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Wiener Morgenzeitung · 1921-11-05 · Heft 995 (5.11.1921) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 995 (5.11.1921)
Date
1921-11-05
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Leite 4 Wien. Samstag Wiener LLsrZenALiLrrrrK 5.' November 1923 Nr. 995? Fassung habe bezweck:» können. Dieser Gesetzartikel gelte wesentlich als Subsidiarrecht in Ausfüllung der Lücken ''■ec alten Verfassung angesichts der augenblicklichen Lage. Innerhalb dieser Gvrnze sei dieser Gesetzartikel absolutes Recht und müsse unbedingt respektiert werden. Dieser Respekt könne jedoch nicht so weit gehen, daß, der Gesetzartikel über die Rechtskontinuität gestellt werde. Vas daher außerhalb dieses Gebiets geschaffen werde, widerstrebe dem Rechtsempfinden des Redners, der sich -aber der weiteren Beratung entziehen müsse. Graf APP P o n h i verläßt hierauf mit ungefähr w ö l f a n deren Ab g e o rdnten den Sitzungssaal. Nachdem noch einige Redner gesprochen hatten, rr'tlärt Abgeordneter R upert, er billige die in dem Gesetzentwurf zum Ausdruck gelangten. Prinzipien, da sl* de'-' Ansicht sei, daß die > Habsbrrrger-AAen endgültig adzrrschSietzen seien. Man möge sich uicht fortwährend auf die Zwangslage berufen, da die eigentliche Zwangslage damals bestanden habe, -als man unter der Herrschaft der Habsburger Gesetze geben mußte. Er fordere die Jnartikulierung des im Fahre 1649 Won seiten des Debrecziner Parlaments ausgesprochenen Thronverlustes her Habsburger. Redner unterbreitet schließlich einen seiner Ansicht nach di« Folgen des Thronverlustes noch prägnanter zum Ausdruck bringenden Gesetzentwurf, den er an Stelle des von der Regierung unterbreiteten! Gesetzentwurfs zur Annahme empfiehlt. Nächste Sitzung morgen. Tagesordnung: Fortsetzung der heutigen Debatte. Budapest, '4. November. Während der Mde des Abgeordneten Grasen Appo n y i machte Abgeordneter Zoltan Mesko (kleine Landwirtepartei) den Zwischenruf : Der König ist mit österreichischer: u n d t - ch e ch i s ch e n Truppen nach Ungarn gekommen! Abgeordneter Szmrecsanyi erwiderte: Das ist nicht Wahr, das ist eine Lüge! Eine niederträchtige Verleumdung! Weder Tschechen noch Oesterreicher waren dabei! (Großer Lärm.) Gras Apponyi erklärte: Rach meinen Erfahrungen und Informationen von kompetenter Stelle iit an diesen Nachrichten kein wahres Wort. (Lebhafter Beifall, links großer Lärm!) Abgeordneter Szmrecsanyi rief: Es ist, eine niederträchtige Lüge! (Der Präsident ries Abgeordneten Szmrecsanyi wegen des Ausrufes zur Ordnung.) * ■- Budapest, 4. November. Da die Debatte über die Entthronungsvorlage heute nicht beendet werden konnte, wird die Dotierung der Vorlage in erster und zweiter Lesung in der morgigen Sitzung erfolgen, während für die dritte Lesung eine neuerliche Sitzung anberaumt werden muß. . Wie in parlamentarischen Kreisen verlautet, wird nnt Rücksicht darauf, daß die von der Entente gestellte Frist Montag abends abläuft, die Nationalversammlung auch am Sonntag eine Sitzung abhalten. Nach Erledigung der Vorlage wird die Regierung ihre Demission geben. Es handelt sich dabei, wie Minister Bernolak Zeitungsberichlerftattern gegenüber erklärte, nicht bloß um eine Formalität; es entspricht vielmehr den Anforderungen der Versassungsmäßigkeit, daß die Negierung die Frage der Verantwortlichkeit aufworse. Tagesbericht. $ie Maßnahmen der Regierung gegen die Teuerung. Das