Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 1017 (28.11.1921)
- Date
- 1921-11-28
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 87% known words query
- IRI
…/2979076-2979773-2980096--09501-2995757- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
beite t Wien. Montag Tagesbericht. Der Abba» -er LetzensmiLLelpreLje rm- Lie Sozialdemokraten. In der gestrigen Sitzung des sozialdemokratischen Parteitages erstattet Nationalrat El de rsch ein Referat über diewirtschaftlicheLageund die Finanzpolitik der Republik. Gr führt im wesentlichen aus: Durch den schlechten Valutastand ist bisher in Oesterreich eine Jndnstriekrise vermieden worden, aber die Verhältnisse dürfen nicht so weitergehen, wenn nicht bei weiter sinkendem Kurse der Krone — deren Nichtannahme schon in unmittelbare Nahe gerückt ist — Katastrophen schlimmster Art, Verelendung der Massen und ungeheure Arbeitslosigkeit eintreten sollen. In Erörterung des Finanzprogramms erklärt der Referent, daß die Sozialdemokratie es nicht billigen könne, daß die Massen der Bevölkerung schwer belastet werden, während man die Besitzenden gar nicht oder in schwächlicher Weise heranzieht. Der Abbau der Lebensmittel Zuschüsse sei eine unbedingte Notwendigkeit. Dieses Geschenk des Staates ist infolge defortwährenden Druckes neuer Notenmassen zu einem Danaergeschenk geworden und eine Fortsetzung dieses Systems würde zu Preisen wie in Sowjetrußland führen. Die Sozialdemokratie verlangt aber diesen Abbau in einem langsamen Tempo unter Garantie des Schutzes der Reallöhne, unbedingtes Festhalten an der staatlichen Bewirtschaftung, gleichmäßige Verteilung der Lebensmittelrationen. Regierung und Unternehmer wollen aber einen sofortigen Abbau. Sie vergessen, welche gefährliche Situation damit geschaffen wird. Mit der Einstellung auf die Weltmarktspreise wird sofort eine wilde Preistreiberei ein setzen. Wir warnen dringend vor einem solchen Experiment und lehnen jede Verantwortung ab. (Lebhafte Zustimmung.) Redner beklagt es, daß man alle Steuer» aus der städtischen Bevölkerung herauspresstn will, dagegen die Riesenprosite der Agrarier ungeschmälert beläßt, verlangt behufs Vermeidung einer Jndustnekrise und der aus einer solchen resultierenden Arbeitslosigkeit die Schaffung eines großzügigen Jnvestitionsprogramms, Belebung der Bautätigkeit und legt eine seine Ausführungen wledergebeiide Resolution vor. Nationalrätin Freundlich beantragt eine Resolution, welche die nachdrückliche Unterstützung der Kreditorganisationen der Arbeiterschaft sowie der Konsumvereine zur allgemeinen Pflicht macht, damit die Versorgung mit Lebensmitteln sichergestellt wirv und nicht aus Mange! an Kapital die Not des Arbeiters ausgebeutet werden kann. Sie fuhrt aus, daß Stinnes für die steirische Industrie ein Kapital von iOO Millionen Mark zugesichert habe, wogegen jedoch eine Verlängerung der Arbeitszeit in die Wege zu leiten sei. Dr. Otto Bauer erklärt, ein Fortschreiten der Teuerung sei unvermeidlich, solange fort und fort neue Milliarden Noten gedruckt werden. Einen Abbau der Lebensmittelpreise überhaupt kann die Sozialdemokratie nicht ablehnen. Aber ihre Bedingung ist