Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 1016 (27.11.1921)
- Date
- 1921-11-27
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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5 i i < L * i 1 il ■ |! 1 M t l .i , ‘ :.i; 1 ( i >! -! , x t Inland. Bor der VolKsahstimMAAg in Oedenburg. Ruhiges Vormarsch. Wien, 26. November. Amtlich wird gemeldet: Die Bunbestruppen haben heule den Vonnarsch im südlichen Bmgeuland fortgesetzt nnd überall, von den BurgeulanLern frrmig empfangen, dre vorgeschriebenru Marschziele ohne Sterung erreicht. Unsere Truppen stehen heute an der Linie Neckenmarlt, Pnllerdor', Wannersdorf, Schleimng» Rorcntmm, Si. Michael und Deutich-Tsrhanteudorf. InSchlei» ing nützte eine ungarische Bande noch die Nacht vor dem E.nzug der Truppen zur Beraub ang v o v St a n f I e u t t n aus und rog sich sodann zurück. Di: noch nicht besetzten Orte Gcoß-PelersdorZ und HammerSdors werden durch Bandüru beunruhigt. Die Votfchefterdonferenz bernt. Paris, 25. November. (HavaS.) Die Botschafterkonferenz hat heute die Beratung Über die Maßnahmen, die zu ergreifen wären, um die Ordnung in Oedenburg zur Zeit der Lolisabstimmung aMrechtzuerhaltrn, fortgesetzt. Interalliiert: Gendarmen nach Oedenburg. Pari-, 26. November. „Pent Parifim* glaubt zu wissen' baß irr der gestrigen Sitzung der Botschaiterkonserrnz die Möglichkeit erwogen worden jei, zur Aufrrchterhalmng der Ordnung in das Oedmburger Abstimmungsgebiet 450 i nte ra ll: i er t e Gendarm e n a»S dem oberschlrsifchen Kontingent zu entsenden Voraussetzung sei die Räumung des Abstimmungsgebietes durck Ungarn vnd die Ratlfiuernng des Abkowmms von Venedig durch Oesterreich. Die Botschaflerkonferenz wünsche, daß diese Frage so bald als möglich endgült'g geregelt werde, und glaube, daß man rin 'nterallneries Aufgebot nur einige Wochen in Oedenburg werde drlafsen müssen. Magyarischer Terror. Oedenburg, 25. November. In Brennberg sind mehrere Freffchäller eingrbrochen, dre sich vorläufig ruhlg verhalte». Magyarische Mitglieder dcr Gemeindeverwaltung bedrohen dreien:gcn Börger, die deutsch optieren würden Die Bauernschaft des Abstimmungsgebietes, die vollständig wehrlos ist, ist den Uebergrlffeu von Mitgliedern der Freischärlerbande« schutzlos ausgelie'ert. Jede Art von Wagen wird beim Eintritt rri das Abstimmungsgebiet einer äußerst scharfen Untersuchung nach Masten und Flugzetieln unterzogen. Di« Amwechslnng des ungarische» Geldes. Wie», 26. November. Die PoliMche Korrespondenz schreibt: Anlößlich der llebernahme deS BurgeulandeS in die österreichische Verwaltung ist eine Einlösung ungarischen Geldes durch österreichische Kaste« und Aemter vorläufig nicht in Aussicht genommen, da die ungarischen gestempelt t» Kronennoten aller Abschn'.ttr ohnehin bereits außer Kurs gesetzt find, die neuen «ngar'.sche» Staatsno Im aber als fremde Valuta verwertet werden können. Nur skr de« Fall, als fick ei» Mangel an österreichischen Zahlungsmitteln geltend machen sollte, würde Vorkehrung getroffen werden, daß die Bevollerung deS Burgcnlan^eS Gelegenheit erhält, ungarische Staatsnoten bei den burgenläirdischrn StaalSkaffen gegen österreichisches Geld em'.uwrchseln. Diese Etckvechslrmg würde »um jeweiligen Tageskurs erfolgen. Gänzliche Trennung Wiens von RiederWerreich. Vom 1. Jänner 1921 otf' ift bekanntlich rate Trennung zwischen Wie» und- Nirderosterreich hinsichtlich der