Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 1013 (24.11.1921)
- Date
- 1921-11-24
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
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Seite 6 Wie«, Donlrersta- Wie«er wutsenaeittntg lhcrniölen nur noch bervorheben za solle«, daß sie eine statutarische Bestrmmuug in Erw'igung ziedt. wonach d e Zahl der jährlich an Inländer zu eriolgeuden Berleihun-en der verschiedenen Abstufung»» des Ehrenzeichens durch einen mitieme>lraerZust'Mmu»a des Haafftausichusies deS Nat'vnalratut treffenden Be'chlutz ioTttinpfnucrt werden soll. Für die Beileihung an Ausländer ist clrie solche Beschränkung nicht in Aussicht gr«o»«en. * Sine neue 2lguda°Delegutiou nach Amerika D m r d" zufolge bereitet die AgudaS I i f r o e l die E. tiendu«- em>'r zweite» Delegation nech Lmrrcka vor, um die Aguda-Politik unter der ortbodoren amerikanisches Judmheit r Her zu verankern. Die zweite Delegation lall sich aus den Rabbinern Epstein und Kahaireman und dem Herrn R o s e n h e i m zul nnmerisetzen. Es wird jedoch beabfichtwt, der Delegation noch eimge prominente Persönlichkeiten der Aguva üeizugeben. * Spenden z«r G,halt»«g de« Wie»«« UuiversitLt. Die G r o ß l o a e in Wien hat zuhanden des Rektors Hofrat Riehl den B trag von X 250.000 für die Zwecke des Vereins zur Erhaltung der Universität Wien gestiftet und - den Jch-esbe-trag von X 500c) gewidmet. Aus der von der Grsßloge m Wien emgele leten Smimlung sind no-d weitere namhafle Bet'äge zu erwarten. — Drrrftvr Wilhelm.Kur von der Virderöfterreichifchen Eskomvie-Besellschaft hat eme Million Kronen zugunsten der Aktion für die Wiener. Uiti »erfticit gespeudet. * Sine Zwaus-anleitz« fit: Leden»«rttel«»dn»f unter Anvrshnng ves Verlustes des Lede»S»ittelbezugeS. Aus W r e n e r- R e « st a d t wird uns berichtet:. Um dem Lebensmiirelberuge Geldmittel iü'' den Ankauf von LRersmilteln m beschämen, erließ der hiesige Stadtren Kund« machnna, wonach icbe Person eine« Betrag von K. lOOO siir vorerwähnten Zweck vonuscdießen hat, wahrend Känsteute mit kl 5000 tu eit wersen. Befind« sich m eme« Frmili' mehrere erwerbende Mttgl'ed.er. so sind für irdeS derlelven je £ 100} ju erlege». Ist es sehr befremdend, daß zwischen den einzelne« Schiften der erwe.beu.den Bevölkelvug fast. kein Unterschied gemacht wirr» — •Mid) die Kaufleute werden in' Pausch und Bog>» mit L 5-V0 tariert — so ruft die mit der gedachte« Zw rnasanleihe verbundene Drodung, daß jed-r, der sener Borichußvflicht nicht r-cht-eiliq naärkommt, de- Rechees am die B rsorguna durch b*8 stützt 'che Lcb^usmrit lamt verlustig wird, bei emem Großleck der Bevölkerung Bedenken hervor. Beqrabnifle am heutige« Tage. Alt tx fj x\ ed- & o f: 10 Uhr ^öwy Wilhelm, 10 lltzr 3V Mi».. Kriß Simon, 1> Uhr Hochmann Adolvhe. — Neuer Frievdof: 0 Uhr?0 Min. Reiß Walter, 9 Uhr 40 M ' Taub Chni« Heisch 10 Uhr Laugberg Be»nhard, 10 Uhr 20 Mm. Hirschhorn Naihan. * Ziomstische Bezirstssektiou LlUtststraste. Heute, > Ubr abends, Vollversamm'ung im Somerra nlokal des Ca>s , Gartenbau. Tagesordnung: Parteitag. Uw vollzähliges Erichemen rnrd gebeten. * Internationale Frauenliga für Frieden «nd Freiheit. Freitag ten 25. d. M. Vs 7 Uhr abends sind et >», den Ounmictt der Jn'ernatronalm Frauevsiga ür Fr eden und strichest, Win. l.. Ho'bürg. Michaelertor, der erste Dl-kllssis«Srbe»d in dieser Saison stait. * Versammlung »er Trasttaugafteffiau. A« LouNLiHtag, 24. November, 7 Uhr abends, findet ,m LrhrerhauS- -er.