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Wiener Morgenzeitung · 1921-11-16 · Heft 1005 (16.11.1921) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 1005 (16.11.1921)
Date
1921-11-16
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Men Mittwoch Wiener 16. November 1921 Nt. Mt Auf Grund eigener Forschung cutftammcubcu Analyse gliederte der Tortragelidr drc Dichiiurg in s^chs Szene», deren Gang er de» Zuhörern anschaulich zu entroll.« wußte. Die erste Szene schii > vt die Begegnung des Mädch>rns mit dem Jüngling, für d.'ü e> in Liebe erglüht. Der Jung-- ling nimmt des Mädchens werbende Fragen jedoch kühl auf. Die zweite Szene schildert die Zttsaminenkunit beider am Ruheplatz des Jünglings und sein anfkeimendes Liebesgesühl sowie die Freude der Geliebten, die sie zn ihren Freundinnen über des Jünglings Freundschaft äußert. Die dritte Szene spielb nach einigen Monaten iy den ersten Frühlingstagen. Der Jüngling, welcher während d's Wint-'rs -er Geliebt?» serng<bliebeir ist, naht sich ihr wieder/nur sie zum gemeinsamen Gang aufs Feld zn bewege»!. Sie vertröstet ihn auf den Nächsten Morgen. An diesem spielt die Yirrte Szene. Das Mädchen hat ihr Prrsprechru nicht gehalten, der Jüngling aber ist sie nicht!>vlen gekommen, und dies krankt sie. Den ersten Schritt zur Annäherung will sie jedach nicht tun, legt aber ihre Wünsche an den Geliebten in Farin von. zwei Träumen (Die Hochzeit Salomos) dar, dir sie ihren Freundinnen. erzählt. Diese Träume sollen dir Freundinnen dein Jüngling wieder erzählen. Gleichen Zwecken dient nach, einigen Liebesliedeinlagen der dritte T'-'austl. den da§ Mädchekr »erzählt („Nachts schlief ich in meinem -B-tte, aber in ein Herz war wach"). Der - Jüngling versteht, daß die ihm yinterbrachten Traumerzählnugen auf beti Wunsch der Geliebte» nach Verehelichung hindeut.il. besiegt den Widerstand seine» 'Angehörigen gegen die Ehe miteinem Mädchen geringerer Abkunft und wirbt in der lebten Szene mit dem Gleickluis von Salomos Weinberg zu Bral-Hamm-on um die Geliebte. Die Zuhörer nahmen die geistreich: Analyse der Schir-- Haschiriin-Dichinng, die so viele Deutungen b.ck utsamster Art erfahren hat, mit regem Interesse ans nub ckankten dsm Vortragenden durch reichen Beifall. Hierauf brachte Frau Mirjam S ch ina b e j -H o e f l i ch die Dichtung, deren Sinn Qberrabbii.ee Chaj.s dargc'.egt hatte, in -er Reußschen Uebcrtraanng ansdem Gedächtnis zu Gehör. Ihre Rezitatton lies; die lyrisch-draiNatische Handlung lebendig vor Augen treten. Dw Künstlerin verstand es, die handelnden Personen uitb ihre Gespräche plastisch hervörireten zic lassen, und so bildete ihre Wiedergabe des Hohen Liedes ein treffliches Gegenstück zu der geistreich nuancierten Art des vorangegangenen Vortrages. Es gibt wohl wenrg Sprecherinnen, welche sich jn die ihnen gesteXte Aufgabe der Verallschanlich'-'.'ng des Dichtwerkes mit mehr Ernst verliefen als Frau Schnabcl-Hoeflich. Ihr: ausgezeichneten Porlragsnutiel, verbunden mir einer aiig:n:hmen Delikatesse der Nczirarrvn, ermögliche?» es der Künstlerin, zu. fesseln und d<-n Geist einer Dichtung zu versinnbildliche«. Dies zeigte sich d.'l bev W'.edergabe des Hohen Liedes in vollem Maße. Das Publ'.Inm ftaub durch die Vortragende im Banne der Dichtung. Lebhafter Beifall lohnte dir trefckiche.Leistung der Künstlerin. Der genußreiche Abend, d'ss.'n A rangement das .