Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 989 (30.10.1921)
- Date
- 1921-10-30
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Gerte LS SSte, ©onntaf Mener Morgenzerttm- 30. Oktober 1921 * Die ErrEhrMg. Der Marktbericht. Weitere Preiserhöhungen. In der Großmarflhalle ist gestern eine weitere namhafte Bertmernna <ür fast alle Fftischgattvngrn im Kleinhandel rinvetreten. Rind fleisch inußte um K SO üi§ K 49. Kalbfleisch um K 20 und Schweinefleisch um E 40 per Kilogramm teurer wirden. Die Kleinhandelspreise betrugen heute für vsrderes 'ttiMei'ch K 260 b,S K 38Y. hinteres K. 270 bis K 400, Bratensteifch K 320 biS K 420, Kalbfleisch K 300 bis K 440, @Äw«inc* fleiMl E 460 bis K 580, Schaffleisch K 200 bis K 260, Pferde- 'leisch K 200 bis K 330 per Kilogramm. Feit und Speck notierten mm'rünbett hoch. Der Perkehr war trotz der hohen Preise äußerst IcKnut. Die besseren Fleischgattnngen waren m der Großma.cktballe aegen 11 Uhr vormittags ansvcrkauft. Auf den Grünwarenmärkten, dir verhältnismäßig gut be» schlcki waren, macht die steigende Tendenz frlr die meisten , Qnalitötsgemüse weitete Fortschrilte. Sglate, Karffiol. Karotten, Hellene. Radieschen wurden heute neuerlich im Presse erhäht. Bei den Ständen, bei denen die inländischen Kartsffeln verkauft wurden, bildeten sich lange Anüellreihen. dg' pegeunmaen die teueren jugoslawischen Kattvffelu, die nur auf em Markten verkauft werden dürfen, schleppend ab. Aepftl und Bimen wurden gleichsalls um durchschnittlich K 4 per Kilogramm crbufit^ Die. Detailpreise für la-Aepfel auf dem Markte betrugen 81. rn den BezirkSgeschätten L 88. fittr die. Zweite Qualität |5 S1. bezrehrmgßweisr K 89 per Kilogramm. WirischpstSSpsel steutm sich aui dem Murkte auk E 77, in dm Bezirksgeschäsirn auf K 79 per Kilogramm.. Birnen besserer Qualität toste« auf dem^07'aikte E 97, in den Bezirken K 100, solche zweiter Quast* tat K 65 beziehungsweise K 88 per Kilogramm. FeLi- und Mehlsnsgabe. Pom 30. Oktober bis 8 November werden bei den ftädisicken Fettabgabestellen 12 cklre Pflavzenfett (Pakeiware) zum Preise von E 52.70 gegen Sb. treimunq deS Abschnittes 268 der Mehl, und FeltberugSkarte ausgeaeben. Oraanifielte Verbraucher «Hilten 12 dkg Margarine;um Preise von E 49. — Vom 30. Oktober bis 6. November w»rd V« dg Vericklrißmelck als normale Wochrnration mm KlMverichleeßpreis von E 42 vec Kilogramm, ferner wud pro Kopf an jeden Bezugsberechtigten V; ks? 93(u8me&t mm Preise OQ23 E 180 Kilogramm gegen Abtrennung drS Buchstabens der Mehlbezugskarte ausgegeben. ^^Lafa*. Wollstoffe, Barchent. Flanelle, Bclvure. Samt >n reichst« Auswahl; Ee'.drpbluien konkmienzloS; DamrMeider* m n?