Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 979 (20.10.1921)
- Date
- 1921-10-20
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Jfe. 179 Ästen, Donnersrag Wiener °Msr§e«zerrn«K 20. Oktober 1921 »einlichste« Situation verkleid e», mag die semeinnßtzige Oraaniation schauen, wie sie weiterkommt — die Herren Otto Hoffmänn fc Co. h >ben Zeit. Es muß 8ber angenommen werde«, daß, «och he die Gerichte über dieseunrrhörre Gebaren ihv U-teil sprechen verden, die Börsekammer der genannten Firma geschäftliche Antändigkeit bribringe» wird. * Balutenkrisemred Käufer-n«ik. In dem am 16. Okober veröffentlichten Artikel de- Herrn Ksmmerzia'.rais Karl Tlein haben sich einige sinnstörende Fehler rinacschlichen, .* btc -iemit richtiggestclll seien. ES soll im Beginn des Artikels heißen : ^Zunächst wurde durch die Devisenzen traledie TanfmannSwelt seinerzeit daran verhindert, sich rrch> iking mit au-landffchm Valuten zu versorgen." Ans Seite 2, Zeile 12 von oben, ist zu lesen: ,Eiir g r o fr e r. T e i l der isterreichischen Industrie hat eS verstanden -. * Jüdische Aerzte a»S Polen. Heute, 7 Uhr abends, indet i m C a s 6 Klinik, IX., Spitalgaste, eine Besprechung rer Aerzte und Absolventen der Medizin aus Polen statt. Mit Rücksicht auf die dringende Angelegenheit ist zahlreiches Erscheinen «forderlich, * Organisation dev Wiener Journalisten. Morgen. Donnerstag, um 7*4 Uhr findet i« Journalistenzimmer des Abgeordnetenhauses eine Delegiertenkonferenz statt. Die Tagesordnung ist ungemein wichtig. Die Herren Delegier!en der Tageszeitungen werden namentlich - ersucht, voll- Mig zu erscheinen. * «egrSbniffe am heuttgeu Tage. A l t e r Frie d-- b o f: 9 Uhr Lrttnik Regina, 9 Uhr 30 Min. Müller Simons!0 Uhr Blöch Rosalte. — NeuerFr re dhof: 9 Uhr 30 Min. Alter Mathilde, 9 Uhr 40 Min. Feldmann Nerri, t0 Uhr Jellinek Rudolf, 10 Uhr 20 Min. Lachs Leon, 11 Uhr Weiß Alexander. * «in «««es Sern« gegen Blatter«. Aus Santiago «ird gemeldet: Der Svezialist fiic Bakteriologie Atr>a hat einen neuen Mikroben der Blattern entdeckt. Die Uebertragnngen - durch Krankenblnt, die gemacht wurden, haben zu 100"/, besrtedlsende Ergebnisse gezütrgt. . * Grnndn«t«s<rst. Der durch seine Humanitären Bestrebungen bekannte Gcselligkcitsveretn KameradschaftZbund. veranstaltet am 23. d. M. in den Pt^cktsälen des Holef Bahrischer Hof sein I. Gründungsfest, verbunden mit einer - Theateraufsührung „Die Brautschau", Posse von Josef Armin, unter der Regie veS Herrn Willy Weiß. Besinn präzise 7-7 Ulrr. Karten zn K 60 und 50 bei Finna Landesdaum, Halvern & Komp., II , Große Pfarrgaffe 18 : Kartenbnreau A'.da. H.. Taborsträße 4; Kartenbureau Rosenchah XX., Wallensteinstraße 24, sowie täglich ab 8 Uhr im Klublokal Caf6 Adler, l, Schottenring 12. * Postpaket« «rkehr nach Rumänien. Der-Postpaketverkehr nach Rumänien auf dem Wege über die