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Wiener Morgenzeitung · 1921-11-24 · Heft 1013 (24.11.1921) · p. Seite 7

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 1013 (24.11.1921)
Date
1921-11-24
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Rr. 1013 Wien. Donnersiag Red»er richtet schließlich an -» Minister die Anlage, ob die Nachrichte», daß Professor Rarner-Siurons wegen der öffentlich geg« ih» erhob»« Beschuldig«»- die Einkeilung eiuer DlSripli»ar»»ters»ch«ng verlangt habe, richtig leie», ferrer, ob diese Untersuchung staitfinde, beziehungsweise welches ihr Resultat sei. Freie j!i dis eheypiksbfihnie Gastspiel im I*ustspieltlieater Premier« flnat nAnfftlinM Sehauspie] in 4 Akten 7 Uhr abends: IISP HOPIS|llig von L, Koöriu 0F2DeLB Theater ist g e h. e i s i I "'WH Ans de« Theatern. Im Durgtheater gelangt morgen, Freitag, „2B11 $ e l w Z1I1* äur Aufführung. Anfang 7 Uhr. Im Operntheater geht morgen. Freitag, mit Vera Schwarz von der Berliner Siaalsoper als Gast „T a n n- Häuser" m Szene. Anfang 6 Uhr. In der B o l k s op e r gelangen heute. Donnerstag, o f f m o k ä 8 Erzählungen" zur Aufführung. De» Hoffman» singt Herr Richard K ub la als Gast. Begum 7«8 Uhr. Im Deutschen B o l k s th e a t e r wird Sountar de» 27. d. M. um 7 Uhr Henry- Bernsteins „Der Lieb" wiederholt. Montag den 28. d. M, 7 Uhr, gelangt Anzengrubers Wolkestück „D e r P f a r r e r von KrretzHeld" mit den Damen Keller, Pohl und Thaller und den i^eiren Altungen, Am»», Brady, Burian, Kammaus, Klitsch, Kutjchera, Reicht und Wolf zur Wiederholung. ' 8i»m«liges Auftreten Alexander MoisflS im Deutschen Volkstyeater. Alexander Moissr wird auf der Durchreise am moigigen Freilag j25. d. M.) im Deutschen Volkstheater inSckmtztels „Der grüne Kakadu" als Henrr «nr> m Tolstois „Er ist an allem schuld" als Wanderbursche auftreten. Der Vorverkauf beginnt heute. I» den K ammerspiele» spielen in dem Notturno „M o r p h i u m" von Ludwig H e r z e r, das Mittwoch den 30. d. M. zur Uraufführung gelangt, Frau Wagner und die Herren Beregr mrd Homma die Hauptrollen. Spielleiter: Doktor Heiuz Schulbau». ' ‘ Die heutige Premiere der Fr e i e n jüdischen Volksbühne i« Lustspleltheater „Der D o r f j i n g" von L. K o b r l n beginnt u m rill) x. Im Rahmen der Vorstellungen der Freien jüdische» Volksbühne (Lustspreltheater) sin»et Montag de» 28. d. M. eine Sondervorstellung statt. Gespielt wird „Der D o « f j i n g" von Kobrin. Kartmvorverkauf im Jüdischen Nationalrat. II., Taborstraße 20 a.! InderRolaudbühne (Jüdische Bühne), H., Praterstraße 2b, gelangt heute die Operette ,M a l k a l e»S o l d a i" mit Frau Glücks mann in der Hauptrolle zur Aufführung. — Samstag de» 26. d. M. wird Lerners Schauspiel m 4 Akten i t Iüdi»" gegeben. A«togravhe».Borfterzer«»L. In Wien findet im Bersteigrmngsamte Dorotbeum, I., Dorotheergasse 17, in der ersten Fannerhälfte 1982 die Versteigerung einer großen Priv-ts unmlung von Autographen mit mehreren Einschüben statt, die Handschriften ttnd Briefe bedeutender Komponisten. Virtuosen, Dichter, bildender jKüustler, Schauspieler »nd Politiker enthält, darunter einige wertvolle Goethe- und Schiller-Briefe sowie