-in. vill,, Lsnqegrffe, Ecke Iosefsgafse, eine Bollveriammlung»;:r Trafikaug:si llt n mit der Tagrsordniiog: Ge«eh«izutzs des ^'.lsrtzverira^es, beinhaltend die neue» Gehaltssätze, statt. * Grober Brand in ei«er Bibttothek. In der Lippe- 'chrn Landesbil liotbek. e-ner der ältesten Bibliotheken Deutschland-, --rach heute nachts em Feuer aus, dem etwa 30000 Bände zum Cr ier firin:. Der Schaden geht m dieMillrouen. Bei den Löich- .nbriren erlitten drei Schüler Verletzung«». * Hyndma« gestorben. Aus London wird gemeldet: bekannte Sozialist H. M> H h n d m a n ist tm Alter von '0 Jahren gesiordeu. * Erste Iuristen-sstedoute. Für die am 26. d. M. in dm? o ahienfälen stattfindende erste Juristen" Red oute gibt fich lebhaftes -irt-resfrnnd. Restliche Karten: Äk chemo Her Jur'sten-Brrhand, T-borstraße t/3, von 11 bs 2 Uvr nachmittags und an dm -altern crr „Wiener Morgen eirung'. * Er höh»«« der Plakattlruer ««v de«»rstehe«de -sinkührnng einer Altferateusterrer. An die Mitäliedec d -Z fir-.derates gelangt« gestern der En'lvurf mr Novellierung P!akr-abo,ab» zur Berse«d»ni. Der eerreit brstchende Äbgabrii: iall e ne Erhöhung von 20 auf 30% «rtahr-n. Die mit de»?n> r-ssenten gefirhrten Verhandlungen wegen Einführung einer >chen Insera^enabaabe sind io ziemlich abgeschtosien und wird < \t b '.ügll!-e Vorlage schon in nächster Z:it zur,B handlang ^es.n aeri. D^r, sowohl von den Vertretern der Arbeiterschaft wie non o n Drgani at onm der Tag-i- und Fachpresse sowie der ^tntundigunHsbureau v-igebrachten Hmiveisen au» die schwierige /..rge des graphisch'» G werbes wird iu weitestgehendem Maße R-ichitUng getragen werden. *' Wetterbericht. Bis auf stelleuweisen Bodennebel war cs in aanz Oesterreich heiter und daber küblrr als voigestern. Morren? hatte es in Wien 1° unter Null, mittags nur 3*. Die We r rlage fvrichr »ür längeres Andauern des SchönwetterS. B»rzurfage: Das kalte, schöne Wetler andauernd. * Verlorene» BriSa»tenae«baAd. In der Tabor- Graste wurde gestern ein B.rillanteuarmbirnd verloren. Dem redlichen o-ind^r stellt dir Berlustträgrrin Iran E. F r r edl ander, l!, Taborstraßr 8 eine hohe Belohnung in Aussicht. v Eine verschvunbene Perlensch«»« »* drei rHilllsneu. Die Gattin eisek fremdlandtichen Konsularvertteters a!e geftem dem Polizerkommrffar at Innere Stadt an, daß 'hc :u der Z'it vom 19. d. M.. 8 llhrade«ds bisgest--in!0 Uhr "-»!mittags, aus ihrer Woduung eine Perlenschnur, bestehend aus .1 ie-Icn, vcljchwurden ist. Auf die Wiedererlangrmg ist eine Belohnung von 50.000 ausgesetzt. * Pelze u« mehr als drei Wi>ro«e« Oeftohle». Die Rolurcbehötde