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Wiener Morgenzeitung · 1921-11-03 · Heft 993 (3.11.1921) · p. Seite 2

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 993 (3.11.1921)
Date
1921-11-03
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 Wien. Donnerstag -- "" —. 1 - "" ' sehr zu. fürchten, daß diesr Truppen wieder au-:' Magyaren bestehen werden. Unter diesen Umständen ist es verständlich, daß die österreichischen Sozialdemokraten ihre Bespr.'chnngen rnrt den Sozialdemokraten itt der Tschecho-S!ow>: kei sor.s/hcn. Diese Besprechungen, die gegenwärtig durch Dr. Nenner und El der sch in Prag geführt werden, wurden gestern nnch auf Herrn Kunfe, den Führer der ungarischen Sozialisten in Wien, ausgedehnt. Bela Linder, der gewesene Bürgermeister von Fünskirchen, der in Belgrad wellt, bemüht sich, eine Aussprache der jugoslawischen Regierung.mit dem Grasen Michael Karoly: herbeizusühren. Die blonden AnrKZonerr der weftungarrscherr Banden. Das in Oedenburg erscheinende Blatt „Sopronvarmegye" schildert die Vorgänge während der Putschtage, den Ausmarsch der Karl-Truppen und dann den neuerlichen Einmarsch der Banden. „Es war vormittags halb 11 Uhr"' — schreibt das Blatt — „Sensation» Nachricht w. durch schwirrten die Stadt, die Osztenburg-Truppeu waren weiter gezogen,/' wir liefen ans Telephon, es war plötzlich abermals außer Funktion. Wir rannten zur Post. .Das Postgebände wurde eben, als wir hinkamen, von einer Abteilung, halb in Zivil, halb militärisch unisorniiert, mit Gewehren, Bajonetten und: Handgranaten bewaffnet, besetzt. Es waren w e sk'un g a r i s ch e Aufständische, wie sie von denen beschrieben wurden, die in der A-Zone wiederholt herumkamen. Eine größere Truppe nahm vor dem Komitatshaus Ausstellung, zu Fuß und zu Pferd, postierte ihre.Wachtposten und' Patrouillen und zog in das Komitatshaus ein. Ihr Wage-nlagsr nahm an verschiedenen Orten Aufstellung. Lebhaftes Aussehen erregten die unter den kriegerischen jungen Leuten befindlichen weiblichen Aufständischen in Stiefeln, Pelzrock und völlig bewaffnet, mit dem betyarisch aufge selten Auto Helm. Diese blondlockigen A m a z o n e n milderten den fürchterlichen Eindruck der bewaffneten Armada. Pstttische^Rrrndschau. Die Koxserenz in Washington und die Judenfrage. Paris, 1. November. (Telegramm der „Wiener Morgenzestung".) In emer Erklärung über dre Konferen; vor Preffeoertretern kam der Staatssekretär der Vereinigten Staaten, Hughes, auch aus die I u d e n f r a g c zu sprechen. Unter Hinweis auf verfchiesrue Meldungen, nach welchen von einflußreichen jüdischen Pe söulichkeneu die Bwarstlung der Judenirage auf der Konferenz dmchgesetzt worden lein 'oll, sagte HugheS. daß diese Gerüchre unwahr seren. Dre Konferenz wird weder über die Gleichstellnug der Inden, noch auch über tat Schicksal anderer Miurnitätsoölker verhandeln. Bei dieser Gelcgmhcst dementierte der Staats'ekrerär entschieden die Nachrrch-en, daß D e u t s ch» l« » d in ofisiellcr oder »ichtoifizrellec Form den Beratungen rugezogen w rd. 11' Der polnisch-tschechische Handelsvertrag unterfertigt. Der Prager „Vrnkov* meldet aus Warschau: Minister des Neußern S k i r m u n t hrbe im Außeuausschuß des Parlaments erklärt» daß der einstwellige polnisch-tschecho-ttowakilche Handelsdrrtrag bereits unterschrieben sei, jeioch erst nach Abschluß des politischen Ueberer nkommens zwischen beiden Staaten in Kraft treten werde. Den polnischen Blätier« zufolge soll dieses politische Abkommen folgende drei Bedmgnngrn enthalteu: 1. Die gegenseitige wohlwollende Neutralität für de» Fall eines Angriffes seitens einer benachbarten Macht. 