Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 979 (20.10.1921)
- Date
- 1921-10-20
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Kr. 9t9 Wer», Vvnnersrag Srcrrer Wrorge»zeit»«g 20. Oktover ISN Sette 9 Palais Koburg Antike und moderne Kunstmöbel! Dekorationen, Stoffe und Tapeten HALASI & Co Telephon 56-10 bei ihrer Eritschridsns — bei der wesentliche Voraussetzung war. daß der Beschwerdeführer die-sterreichische Staat S* h Sr-trschaft nicht besitzt — die Angaben des Beschwerdesührers ««berücksichtigt gelassen hat. Denn diese ginge« dahin, daß er schon vor seiner Abschaffung durch Option auf Grund de- Staat-Vertrages von Sainl-Ger«ain die österreichische Staatsbürgerschaft erjw o r b e« h ü t. Die Behörde hätte die Entscheidung darüber, ob diese Option zu Recht erfolgt ist, in welchem Falle er schon von der Optio« an als österreichischer-Staatsbürger irizulehm gewesen wäre, so daß seine Abschaffung ans Oesterreich nicht mehr hätte verfügt werden könne», a b w a r t r« müssen*. ff Telegramme. Die Bereinigten Staate», »ad das Palästina-Mandat. Washington, 18. Oktober. (Iüd. Korr.-Bur.) Im Zusammenhang mit der bestehenden Abrüstungskonferenz und mit den Gerüchten über einen angeblichen Einspruch Amerikas auch gegen das britische Mandat über Palästina gelang es dem hiesigen Vertreter des Jüdischen Korrespondenz-Bureaus, an zuständiger Stelle folgende zuverlässige Informationen einzuziehen: Ls sei zunächst unrichtig, daß die einzelne Territorien des früheren türkischen Imperiums umfassende^ Mandate der Klaffe A auf die Tagesordnung der Abrüstungskonferenz in Washington Überhaupt gelangen werden. Auf dieser Konferenz werden bloß die Mandate der K l a s s e B, und zwar jene, die den Süden und die Pacific-Inseln tangieren, behandelt werden. Die Konferenz wird ihre Aufgabe auf die Fragen der Abrüstung sowie auf solche des weiten Ostens und des P a c ifies beschränken. In den führenden politischen Kreise» Washingtons besteht keinerlei Absicht, irgendeine andere Frage zu behandeln. Was. die seinerzeitige Note des Staatssekretärs Hughes an die Alliierten bezüglich der Mandatsangelegenheit im allgemeinen betrifft, so muß entschieden festgestellt werden, daß diese Note sich dem Palästina-Mandat als solchem oder dem Mandatprinzip als Ganzem, auch nicht im geringsten widersetzt. Die von vielen Zeitungen ausgestellten Behauptungen über die Stellung der Vereinigten Staaten zur Frage der Kapitulationen sind entschieden unbegründet. Die Note hatte lediglich den Zweck, den Vereinigten Staaten in jenen Gebieten die gleichen Rechte wie de» Mitgliedern des Völkerbundes zu sichern. Es kann daher mit aller Sicherheit erklärt werden, daß diese Note der amerikanischen Regierung i n keinem Punkte die auf die Errichtung des Iewish National Home in Palästina bezughabenden Mandatsbestimmungen auch nur irgendwie tangiert. . Bekanntlich ist es die ablehnende Haltung Amerikas gegenüber dem Völkerbund, welche bisher die Nichtbrstätigrms der Mandate verursacht bat. Die Verriyigten Staate« haben nach WilsonS Sturz einen Sonderstandpnnkt bezogen, der schon durch den Abfchluf; des Sonderfriedens mit Deutschland und Oeste^ich ersichtlich ist und ignoriere» dm Völkerbund durchaus. Die Ankündigung und Vorbereitung der bevorstehenden Konferenz Po« Washington, an der bekanntlich außer Amerika nur England, Frankreich und Japan, vielleicht auch Belgien und Italien, teilnehme» sollen, bat auch dir abgrlaufene Gessto« des Völkerbundes sichtlich gehemmt, was namentlich in d,r Frage der Abrüstung zum Ausdruck kam. Die Konferenz von Washington soll einen, Ausgleich in de» amerikanisch-japanijchen Gegensätzen schaffen und .das Gleichgewicht der Kräfte im Stille» Ozean herzustellr« versuchen. Ob die dortige DlSkuffion über die Mandate der Klaffe^, an welchen die Vereinigten Staaten ein direktes Intrrrffe haben, zu einer Klärung in der Gcsamtsrage der Mandate führen «nd damit zu einer Beendigung des palästinensische« MandatsproviforiumS. beitragen kann, ist angesichts de- «vgrwiffe« Ergebnisses der Konferenz von Washington vorläufig fraglich. Prager A»georL«ete*ha«s. Die Dcntschcn gegen die SteglerrmgSerklSrmig. Prag, 19. Oktober. (Tschecho-slow. Preßbnr.) In der heutigen Sitzung de» Abgeordnetenhauses wurde die Debatte über die Regierungserklärung eröffnet. Im Namen des deutschen parlamentarischen Verbandes gab Abgeordneter K r e p e k folgende Erklärung ab: Die Regierungserklärung zeigt einen gleich unbegründeten Optimismus Eine Studienkommiffion des englischen Kolonialminiftermins eiugetroffen. Jemsakem, 17. Oktober. (Iüd. Korr.