Landesvemaltun« eingelrete». Hiebei wurden aber noch gwtfte Angelegenheiten gemeinsam weitergesührt. Seit dem Sommer finden zwischen den Vertreter» de: Lavdesteile Brrhandltmgm statt, die bereits nu befriedigendes Ergebnis gezestigt haben, so daß aller Wahrscheinlichkeit nach die völligeTrennyng am 1. Ä 8 « « er 4922 in Kraft treten wird. Nach den bisherigen BrrhandlungSergeKMen sollen die Heilanstalt Steinhof «it dem Sanatorium, das Zentral-Kinderhri« m Wien sowie die Ärlenpflrgeanstalt in FbbS ans Wie« über- Sehen. Dagegm falle» die beiden Irrenanstalten i» Mauer- Oehling vnd Gugging sowie die ans dem Lande gelegenen kleinen Siechenanstaltm und Kinderheime an de» Landesteil Nieder« -stennch-Land, der von nun an de» Namen >R ied er ö st e r r e i ch" führen soll. Von den Zwangserziehungsanstalten fällt die in Eggenburg an Wien, die in Kornenburg an Niedrrösterreich. Das Gebäude der Irrenanstalt in Klosterneuburg bleibt gemeinsames Eigent»«. Da die Landesregierung und der Landtag von Niederösterreich auch weiterhin in Wien ihren Sitz behalte», geht das Landhaus in der Herreugaste in das grundbkcherlich- Eigent»« des tum Lande- Niederösterreich über. Die übrigen dem Lande gehörigen Wiener Hä«1er werden »wischen den beide« Ländern Lufgeteilt. Schmierigkeiten «erden sich noch ergebe« bei den BerbaNdchmg« über die Landesbahnen, die ein große- Defizit lanfwlise«, desgleichen ist noch keine definitive Lösung gef»«bm ^«sichtlich derBersicherrrngSanstaltennndder Htzpsthekenanstalt. A» de« Aktiven und Passive« soll 'der Anteil jedes Landes 50#/o betragen. HALASI & Co. WDiinungsfäinsl-fies. m. i!„ Seitasiiie 3 PaSais Koburg — Fernsprecher Innenarchitektur, antike und moderne Kunstmöbel, KunstgegcnsiSnde, Dekorationen, Bilder, Stoffe, Tapeten m , Ausschuß für Aercheres. Der Austtbnß 'ür Aeusicrrs ist für Dienst-- dcn 23. d. M., 10 Uhr vormittags, emberufen. Herabsetzung der ErnKoMmenstrner. Die VcreLnuug in dev kommende» Woche. Im Finanzai'sschnfi des Nationalrates haben alle Parteien einen Gesetz enlwnrf, brtrcffend eine weitere Herabsetzung der Einkommensteuer, iinllimmg drschlofim. Danach lollkn beim Steuerabiua >m Dezember 1921 die zur Auszahlung gelangrudtn Dimstbezüge nicht wie bisher um rin Dnttcl, sonder» um die Hälfte gekürzt werden. Zugleich wird mit Durchführungsverordnung das gegenwärtige Höchstausmaß deS Steuerabzuges für dir. die Tabellen überschreitenden Bezüge!ür den Dezember von einem Sechstel auf 12*/« ldas ist r»«d ein Achtel) herabgesetzt werden. Diese 12% find nicht vo» dem ausbezablten, sondern von dem bereit» um die Hälfte gekürzten Bezüge -u berechnen. Angesichts deS einhe'tlichm Vorgehens aller Parteien deS Nationalrates ist anzunchmen, daß der Gpietz ntwurf auch im Plenum deS Nat onürates genehmigt und im Bnndesrate keinem Einfp'nche begegnen wird. Daher empfiehlt es sich, aut die neuen Bestimmungen bereit Zinderkommendrn Woche be> Berechnung der ersten im Dezember d. I. erfolgenden Auszahlung Bedacht zn nehmen. An die geehrten ASonnentsn rmd Leser der Wiener Tsgeszeitungen! Neuerliche in der letzten Zeit eirigetretcne enorme Verteuerungen aller zur Herstellung der Tagcszelnngen notwendigen Nohmalerialien, inrbesondere die horrende Erhöhung der Pa^ierpreife sowie die fortgesetzte Steigerung der Gebalte «nd Löhne,' zwingen d'e Wiener Tageszeitungen, die Abonnement« und Verschleißpreise abermals zu erhöhen. Die gefertigte Vereinigung hostt, dafi die geehrten Leser der Wiener Tageszeitungen die nur durch zwingende Gründe notwendig gewordene Erhöhung der Abonnement- und Verschleiß- Preise entsprechend würdigen werden, und gibt der angenehmen Erwartung Ausdruck, daß die P. T. Abonnenten und Leser ihrer gewohnten Tageslektüre trotz d.er geänderten Verhültmste Treue bewahren werden. Di ' V e r e i n i g u n g d c r ö st en r e r ch i i di e n Tageszeitungen. 