®enP0r®e'i>e äußer st pre'swürdig; Herrenanrüge, Raalans ur bester Ausführruz: große Auswahl in Damen-Sportjacken in allen Farbe« in Wolle und Seide, Luster, Lampen, Haus- und KüÄmgeraNchaftm, Glas. Pozellan, Herrenmodeartikeln. Im ^oral VI., Kmtzgaffe 6: Neparaturübemahme von Schube«, Krawatten, Hüten und Schirmen; chemische Putzerei und Färber». Dampswäschrrei. Im Lokal Vl., Mittrlsaffr 22: .Stafa*- Femputzerei. Am 1. November (Feiertag) kein Verkauf. W. Z. W. Montag den 3k. d. M., Mittwoch den 2. November. Donnerstag den 3. November und Freitag den 4. November Fsrifctzimg der Bekleidunasaktion. (Stoffe für Winterkleider und Winterröcke?: Jene Mitglieder, die seinerznl tstope auf Teil-ahlunoen bezogen naben, werden aufgefordcrt, d'e rälügt Rate unverzüglich m unserM Bureau erlegen z« wollen. Hn,,S' Gott, ISIeasoh uadTanfel J'n’rd“ Ab 1. November im &ustspie!t!ieaier (Prater) BRH«e und Krm^. RewaUa«eebüh«e. In einer Nachtvorstellung — diese Ep b;m t reich reohl biüd alle.Theater erfaßt habe« — gibt es Renaissance des gu'en alte« „Onkel Bernhard*. Die mit einigem Witz und verhLltnismäßig wenig Kitsch gemachte Judeukvmödie -- eine der anständigsten ihres Genres — verfehlt auch jetzt, zu allzu nacht' licher Stunde — die- Vorstellung begann statt um 10 um ' .11 Nhr — ihre Wirkung nicht- Aus den früheren Serienaufführungen i» der Neuen Wiener Bühne sind Enimtz FLrst-er, Eugen I e n s e n und Ludwig Stärk hergeholt und erfreuen eurch trestlichr Typengestaltung. Rar« oovooura ist Stärks alter Ellinger. deu ihm wohl niemand Nachspiels. Sonst schwere* «Stert sich Oekar Sima in angenehmster Weise zur Ehe durch. D-r M n ge Ensemble hat wmig Routine für Judenstücke. Sern hwLchster Teil — oft bis zur llnzulänglickleit - dev weibliche, rft Humorr der Sache selbst aber lasten auch ras verzeihen, as P«b!ikum schmunzelte vergnügt und dankte berfällig. 8. 8, Freie Mische VorkbVKhNe. Wie bereits gemeldet, eröffnet die Frei« jüdische Voliädähux am 1. November m Gastspiel im L« stspi e l t h e ater- Diese jüdische Bühne hat mit ihren künstlerischen Darbietungen anläßlich ihrer vorjährigen Gastspiele m Josrsstädler-Theajn im Sta'stthcaier und in der Neuen Wiener Bühne einen dnrchschlr'genbm Erfolg erzielt. Trotz zahlreich« gidrstigrr Gastspiel* antrLgr «ach Berlin, Prag, Karlsbad und anderen Städten bat nch da§ Knftmble auS künstlerischen Rücksichten veranlaßt gesehen, in se-ne kleine Stammbühne zurückzukehre». hat sein Repertoire erweflert und tritt jcht nach Monaten neuerlichen Studiums wieder vor die breitere Oeffentlichkeit. Am EröffnungSabend wird Asch' Tragödie „Der Gott der Rache" gespielteine der besten Vorstellungen des Ensembles. B a r a t o w (Ben Zwi) lpiilt dir männliche Hauptrolle. Aus den Theater«. 3m Burgtheatrr wird mrrgcn, Montag. „L ibuff i'.^ gegeben- Anfang 7 Uhr. — Fr itag mtrb nach län.irrer Iflmfr Schnitzlers «D i e Schwester n" m/hen Spielplan ausgenommen. JmOpernthearer gelangtmerge«,Montag, »Di« Bo h sm e zur Aufführung. Aufang 7 Uhr. Ja der B o l k s o p e r gelangt beu^. Sonniya.»