eine Garantie des Schutzes der Arbeiterschaft durch Anpaffung < des Reallohnes, durch entsprechende Abänderung der sozialen Gesetzgebung, durch Einführung der Kinderversicherung, ohne solche Garantien geben wir uusereZustimmung absolut nicht. In dieser Frage werden wir uns niemals überstimmen lassen, sondern so energischen Widerstand leisten, daß keineRegierung es wagen kann, über unsere Köpfe hinwegzugehen. Anders stellt sich die Frage, ob der Abbau auf einmal oder staffelweise erfolgen soll. Ich halte den sofortigen Abbau nicht für ratsam, aber das ist keine Prinzipiensrage, sondern die Zweckmäßigkeit muß sich aus der jeweiligen wirtschaftlichen Lage, aus dem Stande deS Kroueukurfes ergeben. Fe niedriger der KronenkurS steht, desto höher müßte der Brotpreis gestellt werden. Wir müssen, wen» wir vor der möglichen Gefahr einer Hungersnot stehe» und trotz der bekannten Verhöhnungen der Kommunisten und sonstigen demagogischen Stückeln uns entschließen, die nüchterne Wahrheit zu sagen: Es ist nicht möglich, der Geldentwertung ein Ende zu macbev, so lange der Staat gezwungen ist, aus staatlichen Mitteln auf alle erdenklichen Artikel draufzuzahlen. (Stürmischer Beifall.) Die Resolutionen El der sch und Freundlich wurden einstimmig angenommen. Ei» vier«ndzwa»zigstündiger Drmonstrationsstreik der K«ltusgemei«-eangestellten. Infolge der Verweigerung de» Teneru«,sz«schlagr». — Bon Die»-tag dt» Mittwoch früh. Der Vrrband der Angestellten der KultnSgemeinde Wie« hat «lgendm Aufrni an die Mitglieder erlasse»: „Infolge der ablehnenden Haltung drS Vorstandes der KnltiSgemeinde gegenüber unserer berechtigten Forderung der Bewilligung einer Mchrzahlung für de» Monat November sieht sich die BerbandSleitung gezwungen» durch eine Stillegung des Gesamtbetriebes der Kultusgnneinde am Dienstag den 89. d. M. dem Vorstand der KultnSgememdr den 8*«gft ErM.drr^SjMtiou rum Ansdruck zu bringe«. Er fiudrt Wiener Morze»zert««g Mitteilungen ans dem Publikum. Echte JSgerwäsohe Albert Matzner, Wien, I., Kohlmessergasse 8 demnach am obigen Tage ei» viernndzwanzig» kündigerDemonstratiouSstreik vom29.d.M., 6 Uhr früh, b,S Mittwnch den 30. d. M.. 6 Uhr früh, statt* H e u wird ur§ milg'teilt: D'.e Derbavdsleitung hat de» 24stllndl5en Streik beschlossen, weil der wie bei ken staatliche« und städtisch n Angestellten geforderte Teuerungszu-! ch l a g!ür die zwecke Halste November von der KubuSgemeinde brüsk abaetehnt wurde. Die Angestellten mußte« zu d elem letzten M'ttel greifen, da dir KultuSgeme «de sich beharrlich w igert. ihre BeE-e auch nur annähernd den jetz gen Teuerungsverbältnissen auzuvaffrn. Bezeichnend ür Vas soüile Empfinde« deS Vorstandes ist, daß er 'e nein Erstaunen darüber Ausdruck gibt, daß tue Angestellten die den staduschrn Angestellten g wabrlm Zuwendungen auch für sich >n Anspruch nehme«, als ob de Teuerung bei den KultuSang stellten, Halt machen würde. Der Streik wird auch den Fried he» fsdienst und die Schlachthäuser beireffe», während Spital- und Versorg ungshauSdienst a « i r e vH r b l e t b f n. Sämtliche Angestellten find dem Bund dcr öffentlichen Angestellten angeschlvffen. Um sich ein Quartier zu