brachte in Erfahrmeg, daß sich der Maler mid H insbesorgrr Adolf Kuderna, U., L«ssi»-safse 22 wohahast, i« Besitze voii vier kostbaren Pelze« befinde, derm Hemmst -’uiiciiifl fein müßte. Kriminalbeamte «ahmen bei ihm eine vauc-durch'nchung vor u»d faudm m feiner Wohnung e.neie kostbaren Damenv-lz. Bei genauer Durchsicht wurde» eauu im Keller des Hauses drei weitere Pelze i« einem «affe« Sack gesunden. Die Kriwmalbmmten stülte» fest, daß bis Pelze aus einer Sendung stammte», die a» die Dame«- t'.rä'u cl- und Prltstlma Kaufmann & Platzko, l, DZrsegastc 7. bestimmt war. Dre Sendung war durch die Ungarische Fluß- und SeeschiffahrtSzeiellfchasl aus Budapest auf dem Wasserwege Hieher geschickt worden und halte m Koffer» acht Pelze und 509 Felle enthalte», war aber der ivmua nicht zugekomme». Die acht Pelze halte» einen S rc von K 700.000, die Felle einen Wert von fc 1J503000. j:!ii forschten die Kriminalbeamten «ach dem Schick»al der Paltlt Kobiirg — Fernsprecher Innsnarchitekfur, antike und moderne Kunst* möbel, Kunstgegenstände, Dekorationen, Bilder, Stoffe, Tapeten r.i HALASI & Co Sendung u*b stell'en fest, datz die Koffer in der Station Wien der Ungarische« Fluß- und Seeschiffahrtsgesellscha t ausgeplündc t worden wäre«. D>e unmrlteldare« Täter waren der Sohn des Oberbanarbeiters Nu olf Belina, der 31jährige Kaiarbeiter Jokef Belma, Kampstrrßr 11. wohnhaft und der Steuermann der Geseaschaft, der 41jähr>cze Jstvan Petrovrttz. Die Beute wurde vollständig zustaudegebracht und die Diebe verha'let. * Urania. Heute, Donnerstag. 5 Ubr ^Großer Saal): Sbackletous Südoolexp<dlt>on. — ^6 Uhr 'Kleiner S»al) Scktron-chrf Dr. Hans kchlitter: Gebeimbünde mt XIX. Jadrbundert^ III. . — V,6 Ubr iKurZsealt Archrtekt Pros. Ots»mar Loixuer: Künstleri'che Aüfgaden des modernnr Slädtebaue». VI. — 7j6 Uhr (Klubsaal Dr, Susanne Schw'da: Das Problem desTrasfich'N U. — Vr^Uhr Großer Saal): eisien Maie -Der Biltschnitzer", „Erde" (Ka«de> bühne). — x/s8 Uhr (Kleiner «aal) Dr. H--tenr P8ch: Die Gliederung der Menschenrassen. Vlll. — */,8 Uhr (KurSiaal) Dr. Gustav S'rakofch-Graseminn: Hungersnöte uno W8bmngSkrisen. IV. — '/,8 Uhr (Klubsaalf Dichtet der N.-uzeit, IV. Hochschnlprofeffor Dr. Franz Strunz: Artur Schnitzler. Bereiusnachrichien. Zionistische B e z i r k 3 s e k t i o ri IV, V Heute. Vj8 Uhr abends. Caf6 Margareten, V.. Wiedner Hauvlitiaße 87. PlennroeUammlung. Tagesordnung: Außerordentlicher Partefiao. — Zionlstrsche Verirkssektion XU/Xv. Heute, 7 lldr abends, im Sekr oniherm Ausschnßfitzung. Tagesordnung ' Parteitag. — FüdlscheTlschgesellschaft Landstraße. HeMe. 8 Uhr abendS, g-'mürltäie Znsamm n'unft Cafs Gailenbau. Souterrainlokal. GesangSvo träs,e F a, Dr. Lotte M e e z e S, Klaoirr Fräulä« Paulrne Krämer. Gäste willkommen. — .Uionistifche Sektron, Innere Stadt. Heute, V,7 Uhr abends. Cufö Rabl,Walln'rstrasi 2, d ingende öffentlich: Ausschußsitzuug. Die Ernährurrg. Ger Marktbericht. Nach der erst vorgestkrn erfolgten sprunghaften Erböhung der Rtnsfleischpreift «st gestern Rindfleisch