Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 1004 (15.11.1921)
- Date
- 1921-11-15
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
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Hk. M4mnenet »orgesKSim»- __ W. November 1921 Vt\k 8 imirnster h-em Parlament au cin^nt DCftimnttot Taga die GelegenheitWben wer^e, das.''PchlLstina-Mandat und die rüilitärische Lage in Palästina einer Dis- ^tssion ZU unterziehen. Mr. CHamberlain antwortete -im Namen des Parlaments/dchß'.vr leider nicht G.der- Lage.!sei,-'-einen Tag für' .Diskussion zu be- Him'AHst^'.7-.7''Uvf. eine Anfrage' 'Sir JoynsxmHicks' M Anterhause, pH die palästinen s."che Megieruug Mister Ru 1 tech.b e-r..g, ,:- einem russischen, Juden, eins Konj£ffum .fite bt^"Ausnützung• der Wasferkräfte erteilt yab'd, ob' ÄntzeMe anderer Firmen erhalten wurden iüchd ob es beädsichtigt fei, dieser Plan ausschließlich mit jüdischer Arbeit durchzuführen, antwortete dev Iflnterstaatssifrcktär für Kolonien 'Mc. Wvod, daß nach ejngehend.er Prüfung der Angelegenheit sowohl durch die palLstiuLttsiM Regierung als auch durch das Minisikrinm für Kowyien be schlossest üvnrde, daß die Durchführung diesesHhrnes für Palästina und feine Bevölkerung überhaupt:'vorteilhast sein werde und daß daher ein diesbezügliches Ue.hersinko'mmen mit Klg. Nütteubchrg, der im Einvernehmen mit dev zionistischen Äpganisativn zusamMnarbeitete, ab geschlossen lourLe. Angebote anderer Firmen seien nicht Vvrgelegen.nnd es scheint, daß keins andere Person, respektive'Organisation in der Lage gewesen sei, sich um eine derartige Konzession zu bewerben-, beziehungsweise eimn. solchen Plan in befriedigender. Weise durchzusjrhrrn. Be-üglich.des dritten Teiles der Anfrage sagte Mr. Wood, man könne---erwarten^ daß auch Palast inens ische Arbeiter in großer Anzahl Beschäftigung .Puden werderr. Der Interpellant wurde durch einen ' Zwischenruf eines anderen Unterhaus- Mitgliedes, Sir H. Brittoin, apostrophiert, der ihm fturief, ob es nicht „unfair" sei, anzudeuten, daß ein Jude-nicht dasselbe Recht auf eine Konzession in Palästina wie jedex andere habe. , Jerusalem, 12. November. (Jüd. Korr--Bur.) Die palaftinensifche Regierung hat die Pläne der von ihr. einge fehlen Fachkommission für die neuartige Wasserverforgung Jerusalems angenommen. Die Ausgaben, zur Durchführung dieser Pläne werden sich auf 15.000 englische Pfund belaufen. London, 13.. November. Der der englischen Regierung nahestehende „Daily CHrvnicle" befaßt sich an leitender'Stelle, minder Verleihung der Konzessionen an hie Zionisten für die ElMn fizierung des Jordan-Tales und drückt dabei seine große Zufriedenheit über die guten Beispiele, mit denen jdis Zio nisten vorangehen, aus. Die Leistungen der Zionisten ouf diesem- Gebiete werden dein ganzen Lande einschließlich der' arabischen Bevölkerung großen Nutzen bringen.' ' Die ««»iiche Dele»«««« h«t b«i»e* »fftziele» Ctz«r«kter. . London, 12. Noveml>er. (Jüd. Korr.-Bur.) Auf eine Anfrage Colonel Wedgwoods im Unterhanse, ob das Kolvnialministerium wisse, wer die Kosten der arabischen Delegation decke, antwortete Mr. Wood, er habe keine genauen Informationen darüber. Uebri- Ms wisse der Interpellant, baß dies keine offizielle 'Delegation sei. Pogrome in Kurdistan. Lottdo«, 13. November. (Jüd. Korr.-Bur.) Der hier eingelroffenen letzte» Nummer von »I s r a e 1's M e s seng er" aus S h angHai zufolge hat in Kurdistan ein schrecklicher Judenpogrom stattgefvnden. Der Hunger hat die wilden Instinkte der dortigen Bevölkerung i»s Ungeheuerliche gesteigert und sie warfen sich zunächst überall auf die jüdische Bevölkerung, hie massenhaft in der Richtung nach Bagdad flicht und in der Mehrzahl uriterwtß» zugrunde geht. Die Lase der Juden in Algier «nd Tunis. Pari», 11. Novnxbrr (Jü>. Korr.