Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 966 (6.10.1921)
- Date
- 1921-10-06
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 Men, Donnersiast Wiener Morgenzeitrmg 6. Oktober 192/ Nr. 966. Jcsaias gedacht. Ob Esperanto wirklich auch diese schier unlösbare Aufgabe einer Lösung näher bringen Ivird? Esperanto wird vor allem das sein, wvzu es seine Anhänger machen, aber ob sie wollen oder nicht: Die Sprache trägt den Geist ihres Schöpfers in sich, und unbeachtet wie alles Grotze in seinen Anfängen, wird sie mit ihrer Ausbreitung das Denken und Wallen ihrer Jünger durchdringeu, veredeln und heiligen. Ott« Simon. Die Not der -bessiRische« J«den. Seitdem vor etlichen Jahren der bekannte Forscher Dr. Feitlowit) ch, dem es gelungen war, ins Innere Abessiniens eitizudringen, die Aufnrerksamkeit der europäischen Juden ans die „Fa lasch'«", ihre durch lange Jahrhunfe'te von ihnen losgelösten Brüder in Abessinien, gesenkt hat, beginnt man in Europa ein bisher allerdings noch sehr geringes Interesse an den ."ata'cha zu z'ifen. Aus den letzten Briefen Dr. Feitlou'ir-ch a-> das i^aiisnische Falascha-Komit^' ist zu entnehn e dag die Juoen in Abessinien harte Zeiten hinter und vor sich haben. Die dortige» Juden werden von den Einheimische» zur ZwangsMbeit ohne jede Beabiu cg herangezogen. In Verletzung aller in frü- Jahren erwirkten kaiserlichen Befehle verfolgen die Regierungsbeamten die Falaschas auf jegliche Art und Wrise. und zwar ans rein religiösen Motiven. Dieindischen Arbeiter werden gezwungen, den Sabbat zu entweihen und in ihren religiösen Handlungen behindert. Wer liier in den Gehorsam verweigert, muß es mit irinem Hab und Gut büßen. Ritual mordb e s ch n l d i g u n g e n gegen die dortigen Juden haben dir krassesten und jvahnwitzigsten Formen. Bei Gericht kommt es vor, daß der Angeklagte ein Medikament rittneh:;:en nmß, wodurch sich seine Sinne völlig^ vervirrrn, so daß er sich nicht mehr verteidigen kann und' -ich zu nichiöegangenen Schandtaten bekennt. Ein vom Gericht verurteilter Jude wird dann gewöhnlich der wiiieudcn Bevölkerung ausgeliesrrt und wie ein schutzlv'e? Wild einer fürchterlichen Hetzjagd ausgesetzt. Wie Feitloivitsch mitteilt, hat er ein ausführliches Memvrandum über die Lage 6er Juden in Abessinien und die 'u ergreifenden Mittel für ihren genügenden Rechts- 'chutz dem Prinzregenten in Abessinien eingereicht, den 'r auch an die früheren Befehle und Edikte Menneliks rinnert. Herbstsorge«. Wir werden es nun gar bald so weit gebracht haben, tuift jede Jahreszeit vor allem die Vorstellung besonderer Sorgen wachrmft. Im Frühling, wenn Mehl und Brot knapp werden, die Ernährungssorge, im Sonimer die Frage: wo kann nran für sich und die Familie drei Wochen Luft und Sonne bezahlen? und im Herbst — ach im Herbst, da rüc^n die Sorgen aus oeu geistigen Arbeiter von allen Seiten bos. Die ganz charakteristischen Herbst- und Winter sorgen haben ut früheren Zeiten eigent(ij$ doch nur die unterste» Volksschichten getroffen, der geistige Arbeiter blieb mehr, vcer minderdavon verschont. Wohl