2. Freiheit des MunrtionstranSporteS über dir Grenze. 3. Emsetzun» einer gemrschten Kommission zur Regelung derFragr der Minoritäten. Zur Meldung über die hent ge Ankunft des polnische» Ministers des Aeußeru in Prag bemertt der ,Venkov*, daß dieser wichtige Besuch wahrscheinlich den Abschluß der politischen Brrhandlunge» zwischen Polen nnd der Tscheche-Slowakei bedeutet. Eine Konferenz der rnfstschen Siandftaate«. M»aka», 2. November. (Fnnkspruch.) In Riga wurde am LS. v. M. eine Konferenz von Vertretern Rußlands, Finnlands, Estlands, Lettlands und LrtauenS eröffnet. Das Programm umfaßt eine Reihe von wirtschasrlichcn und finanziellen Fragen. Die Inden in Sowjetrutzland. EiirNeSnttg der Tätt-Keit de» „Jot«t". Aus New-Iork berichtet das „Jüd. Karr.-Bur.": Einer Mitteilung des Joint Distribution Committees zufolge wird die Hilfstätigkeit dieser Organisation in Sowjetrutzland fortab ausschließlich von der Hoover- Kornmission und der Society of Friends -ausgeführt wer"c i. Zn d'efem Zwecke seien bereits 700.000Dollar bestimmt worden. Der Hooverschen Kommission sei Mr. Joseph Nos e'n als fpe^^ller Vortreter des „Joint" Wgeteilt worden. Er habe sich bereits nach Moskau begeben. _j ■ i , Die jüdische Auswanderung Der Berliner D. ^reter des Jüdischen Gejellschaftt..[:: das das Hilfswerk zugunsten der Pogromgelittenen in Sowjetrußland und der Ukraine leitet. ö«i»;aubigte offiziell oas 33ui’:au des Vereinigten jüdischen Emigrationskomitees, baß die Sowjetvrgierung mit de-r Re gistrie»ung derjenlgrn jüdischen Familre-n, weW auszawcmdern beabsichtigsn, bereits be- W ener Morgv'nzerrung gönnen habe. Der Registr'.ernnU werden--alle nnter-- zo^en irrrben, le'-en Nächste 'Verwandten naturalisierte StaatSbü.st'c7 der Vereinigten,- .-Siaabrn, von Kanada, begehnrrgsn-eise von anderen. Ländern find, wohin sie ausznwandern Leab sichtigen.. Hilfe für Die Ukrainischen Heimlofen. P^rls, 1. Novcrnber. (Jüd. Korr.--Bnr/> Das Erekutivloinitee der jüdische:: W e l t h i l f s fo n s e r e n z bat in seiner letzten Sitzung weitere 15.000 Iran.cs für die Ukrp-i'ner-§wmi'ees inLewberg, Kowel, Warschaü und 'Kowno nnd außerdem 6000 .Francs ^ein Arbeiterimmigrationsvccband'in Warschau für ein don: Verband ccö'.n-'.es Anihnlatorium angewieftn. '^/ ZttlKNd. . /Die Kredithilfe für Oesterreich. Eine Zusage ValisurS. London. 