Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 984 (25.10.1921)
- Date
- 1921-10-25
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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ftr.984 Me«, MensLag Dienstag den i. November 1921 um 7 Uhr abends im Grossen Konzerthaussaal Psalmen- ■ MITWIRKEJNDE: Erika Wagner Ferdinand Onno (Dentsches Volkstheater) . (Deutsches Volkstheater) Prof. S. Braslavsky Prof. Luis Dite (Dirigent) (Orgel) . Gerson Margulies (Solo) Das Hakoah-Orchester Der Jüdische Gesangsverein Volkstümliche Preise. KARTEN an den Konzerthauskassen, El., Lothringerstrasse u. I., Grabenj28, „Wiener Morgenzeihing*', II., Taborstrassei—3, Jüdischer Hochschulausschuüs, kX., Mariannengasse 32, Buchhandlung Löwit, Rotentunnstras.se 22, Kartenbureau Aida, II., Taborstrasse 7, Theaterkarteiibureau Gustav Schmid,' -• I., Museumstrasse 8. 414 * Ei« Staat ohne Papiergeld. Irr Mexiko ist jetzt keinerlet Papiergeld in Umlauf'und es wird, qüch seitens der Regierung an leine Ausgabe gedacht, da germamd Gold und Silber im Lande ist, um darnit den Bedarf an Zahlungsmittel» zu Hecken. Glückliches Land! ' j " Bereinigte hebräische Schule«. Einschreibungen für die bebräischen Schule«, ll. Große MohrengasH 16. Hl. Erdbergslraße 35, XX. Othmm gaffe 46,, und XX. Bäuerleaaffe 36, können täglich,^und zwar' an Wochentagen von 3 bis^Uhrinach-' mittags und SonMag von 9 brs 12 Uhr vormittags im Schullokale. II. Große Mohrengaffe 16, und XX. Otbmargaffe 46,^rr<' -folgen: Bei entsprechender- An-,ahl von: Neüanmelden'drn 'werden neue Kurse eröffne!. ... ... ^".-Berband der hebräische» - Lehrer (ll:, GMe Moluengaffe 16/22). Infolge der wachsenden Teuerung der hebräische--L e h r e r v e r b a n d genoiigt, .in daß" de^ Lehrerlolm l ei P"r i v at lekti'o'nen ans 30> » "p^ Stunde und. Falnvrns. bei Kursen dagegen - aitT K 250 und lOP/o' üön diesem Betrag ver Familienmitglied des betreffenden Lekners für die Stunde erhöht wurde."Eltern, welche hebräische Lchrer benötigen, werden aufmerksam gemacht, sich wegen solcher un den' hebräischen Ledrerverband zu menden, da, nur die vom Verbände mit Legitimationen ausgestatteten Lehrer wirklich riyalistzierte K> äste darstellen. Hebrär'Le Lchrer, welchdem Verbände ' angehören wollen, haben sich samt ihren Dokumenten - denn Sekretärdes Verbandes, Herrn Dr. Z. Weinstein, 11., Stuwerstraße 50, Tür 14, oder m der hebräische» Schule. 11.. Große Mohrenpaffe 16/22, zwischen 4 und 8 Uhr abends : schriftlich oder mündlich zu melden und um die Aufnahme zu ■- ersuchen. ■■ * Heim für Mittelstandskinder. Das New-Dor?rr Komitee Vienna Children’s Milk Belief räumt in f tnem Heim m Ober-Lanzendorf Kindern des Mittelstandes im Alter von 6. bis 14<Jahren Plätze ein. Anmeldungen werden siden Montag und Donnerstag zwischen 10 und 12 Uhr im Bu> eau des Kinbrr--' wohlsahrtswerkes, 1., diaglergaffe t, entgegcngenouimcn. „ * Erhöhung der Höchstpreise sür Zündhölzchen. Die derzeit-oeltendcn Höchstpreise iür Zündhölzchen wurden an> Grund, d/r .Gestehungskosten vom Jänner l. I bestimmt. Infolge der seither - eingetretcnen namhaften Steigerung der Materalpreife .und Lahne iowie der Frachtgebiihi.cn stellen stch gegenwärtig die tatsächlichen Prod-uktionökosten der Zündhölzchen höher, als die amtlich.festgesetzten Hö'chsipicne. Die Höchstpreise iür Zündhölzchen mußten-daher gemäß den Anträgcn den Zentralpreisptüfungsko.mmrssion nen bem ffen werden. Danach beträgt