^onzerlburean des darnach besorgt hat, soll, wie wir er- 'ahrcir, wiederholt werden. Der Streik der Kassenärzte. Di: Obmänner der Kasscnär tevcreiue haben in einer getnrimam beschlossen m Ksndgcbung Verwahrung gegen die Mt* ftcrerf t nlifittn Angnsie rtnorlegt. welche seiteirs einzelner Funktionale der Kaffcnleitung und rinzelurr Betriebsräte gegen die Kassenärzte erhoben worden sind. Jn Ermanglung sachlicher Argumente wird e ne fijftcmaircfjc Hetze gegen Aetjte inszeniert — heißt es in dieser Kundgebung — und ihnen sogar ihre Privatvr.w-s zum Borwn't gemach;. Es muß endlich einmal gesagt werden, daß der Be»band einem guten Teil seiner Prosperität der P-iva prariS der Ae.sie zu verkanten bat, denn ohne Pr vatprups halten die Aersic nicht jahrzehntelang für Schund- und Sehandlohne dcri Kasien dnnen köiimn, aus ihre Kosten wurden Jnstckute gtzriindr', dre heute den Stolz des VerbandeZ bilden Die Lohnbewegung der A rsie der Wiener Dez'rkslranlentassen hat bisher noch nicht ihren endgültigen Abschluß gefunden Die Vier te. Hab n mit der Kasscnlecküng ein UcbercinTomnten g'trosfa!, demzufolge ans de bisherigen Bezüge cm lOOVsiger Bovchuß gegenVenebming b:s zur d finiriven GehaitZreguliernng gewöhn wird. Die Duhmdlungm - üb r diese Regvl'erung sind »roch nicht abgcschlosscn. * Die Atbriterkammer ist, w e uns mstgeteilt. wird, an die Leitttngen des Verbandes irr Kraoktn kaffrn'v.reist: und des Vereines der Krank nkassenärzlc hcrangc ictcu. rnl linier Handlungen zwlscheir beiden Teilen an »bahnen. Dir Einladui gen zu einer gememlamen Be'prechnng für Mittwoch den. 16. d. M. sind bereits ergangen. _: Der Bukarester Vankkrach. Lltts Bukarest U>iub imo berichtet: Der S-Abstnwro oes Präsidenten Banca Natiancl, Prrnsi'ir Ghiea, hat alte Greigr,i /' in «h Hintergrirud gedrängt. Prinz Ghica war vielsachee Millionär und hatte seinen ständige! Wohnsitz in Paris. Er kairr erst vor acht Tage'.: iiber teb'gr.aphi'che Hil.'-erufb seiner Bank nach Bukarest. Hier fand er cjm' t-rosiloso snianziellc Situation vor. Eine Terwalkungsratssichrng folgte der anderen. Der Prinz ließ sich voll den Direktoren Stoicm nach Eraciun bHimnieN, einige Millionen vorzüschießen, itiu die austürmenden Einleger zn befriedigen. Noch anr Freitag stellte er ein-u Betrag von 0 Millionen Lei zur Verfügung. Aber -selbst diese hohen Beträge ivaren wie ein Tropfen int Meer gegenüber hem durch leichtsinnige. Spekulationen eing?tretenen Defizit: der Bank, das an alt heute auf iiber fiOQ Milliprum schätzt. Hauptursache, des BauksturzeA waren die Geschäfte, die die Bank mit der vor einigen Zeit in Paris zusantmengekrachteit Banra LeroyDepres abgeschlossen hatte. Seit diesem Zeitpunkt befindet sich die .Banra .Nationei ans . einer schiefen EbLne.....Prinz ca, der ursprünglich die staatliche Hilfe an ge rufe n nahm sich das nnerwarlete Einschreit'ün der Bukateste r.Staatsanwaltschaft.sehr zu Herzen,und..bM)loß unter diesem Eindruck, seinem' Lebest ein' Ende zu. machen. Dienstag, 10 Uhr vormittags, erschoß er sich jm.Badezinnner. seiner in der Str-ada Umbra gelegenen Wohttllng. Es hat in den letzten ''Jahren keinlokales Ereignis eine derärtigd Depression verursacht, wies der Selbstmord des Prinzerr Ghica. Alle Bükstrester Blätter sind, mit Einzelheiten über die- Tat überfüllt. Die Hauptschitld an.-dem-.'Zusammenbruch.schiebt man den beiden in Haft genommenen 'Direktoren Craciun und Stoiail zu. Jhra Privatwlstt Bei dieser Bank sind mit vielen -Millionetr... belastet,, ohne paß Deckung hiefür vorhanden wäre. Daraus ersieht ntan schon, wie leichtsinnig die Leiter dieser Bank gehandelt.