Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 996 (6.11.1921)
- Date
- 1921-11-06
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 86% known words query
- IRI
…/2979076-2979773-2980075--09297-2995532- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
M 990 seien. Vvnnlas J. -—---— Allgemein Erhöhung der Grundsteuer. In der Dienstag-Sitzung des Nationalrates wird der Vinanzmimster die Vorlage über die Erhöhung der Grundsteuer einhringrn. Es werden Zuschläge zur Grundsteuer, die im neunfachen Ausmaß bis Mitte Jänner emzuzahlen ist. eu gehoben, hie von dO bis 150"/» Progressiv steigen. Fcrmr wiro dir Erwerb st e u e r und die H a u s i e r st e u e r v. n 3 bis 30 bisher auf K 100 bis 1040 erhöht. Die R c i s e n d e nerwcrbsteuer wird von K 80 auf 9000 erhöht. Tagesbericht. Ein Sstordkomplott junger Taugenichtse. Ser Kirchendiener als Rezeptfalscher. Am 31. Oktober machte der Handrlsangesteltte Max Rosenzweig beim Kommissariat Alsergrund die Mitteilung, daß er seinem Bruder Rudolf Rofenzweig, Kirche ndtener bei den Serviten, 9. Bezirk, Servitengasse 9 wohnhaft, soeben eine Schachtel Beronalpulver abgenommen habe, die der Bruder angeblich, tags zuvor von dem Gürtlergehilfen Franz Banek Zu dem Zweck erhalien haben soll, uut gegen die Hausgehilfin Marie H. eiiu^n Mordanschlag zu unternehmen. Herr Rosenzweig gab an, daß die H. hon Banek.verführt--worden sei und er sie beseitigen wolle, um die Folgen der Verführung zu vermeiden. Die Erhebungen ergaben folgenden Sachverhalt: sDie H. hatte mit beiden Burschen intim verkehrt. Sie Mmbto, .bestimmte Anzeichen wahrzunehmen^ die darauf ^schließen ließen, daß sich die Folgen -einstellten. Sie hielt den Vairek für den Vlater des zu, erwartenden Kindes. Sie hatte sich aber in der Annahme geirrt, jllnd in dem Irrtum befangen, wollte sie dem Banek von der Wendung mitteilen; sie konnte ihn aber nicht finden. Deshalb wendete sie sich an die Eltern der Braut des Banek, die Schnjridermeisterseheleute Franz und Sofie P. Sie fragte fi; nach seinein Verbleib und erklärte ihre Frage damit, daß sie Mit Banek einige Rächte Angebracht habe und deshalb .in Gefahr sei, ihren Dienstposien zu verlieren. Davon erfuhr nun auch Banek; er war äußerst bestürzt und wendete sich an den mit ihm befreundeten 21jährigen Privatbeamten Dilhelm Rosenzweig. Banek, Rudolf und Wilhelm Rosenzweig kamen nun in einer Auskocherei in der .Grünetorgasse t9a zusammen und beratschlagten, was in. cher Sache zu unternehmen sei. -Sie wollten die bem. Banek iin .Wege.stehende H. beseitigen. Schließsich,,,,verfielen sie -- .Rudolf Roseuzweig soll, der Urheber--des Planes gewesen sein — ,§üsiden Gedanken, die H. , mit Beronal ^U - vergiften. Die. Idee wurde gleich in die Tat umgesetzt. Am 28. v. M. begaben sich die Burschen in die Feldapotheke am.Stephansplatz, um Bsronal zu kaufen. Den: Wilhelm Rösenseld hatten sein Bruder und Banek eingeredet, sie gingen zu einer Kunde Paneks, um Geld ein zu kassieren. Nach' der Angabe des Rudolf Rosenzweig, hat Banek das zum Ankäufe des Beronals erforderliche Rezept geschrieben. Er hat auf dem Rezept den Namen des . klinischen - Assistenten Dr. Fauchtinger m i ßb r a u ch t. Banek wiederum gibt an, daß Rudolf Rosenzlveigi das Rezept 'beigestellt hat. Tatsächliche hat er für Baiwks Geld zehn Pulver zu je 0,5 Gramm Beronal' in der- Apotheke, in der man die Fälschung nicht erkennen konnte, gekauft. Nach der Darstellung des Rudolf RosenzweiH soll ihn Banek angestiftet haben, der H. das 'Pulver unter der Vorspiegelung einzugeben, es