-Bur.) Major Vernait und Colonel Dvnng sind im Auftrag des britischen Kolonbalministeriums hier Mgetroffen und begaben sich nach mehrtäLigepr Aufenthalt in Jerusalem nach Amman in Trans jo rdanien, um von dort ihre Inspektionsreise nach Mesopotamien fortznsetzen. Im November werden ft» nach Jerusalem zurückkehren, um mit dem Oberkommissür Sir Herbert Samuel eine Reihe von Besprechungen zu pflegen, worauf sie über ihre Wahrnehmungen den: Kolonialminister Bericht erstatten werden. Eine Rede Samuels. Vorrdm, 18. Oktober. (Iüd. Korr.-Bm.) Wie aus Jerusalem gemeldet wird, nahm Sir Herbert S « m u e l anläßlich des jüdischen Neujahrsfestes an dem Gottesdienst itt der Hurva teil. Auf eine Ansprache des Chief Rabbi 'K it k, in der er den High Commtssioner aüfforderte, Palästina für die Juden zu öffnen, antwortete dieser unter anderem: „Wir haben ein schweres Jahr mitgemacht. Es sind aber Zeichen für.eine bessere Zukunft vorhanden und es wird uns gelingen, ein nationales Heim zu errichten, bas sämtlichen Einwohnern des Landes zur Wohltat gereichen wird. Seit mehr als zwanzig Jahren nehme ich am politischen Leben Großbritanniens teil, aber ich habe nie so viel Interesse und Vergnügen '-empfunden, als während meiner Arbeit in Palästina. Ich wünsche euch allen ein glückliches Jahr." Die Entwicklung Tel-AwiwS. Jemfalem, 17. Oktober. (Iüd. Korr.-Bur.) Während des Sommers 1921 wurden in Tel-Alvitv 149 Gebäude errichtet, wovon 67 ein-, 22 zwei-und 6 drei* stückig sind. Auf 20 bereits bestehenden Häusern wurden Stockbauten dnrchgeführt, während 25 Gebäude durch Zubauten von neuen Räumen erweitert wurden. Im ganzen erhielt Tel-Awiw 730 neue Wohnräume, worin Küchen und Baderäume nicht eingerechnet sind. Am Strande wurden Bäder und Restaurants errichtet. Vor der Vollendung stehen ebenfalls zwei andere große Neubauten, und zwar ein von der Haboneh-Gesellschaft gebautes Hotel und -die Raananija-Jabrik für gegenüber den innerstaatlichen Schwierigkeiten. Es wird in ihr den wirtschaftlichen Fragen ebensowenig Raum geboten wie der Lösung des wichtigsten Problems, der Nationalitätenfrage. Die nationale« Gegensätze verschärfen sich immer mehr und mehr. Der nationalen Verständigung stelle« sich infolge der Haltung der tschechischen Parteien immer größere Hindernisse entgegen. Sache der Regierung wäre e« gewesen, eine öffentliche Erklärung darüber abzugeben, wie sie sich die Anbahnung des inneren Friedens vorsteltt. Dem deutschen parlamentarischen Verband erübrigt daher nichts anderes, als die gleiche Haltung, die er den früheren Regierungen gegenüber eingenommen hat, auch der neuen Regierung gegenüber beizubehalten. Der deutsche parlamentarische Verband wird daher gegen die Regierungserklärung stimmen. Abgeordneter Dr. C z e ch (deutscher Sozialdemokrat) erklärt, wen« man das Programm der Regierung in seine Teile zerlege, werde sofort sichtbar, daß es nichts anderes sei, als eine Zusammenfassung von Schlagworten und Genieinplätzen. Der Redner beschäftigt sich sodann mit den Zensurverhältniffen, die er als Schande für dm Staat bezeichnet. Die Ansicht, daß mit der Beseitigung der Regierungskrise auch die Staatskrise überwunden sei, sei irrig, denn die Staatskrise bestehe und sie habe ihren Ursprung in der Konstruktion und der Struktur des Staates sowie darin, daß die Konsequenzen aus dieser Struktur noch immer nicht gezogen worden seien. Wenn wir uns, sagt Redner, auf den Boden dieses Staates stellen, so heißt das nicht, daß wir das Selbstbestimmungsrecht aufgeben, wir wollen vielmehr auf dem Boden dieses neuen Staates unseren geschichtlichen Kampf