?. o h e n- «cu* mit Herrn Lußmattu m der Titelrolle zur-Ausführung. Be-irr« Va7 Uhr. — Morgen, Montag, geht ^Rigolrrts" 'vJewu.. Beaü».?L8 Ubr. ' «Deutschen BolkStheater. gelangt als na«ste Neuheit SamStag den b. November das Lust'pal n der B arri ere* von Gustav David zur Uraufführung. SpuUeiter Dr. Hemz Schulbau». In de« K a « m e r s p i e l e n deS Deutschen Dolkrtheaters .findet Sonntag den 6. November um 7,rl U 1) r vormittags zugtwüm der Ncichsvereinignns der KuegSinveftden, Witwen und Waisen Oesterreichs eine Aufführung von Max Halbes Liedrsdrama „I u g e n b", tn Szene gesetzt von Albert Heine, als Ensemblcgasispiel von M i t g l i e d e r« deL Vurgtheaters. statt- An der Neue« W i e me r Bühne Erlangt Mittwoch den S-Nssembrr im-Rahmen von Nachrvorstrlluntzen (lO Ufa) btt dr«»kti§e Schwank «D a S Mädchen mit dem Gänsefuß von I. K o t s ch e r g i, übersetzt von Fritz L u n r i t und Maurice H i r s ch m a n n zur deutschen Uraufführung. — Als Abendvorstellung, 7 Uhr, bleibt auch wetterhin die erfolgreiche Komösie »B e t t h K o l m u s" mn Gisela W e r b e z i r k tn der Titelroye auf dem Repertoire. Vergessen Sie nicht, den Bezug des Blattes für den Monat November rechtzeitig zu erneuern! StastSöper. An Stelle des indisponierten Herrn D u h a n singt in der benügen Vorftcklrmg „Tannhäustt" im Oremthcater Herr K r enn zum nsteamal die Partie des Wolfram, Evftauffiihruufl einer Dramas von Knnt Hamsun durch vas Moskauer KünUlerttzeaLer. Ueber - Emladung des Jou'.nalisten- und Schnnstellerveieines .jEoucordia^ h«i sich die Ltttnug' des Moskaus Kimstlrrcheot rs, welches fein so nberou» erfolgreiches Gastivirl im S t wd t t h e a t er am 5. November beschließt, berät or klärt, in einer Sepa a'vorstellung ein in W en bisher noch nirmals ausgesührixs Di ama von Knm H a m s u u: „B o m T e ü f e l geholt!" zur Darstellung zu bringen. Dieses Werk bildet einen der größien künstlerischen und ma«erirllen Erfolge deS Moskauer Künstleithealers: eS wurde in Moskau allein volle 800 Male au'gfführt. Die Träger der Hauptrollen werden auch m Wien F,au T sch e ch o w a und Herr K a l s ch a l o w f?in. Der Vorverkauf für die'e am S. November abonds ,m Stadttbeater ftattfindmdr interessante Premiere beginnt morgen, Montag, an den beiden Tageskassen d-s Siadttheate^S (>m Theqtergedäude und lm Bazar, l., Roteuturmst:aße). Gin Abend für jüdische Literatur. Der Klub der jüdischen und hebxäiichen Schrjftst ller m Wien viranst-ltet aus Anlaß der Abrrile des DichteiS Melech R a w t c % einen großen * ltterariich-musikalischen Abend mit reichhaltigem Bc-ogramm. An dieser Veranstaltung, -die- Donukrstag den 10. November, V?8 Uhr abends, im FrWale des Hotel^Lontinemal, ll., Tabvrstr. 