-Bkr.) ,H u « a «i 1 ia belaßt sich mit brr p»Ütische» L«,e in A l - \ 11 und Tunis, wo «ebe» dm viele» Zeh»fansrnde» ei»»ebore»rr Jade» auch über 7<U00 »atnralifiette frcmioWAe Jaden lebt«. Die Regierung und dir Europäer behandeln die einheimische Bevölkerung, tmmirter auch die emgeborenrn Jude», sehr roh r»d lafie» ihre Nednlegmheit dm Emhem schea ße,e»üter brutal »alten, "idem sie d esr als «inderwerüge Rasse betrachten. Der Anti» r'emir^muS rst zwar ne ttc letznn Zeit ziemlich eingedämmt «ad Kal de» Anscheiv. als »en» er i» Degress wäre |« verleb«,»de«. Er sei aber verfrüht, vom -anzüche» Aufhörm deS A n t ii erniti - m v S m jenen Ländern za sprecht», rS sei diklmehr h:e Ge'ahr eines maes AasflamenenS z« desürchtm. Die »«rrtk«»ischr« I«de« And tzte W«sh1«gt»»er Konferrnz, Rew-Aork, 12. November. (Jüd. Korr.-Bur.) Dis Bewegung unter den amerikanischen Juden, die Judenfrags vor die Abrüstungskonferenz in Washington zu bringen, zieht täglich größere Kreise um sich. Die Union der amerikanisch-jüdischen Kongregationen hat beschlossen, diese Bewegung irr jeder Hinsicht zu fördern. Mr. Simon Uolf» Vorsitzender des Komitees für Zivilrecht in den Bereinigten Staaten, hat sich bereits mit dem Staatsdepartement in Verbindung gesetzt, um das Erscheinen einer Deputation prominenter Juden vor die Konferenz in die Wege zu leiten. Bloß Mr. Lewis 'Marshall äußerte sich in einer Unterredung gegLN den ganzen Plan, .da dir Konferenz, mit. jüdischen Angelegenheiten nichts zu schassen habe, umsomehr als Rußland und die Ukraine in ihr nicht vertreten sind, bei deren Vertretern allein man gegen die grausamen Pogrom« an.unseren Brüvern und Schwestern Protest hätte einlegirn können. Die Ansicht Marshalls hat in den jüdischen Kreisen Amerikas großes Mißfallen hervorgerufen. Inland. Eine «eue Kreditermächtigungsvsrlsge. Wie wir erfahren, wirb der Finanzminister dernniiufl der Nationalversammlung eine neue Kredite r m ach ti gun g s v o rl a ge unterbreiten. Das Ausmaß des zu bewilligenden Kredits steht noch nicht fest. Gutem Vernehmen nach dürste es sich um einen Betrag von 40 bis 50 Millionen Kronen handeln. Die i« Oedentzarg. Me Personen, ohne llnterschied des Geschlechtes, die am 1. Jänarr 1921 das 20. Lebensjahr erreicht hatten und die in den Abslimmrmgsgemrinden Ordenbarg mit Brennberg, Sgendorf, Gwß-Zinkvndorf, Harkau, Holling, Kohlenhos, Wandorf und Wolfs geboren »der dahin zustänörg sind oder dort ihre» Wohnsitz hatten, und die jetzt außerhalb dieser Gemeinden sich aufhaltrn, toerd-en hiemit aufgefordert, sich ungesäumt persönlich oder schriftlich mittels Eilbriefes beim Oedenburger Heimatdienst, Wien, 3. Bezirk. Marxergasfe 3, 1. Stock, zu melden. Dokumente wie Heimaischein, Trauschein usw. sind mitzubringen. Diejerngen Personen, die sich augenblicklich in Wiener-Neustadt und Umgebung aufhaltm, wollen diese Meldung ber der Arbeitsstelle in Wiener-Neustadt, Frauengasse 14, vornehmen. Oebenburg hatte im Jahre 1650 unter 13.883 Einwohnerin nur drei Prozent Magyaren. Seit dem Jahre 1880 weisen die ungarischen Statistiken st'igmde magha liche Mnderheitrn auf, wähwnd der Anteil drr Deutschrn stationär blieb. Gegenwärtig zählt Oebenburg 17.300 Deutsche (51 Prozent) und 17.1000 Magyaren (50 Prozent). Ab,e»rd«eter Ottokar Czerni« über die Lage. In einer Dähleivtrsammly^g. des IV. Bezirkes sprach Freitag der Abgeardnete Cr ernin Über die Lase. Er befaßte sich v»rnst mit den letztr» Bsrgänsrn i« Parlament und dir Abstimmung über das SchulaafsrchLSgesetz und