verschaffen. I» der Nacht zum Sonntag trat um 7a U Uhr ein junger, vor Kälte zitternder Mann in der Kramergasse auf den Stadtschutzmann Spirk zu und gab an, er )abe eben bei der Teppichfirma S. Schein mit einem Stein zwei Auslagenscheiben eingeschlagen. Der Stadtschutzmann nahm ihn fest, begab sich zum Geschäfte und sah, )aß zwei große Spiegelscheiben im Ausmaße von je 8 Quadratmeter im Werte von mehreren 100.000 Kronen in Trümmern tagen. Der Mann wurde zum Stadtkommisiariat gebracht und gab dort an, er sei der 22jährige Koch Edmund Brenninger, habe keinen Unterstand und habe die Tat deshalb begangen, um eingesperrt zu werden und der Sorge für Quartier und Kost überhoben zu sein. Er teilte mit, er habe als Koch ausgelernt und bis zum Zusammenbruch in den feinsten Häusern. bei Hofe, 6et Windisckgrätz und Sacher gedient, sei durch den Umsturz um seine Existenz gekommen und mit dem ersparten Gelbe nach Amerika gegangen. Dort habe er sich durchgeschlagen, bis er eine Summe verdient, die in österreichischem Gelde 100.000 Kronen betrug. Mit diesem Gelde habe er die Rückreise nach der Heimat angetreten, um sich hier fortzubrmgen, doch sei eS ihm nicht gelungen, eine entsprechende Beschäftigung zu finde« und er habe vom Tage seiner Ankunft, dem 15. September, bis gestern das ganze Geld bis auf K. 700, die man auch bei ihm fand, aufgebraucht.^ Unterstandslosigkeit, und Hunger vor Augen, habe er die Tat begangen. Er wurde wegen boshafter Beschädigung fremden Eigentums dem Landesgeticht eingeliefert. _ Der Mörder Haselsteiner weigert sich» «mszrrjage». Der frühere Skontist Engelbert Haselsteiner, der die Gemüsehändlerin Franziska Wagner ermordet und ihre Leiche zerstückelt hat, ist Samstag nach Wien gebracht worden. Er verbrachte die Nacht im Polizeigefangenhaus und wurde am Sonntag wiederholt einvernommen. Man hielt ihm im Sicherheitsbureau, wo Hofrat Dr. Schultz mit Regierungsrat Wahl und'* Polizeirat Dr. Plehner die Einvernahme leitete, das erdrückende Beweismaterial vor, doch hat Haselsteiner jede Auskunft verweigert. Er war nicht zum Sprechen zu bringen und gab auf keine der an ihn gestellten Fragen Antwort, obwohl seine Schuld klar zutage liegt. _ 28. November 1921 Nr. 1017 unj> eine Gehirnerschütterung. Die RettunaSgesellschaft leistete ihm erste Hilfe und brachte rhn m die 1. Unfallstation. * Verschwundene Reiherfeder». Am 36. b. M. m» Kijfcte der Kau'mann Moritz Pick,, Westbahnfiraße 86 wohn* hilft, b e Anzeige, daß die S8l8hrigeHilfsarbeiteriu Anna Farmer, Mlihiengaffe 1 wohnhaft, am 19 d.M. von der Firma Ferrari«. Moll udgasse 4. Kronenreiherfedern im Werte von K 350000 Mim Abbolen übernommen habe. AlS die Federn am t vermißt wurden, fragte man die Furtner nach >'in Verbleib, und sie erklärte, die Federn nicht übernommen z« haben, obwchl ihr daS Gegenteil nachgcwl fen wurde. S hließlich mußt« sie die Uebernahme zu« gebe«; fte^behaupteke aber, sie habe die Federn aut dem Wege von der Mollardgaffe zur Gaudnrzdorserstraße verloren. Die Amtshandlung rst emgrleitet. ' Srldergulven «m eine Million vernntreat. Wie bericht, lrätie der Beam'e der DonaudampffchiffahrlS-Gesellschaft Franz A p v e n r a t