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Wiener Morgenzeitung · 1921-11-23 · Heft 1012 (23.11.1921) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 1012 (23.11.1921)
Date
1921-11-23
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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23. Nooemb r 1921 li £ t'U, Mittwoch Wiener Mi-irHLttzeiLmrg Nr. 1012 Hnngerftrerk gefangerrer Kvmmunifte». Aus k-v) c l 8 r u b '.und oentelbct: Gest.rn Ija&cn die in Haft besindliv'i'en und v.u'.er Änllane siehendnr Komnurmsim. die an dem lewat ^c-en den König beteiligt waren, mit dem Hungerstreik ckcmnnm. S'.e wollen damit erzwingen, daß der Prozeß gegen sie .Asiens dnr^gfführk werde. Aranra. Heute, Mittwoch, Vs8 ilhr (Großer Saal) ' icchnlcrvorn m * Die Nibelungen sage. Die Salzgew>nuung nn: '.^'e:re und im Salstammergut. — 5 Uhr (Großer Saal): Kampi mit dnn Berge, I. In Sturm und Es. — Iltzr «'Großer Saal : Sbncklrtons Südpolerpeditwn — 76 Ubr (Klemer Saal) Univ.-Proi. Dr. Emil S ch w a r z: Das cbcm siche Uhrwerk im menschlichen Organismus, XI. — ' .6 Uhr (Kleiner Saal) Univ.-Pros.Hofrat Dr. Hans S v e r l: ^i'oslemitrsches Eh"- und Haremsrecht. —- V26 Uhr (Kurssaal Dr. Eueren P 0 l l a k: Bau und Leistungen des» menschlichen d'ervenwfteniS, N. — V-8 Uhr (Kursiaal) Dr. Otto K 0 e n i g: MyttzsichcS rn Wald und Gebirge, VI. — V-6 Uhr (Klubsaal): Heiterer L9.mrr Aben^.. — V*8 Uhr (Klu'osaal) Kammersänger 2.'rar K r ä m e r : Wie lerne ich singen?, I. * Erste I;:riftL«-Redoute. Für die am 2s. d. M. in den Sovhiensälmr slattfindend-: erste Juristen-Redonle gibt sich lebhaftes Unteres,' lnnd. Rcsiliche Karten: Akademischer Imisten-Verband. D. Trborsiraße 1/3, von 11 bis 2 Ubr nachrnittags und an den Schaltern ker „Wiener Morgenzeitnng". Bereirrsnachrichten. I si d i 1 cb e T i s ch fl e s e l l s ch a f t A l s e r st r a ß e rwd Umgebung. He»:e keine Zusammenkunft. Der nächste Abend ersolat derer!? im Kerfen ständigen Heim im Lokal der Z ivh: n 11, VIII.. Bennoplatz 1. — Iugendgruppe E s r a. Kerne. ft 8 Ubr abends, Mitglicderversammlung in Bayers Ncstarrrant, II.. Denediaerau. Tagso-dnung: 1. Statutenvorlage. 2. Skarttnabrechnung. 3. Eventuelles. — Z i o n irf i f a e Sektion Land st r a ß e. Donnerstag den 24. d. iOL 7 Uhr abends, Dollversammlung im Soulerrainlokal deZ Co.s6 Gartenbau. Tagesordnung: Parteitag. Um vollzähliges Erscheinen wird gtbcien. — li i o n i st i s ch c ® .t 111 o n j ü r d i e westlichen B c z i r k e W i e n S. Heute, Yt9 Ubr tibenb®, im Sektionsheim wichtige Sitzung des geschästSs'chrenden (engereri) Präsidiums. — P a l ä st i n a - S e k 11 o n d c s a I a d e m i s ch e n V e r e i n s j ü d i s ch e r Medici n e r i n W, r e n. Für hebräisch sprechende Studenten heute, 7 Uhr abends, Jm Bumslokal, IX,, Lrechtensteinsiraße 11/13, Beratung betreffs O« ganisürung sämtlicher hebräischer Akademiker Wiens. — Z i o n i st i s ch e B e z i r k s s e k t i o n Altern r u n d. Donneislap den 2t. d. M., präzise 8 Ubr abends, im BererNsloka! Au-rschußsttzung. Tagesordnung: Parteitag., — Z r o n i ü i f d) e 53 e % t r f § f c 111 o n B r i g i t t e n a u. Hnite, 7 Ubr abends, im Bcreinslolal. Cass Magnet, II. Gaußvl'-tz 1, Ansschi'.ßsitzuiig. Tagesvldnung: 1. Der nächste Parteitag nnd 2. Eventiielles. — Fra neu gruppe der zionist l y ch e r>. B e 5 i r k Z s e k t i o n XX. Heute. 