Tschecho-Slowakei ist eröffnet. Vorläufig sind nur Pakete bis zum Gewichte von einschließlich 5 kg ohne Wertangabe zngelaffen. Den Sendunöeü sind zwei'Zollerktärungen beizugeben. Die Belastung der Sendungen" mit Nachnahme und dir Bei-abe von Zollfrankorelteln ist nickt zulässig. Dir Gebühr für dre Pakete be.rägt X175, für Sperrgut X 835. Shackletons Expedition. S h a ck l e t o .n hat noch Ausbesserung der Schäden/ die sein Schrff erlitten hat, die Reise' «ach dem Südpol fortgesetzt. * Der Brand in der Bndapefter Luisenmühle. Die „Ungarische Rnndschsn' meldet über das gestrige Großfeuer in der Lmsertmühle ans Budapest: Der Feuerwehr rst es. gelungen, das Maschinenhaus und das Getreldrdepot zu retten. Im Grlrerdrdepot befanden sich Iv.Ovy g Weizen und mehrere Ir.OO Mehl. Ich Keller des MühlengebäudeSbefanden sich 2Oo Waggons S a l z/ -welches.MrVerfügung der ^Britisch-ungarischen Bank ,bott eingelagert war. Das Salz ist vollkommen vernichtet. Am zwei Uhr nachts sind die Mauern der Mühle eingeftürzt, zwei Mühlenarbeiter erlitten schwere Brandwunden. Die Tausche,-daß in deck letzten zwei Tagen drei Großbrände in der Haup.stM ausgebrochrn sind, laßt-die Vermutung aufkommen, daßeS sich um s v si e m a t r s ch e B r a n d l e g n n g e n bandelt- Es wurde auch testgestellt. daß beim AuSbrnch' des FeuerS kein Wasser zur Verfügung stand. 1 wetz« : Emrope." Zür-i ch-Wien-Derlin. ' Ehkft redakteür Dr. Paul' C o h «. Das soeben znr - Ausgabe gelangende Oktoberheft enthalt unter ander ein folgende interessante. Beiträge: ^Selbsthilfe" von Arduus, -Westungarn" von Rudolf Olden)' ^Rußland' und' Europa" von Gräfin Hett'a Treuberg, „Die letzten Tüge U" von 'Prinz Ludwig Windsschgrätz, „Frankreichs Urteil über-Oesterreich" von Pros. Dr. Ferdinand Winkler, „Die Fron im Staate" von Gertrude Paer' «sw. Bestellunge« an Verlag Karl Konrgev, Wien, l-, Opernring 3. . * Aratria. H ent e,. Donnerstag, 5 Uhr, (Großer KaÄ' SbücktetonS Südpolexpedition. — 7,8 Uhr (Großer SaälHkDüm erster?-Mal: „Dar grobe Hemd". (Wanderbühne.) — (Klei-üer Saal) Dr. Helene Anderle: Physiologie > stutz Hygiene, der Frau, IV- 7--. 7,8 Uhr (Kleiner Saal)' HofrU Uttio.-Prof. Dr. Michael H a b e r l a d t: Die Erfdisschet" dU Aölkcrlebens.. — Vg9 Uhr (KrnZsaal) Architekt Pros. OthnE L.e i x n e r: Die Entwicklung der E-tadtbaukunst, I. — V,8 Ustr (Kurssaal) Universitäts-Dazent Dr. Artnr Wagner: Wetterx!unde,.VI.. — l/,6 llhx, (Klubsaal) Otti Hey: Zweiter Hugo Wvls-Abend. — V28 Uhr (Klubsaals Prost Richard Wicke nh. a u s'e r: Musik- und Harmonielehre, I. * Wävenverschlepvnngen. Bei der Firma Poppe pH Bx ra er, U, Saürorgasse 1/ die!Wolle und Strickwarcn ' vhrt/kamen in den letzten 3 bis 4 Wochen fortgesetzt: Diebstähle an Waren im Gesamtwerte von etwa X 100,000 vor. Am 17. d. M wurde als vermutlicher Täter der bei der Firma be-- ^icusi-'te I7jäbrige Praktikant Johann S ch ö n t h a l, U., Sorittgergaffe 8 wohnhaft, verhaftet. Er gestand, eine größere Menge Wirren aus dem Geschäft eniwmdet und einem ' ünpilllNuten Mann um X 10.000 bis 12.000 , verkauft m haben. Der Käufer wurde in der Person des 29jährlgen Schloffergebilfen Karl Kolarik, II.. Untere Augartenstraße. 