Bolksernährungsamt hat sich in der letzten Zeit eingehend mit der Fleischverteuerung befaßt und ist der Ansicht, daß diese Teuerung nur dadurch ausgeglichen, werden kann, daß die Zufuhren, besonders aus dem Ausland, erhöht werden. Die.sprunghafte Steigerung am Montag ist dadurch hervorgerufen worden, daß insgesamt nur 1027 Stück Rinder, davon lediglich 183 ausländischer Provenienz, aüsgetrieben wurden, wahrend die Nachfrage sehr stürmisch war. Es hat sich jedoch erwiesen, daß die Zufuhr aus dem Inland nicht so stark nachgelassen hat als die aus dem Ausland, es wird also vornehmlich letztere zu Heven sein. Auch denkt die Regierung daran, wieder ZwangSmatzttahmckr , ■>« ergre'fen und eine neue Vieh Verkehrsregelung anzustreben. DE Absperrungen der Länder finb meist unter dem Druck oe'.' Konsumenten selbst erzwungen, da diese das Vieh nicht ou-führen lassen, sondern die Ausfuhr mit Brachialgewalt verhindern. Besser««- der Kartoffelzuführen. In der nächsten Zeit, vielleicht schon heute, ist nach am», lichen Mitteilungen eine BesferungderKartivffel- Versorgung zu erwarten. Es ist gelurrgen, nicht nur polnische, sonder« auch deutsche Kartoffeln für Wien zu lausen. Diese Kartoffeln befinden sich bereits im Auvvllen. Weiter ist es in "Linz gelungen, eüva 900 Waggons Kart-oMn für Wien zu sichern, die ebenfalls bereits in den allernächsten Tagen eürtreffm werden. Durch die Herkunft der Kartoffeln ist auch eine Gewähr dafür gegebendaß der Preis nicht ittzu hoch sein werbe. Teuer««-der Fette. Pflanzenfette und Margarine werde« in der nächsten Woche eine neuerliche Preissteigerung erfahren. Pflanzenfett Mitteilmigm ans dem Publikum. Di*. Nahum Blauer Gisela Blauer geb. Hornberg danken auf diesem Wege allen Freunden und Bekannten für die ihnen anlässlich ihrer Vermählung erwiesenen Aufmerksamkeiten __ 55,69_ Der Ausschuss des Akad. Vereines jüdischer Mediziner gratuliert herzlichst dem Kollegen cand. med. Rudolf Gaschke zu seiner Verlobung mit Fräulein fflfexi ftSünz - Wien* im November 1921 üS?3 W8©ses Brandes umd Frssu laden alle Verwandten und Bekannten zur nb'rr rms ihres Sohnes, welche morgen, Sonntag, den 6. November!.!, um 12 Uhr mittags inrSaale der Lücina, Wien, X., Knöllgasse 20, stattfindet 5367 Streng rituell! aanw HOTEL RESTAMNT BM1ÜM Vorzügliche polnisch-ungarische Küche Wein- und Bierspezialitäten 121 Wieai* II«, Grösse ScMßgasse 3 MMWeWsWsMMWWiMM II., Stnwerilra?s8 t (Cafri YenodlgV Samstag den ,12 d. M. in den Lokalitäten des Cafd Venedig, Ii., Stuwerstrasse 1 mit anschliessender Tanzunterhaltusag Einige beliebte jüdische Kräfte wirken mit. Schönheitskonkurrenz, Juxpost, KonfettiündSerpentinenschlacht. Grosse Ueberraschungent Karten im Vorverkaaf K100, an der Kasse K 180. —^Beginn 8 Uhr abends, Ende 2 übr morgens. — Kinder haben keinen Zutritt! — Vorrerkaufskarten bei sämtlichen Mitgliedern erhältlich, 8574 wieder Echte Jägerwäsche Albert HSatzner, Wien, I., Kohlmessergasse 8; tft Ton'nen wird' künftig per Ration Kr. 73.20, in Tabletten Kr.. .74.—, Margarine Kr. 69.