Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 983 (24.10.1921)
- Date
- 1921-10-24
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Wie«. Monra- 24. Oktover 1921 ftc. «8S ke«i«n?aett Personen, dir diS zum ovgenanntm Termin t^rr Jmmotriknsiemng nicht einaebolt haben, angenommen wird, daß sie auf den Schutz der königlich rumänischen Gksmdtschafr verrichten, und rS werden ihnen nach Ablauf Hirse- Termins keine Zeugnisse ns». auSgelolgt. * Die New Porter „Time»' «US Indilari«. Wie a«S New York berichtet wird, femte vor ku.zem die New Yorler »TimesdaS Jubiläum des siebzigjährigen BIstmde?; gleichzeitig sind 80 Jahre verflossen. seit die Zeitung von Adolf Ochs übernommen wurde. Er übernahm ein unbedeutendes, schwaches' Blatt, das sich unter seiner Führung znr wichtigsten und bedeutendsten Tageszeitung in den Vereinigten Staaten entwickelte. Heute har die New Yorker .Timeseme Auflage von mehr als 300,000 und wirft einen jährlichen Gewinn von 50.000 0o<> Dollar ab. Sie betzitzt eigene W ä l d e r und große Papierfabriken, sa daß sie gänzlich ans eigenem Material hergestellt wird. Adolf Ochs, welcher die .Timeszu solcher Entwicklung gebracht hat. ist Jude. Aber die New-Yorker. .Times-, deren Besitzer der Jude Adolf Ochs ist, ist ein eigentlich iudenfeinbttche- Organ. Interessant, ist.daß sie „grundsätzlich' die Berichte über die Judrnprvgrome und Jndenverfolgungen in Osteuropa in den letzten Jabren nicht abdruckt. So siebt dre vielzitirrte .jüdische Herrschaft' über die Presse an-, nicht bloß in New York. * «in Prachterzerrgnio jüdischer Haudferti-keit. Am Schemini-azareS, d. I. (Sonntag den 28. at'mds und Montag den 24.) wird im wiedereröffneten Leopolvstädter Gemeindetempel, II., Tempelgasse 3, ein vom Komitee kür den Wiederaufbau des Tempels gewidmetes Prachtvolles Porauches (Vorhang vor dem Aroun h.ckaudesch) zum ersten Mal in Gebrauch genommen werde«. Die A'beit stellt eine Schenswücdigkrtt dar und findet allgemeinen Beifall. * Wer Sr-sch-H«fch«mwh-rSrmsch deS MetzgermeisterS. Ans T e M e s v a r wird uns geschrieben: B.el belacht wird hier der Ueberrifer «nd die Geschäftktüchtigkeit eines christliche» Metzgermeisters, der anläßlich des Rasch- Ha'chanah-Festrs in einem hiesigen Blatte m aussallem Inserat .r einen zahlreichen jüdischen Bekannten em glückliches Nemahrwünschte. Es war immerhin noch taktvoll genug von dem Herrn Mctzgermeister, daß er nicht feinen „Verth, ten jüdilchm Kunden-, sondern ferne» jüdischen Bekannten den jüdischen Nrujabrsgruß entbot. Als Pendant hiezu erinnert man sich des ungarischen christlichen Gastwirtes, der sein WntShaus am Ende der Stadt hatte und gegen Ende des Sommers beim Ortsrabbiner e, schien und an ihn ehre« diesigst dre Frage richtete: ..Hochwürden, bitte grhorsamst, wann ist heuer der Tag, au dem die He>ren Jraelete« nur ber Christen esse» dürfen?' Was aber den Temrsvarer Herrn Metzgermeister bllrifft, so wrrd seme Sklbstlvsrgkeit ums» höher anzulchlagen s>in. als er nicht aus , Reziprozität rechnen und nicht erwarten kann, daß am 1. Jänner etwa die Talles- und Esroghänelerallen rbren liebwerten christlichen Bekannten öffentlich ein glückliches Neujahr wünschen werden. * Die jüdische WelthilsSzentrale für ukrainische jüdische Heimlose in Nnmünien. Das