7 Uhr abends, in: Vere ntlokal. Caie Magnet, Konstnuierung. Gäste willkommen. — I u g e n d v e r e l n A h a w a 1 h Zion, H., Kleine Znsahrtssir.iße 16 V. Heute, V»8Uhr abends, Vortrag (Fortsetzung) Tr. T a r l a k o w e r. Jugendliche Gäste willkommen. Die SrMhVWRI. Die LebensrrrittelMKNZLL. Meuer.UicheZ fprunghcrfLes Steigen der Fleisch- und Fetrpreife. Ja d'r Großmarkrhalle sind gestern infolge der Verteuerung eruf dem Utzterr Lebenoviehmarkte m St. Marx die Preise neuerlich - ii r u n g h a t t in die Höhe gegangen. Rindfleisch erhöhte sich :m Engrosverkebr um X 4(; bis 60 per Kilogramm. r«;t Detr-'.lhavdcl um X 80. Schweineflench wurde um K 85 teurtr, Speck und Filz sind im Groß- und Kleinhandel um K l00 c!crueg"ri. Kalbfleisch bli^b im Preise unverändert, billiger wurden blaß J'-'geu um!< 10. Schrie um K 20 per Kilogramm. Auch die Preisc siir G:flii'>el sind durchschnittlich um K 100 per Kilogramm in die Hobe aeaanaen. In der Geoßmarlthall'e galten folgende Prüfe -m Dttinthantzel per Kilogramm: Vorderes Rindfleisch K 340 biß ölO, hinteres K 360 bis 580. B-otenflcisch K 600, Schweinefleisch K 700 bis £2o, Kalbfleisch K 460 bis 560, rSprck und Filz K N00!>'s 1400. Fettgänie kosteten X 1360 bis IGOj, Fl-nichacime X 700 bis 85.0, Fleischenten X 860 bis 850'per Kilogramm, lebende Hühner notierten X 180 bis 600 per Stück, tote Hühner X 700 bis 860 per Kilogramm. Für Hasen ohne Feil wu^de gesicrn e n Prsis von!( 1060 bis 1400 verlangt. Rehe kosteten X 406 bis 420 per Kilogramm im Ganzen. - Das Angebot war reichlich, an R-ndfleitch standen über 59.(00 Kilo- Viimi'm zur Verfügung,^ aus Ungarn waren drei Waggons mit :.b'3 Dornen Nivdfleisch angikommen, der Verkehr jedoch infolge d:r wen-ren Veirenerung schleppend. Aut den Giünwaiennmikten war die Beschickung günstig >ii:sgrty.!l'n. D:e Preise blieben im großen und ganzen unverändeit. An Eiern herrscht nach wrc vor großer Mangel. GLhRL rmd Knnft. Nsimund-Theater. (Erste Voriinttagsveranstaltung: „Jerrse IIZG Drama in ' , zwei Abtcilnngen von Walter Ha sen cle der.) Kann man neue Dichtungsformen „kreieren^, wie etwa An Modeküirstler eine neue schicke Linie? — Man ist gepackt, wenn ein wirklicher Neutöner nach Ausdruck ringt, auch wenn inan ihn nicht ganz versteht. Unruhs Drama „Das Geschlecht" wirkt tief. Eine Stimme ruft, schreit, überschreit sich, daß inan ihr rncht ganz folgen kann, aber sie ergreift alle, tveil sie aus dem Herzen losbricht, und weil sie wesenhaft ist. — Walter Hasen clever fehlt aber beides: der reine,-echte ::"va|üou und Me Wesenhaftigkeit. Stark, erschrecklich stark diesem hochbegabten jungen Literaten ist nur der Wille, ein N.-utöner zu. sein. Die Expressionisten sollten ihn ablehnen. Cr setzt sich hm und kreiert eine neue Fasson. Man vergleiche bloß s-lne drei Werke „Antigone", „Die Menschen" und .Jenseits". Dir lärmende Tendenzarbeit „Antigone" wird' förmlich unter platter Wortfülle verschüttet, im Drama „Die Mischer:" wird der Dialog so geführt, daß ausgerechnet itbz Person stets nur ein Wort spricht, und in „Jenseits" ' rird die Verquickung beider Methoden „kreiert". Die Reden ber zwei einzigen auftretenden Personen sind kurz, suchen orägnant zu sein, aber der Dialog ist dabei unsäglich langjuzcrtg, urnstäno!i§), trotz der steigenden Aufregung der Beiden geradezu idyllisch breitspurig. — Der Geliebte einer jungen .