b, U.. Wchlrstraße 74 wohnhaft, am 14. d. M. auf Ersuchen des EdelmeiallhändlerS Ernst Breiter, IX.. Wasagaffe 24, acht Pakete mit je ISO Sckbergnlde« im Gesamtwerte von einer Million Kronen in die Silberwarerisabri! Brüder Frank, VI., Hnschengaffe 7. bringen sollen. Da Hcrr Apienratb an dem Tage dienstlich verhindert war. ersuchte ec seinen zukünuigen Schwager, den 37jährigen Ma chm «steil Franz Loyer, der zufttzt in Klagenfurt wohnte, die Aufgabe zu übernehmen. Loher übernahm das Silber, kam aber weder zur Firma Fvink noch kehrte er nach Hause zurück. Er war geflüchtet. Das Sicke»hen-bureau hat ferne Verfolgung telegraphisch ««geleite:. Am 19. d. M. wurde Loyer auch tatächlrch m Jnnsbrnck verhaftet. Er wurde dem dortigen Landesgericht emgrlreferr. * HernnSgelocktes Gepäck. E n etwa S4iähriger Mann, der sich Alired Lachs nannte, hat geüern dem aus Rumänien zuaer-'lst'N Studenten Zachar as P e n ch a S, mit dem er nn Hotel Belvedere nächtigte, unter emrm Vorwand daS in der Garderobe' de» Südbahnhofehinter! gte Gepäck, enen Reffelorb mit Kleidern und Wäsche im Werte von K 120.000, entlockt. * Diebstahl während der Delogternng. Am Sb.d. M. wurde der Eugeni« Rattausch, III., Krummaasie 1 s. während der Delogierung von eine« unbekannten Täler ein Bri-llanirrng nnd ei« einfacher Malmrrifen mit noch gefaßtem emkarätigem Brillanten im Werte von einer halben Million Kronen gestohlen. Dl» Erhebungen nach dem Täter sind ringele,tet. * 900 Dollar verschwände«. Dem Kaufmann und ^olzhändler David S p i v a k find am 26 d. M. während der .lebersiedlung vom Hotel Stal hner ins Hotel Austria auf der P' ckerstraße vermutlich in einem Einspänner, 900 Dollar verchwunbm. . Grenerfragekafte«. G. m. b H. Die Verrragsgebühr ist binnen achi Tage» nich A j.chluß des Vertrages unm!ttelbar beim ^entrallaxamt e»i;ilzablen. Wrrd die Protokoll'erung aus irgendeinem Grande nicht durchge'ührt, so kann dir Gebühr zmückverlangt werden. — B. D. Gegen den ErwerbsteuerzahlungSauftraz pro I92O können Sie Hermen, winn der stgailtche Steuersatz b*/» Ihres Reingewinns übeiste gt oder wenn die veranlagte Steuer unter Berücksichticiuue der geändertm Betrledsverbältnlffe im MißveihLltniS zur letzten Vorschr ibang für 1918/19 steht. — Bilanz. Vorl iufiß werden S>euerrese,ven in der Bilanr vo« der Steuerbehvrde nicht zugelaff.-n. sondern verstenert. ES ist aber ratsam, eine solche R feive dennnch an-ulegen, nicht nur aus kaufmännnchen Gründen, sondern weil möglicherweise noch em Gesetz zustand' komm « wird, das solche Reserven nachträglich biS zu einem geivrffeu Grade steu rfiei erklären wird. Die Höhe der Eiweibüeuer für 1921 läßt sich auch nach dem Reingewl»« nicht vorherberechnen. Gr» werden jedoch gut tun, etwa SO'/- au reservieren. — Scheck«. Auslandsschecks dürfen Sie nur bei einer der Devrsenzenirale an gehörige« Firma kaufen. Die Dtvile»-^ Umsatzsteuer beträgt, da Sie selbst Nicht Devisenhändler find, 4'/,. — Grnft F.... Sie find zwar zur Buchführung nicht verpflichtet, doch kann die Steuerbehörde Ihr Einlommen .ein ch.'tzen, wenn Sie Ihre Angaben nicht durch eine ordentliche Buchhaltung bewe ten können. — BI an«Weift. Die Gtrnerabmgstabellen