Exd«tkvkomiler der Mischen Welt Hills konferenz hat in Berücksichtigung der durch die rumänische Internierung-Verordnung äußerst schwierig gewordenen Lage der ukrainischen jüdische« Heimloscn in Rumänien eine halbe MrllionLer nach Bcßarabien überwiesen, um die Not zu mildern. Das Exekutivkomitee beabsichtigt überdies, einen Delegierten nach Bukarest und Kischenew zu entsenden, um an der Organisierung deS HilfswerkcS für die Evakuierten miuuwlrken. Glrichmltg wurde ein dringlicher Au'ruf an dre tüdiichen HilfSgeseUschastm ,n der ganzen Welt erlassen, diesen Unglücklichen, die von neuem den Wanderstab in die Hand nehmen müssen, zu Hilfe zu eilen. (I. C. B.) * Die Zionistische Gektron für die westlichen Be. zirke hielt Sonntag den 16. d M. ihre, ordentl'cke Generalversammlung ab. Das abrretende Präsidium erstattete den Rechenicha tsbrricht, welchem wir folgende Einzelheiten entnehmen: Die Sektion veranstaltete ,m abgelaufmen Ber-inSjahr zahlreiche Borträge. insbesondere der Herren Adolf Böhm. Dr. Roftnhek, Dr. Auerbach. Dr. Abcsis, Emanuel Reift, Professor Ehrlich. Professor Dr. Kellner, Oskar Goldschmidt usw.. über aktuelle politische und .zionistische Thmerr. Mehrere geiell,ge Ve> anstaltungen versammelten die Mitglieder bci festlichen Anlass n. Eine besondere Erwähnung verdienen die grvßangelegre M a k k a b ä e r s e i e r und die von der Leiterin der Frauen sektion veranstalteten K i « d«r r f k tt e. welche einen außerordentlich tu Zuspruch erfuhren, wie den« überhaupt die Fraueirsektion eine sehr rührige, segensreiche Tätigkeit cntfaltete, indem sie ihre Obsorge der vom Berem der Kruders r e u n d e untkrhaltrur« T a g e s h e i m st ä t 1 e 'widmete. Der Nechetrschaf sbericht fand rinn,Mist" Anerkenemitg. Dem abtretenden Präfmum «ur»e Dank und Vertrauen ausgesvrochen. Die neugewählte Leitung besteht auS folgende« Personen: Eleonore molen lo, Ebrenpräsiornlin der Fr.ruens klion, Berta Berger, Konzerte. Die Wahrung der edlen GesangsNnke, die aus der Tiefe - der Empfindung und aus der Höhe des Kömrens resultiert, ist selten geworden. Frau Else B. S ch ü ne ma nn verstehe ' es, ohne äußeren Apparat diese ideale Verbindung herzustellen; rem und keusch sang sie Brahms' .altd-eutsche Volkslieder, mit überströmender Wärme Lieber von Hausegger und Neger.. (Sitte ßlltstimme von seltener Schönheit, musterhaft in Worturrd Donbehandlung, und gleichwohl vermochte die Künftlerür den Kleinen Konzerthaussaal kaum ^ur Hälfte zu. füllen. ' Was sonst an Gesangsleistungen in der letzten Zeit geboten wurde, zeigt, daß auch der Konzertsaal im Zeichen der geschäftlichen Konjunktur steht und daß dar Konzertieren weniger an den künstlerischen als auch an den -materiellen Befähigungsnachweis gebunden ist. Fräulein Anni Stein sang mit netter, 'kleiner, halstger Stimme undhübscher Koloratur eine Anzahl Opernarien. Auch bei Melanie Gönczy hat die Stimme, namentlich in der Höhe, noch ifidjf den rechten Halt; immerhin bestrickt sie durch ihren intelligenten, liebenswürdigen Vortrag.' Auch ihr Partner - Kurtiesend gab sich alle Mühe, durch den Ausdruck . d^s Gesanges das zu ersetzen, was' seinem Bariton an Klcmg- . stille und Ausgeglichenheit der Stimme in Höhe und Tiefe .mangelt. — Immer häufiger begegnet man jetzt Ausländern