>rau kämpft mit dem Schatten ihres toten Mcurnes, kann ihn nicht bcsicMl und erMt Konzertbureau des „HARUACH11 n.. Tatorstrssse 1—3 Mittwoch den 30. November, halb 8 Uhr abends MlfttSerer Kenzerthaussaftl Jüdischer JHumOT Mitwirkend: Mali Picon Lea Weintraub-Graf J. Kalich J. Reissmann S. Natan Karten sind erhältlich: an den Konzerthauskassen, III., Lothringer3tTasse, Kasse der „Wiener Morgenzeitung“, Taborstrasse 1, Buchhandlung R. Löwit, I., Rotenturm* strasse 22, Konsertbureau „Ai'da“, II., TaborstraBse 7 9277 Freie jiSdiecheTolksbfihMe 7 Uhr abends Gastspiel im Lustspieltheater Der Usibekannte ^T^GordU6“ Louis Korscliinsky — Paul Baratow (Ben Zwi) D b. b Thoater ist: geheizll “W ist nur, daß sich der Autor für die Durchführung dieses Vorwurfes die vierte Dimension auslieh. Wohlgemerkt: Er rief sie nicht an, er beschwor sie nicht inbrünstig, bis sie ihm willens war, er borgte sie aus, wie etwa ein Skribler GeistererscheinungDl für ein rührseliges und schauerliches Gespensterstück verwendet. Das werden die Feinfühligen dem Dichter nie verzeihen! Daß sich Türen öffnen und schließen, daß überirdische Ruft ertönen, daß ein Ästrälleib erscheint — alle diese Stimmen und Seufzer imd wandelnden Lichtkegel konuten wir bloß als Theaterreqnisiten des alten Schäuder-- dranias empfinden. — Nicht die' überirdisch klingenden Geigeumelodien der Ouvertüre halfen darüber hinwegsi Änd auch nicht die Lektüre der Würdigung, des Werkes aus der Feder Stephan Großmanns, die man mit dem Theaterzettel bekam. (Sie legt dem Tage der Erstaufführung des Stückes historische Bedeutung ber und nennt es „das repräsentative Werk einer Generation".) Die beiden Darsteller, Ludwig And e r san und Rosa Kadl c, waren sehr bei der Sache und überbotrft-/sich an wirkungsvollen Affekten: Herr Direktor' Paew styatta ein mehrfach gestaffeltes Phantasiezimmer mit schwarz verhängten Möbeln und Wänden, ftrner zahlreiche - Lichtwirkungen, musikalische Beh'ckshe und Geisterstimmen beigestellt. Die Ausnahme war fthr geteilt. y. 0,' A. Aus der, Theatern. Im Du r ff t h e a t c r rebt morgrn, Donnerstag. „Und P i p p a tanzt" in S.jme. Anfa, g 7 Uhr. Im O P e ru t h e a t e r wird moigcn Tonnrrstag. ,M a n o n" anfteiühn. Anfang 7 Uhr. —, Fräulein Lehmann ist von ihrer Gr.fisv rltomnce znrückgkkehü-ffwd tn t zum eisten Male wieder ini Opeurthea er am Donnerstag in der Titelrolle der Oper ..Manon" ans- Den Dcsgri?ur singt Herr - Kammer ranger Piecaver. ' I m D e u t s ck e n V o l,k s t h e a t e r gelaugt morgen, Tonurrstag,^ um 6 Uhr und Sonntag ren 27. d. M., unt a 2 Uhr nachmittags, Goethes „Faust" zur W ede.horung. I n , d e n K a m m e r s v i e l e n dts Teu schen Volks» cheaters ist die Uraussübrinig d:s vieraltigm Rokinrno ..Morph-um" von Ludwig Herzer für Mittwoch den 30. d. M, IVUhr abrnts, angcsctz'. Spielleiicr: Dr. Hen; Schnldaur. . I m -SB i e tt e x Stadttheatcr w rd Frsitrg den . 25. d. M. die Koinodie „P o k a s ch u n d P e r l m n t t e r" . zum ersten'Male gegeben. In den Gliben Hchip rollen gastieren die Herren Engen Jensen und' Ludwig Stärk.; Im Lustspie ltheater (G a st i r> i r .l der .Fretcn'jüdischen Bühne) gelangt Donnerstag den 24. d. M., 7 Uhr abends, K o b r i n g s v'/rast'ges Schgw spiel „D e r D o r f s i i n g" zur Erstaustuorung Die Hauptrollen sind mit den Dainkn W e i n t r a u b - G r ä i W ata n. Körner» Jungwirth und den Herren Deutsch, Baratow (Ben Zwi), R e r ß m a n n. N»atan und TarlowSki besetzt. Die Zensur hat Rolf Lauckners Drama „C b r i st a. d i e . T a n t e", das im R a i m u u!