Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 1014 (25.11.1921)
- Date
- 1921-11-25
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Beite 6 Wien. F-reitax TSrener Msrzeu^ertung 95 Nooemb r 1921 Nr. 1014 Die Ernährung. Der Marktbericht. Weitere Preissteigerrmeen für Fleisch, Fett stirt Kartoffeln. Der sprunghaften Verteuerung des Rindfleisches in den letzten Tagen sind gestern auch die übrigen Fleisch>orten gefolgt. Sowohl mi Großhandel als auch im Kleinverkarrs arbeitet die Schraube ohne Ende. Im Engrosverlebr haben sich in der Großmarkthalle Schate ohne Fest um K 50, Speck und Filz um um K 50, *8irQ« um K 60, Kerrrfett und Rruckrfleisch um lOg per Kilogramm im Preise erhöht. Jn> Kleinverkehr wurden d,c Preise für Rmdfleisch um K 20. Kalbfleisch um 8 20. Schweinefleisch um K io. für Speck, Filz, Ranchfleisch tmo Kernfett um je K 1( 0 per Kilogramm im die Höhe getrieben. Bon dm horrend n Prc feit, die in der Großmarklhalle gelten und in dm Bezirksgeschäfren zuw ilen noch bölicr sind, geben folgende Ziffern Zeugnis: E:- kasteiengrstern imDetailvcrkauf ver Kiloaramm: N ndstei'ch 350 bis 620. Bratnfleiscki ll 640. Kalb steil ch K 4 0 bis 580, Schweimstettch L 750 bi§, 8L0, Speck K 1200 bis 1500, %il\ bis K 1600. Kernsctt bis K Epersesetl K 780 bis 900, Prima Schmalz bis 1400, ausländisches,soaenannteS Woblfabrtsfett, dessen Ausgabe heute unter lebhaitrn Anstellungen erfolgte und restlos ausverkaust wurde, so daß bis aufweiteres keine weitereAbgabe stattftndrt, ks 620. Der Fnchmarkt verfügte über lebende Karpfen, für die rin Kilogrammprers von K 500 6 3 700 vei langt wurde. Auf dem Wildprelniarki waren Hasen angeboren, die im ganzen ohne Fell per Stück K 1250 bis 1500 kosten. Detailliert wurden Hattnjungrs zu k 580 bis 350 Mr Kilogiamm, Hasenbraten (Rücken und ^auf) zu K loOO bis 1200 per Kilogramm. Im Einklang mit den Pleieerhöbungeii auf d m letzten Borstenviehmarkt in St. Marr haben sich auch Schweine im Großhandel wesentlrch verteuert, und zwar ausländische Fettscbwcine um 20 und inländische Fttt- und Fleischschweine um K lOO^Per Kilogramm. Es kosten Fleischschweine l< 615 bis 850. ernbermrsche Fettschwe'me 14 720 bis 950, ausländische Fettschweine K 930 bis H80 Per Kilogiamm. Das Angebot in der Großmarklhalle war für den Bedaer ausreichend, der Verkehr trotz der honenden Pre se sehr lebhatt. Vorrätig waren unter anderem 96.0(,0 kg Rindfleisch und 19.(00 kg Schweinefleisch. Auf den Grünwareniuiirkten war die Beschickung mit Gärtnerware zwar schwach ausgefallen, jedoch für den Bedarf Zulänglich. Auch die Kartoffelzufuhren warm geringer als nr den Vortagen, doch sind noch genügende Vorräte vorhanden. Bon heute ab geltm neuerlich erhöhte Preise für Kartonen. Dre Preise wurden für inländische Kartoffeln um K 2, für sogenannte Verteilungsware'holländische. deutsche uno dänische Kar!offein) . K 5 in die Hohe gesetzt, so daß im Kleinverkauf auf den Märkten inländ rche Ware & 64, nt. den Bezirksaeschäiten K 67 . rasten wird, wäbr.nd der Preis für die anderen Kartoffeln auf bjn Markten aus K 69. m «eit Beürksgeschösien auf K 72 per Kilograuim stellen wird. Greßer Mangel herrscht augenblicklich an Acpseln, so daß eine Preiserhöhung auch jnr d clep Ar>ikel bevorsteh:. um die Beschickung der Märkte zu hrben. Cur sind fast nirgends zu seien. Bühme lmd Kunst. Der Lohnkamps der Schauspieler. Verschärfung der Situation. — Ern Theaterstreik in Sicht. Bekanntlich werden