war der Beamte, Üiechtoanrvalt, Arzt, Techniker auch dazumal sicherlich nichi aus Rosen gebettet, wohl konnte ^r sich vor dem y.. .ege reinen vornehmen Stadtpelz, seiner Frau keine Sealjacke anschaffen. Wer das warme Zimmer, die Wollwäsche, die guten Schuhe — das hatte er doch liefet und darüber brauchte ex nicht lange nachzudenken, fetzt ist das anders geworden. Wenn die Tage kürzer werfen, denkt man nicht an das Sterben in der Natur, nicht an die beginnende Theater- und Kunstsaifon — man senkt an Kohle. Heuer gibt es davon genug. Wer sie nur bezahlen kann, kann genug bekommen, um einen Hochofen zu heizen. Aber nachdem wir lange lenug die Not des absoluten Mangels erfahren Hafen, lernen wir auch noch die Bitterkeit kennen, inmitten von reichen Vorräten darben zu müssen. 'Man fragt zuerst den Kohlenhändler. Oh, er ist bereit, so bereit als nur möglich, zu liefern — elf bis zwölf Kronen kostet das Kilogramm „bis in den Keller". Wer ein Trinkgeld für den Kutscher und ein paar Kronen, für oen Ablader, und, wenn die Ladung nachgewogen werfen sott, natürlich das Wagegeld. Gewiß wird das Wägen gewünscht, hat man doch in Wien den reinen Kinderglauten an die Wagezettel noch immer nicht verloren. Aber dies ist alles natürlich „freibleibend". Mit schwerem Herzen bestellt man zwei Zentner, die man stolz zweitausend Kilogramm nennt, etwa so viel, wie man früher in zehn Tagen verbrauchte. Es kostet ein Vermögen, sämtliche Anschaffungsbeiträge, Gehaltsauflesserungen, außerordentliche Zuwendungen und wie die kleinen Bonbons für den Intelligenz-Proletarjer sonst noch heißen mögen, find fei weitem überholt. Man denkt an seine Frostbeulen, seufzt und zahl. Wer wenn es auch sehr viel Geld kostet, sind es ja schließlich doch nur vier „Wiener Zentner und nach Abzug des „Eingewogenen" wahrscheinlich noch ein gutes Stück weniger. Also gilt es auch noch, fttr Winterkleidung Sorge zu tragen. Nicht aus dem Gesichtspunkt oer Eitelkeit, wie früher einmal, sondern nur aus sein Gesichtspunkt der ernsten Gefahr. Was noch zusammenhält, muß weiter dienen, es sei schön oder häßlich, modern oder unmodern. Aber leider hält nicht vieles mehr zusammen. Der Schneider erzählt sehr viel von den Ansprüchen der Gesellen, und aus Bescheidenheit nichts von den eigeiien, viel höheren, und verlangt jede Woche um 1000 Kronen mehr. Ein Winterrock steigt aus diese Weise in unerpriMare Höhe, eiu BanKhausA.u.B.Friedmann&Go. WIEN, I. WIPP LINKERS TRASSE NR. 16 (BiafAnf Sehwartgasb« 3) 47» T«lephon: 61-6-83 iaterurban übernimmt zur kulantesten Besorgung Bar alle bankmässigen Transaktionen W Strümpfe und Socken transit und für Export Leo Sussmann, Wien,!., Wipplingerstraße iS (Einging Sehwartgaase 2) 477 Raglans der ihn ersetzen.sollte, wird der Traum eines Wahnwitzigen. Die Wollweste mit Wrmeln — letzte Form des winterlichen Ueberkleides — kostet immer noch mehr, als man von rechts wegen aufwenden dürfte. Trotz dieser Luxusausgabe erweisen sich warnte Handschuhe, Socken, eine Mütze als unerläßlich. Und wenn der Mittelstäudler noch an die