> - T h e n t e r zur Aufführung gelangen sollte, verboten. Direktor Beer versucht, die Aus- ' fiihrung des Merkes sttlznbekomm.'n. SPsrL. Ei« Sch«tzverba«d. Die seit läng krem zwischen der Mehrzahl der erstklassigen Vereine und der derzeitigen Leitung des FußballverbandeS bestehenden Gegensätze haben eine neuerliche Verschärfung rrfabren- Die dem VaS nicht angehörenden Vereine (sämtliche erstklassigen Klubs mit Ausnahme von F. A. C. und Admira) sind vom Sp. Cl. Rapid zu einer heute abends stattfindenden Sitzung ejngeladen worden. Dem Schreiben ist zuentnehmen, daß vorerst die Gründung eines SchntzverbandeS der erstllassigen Vereine geplant ist, doch bet lautet cs, daß einige Vereine beabsichtigen, überhanpt eine Sprengung des Fußballverbandes hetbeizusühren! ES ist sehr fraglich, ob all« eingeladenen Vereine für ein so radikales Vor gehe« zu haben sein werden, zumal die Berhältniffe ml Verband wirklich nicht so arg sind, wie mancher Schwarrseher glauben machen will. Im Intercffe des Sports wäre es sehr zu wünschen, wenn sich die beiden Parteien p» i a»meinsamer.5-p.o 11 i i ch L «. Arbrrt stndrn. mürjnA Dre Wettspiele des Nächsten Sonntags. Am kommenden Sonntag, der ursprünglich für den Fuß» ballverband zur Austragung des Länderwettkampfcs Oesterreich- Ungarn bestimmt war, kommen in der Hauptsache Meisterschaft^ spiele zur AuZtratzung. Es treffen folgende Vereiue zusammen r Hskoäh—Ama?eure tzHohe Warte), Hertha—Rapid (Favoriten), Wacker-Admira (Schvnbmnn), Simmeting—Vienna (Rennweg). Rudolfshügel—Ostmark (Favoriten). Außetdenf dürfte ein Freundschaftsspiel Sportklub—W. A. F. statlfinden. In den unterm Klassen wird die letzte Vorrunde des Cups, an der bereits die zweitklassigen Vereine teilnehmm, absolviert: Salzburg-Kärnten 3:2 (1:2). Am letzten Sonntag kam dieses Auswablspiel der beiden Landesverbände erstmalig zur Austragung. Die Salzburaer siegte» nach gleichwertigem Kampfe 3:2. In der Halbzeit führtm die Odcröst«rreiei>er 8:1. Das Spiel fand in Salzburg statt und war von über 1000 Zuschauern besucht. , Kür die Freiwillige NettuugsgeseNfchaft. Der Sportklub Wien 1908 veronstaltel im Diaüabad Samstag den 3. De-, zrmber ab. 5 Uhr und Sonntag dm 4. Dezember ab '/»i Uhr ' nachmittags zugunsten der Freiwilligen Rettungsgffellschast ein großes internationales Wettschwimmen für Damen und Herren, zu welchem zahlreiche Meldungen aus Augsburg, Letpzig, Stuttgart, Preßbarg, Hamburg und Wien vorliegeu. An jedem Tage werden auch-wei Wasserballspiele ausgetragen- Für diele Beraustalkung sind Karten im D o r v.e rk a u f bei folgenden Stellen erhältlich: Wiener Freiwillige Rettnngsgesellsckast, Ul., Radetzlhstraße 1, Sportwarenhaus Joief Mithlhansers Rachf,. I„ Kärmerstlaße 88, Sporthaus „Beico", 'VI., Mariahilferstraße 1 o, Spottwarenhaus Wilhelm Pohl, , I., Kärntn'erflraße 39. Dianabad (Portier).. U-, Obere Donau- . straße 93, Sportklub Wien (Fron Antonie Gras), ' II., Große' Mohrengass: 26> Telephon Nr. 47 708. -,'••• Die Hakoah spielt am 25. Dezember in Dresden g'egen^ Guts Muts und am 26. Dezember in Leipzig gegen den F. C. Fortuna. __ Der Volkswirt. Gestempelte Krone Auszahlung Wien In Zürich notierte: die österreichische Krone . . —.18 di: vsterr. gestempelt« Krone. —.12 die tschechische Krone.... 