tm Großbandel neu'rlich »m X 100 ver K,logra«W temer gewmd'n. Im Detafibandfl betrug die Sleigeruug in der Großmarkthalle wohl erst K "0 per Kilos, amm, immerhin stellte sich aber das Fleisch bereits auf X 350 bi- 6(0 per Ztilogram«. Das Angebot betrug an Rindfleisch i« drr Großmarkrhalle 152.000 Ke, ans Ob rösierrrich war ein Waggon mit vier Tonnm Rindfleisch und Kälbein angekommeu. Angesichts der bohen Preise blreben große Mengen unverkauft liege». Für die übttats Fleischtorte» dlreben die Preise unverändert, doch dürste die Mckmirkuug der Erhöhung auf d m gestrige» Bvrste»vreh»«rtt i» St. Marx nicht avsbleiben. De, Geflügrlmartt hatie unr schwächrre Zuiuhre» aufzawelsen, auf dem Frlchmarkte war überhaupt keine Darr eisgelangt Auf de» Grünwarenmörtten Ware» die Anküufte an Gemüse mid Kartoffel» für dm Bedarf a«Sreiche»d. Auch hrrr war der Verkehr Wege» dar Hobe« Preise mid des bevorstehenden Monatsendes flau. Achsel zeig« weiter steigende Tendenr, da sie n»r i« geringere» Meuae» ans dm Markt gebracht werdm. Au Eier» herrscht graßer Mangel. Kwr»faN «A Gaastsche i» den Nordsee-Fischh al l en. ö. 3. W. Rucksäcke oder Tasche» nütbrmgm. Fa:beneinteilung «ut das gmaarste beachten. Montag. 28. November 1921 S d»s 11 .Uhr vormittags hla«, grün. D-enstao, 2$. November 9 ins 11 Uhr vormittags weiß, grau. Mittwoch. 30. November 9 die 11 Uhr vormittags oraarge, gelb. Donnerstag. 1. Dezember S bis 11 Uhr vormittags rosa, rot Freitaa den 2 Dezember b,S Dirnstaa de» 6. Dezember Wechnachtsstoffve kauf zu Regievreisen; rm« Derkavfe gelaugen uuier anmut ehr pre'swerte Modesamte in affen Farbe». Gleichzeitig werden an d e Mitglieder Karre« für dm Bezug verbilliater Zubehörartikel auSgefolat. Die Farbenemteiluug für de« Textiiwalenverkeut ist: Frettag blau. grün. Samstag wergrau. Mon'ag orange, gelb. Dienstag rosa, rot; jchesmal von 9 bis 11 Uhr rormiflags. Wsihne und Kunst. Operntheater Bon Zeit zu. Zeit erwacht das OpernbaUctt aus seinem Gchlummer. Zuletzt geschah, es. anläßlich der (jlitjntbieriutg von Rnnskh-Korsakows „Scheherazade^ die aus der Bühne mit blutigenr Gemetzel endet und bei dem spanischen Gastspiel. mit einem ftzranzrelle« Debakel ihren Abschluß fand. Seitdem war. es um unser Ballett ganz stille geworden, nur zuweilen boi es einen rühmlose« Ersatz für eine abgesagte Opernvorstellung. Die 9?eueürfttldierung der Tauzlegende „Die Voten Schu^ zeigt wieder, die altes:, unzeitgemäßen Künste mrserer Tomzhochschule. Fräulein. Pichler ist eine aller- Uebste Dariuktt,' sie tanzt ebenso entzückend ober noch errtzückender als einst Fräulein Sironi, und besitzt das gleich bezaubernde! Lächeln und die gleich entwickelte Fußspitzenlechnik wie einst Fräulein .Cerri, und dieselben Vorzüge besitzt unser reizendes Balletkorps. Ob aber unser armer Kleinstaat für diese Summe vo« Schönheit, Liebreiz und Anmut jährlich den Aufwand einer zweistelligen Millionensumme treiben kann, ist nicht nur eine Frage der . materieUeu, sondern auch der künstlerischen Mutabilität. Die Vegeistrrung für