notwendigen Schuheinkäufe denkt — dann braucht er eigentlich gar nichts weiter anzuschaffen. Denn dann wird ihm heiß, heißer als in den Hundstageu. K. M. * Der Golem i« Tanzvariete. Wir lesen im „Prager Tagblatt": Die Tonfigur Golem hat, ein symbolisches Märchen, drei Jahrhunderte lang nur im Dunkel der zahllosen Prager Ghettosagru g°lebt. Dann wmde der aus Menschenhand geformte Mensch zum Dramenstoff, und mit mehr Erfolg bemächtigte sich seiner der Romancier. Ins llngemeffene abrr stieg diese Popularität des tönernen Knechtcs, als ihm befohlen ^vard, auf der Kinoleinwand rrmhrrzrrtappen; in zwei ernsten Films war er Held und Deux ex machina zugleich, und auch in einem humv- . ristischm mußte er fich produzieren. In Ungarn kam er als Operettenfiaur auf die Bühne, in Wien in einem Kabarett und in Prag kletterte rin gründlicher Zeitungsschreiber an der Außenwand der Alt-Nensynagoge empor Md grub auf dem 2:L!ovrr Galgenberst nach, dir Urbrrrrste der wunderbaren Tovstatue aufzufinde». Damit wars aber noch nicht genug; der arme Golem, jetzt muß er noch an jede« Abend tanzen. In einem Prager Variete beschwört ein alter Kabbaliste allabeudlich de» böse« Geist Astaroth aus, daß ihm dieser den Golem herdeischaffe. Und tanzend erscheint Astaroth vor de« tanzenden Kabbalisten, und tanzend erwacht der Golem zum Leben uud tanzend tötet er den tanzenden Chrlsteuritter, von dem die tanzende Miriam, Sitten und Väterglanbe« vrrgeffeud, eine rote Rose anuahm. Die Mustk spielt dazu, die Bühne ist mystische- Halbdunkel, das Kostüm AstarothS phoSphorresiiert, und das Publikum, bei SherrhcobbleS oder Champagntrslips sitzend, applaudiert lebhaft bewegt de« unaufhaltsamen Fortschritt der Zeiten. * Bon eine« Hochstapler entführt. Wie berichtet, hat a« 28. Sevtember ein Mann, der fick für de« Gynäkologen und Professor an der Müncbn-r Universität Dr. Joactnm Hans Döderlein auSgab, die 20jährige Tochter eine- Döblinger KaufmauueS, der er sich in Gosaumühle genähert hatte, entführt. In olge der Mitteilung i» den TageSblättein erinnelte sich der Kriminalbeamte des Kommissariat- Margarethen, Jellinek. an einen Ganner, mit dem er sich schon wiederholt zu befaffen hatte und setzte den Later der Entführten von seiner Vermutung, daß Proseffor Döderlein dieser Verbrecher sein könnte, in Kenntnis. Tatsächlich erkannte dieser «n dem ihm i» Verbrecheralbum vorgewiesenen Bitte deS Sckwffergehilfen Hermann Eduard Michaelis, im Jahre 18°8 i« Sollmderg i» Bayern geboren, den Entiührer seiner Tochter. Michaelis ist Mehrfach vorbestraft. Seine Belfotgung ist eingeleitrt. * Selbstmord eines Schriftstellers. Es wurde berichtet, daß in der Nähe von Krerlina die Leiche eine» Manne-, der sich durch eine« Revolverschuß getötet batte, ausgefunde» wurde. Durch die Verlautbarung ,n den Zeitungen stellte der Gendarmerieposten Liekiug fest, daß der Selbstmörder der zweiundv.'erziajährige Schriftsteller Robert K o p a l ist, der in Wie«, XVlll., Wäyringergürtel K:8, gewobrit hat. Er war ein Verwandter deS in der KriegSgesch chie berühmten Kommandant«» deS