aufnehmen und den neuen Bedingungen dieses Staates anpaffen. Wir sind jederzeit bereit, uns mit ihnen auseinanderzusetzen, nur sind wir skeptisch und glauben, daß der Moment der Verständigung noch nicht gekommen ist. Man wird hoffentlich Acht zu spät erkennen, daß e» keinen anderen Weg gibt für diesen Staat als de» der Verständigung. Abgeordneter B u r i a n (Kommunist) nimmt gegen die Auffassung Stellung, als ob zwischen den Kommunisten und de« Horthy-Anhängern, besonders i» der Slowakei, eine Verbindung bestehe. Der Plan der Horthy-Leute sei klar, sie wollen «ach Wien Vordringen und dort die «vnar- Obstkonserven, Die durchschnittlichen Kosten eines Raumes belaufen sich auf 200 Pfund Sterling. Die Juden Tel-Awiws investierten allein 140.000 Pfund Sterling in diese Neubauten. Palästinensische Araber gegen die arabische Delegation. Jerusalem, 17. Oktober. (Iüd. Karr.-Bur.) Einer Meldung derarabischen Zeitung „Palestine" zufolge haben sich in Nazareth und mehreren anderen Orten in Galiläa arabisch-mohammedanifche Gesellschaften gebildet, um die Londoner arabische Abordnung , zu be- . »kärnpsen. Diese Gesellschaften richteten an den Ober- . kommissär von Palästina einen Protest gegen die Delegation, die nicht bas Rech t hat, im ' Namen aller Araber zu sprechen. Frankreich «nd der Zionismus. Jerusalem, 18. Oktober. (Iüd. Korr.-Bur.) Die französischen Konsulate in ganz Palästina und Syrien haben Instruktionen erhalten, zu der zionistischen Bewegung eine freundlichere und wohlwollendere Stellung einzunehmen. Eine kanadische HSuferbank. Jeuusalrm, 17. Oktober. (Iüd. Korr.-Bur) Der Herausgeber des „Canadian Eaglay", Mr. Valow'sky, der in Jerusalem eingetrofftn ist, erklärtedaß die» kanadische Judenschaft die Eröffnung einer Pank in Palästina mit einem Grundkapital von einer Million Pfund Sterling zum Zwecke der UnterMtzung der Bauin d u st r i e beschlossen habe. Die Elektrifizier-mg. Jerusalem, 17. Oktober. (Iüd. Korr.-Bnr.) Wie bereits gemeldet, wurde zwischen der Kolonie Rischonle-Zion und einer Prager Gesellschaft ein Wertratz über die Belieferung der Kolonie mit Wasser und elektrischer Kraft abgeschlossen. Man verspricht sich' von der Durchführung dieses Vertrages äußerst günstige Erfolge für das wirtschaftliche Leben der Kolonie.. Die Gegenwart von ausreichenden Wassermengen wird nicht nur die allgemeinen Erträge steigern, sondern wird es auch den Kolonisten ermöglichen, den Vieh stand bedeutend zu vergrößern. , Rinrerwuttlleh« Keauofcuk- Solmliftbi&tz chistische Reaktion aufrichten. Aber Horchy in Wien, sei gegen Prag gerichtet. Der Fall der österreichischen Republik würde die Bedrohung der tschecho-slowakischen Republik bedeuten und so gebe es nur eine Möglichkeit» nämlich denjenigen in Wien und in Oesterreich zu helfen, diegegen die Horthy- Reaktwn stehen. Redner verlangt von der Regierung eine klacc; Antwort auf die Frage, welche Maßnahmen sie gut Abwehr der monarchistischen Horthy-Aktkon' getroffenhabe und was sie zu unternehmen gedenke, wenn die. Horthy-Banden die österreichische Grenze, überschreiten würden. Die I»berr itt Sibirien. Schanghai, 17. Oktober. (Iüd. Korr.-Bur.) Der Herausgeber des Blattes »Israels Messenger* erhielt vom japanischen Außenminister Grasen U ch i d a die Verständigung, daß er in Berücksichtigung des Appells der sibirischen Juden a« die japanische Regierung allen japanischen Konsulaten und Behörden üt Stbirien die strikte Weisung erteilte, den Juden in Sibirien jeglichen Schutz angedeihen z« lasse«. Ein mysteriöser Anschlag gegen den amerikanischen Vstschafter in Paris. Paris, 19. Oktober. (Havas.) Heute morgens traf in der amerikanischen Botschaftskanzlei ein Paket ein, das ein Kästchen mit Parfüm enthielt «nd an den Botschafter adressiert war. Das Paket wurde in dessen Wohnung getragen, wo.das Kästchen! in das Schlafzimmer des Botschafters gestellt wurde.' Gegen 6 Uhr abends öffnete der Kammerdiener das Kästchen, es erfolgte eine Explosion, die größeren Materialschaden anrichtete. Der Kammerdiener wurde an den Beinen verletzt. Regenmäntel SmSSSS Brüder Schiffmann!Ä“lE;!2