auf/dem Konzertpodium. Einst war«: sie internationale BeMintheiten, heute sind es zum Teile Angehörige valutastärker Länder, die, wie bet Auktionen, so auch bei Vergebung der' Konzertsäle, mitbieten. Do.ro thy Nobson sang an zwei Abenden Volks- und Kunstlieder aller Mtionen, darunter französische, teilweise hannonisch interessante Gesänge von Bruneau, Ravel und Pierne. Die Säng.ri.i besitzt Geschmack und Temperament; freilich klingt die Stimme ermüdet und, die Höhe ist mitunter von, schneidender Schärfe. Alte und Mienen sftergexg einstig Dienstag den i. November 1921 .um 7 Uhr abends im Grossen Konzerthaussaal Psalmen-und Piopiietenaüenil x MITWIRKENDE : * Erika Wagner Ferdinand Onno (Deutsches Volkstheater) (Deutsches Volkstheater) Prof, S. Braslavsky Prof, Luis Dite (Dirigent) (O rge?) Gerson Margulies (Solo) Das Hakoah-Orchester Der Jüdische Gesangsverein , Volkstümliche Preise. KARTEN ag den Konzerthaudeassen, HL, Lothrinsrerstrasse u. I., Graben 28, „Wiener Modenzeitung“, II., Taborstrassei— 3, Jüdischer Hochschulausschuss, IX., Mariannengasse 32, Buchhandlung Löwit, I., Rolenturmstrasse 22, Kartenburean Aida, *11., Taborstrasse 7, Theaterkartcnburcau Gustav Schmid, L, Museumstrasse 8. 414 Dr. Desider F iedmann, Dr. He'nrirb »säst. Schristführer: Dr. Nyrbert Hoffman». Albi» Goldschmidt. Kassier: Theodor Rix. .Heinrich Storch. Finanzreferat: Borstand Nobeit Kien, Moses tfiffuiitfh). Direktor Kols W.chrha'ti-, Adolf Pollak. Bibliothek und Zeitunaswesen: Doktor Sacher. Bortragswesrn: Dr. Adolf Brandt, Dr. Leo Sonninschrin. Rndol» Langer. Sch ekelreferat: Ludwig Klug, Max Gold, Fritz Kl uh. Zäzil ie Spitzer. Soziale Fürsorge: S. M. Michelstädter, Emanuel Reiß, Leopold Herzl, R. Rativrecher. .NationalfondS- Dr. Paul Berger, Ing. Leo Schön, Sinnreich, Bomi'e, Verständig. D e z i r k s r a t e: Dr. Inmierglück. Dr. Schubert. Ohne Funktion: Arch. Kollsich. Emil Grätzer, Doklvr Fischer. * Dev Gs«mrtt«rq der RettungSgeseSschaft. Samstag hat die Bevölkerung Wiens gezeigt, wie sehr ihr die Erhaltung der Rettunssgrsellscha»t am Herze« liegt. Der Sammel'ag hat, die auf chn gesetzten Hoffnungen voraussick'l'ch voll erfüllt. Die Abrechnung wird wohl »och einige Tage in Anspruch nehmen. Immerhin sind der Gesellschaft b % zum Sonntag schon die E>- lagschelve aus rund i>00 Häusern zugekommen. Das Ergebnis dieser 500 tzaussammlnugen beträgt rund K 50\000. Danach ist mt Durchschnitt in jedem dieser Häuser etwa K 1000 aesammelt worden. Wäre dieser Durchschnitt bei allen Wiener Häusern zutreffend, dann könnte man allerdmgS auf ein Ett'.ägN'k von 30 bis 35 Millionen Kronen rechnen und die Reltunssgesellschaft wäre nach Sem heutigen Prclssatzr der Ersorderniffe für ein Jahr der Sorgen überhoben. * A«f »er $lttdft verhaftet. Am 31. d. M. erstattete der Direktor der Allgemeinen Handelsgeiellschost m. b.H., Josef Wnrngartner, IU, Fasangalle 27, im Sicherheusbureau die Änre ge, daß er von dem Jnhabev eines Geschäftes mit elektrotechnischen Bedarfsinrikeln, Paul Lobert, zwölf Kisten tlektroiechnischr- Material gekauft habe; die Rechnung bezahlte er mit K 150.000 bar und ein emS check auf K 250.000. ®ieÄtÄen hätten so fort von einem Spediteur übernommen werden kokken. Der Spediteur veiweigerte aber dieAus-olgung, da von Lodert über dieWarr anderwntig verfügt worden war. Die Firma Weingaitner hegte die Annahme,, daß Lodert, nur im Sinne hatte, das Geld auf betrtigeris^e Weise zu entlocken. Daher wurde seine Verkolgung eingeleitet. Er hatte am 21. b. M. mit dem v-ssug W-en verlassen. Seine telegraphische Anhaltung wurde verfügt. Am 22. d. M.