Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 989 (30.10.1921)
- Date
- 1921-10-30
- Page
- Seite 11 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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txrien, Vonnkda II., Pratar \MT A f! MT|1«Afr Straßenbahnlinien 1 Prinzenallce IM »» »A» JTA&I.Z« j„ m. tt. H.. * Heute, Sonntag den 30. Oktober, 3 Uhr r » Raistenohaft Simmering—Hakoah Vorher die Reserven / •' Sport.:. Die hetttigen FutzballweLtsPisle. .Durch die Absage der Prager Mannschaften D. F. C. und Union (Zizkow) treten die Meisterschaftsspiele wieder in den Vordergrund des Interesses. Auf dem Prater-Sportplatz treffen H a k o a h und S i m m e r i n g zusammen. Die Hakoahner haben in der letzten Zeit so ungleichmäßige Leistungen vollbracht, daß 'es unmöglich ist, über ihr Abschneidcn Voraussagen zu machen. -Die Simmeringer haben bisher fast ausnahmslos Niederlagen zu verzeuchnm, trotzdem gehen sie gegen die Hako^ah nicht chancenlos in den- Kampf. Immerhin ist .zu hoffen, daß die Hä?öah-Elf diesmal mit mehr Ansopferung bei der Sache sein wird als in der Borwoche. In Floridsdorf messen W acker und A. F. C. ihre Kräfte. Auf Grund der zuletzt gezeigten.Leistungen muß .man die beiden Mannschaften als gleich stark einschätzen. Der. scharfe Kampf iömite ein unentschiedenes Resultat zeitigen., ■ / :/ Zwei Unterbausmitglieder, A d m i r a und Vienna.- stehen einander ans dem Platzendes letzteren Vereines gegenüber. Die Döblinger werden wieder einmal eine mm Aufstellung mit dem internationalen Half Kurz als Mittelstürmer versuchen.. Es ist kaum anzunehmen, daß, die Vünna-Elf mit Punktgewinn aus dem Kampfe hervorgehen, wird. Auf dem Brigittenauer-Sportplstz ist der .Wiener Sp o r t k l n b bemr S p o r t! l u b Ost m a r k zu > Gaste. Die Dornbacher werden ihren Gegner nicht unterschätzen dürft», sonst konntm sie unangenehme. Ueberraschungen erleben. Immerhin ist der Sportklub Favorit. . In der zweiten Klasse finden folgende Meisterschaftsspiele statt: Geysihof—Donmistadt (Gersthof), Rennweger Sportverciu—Bewegung (Rennweg), Slovan—Sturm (Me!dlmg), Cucket—Simmeringer Sportverein (Renntycg), Blue Star— W. A. &. (Dörnbach), Ottakringer Sportklub—Nußdv'.f (Ottakring). In HüttÄdorf tragen Rap id uüd Amateure ein Freundschaftsspiel aus, das einen intereffanteu Verlauf nehmen dülfte. Bemerkenswert ist, daß die beiden Vere-ue trotz dcr -vorgeichrittenm Jahreszeit ihr noch ausstehendrs Meisterschaftsspiel, nicht erledige». Ein weiteres ^undschaftsspiel findet m Favoriten statt, >vo die beiden Bezirksrivalen Rudolfshüg el und Her Zusammentreffen. Der Reingewinn dieses Spieles filH^Hen Hinterbliebenen des kürzlich verstorbene» Hertha-SpielerS Bican zu.- Hako ah—Amateure. Dieser mit Spannung erwartete Mistcrlchaftskampf findet am kommenden Sonntag an) dem Svvrivlatz Hohe Warte statt. Der Vorverkauf beginnt Mittwoch früh an den bekannten Stellen. Auch da- Kommen der TepttHer fraglich. Infolge der Mobllisterung in Tschechien ist auch das Kommen des Tcplitzcr Fußballklubs fraglich geworden, immerhin könnten die Tevlitzer bei etwas gutem Willen am 12. und 13. November in S&cn. antrcten. da fast alle ihre Spieler rrichsdeutscke Staatsbürger sind. Da Revancheverpflicktungkn aber von keinem Verein gern eingelöst werden, wrrd auch in diesem Fglle der willkommene Anlaß zur Absage benützt werden. ‘ r ‘ ' \ Die Hakoah tritt bmte gegen Simmering in folgender Ausstellung an: Halpun; Scheuer, H. Weiß; Pollak, Grünfeld. ' Äohn; Katz, Grünwald, Gansl, Häusler, Neufelo. — Von