— kosten. STRUMPFWELT1 VII., Kirchengasse Nr. 12 (Ecke Lindengasse) sso --------- Fernruf 35238 ------- Die neuen Steuern nnd die neue« StenererhShnngen. Stadtrat Brei t n e t erklärte in der gestrigen Sitzung des Wiener Landtages, wie wir an anderer Stelle berichten, daß die Erhöhung per Lustbarkeitssteuer nur der Vorbote neuer Stenern und Steuererhöhungen sein werde. Wie wir von maßgebender Seite erfahren, handeltes sich um eine neue Ges ch äftsübe rtra gungs-, Inseraten- und G el d u m s a tz st e u e r. Außerdem sollen die städtischen Steuern, die nach fixen- Sätzen bemessen werden, eine Erhöhung erfahren, und zwar handelt es sich da um die Automobil-, Getränke- und Hundesteuer sowie jtm. tzie H-auspersonalqbgabe. Neuerliche Bandenangrifle. Wien, 4. November. Amtlich wird gemeldet: Gestern abends wurde von unseren Vorposten nächst der Eisenbahnbrücke bei Neudörfel eine ungarische Bandenpatrouille durch Feuer vertrieben. Kurz daraus griff eine starke ungarische Bande unsere Vorposten an. Der Angriff wurde abgewiesen; hiebei wurde Wehr-! mann Schmützberger durch einen Schuß am Schenkel verwundet. _ Scheckbetrug durch einen falschen Geschöftsdiener. Arg hineingefallen ist ein Bankhaus in bleu Inneren! Stadt, das einen gefälschten Scheck mit fast einer halben Million Kronen honoriert hat. Der Gauner, der de» Streich verübte, hat sich eines jungen Burschen bedient,! der die Kappe eines Geschäftsdieners trug. '! Wir erfahren darüber solg-rndes: Am 29. Oktoberwurde - «in hiesiges Bankhaus telephonisch angerufen.' Die Stimme am Telephon stellte sich als Inhaber rinevbenachbarten großen Wäschefirma vor und fragte an/ ob die.Firma bei dem Bankhaus 10.000 tlschse-chisch^ Kronen erhalten könn-r. Auf die bejahende Antwort, wurde bald darauf wieder angrrufen, und auf eine diesbezügliche Aragj» wurde eröffnet, daß dazu 430.00V österreichische Kron-en erforderlich feien. Auf die Frage, ob Bargeld oder ein ' Scheck erforderlich sei, wurdedie -lntwort zuteil, Bargeld ivixm wohl lieber, aber. ein Scheck genügt:; da erwidert die Stimme, ein Lauf-, bursche der Firma werde bald erscheinen und den Scheck im Kuvert bringen. Es wurde auch ersucht, das Geld am Kuvert zu übergeben, damit der Wschäftsdieuernichr wisse, um welche SuinE es sich handle. Tatsächlich kam auch bald darauf ein junger. Bursche von 16 bis 1.8. Jahren, der eirve Geschüftsdienerkappe mit der Aufschrift des Geschäfts trüg. Er bekam .die 10.000 tschechischen Kronen in geflossenem Kuvert und übergab, dafür, gleichfalls itl einem geschlossenen. Kuvert, einen Scheck der Anglo-österreichischen Bank, Filiale Kärtnerstraße, auf 430.000 Kronen. Der Sichech trug die Nummer 4700. Als dann, das Bankhaus das'' Inka sso bei der Llng loban k-Filiale durch führen wollte, i erfuhr es, daß auf.. diese ScheMummer kein Konto! erliege, das der Wäschesirma gehört: Bet näherer Be-' sichtigung des Scheckformulars ivurde firstgestellt, daß! an der Nummer radiert worden ist. - Die Nummer hat! ursprünglich „4700" .' geläutet. Dadurch.war es möglich^ zu ermitteln, wer der Kontoinhaber war. Ex ist der! am 20. Dezember 1900 geborene angebliche Kaufmann! Siegfried Held,. Solch eines Schneidermeisters, 6.Be-! zirk, Capistrangasse 3 wohnhaft. Die weiteren Erhebung gen bestärkten den Verdacht, daß Held selbst der Fälscher' ist., Er ist flüchtig; auf seine Ergreifung sind ,!10 Pro-! zent der zu stand egebrach teil Summe als Belohnung auZ.