- haben. Wie in -ähnlichen Fällen, so kommen auch jetzt eine Menge Petfönlichketten zum- Vorschein, die, verführt durch die Spekulation, ihr Geld leichtsinnig hingegeben haben. Es gibt eü,e Unzahl Geschädigter. Die Bücher der Bank wurden beschlagnahmt, die Bank selbst vorläufig gesperrt. '_ LandsmannschaftUche Kolonisation in Palästina. Der Plan der l a n d s m a n n s ch a f t l i ch e n Kolonisation, welcher bei der Karlsbader Weltkonlerenz des Keren Kajemeih (Jüdischer Not onallonds) mr Mittelpunkt der Beiatungeu stand und sich zu wichtigen Bor chlagen krstallisiert-, "gewinnt immer neue Anhänger- Die Zentrale des Keren Kajemeth empfing wahrend des Kongresses aus T r a n s y l v a n l e n. Rumänien, Bulgarien. Jugoslawien, Griechenland. d,rN kr a ine und Elsaß - Lothringen Abordnungen, welche Ansuchen um Zusicherung nationalen Bodens zwecks Kolonlsieinsg landSMann'chastlicher Gruppen vortrugen. Bei Transsylvanien handelt «K sich um 300 cifabrcue Landwir t e, welche ihr. eigenes Birh und sonstiges Inventar sowie Eigrnkahital nach Er z Jisrael mitzubtingm beai-sicht'gcn. Die D u l gor e n wolle» geschulte G e m ü s e bauern sowie einheimsche Chal«zim ansie-eln, die jugoslawische Organisation will dasselbe . betreffs der von ihr in M o st a t ausgebüdeten osteuropäischen Chaluzim. Für den Kauf deS BodmS der griechischen Kolonie hat Dcputierter C o f f i n a s bereits 3100 Pfund Sterling gesammelt und abgeführt; die 'Initiatoren Lenken, die besonderen Fachkenntniffe der ans S a l ö n i k i stammende« Siedlungskandidaten durch Anlage eine§ Fischerdorfes am Tibmasfee zu verwerte». Jn K i s ch l n e w haben sich ukrainische Flüchtlinge, Landwirte und Industrielle mit Eigenkapckal zu einer Siedlungsgruppe znsammcngeschlosien. Jn Elsaß-Lothiingen möchte man, mangels eigener SiedlungSkandidate», eine ukrainische Gruppe unter Patronat nehmen; die Kolonie soll den Namen Charles Netter tragen, der im Elsaß geboren ist und in dem a»f seine Initiative vor 50 Jahren von der Alliance begründeten Mikwe Israel bestattet liegt. Keren-HajeMsd-SektLon für Arbeitet und HuNÄwerker. Am IFd. M. fand in London eine Sitzung des Direltoriums de>3 Keren H ajessod statt, an der sich auch ein B:ctcctrr des Weltvcrbandes der Hltachduth beteiligte.! In dieser Sitzung wurde der .Vorschlag der Hitachduth betreffs Kreierung einer besonderen K c r e n-H a, j e f f o d * Sektion f it r I x b e i t e r u N d H n ndw e r k c p diSkutiett und züm -BWWÄhohem^ - " - ..* Dieser in AnIehnungLM?W' Keren Hajeffod in ganz Europa zu,errichtende» Sektion obliegt die -Ausgclbd, - öle 3(i*b:i{ für den Keren Hajestod, in den Arbeiter! r e i \ e h zu örgauisierrn, Alle drp:ch> drrs»e Seltion gesammelten Gelder werden ou die allgenn.iue -KrWMS Deren Hajeffod abgeführt. Dogcgrn ryud ein Teil der Gdiamtemnahmcn des Keren Hajeffod. - zumindest im Äirsmah dir Eingänge dnuh die genannte,Selbou, fjir die.Zwecke der A r bei t-e r i m m i g r a n 1 c n in Palästina, und zwar für Datleheir und Anschaffung von Ausrüstnngsgcgenständen und Werkzeugen, bestimmt. Eine Tschle«ow-Kolo»ie drMgitdischen Nattonalsouds. Auf Beschluß der Gcuecalversammlunz des Jüdischen Nationalw»ds wurde T s ch l e « o w s Nanie in den Sefer Haaskarot (Memorbuch) eingetragen. Nunmehr soll se n Andenken auch i« Laube, dem er seine Lebensansgabe gewidmet hat, verewigt «erde«. Ju der Nähe Haifa-, dem znkunstSrcichen Hafen unseres Laubes, wmden — etwa 6 lcm landeinwärts an der