2. November. Der ößeiieichifche Gesandte in London. F r a n ck e n st e i n, Hütte »it B a l f o u r, dem Fühier-der vrliickn: Anordnung für die Wasiüvgtoner Konstnnz. kurz vor desstn Abrc se eine längere Unterredung übcr die allgemeMe Lage Oesterreichs und >.m besonderen Der d e Nouvendig« keit etrer baldig e n K r e d r t h i l s e. Der Geiavdre empfina im Lause der Nuierrevung die Zusicheung Balfours. daß rie'er sich beso^dns für dir rasche Erledigung drr letzte!en Frage in.W sh ngtin emsrtzen werde. Nicht ««»kneifen! Das „Reichspost"-Abendblatt vom Mittwoch orakelt: „Zwischen der entsetzlichen Berteueruerg aller Bedarfsartikel und der beginnenden Erfüllung der im sozialdemokratischen „Finanzplan" erhobener': Forderungen besteht der allerengste Zusammenhang. Wze seinerzeit dis marxistische Berbraucherdemagogie die so verhängnisvoll gewordene Zuschußwirtschaft erzwungen hat, so gehört auch der plötzliche radikale „Abbau", der wie ein Schnitt mit dem Rasiermesser wirkt, zu den Lieblingsvorsielluugeu der roten „Sariierer". Mit Verlaub! Dre Verantwortung für die jetzige Finanzpolitik trägt ausschließlich' der "christlichsoziale Minister Dr. Gürtler. Er allein hat über Durchführung oder Ablehnung von Fmanzplanen, mögen sie von wen: immer stammen, zu ewscheiden und für die Folgen seiner Entscheidungen emzustehen. Es mag Mut dazu gehört haben, sich in das Nesselbeet des österreichischen Finanzressorts zu setzen, und die christlzchsoziale Parier hat die öffentliche Anerkennung für diesen Mut laut genug für sich reklamiert. Mit dieser Hrldenpose steht der zitierte Abwälzungsversuch der Verantwortung auf die Opposition km/ kläglichsten^ Kontrast. __ Da» Abkommen von Venedig. Dre Verwaltungsstelle für bas Burgenlanb hat in ihrer Sitzung am 31. Oktober über die Ergebnisse der rn Venedig abgehaltenen Besprechungen verhandelt. Uebereinstimmend wurde der Ueberraschung Ausdruck gegeben:, baß die Entente selbst unter Führuurg Italiens ihre Hand dazu geboten hat, die von rhr hoch gehaltenen Staatsverträge von Saint-Germarn und Trianon in wichtigen Punkten zu durchbrechen. Vor allem handelt es sich um die durch die Abtretung von Oedenburg eröfsnete Mvglichkeit, daß künftig auch dre Bahnverbindmtg Preßburg—Oedenburg— Groß-Zmkendorf über ungarisches Gebiet führe. Was die Abstimmung selbst betrifft, so zeigt sich schon jetzt immer deutlicher, daß die öffentliche Meinung recht gehabt hat, als sie der ganzen Veranstaltung den nötigen Ernst abgesprochen hat. In Oedenburg besteht eine förmliche Fabrrk zur Erzeugung falscher Hei matscheine. Unter Androhung schwerster Unbilden, wie Brandlegung, Bedrohung der versönlichen Sicher heir und dergleichen, wird der deutschen Bevölkerung von Amtsorganen die Absttmmung für Ungarn Efgezwungen. Oesterreich habe dabe: nicht die geringste Möglichkeit, seinerseits die Bevölkerung aufzuklären, weil die Grenze gesperrt ist und bas ganze Abstimmungsgebiet unter dem unerträglichen Druck der Banden stehe. Die Verwaltungsstelle Mlangt daher von der Bundesregierung imb von dem Nationalrat, daß sie, sofern keine durchgreifende Verbesserung der Abstimmungsbedingungen durchzuführen wäre, die Berembarungen von Venedig ablehne.. Christlich-deutsche P-litik. Dem „Deutschen Bvlksblatt" ging aus Oedenburg folgende Zuschrift zu: ,Melen Qualen ,md Drcmgfalierunger: ausgesetzt, sehen wir uns veranlaßt, unseren Notschrer ii: die Welt hinauszurusen. Die Qualei:, die uns von den Freüschärlerbanden auferlegt werden, sind fast unerträglich; wir müssen sie mit allen erforderlichen Lebensmitteln versorg«: und alles nötige Fuhrwerk und Bespanrmng bereitstellen, alles ohne einen