-' gesetzt. * Die Rsncherkarte bleibt. Dem Vernehmen nach cntsprechen die Gerüchte über eine bevorstehende Auslastung der Rauchetkarle für das Jahr 1922 nicht dm Tatsachen. Die Raucherkarlen für 1322 find vielmehr bereits ferttggedruckt und lvetdt'ü, wie alljährlich. Ende dieses Jahres in den Trafiken auSaegeben werden. Durch di; in emigen Monaten im Wiener Arsenal in Betrieb kommende neue Tabakfabrik dürste der volle Jahrcsbedarf an Zigaretten und Tabaken gedeckt werden und durch die . Freigabe einiger Agar «itens orten, -munter auch die der ungarischen Zigarette, den stärkeren' Rauchern die Möglichkeit gegeben werden, ilneir Mehrbedarf restlos in den Trafiken zu decken. Ber den Zigarren ist die Situation ungünstiger. Die neue Virginierfabrik m Stein dürfte wohl zu Anfang des nächsten Jahres in Betrieb kommen, dock benötigt die Erzeugung. Ablagerung nsw. bis zum Veischlciß mindestens zwölf Monate. * Für das Esperanto. Der Jnlerngtionationale Bund zur Verteidigung der Völkerrechte (Ligue Internationale ppur la D4fense des Droits des Peuples) heichloß als Ergebnis der Verhandlungen auf fe>nem kürzlich m Genf abgehaltcnm Kongreß folgendes: 1. Der Internationale Bund znr VerteidioML der Völkerrechte nimmt in seine Stalutcn folgenden § 10 auf: „Die offiziellen Sprachen des Bundes und seiner internationalen Kongresse find die neutrale Hilfsivrache Esperanto und Franzöfisch." 2. In dem offiziellen Organ des Bundes wird «an beständlg über Esperan!» berichten und allen wichngen Ariifiln ein Resnmö in Esveranto bc'geben. 3. Der Bund hat ein besonderes Esperanto-Sekretariat. Die Endresolulion wurde wie folgt festgesetzt: Der Kongreß für die Völkerrechte stellt fest, daß das jetzt im internationalen Verkehr berrschence Svrachenregime weit davon enttemt ist, jenes Höchstmaß vraktlscher Zweckmäßigkeit und der Gleichheit - aller zu tztwäbileisten, welches äußerst wünschenswert.wäre, nnd forbett vom Völkerbund, er möge baldigst seinen Mitgliedern die stufenweise Einführung von Esveranto in deren öffentlichen Schulen als Hilfssprache empfehlen, welche den unmittelbaren Verkehr der Völker untereinander und deren Kontrolle der internationale« Beziehungen erleichtert. * Feftakademie des Gfra. Der neue jüdische Unterstützungsverem Ena bat bereits mehrere hunderttausend Kronen verteilt und täglich laufen noch Unterstützungsgesuche ein. Das Bestreben des Bereencs geht dahin, die Hilfsaktion auf sämtliche Wiener Bezirke auszudehnen und in denselben Zweigstellen zu errichten. Da ec sich besten bewußt ist, daß dm durch den Krieg und seinen Rackwirknugen wirtschaftlich geschädiglm Juden mit Almosen auf die Dauer nicht zu helfen ist. bemüht er, sich, durch Gründung von Institutionen, wie Volksküchen, Lesehallen, K r e d c t g e w a hr u n g ustv-, ein kultursoziafis Werk zu schaffen, das der gegenseitigen HiUe dienen soll. Die vom Propagandaausichuß lObmann D. Grünberg) ins Leben gerufene Jugcndgrnppe veranstaltet am 12. d. M. um 8Ubr abendö m den Lokalitäten des Gaf6 Venedig, U.» Stuwerstraße 1. ihre erste Akademie, deren Reingewinn dem llnterstützungswnds zufließen wird. Mit Rücksicht aui die Mitwirknug erster Kräfte und dm löblichen Zweck ist auf Massenbesuch zu rechnen. * Iubllam». Das Vorstandsmitglied des Kanlorenvereins Kantor Heinrich Kühner feiert am 12. d. M. sein fünf* nndzwanziojährige- KantormjubilLvm, gleichzeitig seine silberne tochzeit. Gleichreit'q sind eS fünfzehn Jahre, seit der Jubilar im empel deS Xlll. Bezirkes wirkt. * Sie Forde*«»-«» de* Lehrer an der Talmnd- Thora ^chnle dewi-t-t. Wie uns mitaeteilt wird, sind die Forderungm der Lehrer au der Talmud-Thopa-Bolksschnle, U., Moderne Wintersfeffe beste Qualität am Karl SchwaPZ & Ceünstigsten bei VL, Windmublgasse Nr. 2 00641357

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