können Sit selbst verdeffer». indem Sie die, Lohnb träge einfach um 50'/, höher einsetzen. UebrißenS sind bie: neuen Tabellen m jeder EteneradministraUorr erhältlrch. BrieiKsAe» der ReveKtie«. M. Weitz, Kolomea. Die gewünschte Adreffe lautet: L. Löw.VIIl., Josrfstädrcrstratze 35. - Gestnnuu-Sgenoffe, XVM. Die Angelegenheit rsi noch nicht desinitiv erledigt — Sief. In dies« Fragv find die Bestimmungen dcZ Dorotheums maßgebend, welche Sie sich ja leicht verschafft« können. Freie jüdische Volksbühne HUWwwMwiwiwmmmww ... Gastspiel im lunsfspieltlieater HEUTE Dckni flnnfttSlMM SohBQipJel in { Aktes V (Ihr tb«nds: UOP¥»JIHg voa L. Kobrln D » » Theater i»i gaheiatl Die verte«erte« Kafseeha«spreise. Heu'e ist die onaekündigte außerordentliche PrelSerhöhung in den Wiener Kafferhäusern in Krill getreten. In nutüeren Kaffeehäuscln wurden heute b'reit- Preise bis zu 80 für eine Schale Mela-ae, K 40 für e ne« gewöhnlichen und ll so biS 55 ür eine Nuß Bohnenkaffee ge ordeit. E n Tee ohne muß berei'S mit K 40, eine Taffe Schotvladr »t ll 100 braahlt werden. Alle übrigen Dar^tetunacu und die Sp elkaren-. Domino- und Blllmdgebühre« find gleichsills «norm erhöht worden. Gestempelte Krone — —.11 Centimes. Auszahlung Wie« “ —.16 Centimes. Zn Zürich notierte: die österreichische Sttott . . —.16 (--.17 am 26 November^ bie Lsterr. gestempelte Krone —.11 (—.11 am 26 November) dir tschechische Krone.... 6.60 ( 6.60 am 36. November) die Mack ......... 183 ( 1.7? am 36 November) Agram 170 ( 170 m, 36 November) Bukarest . . ..—am 36 November) Budapest ........ .—.67 s— 60 ,m 26. November) Warscha« ..— 15 —.16 am 26 November) * Nickt abspringen. Der 19jäh>ige. ans New-Aoik zugereiste Hochichüler Daimor W a 1 d n e r, im Grabenhotel wohnhvsi, wollte gestern auf der Mariabilf>rstraße von einen 'ahrenöcn Straßenbahnzug btr Lmie „58" abspringen. kam zu Fall und geriet unter dre Schutzvorrichtung de- Wagens Er ristit eine Drrrenkn«« des rechten Hüftgelenks und «ebrsache Hantabschtrfunrn Bühne nnd Kunst. De« Streik der Schauspieler. Der Wiener Schauspielerstreik hat gestern eine Der» schärfnng erfahren, indem die Streikleitung auch über das Apollo-Theater die Sperre verhängte, so daß gestern bereits an vier Bühnen gestreikt wurde. Es fanden im Laufe des gestrigen Tages Versammlungen statt, aus deren Verlauf hervoracht, daß zunächst keine AnSsicht auf Beilegung des Konflikts besteht. » Abermals waren gestern vormittags die Reichshallen in der Dorotheergasse der Schauplatz einer großen Versammlung der Schauspieler Wiens; der dichtbesetzte Saal bot ebenso wie in früheren Theaterstreiktagen ein interessantes Bild: Der berühmte Star saß da neben dem kleinen Choristen, die Diva neben dem Bühnenarbeiter. In der ersten Reihe waren (wie immer) die markanten Köpfe DevrientS und Reimers' zu bemerken. Am Rednerpodium ebenfalls alle, die seit Beginn der Theaterlohnbewegungen bekannt sind: Präsident Oberregisseur Stärk/Vizeprästbent Strobl, Selretär Eisler und Rechtsanwalt Dr. Fürst. Präsident S tärk eröffnete die Versammlung Punkt 11 Uhr mit der Begrüßung der Anwesenden, unter denen er insbesondere den Präsidenten der »Concordia* und der