Heller Vergütung. Die Banden leben in Saus und Braus, ein gewöhnlicher Bvatm ist ihnen zu minder, es wird Gänsebraten verlangt. Wenn sie von einem Ort zum anderen fahre:: oder reitm, si> geht es mitten Lurch die Felder. Niemand darf sich auch nur im geringsten über etwas äußern, sonst bekommt er 25 Stockhiebe. Wir müssen albe Welt fragen: Hat ein unschuldiges, wehrloses Volk diese Qual«« verdient? Wenn diese Lage lange andauert, sind wir dem Ruin preisgegeben." Der Verfasser dieses Hilferufes, der als ,<etn Burgesvlänber aus der Umgebung Oedenburgs" zeichnet, bürste über die Antwort, die chm aus dm. Kroijm zntvL wird, aus dse 3. November.1921 ' Nr. 993\ er seine Hosianng setzte, ci.ligermaßen -erstaunt sein. Zum Wortführer^dieses Kreises warf sich Herr Dr. Rieht auf, der einer nationalsozialistischen Bertrauensmännerversammlung, eine Resolution vlS^legte,/in'di:r "das „Geschveck" gegen beit | ungarischen Mklisirrismus uüd dessen Gewaltherrschaft als! t ä ch e r l: ch gcbrandmarkt 'und pathetisch ausgeruseu wird:! „Traurig genug, daß die arischen Völker und gege»: ihr! nationales Interesse sogar die deutsche,: Parteien sich arglos. in der: Darrst des Judentums stellen. Die nichtjüdische Bec völkerung wird ernstlich aufgefordert, etidlich drin Trenttungsmanövern der Inden nicht länger auf den Leun zu gehen." Hoffentlich.: ist der - beim „Deutschen -Dylksblatt^ Hilfe- - suchende Brrrgenländer nicht chegrifsttützig/und/läßt sich be- / lehren, daß seine Landsleute nicht, wie er in unbegreiflicher - Verblendung gewähnt hat, Märtyrer bethyarischer Bar:oen,1 sondern Opfer eines jüdischen Kesseltreibens gegenHorthy-, Ungarn sind. Er muß das umso eher einsehen, als diese! Auffassung Dr. Riehls von sämtlichen antisemitischen Blättern' Wiens geteilt wird. Daß die christlich soziale Presse über den: Verrat Horthys an: Hause Habsburg so rasch den Mantel' christlichen Vergebens breitet und die gestem mit dep: Bannstrahl Gerichteten heute -liebevoll in Schutz nimmt, ist nicht venvunderlich. Für die Klerikalen war ja der 51ar'lismü's nicht Selbstzweck, sondern nur eines der geheiligten Mittel zur Erstarkung/des kirchlichen Einflusses. Vom Standpunkt dieser Politik wäre es gefährlich,' sich an eist Mittel ' zu klammern, das wohl endgültig erledigt ist. . Zum Glück ist die chriftlichnationale Ideein U-ngarn nicht ganz. und gar mit dem Exherrscherpaar persönlich verknüpft. Auch Horthy regiert „im Zeichen des Kreuzes" und das- Kastriermessey der Hejjas und Pvonays ist. schließlich keino Mchristlrcher« / Waffe der streitbaren Kirche, als es hi« Scheiterhaufen "'dev Inquisition waren. Möge»: unter den Exzessen der bethya-/ rischen Flagellanten rmd Geißler — Laß dies« jetzt nicht sich selbst, sonderri nur die anderen geißeln, Ist-der einzige.