mativiette seine« Standpunkt, welcher die Aufrechterh»ltu»a deS ReichSv-lksschirlkiesetzeverlangt nud sich gegen die Verdrängung des reliWölen Unterrichts wendet, er prlemisier'e ssdann ,egm die Sozialdemskrate«, welche eine separate Abstimm uns über de» jüdischen R e l. i g i v « S v e r 1 r e t e r in den Stadtschulrat erzwangm, le?i,lich um die Christlichsspalen zu veranlaßen, für de» Rabbiner z« stimme«. ES sei traurig, daß eine große Parni Zritund Lnst für solche Schrrre findet, wahrend daS Vaterland rugrunde geht »nd Tausende hungern. Sedonn besprach Redner dos Finan.zprogramm Doktor Gürtlers. D,e Rettung Oesterreichs sei nicht unmösüch und d«S Preei'amm GüitlerS in vieler Beriehans vnniinstig und gesund. Die große Frage sei n»r, ob die Regierung stark genug ist daS Pragramm durch-u'etzm und da seien allkibmgs «och große Zw-nsel berechtigt. Ich «laube nicht an eine sachliche Oppofitio« der Soziatd'Mvkratre, meinte der Redner. Ich we.ß nicht, ob dicke Reformen ohne gemeinsame Arb-it möglich smd.und eine Konzentration, um den bedrohtcn Staat z» rette», wolle« die Sozialdemokraten a«S pattnpolitischm Gründen nicht. __ Sie K»«fere«r »«« Portsrose. «tntg««g i» der Frwze des «agenpacks. Psrtsrsfe, 18. Nodemdrr. Die Berhandluageu der Konferenz von Ponorosr sind zu einem für aste beteiligten Staaten bedeutsamen Ergebnis gelangt. Zu de» schwierigste» Fragen» deren Eörtervn, in Portorose zu erwa-len war, gehörte zwerfelloS diejmige deS i» genannte» gemeinsame» Frblparkk. ES ist «u« endlich dem auS Fachleuten aller sieben Nachfolgestaaten «nd Englands uno Frankreichbeklebenden Cu^omttee gelnnflr«, eine Ls uug zu finden, die dicke Schwitrigkeiten ab 1. Jänner 19t2 aus dene Wege räumt. Von diesem Zckipunkt an werden d e Wagen debisherigen »gemeinsam!« Wagenparks*, bis auf einen grriniteu Rest, nicht nur xwckchrn len Nachsolgrstaüen, sondern auch noch de« ÄltauSlande sceizügg verwendbar sein und ebenso wie alle übrigen de» enzelnen Verwaltungen gehörigen Wage» nach de» internalionalen Terki»bam«gen (Wagenübereinkomme» des BeremeS devtscher Eisenbahnverwaltunge«. internakiorrales Neberein» kommen von Etresa 1921) behandelt werden. Die Lv'ang besteht nämlich i» einer provisorischen Wagenzuweisung, deren Ausgleich »ach lechnisch nchtigm Grundsätzen durch dir rüdesten weiter fottschrritende Aufteilu«s des FahrpsrkeS im Sinne der FriedenSvrrträgr nachträglich erfolge» wird. Auch der Fortschritt der Lbrrgm Arbeit« der Transportkommstfioirne ist besvedigend «nd verspricht, bald nach Mitte November za einem Abschluß drr Derakangen der Kvnferenr zu führe». Lelegramme. Die Iio«rstische DeLegMsn irr Amerika. - 9Let»-Psrk, 11. November. (Jüd. Korr^Bur.) Die Ankunft der zionistischen Delegation wird heute hier erwartet. Die amerikanische Judenheit hat Anstalten für einen grandiosen Empfang getcoffen. Den: Empfangskomitee, das sich aus allen Schichten der ««erikamscheu Judenheit zusvmmensetzi, siehrn Lewis, M a r f h a 1 \ und Samuel Antermeyer vor. Dem Komitee gehören auch an: Nathan Straus. Exbotschafter E l k u s, Richter D a n n e n b a u n% Harry Fischel, Adolf Kraus. Adolf L e rv i f o v., Dr. I. L. M a - nu s, Rabbi S ch u l m a n, Kongreßmann Siegel und viele andere pwmineme Persönlichkeite». die sich alle zur Begrüßung der zionistischen Delegation, im Hafen einsinden werden. In Nem-Dork selbst wird der erste vsientliche Empfang im Hotel Aslor ftattsinden. wo Samuel Untermeyer den Vorsitz führen wird. Riesige Menschen- Massen halten sich für eiue gewaltige prozionistische Demonstration am Kai bereit. Das Kereü-Hajefsod-Bureau erhielt von der „Aqmta»is" ein Radiotelegramm, wonach die j