FeldjäaerbataillonS dir. 10, Freiherr von Kopal, da» er bei Gauta Lucia geführt hat. Kopal war bis zum Umsturz Oberleutnant und sehr ehrgeizig. Er soll deshalb leb'udsmüde geworden fein, weil einem vonihmveriaßtenThraterfiück kein Erfolg brschiede» war. Kopal war seit dem 1. September vermißt. * Wetterbericht. Bon Nordosten her erfolgte gestern uacht- Kälterindruch, der morgens in Wien vollständig klare» Himmel brachte. I« übrigen Oesterreich blieb rk »och trüb. In Steiermark regnete es. Im Laufe des TagrS trat überall AuSheiterung ein. Die Temperatur stieg im Westen Über 21*. I» Wim blieb es kühl, 13*. Voraussage: Schöuwettrr, morgen» sehr kühl. * A«erlko«lsche Zigaretten fm freie« Verkehr. Heber die demnächst, wahrscheinlich Mitte Oktober, zur eiumalige« Ausgabe in den freie» B e r k e h r in den Wiener Tabaktrafiken zu« Verkauf gelangenden amerikanischen Roten Kreuz- Zigaretten und Tabakfabrikate wird mitgeteilt: Die Zigaretten H a s s a n, N a b a « und P a l s, daS Stück zu K 6. Drr Derschleißpreise sür geschnittenen Rauchtabak sind: Bull Durhem zu 2 Unzen per Stück K. 80, Bull Durhem zu 1 Unze per Stück K 40, Dukes M'xtura m 1 lluze per Stück 40, Five Brothers zu 2 Unzen per Stück K 90, Prinz Albert zu 2 Unzen per Stück K 150, Ti out litte (Unide lrader) m 2 Unze« per Stück K 80, Scrah Ehew ng zu 2 Unzen per Stück K 80, Tuxeda zu 2 Unzen per Stück K 150, Tuxeda z« 1 Unze per Stück K 60, Lucky Strike zu 3 Unzen per Stück K 160, Belvet an 2 Unze» per Stück K 160. Velvet zu 1 Unze per Stück K 40, Refin ed z» 1 Unze per Stück K 60. Bon denKantabaken wird Toren afft zirka 60 g K 90, Stad oft zirka 450 g K 500, Thimax oft zirka 420 g K 500 notieren. Die „Hassan'-Zigaretten find in Paketen z« acht Stück »nd btc „Naban*- und ^Pals^- Zifiarette» zu 20 Stück paketiert. Der »Prinz-Albert-Tabak" ist rn Blechdosen verpackt. Sä«tliche Tabaksorten find sowohl für Zigarette» uud auch al» Pjeifentabak zu verwende«. * Bear«b«ifie «« he»tkge« Toge. A l t e r F r i e db o f: t0 Uhr Baß Rosalie, 11 Uhr Friedmann Klara. — Neuer Friedhof: 9 Uhr Grünhut Sophie, 9 Uhr 40 Min. Messtnger Leopold, 10 «hr Berl Jda, 10 Uhr 80 Mi«. Sinai Emaunel, 10 Uhr 40 Min. Kobvr Katt 11 Uhr «»nvanort Woritz. * Eine Spende z«r vek8mpsr»«s des Krebs«-. Au» Washington wird gemeldet: Em ungenannter Spender hat 100. 0o Dollar für die Entdeckung eme» Heilmittel» Hegen Krrb» gestifiet. * Die Spaltung i« der jiidifchen Sozialistenpartei Amerikas. Im Zusammenhang mit der Svaltunm der jüdischen sozialrsiischen Föderation Amerika» wurdm verr Redakteure des »B o r w ä r t §", und zwar die Schriftsteller Ziwjov, Olgin, L^lliput und P. llkowik, die fich dem jüdlschen Flügel der Dritten Internationale anyeschloffen habt«, aus der Redaktion entfernt. * Wozu ei« jüdisches Theater requiriert wird. Das städtische Wohnung-amt in Lodz requirierte da» Gebäude dejüdffchen Theater» ,Rozmütofei' znaunsten de» unlängst niedcrgehiannten polnischen Theaftr», damit die polnische Theatrrtruppe den Spirlplan wieder aufnehmrn kann. (I. L.