-- Fortschritt gegenüber dem finstern Mittelalter — auch deutsche Christen leiden — das ficht die glaubensstarke»: Macher der christlichdeutschen Politik in Oesterreich nur wenig an. Wer-- wunderlich ist nur, daß auch die Großdeirtschetr -ins selbe Hornstoßen, die noch vor wenig Tagen mit pathetischen Worten ihren 'Willen in die Welt posaunten, di« österreichische Nepu-, blik „Schulter an Schulter mit der Arbeiterschaft" zn verteidigen. Damals erÄärten sie-die Reftauration der ehe- , maligen Donautnonarchre als größtes Unglück für das seiner, Eintgimg zustrebende'Deutschtum, heute werfe»: sie sich plötzlich zn Rächern dieser Monarchie an den Slawen auf — gerade in dem Moment, da diese sich, durch den UnerwarteierU Putsch des Exkaisers bewogen fühlen, in Ungarn tabula rasa zu machen und damit eine Arbeit auf sich zu nehmen, die im eminentesten Interesse Oesterreichs liegt, das nicht nur fein: einzrge Aktivpost aus dem Saint-Gecmainer Friedensvcrtvag, sondern sogar schon die Sicherheit seiner alten Grenzen gefährdet sieht. Doch was kümmert unsere dentschnationalen Politiker die Rot' der deutschen Burgonländler, was die Branh-' schatzung der österreichischen Bauern im Äusinarschranm 'der' Hvrth'h-Äanden tmö die Blutopfer unserer Wehrmachst? Sie haben jetzt nur Augen für die Vergewaltigung der Sudettendeutschen, obwohl die tschechischen Legionäre nicht dlirch die deutschen Aecker M kutschieren pflegen, wie die bethyarischcu/ „Befreier" im Burgenland. Aber diese Befreier sind Antisemiten und schwächen durch' erpresserische Kontribütioneu anbei: westungarischen Juden die Steüerkrast des Oesterreichs zugesprochenen Landes. Das macht sie dem Herrn Dr. Nwhl' ut,b' seinen kongenialen Gesinnungsgenossen umso viel sympathischer als die Slawen der kleinen Entente, die zur Strafe für, ihren einstige»: Verrat au der Monarchie Oesterreich jetzt nicht für die Republik Oesterreich die Kastanien aus dem ' Feuer holen dürfen. Ob die hilferufenden Deutschen West-! Ungarns die Weisheit einer solchen Politik zu würdigen :m-' stände sind? Wir fürchten sehr, daß sie fws nationale Jntcr- ' esse einer folcheu Taktik Nicht so leicht einsehen und so auch! weiterhin arglos im Dienste des Judentums verharrend dein! „lächerlichen Geschreck" gegen den ungarischen Militarismus aufsitzen werden * ,. _ Telegramme. Lloyd G«,r,e geht nicht znrAbr»stu«gskonferenz. f Ls«do«, 2. November. (Fuulspnich.) Premienninister Lloyd George hat für sich und seine Begleiter die auf dem Dampfer .Aq»itama^', der SamStag nach Amerika ansläuft,' bestellte» Plätze abbestelle» laffen. Die Trillion. Mosk««, S. November. (F»nkspr«ch.) Die zur Beläwpsuny der Hnngerkatafirophe vom Rat drr VolkSkommWre bewilligten Summen überschreite» bereits eineTrillion Rubel. U«ttse»itisch« Krawalle lmWarschauer StaStrat. Warscha», 1. November. (Jüd. Korr.-Bur.) In der letzte» Sitzung deS hiesigen Sladtrates, die einen Drmgllchlc^tS-' antrag brtrrffs A«Swrisu«g der russischen Politiker verhandelte/ kam es z« scharfen antisemitischen Angriffen seitens der' Rat:o»alde«okpa1en gegen dir jüdischen Stadt-; verorduele«. Der jüdische sozialistische Skatmann Ehrlich! sprach prinzipiell gegen dir Zverkennnug der Drmglichkest dieses Antrages, während Abgeordneter Dr. G r ü » b a » m aut tci - AuSweisundeS, Po«romgenerals Bal « chowicz beflaud^ Die Rechte des Stadtrats insjMlerte erum rüfig« Tumult und hmdme die jüdische« Ratmäuurr in ihre« AuSfit-ruugm. Die^ Jude» wurden äuSnahmslos als Bolschewiken berechnet, waS brij de» jüdischen Ratmanuern die größte Eutrüüimq hervoraL-j r«se» fefr

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