gegenwärtig wieder Vcrhandfungdn zwischen dem Direktvienverbartd mrd d^n Vertretern der Schauspieler sowie d^s technischen Personals geführt, welche ausreichende Lohnerhöhungen l,erbeisühren sollen. Tatsache ist, daß die Bnhircn-- tünstler, wie alle Firbesoldelen, einen schtveren Lebenskampf führen und nicht nur geistig, sondern auch physisch furchtbar angestrengt sind, da »je, run nur halbwegs leben zu können, auch in. Raucht Hütern nach den Vorstellungen austreten müssen. In Anbetracht der neuerlich furchtbar gesteigerten Teuerung ist ihre Forderung gewiß nicht übermäßig; ] 's ie wollen eine Minimalgage von 45.00 0 I K r o n e n und Erhöhungen im Sinne dieser Minimal- : gagen. Der Tirektorenverband will aber bloß eine ■ Minimalgage von 30.000 Kronen gewähren und im allgemeinen über eine hundertprozentige Erhöhung der Dktobergagen nicht hinausgehen. Den Theaterleitern geht es auch nicht rosig. . Sämtliche Theater, mit Ausnahme der Staatstheater, sind in den lenken Wochen schlecht besucht, einige sogar sehr schlecht? Aber da die gleichen Einwände seitens des Direktorenverbandes auch bei früheren L-ohnkämpfen gemacht wurden und schließlich doch .immer wieder den wirklich billigen Forderungen der Künstler nachgegeben werden mußte, ist zu hoffen, baß die S t r e i k g e s a h r, die nach dem Stande der gestrigen Verhandlungen als sehr ernst erschien, auch diesmal wieder gebannt werden wird. Die entscheidende Sitzung ist für morgen angeküudigt. Freie jüdische Volksbühne Gastspiel im Lustspleltheater Kenti naJ flnr«‘?fiSin<r« Schsmspisl in 4 Akten 7 Uhr sbends: Uer WlPaSgmg von L. Kobrin IM" Das Theater ist geLelzt! Aus de» Theater». Im B u r g t b e a r e r gelangt morgen, Samstag, „D er Bauer als Millionär" zur Ausführung. Anfang 7 Uhr. Im Oprrntheater geht morgen, Samstag. „Cavalleria rusticana" und „DerBajazz o" in Szene. Anfang 7 Uhr. In der V o l k s o p 11 geht heute, Freitag, »D r e Fledermaus" in Szene. In der Konzerte-nlage des zweiien Aktes werden Josma S e l i m und Dr. Ralph Benatzky Mitwirken. Beginn 7 Uhr. Im Deutschen VolkStheater spkelt heute Alexander M o r s s i den Henri in Schnitzlers ,D ergrüne Kakadu" und den Wanderburschen m Torstois Komödie „Er ist a n a l l e m s ch n,l d". Es ist der Direktion gelungen, den Künstler auch für einen zweiten Abend zu,gewinnen und spielt derselbe morgen, Samstag, den Oswald in Ibsens ,G e s v e v st e r". Beide Vorstellungen betziimm um 7 Uhr. In den K a min e r sp i e l e n gelangen Samstaa ouk 26. d. M. die vier Grotesken ..D efr P a p l e r t e t f e it" von Wilhelm Stückten zur ersten Ausführung Die Besetzung der Hauptrollen ist .folgende: l. „Katzenmusik": Jrrpp — Herr Fiegler, Susa — Frl. Äaldow U. „Der Stein des Anstoßes": Faun — ^crr Arndt. Nymphe — Fil. Weffely. Bürgermeister — Herr Kir'chner, der höbeie Beamte — Herr Pater, der hohe Bermte — Herr Elfll", Individuum -- Herr Ziegler, Stadlvolizeier Herr Strahl, ltt., „Die liebe Familie": Woliaang Hangum — Herr Ziegler. Kitty Hangum — F'rl. Wesidy, 8 be» recht Hangum — Heer Pater. Gottlobe Hangum — Frl. Förv, Cvprim Hangum Herr Eckeld. Jakob Hangum — Herr Strabl, Bungirude Haugum — Frl. Waldow. IV. »Der Heilige auf dem lliosi": Zwölfian — Herr Ziegler, drffcn Onkel — Herr Elield, Flurfah'er — Herr Strahl, Mädchen mit Heckenrosen — Frl. Weffely.' Dame mit Spiegel — Frl. Waldnw. Beseelter Greis — Herr Kiischner. der Heilige aus dem Rost — Herr Pater. Spielleiter: