, das durch den ichlechstn Boden fetir be« einträchiiat wmde', sah- Judäa znmeisi im Angriff und, stand deren Sieg niemals m Frage. Im Angriff, der diesmal nicht >» gut disvonikrt war wie im/Spielegegen-W. A. E . waren, nur Fisch und Landlner auvoller Hohe. In der Hrlir lb tv.rr Otto Mandel der Be-^e. D.ie Verteidigung, der beste ÄannschäfEil, war den aegnenschen Angriffen nedrrk.eit gewachsen. Nebenzahl im Tore meisterte kirnge se'hk'gefähOrt^- Bälle - in sicherer Man er- Bon den Unterlegenen zeichvettn sich Holnbowskp, Gabler .und Kurt besonders aus.- Jn>8a ist sofort nach-Beginn im Angriff und erzielt in kurzer Reiben^c-lge durch Mahler und Lrdtner?we> Tore. 'Nach der HaUizeit spiest Judäa' gegen den Wind und "zielt <napp vor Schluß nach einem schönen Sololauf. Fisch' dürcb Mahler den letzten Treffer. . HrroS'Äkademiker—Haa'mor»ek"Akapen»lkiev 4 v Heros stark überlegen.. Beiden. Siegern-s-hr, gut: Ornstein. Pelckan?!! und Mück. be: den Unterlegenen Ftscns und Sotül. Tore schoßen Ornstem*<8), Mück (I. Esters. Gyula Ursch, der vorZüxliche Halbsinke dev Judäa. Verlaßt stndiknbalbrr' W>en. Judäa vert'.crt in ibm. aboesel'en von scine» Spiele-, qualitäteir. eines-ihrer bravsten.Mn; lieber. Die Kets« beim Sportklub Ha^air, dir die Hayvt-- nrsache für'daS schlechte Abschneidm der ersten Mannschaft in den k. 'tzien Melst^rschaftZiprrlen, war, ist nunmehr endgültig behoben. Der Grsufder »md laniüäbr ge' Obmann des Vereines, Heir A! f r e d T. i i i e r, hat' ieitie Demisstk-N -zurückgezogen und die Stelle des SektidnsleiterS für Fuhball übernommen. ES - ist zu hoffen, daß Hazair jetzt grour Fortschrstte machen wird. - Ehrrirth. Heute. 8. Uhr nachmstiagS, D.ainmg alle'- Mann«. schastrn. '/,? Uhr konstitm-rende Aosschußsttzuug. 7 Uhr Zusammenkunft der Mstgtieder tm neuen Klnbheim (Mn'ch'aS Gast* bänS, l!.. Ilgplgtz d). 8 Ut;r Bdllversimmluun der Tbeater« srküon. Donner/tag. 3 Ubr. Traimtra aller Mannschaften.. 7 Uhr Svielerversammlung' nnd Mannschaflsausstellnu-. >Samttaa. 7 Uhr. Mitgli-dcrzusammeiik-mfl.. Dir Mitglieder werden auf-- merk'am gemacht, datz alle Ankündigungen tu der „W teuer M o r g e n z ei t v n.g" erscheinen weiden. — Gegner gesucht: Für zwei Mannschaften für alle Termme ans sremten Plätzen. Zuschriften an A. Schecz-r, U, EnnSgaffe 3. , ..— .... .. - j Bankhaus M. ROHATYN I Wien, I.» Maria Tharesienetrasae Nr. 10 I l. Telephon 20-3*61 i»4 8 | bnrchftthrung: sämtHcher Bank-Transaktiorren. I 1 An- und Verkauf sämtlicher Devisen und Valuten. I Der Volkswirt. Gestempelte Krone =- —.11 Centimes. Auszahlung Wien — —.18 Centimes. Befferung dev SRwrk. Zn Zürich notierte: die österreichische Krone . .' —.16 (—.17 um LS November dir östekr. gestempelte Krone —.11 (—.11 um 26 November) die' tschechische Krone. . . » 8.60 ( 5.60 rm 86. November) die Mark ......... ISS ( 1.77 um 26 November) Agram .......... 170 ( 1.70 um 26 November) Bukarest ........ . —im 26 Novembei) Budavest ......... —.57 i—.60 am 26- November) Warschau . . . . . . «—.15 (—.16 m 86. November)' Zinsfntzerhöhnng der Oesterreichifch- «ngariichenBank von 6 auf 7 Prozent Aeutzernngen «es Bnnkgouvernenr« Kr. Epitzmüller. Dr. Sprtzmüller gab gefiern. über.die Zins- . sußer7,v.)nng der Oestzerr-eichisch-ungarischen Bank die folgerten Erklämngen ab: Das rapide,Ansteige.n des Wechselportefeuil les der Baak,' welches offenbar bei weitem noch nicht zum Abschluß gelangt ist, stellt eine ganz^ neue Situation dar. Dazu k-ommt noch, daß im Zusannneirhang mit der Aktion der Regierung, welche auf ben sukzessiven Abbau des staatlichen Defizits und damit auf Einschränkung der dem Staate von der Bank gewährten reinen Konsumtionskrediie gerichtet ist, eine weitere Kommerzialisierung des Portefeuilles der Bank, welches bis vor kurzem zum größten Teile üus staatlichen Titres .bestaub'« .eintreten muß. Es versteht sich wohl von selbst, daß die Bank dorr ihren: Standpunkt alle Ursache hat, diese. Aktion zu begrüßen und nachdrücklich zu fördern. Während in einer Zeit, in welcher der weitaus überwiegende Teil der Zahlungsmittel im Wege der Inanspruchnahme ber Bank durch den Staat an den Berkehr strömte, von einer Beeinflussung und Kontrolle des Marktes durch die