der Aufstellung Molnars. der unter hochgradiger Nervofitär leidet, wurde Abstand genommen. Trümer kann aus.familiären Gründen nicht antrrten. Häusler lr>1t nach seiner nit Wacken-Spiele erlittenen Verletzung zum ersten Male wieder an. ' . Hakoah. Ringsektion: DienStay, V-8 Uhr ab^rds, AuSicliußsitzung. Sämtliche Mitglieder der Sektion baden sich dis spätestens 10. Novlmber bei Herrn Brß zMcks Aufnahme in die Ringerliste zu melden. . Hcchawer—Athen 1;1 (1:1). Jii einem unglücklichen Gefecht mußte Hcchawer einen Punkt adgcbeu. Maßgebend dafür war das Fehlen der Spieler Axlrad, Bank. Leser, Kopfstein und- Eckbaus. Außerdem erlitt Rottner in der 25. Minute der ersten Halbzeit erne Verletzung des rechten Unterarmes, so daß Hechawer gezwungen war, de» größten Teil der Svielzeit mit 10 Mann zu absolvieren. Trohd m' war die Mannschaft ihrem Gegner in jeder Beziehung überlegen. Ausgezeichnet waren Kol,sch, Flußmann und Iuhn, sehr schwach Jenö Weiß und-Lauser; auch Bcer war nicht auf der Höhe. — Hcchawer erzielt in den ersten Minuten durch Iuhn zwei Tore, von denen eines keine schiedsrichterliche Anerkennung findet. Bald darauf entgleitet der Ball den Händen Bcers (1:1). Der Treffer war unbedingt zu verhüten. ' Jy der ^‘25. Minute geschieht der vorerwähnte Unglücksfall; die Hrchawer- Mannschaft ist dadurch sichtlich deprimiert,, dennoch ist sie aber soitwährend im Angriff, doch werden glanzende Chancen vcr> „eben; besonders Marlin verschießt freistehend. Schiedsrichter Schmiedt schwach. Wrever Morgerrzsitnng Hazair .Feuerwehr 1:1. Beachtenswerte Leistung der körperlich weit schwächeren Hazair-Mannschaft, die durch 70 Minuten mit 1: v in der Führung lag und durch einen Elfmeter 6 Minuten vor Schluß einen Punkt abgeben mußte. In der Stürmcrreihe waren für Kalman und Läufer zwei Ersatzleute tätig, die sich nicht bewährten. Die Läufer, eihe fiel in der zweiten Spielhälfte dem scharfen Tempo zum Opfer. Gut wie immer war das Brrtewigungstrio Gleich, Eeidler, Stermann. Hazair fand sich schneller als der Gegner und war anfangs überlegen. In der 13. Minute erzielte Klein die Führung. Nach Halbzeit fiel die Stürmerreihe Hazairs ganz auseinander. Feuerwehr bedrängt heftig. Ein. Elfer in der 39. Minute stellte das Endresultat her. — Hazar, r ll—S»t a d l a «c1 S. C. II 3 :1. Schönes faires Sviel. Hüwir war stets leicht überlegen. Die Tore erzielten Kalman. Singeb und Torzyner. — Hazair NI—S t a d l a u llt 2:1. Knapper aber sicherer Sieg. Für Hazair waren Strum und Wortmann!I erfolgreich. Sportklub Kadimah hat eine Theaterseklion gegründet und , eisucht seine Mitglieder um intenfive Werbung für diese Sektion. Ncuanmeldüngen und Auskünfte täglich zwischen 7 und 9 Uhr abends im Sekretariat, Sportklub Kadimah, Cafs Auto, IX., Berggasse 33, Telephon 13028. Kadimah gegen Prater Sportklub 4:1 (2:0) Meisterschaft. Der Sv orkklub Kadimah feierte Sonntag im Meisterschaftsspiel gegen die spielstarke Mannschaft des Prater-Spörftklubs einen einwandfreien Sieg und ist dadurch an zweiter Stelle. m der Gruppenmeistcrschafk mit einem Punkt hinter Weiße Elf . gelangt. Kadimah hat m diesem Wettspiel sehr gute Form ' .gezeigt und wird sicherlich als ernster Anwärter für die Meisterschaft in Betracht kommen. In sehr guter Verfassung waren Otto Hermann, Hirschwld,, Hajek und-Gotdstein. Beim Prater- Sportklub wäre die Verteidigung und der Mittelläufer besonders hervorzuheben. Die Tore erzielten für Kadimah Otto Hermann (3). Schalst (1) (Elfer). «Sportklub Kadimah jeden Mittwoch Training ab 7ü3 