bas Ballett ist selbst bet den neuen Reichen keine allzu laute, die Komposition neuer Ballette stockt allmählich und von einer zeitgemäßen Entwicklung. vdeg Umwandlung unseres Balletts ist nichts zu merken. Wie einst im Zeitalter bet 24. Aovemö r 1921 Nr. 1013 Duodezfürsten schwebm die schlanken Schönau in bufüge» Nöckche»!, mit zierlichen Füßchen und süßem Lächeln unihe» und wisse« nichts von der Kraft und Charakteristik de' russischen Schule, vo« neuen Aufgaben- und Zielen der Tanzes. So wandelt sich schließlich zur reizloserr Wüste thi Wonnegarien.; ■ ■ ' Den. „Noten SchrflM" ging eine .Aufführung der „Drolanta" voraus. C. W. Kor«gold führte selbst de^. Dirigentenstab, und so sprang, der Funke, ..der ihn und sei,« Partitur erfüllt, ans das Orchester über. Wieder vewunbertr man die dmmaüsche Wucht dieses Werkes, das durch die nachfolgende „Tote Stadt" nicht - in - seiner Wirkung, ü.cy einträchtig^ ja vielfach im klareres Licht gerückt wurd^ ---- Vera Schwarz singt. zu schön,- -um eine charakteristische Biolante zu sein, aher mit ihrem.starken' Theatertalent. weiß sie auch dieser Partie hinlänglich gerecht zu werben.' Mit ihr teilten sich Herr Jerger, der treffliche Schauspielers und Herr Slezak, der unübertröffttche Sänger, . ckn bie> Lorbeeren des Abends. . Flb. . Philharmomsches Könzevt. . Die Philharmoniker sind heuer uovitäteusteundlicher, »14 'wir es von dieser i« der Tradition' der Vergangenheit wurzelnden Künstlerschar gewohnt, sind. Neue Werke , von. P-ters ' und Marx sind für die allernächste Zeit angekündigt, uub schon das zweite Konzert brachte eine Novität von Hans Gal,'. Der junge Kourpornist ist in Wien als Schöpfer von Lieber»- und Kaminermusik und namentlich von Chorwerken wohl- - bekannt und seine Oper „Der. Arzt, der Sobeide" ist im ' Ausland mit Erfolg aufgefilhrt worbe«.. Sein musikalisches^ Schaffen wurzelt in Brahms, mit dem. er. nicht nur «eine- , gewisse keusche Verschlosseüheit und Herbheit des Klanges,ff sondern auch die Gediegenheit der Sätztechnik gemeinsam Hab Seine „Symphonische Phantasie" behält,, trotz mancher Freiheit! die Sonatonjorm bei und baS eingeschobene Intermezzo biete! - eine angenehme Abwechslung.'A lzurasch bricht b-le Koda herein und läßt ein unerfreuliches Ende ahnen. Vermutungen über.' Kampf und Niederlage liege« nahe, denn bas Haupttheina mit seinen schwerer Bläse'rklangen schreitet wie in Erz gepanzert einher und eine Fanfare, die in ihrer wiederholteu Erireuerustg an Gustav Mahler gemahnt; weckt militärische Erinnerungen. Das Werk redet eine eindringliche Sprache, di^ in der herzlichen Aufnahme durch das Publikum erfreulichen-' Widerhall, fand.. — Auf die Novität folgte Liszls „Farnst-' Symphonie". Liszt und Berlioz sind als Weingartners, musikalische Lieblinge längst bekannt und so gab es eine ganzprachtvolle Aufführung des hochpoetischrn. Werkes, das von Tristan- und Nibelungen-Vo-rahnungen erfüllt. Ein gewaltiger. Faust, ein liebliches Greichen und ein dämonischer Mephisto zogen in großartigem Schwünge vorüber und