enthalte ein Mittel zur Abtreibung der Leibesfrucht^ Rudolf Uosenzweig behauptet ferner, daß ihm Banek 'tM-'KonAt zg einem Briese diktiert habe, der so anssehtzns sbllte, als käme er von der H. Der Brief war lamMosellAweigs Adresse gerichtet mch in dem '.verschöbe neu Schreiben sollte die H. unter allerdings inhaltlosen Drohungen von Banek die Summe von 10.000 Kronen verlangen als Entschädigung für das an ihr begangene Unrecht. Dieser heimtückische Brief sollte dem Banek die Handhabe bieten/ gegen die H. eine Erpressungsauzeige 51t erstatten, danu^s sie auf diese Weise Unschädlich gemacht werde. Für Liesen Brief, den Rudolf, Roseirzweig dem Banek in die Hände spielte, Hchielt, Rosenfeld als Entlohnung den Nachlaß einer Schuld alt Banek in der Höhe von 300 Kroen. - , /Sv weit gingen die einander teilweise widersprechenden .Digaben der Beteiligten, als die eingehend gepflogenen Erhebungen des Kommissariats' Alsergrund einsetztien.. Feftgestellt erscheint, daß sowohl bei Rudolf Rosenzweig hgsss auch bei Banek die Idee feststand, die H.zu beseitigen. Rosenzweig fürchtete, daß die, H. ihn Um seinen Posten'bringen könnte, wenn es ihr einfiel, Begebenheiien arr die große Glocke, zu hängen, die sich vor einigen Wochen abgespielt hatten. Rudolf und Wilhelm Rosenzlveig hatten nämlich im. August f. I. mit her H. ein Gasthaus besucht und sie berauscht. In diesem Zustand nun sollen nach der Angabe des Banek bi« Brüder die H. im Srhlafzimmer des Pförtners des S,r rviten klo sters überfalle?! und an ihr ein S i t t l i ch k e i t s a t t,e n tat verübt haben. Infolge ihres Zustandes sei sich die H. gar nicht des Geschehenen bewußt geworden und so. an ihren Dienftort gebracht worden. Auf Grund des vorliegenden Datsache>lmateriats ivUrde einstweilen gegen Kudolf Rosen zweig die .Anzeige rvegen Notzucht Wiener MorzenZeiLung Mitteilmigrn aus dem Publilum. ^A80llE8A10N v. ROSENFELD (KORITSCHAN) WIEN, L, KOHLMARKT 5. KOMPLETTE BRAUTAUSSTATTUNGEN VORNEHMSTEN GENRES. PRÄMIIERT: PARIS, LONDON 1901. ' TEL. 0307. 128 ZUR VERLOBUNG meiner Cousine Fiäulein REGINE STEIN mit Herrn GERSON ABEND gratuliere ich herzlichst. 5577 JAKOB STEIN, Wien, III. Reglne Land&u Chrzanow Midi tfßsner Ja-.v-'row Verlobte . 5576 Wien, Cheschwan 5682 ZUR VERLOBUNG meines besten Freundes Herrn NAFTALl WASSNER mit Fräulein REGINE LANDAU gratuliert herzlichst HANS DACHINGER, ZUR VERMÄHLUNG 5,8 des Fräuleine SABINE ISSMANN mit Herrn MARKUS SASS übermitteln auf diesem Wege die herzlichsten Glückwünsche GABRIEL WASSER und Frau. Der Ausschuss des Akad, Vereines jüdischer Mediziner gratuliert herzlichst dem Kollegen oand. med. Rudolf Gaschke zu seiner Verlobung mit Fräulein Lilly Münz Wien, im November 1921 5573 Möbelfabrik J. Spira Feme Wi«n,VH.!8leii3nstei!ig, 1 U.3 Wohnungseinrichtungen eis (Eckß Karl Schv/eigliolarjassa) cli/eitzneti vVLrtARIAHilFERSIRA&E 105. Grösstes, bostaortiertes Lager Wiens in Teppichen, Decken. Vorhängen. Uehe würfen, Laufteppichen, Stores. DoppeJdcckea etc. Billigste Preise. £»50 iw RESTAURANT OPERER -» Wien, n., T&boratrasse 12 Erstklassige Küche / Spezialität: Täglich polnische . Hlsghe / Tokayer und Szamorodner Weine Uebernahme von Hochzeiten und Diners Grosser n. kleiner Saal für Unterhaltungen etc. zu vergeben RILL ANTEN, Perlen, Oold, Silber, Platine. Uhren kauft und verkauft 1079 (E1 | ER Rotenturmstr. 23, Mariahilferstr. 