Uhr am Jedlersdorfer-Platz. Heute Wettspiele aller-. Mannschaften. Jüdischer Sportklub Achim. Dienstag Wettspiel gegen Concordia IX um 2 Uhr am Athen-Platz. Mitglieder, welche mit Mstglredslittlrägl'u rm Rückstand sind, werden bei der Aufstellung nicht berücksichtigt. I' Bankhaus- ' M. ROHÄTYM Wien, 1., Maria Theresienstraase Nr. 10 Telephon 20-3*63. «4 Durchführung sämtlicher Bank-Transaktionen. An-und Verkauf sämtlicher Devisen und Valuten.' j Der Volkswirt. ,' Gestempelte Krsne ---- —.16 CerrLiMes. AusZahLuNg WieK —.25 CeNtLmes. Steigerung Der 'Msrk. In Zürich noliects: die vsterrerchifche Krone.—.25 (—.26 ,;m *28. Oktober) die öftere, gestempelte Krone . . —.16 (—-.16 am 28. Oktober) die tschechische Krone. ..... 5.10 ( 5.50 am 28. Oktober, die Mark . .......... 3.12 ( 2.97 am 28. Oktober) Agram , . 185 ( 175 am 28. Oktober) Bukarest. . . . . , . . .... 3.50 3.70 am 88. Oktober) 36. mob* mimCä - gewirtschaftet werden kann und büß ihr gMnzVHer ÄbLan einen sehr bedeutenden Teil unseres Budget«, defizits eliminieren worb; die Folge« der neufcrr Mehl- und Zuckerpreise für die breiten Gchichben dev Bevölkerung lassen sich' im Augenblick jedoch! noch gar nicht absehen. Neue Lohnbewegungen werden unvermeidlich sein und damit eine weitere allgemeine Verteuerung, der Lebenshaltung. Auch die Heranziehung der Fndn* ftriellen zur Zahlung der Differenzen auf die Brotpreise muß zur Mehrbelastung des Kvnsumetrten führen. Was die rasche Zahlung der Einkommensteuer anlangt, so ist/die Idee zweifellos eine gute, doch! kann man. kaum aimehmen, daß die wenigen in Betracht kommenden Milliarden angesichts des n^ueu Staatskreditsl bm wesentlicher Behrutnng sind. ' Man kann sich vorstellen, wie die Löhne e»M derartige Höhe erreichen, daß sie der Fabrikant nicht mehr zu zahlen imstande ist, da sich! endlich die Kaufkraft des' überlasteten Verbrauchers erschöpfen muß. Das w.ieber müßte zu Aussperrungen und Arbeitslosigkeit führen. Ebenso kann man sich vorstellen, daß die Prophezeiung Dx. Rosenbergs von einer Unerhörten D-er oute, sobald die Kredite gewährt werden und die Krone wieder Mgchr wirb, sich, früher' oder später erfüllen muß. Einen Vorgeschmack bekam man vergangenen Freitag, als sich das Gerücht von der Mshebung des Generalpfandrechtes durch! Amerika verbreitete. Wie wird es erst werden, wenn es sich dabei um eine T a tsache handelt. Es ist zu hoffen, daß dann die meisten BalutcNbesitzer sich! ihrer Bestände entledigen werden rund das große und plötzliche Angebot die Kurse zu einem gewaltigen Sturz bringen wird. Dann erst wirb der Staat die fremden Zahlungsmittel, die er so dringet). für die Importe benötigt und jetzt sy teuer kaufen muß, zu verhältnismäßig billigen Preise« erhalten und erst dann kann man mit einem RW^ang her Teuerung rechnen. Vorläufig jedoch kann man auch in Deutschland eiiw - ähnliche Entwicklung trauriger Verhältnisse wie bei uns verfolgen. Auch dort vollzieht sich ein stürmt-! scher Ausverkauf und die Flucht vor dem einheimischen^ Oelde, das aber noch immer unvergleichlich' besser als unseres ist. Auch dort wächst die 'Teuerung mit xÄem Tage. Die unselige Teilung Oberschlesiens, die ruinösen Reparationszahlungen, haben zu einer Entwertung der Mark geführt, die letzten Endes auch! für das Wirtschaftsleben der Entente böse Folgen haben muß. Während man in 'Frankreich diese Tatsache noch' nicht vollends erkannt hat, verfolgt man in England die Entwertung der Mark mit aufrichtiger BestürMkg und denkt' bereits an Stützungsaktionen. Wir stehen vor einem