Handschriften von Beethovru, Pagauini «nd anderen.! Gi« boykottierter Ftlmschrrnspieler. (Die SittlichkeitSklansel i« F rl m k o n l r a k t>) Im Zusammenhang «eit dem Verfahren geqe« den amerikanischen Frlmschauspieler A r b n ck l e, der des Mordes beschuldigt wird, haben sich, wie gemeldet, an vielen Orte« der Bereinigten Staaten!Ska»ba!sze»e» reignet, da das Publikum sich weigerte, Filme zu sehe», in d«e« Arbnckle auftritt. Diese Schädigungen haben die amenkanische« Filmmtternehmer vorsichtig gemacht, und da ^as Lebe» auch anderer KinostarS der 6dronigas aesriäalsuss reichlich Stoff gibt, wollen sie in Zukunft nur «och Verträge abfchließrn, die eine besondere Sittlichkettsklausel enthalten. Danach soll die Vereinbarung hinfällig werden, wen» die Künstler durch ihr» Lebenswandel sie öffentliche Meinung gegen sich anfbringen.!- A»t»rtft«m»»«el I« Ro«. Der Futurist M a r i n e t t i, de» vor de« Kriege in Paris „wirkt!", veranstaltete jüngst in sRo» eine futuristische Borstelluus. Die Bühne deZ Salone Margherita der Schauplatz von Banalitäten, welche «ynströs wirken sollt». Sie erfüllten aber ihr« Aufgabe nickt, hingegen brachte» sie Mariuetti ein» ..fliegenden" Obst- und Gemüseladen und »ach Schluß der Vorstellung fast Prügel ein. Das Niveau iveS Dargeboteu» wird durch folgenden ..Sketch" illustriert: M» Schuster fitzt auf seinem Schemel, beitet und jspuckt. Das Publikum gewahrt eiue Tafel mit der Aufschrift »„Nicht auf d» Boden spucken!" Der Schuster spuckt werter. Da «scheint ei« Herr und fragt den biederen Handwerker, ob er nicht lese» könne. Der Monn blickt auf, liest, überlegt und sagt daun freundlich: Gewiß, daS ist richtig! Warum spucke ich auf den Boden?" und dann spuckt er dem andern mS Gesicht.- Vorhang. __ Gerichtssaal. % Anforderung einer Wohnung wegen UeberfiUlung als Detlokal. Dem Rabbiner David Ro tb erg wurde von der Wiener Kalius-- genieiitbe die Bewilligung zur Abhaltung eines Gottesdienstes an de» hoh» Feiertagen (Neujahr und VersöhnuugStag) in seiner aus Zimmer, Kabinett-und Küche bestehenden Wohckmg in der öeopoldstadt erteilt. Die Höchstzahl der Besucher war mit 25 festgesetzt. Diese Zahl wurde aber weit überschritten und als das Schofarblasm ««setzte, strömte eine Menge fremder Männer, Frauen und Kinder, « das im Parterre gelegene Betlokal, mu zu ergründen, was dem hier eigentlich sich begeben habe. Die Räume waren hiedurch so überfüll^ daß niemand sich rühren konnte. Mit Rücksicht hierauf wurde die Fortsetzung des Gottesdienstes am Wiener Morgenzeitnug Weilen Neujakirstaae und am Berlöhntmgstage vom magistratische« Bezirksamt inhibiert. Zutzke-ch abcrwurde die Wohnung de§ Rabbiners vom Wohnungskommtssär angettorderl, weck sie mit lieber* t, elung der gesundheitspolizeiiichen Vorschrift» lUeberfüllmw), somit in unerlaubter Weise benützt worden sei. Ueber den gegm diese Anforderung vom Wohnungsinhaber durch Dr. Norbert B r x eingebrachten E ntpuich fand gestern vor dem Mietsenat Leopoldstadt unter Vorsitz des MagfftratSkomrnifförs Dr. Karger die Verhandluna statt. Dr. Bix begründcte den Einspruch damit, daß die einen Anfordeiungsgriind bildende „uneilanbte" Benützung einer Wohnung im Gcktzr