der Höchstpreis für. eine Schachtel Schwedenhölzchm im Delarlvcrkauf iünftighin X 2, der Detmlve kau'svreis für eine Kavsel ungeschwefclter, an jeder Reibfläche rntründlicher Zündhölzchen, der so^ epaiMten Mikado- oder Ueberallzündcr, K3.50, sür eine Schachtel aeschwesilter . Zündhölzchen X 3, für eine Kapsel solcher ge chwefelicr Zündhölzchen X 4 50, sür eine Schachtel Ueberalstünder mit 700 Hölzchen K 19, sür eine Schachtel Schweden (Großformat) mit 700 Hölzchen. K 22 und iür «me Einzelvacknng der Pappe- und HolzUinder in Buchform K 1.7o. Die neucn Höchstpreise gellen für'sämtliche im Julande abgesrtzten Zündhölzchen ohne. Rücksicht auf ihre Provenienz. Wie bisher ist in den Höchstpreisen außer der Zöndmittelstcu r auch ein staatlicher Preisanieil «ikenthalten, durch besten Anrechnung sich die erwähnten abgerundeten PreiSansätzc ergeben. ., *, Kaltes Wetter i» Sicht. In Oesterreich herrscht l meist trübes, ziemlich kühles Wetter. In den südöstlichen Alven- > ländern sind gestern reichliche Niederschläge gefallen. : Auch Deutschland hat vorwiegend Schlechtwetter. Nord Deutschland hat stürmischen kalten Nvrdwestwind. Voraussage: Abnehmende Bewölkung. teilweise Ausheiterung, s e h r kalt. , ' * Schn ec fall in Kärnten. Aus K l ä g e nfur t, 24. d. M. wird gemeldet : Nach gestern nachmittags einfetzendem Regen erfolgte nachts starker Schneefall. * Fahrplimäuvermtge« bei den BnndeSbahiten. Im Bereiche der. Bundesbahudirektion Wien-Nordost trete» am :l6. d. ,M. (Wintetfahrplan) folgende Fahrplan änd erungen m Kraft, k.'Ptzr.,-..-vvp., Wm'Norhwenbahnhof. um 19 Uhr 22 Mm. adgehesiU Personenzüü Nr. 329 verkehrt statt wie bisherbis Retz bis zur Per" onendaltestelle Unter-Retzbich und trint daselbst um 22-Uhr SV i Min. ein. Der in Wien-Nordwestbahnhof um 8-- Uhr .15 Min. eintrcsiende Personenzug Nr. S2S 'derkehrt statt wie bisher von Netz, tchon von der Personen- Haltestelle Unter-Retzbach (ab 5 Uhr 12 Mm \ Ebenso verkehrt der in Wien - Nordwestbahnhof um 2) Uhr cintreffende Personenzng Nr. 328schon vonder Pcrsomnballestclle Unter-Retzbach (ab 16 Uhr 39 Mm.), der in Wien-Ostbalmhos um 9.Uhr cintreffende Personenzug Nr. 524 hält in der Person «»Haltestelle Ullrichskirchen (ab 7 Uhr 52 Min.). * Teppichdieb. Ein Gauner ftabl gestern auS der Wohnung des Max R e s ch, l>, Johannesgaffe 18. einen Prrserteppick/ K 150.00V' wert. Unter dem Verdacht des Raubmordes verhaftet. Vorgestern wurde in Wien em Mann verhaftet, der im dringenden Verdacht steht, m Budapest vor etlichen Monaten ein>'n Raubmord vcrübt zu haben. Der Mann ist der Sljährige Kellner Koloman S z r k e l h. Man iand bci ibm Notizen aus einer Budapcster Zeitung, die l,ch auf. den Raubmord beziehen, den man ihm zur Last legt. Danach würde am 27. März l, I. in Budapest eine Frau Ludwig B r e r t n e r, in grausamer Weise getötet. Der Mörder hat ihr mit ernem Manrerschlägel de» Kops emaeschlasm und ihr überdies vier Messerstiche' in die Wirmer M»rgr»zeib»«A 25. Oktober 1821 SeLe Ä — ---:-:--—;---—1-— -——-L. Brust bngebracht. Die Poll;cir>irkkrion bat sich «it de» n«ßarilchen Behörde« ins Einvernehmen gesetzt. * Falsche D»La,i»ote. Am 21. d. M. hat ein junger Mann im Ea!