4 D'.uizi s. l >e sehen auch wir uns genötigt, die i'cwUVu'c der ^Wiener Bkorgenzeitung" für Wien und die österreichische Provinz —für das AuSlan d bleiben sie u nverändert, — z« erhöhen. Die Erhöhung erfolgt nur in dem unbedingt notwmdigen Ausmaß. Bezugsbedingungen ab 1. Dezember 1921 Abonnement für Wien (zum Abholr» im Expedit oder in den VcrfchleiWellen) monatlich Kr. FtzS. — Oesterreich monatlich. ... . „ 560.— Tschecho-Elowakei monatlich Pole» monatlich. Irrgoflavien monatlich . . Deutschland „ Rumänien „ Bulgarien „ Holland », Schmelz „ Englandn Italien „ Amerika „ Frankreich, Belgien monatlich. . . . . .Kö. 18.- poln. Alark 500. — . . . Dinar 15.«— . . . Mark . . . Lei . . . Lewa . . . holl. fl. . . . FreS. . . . sd . . . Lire . . . Dollar . . . Fres. 20.- 30.- 30.- 1.50 S.- 3.— 5- -.50 6- EinzeLverfchleitzPreisab 28.November in Wien Kr. 29.—. Zahlstellen: Oesterreichifches PoftsparLaffenkonto (Wien) 150.683, Tschecho-slow. Postsoarkaffenkonto <Prag) 50.351. Polnisches Postsyarkaflenkonto (Warschau) 100.227, Deutsches Postscheckkonto (Berlin) 108.722.' SinmSnien (Ezernowitz): Allgemeine Depositenbank, Filiale Tzernowitz. Iugoslaivie«: Postsparkassenkonto (Agram) 40.085 Italien: 8o»l«U itallana dl Credito oarooaerelale, Triest Via IMa2zlBl 80 Die Verwaltung der „Wiener Morgenzeitrmg" Wien. TL, Taborstratze 1-3. Telephone 43-8.10, 44-0 38. Der sozialdemokratische Parteitag Oesterreichs. Jur Saal« des Arbeiöerheims irr Ottakring fand vorgestern die Eröffnungssitzung des vierien denisthösterreichischen sozialistischen Parteitages statt- Aus allen Jndustriebezirken Oesterreichs sind Delegierte erschienen. Präsident Seitz gab in der Eröffnungsansprache der Hoffnung Llusdruck^ daß die sozialdenrv-! kratische Partes im Kampfe um die Nfpub lik für immer die Rechte der Freiheit des Volkes gesichert hat.^ Inder schweren apolitischen Arbeit, die wir geleistet hab^t^ sagte er, haben wir erkennen gelernt, daß aller politischen^ Macht und der, Macht der politischen Organisationen Grenzen gesteckt sind durch die tatsächlichen) wirtschaftlichen Verhältnisse. In keinem anderen Staate sind die Machtverhältnisse, so.eigenartig wie bei uus> die Macht des Proletariats geht über das hinaus, was das Zahlenverhältnis bedeutet. Diese Tatsache, legt uns ernste Pflichten auf, steckt uns gewisse Grenzen; in der parlamentarischen Betätigung, in der Ausführung', mrserer Oppvsttivn. (Davunr wohl die antisemitischen Attacken der Sozialdemokraten!) Ertragen wir das, was das Schicksal uns beschieden an Leid, Elend und Rot, auch' in trübster Zeit lassen wir die Hoffnung nicht sinken. Abgeordneter Tfche.rmak (Tschecho-Slowakei). begrüßte narnens der deutschen Sozialdenwkraten der Tschecho-Slowakei den Parteitag und betonte, in der Tschecho-Slowakei bestehe die Gefahr, daßj grpße Parteimassen dem Natron^liAmus unterliegen. Ery Zusammenwirken der deutschen Dozialldemokratchr mit. den tschechischen, die zur Regierungspartei gehören, fei