Bank kaum die Rede sein konnte, ist die Bank unter ben jetzt geänderten Verhältnissen -genötigt, sich der Aufgaben und Pflichten mit Nachdruck zn besinnen, welche ihr als Notenb-ank und zentraler' Geldquelle obliegen, Vor allem wird die Bank im öffentlichen Interesse wieder eine Diskontpolitik im eigentlichen Sinne zu . führen haben. Sie wird sich daher gewiß bewußt bleiben müssen, daß sie dem legitimen Bedürfnis des Marktes nach Zahlungsmitteln in der jetzigen kritischen. Periode in weitestem Maße entgegenzukommen' hat, andererseits aber darauf beacht sein müsse, daß sie. nur nach' Maßgabe des unabweislichen Bedarfs in Anspruch genommen werde und daß die von. ihr dem. Markte zur Verfügung gestellten Zahlungsmittel wirklich zur Erhaltung und.Belebung der Produktion sowie im Rahmen des soliden Waren- . Handels und Warenumsatzes unter, e n t s p r ch -e n d e n Bedingungen zur Verwendung, gelangen. Daß es im Sinne einer solchen Politik unabweislich geigen ist, den Zinsfuß, allmählichden durch die^ Gesamtsttnation bedingten Verhältnissen anzupassen, unterliegt tt/ohl keinem Zweifel. Die Bank hat in einem vergleiche weise schon frühen Stadium -- zu Mitte April dieses Jahres —.ihre Auffassung über die. voraussichtliche Gestaltung der Marktverhältnisse durch Erhöhung des' Zinsfußes von 5 aus 6 Prozent Ausdruck.gegeben.' Es' darf heute wohl gesagt werden, daß die bisherige Entwicklung diese Maßnahme ratifiziert hat. Es wäre wohl von keinem Gesichtspunkt aus zu rechtfertigen, wenn die Bank allein darauf verzichten würde, ihre Entschlüsse auf die gegebene ökonomische Situation dieses Staates c!i»zustellen, während alle anderen wirtfchaft-- lichen Faktoren in der Preis- und Lvhnerstellnng und in der Fixierung des Leihpreises des Geldes bieseri Situation in weitestgehendem Maße, oft Wohl zu weit-i gehend Rechnung 'tragen. Sie würde , rasch isoliert werden und ben ihr in dev jetzigen Krisis' des Geld-! Wesens obliegenden Funktionen zum großen Schaden für bk Volkswirtschaft in keiner Weise gerecht werden, können. - Es versaht sich von selbst, daß die Bank bei der Regulierung des Diskontsatzes nur behutsam! Vorgehen kann. Es kommt dies darin zum Ausdrück, daß nunmehr bei einem -Wechselporteftuille, welches innerhalb weniger Monate sich versiebenfacht urch nunmehr -die Ziffer von 14 Milliarden -Kromen erreicht hat, nur eine Erhöhung von 6 auf 7 Prozent durch geführt und bei Festsetzung des Lombardzinsfu ße's.überdies ans die Lage der Kriegsanleihebesitzer entsprechend Rücksicht genommen wird. ' Die Notwendigkeit, die Inanspruchnahme der- Bank auf das unumgänglich.notwendige Maß hintanzuhalten, damit nicht etwa einer neugearteten Inflation! der Weg geebnet werde, sowie auf alle wirtschaftenden! Subjekte einen möglichst starken Impuls auszuüben^ damit sie sich aller irgendwie verwertbaren Aktive^ entäußern, hätte immerhin auch eine radikalere Maßnahme gerechtfertigt, dies umsomehr, als ja imöffentlichen Interesse und dem der gesamten Wirtschaft alle Mittel ergriffen werden müssen, um jene Unternehmungen, die sich mit Devisen und Valuten all^. zu reichlich bevorrätigt haben, zu veranlassen, diese dem Markte zur'Verfügung zur stellen. Dessenungeachtet mußte die Bank als Richtschnur festhalten, in der jetzigen gespannten Situation jede Maßnahme zu. vermeiden, welche als.Beunruhigung oder zu starke Belastung empfunden werden könnte,^ und sie wird auch weiterhin bestrebt fein, so weitj es an ihr liegt, neue Belastungen von der Volkswirtschaft fernzuhalten. Allerdings wird die Bank in diesem: Zusammenhang auch bestrebt sein müssen, zu verhindern, daß die Zinssiißerhöhung zum Anlaß genommen werde, um der Industrie und dem Gewerbe die Kredit-, bedingungen noch weiter zu verteuern. Denn bei allep Würdigung, der Lage der Bansen darf wohl der An-, schauung Ausdruck gegeben werden, daß diejetzigen: Kreditbedingungen diesen auch bei einem Bankzinsfuß von 7 Prozent ein genügendes Re »dement, sichern und,' baß die jetzige Zinsfußerhöhung daher nicht als ein, hinreichender Anlaß für eine weitere Verteuerungder Geldbeschasfung für Industrie und Gewerbe geiteii kann.. 6 024404543^58

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