- kam von der österreichischen Grenzpolizei Bahnhof Paffan dre Meldung hirher. daß Lodkrt, der zu Charlotlmburg geooren ist und 23 Jahre zählt, bei feiner Ankunft mit dem v.^ug in Daffau scstgefommen worden sei. Man iaud bei ihm euren Belrag von K 400.000, der beschlagnahmt wurde. * Forderungen der Hunadefttzer. Die Sonntag in der Volkshalle des nenev Rathauses ragende Versammlung des HanSbesl-erstandes ließ dem Bundeskanzler durch eine zehngliedrige Deputation'eine Entschließung übetreichrn, in der eine Reibe von Wünschen der Hausbesitzer, insbesondere bezüglich des Abbavks der Mlet-rschutzverordnnrig, der Regierung neue englische Lyrik Ißt Dowthy Moulton an ihrem Liederabend dar, auch neueste Lyrik von Warlock und Gurney sowie ein impressionistisches Gesangsstück mit Streichquartett des jungen Engländers Eugene Goosens. Auch' ber Miß Moulton stören allzu spitze Töne den angenehmen,.SSor« trag. — Biel Liebreiz entwickelte Else N y gren beim Vortrag schwedischer Volkslieder. Auch hier halsige TÜne, fehlerhafte Höhe und geringe Modulationssähigkeit. Immer wieder muß'über den Niedergang der Gesangskunst geklagt werden, der weder durch überfeinerten Vortrag noch durch Mätzchen aller Art ansgehalten werden kann. , Eine willkommene Abwechslung bot das Progrankin der italienischen ^Harfenistin Melia A l d r o v a n b i. Harfeuiunstc sind mit gutem Grund im Konzertsaal selt'n: Der zarte, unselbständige Klang der Harfe verflüchtigt sich allzu rasch in größeren Raumdtmensionen und die Kompositionen für Harfe sind recht spärlich. Bezeich,»enderweise war es der romanischen'Musik, mit ihrer Vorliebe-für exotischen Duft, Vorbehalten, eine Neubelebung der Harfe anzubahaen. Debussy räumt ür seinen Orchesjerwerken ber Harfe eine bevorzugte Stellung ein und feilt Jünger Ravel folgt ihm in seineni „Introduktion . und Allegro" für Harfe und Orchester. Si-gnorina Aldwvandt ließ hier die Technik und Nuancierung ihres Spieles in den leuchtendsten Farben glänzen und erwies sich auch in Konzertstücken von Saint-SaenS, Mareell Samuel Rousseau und Pierne 'als souveräne Beherrscherin ihres Instruments. . Im ersten Symphoniekonzert des Wiener Konzertvereines gab es infolge Erkrankung Ferdinand Löwes ein Gastspiel-des Wiesbadner Kapellmeisters Karl Schuricht, der als Dirigent des Wiesbadner Mahler-Festes weiteren Kreisen bekannt geworben war. Die Art, wie er die erste Brahms-Symphonie dirigierte, berührte sympathisch: Einfach und gradliriig, betonte er den starken, gesundanE Kern der Musik und leistete der BerbockWg Widerstand, - durchs will- Veite » zur Kenntnis gebracht wurde. Der Kanzler «ahm die Resokttiey mit dem Vertpreiben entgegen, sie im Einvernehmen mit den Ncffortm nisterien einer. gewissenhaften Prüfung zu unterziehen,' um so weit als möglich die vorgebrachten Wünsche erfüllen zu «können. \ * KnsieneiuLruch beim Lloyd Triefti»«. Im Laus« des gcstriqen Nachmittages und der heutigen Nacht waren