ü d is ch e n P a s s a g i e r e dieses Schiffes der zionistischen Delegatiox nach Amerika einen glänzenden Empfang an Bord bereitet haben. Dem Empfange wohnten auch Lord R i d d e! und andere Mitglieder der kriüschrn Delegation zur Pashingtoner Abrüstungskonferenz sowie Mr. Otto Schiff bei. Es wurde bei dieser Gelegenheit auch eine beträchtliche Summe für den Keren H a j e s s o d gesammelt. Im Zusammenhänge mit der Ankunft der zionistischen Delegation wurde für den 20. d. M. eine allgemeine Konferenz z i o n i st i s ch e r V o rstehe r und anderer jüdischer Organisationen nach New-Po.rk einbemfen. Es «erden Hunderte vonDele gierten erwartet, die die allgemeine Kampague für den Keren H a j e s s o b in Amerika in Flaß dringen «erden. ELA jüdLscher BerLeeLer irr NaRsens HiLfsLommLssisn. Pnris, 13. NovLmb>er. (Jüd. Korr^Bnr.) Der Vorsitzende des Jnhernationalen Roten Kreuzes und Vnrrdes-^ Präsident der Schweiz, Gustav Ador, wandte sich mr die Exekiltive der jüdischen Mlthilfskonferenz mit dem! Ersuche» um Entsendung eines jüdischen Dele-! g ie r 11 it in die von Nansen geleitete SpLzialkom>, Mission des Roten Kreuzes zur Hilfeleistung in den' rrrssischen Hungergebieten. Die Exekutiv« der jüdischen! Welthilfskvnferenz hat Kern Ersuchen stattgegebeu un^ dru Herrn A b e r s o n aus Genf züm jüdischen Per^ Lr'eter in dieser Kommission üestimmt. Der AAfstand Ln der NkraLne. BelLzern»asz«stn«d irr Kiew. Drr Ukrainische Pressedienst meldet aus Lemberg: Der ' allgemeine Angriff der ukrainischen Aufsrändischeu^ gegen Kiew hat, begonnen. Brr 'Fastow, 60 W-est von! Kiew, finden seit drei Tagen blutige Kämpfe zwischen Ukrainern! und der 45. bolschewikischen Division, ivelchd! von Wla Cerdv» zur Verteidigung Kiews abgegangen ist, statt. Berlin, 13. November. (Jüd. Korr.-Bur.) Entgsgr..^ den bisherigen Meldungen über die von den. vorrückenden! Petljura-Truppen neuveriibten Judenpogrmne .meldet das-!' hiesige „8°Uhr-B!att" aus Riga, daß diese Pogroms im. der Roten Arme e auf ihrem überstürzten Rückzug Ver-- anstaltet wurden, da die meisten kommandierenden Offiziere der Roten Armee Angehörige des früheren Zaristtscheu Ofsizierskorps sind und nun die alten Rückzugsmethrdeu au-- wenden. RekO«struktion des bulgsrischerr Ministerruws. Sosia, 14. November. Das Kabinett Alexander S t. a m b n l i j s k i wurde wegen Ermordung des 5krl2gs-. Ministers Dimitrow rekonstruiert. Innen minister Tomvw — Krieg; JustiMinister A. Radulow Inneres; der Generalankläger im Prozeß RadoflawoM und Grnosfen P. Janew — Justiz; Dizepräsidient de« Sobranje Manolvw — Eisenbahnen. Kss E«de der Ksrl-Äffäre. London, 11. November. (Reuter.) Die nngarism« Regierung erklärt sich bereit, «ine feierliche Verpflichtung ru Form eines internationalen liebereirrkomurens' mit den Mächten einzngehen, daß die habsburgische: Dynastie vom Köingsthrym a u s ge sch lo sfen Üleibe.r solle. Die Alliierten haben diesen Vorschlag ange-.s nvmw'en, da er ihnen zufriedenstellender erscheint als! irgendein bezügliches Gesetz. Die klein« Errtenbr tvrrrd« verständigt, daß der Zwischenfall damit erleb i gt sei/ B-udspest, 13- November. (Ung. Tel.-Korr.-Vur.V Ministerpräsident Bethleu erklärt^ in einem inp „Bndapesti Hirlap" veröffentlichten Jnlerviev.', die Akten in der Königsfrage seien geschlossen. Sobald' die Nationalversammlung zusammentrete, werde dm Regierung einen Gesetzentwurf über das Verbot der Propaganda in der Königsfrage nnterLreiten. Das Verhältnis zu den Nachbarstaaten werde hoffSnt-, erstklassig und bsSligsi im Warenfesiis Brüder Schiff mann II.,Ta&orstrasse 48 ■ En gros. T»üp*oM7179 m umm t-V- I ' Nsw: r' sL f'**rr^ru ■ ...