ä Wring wtner. N., Obere DOUNustraße, eiriem Gaste eine Banknote zu 100 Dollar znm Kaute angedoten. Er hat daiür nur X 270.000 verlangt. ES stellte stch heraus, daß die Note falsch «ar. Der iunge Mann wurde «erbostet. Er ist der 24jLdrige Elektrotechnikrr Paul S z l a u e r, XI.. Geiselbcrgsiraße 36, wohnhaft. JmSicherheitsburea« behauvtete Szlauer, er habe die Banknote im Mai d. I. im Bahnhof in Birleitz von ewem ihm unbekannte« Mann um XL 7v00 gekauft und bade sie für echt gehalten. Der . Behäuvtunm widerspricht die Tatsache, daß Szlauer die Note um einen Preis weit unter dem Tageskurse verkaufen wollte. Er würde am 23. d. M. dev, Landesgenchle eingeliefert. * Urania. Hmte, Dienstag, 5 Nbr (Großer Saal): Shackletons Südpolexpedition. — V-8 Uhr (Großcr Saal) Doktor Fiiednch Kronseder: Der Sinn des Leben-5. ~ Vrfi Uhr (Klemer. Saal) ^andesschülinsprktor Hokrat Tr Amon Becker: Die Umgebung von Wien, V. — Uhr (Klemer Saals Dr. Siegfried Bernfeld: Psychologie der Ernebpug. U- — 7«6 Uhr (Kurssaalt RegierungSrat Professor Alms Kunzfeld: Vom Mächenerzählen und Märchenilluffueren. -- 7?^ Uhr (Kurssaal) Universitärsproseffor Dr. Eduard Cahle: 'Das Ebeproblem bei Godthe, H. — 7-6 Uhr-(Klubsaal) Dr. Josef Zuth: Justrumm'lallurs für Gitarre- und Lautmspiel-1. — 7^8 Uhr (Klubsaal) ' Dr. Josef ZuthDas deutsche Volkslied zur Gitarre, Vitt.. -. - Berei«s«achrich/ten.'/ M ä d ch e u g r'u p p e des Verst n e s A.haw ath Z i o n", II.. Kleüre Zusahrtsüraße 160. Heute, 6 Uhr. Chaluz-. Simchas-Thora'-Feier. —- Heute, 7-? Uhr abends. B v r k o n-> ferenz der Wiener Nätionalfo.ndskomm i s s ä r e 'm Sitzungssaal ves' K e r e n K di e nt f t.6, U., Tabotstraiie 59. — Z t o n. A k a d. L a u d e ä ö e r b a n d.- Morgen. 8 Uhr abends, Sitzyvss, U-. Zirktisc>asse,i33. — Z i q tt i- ■ stischeAr b e' t s g e m e i n s ch a f t. Hcute, 6 Uhr abends. - Taborstrak?- : 0 a, Sitzung, zw der die Del aierten eingeladen sind. ' ' Dis- ErNährunD. Wer. MLEÄsricht. . . - In der Gvoßmarkthalle ermäßigten sich...gestern die Preise für Schafe um -15.- bis 30 Kronen, für Ziegen.um 20 Kronen per Kilogramm. Die -Preise der übrigen Neisch-- sorten blieben unverändert. Aus Jugoslawien sind heute drei Waggons mit 72 Fässern Schmalz augekommen-.'. Auf den Grünwarenmärrien waren die Zufuhren von Gärtnergemüse schwächer la:u?gefalleu, doch kontite mit den Vorräten das Auslangen gefunden werden. An Kartoffeln herrscht nach wie vor Knappheit. Mus Italien sind Zwiebelsendiulgen eingetroffen. .Obst ist iü genügenden Meugeü vertreten. Eier fehlten. Dre Preise blieben unverändert. Ausgabe vo« Korrdenvmrlch. Vom Bundrsministerium für Volksei näbrung wird verlautbärl: Zur Verdessecung der Milcbvelsorgung der Kinder in Wien werden i« Anschlnh an di am 22. d. M. eud gende Ausgabeperlvde.in der Zeit vom 2Z.d.M. bis -um 6. November ,245. und 2-1-6. Woche) neuerdings an die Kinder vom vollendeten erstem bis zum. voll endeten zweiten L benssabre je drei Dosen und vom wkllendrten'zweiten bis zum vollendeten sechsten Ledensfahre je cine .Dose Kondensmilch ausgegeben. Zur Ausgabe gelangt ausschließlich gezuckerte Kondensmilch. Der Preis der aus die MilÄarterr zur Abgabe gelangenden M-lch beträgt für Sie Mmdrstbcmittesten UM . fur-dre m»t. der Zusatzkarte für Arbeüslose be eilten Arbeilslosen'X 52, ür die übrigen Betugsinrecktigten X 78 per Dose. Die'Abgabe der entfallenden Quote wird unier den gleichen Modali'.