E'.senbah«, die am Nordfuß des Karmel nach dem Eine! Jesreel führt— LhOO Dunam Boden erworben. Her <oll die vom Aktionskomitee beschlossene T s ch l e n o w - K o l o n i e erstehen. Der Boden liegt am User des Kffchon, läßt sich leicht bewässern nnd ist daher für intensive Kulturen, insbesondere Gemüse- und Obstbau, vorzüglich geeignet. Die Mhe der großen Hafenstadt wird de» Absatz der P.odnkte rrleidjicin. Di: seinerzeit emgrlritcte Sammlung für den Tschlenöw- Fonds hat bisher 21.500 Pfund Sterling ergkbeck. Um die Arrondicrung und Amelivrirrunt des Grundstückes zu ermöglichen, hat dir letzte Gerreralversammluug des Keren Kasemcth beschlossen, die Sammlunge» bis zur vierten Jahrzert des Verewigten (19 Sch'wat 5682, 17. Februar 1922), womöglich auf 40.000 Pfund Sterling zu ergänze». Gewiß werden alle Palästint-Freunde gerne mitwiik «. dieses Ziel zu erreichen; in erster Reihe aber wendet stch der Ruf, das Andmken des Toten zu ehren, an seine in den eurspäischeu Hauptstädte« lebenden Landsleute aus Rußland, die ihm zeitlebens besonders ergeben waren. HaLenkreuz-„A«LeLeLtuelleals Handwerker. Wir habe» vor einigen Tage» über den Plan eines Kouiitsfs „Geistiger Arbeiter" berichtet, welches beabsichtig^ Jntcllckturlle der bemflichen Umschichtung zuzuführen und für turnt handwerkliche Ausbildung tätig zu fein. Wie uns gemeldet wird, hat die angezeigtr Versammlung in der Tat stattgefunden. Konkrete Befchlüsie zur Durch sührnng beS Pcogiamms scheiurn kaum gefaßt worden zu sein, hingegen haben stch die Herren «it promvtrstcc Raschheit geeinigt, ihr neues Unternehmen u»ter den ,A r i e r Paragraphen^ zu stellen uud SberdirS auch T s ch r ch e u dir Segnungen ihres Werkezu entziehe». Mit der Erziehuug jener ..Intellektuellen'' zu Handwerkern wird es wohl gute Wege haben» diuoram dürsten die Frontkämpfer neuen Zuwachs erhalten. Das SchAlwesea in PalKstina. Der Leiter deS jüdischen Erzikhnttgsdevartmienls in Palast tut, Vr. I L u r i e, verosfcntlicht einen im Verlag des „H a v v e l H a Z a i r" in Tel-Aw'tv erschienenen Bericht über das jüdische Schulwcrk, welcher verschiedene interessante Date» enthält. Die sionistische Arbeit aus dem Geb ete drs Schulwesens wurde von den ruisischenChowewe-Zioll eingelritet.wclche tmJahre1.90S einrSchnle in Jaffa cröffnrlru.Die zi onistischeOrsanisation als solche begann ihre Schultätigkeit in Palästtiia im Jahre 1913. Anlaß hiezu'bot, wie ec innerlich, der Ausbruch des Sprachenkamples in Palästina. Die Protestbewegung des vd-n der jüdischen Lehlerschäft Paläst'n.tS geiühcten Jischuw.gegen die assiM'latorischett Tendenzen, welch: der HilfSvercin der deutschen Juden in semen Schulen zu etablieren i suchte, hat mit eirtem Siege des Hebräischen geendet nnd in der Folge nach der Besetzung von Pslastina durch England zu einet Urbrrnähme das palästinensischen Schul-. Werkes durch die zionistische Organisation gkiührt. Auch die . Schulen in den Kolonien und m der Folge auch, verschiedene - orthodoxe Schulen wurden von der zionistische» Örganisaiion übernommen. Heute wird säst das gesamte jübtsche S,chulwerk m Palästina vom Waad Hachinuch (Erziehungsansschuß) überwacht und geleitet, d:r im Emvcrnehmen .mit dem. orihodoxeii Schalinspektorat, de» Pädagogischen Räten, beit Eltkrnversamiiilupg.n usw. ui ig ist. - . ' Das Schulwerl irmfaßt bereits verschiedineKategv'.icn..von - Anstalten. Die K i n b,c r a ii t t;C n, welche auch eme naliWtle Müsion zu erfüllen' haben, sind lustrebt, das R