42 wohnhaft, verhaftet. Beide wurden dem Zandesgerichte ringeliefert. * Die.««erwartete Rüchrlrehr. Der auf dem Neubau wohnhafte Sohn eines Beamten hatte die Abwesenheit seiner Elicnp benützt. um mit der 21jährigen Anna E b n e r. XVItl , Drmp'chergaffe 8'wohnhaft, zarte Bez'ehunaeu anzuknüpfen. Ec lud. vns Mädchen ein, in der elterlich'« Wohnung zu Hausen. VierzelmMage währte die Lirbesidtzlle. als plötzlich und ganz unn.ern'iutit die ' Eltern des jungen Mannes zurückkehrtcn. Die .Ukbcrraschung war auf beiden Serie» groß und peinlich, und die Ebner nahm in ihrer Verzweiflung über die unangenehwe Lage Beronal. Sie wurde erst inS Sanatorin« L ö lv und dann in die Wohnung gebracht; als die Eltern des j'rügen Mannes rn der Wohnung nachsahen, benrerlten sie den üft.zai'ig von Juwelen im Werte von K 200.000, die nnr der.nnrrwüii'chte Besuch gestohlen haben konnte. Die Anzeige wurde av das Polueikommisier at Neubau erstattet. Dieses ersuchte das Polizeckommiffarlat Währing darum, bei der Ebner eine HauSdprchsuchung vorzunehmen. Dabei wurde ein geringer Teil der Juwelen sichergestellt. Die Ebner wurde inS Jnquifitenspual drS LändeSgerichteS gebracht. . Bereins«achr?chLe«. Jüdische T i s ch g e s e l l s ck a i t Landstraße. Heilte um V-9 Uhr abends Zusammenknnst im Caie Gartenbau B u.k 0 w i n a e r jüdisch e n a k a d e m i s ch e n K 0 rp 0 r a t i 0 n e n treffen sich Samstag, 8 Uhr abends, im Caf6 B-ilüst, IX. Alselstraße (Teich der Jordania. -—Jüdischer A k a d e m l s ch e r T c ch n i k e r v e r b.a n d>' Alle Ho-er der technischen Hochschüle, deren Studiengeld-GleichsteNungsgesuche abgrwiescn wurden, werden arffg'fordert, selbe qm '20, oder 21. d. M.. 10 big 12'Ubr,im Sckret-rriat' lN.. Rcisnerstraße 28. zwecks Unternehmung eines gemeinsamen SckrittrK obzugeben. Die Gene>alversammlmrfl des Jüdi'chen akademischen Trchnikerveibandcs.sinket am Samstag den 23. d. M., '/-,3 Uhr nachmittags. >m Cas6 Klinik, IX.. Spitalgasie, stast. Paläsi^na-Sektron des Jüdischen nlloeineinen T> chnikrrveibon'es. Erste.rZusainmenkunit am TonnerLtag^ den 20. d. M.. 7-Uhr im Verbanvsheim. — Jüdische Volksbibliothek Zion. U., Glockengüsse 30. Heute. V28 Ubr al-ends, Ausschuß. — Seniorenv e r b a n d d e r Z. M. V Heute. V-8 Uhr abends. IX., Nuß- .