93 und versuchten Betruges und gegen Banek wegen Notzucht, versuchten Betruges und versuchter Verleitung zürn Giftmord an die Staatsanwaltschaft erstattet. Beide wurden dein Landesgericht eingeliefert. Preiserhöhung in de« graphische« Gewerbe«. Der einer neuerlichen Steigerung der Teuchpreife. , üble unerhört fortschreitende Teuerung bat die Arbd.tnchmcrchaft in den graphischen Gewerben gemungen. an die Unternehmer neuerlich die Forderung nach einer gan; bedeutenden Erhöhung zu stellen. . Die Unternehmerorganisalionen der graphischen Gewerbe (Bilchdruck', Sleindruck- und chnnigraphlsche Gewerbe) kanten der Forderung tm notwendigsten Ausmaße nach und bewilligten rnix bö^ige, bezuhnngsweise bei dem Hilfspersonal eine 75°/,ige Erhöhung auf die jetzigen Gesamtmmdestbezüge, die eine demmtjprechende Erhöhung der Druckpreise neuerdings im Gefolge hat- -Der Mörder Erzberger» verhaftet- ««d e«tspr»mge«? Gestern traf die Nachricht in Wien ein. daß einer der Mörder des deutsche» Abgeorbnetrn und früheren RecchssinentmiNtstersDr. E r z b e r g e r, Kurt T i l l e s s e »,.wahrschem° ltch in Marbach an d« Donau verhaftet «ar und enlkprchige» töv Dre. Gendarmerie m Marbach hatte einen jnngm Mann niegen Bedenllichkeit an ge halten. Der junge Mann hatte die bei Tillessen charakteristische N a r b e i m G e s i ch t e. Während der Eskorte ist der 6. Novembec 1921 Seite 5 Schulihaus „EDI“ Wien9 S-3 Tuchlauben Nr. 16 Herren«^ Damen« und Gesellschaftsschuha neuester Modelle..— Spezialität: Kinder« schuhe hygienischer Form Kultus- und Justiztalare und Barette liefert in schönster Ausführung die bekannteste Spezialfirma RUDOLF GOLKBSTFfffiB Zivi,_ und U»iformsckneider UUkU9I E,9H Wien, II., Tftbor#tr. 1« Gegründet 1866 135 Telephon 4B-6-29 Erstklassige Preise, grösster Käufer von 5550 , Perlen, Juwelen, Platin, Gold, Silber falsohe Zähne kauft von Händlern, Jnwelieren, Zahnärzten und Privaten Leitfirma Juwelier SSABINOWITSCH dS I., Mahlerstrasse Nr. 5 II., Hollandstrasse Nr.3 Telephon Nr. 8541 frühere Stephanlostrasse) Haltestelle Opemring (Telephon Nr. 46146 Zugang Karntnerstrasse Man beachte die grosse Strassenuhr Samstag geschlossen im eigenen nause Nr. 3 GRÖSSTE AUSWAHL IN LUXUS- UND* STIL- MÖBELN itf! shha WWW di 11 Ai v ||| 7il.,SBhottes|sld9.24 MASSIGE PREISE 440 | Feinste ‘ Herrengarderoben nach Mass liefern wir promptest in prima Qualität und AuiflihrunB za konkurrenzlosen Freisen. gi5t‘ Gelbard & Fürst, Wien, 11.,. 16 s, Streng rituell! . IAH \ RÖTEL RESTAURANT RtüSCHAK Vorzügliche polnisch-ungarische Küche Wein- und Bierspezialitäten » 121 Wiest, II«, Grosse Schiflgasse 3 j Bandagen u*B§a kWg,j„s,z aller Afl! adeüaubenreu^ in- und ausländ. Parfümerien kauft man billigst bei Julius Spiegel, II.,Glockengasse41 EHST GROS EXPORT EHST IDET.AX1E Nationalfondskommission fflrden fX. Bezirk I Voranatcigfc! I Sonntag den 13. November 1. J. findet im IX. Bezirk im Heimat-Kino ein { Lichtbildervortrag | statt. Die Herren Woifgang Weist und Otto Schick werden an Hand jüngster Palästina-Bilder über die Erfolge der Kolonisation des »Keren Kaiemeth l’|israel< in seinen neuen Kolonien berichten. — In den Pausen werden hebräische Gesänge unter der Leitung des Herrn Prof. Urloh zum Vortrag gelangen. ‘ 924R ■ 5 51. Wiener Erstklassige Sicherheit. — Sehr günstige Verzinsung. — Mündelsicher. — Rentensteuerfrei. — Bel ehnbar bei der Oesterreichisch- Ungarischen Bank. Kein' . J Zeichnungen unterliegen nicht der , Effekten - Umsatz - Steuer! Zeichnungäpreis: K 98*59 + 5% Stöckzinser Zsidiinungsschluss 19. November 192t 855 i mm i« StriimpfeM.Hanclscliiitiea „STRÜMPFWELT“ VII., Kirchengasse Nr. 12 (Ecke Lindengasse) sro ==»= FarnrnE 35238 D-C 72 60111^