Ha>s Brahm. „Im Wiener S t a d t t h e a t e r wird heute die Komödie „P o,t a s ch und Perlmutter", mit Engen Jensen nnd Julius Stärk als Gästen g geben. Die von Eugen Jensen inszenierte Borstellnng beginnt pläpse 7 Uhr. In der Renaissancebühne bleibt „R a ch e" bis aus weiteres täglich am Cpie'vlan. Anfang 7 Ubr. — Samstag den 26 .b. M, 3 Uhr nachni ttags, „R o t h k ä v P ch e n". Sonntag den 27. d. M.,. nachmittags 3 Uhr, „Ul. Vorlesung". ^Jn der N " l a n t-V ü h n e (I ü d i s ch e B ü h n e), kl., Praterstraße 25, gelanal heute. Freiwa. Lerners Slbausv:el in vrer Akten „D^i e I ü d i n" mr Ausführung Samstag den 26. d. M. und Sonntag den 27. d. M. wird die Operette a u k a l c", mit Mali P i c o n und Direktor I. K a l i ch, gegeben. F ü r d i e N a ch t v o r st e l l u n g ^Die Tochter des Herrn Fabricins", welche Sonntaa den 27, d. M- :m Komodienbaus anläßlich des 30jährigen Schauspielerjubiläums Asixander D ms ch n i tz siattfiiidet. ist eiu rege-Interesse vorhanden. Für die Hauptrollen haben die Damen Emmy Föriter^ Rose Pntli, Elsc Föry und die Herren Direktor Gustav Müller, Hans Kmt und'Artur Ranzenholec ihre M Iw rkuna wgesichelt. Die technische Bühntnlcliung hat Hn r Siegmund Lebner, der Inspcktivnslegiffcur des Deutschen kolkscheaters. übernommen. . . Jüdisches BolkSstonzert. Sonntag den 27. d. M. sindet rr, der ' R o 1 a n d f B ü b n e ein j ü d r' ch e s Volk sk o nzerst, arrangiert von Professor N. E h r l i ch. unt.r der M twirknug von Frau Mali P i.c o n und Herrn Direktor Jsea'Deutsch, statt. Anfang 3 Uhr. Felix Philipxi ist gestern in Berlin im Alter vou_ 71 Jahren gestorben. Er gehörte vo'i "zwanzig Jahren m .den meistgriplelt tt Dramatikern, war bekannter als Hauptmann, Wtdttind, Str ndberg. undseine geschickt gezinimert'n. aber liteiairich völlra weitlo'eu Stücke tzzinacn über alle Bühnen. Besondns „Wobltä'er der Mkulchstcl". „Dorueuw.-g". „Das große Licht", „Der goldene Käfig" -und das auf Bismarck gemüntte Schlüssklsiück „Das Erbe" mutte» mir großem Publikumserfolg antgellihrc.- — Plulippi. der in seiner Jugend edolgi eich als Kr.tikcr wirkte rmo ein vortrefflichc. P an.st war. mußte es rrlcben, datz seine Dramen rasch >n den Archiven der Theaier begraben wurden. In Len letzten Jahren bat er für die Bühne nA)t mehr ge'chricben, zinnindest keine Bühiilumle t vc - öffcutlicht. Frau Janiga hat aber auch, wie die Klage auSführt, in ih r er W o b n u n a wiederholt .Personen verschiedenen Geschlechts Zusammenkünfte gegen Entgelt gewährt. Schließlich hat sie den leiden Mikterinnev die Wohnung gekündigt, um freieren Spielraum für ihre Zwecke »u haben. Die beiden Damen erstatteten nun gegen Frau Janiga die Strafanzeige. Der Richter verurteilte sie zu z w e i M o n a t e n st r e n g e n A r r e st s und zur Abschiebung aus Oesterreich nach verbüßter Strafe. Die Angeklagte sank mit einem lauten Aufschrei zusammen. Die Ermordung des Aqramer Psychiaters Dr. Herzog. A.aram, 24. Ngvember. (Privat.) Vor dem hiesigen Strafgerichte hatte sich die Erneberin Ro;a P a k i c wegen Mordes zu verannvorten. Ro'a P a k i c hatte während der Oldinationsstunde einen Reoolveran chlag auf den hiesigen Psychiater Dr. Herzog vetübt und ihn getötet. In der B r-- bandlung, die - teilwe se geheim durchgeführt wurde, kam nämlich zutage, daß der Ermordete die Täterin unter allerlci Borip.eaelaugen und Versprechungen verführt hatte. Angeklagte, mit der Dr. Herzog, nachdem