nach dem von Herrn Markt und dem Wiener Mäimergesattverein ' ge-." sungenen „Chorus Mysttcus" entlud sich -eh/ vrkanarttge/) Beifall über das hrrrlichd Orchester.... Flb. Liederabend Stephanie Grätzer^ / / Natürliche Anmut und geschrnackvolle^ Vortrag bessthigeii' Frau.Stephanie Grätzer zur LiederMgerin. Sie kommt-! aus. einer ^guten .Schule, was' in der Mtsgeglichenhett -Äep<'- hohen Lage und in der sicheren Beherrschung des MpfregisterE: sogleich offenbar wird. Ihr schlanker, beweglicher.-Sopvan/- der nkit-Wärme ausströmt, wird durch eine biskveie. Minnki' unterstützt und so war es eine Aust, mit ihr. ist - MahlerS-/' Lied ,^Dnrch einen grünen Wald zu gehen", und Brahms.. „O liebliche Wangen" machten Verlangen, der Sängerm bald wieder im Konzertsaal zu begegnen. Wohl besitzt ihr Vortrag.' noch nicht die volle Freiheit, aber sie kennt die Ureilznr ihrer Begabung und strebt nicht darüber hinaus, So erreicht sie bas> was sie selbst will nnd damit die schöne Wirkung, eines harmonischen G.esamteindruckes. —ri. Die Bundestheater. Dcr Finanzuud Bu'ogelauslchuß setzte in seiuer gestrige. Sitzung die Svezialdebatte über die Kapitel »Uuterrichi und- Knnsi" fort. Abgeordneter Dr. Ellenbogen führte aus: In dm. B u n d e s t h e a t e r », in bene« Kunst von höchster Bedeutung geboten werde, haben wir ein Gut allerersten Ranges im Jntereffe der Volksbildung »vd der Volkserziehung zu liehiiten, »«d unter' allen Umständen, selbst auf die Gefahr eines Defizits zu erbalten. Gewiß mußdar Bestreben der Bundestheaierverwaltuug darauf gerichtet sein, Ersparuuge» m machen. Mit den vom Berichterstatter in dieser Nrchtung gemachten Darlegungen über die Möglichkeiten eures Abbaues des Defizits könne man sich cinverstauden erklären. Den von der Ersparuugskommission in dieser Richtung erteilten Raffchlägen kommt jedsch kein besondercr Wert zu. Sie hätte ihr Augenmerk ht erster Lime auf die kanf- «a«vische Buchfühnmg in de» Bmr-eZtheatem leuken müssen. Bei der Erhöhungder Preise muß hinsichckich der Galerie eimze Zmtckhatt»»g geübt werde», damit de» breiien Masse» die. Gklege»heit, die Bundesiheater zu besuchen, «echt allzusehr erschwert werde. Redner bespricht dir Raumverhaltnifse in der Oper. Die Auffaffuus, als ob die gebundenen Borstelluugcn zu dem DesiMt der BundeStbeater wesentlich beitrSg«», ist irrig- Er tritt für eine zweckmäßige AuiteilMg der gebnudenen. Vorstellungen unter die angrschlossenen Orgamsationeu er«, dg die jetzige Relativ» — S Vorstrllungtu für die sozialdemokratische» Orgmtisationen, 4 für die christlichsozialen, 7 für die > geisti-m Arbeiter, 1 für die Deutschnationalen, 1 für daS.BotkSdild»ngSa«t — in keiner Weife entspreche. Na«e«S seiuer Partei erklärt er sich g e g e n die Verpachtung der Buudestheaier, da ihr Kuustwert dadurch . »nbtdittgt sehr leiden tvürde. E§ »st übrigens , auch sehr zweifelhaft, ob damlt ( der geschäftliche Zweck erreicht werden kau». mSismwum-ä- «i lilj sowie hochfeine Stoffrest» KANII & FRIED und kauft man am billiosten bei VL. lbriu m üote - i