5.65 die Mark.. 190 Agram. . . . . . ... « 1.70 Bularest . . . . »V.,. . — Budavrst.—.58 Warschau........ . — 17 —.12, Centimes. —.18 Centimes. (—.18 am 21, November) (—.12 am 21 November) ( 5.60 am 21, November) ( 1.97 am 2i November) ( 1.70 am 31 November) {—.— am 21 November) (—.57 am 21. November) —.17 am -21. November) Kie BörsekmnMer über die geplante » Steuer. D ic .7-iarier Börftkainmer Hab nachstehendes Mrmo-- rand'um an den Nationalrat gerichtet: . Der Gesetzentwurf, betrefftnb die Einh^bung emdr Abgabe von dcü Besuchern der Esftkbenftktion der'' - Wiener Börse bat die österreichischen Finanzkreise nnd,'' ' ihre bcrnftne Mctrettmg auf das peinlichste berührt.'' " Die Wiener Börftkamnier stellt fest, daß mit keinem^' ihrer Organe vorEmbriug'ung dieses sie so lebhaft^' berührenden Gesetzentivnrfts Fühlung genommen wurde. Die Wiener Börftkammer sieht sich daher g»enötigt^ dem Nationalrat und der breiten Oeffentlichkeit ihr"- -' Gutachten über diesen Entlrurf abzugeben und zu ' stati-eren, daß er den Ruin der Wiener Börse bedeutet.^-' Die neue Steuer, ein Privilegium odrosutn lediglich für die Wiener Efftktenbörse, ist als eine Kopfsteiler mit rüFftchtslosester Sitärle konstruiert. Sie trifft die größten, leistungsfähigsten Aktienbanken mii; - gleicher Schärft wie den mittleren 'und kleineren - Verrieb an brr Börse, den sie absolut konkurrenzit ii f ci h i g macht und einfach .vernichte t. Ausn ah inen und Bcgünstigungeit sieht ja das Gesetz nur so beschränkt und unter solch>en uiederdrücteirLen, einer Anprangerung gleich kommenden Modalitäten vor, daß' sie praktisch nicht ins Gewicht fallen. Es ist undenkbar, daß beispielsweise eine' kleine Firma, bestehend aus etwa zwei Gesellschaftern und einem Beamten, eine ' Jahressteuerlast, -abgesehen von den übrigen Steuern - und Regien, von 3,4 Million,m, also 4/2 Millionen, her-auswirtschaftetr rann. Es entfällt, da gegenwärtig nur drei Börscntage in der Woche abgehaltm werden, aus jeden Arbeitstag eine Steuer von 30.000 Kronen. Hingegen bezahlt eine Großbank mit etwa zehn Vertrctern trotz ihrer unvergleichlich größeren Umsätze nur zirka 100-900 Kronen pro Dag. Diese für das ungestörte Funktionieren des Marktes geradezu nnent- ' behrlichen mittlere n und kleineren Schichten werden durch das Gesetz völlig atrsgeschaltet. Die Börse wird dann " zur monopolisierten Domäne der Großunternehmungen.' Weiter heißt es dann in der Kundmo.chung unter "ne-rem: Das Gesetz würde die Börse nicht nur drosseln, sondern erdrosseln und den Effekten- und Valntenverkehr. - vom kontrollierten Markt in die dunklen Gassen' des Schleichhandels drängen. Die Kursbewegung kann durch solche Em- -Wirkungen nur auf das schädlichste beeinflußt werden, i Die besonderen Zeitvechältnisse haben es leider mit sich gebracht, das; ein bedenklich großer Teil der Be- ‘ völkerung aller Berufs stände an der Spe-' kulation beteiligt ist. Es nmg dahingestellt bleiben, ob die Unvermeidliche Ablenmng des einmal vorhandenen Spieltriebes des Publikuins von der Efsekterrspekulation auf das fast unkontrollierbare Gebiet der Lebensmittel- und Sachgüterspekulation sozial und volkswirtschaftlich gerade wünschenswert ist. Es entsteht auch / eine ,acW.WK. Mr .MlM^eMftrtioje BeMnstiMlNg, :

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