er sein Ziel erreicht hatte, die Beziehungen abbrach, übersiedrl'e nach Sarajevo und verlobte sich dort mit einem Kaufmann. Als sie ihrem Verlobten jedoch daS frühere Verhältnis zu Dr. Herzog gestand, .machte der Kaufmann die Verlobung rückgängig. In Verzweiflung reiste die P a k i c nach Agram, kaufte sich einen Revolver mrd beg^b sich rn den Ordrnstiousraum de§ Dr. Herzog, wo sie das Attentat zur Aus'ühruna brachte. Die Verhandlung endete mtt der Verneinung des Mordes und die P a k i c wurde nur wegen Totschlaoes und unter Anwendung des außerordeutlichen Mrldnungsrrchtes zur Strafe vvu drei Monaten Kerkers verurteilt, die als durck, die Untersuchungshaft verbüßt erk'äl t will den, weshalb die Angeklagte sofort auf freien Fuß gesetzt wurde. rein.,!»»»»«« a l<( -Aa B EINLADUNG zu der am Samstag den 26. November 1921 um 7 Uhr abends im Klubheim Cafe Auto h IX., Berggasse 33, stattfindenden ■ iimmrr.BDBaiBSBanBiiwHiimiaiaiiiii dritten ordentlichen Gerichtssaal, Sport. Der Kampf um das Hotel de l'Europe. Gestern vormittag? fand vor dem Vciiv^ltunaeg'richtshof unter Vorsitz des Präsidenten Dr- S ch u st e r die Verhandlung über dir Beschwerten dreier im chemrligcn Hotel de l'Europe untcigcbrachter. Aemter.. und zwar des deutichösteire.chffchen Warenverkelrsdnrcalls, der Hol auS'uhrkontrollsicll: und der Wiener Deleg erten des aliiganichen Warcnvcrkekrs''nreaus, gegen die Eulscheidiing des Micamtes dir Stadt Wien statt, wLytit dem Ernspruch dieser drei Stellung ge.'cn d e Anforderung ewiger der von ihnen btnützttn Räume le ne Folge gegeben wurde. .Die Anforderung war am 17. Mai lozi erkolgt, weil dw Näume ihrem u r s p r ü n g l i ch e n Z w c ck e w r d e r r r ch 11 i ch entzögen woidcn scilu. Der Vertreter des M^etamtcs der Stadt .Wien beantragte in der gestrigen Vn Handlung die Abweisung d e r Bes ch werde Der Verwaltungsge icktshos Hit der Beschwerde des östcrreichischrrr Warcnvrrkehrsl urcauS i. L. und der Wiener Delcgicrten drs uvgrrischen Wrnenverkehtsbureaus st'a t lg e g e b c n und dies!) tz «glich die Antorderung des Hot»ls de l'Europe teils wegen mangelhaiten Derlahierrs. teils' als gesetzlich nicht begründet a u s g e h o b e n, w il diesen Btschiverdeführrrn keine Gelegenheit zur Aeußernng über Art und Term.ru dev> Zustellancz des Anforderiingödekrets gegeben worden sei. Bezüglich der Holzausluhrkontrollstelle wu,de die Beschwerde a b g e w i e s e n, weil diese Beschwerde n'cht legitimiert sei. An einen türkische« Prinzen verkuppelt. Dem Strafrichter des Bezirksgerichtes Fünfhaus L.-G.-R. Dr. W i n 1 e r wurde grstern eine elegant gekleidete Dame, die von ihrem Gatten geschiedene polnische Staatsbürgerin Frau Anna Janiga. wohnhaft in der Marrahllferstraße 189, aus der Hast vorgesührt.um sich wegen Uebertretang der Kuppelei zu verantworten. Frau Janiga hat rhre erste Jugend überschritten, ist aber noch immer eine schöne Frau. Sie hat eilten Teil ihrer Wohnung an zwei Damen, Ilse K. und G. I, berde in höher güalifizrerten Stellungen, vermietet. ^Die beiden Mirterinnen machten die Wahrnehmung, daß Frau Janiga Herrenbesuche 'empfange und sich später ihnen gegenüber auch damit brüstete. Sie ze'gte den beiden Damen auch wiederholt die vielen Tausender, d e sie von ihren „Kavalieren" erhalte. Insbesondere suchte sie auf Fräulein I. in dieser Richtung ernzuwirken. In der Falge machte die Angeklagte dem genannten Fräulein den Vorschlag, sie nach Baden zn