8. stattsiydet. werden Mitwirken: Frau Mali P i c o n, Melech 'R a w i 'e z. Dircktor Isaak Deutsch, Direktor Jakob K a k i ch und Alexander C-ch a s ch i n- Das Vortragsreperloire umscht nebst den Dichlnngm Melech R a w i cFragmente aus den bedeutendsten,N-uttscheigungen dee jüdischen Literatur in Amerika: .. Ser Golems von ^K. 8 a j w i k Änd ^Jn politischen -Wäldern", von I. O p a t o sch u. Im musikalischen Teck werden unt«w and-rem i« Wien noch unbekannte Bearbertungm jüdischer VoMieder vorgetragrn werden. Karten sind zu haben: „Wiener Morg.enzettung", H.. Taborstraste 1/3, Buchhandlung Z 8 w \ t, I., Rotenturmstraße 22, Karlmbureau Alba, ll.. Taborstraße 7, Buchhandlung H aj e s e r, iX. G'.ünetorgaffe 81. Aammer«r«stirabcttd, Mittwoch den 8. November um 7 Mr abends im TcLnischrn' Muftüm, Xlil. MaLiahilserflraße 212, ausgesühn voln Quartc.'t E tjj e n j e l d (Hakoah). Mrlwvkend Fräulein Reuse M. H o e s k i ch. Karten an der Äbrpdkassr. dtzr, Aslandbuhne (Jüdische Bühne), lk., Pratersträße 25, gelangt heme um 3 Uhr .ngchmettags „Kvnig Lear" zur Ausführung. Um V28 Uhr abends wird über aklaemrineS Berlanaen die Schlaseroverstt^ „Jankale" mn M a l l P i c» » in der Hauptrolle zum SS. Male gegeben. Jüdische Volkslieder. Im V»rlage der Nova KnjiLara in 3-grrb, Jlica SS. »st ein Heil «Jüdsiche Bolkölterer" mit Klavierbegleitung, von Liga H i r s ch l e r bearbeitet, e,schienen. Die 60 Lieder ernsten und heiteren Charakters sind teils mit jüdischen, teils mit hebxäischen Berten versehen. Der gut ausgestattete Band kostet jugssl. E 80. Wir kommen auf das Werk noch aussührliÄrr zurück. Mas Hakoay-Orchalter und der I ü b i s ch e Gesangverein unter Leitung des Profeffor B rasla v sky, Erika W a g « t x und Ferdinand Onu 0 vom Deutschen Bolkstheater, Profeffor D i t 4 (Orgel) sowie Obcrkantor Marg u l i t S wrrken fl» dt« "vom Konreribureau de» H a r u a ch gemeinsam mit dem Jüdischen Hochschulausschuß am 1. N 0v e m b e r, 7 Uhr abends, »m Großen Konzerthaussaal veranstalteten großen Psalmen» und Plvphetenabend «iu Berlauffiellen der restlichen Karten siehe heutiges Inserat. tzagenb«»d. Die Herdstausstellung beS HagmbundeS wird heute um Ws Uhr «achmittagS geschloffen. Borlesmrg Alfour Prtzokd. Mittwoch den 8. November, V28 Uhr, wrrd der bekaunft Dichter AlfouS P e tz 0 l d im Kleine» Saal der llracka »AuS eißerren Schriften" lesen. Milwirkend Elisa K a r a «. Oerhwrt Hnruptm«« in Wien. Gerhart Hauptuumn. der seit JaLren alle cm ih» ergangeneu Etnladuugen für Vorlesungen fl b » e 1 e h n t hat, hör sich veranlaßt gesehen, emer an ihn rrgangenm Einladung drS Rektors der Wiener Universität zu folge« und zugunsten der WohlfahrtSetNrichturzgen der Wiener Universität eene Vorlesung aus eigenen, zu m Teil nach nicht veb ruckten Werken am 12. November (Nalisnalleirrtag), abends 7 Uhr, im Große» KvnzerthauSsaal zu halte». Der Kartenverkauf findet ab Mo »tag cn der Hellerscheu Buchhandlung -auf dem Bauernmarkt 3 starte Die Sanier«»» des Vadeuer Lheat-r». Aus Badm wird unS beuchtetZwecks San rruug deS hiestgm Stadttheatrrs, dsff-li Direktor We»ß m Konkurs gerate« »st, wurde ei« Tyralrrvereftr gegründet, auwelchem Anlaß im Stadtthsater eine Prop.wandavorstellung statkfand. 