-B.) * Zionistische BezirkSsektion X/XI. Heute, 7 Uhr abends. Tw großen Gart rttaal des Arbriterher«-, X.,?ax,nburgersiroße, diestähuge Generalversammlung. Bei dieser Geleqenhe't wird Landtaa-abgcor-neter Stricker üb« den Korgreß und über de« brvorstehendc» P.rrteitgg sprechen. * Rene österreichische Konsulate. Die österreichischen Paßstelle» m Brünn, M ü h r i s ch - O st r a « uud Preßburg sind in Konsulate umgrwandelt worden. * Direkte Eisenbahnlinie Fi«««—Agram. Dg» italienische Eisenbahumimsterium gibt bekannt, daß die italienische Regierung Demnächst mit der jugoslawischen Regierung t« Verhandlungen irettn wird, um eine direkte Berbrudung zwischen F i u m e und A g r a m in di« Wege zu lecke». * Pie Advokatnrspraxis in de» ne»e« r»«8nifche» Provinze«. Ein Telegramm meldet aus Bukarest: Der Justiz-- minister bat an die Advokattnkammern der neuen Provinzen genaüft Instruktionen gesan' . deren zufolae die Advokaten der ehemaligenReichShälfte über ihr Ansuchen zur AdvokaturSproxis in dcn neuen rumänischen Provinzen zugelaffen werden können. * Heimreise der amerikanische» zionistische» $$»»» gretzd elegierten. Aus Hamburg wird gemeldet: Die Fübr:r der amerikanischen Delegation beim Zionistenkongreß, Dr. L i p s ki. G o l d b e r g und R e w m a n, haben sich hier zur Heimreise ein geschifft Sie äußerten sich gegenüber einem Vertreter des Jüdnchkn Korrespondtnzbnreaus mit g r o ß e r Z u f r i e d e nh e i t über die Ergebnisse des Kongreßes und erwarten von der n/ucn Leckyng praktische Erfolge. Wir unsererseits — vetstcherten die gegenwärtigen ammkanischm Führer — werhe» sicherlich «»feie Pflicht erfüllen. * Reue GehaltSfordernngen der Pharmazeuten Der pharmareufische Rrichsverband hat an das Bundesministerium tür soziale Verwaltung eine Eingabe gerichtet, in welcher neue Grbaltsfordcrungen gestellt werden. Die angestellten Apotheker Oesterreichs verlangen eine 60»/,ige Erhöhung deS GesamrgkhaltS. so zwar, daß mrt 15. d. M. als Vorschuß auf die bereits iür Oktober gellende Erhöhung K 5030 auszuzahlen seien. Diese Zulage darf jedoch die mit 1. llkovember in Aussicht genommene Neuregelung der GehaltSfrage, welche auf Grund der Einziehung der Kompensation zu erfolgen hat, nicht berühren. Des weiteren halten die Pharmazeuten eS für notwendig, daß die Nachttax: mit K 20 festmsetze« sei. * Gspera«t» bei« BSlsterbnnd. In seiun Vollversammlung am 15. v. M. beschloß der Völkerbund, gemäß dem Antrag der Bevollmächtigten von IS Staaten, da» Thema über den Unterricht des Eiveranio au ösfealliche« Schulen auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung im Jahre 1932 zu setzen uud beauftragte das Geueralsekretariat, bis dahin einen vollen und dokumentierten Bericht über die aauze Angelegeuheft uud besonders über die bisher gemachten tatsächliche» Erfahrun-en «nd Ergeb» niffe vorzubereiteu. " «o««»«nre zverrazrr rn epa,«fn»a. .snrcy Verordnung de» Oberkommffärs wurden in Jerusalem, ft ft f f a «nd H a i f a kommunale Gerichte eingesetzt und eine leihe von Ehieurichtern ernannt, darunter von Jude» sür erusalem; Dr. E l i « s