^forserstiaße 61, Parteiftenerablieieruug. Die ErRährMU. " —:- . ■ > . Schwache PrersrrsckZarrge im Grotz^Ndel. VoAständige B«he ayf de«,Märkte«. - Der gesirrge Tag brachte weitere leichte' PrerSrückflänge für emrelne Fletzchsorten im Großhandel, die allerdings keine Vrranderunfl der Presse im Detailverkaut mit sich brachten.' aber ein Abbröckeln der Presse auck im Derailhandel erwarten lastin. Rindfleisch ist in sogroßen Mengen angeboten, daß ein Teil der Vorräre imsesichts^drr schwachen Kau'krast der Bevölkerung «»verkauft blieb. In den übrigen Fleiscksorten war das Angebot gleichfalls ausrcicheno. Nur m Feil stoffen herrscht naM wie vor Mangel. Im Großhandcl verbilligten sich in der GroM Markthalle mindere Sort-.n von Rindfleisch »m K 10, mtnbeic, Kälber um K 10. Teui er wurden Schafe um X 10, Rind?- innkreicn um X 20. Ziegen um X 20 per Kilogramm.^ Schmalz notier'e unverändert mit L 9'i0 bis X 960 per Kiloaramm. Gezrn d'e Vortaoe warm die Fischmärkte bcsser beschickt. Seefische kosteten K v20 bis K 260, - lebende Kcnpfm X 430, iotr Karpfen X 3h0 per Kilogramm. Der Verkehr war sehr lebhaft. . . Auf dm G r^ü n w a r e n m ä r k t e n reichtur dir VorrcitrchiS auf'KartoNeln, an denen «eiier Mangel herrscht, für drn Bedarf aus- Die Presse blieben unverändert. Dir Zwie^elriot^ ist ailgenblicklich durch bessere An'iincke. namrntlich italienischer Zwiebel, gemildert. Eier selten auf den Märkten- Auf allen Markten herrschte trotz des lebhaften Verkehrs vollkommene Ruhe. Drr Verkauf von Kartoffcln vollzog sich zwar stellenweise wieder vntrr lebhaften Anstellurrgm, doch wmde die Ruhe nirgends gestört. ' . Fettausgabe. Wege« ^eingetretener Stockungen i» der Fcrbiikation können die städtischen Äbgahestellen in duser Woche nicht rechtzeitig mit dem ravonierten Psianzensett beliefert werden. Dre Verbraucher werden daher die Feitquote voraussichtlich erst anfangs nächster Woche erhalten. 1>««»»«»/»«»«» Dienstag den 25. Oktober 1921, 7 Uhr abends, im Festssaale des „Hotel Continental“, »L, Taborstrasse 7 Jüdischer Liederabend ipra Sokolskaja Neues Repertoire mit Triobegleitung Karten erhältlich bei „Wr. MorgenzeitungI!., Tabor« sirasse1 1—3, Buchhandlung Löwlt, I., Rotenturmstrasse 22 und an der Abendkasse. osss ■«■■Hl VRhNL Mtd Kmrft. Ass den Theatern. Jrn Bnrztbeater gelangt «orpen, Freitag, „W i lh 11 m % 11 i" zur Aufführung. Anfang 7 Uhr. Im O p e r n t h e a t e r geht morgen. Freitag, „D'o » Inan" in Szene. Anfang 7 Uhr. In der V 0 l k s 0 p e r geht beute,. Donnerstag. Wängarlners „G-e n e s i u 4" mit He,rn Lußmann m drr Titelrolle sowie -en Damen Rantzau und Gelter und den Herren Brand und Rlttersheim in den Hauptrollen in Szene. Dirigent: Herr Direktor Weingartner. Veg'nn 7 Uhr. Jm DeutschenBolkstheater gelangt Montag den 34. d. M. um 7*7 Uhr Anzengrubers Bauernkomödie .Die K r e n z e l s ch r e e b e r" znr Auffühning. Für diese Vorstellung gellen volkstümliche Preise ohne Vsrmerkgeböhr. In den K arn m e r fp i e l e n steht das Lustspiel »Dia fünf Franks nr t er" Fretzaz den 21., Samstag den 22., Sonntag den 23. d. M., 7 Uhr abends, auf dem Spirlvlan. Für Montag den 24. d. M., 7 Uhr, ist das Lustipicl m T e etisch" angesetzt. 