'Daklt bet Leitung des neue« Dwenorr R.0f che au- Klagenfurt soll ei» ganzjähriger Betrieb des Theaters ermöglicht «erde». wtrm Literatur «^Wissenschaft. Das Vibttothekswesen in de« Vereinigten Staate«. Ure 1913 gab ein den Verein',gtm Siaaten mehr als 18 000 Bibirothrken M t einem Büchcrbestand von 7- Millionen Büchern. In einem halben Jahrzehnt, seit 1908, hat die Zahl der Bücher um 20 Millionen, daS ist etwa ein Drittel, zuaenommen. Von den Bibliothi-kfn haben 2^49 einen Bestand von mehr al9 5000 Bünden, darunter sind 1844 allgemeine Ssientliche und 1005 Schul- und Jnst'tutsbibliotbeken« Dir öffentlichen Bibliotheken weisen mSgesanit emen Siand von Hs Millionen Büchern auf und haben 7 Dkillione'n Leser, welche Büelier nachhause auslklhen, Bu,uothekcn m,t einem Stande von 1000 bis 5000 Büchern gibt eS 5458, darunter 2188 öffentliche und 8265 Schulend Inickutsbiick'vrhekey. Diele Gruppe der Bibliotheren hat zulamme« 11.689.942 Bücher, Die kleineren Bibliotheken mit einem Bestand von 3tt0 bis 1000 Büchern haben zusammen 2,961.007 Bücher. Die mbrsten Bibliotheken l888) hat der Staat M a s lach u s et tS, dann folgt der §taot New-York mit 218 Bibliotheken, deren GesamtbücheiLahl 7.842.621 beträflt. während die 285 Bihltvlhekeu vou MuffachusertS nur 3,728.024 Blich« besitzen. Die ^WeltbShns". der.SchaubühneXVII.Jahr, Wochenlchrift für Polit k. Kunst. Wirtschaft, heran-gegeben von Sieglried I a c 0 b s 0 h u, enthält in bet Nummer 42: ^BiSmarck ober Die Entzauberten* von Richard Lewinsohn.^ — „Der Mordprozeß Tckza^ von. Ernst Goth. — .EsperaütoE von Kurt Kouffmann. — ,Neue Dokumente von nud üb« Kleist. Hl.- — ,Zu dieser Revolution* von Nicolas Cbamiort. — ^HardenE von Artur Höllischer. — ,Ent- und Geftsselte Phantasie" von S. I. — .Wiener Saisonbeginn" von Alfred Polgar. — ^Das badische Panama* von Franz Reichwaldm „Diffevlin muß sind!" von Tbeobckd Tiger. — Rundschau von Karl Albert Lange und Peier Panter. — Antworten. <— Die,Wel bühne* erschent wöchentckch und kostet: Mark 2W d e Nummer, Mark 25 vierteb' iährftch. Prvbenummern kostenfrei d»nech alle Buchhandlungen und Postanstal'en sowie durch den Verlag der ^Wellbühue*, Charlottenburg, Könlgsweg 33. Gerichtssaal. Der Raubmord an dem Altbürger- . metster von Kirchstetten. Patee p«d Sohn auf dar Anklagebank. ,y&pl, brm Schwurgericht unter dem Vorsitz de- Hofrates Dr. E b'ö n y hatten sich gestern der 30jährige Eisenbahnbedienstete Franz B 5 s w a r t b wegen des Verbrechens des Raubmordes, wegen schwerer törperlichrr Beschädigung, Erpreffung »nd teils vollbrachten, teils versuchten Diebstahls, und deffen Vater, Franz BüSwarsh, wegen Verbrechender Mitschuld am Diebstahl zu verantworten.; am d« Straße, die von Kirchstetten »ach Waase« sührt^ liegt das Haus deS AltbücgermeisterS von KnÄstetteu, Ignaz En z inb'e r. Jy der Nacht zum 18 Jänner 1920 wurde die Tochter