ge-s wiegte Kaffeneinbrechrr am Werke, um die Kaffen des Lloyd Triestino, des früheren österreichischen Lloyd, auszuplündern. Heute um etwa 6 tZfjrftüfi wurde wahrgrnommen. daß die Türe res Bureans dieser Schiffahrtsgesellschaft, die vom Hose des . Hauses, I., Kärntner ring 6, m die Räume führt, erbrochen war< Man sab in den Kanzleien nach und fand im Kasseiiraum eine schwei e eiserne Kasse erbrochen. Die Schlösser waren ausgebrochcns die Pinmung auszeriff?n, der Tresor aufgesprenat. Dir Svuren! ber Tätigkeit der Schränker waren auf dem Boden zu sehen) der Sand der Panzerung, verstreute Papiere und Notm u»dj EinbrnchZwerkzenge. Vom Wachzimmer Nibeluugenqasse wurde das Stadikomnnssariat veEndigt, von dem sich Poftze-rar Dr. Hanusch an Ort und Stelle einsand und den Ta'besiand' aufnahm. Es hat den Anschein, als ob die Schränker mit eines autogenen Schweißapparates acarbctfel halten. Sie müssen sich schon gestern nachmittags ins HauS geschlichen und mit dex Arbeit begonnen haben. Ihre Beute war jedenfalls sehr beträcktt-' lick. Nach den bisherigeu Feststellungen dürften fremde V'.lnte«^ und österreichisches Geld in^der Höhe von mehreren Will-onel! Kronen fehlen. Der Einbruch war jedenfalls von langer Hau^ vorbereitet und fst von BeruiZichränkern ausgrführt. * Profeftor SteinaÄ bestöhle». Am 21. d- M iwurde in der Wohnung des Piofefsors Stnnach, si., Böcklin-' straße 53, ein D ebstahl verA>t, bei dem den Tätern ein öiti* * reihiges Perlrnkollier mit 106 bis 108 kleinen Perlen mit rechts eckiger Billlantschließe aus 15 Brillanten, und em antikes Arm^, band aus vier Riihen kleiner Perlenschnüre mit roftttknsöimig'-i- Schließe aus ad« großen Rauten bestehend, im Gesriwtwcrt vvn ' zirka 4(.0.lM gestohlen. Bou dem Täler fehlt bisher jede Spur. ‘ * Ci« Teleph»«g»»«rr. In der letzten Ze>t wurde» zahl« reiche Teleptzonautomat-'n di: Opfer eines GaunerS. der als Amtsperson in dcn Häusern erschien. Er gab sich überall für einen Angestellten der Telephonzentrale aus und hatte für jede» Abonnenten erfieulichc M>lteilnncei^; dem einen redete er tiu; daß tt komme, um euren Telephonamchluß hcr'nsi-.llrn, dem anderen, daß er neue Apparate Herstellen werde, dem drittes, daß er Telephone revarieren werde. Der Mann war sehr grduldia und horte die Ktaoen de.' Abonnenten mit größter Seelenruhe und Mitgefühl an und bewirkte, daß man ihm gerne m Anhoffung der veriprocheuen Herstellungen Geldbeträge, die er verlangte, aus'olgte. Da t.\ sich als Telephonarbciter ausgab, nahm er auch Telephvvbestandtrile mit. Lange wurde der Betküger vergeblich gesucht; Am 21. d. M. ist es gelungen, rhu auf der Wieden in der Person des 26jahrigen ChausieurS Johann Weißmahkr, XII.,- Schönbrullnrrstcaße wohnhaft, zu verhaften. Er w.rrd'e dem LwdcSqe'ichte emgeliefert, daS ihn zur Verbüßung einer dree^ monatigen Kerker strafe sucht. SLeVerfraZekaften. LrtxnSstewer. Sie können b;e Luxuswarenabgabe natürlich zum Verkanfspreis dazuschlaaen. Die 7°/öige Asgabe ist dann r.cchr von Hnnöert, fyndcrn in.Hundert zu berechnen, da' heißt, Sie müifen bei der monatlichen Abrechnung die siebenfache Sumiitr aller abgabepflichtigen E'nnahmrn durch 107 dividieren, "w. dcri Abgrbenbetrsg zu erhalten. — Bekenntnis. Das G sitz ist' zwar noch nicht kundgcmacht, es ist