9» der F r e i e n j ü d i s ch e u Volksbühne wirb heute neu inszeniert Schalvm Asch' „Gott der Rach«" mit Paul B a r a t 0 f s (Ben-Zwi) in der Rolle des Jankrl Schapschow'c; anfgesährt. Beginn 7-8 Uhr- Im Wrener, Stadttheater beginnt bente. Donnerstag, das Gastspiel der Mitglieder des Moskauer Künsilertlraters. Zur Ausführung gelangt A. P. Tschechows Komödie ^Der K-irschgarte n". Samstag den 22. d. M., 7,8 Uhr, wird die jugendlich« Tanzkünstlerin Annie L i e s e r im Großen Saale drr U r a n i a Mozart, Schumann. Chopin, Grieg, Lanner, Johann Sbauß, Tschaikowskh, Glazounow, SibeliuS «sw. tanzen. Mitwirkend: Das Urania-Orchester. Freie jüdische Volksbühne!Äfer,«i! ™ubr. Keulnusniert: Gott der Rache Drama in S ALtra Ton Schalom Asob Gerichtssaal. Die TabakschleichhSndler. Im Lause der gestrige« VvrmittagsverhvNdlMtz ereignete sich ein aufregender Zwischenfall. Ein Arbeiter der Tabakfabrik in Ottakring, der als Zeuge vernommen und dem vom Vorsitzenden nnd vom Staatsanwalt vorgeworfen wurde, baß er mit der Wahrheit nicht Herausrücken wolle, siel plötzlich ohnmächtig zu Boden und mußte aus dem Saale gebracht loerden. - Der Feuerwächter in der Tabakregie Emmerich Göth gab an-, es sei ihm bekannt -gewesen, das- Kompensationsgeschäfte mit Rauchwaren gemacht wurden. Näheres weiß er nicht. Der Zeuge erzählte dann, daß zwei- bis dreimal' in den Abendstunden ein mit Dabakwaren beladenes Auto in die Tabakregie gekommen sei. Die Rauchwaren wurden ab geladen rmd einmal in ein Zimmer gebracht, das andere Mal ans dem Gange stehen gelassen; was mit ihnen weiter grschehen. sei, wisse der Zeuge nicht. Für seine Mitarbeit - beim Abladen erhielter 1000 Kronen. — Do rs./ Bei der Polizei haben Sie mehr gewußt. Da sagten Sie, daß Reiß ans Geheimhaltung der Transporte ge- 'drängt und auch bemerkt habe, man solle keinen Lärm' machen. ~ Zeuge: Das ist nicht möglich, d-rch ich das-: gesagt habe- Im gleichen Sinne sagt der Feuerwächter Josef - Port sch k 0 aus. Er hat allerdings davon reden ge- - hört, daß im Hause der Dabakregie ei« Handel mii- Rauchwaren getrieben werde, selbst aber hat' er dies nich t gesehen.— Bors.: Vo-n wem habenvSie das gehört? — Zeuge: Es ist halt so durcheinander geredet worden. — Dieser Zeuge hat von seinem Arbeitskameraden Nachtnebel für seine Beteiligung an-: dem'Ab laben der Rauchwaren ebenfalls 1000 Kronen erhalten. Der Feuerwächter Karl Tillig kennt die beiden Angeklagten von der Dabakregie aus. —Vors.: Was hatten die Herren dort zu tun? — Zeuge: Ich wußte, daß sie uns Lebensmittel liefern. Auch, dieser Zeuge, hat davon. reden gehört, daß im .Havannahof ein Handel mit Tabakfabrikaten getrieben werde, persönlich aber nich^ davon wahrgenommen. Herrn Spergel, sah. er öfter .dort umhergehen. Für. das Abladen-der' Rauchwaren -hat, auch dieser.Zeuge, von Sperg«ä 1000 Kronen-erhalten. — SitaaLsanwalt (zum Zeugen): Sie haben die Herren im Hofe ch-ruchgehen. sehen^ was -machten.sie denn dort.?