äten ertolgen- Freie jiidische Volksblihne Bühne nnd DsNtsches Dsiksthsater. i (Zum ersten Male: „Der Pelikan", Kammerspiel in drei Akten von August S t r i« d b e r g.) Das Toben eines Dichters, der aus Verzweiflung über den ekelhaft grausamen Kampf der -beiden Menschentypen Mann und Weib, wre 'er ihn sah/ irre wurde. Die Heldin des Stückes ist eine Mutter, die Kinder gebar, um sie unter sorgsam dosierten Folterqualen heranwachsen zu lassen. Sie läßt sie frieren und hungew, nimmt tückisch den Speisen, die sie ihnen verabreichen muß, die. Nährkraft, praßt mit einem jungen Geliebten und wirft ihm ihre Tochter als Gattin hin. Aus einem hmterlassenen Briefe des Vaters exfährt der Sohn das Mariyrlünt/seines' Erzeugers, die Verbrechen, die diese Megäre in langen Jahren der Ehe ml den:' Gatten und mr den Kindern begangen hat. 'Da schließen Sohn und Tochter und Schwiegersohn, den sie/ auf ihre Seite ziehen, einen Geheimbrmd gegen die Rabenmutter. Der Kampf 'beginnt' älso-".'(zugleich wird hier^eine. Kostprobe dieses. Strindberg-Stückes. verabreicht)/! Die Mutter tritt ein - und setzt den dreien. -eine widrige, Grütze vor. Schwiegersohn: „Ich danke - schön!/-Ist es /Hafergrütze,- gib sie den Jagdhunden. Ist es Roggenb'rei, leg' ihn , aus dein Geschwür..." Die Tochter übernimmt nun die. Rolle der Mutter, züchtigt sie mit Skorpionen, der-Schwiegersohn zwingt sie mit eineut Knüppel, Dienstinagd zu sein, und rät ihr, aus dem Fenster zu springen, was sie auch schließlich aussührt. Vorher lesen ihr noch Sohn und. Tochter. die Leviten. In dieses Fortissimo des Hasses und der Anklage sind einige Takte linder Versöhnungsmelodie gebettet. Der Sohn erkennt, baß diese Mutter sür ihre perverse. Bestialität nichts kann, und die Mutter küßt ihm dafür-die Hand. Daun der Ausklang: Der Sohn zündet das Haus an. Jil einer poetischen Szene (manhar das Gefühl, daß der Anfall des irren Genius überwunden ist) umschlingen, sich Bruder und Schwester und verbrennen glückselig samt bresem Hause der Scheußlichkeiten. Sie fühlen endlich wieder Därme und Freude und mit dem Seufzer: . „Arme-Mutter, sie war so böse!" sinken sie nieder. DaS Kammerspiel» ist' phantastisch eingekleibet. Ueberirdische Gewalten greiferr ein. Sturmwind dttrchrüttelt die Szene, der SchanMtzthl, aus .dem der » He nt 6, 7 Uhr abends, im Fesissaate des ■ „Hotel Continental^, 11., Taborstrasse 7 / jMischer Liederabend Mlippa Sokplskaja Neues Repertoire mit Triobegleitung Karten erhältlich bei „Wr. Morjenzeitung“, II., Tabor« Strasse 1—3, Buchhandlung Löwit, Rotenturmstrasse 22 und an der Abendkasse. 9ass iij ate ’* m m :< m .an »■ ». ar; »'■ «. » tote Gatte saß, bewegt sich' gespenstisch, die Mütter hört ihr .Gewissen schreien, es geht nicht mit rechten Diitgen zu. Und die drer Akte werden von Klaviermusik begleitet,- die. sich mit den gruseligen Dissonanzen. dcS Textes verträgt, wie Mann und,Frau, in den.Werken Sirhckbergs . , . Aber dieses ungeheuerliche Stück wird im Deutftherk . Volkstheater großartig gespielt. Ein , rreuer Regiss^r, Hans . Br ah m, hat eine Reihe von. Darstellern zu Strindbergj . erzogen, daß man seine Wunder sieht. Erika Wagneo: ninrmt es mit der Eysolbt auf, 1« sie übertrumpft sie, weil sie dämonischer., Leidenschaft (die wir ihr nicht zugemutel hätten),' infernalische Reize ßewueugt. Strindberg-Darstelker, die ber dieser ersten Aufgabe nicht stehen bleiben sollteii, sind auch Herr Nowotny und Frau Waldvw, die den Wandeß vom gedrückten, farblosen, harmlosen Mäbichür zum - weiblichen Raubtier mimt, daß man erschauert. Auch Fräulein Markus in einer Episodenrolle waschechte Strindberg-Thpe. Nur Herr Zeteni us, im übrigen vortrefflich, /beeinträchtigt die Wirkung durch