a t u rg e s ü h l in den Kindern zu wecken, wozu uuicc . anderen verschiedene ihrem. Alter e'iusprechende Aibe^e l dienen. Zahlreiche Stlindew sind dem Ges«ng, dem Zeichncu sv v e Arbeiten in Stroh und Papier gewidmet, welche den ästhe i-cheu Sinn der Kinder erwcckcit sollen. Selbstverständlich füllt, ecu Klnde; garten für die Belebung des -lebendige» Hebt ätsch. d:e größte Bedeutung zu- Die B o l k s s ch u l e n zerfallen in all- . gemeine und orthodoxe. Acht Volksschulen sind achlttis'ia. in Jerusalem, Jaffa und Petach-Tikwah. Den Kolon eschnl n wird besondere Fürsorge zngrwandl und jede Kolonie m t zelm Kindern hat ihren Lehrer. Die jüdischen Gegenstände nehme» im Lehrplan einen breiten Raum ein. und zwar wird Sprache, Liturgie, Bibel, Mischna, Agada, vaterländische Geschichte and Palästina-Geographie gelchrr. Auch Gartenbau urtd in den Mädchenschulen weibliche Arbeiten, in den Oberklaffen der städtischen Schulen auch das Englische haben-im Lehrplan ihren Platz. Ei» interessanlcr Besuch wurde im abgelrufenen Jahre gemacht, die Kinder zu.veil Arbecken in den Kolonien heranzuziehen: Gruppen von Knaben wurden in die nahm Kolonien gebracht, um an der M a n d e le r n t e und W e t tt It f c mitrüwirken. Sie wohnten in Zelt ui, versorgten sich selbst ihre Küche »nd hielten Nachtwache. Jn b:u orthodoxen Volksschulen ist die Stundenzahl größer und vom vierten Kurs an wird in. zehn Wochenstundrn Talmud betrieben. An Mittelschulen besteht das Gymnasium in Jaffa, jenes tu JerusaleNt und dc>S Realgymnasium in Haifa. Das .1908 entstandene Gymnasium m Jaffa zählte im adgelaufenrn Jahr außer den Vorbei eitun gsklaßen. §08 Schüler.. Das. Jnttsalsnter Gymnasium, 1909 entstartdm, wu>de während des Krieges von den Türken geschloffen und erst später wieder eröffnet und geht einer schönen Zukunft entgegen. Im Lchrpwgramm des Gymnasiums nimmt natürlich das Hebräische einen brc;t n Raum ein «nd eS wird Bibel, Literatur, jüdisch.: Geschickte und Talmud gelehrt. Der «llgrmeine Lehrplan ist de>t Schweizer Mittelschulen angepaht. Von Fremdsprachen w:rd Englisch, Französisch und Arabisch gelehrt, während das L a t e i n i s ch e in detj letzten Jahren abgeschafft »nd einerseits durch Psychojogie und Pädagogik, andererseits für scne, die sich dem Handel oder der Industrie zuwenden wollen, bin di kaufmännische Fächer ersetzt wurde. Das Gynmasimu in Iasta zerfallt in eine literarisch-pädagogische und eine technische, Selliru- Gartenbau w'rd in allen Mittelschulen betrieben, au den Mittelklassen von Jaffa wird üherdies Arbeit in H o l z gelehrt. DaS Schulwcrk umsaßt . ferner ein allgemein s u«d ein orthodoxcs Lrhrersemmac in Jcrnsütem uud eine Mädchenlehrermnenschule in Jaffa, ferner,fc-?. von Professor Schatz geleitete Kunstgewcrbeschule D e z a l c l m Jkrnsnlrm, die Musikschulen von Jaffa, Haifa »nd Jerusalem und die A <k e r b a u s ch u l c von Petach^Tikivab, schließlich Handwerksschulen in Jetusalem, Jaffa, Tlbcrias una Hebron-Hiezu kommt nochckas Blindeninstitut nvd die Dcsscrimg:- anstalt in Jerusalem, die Tierarznelschule in Jaffa und vccschiedene Abendkurse für Erwachsen'. Dte jüdischeo Schulen von" Palästina leiden tu: r de»t »ngenUgrndr» Räumlichkeiten, auch die Ausstattung nnü.das pädagogische Material lassen zu wünschen übrig, ebenso wie uch Mangel an Lehrbüchern geltend macht. Der Bericht äußert sich, mit Worte» deS Lobet über dar LchülermateriÄ. Die Schüler:

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