aber gewiß, daß die Bekenntnis iri st zur Einlomm-nsim-'r für 1920 allgemein bis 1b. November: Oeilaua^rt lotiö. — BlUiL-Mettz. Wenn Sie üoerhanpi noch nie einen Erwrrbsteuer-Zahlungsaufttag erhalten haben, können Sie auch nicht voremzahlen. Fragen Sie jedoch bei der Steueradmini» straiion. Ihres Bezirkes nach, wo man Ihnen sagen wird, ob Sie schon veranlagt sino und welcher Steuersatz Ihne« zugewiesen wurde. — Albert F. Die Brötokollierungsgfllcht bcsieln, wenn die jäh'.liche Erwerbsteueroorrchrerbung mindestens L 180 beträgt Daran 'ft noch nichts geändert. — Anleihe. BiS 21. Dezember bei der Srenersdministrarion. DaS Ansuchen um Urbernahmr der Kueasanleihe muß mit den Nachweis der seinrrzeitigen Anmeldung zur Vermögeusausaabe il9l9) und des Heimairechtes belegt sein. — Inventar. Die Abschreibungen könne« «ach -er bisverigen Praxis der Stearrbehörde« nur vom ursprünglichen Anschaffungswert vorgenommen wechm. Einen Fonds für Neuanschaffungen können sie durch Emfü^ung eines besonderen JnventarerneueiungskontoS schaffen. — N. Nur bei einem embekannten Einkommen über 2(01.00 sind die Stenkradmimfiraiivne« o»c* pflichtet, die Höhe des voreinzuZahlenden Betrages über Ansuchen -bekann'zugebea. »n«»»»«iiaHiii hiiubswrr.ua»rrnmu».ma'j»im.ian,iiuFMmiu.ajnflWJNr?jy.g "»mw kürliche Tempi, und Entdeckung von Nebensttmuren den alten Brahms in moderne Go Wandung zu zwängen. DieHia'nstm des AbnrdZ, Karvline L a n kho nt. spielte Beethovens B--Dur-Konzert mit solider Technik und '^gutem '. Geschmack in ständigem Kampfe gegen die dem KlavierspielÄ feindliche Aknstik des großen SaalE '/—Auch die aus-- gezeichnete Prariiftiir Marrelle Cheridjan-lCharrey tat nicht' gut daran, to.'eöer im G.offen KonzerthmrSsaak zu konz^rLier.'n.-- Ihre.perlende Technik, ihr reifes, musikalisches' Versjä-:.--:-.iK/r.: und ihr wärmer Ton hätten im kleineren Raume noch wertK besser gewirkt. — Eine starke pianistische Begabung ist Fräulein Lnpka Kol-essa. Beethoven spielte sie mit hübfthem Ausdruck und in Liszrs . H-Fl-loll-Sonate känrpfte fit. ioic tit;> Erz gepanzert; ab?r rvft in W-ssil BarwinskiS Präludie r eab die ttefpoetifthr Wiedergabe der weichet: slawischen Melodien in Verbindung nrit d-w mädchenhaften Erscheiitung rnlt cen grpßeu Kinderangen ein Gesamtbild von schönst >r H /.ino . e. - Dje ' neue Trioverornignng < L a fite-S tw e r tka- Kreisler wrrd von ver überragenden Personiichteit o.'s Herrn Karl Lafite geführt. Die drei Vollblutnuis ker spicli'u Trios von Bottmaern, Schumann und Srnetana im Geis:« vollen künstlerischen. Einverständnisses und auch das zahlreiche Publikum bekundete sein Eirwerstärrduis durch herlichen Beifall. — Auch die Pianistin C'sin Kaufler nno die Geigerin Erny Alberdingk haben sich zu künstlerischem Bundes veveiiügt. Die beiden jungen Damen, di>! in Mo-.ar'> G-A)ur-Souate recht unruhig spielten, werden wohl bei ihrer^ Musikalität bald die nötige Einsühüing ineiirander gewinnen. Der Cellist Stephan Ander ist sehr jung und hat rrvch Zeit genug, sein virtuoses Spiel in: Tone iveiter zu vervoltlkominnen. Reicher Beifall lohnte ihm ebenso wir dem Geiger Heimich Schwarz, der unter Mitwirkung eines StaatKope^norchesiers Mozarts D-sDur-Konzert mit schönem Gelingen zuy: Aortraa brachte. i Dr. Erwin Felder, i