ch, E l i a s ch e r, K a x m t, ej » ckeß; für Jaffa: Berlin, Grasowski; für e: Mose» L e« i, Sabbathai L e w i. Vorsitzende sind ll die betreffende« Stadiprasideuten. L * Die Wohnnngonot s» Palästin«. Während der letzte« 14 Monate wurde« in T e l - A « i w Häuser m>t über 7 0 0 Z > m m e r n »eu erstellt; trotzdem ist von einem Nückgan» der Mietzinse noch nichts zu bemerken. * GrL»b«»g einer Gesellschaft hebräischer Bücherfreunde. Von prominenten jüdischen Persönlichkeiten verschiedener Länder Europas und Amerikas inauguriert, hat sich gelegentlich des ZionistenkongreffeS rn Karlsbad unter dem Namen „Aguda* Chow’vre Hasnefet“ (Gesellschaft der Freunde de» hebräischen Buche») eine bibliophile Vereinigung gebildet. Zweck der Gesellschait ist der Neuguß einer wirklich schöne« bebräischen Type, deren Verwendung den Druck emwandfrel schöner hebräisch« Bücher ermöglichen soll. Dw Mitglieder erhalten jährlich mindestens ei«, «ach diesen Grundsätzen hergestelltes Buch, daS nur für sie gednrckt ist »nd im Handel nicht erhältlich sein wird. Der Ausruf, «it dem diese Gesellschaft zur Teilnahme an ihren Bestrrbunae« wirbt, ist «nterzeichuet von Herbert B e n t w i ch (London), Proseffor Dr. Heinrich Malter (Philadelphia), Nahum E o k o l o w (Paris), Herman Struck (Berlin), David V e l l i n (Jerusalem). Der jährliche MitgliedSbettrag beträgt S Pfand. Z«- fchrlfte» jed« Art find zu adressieren: In Europa Doktor A. H o r o d i s ch, Berli«-W>l«erSdorf, Prinzregentenstraß« 7, in Amerika: George M. Hyrnau, New-Dort 981, Parc Avenue, * Berei« für »«ntaeltliche« Arbeitsnachweis, Wien, II.» Taborstratze »9. Gesucht werden: 3 Schuhmacher, i Möbeltischler, 13 Bautischler, 23 Herrenschneiders Hosrnschneider, 8 Damenschneider. 4 Kürschner, 2 Stepper (Leder), 1 Zuckekwarenerzeuger, 2 Metalldrvcker, 4 Galanteriespengler. 2 Buchbinder, 2 Kellner (Sperseuträger), 4 Bürstenbinder, 1 Schildermaler, «nd 2 junge Tgschnrr. — Weib licke A b t e i l« n g: 8 Maschinnäherinnr», 5 Schneiderinnen (Jacken «. Mäntel), 2 K8rschn«rinnen,2Motistinnen,8 Knopflochnähermnen, 3 Staffierrrinnen, 3 HanSnäherinnen (Verpflegung), 8 Handstrickerinnen, 3 Verkänfrrinne« (Spielwarrn), 3 Mauipslantinuen (Wäsche), 2 Verkäuferinnen (Varfumcrie). 1 Verkäuieri» (Gold und Silber), 1 Verkäuferin (Damenkonfektion), 1 Verkäuferin (Selchwaren), 10 Kontoristmuen mit Maschinschrttbe» und- Stenographie, 15 Kontar>stinne» (Anfängerinnen), 2 Telephonistinnen, 2 Buchhalter,uar«. 12 Mädchen für alle», 5 Köchinnen, 8 Kindermädchen, 1. Gardrrobesammleri«. — Lehrlinge und Lehrmädchen: 26 Lehrlinge aller Art, 5 Lehrmädchen, 45 HandekSpraklikante« und 6 Bureaupraktikameu. Zu melden im unentgeltlichen Arbeitsnachweis, Wien, II., Taborstraße 59, täglich von 8 bis 12 Uhr. Der uneutgeliliche AlbeilSnachweis, Wlt«. H., Taborstraße bs, bietet den Herren Arbeitgebern seine kostenfreie« Dienste an. Brieilicher oder telephonischer Auftrag 40.316 genügt, um qualifizierte Arbeitskräfte sowie Hilfsarbeiter, serner ka«fmL«»lsche Angestellte beiderlei Geschlechts iKfcttHeto t» erhalt«.