nur eine siraigesetzlich verpönte Handlung wie Hasardspiel, Kuppelei uiw. betreffen tonne, nicht aber die Uebertretung einer siesundheuspolneilichm Vorschrift. Demgegenüber vertrat der Wohnungskormnissär die Anschauung, daß auch Uebcrtretnng'polizeilicher Vorschriften, weck unerlaubt, einen WshmnigsanfordttlingSgiUnd bilde. Der Senat gab dem Einspruch Folge und hob die A n f o r d e r u n a ans, weil durch Uebertretung polireilirbrr Vorschiff ten noch nicht eine nnerlöste Benützung der Wohnung im Sinne des Anfoidernngsgesctzrs begründet werbe. . Nachklänge Lemberger Pogrom. Var dem L e m b c i' fl e r Gericht batte sich jetzt der 23jährige Leon Marek zu verali'worten, welcher am 22. November 1918 mit zwei anderen Bew n'fneten in die Wohnung des Salomon E ck in Lemb-rg eingrdrungrn ist. dort dem Eck die Schuhe raubte und 'eine Frau durch Schläge mit einm' Handgranate verwundete; dann drang Marek in die im selben Hans gelegene Wohnung des Josef Goldberg und bermdte diesen seines ganzen Bargeldes pön K 16.000; h erauf verschloß er die Fannlim Goloberg und Schn-e/in «in Zimmer, in drs er eine Handgranate schleuderte. Bi r Per'ouen wurden dadurch schwer verwundet, Jo^ei Goldberg: erlag seinen Verwundungen. Marek, der ''eine Untaten zu leugnen suchte, wurde durch Zeugen überführt. Das Gericht verurteilteihn zum Tode. Durch das Amnestie,'esetz wurde die Todesstrafe in lebenslänglichen Kerker umgewandelt. Sport. Von der Hakoah-TourLstensektron. UnserletzterSkikurs brachte der Sektion einen großen Eilolg 51 Mitglieder nächtigten in unserer Slibükte, welche diesem Ansturm —wir hatten höchstens mck 40 Teilnehmern gerechnet — ti'djt gewachsen war. So mußt n -sechs Herren im 1V2 Stunden entfernte« Mürzzuschlag Unterkunft suchen. Damstag den 12. d. M. leitete Herr Kars in ansovfelnder Weise den Kurs., mit ben Anfangsaründen bminnend. Pulverschnee und prächtiges Wettei begünstigten uns. Erst abends traf Herr Weinberger, unser Lehrer ein. Sonntag erteilte Herr Weinberger Unterricht. Etwa 40 Teilnehmer warm hiebei anwesend. Die erzielten Fortschritte müssen als großartige bezeichnet werden. Sonntag abends fuhren etwa^st Teilnehmer zurück, während der Nest unter Leitung des Herrn Kars bis Dienstag abends bl-eb und weiterhin fleißig übte. Von dieser Stelle. aus sagen wir Herrn Weinberger für die Leitung des Kurses nochmals bestm Dank. GüustigerSchnee varausgesetz, finden S k i k ur,s e statt : 3., 4., 8. (Feiertag), 10. und 11. Dezember nachmittags; ferner ie ein Weihnachtslms für Anfänger und Fortgeschrittene. Sonntag den 27. d. M. Fußtour auf die Hohe Wand. Führer: St. Stengel. Gäste willkommen. Vollversammlung,. Marge«, Freitag den 25.d.M., 8 llhr abends. E r s ch e i n e n P f l i ch t. Auskünfte über Skckurse und Touren jeden Freitag vom 8 bis 10 Uhr abends int Klubheim, CasS Atlashof, Souterrain. Hakoah—Amuteuue. Dieses MeisiersckaftSspiel sollte bekaniittich.bereits am 6. d. M. stattfinden. Der Großteil der Sitzplätzkarten war damals schon mt Vorverkans abgegeben wotden. so'Laß: nur wenige Karten zur Verfügung stehen. Diele gelangen bis Samstag in den bekannten Vorverkanfsstellm zur Abgabe. G.ideo»—Leopold»« 2:1 (0:0), Gideon konnte «egen den vorjährigen Meister der Schutzgiuvve einen wohlverdienten Sieg feiern- Dieser Siea ist schon deshalb bemerkenswert, weil Leopoldau jetzt m Hochform ist und zwei enidrucksvolle Sieze gegen Pfeil (3 :0) und gegen Rekord (4:1) feiern konnte Bei Grveo« gefielen am besten die Verteidigung und >m Sturm Ehrenwald, der auch der brstr-Mann im Felde war . und alle beide Tore schoß. Gideon vergab in der ersten Halbze t einen Elfmeterstoß. Leopoldau kommt durch ein Eigengoal zur Föbrüng, dann drückt Gideon stark aufs Tempo und Ehreuwald schießt zwei Treffer. , Der neue Hukoatz-Platz. Die Arbeiten auf dem ueuen. Hakoah-Platz schreiten rüstig fort. Vorausgesetzt daß das Wetter auch weiterhin günstig bleibt,, wird die Anlage längstens am 15. Dezember vollkommen feniggestellt sei«. Die erste« Spiele werde« aber erst im Frühjahre stattstnden. Schachsettio« de» Hadoah. Turnier um die K l» b wer st e r s ch a f t. Dieser Turnier nimmt einen sehr intereffanten Verlauf. Nach der vierte« Runde führt mit vier Gewinnpunkten Herr Takacz; Hermann Weiß folgt mit drei gewonnenen Partien und Diplauf mit je 2'/, Zählern und «1 einer Hängepattie die Herren Ingenieur Wahle und Maler Gom. Unterricht für die Damen der Sektion: Montag den 28. November, V,8 Uhr abends, beginnt ein Damenkurs im Schachspiel, an dem auch Anfängerinnen teil« nehmen könne«. Die Damen werden gebeten, pünktlich zu erscheinen. — N e u e i n t e i l u n g der Spieltage. Spieltage von nun au nur Biomag, Mittwoch ab 7 Nhr abends, Samstag ab 5 Uhr. An de» anderen Abenden ist daS Schachzimmer geschloffen« In diesem Sinne wurde das Nebeuturnirr auf Montag und Mittwoch verlegt, der Unterricht für Herren aus Samstag 7 Uhr. Futzballsetrtion des Diamautklrrb. lieber Wunsch der Mlgl-eder dieser Vereinigung wurde innerhalb derselben eint Fußballsektion gegründet. An der Spitze derselben steht Herr 24 November 1921 Seite T Willi Halver« (Hakoab), der «it Li"be und Sorgfalt dasi Training der Fußballmaunschait leitet. Obmann der Fuhballsekt'vtt i ist Herr Otto S t 5 H l e r. Die Klubfarben der Sektion sind rot-me ß. Die Vercinigung verfügt über ausgererchnete Kräfte, Ulch d e Fußballsekt>on wi,d hoffentlich bald Gelegenheit finde«,! sich mit anderen Vereinen vor der Oeifmtlichkeit zu zeigen. > Jüdischer Luvnvere:« MaNkabi II. Herrenturvenj lüber 16 Jahre) Montag und Donnerstag von 7'bis 9 Uhr, Dawenlurnrn jeden Mittwoch von 7 bis 9 Uhr in der Knaben-. Volksschule, I!., LeopoldZgaffe 3. Einschreibungen am Turnplatz' vor dem Turnen. Hasmonea. Donnerstag Sp^elerversammlung der akademi-'; scheu Sektion Saffistaa Meisterschasts'piel um tt^3 Uhr auf dem- Rennweger-Ptatz gegen Heros. Abends. 7 Uhr, Vollversammlung und ManntchaftsaAsstellutia. Sonntaa,. V-9 Uhr, Meisterschnft gegen Feuerwehr auf dem Feuerwehr-Platz (Hauptalle). Sportklub Gidevn. Samstag Spielerversammlung im Caf^ Radetzky. Sonntag Wettspiel mil drei Mannschaften. Hechawrr. Sam-5tag Spielerversammlung. 