Winter, dessen Emtzdng alles eher denn verheißungsvoll' wirkt. Sollte «A zu kriegerischen Verwicklungen zwischen der kleinen Entente Und Ungarrr komiuert, so müßte uns dies wirtschaftlich neuen Schaden bringen. Englands wirtschaftliche Lage. Budavest . . — .70 — .70 am 28. Oktober) Warschau . ... . . >» . . — ils ^-.13 am 28. Oktober) Die Gefahre« der Gegemvart u«d Z«k««ft. Wieder haben wir eine Woche her größten Aufregungen hinter uns, auch auf wirtschaftlichem 'Gebiete. Die gewaltigen Geldmittel, welche die Grenze Überwachung Westungarns in Anspruch nimmt, dev neue Staatskredit von 30 MMarden Kronen, der eine weitere ruinöse Vergrößerung des Notenumlaufes nach! sich ziehen muß, der Aufkauf der fremden Zahlnngsnüttel, hauptsächlich für deutsche Rechnung zum Zwecke der Reparationszahlungen, toirfien ein neuerliches sprunghaftes Anziehen der Valuteupreise, das eine Teuerungswelle zur, Folge haben muß. Leider können wir noch! nicht' behaupten, daß die Teuerung, ihren Höhepunkt bereits überschritten hat; nach allem Anzeichen sind weitere Pveissteigernngen zu erwarten. Eine unheilvolle Folge her Hausse der abgelausenen Woche ist ^uch die Ueberwertun g d^r Effekten, deren viele nichtsdestoweniger vom Ausland erworben werden, was wieder zur Förderung des „Ausverkaufs" bedeutend' beiträgt. Während man einerseits annehm^n sollte, daß' die zielbewußte Tätigkeit des Finanzmimsters Doktor G ü r t l e r urtd seines Ratgebers Dr. R o s e n b e r g eine Festigung der Verhältnisse herbeizuführen geeignet ist, müssen andererseits die Erhöhung der Zölle, der Eisenbahntarise, Post-, Telegraphen- und Telephongebühren mit Naturnotwendigkeit zu einer neuorr Teuerung führen. Es ist durchaus, richtig, daß mit den staatlichen LebenZmittelzuschüssen unmöglich' weiter- L o n d » n, 28. Okkvber. Sowohl aus Cardiff als auch aus NewcastKupvn« Tyne wird berichtet, daß die im vorigen Monat, etwas günstigere Lage des Kohlenhandels! einen abermrckigen Rückschlag erfahren hat. Gie Entscheidung, daß diesen Monat keine Lvhnreduktionen zu erfolgen haben, bedeutete für viele her Grubenbesitzer, die miß schweren Verlusten arbeitebrn, eine große Enttäuschung. Zu den bereits sttllstehendeu Gruben sind infolgedessen weitere dazugekommen und auch in den meisten in Betrieb stehenden Gruben wird nur an zwei bis vier Tagen der Woche gearbeitet. Die Nachftage nach Kohle ist übrigens so gering, daß die stark reduzierte Produktion ihr vollkommen genügt. Dieser Rückschlag im Kohlenhandel scheint hauptsächlich auf den schlechten Stand der fremden Valuten zurückzuführen zu fein. Jü dem allgemeinen Stillstand ist die Anthrazitkohle, nach! welcher rege Nachfrage herrscht, als einzige Ausnahme «anzu führen. Die Produktion derselben bildet d>esi zehnte,: Teil der gesamten Förderung in Südwales. Die kürzlich ab gehaltene Beratung der Vertreter der Eisenindustrie, an der alle Stabeißm erzeugenden Unternehmer triürahmen, hat wichtige Veränderungen in den Eisenpreisen gezeitigt, die bedentend herabgesetzt wurden. Einen beachtenswerten -Umstand bEet d-as Verschwinden der belgischen Konkurrenz. Dieser Umstand läßt sich dadurch erklären, daß Deutschland einen großen Teil der Kriegsvorräb; Und Partien absorbiert hat, so daß die belgische StahlprodEion nunmehr teures Material verwenden muß. Man'erivartet, daß die Stahlpreise in der nächsten Zeit um 1 bis 2 Pfund Sterling per Tonne herabgesetzt werden, wodurch jede Konkurrenz seitens des, Kontinents unmögliche erscheinen würde. tgEmsns&aammff-txa TUNGSRAM •1 .. v > )