- Haben sie vielleicht frische, Luft Aschöpst? Es : isteine Komödie, die. Sie., hier aufführen. — Ze.uge (erregt):- Soviel Zeit hatte ich nich t, daß ich. zu schauen konnte, wenn die Leute , dort, geschachert-haben. - Dr. Preß bürge r: - Ist Ihnen der Gedanke vom Schachern erst nach Ihrer - polizeilichen Einvernahme aufgestiegen, oderdachten -Sie schon früher daran? Zeuge --(gemütlich):. Na, dashat mansich Wan, denken können,-was die dort gemacht haben. Der Zeuge erklärt-schließlich,- daßer weder den R>riß, noch den Krentner gesehen habe. Dagegen sei Spergel öfters dagewesen. Als nächster Zeuge wird der Fester Wächter Josef Nachtnebel einvernomnten. — Bors.: Ist. Wnen bekannt, daß in einem Hofe, der Tabakregie ein Händel mit Rauchwaren. getrieben wurde? — Zeuge: Im Hose nicht. Wenigstens nicht so, daß man gesehen hat. Vors.: Ist Ihnen bekannt, baß von einer Börse im Havannahof gesprochen wurde? — Zeuge: Jaivohl! — Vor s.: Wissen Sie aus eigerrer Wahrhehmuug etwas? — Zeuge: Gesehen habe ich. die Leute, was sie aber gemacht haben, iveiß ich nicht. Zstschauen oder Zuhören haben sie mich ja nicht lassen. Der Zeuge hat gesehen, daß Spergel öfters Schachteln mit Zigaretten in der Hand gehabt hat, aber nie bemerkt, daß er größere Partien von Rauchwaren an atidere Leute abgegeben hat. Auch, diessr Zeuge hat sich ein-- mal beim Abladen von. Rauchwaren beteiligt, die angeblich von Hainburg pew Auto nach Wien ist die Tabakregie gebracht worden sind. Für seine Bemühungen wurde er von Spergel bezahlt. Dev Angeklagle Krentner gibt jetzt auf Befragen des Vorsitzenden zu,, daß er einmal die Ankunft eines mit Tabak beladenen Autos den. Feuer- Wächtern in der Dabakregie avisiert habe. — Bors. (Z^m Zeugen Nachtnebel): Auch Sie haben b>2i der Polizei ganz anders ausgesagt. —Zeuge: Die Sach» ist so gewesen: Man hat mich dort gefragt und immer gesagt: „Net wahr, so wird's gewesen fein?" (Gemütlich): 9ta, und da Hab' ich halt geantwortet: „Na, wahrscheinlich wird's so gewesen sein." Der Zeuge gab Wfteßlich an, daß er zwei- bis dreimal' im -Autourvbil Nauchwarentransporte bis mach Brmck an der Leitha befördert hat. — Vors.: Was geschah dort mit deu Rauchwaren? — Zeuge: Sie wurden im Hofe der Bezirkshauptmanuscha ft untergestellt. — Vo rs. (fragend): Im Hofe der Bezirtshauptmannschaft? — Zeuge (verlegen): Ja, einmal ün Hofe der Bezirkshauptmamrschast, ein anderes Dal in einem Gasthaus. Wir brachten daun Fleisch nach Wien zurück. Es wird hierauf der Zeuge Friedrich Weber. 34 Jahre alt, Arbeiter der Tabaksabrik in Ottakring, ■sucht Beste in Herren* u. Damenstoffen finden Sie am günstigsten bei Kam FrieiWien!W'*W8raiM