Josefa he^^lte» Enzing« durch ein verdächtiges G«8usch auf de« DrlGo^w^.des HauseS nwS dem Schlafe geschreckt. Sie weckt^ ihre Eltern und Ignaz Enzing« stieg mit sei»« Gattin Josefa zum Dachboden empor. Kaum ob« angelangt, wurden vo« zwei Seiten zugleich mehrere Schüsse gegen rhu adgeseuert. Boa drei Kugeln getroffen, Arzte der alte Mann zusammen Md verschied tald, ohne das. Bewußtsein wied«erlangt z» habe«. Erst «ach Wirrem Jahre wurden die Täter entdeckt. Ewaren dies der heute guaeklagte Franz BSSwarth der Jüngere »ud fei» »st zwauzig JaHre alter Brud« Leopold BSSwarth. Leopold Böswarth wurde bereitmit einem a»d»en Bruder Johann Böswarth, d« an mehrnen Diebstähle» der Bttbrech«- iamitie teilgenommen hatte, vom Schwurgericht i» St. Pötte» rechrskräfttg adgeurteilt, das damals gegen Bat« «nd^ Franzi BSSwarth gleichzeitig erstoffene Urteil jedoch vom KaffallonShof wegen eines Formfehlers aufgehoben. Zur Durchführung de, neuen Behandlung wurde das Landesgericht Wien delegiert. I» der vom StaätSanwalt Dr. Reitting« »«tretenm Auflage wird auSgefübrt, -daß Franz und Leopold BSSwarth»' beide mit Waffen ver'ehen, in da- HauS GnzingerS eiugedrungen sind, dort de» Dachboden erst>egen hatten und schließlich von Ignaz Enzing« nnd seiner Gatiin überrascht wurden. Nachdem sie .den allen Mann «schossen hat'en, plünderten sie die gewaltsam «öffnete Selche und »griffe» mit ihr« Be»te die Flucht. , Franz BSSwarth «on. soll die Uebeltate« seiner drei Söhne durch Anraten Nnd Unterricht eingele,tet und zu rhrer Ausführung durch Hnbeischaffung der Mittel Vorschub geleistet habe». So' hat « beispielsweise bei dem Raubmord au Ignaz Enzing« seinen Söhnen die* zur Ersteigung deL Dachbodens notwendige Leiter beschafft «nd dervn Abgang zu verheimliche» gesucht. DeS Tatsächlichen sind beide Angeklagte» i« wesentsichev geständig. Die Angeflagte» wndev von Dr. Pollitz« «ud Dr. U«g« verteidigt. D« Angeflagte Franz S 5 S w a r t h «an. stellte gestern jede Mitschuld an den Diebstählen seine- Sohnes mtschicden in Abrede. B ä - w a r t h jw>. bekannte sich schuldig, behauptete aber, nicht die Absicht gehabt zu haben, de« Großbauer Enzinger ernstlich zu verletzen. Als er bei dem Einbruch überrascht wurde« sei «in solche Auftegung geraten, daß er gar nicht wußte, wie oft und in welch« Richtung er geschoffen habe. ES sei'ihm damals sehr schlecht gegangen, da sei rhm d« Gedanke gekommen» bei Gnzjug« emzubrecheu und sich Lebensmittel zu holen. DaS Urteil. .Die 'Gtschwotneu vttneiuten die Vchuldfrage» für Franz 93,5 s tv arid den 8lt«esi und bejahten mit acht'Stimme» die Schuldftage auf räuberischen Totschlag, für seine» Soh». Auf Grund dieses Wahrspruches wurde Franz VöSwarth asu. fteigeiproche« und Franz Böswarth M. zu zwölf Jahre» j chwere« Kerkers verurteilt, vnschärft durch einsame Absperrung ,» dunkler Zelle an jedem, Jahrestage der Bluttat. Letzterer hielt sich Bedenkzeit affeui