Moissi-Nachahmupg.. Szenenbilb, Tenrpo, . Lösung der BeleuchtungS-- srage sind durchaus gelungen. Ein Gespensterstück huscht vorüber'. Die Stimmen kreischen, die Musik, die anMngt, erstirbt immer, wieder in der giftigen Luft dieses Familienzimmers und per ergreifende Schlußtnatog ist in das strahlerü>e Licht der .Versöhnung getaucht. — Ein wertvoller Abend des Deutschen Dolkstheaters. i). A. y —- Wiener Ätadttheater (Gaftsviel des M o § k a n e r K ü « fl l e r t h e a t«e r s .D«' drei Schwestern" von A. Tschechow.) DaS künstlerisch ans solcher Höhe stehende Ensemble der Moskauer KSnstlertheaterS kann es rnhige» Mutes waO«, Tschechows eigentlich «ndravratische, ans ZustandSschildmrng «nd Menschenzeichnung ausgehende Stücke mit guter» Gelinge« ga spielen. Hier kann die Absicht, nicht Rollen darzustelle», sonder» v Menschen auf die Bretter zu bringe«, ihre schönste Erfüllung finden.. Die Aufführung der „Drei Schwestern" ist ei» Werk na* einem Guß. mit iemstem Kimstverstand gegründet und abgetönt, der Dialog in schönster Natürlichkeit abrollend, jede Figur «il einem sicheren Grundzng von AllgemeingSlligkeit. Die ewzelnen Darsteller hervorzuheben, wäre bei so hoher Gesamtleistung wirklich zwecklose Bemühung; dem Ensemble als ganzem gebührt dre schränkenlsse Anerkennung. ■—i'. Au« de« Theater». Fm Burgtheater gelangt morgen, Mittwoch; ..N o s m e r S h o l m" zur Aufführung. Anfang 7 Uhr. I« Oprrntheater geht morgen, Mittwoch, «Der K n h r e t q t n* t« Szene. Anfang 7 Uhr. In der B o l k 8 o p e r gelaugt heute, Dienstag, Felix Weinaartn.rs t n e f t « §* zum fünft« Male m t der Premiercnbesetzuna unter persönlicher Leituug des Komponisten zur Aufführung. Beginn 7 Uhr. An der Neuen W i e « e r D st h « e aeläugt Freitag den 28. d. M. im Rahmen der Nachtvorstellungen <10. Uhr) der dreiaktige Schwank ,Da8 Mädchen «it de« Gänse« sirß" zur deutschen Uraufführung. Gerichtssaal. Prozeß gegen die Tabakregte. Reiß u«d Krentner sreigesproche« — die Tabakregie verurteilt. Der Prozeß hat so geendet, wie wir VVN.alle« Ansmrg an vorausgesagt.haben. Die Angeklagten auf der heuftgien Anklagebank wurden fceigesprochen, die von der Oeffeiiti- . lichkeit Angeklagten, die Oesterreichische Tabakregie, wurLe verurteilt. > Es war uns schon nach den Ersten Zmgenemssasteü ' klar, daß eine Verurteilung der Angeklagten im Sinne der Anklage eine juristische Unmöglichkeit gewesen wäre, weil, das Gericht gezwmrgen war, die belastenden Aussagen der Zeugen bei der Polizei und in der/Voruntersuchung kritisch; - zu betrachten und sich der Airsicht anschließen konnte, daß durch ungeschicktes - Vorgehen der Polizeiorgane eine!Ä- - fangenheit der Zerrgen emg'treten sein sollte. Der ganze Aufbau der Anklage war verfehlt rmd, so paradox es' klingen mag, die Anklage war zu/ftüh erhoben; der Staatsanwalt hätte sich Beweismaterial beschaffen müssen, um na'chzuweisen, aus welcher: Grürrden die Angeklagten eine geradezu skaridalöse Bevorzugung vorr seiten der Tabakregie genossen haben, ob' ., es nur die bekannte Unfährgkeit der leitenden Direktoren war sde'p . ob -noch andere, schfverwiegendere Gründe Vorlagen, Jeder^ , falls aber hätte der Staatsanwalt die schuldigen Bearnir»,' und nicht gerüde die kleinen, wegen Amtsmißbrauchs mit1/ eigenmächtige Durchbrechung des StaatsmeMvpols gleichZeitiA!i auf dieselbe Anklagebank bri'ugea müffeu und ein ' V r urteilung- ' wäre Wer, und dM Nesühl der gxqiNÄdwe f X J I 77^07763