unmöglich. In der Llbwehr der Hab'sburgerge fahr habe , eine Annäherung staktgefnnden. Die letzten Ereignisse haben das Gefühl deri Zusammengehörigkeit gefestigt. . - ' ' Gestern erstattete Sk irret den BerMt des Parteivorstandes. In dem Referat wird ausführlich der Kampf gegen dieKommu nisten dargelegt und die großen Erfolge bei den Wahlen für den Urbeiterrat und für d e Urbeiierkammer hervvrgehoben. In der Pa.tei-l vrganisation war nach dem. großen Aufschwungl des Umsturziahres ein Still st an d ein getreten. Snr heurigen Berichtsjahre begann ein - neuer gewaltiges Aufstieg. Die Mitglieder^ stieg von 335.863 im Juni; 1920 auf gegenwärtig 491.160. Die stärksten Fort-! schritte machte Oberöstrrreich'/ wo die Zunahtne der!' männlichen Mitglieder 70 Prozent beträgt. Die Zahl der organisierten Frauen in der fozialdenwkratischerr Partei beziffert sich' mit 110.000 gegen 76.700 inv - Vorjahre. Weiters besprach Abgeordnejer Skaret d^n Karl-- Putsch und teilte mit, „daß' rvir für derartige Ueb«r-> raschungen solche Vorkehrungen getroffen haben> die uns und die Republik vollständig geschützt uüd' äußer sede Gefahr gesetzt hatten. Wir sind von den Dingen ebenso überrascht worden, wie viele andere. Aber wir haben heute — dank unserer Parteiorganisation — einen Apparat, der automatisch in jedem Moment wirksam wird, wenn der Verfiuch geinacht werden sollte, daß irgendwelche Grwppen vorr Karlistön, M o na rchi ste-n oder L« gitimi stste u durch einen Putsch'uns in unserer Republik wie in unserer Freiheit zu bedrohen versuchen. Seien Sie überzeugt: Wenn sie es gewagt hätten, xiuen Putsch) zuguusteit der Wiedereinführung der Monarchie zu veranstaltcn, so hätten sie das bitter gebüßt. .(Zustünmung.) Wenn sie es gewagt hätten, einen Ausstand für die MedereinM-rujng der Monarchie zu inszenieren: die Bäume der Ringstraße hätten nicht aus geweicht, an die wir diese Kerle gehängt hätten." Die politischen Resolutionen, die D-r. Bauer' Vorschlag t, konstatieren, daß der Kapitnlisnkus u ner-- 'schlittert geblieben ist und daß die isolierte Herrschaft des. SoziaMnus in Oesterreich unmöglich ist. Däs Proletariat kann sich: weder des Massenstreiks noch deS b e.w a f fn e teu Au fftanb 9 bedienen, es kann im Parlament keine ObstrUktion betreiben, sondem ntUß^aus dem Boden der Opposition bleiben. Doch "kündigen sich neue schwere Erschütterungen des kapitalistischen Herrschaftssystems an, die die Voraussetzungen für die Eroberung der politischen Macht durch das Proletariat schaffen werden.^ . In der Debatte wandte sich- Nationalrat Doktor D'e u t s ch -gegen die Versuche, die Weh tritt a ch t reaktionären Zwecken dienstbar zu machen. Die Wehrmacht dürfe kein Werkzeug in den Händen reaktionärer Offiziere sein. 'Er betonte die Notwendigkeit der geistigen und körperlichen Wehrhaftigkeit. des Proletariats; man dürfe sich nicht einlullen lasse,: von . Friedensschakmeien. (Beifall.) Dr. Max Adler kennzeichnete veit Kampf der Arbeiterorganisationen um die Verbesfecmrg der LebenSbedingung:?,. ' Die von Dr. O'itv Baller beantvagte Resolniian wurde einstimmig angenommen. Aul Schlüsse der Sitzung wurde konstatiert, daß an. dem Parteitag 358 Delegierte tsiluehmeu. KleidernndPelz- IAP UAVpR haus ersten Ranges »hu, hi» i ui ÜTät)OB*stR*asse 44 » Fernruf 41-6-34 $ Grosse Speflßasse Nr« 29 Fernruf 46-6*21 ifilooke!tga8Se24' Eigene Werkstätten U für Kleider und Beize --