8 Uhr. TageZ-' ordnung: Die abgelaufene Saison. A-fercnt Herr Kurt I u h «. ■■ *— Heck.iwer sucht Gegner mit zwei Mannschaften für Sonntag vormittags aut fremd:» Platze. Ad. Wirtschafter, VII., Band- ■ gaffe 34, Telepbcm 35.329. Bankhaus M. RO HATYN Wien, 1., Maria Theresiensirasse Nr. 10 Telephon 20-3-63- |; Durchführung sämtlicher Bank-TransaktJonen. \ An- und Verkauf sämtlicher Devisen und Valuten. , ■__ ____8' Der BslksVirt. GesteMpeLte Krone --- —.12 EeNtiMes. Auszahlung Wien —.17 EeuLimes^. In Zürich notierte: die österreichische 5krcme . . —.17 (-.18 am 22. November) dir öfferr. gestempelte Krone. -.12 (—.12 am 22. November) die tschechische Krone. . . . 5.60 ( 5.65 am 22. November) die Mark . .. 190 ( 1.90 am 22 November) Alwam... 170 ( 1.70 am 22 November) Bukarest ......... l am^ 22 November) Budavest.. —.57 (-.58 am 22. November) Warschau .. (-.17 am 22. November) Englands DoLarschuld. Fast zugleich mit der Eröffnung der Konferenz von Washington fällt die sensationelle Erklärung des englischen Staatskanzlers Sir Robert Horne, wonach England nunmehr mit der Schuldenzahlung an die Vereinigten Staaten beginne Ein Betrag von fünfzig Millionen Pfund Sterling wird dafür in das nächste englische Budget eingestellt. Genauer gesagt, kann man noch nicht von einer beginnenden Rückzahlung der Schuld, sondern bloß von einer beginnenden Verzinsung sprechen. Im ganzen hat -ie Union den Betrag von 4166 Millionen Dollar wahrend des Kriegs der englischen Regierung oorgestreckt, auch war ausdrücklich erklärt, daß die Verzinsung erst mit dem Augenblick des tatsächlichen Kriegsendes beginnen sollte. Das wären bis zum Beginn des neuen englischen Finanzjahres am 1. April 1932 fast dreieinhalb Jahre. Die Verzinsung ist mit fünf- Prozent vorgesehen, so daß noch reichlich drei Viertel Milliarden Dollar hinzukämen und der Gesamtbetrag nur unbedeutend unter fünf Milliarden Dollar steht. Diese Last ist wahrhaft ungeheuer und desto würdiger scheint die Sprache des englischen Schatzsekretärs, der jede Diskussion über einen Nachlaß ausdrücklich ablehnt, vor irgend-/ welchen Erörterungen darüber warnt und einfach erklärt: „Wir sind schuldig, wir zahlen." Gleichzeitig aber überreicht die britische Handelskammer, vielleicht die angesehenste wirtschaftliche Korporation des Reiches, der Regierung ein Gutachten, in dem sie die Streichung der alliierten Schulden an England vorschlägt. Diese Schulden, die ziemlich genau ebenso hoch sind, wie jene Englands an Amerika, sind zum großen Teile amerikanische Darlehen an Frankreich und die kleineren Alliierten, eingeschlossen Italien; England funktiomerte dabei bloß als B a n k i e r. Es wäre eine paradoxe und kaum für England erträgliche Lösung, daß England selbst zahlte und andererseits als Gläubiger aus die Rückzahlung verzichtete. Natürlich ist dieses Vorhaben als eindrucksvolle Geste gedacht und soll auf die amerikanische öffentliche Meinung, die bisher einem Schuldenverzicht wenig geneigt ist, einen Druck ausüben. Der Erfolg bleibt abzuwarten. Einstweilen diskutiert man in England, in welcher Form die eigenen Zahlungen an die Union erfolgen und welche Gegenwerte für den englischen Vec- * zicht von den europäischen Alliierten zu sordern wären. England möchte an Amerika in Kohle, Transporten und Waren zahlen, und wünscht andererseits von

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