begleiten. Dort hatten sie eine Zusammenkunft mit zwei türkischen Prinzen, einem alten 80jährigen und einem jungen Manne. Dir Zusammenkunft fand in einem Hotel statt. Fräulein G. I., die in französischer Sprache die Unterhaltung führte, wurde, nachdem die Stimmung schon sehr heiler geworden war. dem jungen Prinzen von Frau Janiga zugesührt . .Fräule n G. I. erhielt, wie sie bei der Verhandlung als Zeugin angab. von Frau Janiga von dem vom Prinzen er- , haltenen Gelde K 500, um die gehabten Auslagen z« bestreiten. Die Gründung eines Schnhverbandes. Boraeftern abends fand die vom Sportklub Rapid ein» berufene Versammlung der dem V. A. S. nicht angehöic»den erstklassigen Vereine stark, zu denen sich auch der zweitklassige Sport» Uub Slovan gesellte. Die verschiedenen Redner wandten sich gegen die jetzige Verbarrdsmaiorrtät, die nicht sportliche, sondern politische Intereffen vertrete. S>e weisen darauf hin, daß die Enttechtuvg der erstklassigen Vereine immer ärger werde, daß alle Beschlüsse des. Verbandes gegen die Interessen der erstklassigen Kiu^s gefaßt werden. Während die Vertreter der Amateure, Rudolfshiigel und HerthrS eine gemäßigtere Tonart verwendeten, hörte man von den Funktionären der beiden Hütteldorfer Vereine schärfere Worte. Alle Reden klangen in der Forderung aus, einen Schutzverband d<r erstklassigen Vereine zu gründen, der im Rahmen des Fußtaflvnbandes ein Gegengewicht gegen den V. A. S. bilden soll. Wie der Vertreter des Wrcner Sportklubs, Herr Prof. Schmirger, avs'ührte. soll die'er Verband vollkvmnren unpolitisch sein und sich von allen Klassengegensätzen, religiösen oder nationalen Fragen fernhaltcn, also nur dem Sport d'enen. Er verlangte/ daß sämtliche anwesenden Vereine endlich dezidiert crklärerr syllttn, vb sie sich diesem Verband anschließen würden, damit die Einberühr der Versammlung im klaren wirren, mit wem sie rtchnen lönnten. Dar aushin gaben die Vertreter der Vereine Rapid, Amateure, W. A. F., Rndolfshügel, Hertha, Srmmering, Oftmark, Sportklub, Vienna, Slovan und Wacker klttzlerr vorbehaltlich der Genehmigung der Mitgliederversammlung^ ihr Einverständnis zur Gründung des Verbandes kund. Eine gegensätzliche Erklärung gab nur der Vertreter drS Sportklubs Hakoäh ab, der ausführte, daß die Hakoah den Beitritt zu dem unpolitischen Verbände aus verschiedenen Gründen ablehncn müffe. Der Sportklub Hakoah sei selbst ein politischer Verein, der seit seiner Gründung aus seiner Gesinnung niemals ein Hehl gemacht habe. Obwohl auf nationaler Basis cMfgebaut und sich als Teil einer politischen Organisation fühlend, entbehre die Tätigkeit des Vereines jever Aggressivität gegen Andersgesinnte. Der Sport ist der Hakoah nicht Selbstzweck, nur Mittel zum Zweck. Seine sportlichen Jntereffm sehe der Verein «ach wie vor im Fußballverbaud genügend gewahrt. Weiters führte der Redner aus, daß er die Verhältniffe nicht so arg finde, wie sie kkvn manchen, geschildert würden. Was den B. A. S. anbelange, so habe er gute Absichten und schon viel Gates geleistet. Wenn die Führer manchmal Sonderintereffen vertreten habm, so seiAehnlicheS auch unter dem früheren Regime vorgekomnren. Aus all deu angeführten Gründen könne sich die Hakoah dem SchutzverVand nicht anschlietzen. Sie wird ihm aber ebenso neutral gegcnüberstrhen wie dem V. A. S. Wenn das Recht auf seiten des Schnitz--, Verbandes sei« würde, wird die Hakoah sicherlich nicht abseits stehen. \ 'MMtebh. 373034546064