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Wiener Morgenzeitung · 1921-10-02 · Heft 964 (2.10.1921) · p. Seite 9

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 964 (2.10.1921)
Date
1921-10-02
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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Sk. 964 Wien, Sonntag Wiener Morgsnzettn« 2 Oktober 192! Seile 9 farnt. Es hat in- Wien und auch unter der W-Tnev Audenschüst, -sagen wir es ehrlich, immer viel Professionsbettel gegeben, und der Krieg hat ein übriges getan, die Verhältnisse zu verschlechtern. Aber vielleicht tväre uns doch so manche . moralische Schädigung, vielleicht wäre uns doch manche Erscheinung des sittlichen Tiefstandes erspart geblieben ohne — den sozialen Gelegenheitsarbeiter. Sonntagsfreuden einst und jetzt. Das ist . ein Fortschritt in der Volkserziehung, her so augenfällig und bedeutsam ist, daß nur böser Wille ihn. zu. Mgnen vermöchte: die bessere, die Natürlichere uM/gesündere Art, seine Mußestunden zu verwenden, als" .shr ehedem üblich'war. Wohl hat ein kluger Manm äsMal gemeint, wer mit seiner freien Zeit nichts anzufhWen wisse, der sollte sich lieber gleich an. das nächstd?^nsterkreuz aufknüpfen, aber leider war diese Unfähigleit,.Feierstunden zu genießen, insbesondere in der Großstadtimgemein verbreitet. Sie hat sich für den Juden Dsondcrs fühlbar gemacht, tveil ihm der Gasthausbesnch^fz-emd war, und hat auch die jüdische Mittelstandsfrau'chgrt betroffen/ Da saß man stundenlang mürrisch und 'Unzufrieden int rauchigen Kaffeehaus beisammen, las,, Hitzblatter, bis einem förmlich übel wurde, und verbuchte die kargen Mußestunden wie. eine Zlvangsarbeitszeit, gähnend und alle Viertelstunden die Uhr befragend/'ob die Zeit „noch nicht um" sei. Abends kehrte map mißmutig nach Hause zurück und ging ohne Erholung, ohne Erfrischung dem grauen Alltag der neuen-Woche entgegen. Feiertage brachten durch religiöse Uebungcn ein wenig Anregung in die Einförmigkeit,, abdv der Nachmittag verlief doch immer wieder in der herkömmlichen Langeweile. Während aber' die Erwachsenen, den traditionellen Familiensonntag im Kaffeehaus feierten, blieb den Kindern oder der halbwüchsigen Jugend', nichts von der Oede der unausg^fnllten Mußestunden, erspart. Der Sonntag unterschied sich vom-Werktag nur dadurch, daß man nicht in-die Schule gehen mußte und langer im Bette liegen bleiben durste. - Wi Nachmittag steckten die Kinder ihre Nase,. in ein..Buch und hoben sie erst wieder auf, bis die letzte.Zeile gelesen war. Das waren die glücklichen GtzgeH an. denen,, es - Lesestoff gab. Sonst duselten die Halbwüchsigen träge dahin, wenn sie nicht gar ins Aafseehans -nlitgenoinincn wurden und' dort mit ihren Eltern ititt di.eHxtte - gähnten.' Die Männer spielten öWig ^Mrten,''.chr^.Kraucn klatschten das .war der ' .Whhürgerlich'tzHyim-jag.tzex Mener Judenfamilie. Mau nmßv.uur MMige.«.UmsM.V,.-Mltpn, um belehrt zu weMn,..'h.aß..MA^nun: ..'besser Mmi't bestellt ist. Vor allem: Die jühische. Großskadt^t'geud hat die Natur fiutdeckt, der sie 'durch Jahrhunderte systematisch entfremdet tvar. ' Hinze Scharest," junger Burschen und Mätzchen,. gaüze-.Mlhel' ästfgepegter-Ouöest.. und niedlich gWUtz^er. D.irHktin",w.chch.ern anr^M'nntflgrnorgen ins Freie hM.aus,,. nud-/nppt Freude^kanu. man..feststellen, daß .viele,. viele/"üdische^ Kinder ^darunter sind. Sie,, gcyen zu Fuß, stln das Fahrgeld zst"sparen, sie laufen oft genug barfu'ß" npr die kostbaren"Schuhe zu schonen, sie . tragen, rn^ -M.age.rsn^RMfgck"Meist Meir gar fchlualen Jiulstss ch.it. sich. Aber 'sie. ziehen'- ins Freie, sie. tollen .iiber Mi-Masen, strecken sich, behaglich in der Sonne,, klettern . ans jede. Höhe, pW'chern in jedem Bache,'an den:,'sie vorüberkommen.' Wie reich sind sie neben jenen Mchern der früheren. Generation, die zur Söinrners-. unh -zur Winterszeit Sonntags um denselben Tisch he,rum über Wucher gebückt saßen! Zu den Sportplätzen. stiämen/allsottntäglich Tausende von Menschen, Und man inuß die Disknssionen gehört haben,"die den Wettspielen folgen, um zu begreifen/welche'Anregung diä 'Zuschauer erfahren haben. .'Auf. jedem freien Fleck mjt^einer leisen Andeutung von Gxaswuchs etabliert sich.ein „Fußballklub" unb in den asphaltierten Straßen der. Vorstadt rasseln, allen Verboten' zum Trotz, die Röllscki'uhe' und.das so schön benannte „Tritteau". Im Schrebergarten'wjrd vom Februar- bis zum. November jeden Sonntag.mit Feuereifer gearbeitet und so mancher geistige.Arbeiter kann jetzt die freie Zeit kaum erwarten, um ej^Laübe' zu bauen oder die Kartoffeln zip „Häuseln"";. "Huch für die Erwachsenen ist ein Sv.nntagsausflu'g - die glatte Selbstverständlichkeit geworden und da '-in-gn die größeren Kinder sehr klrlgern'iid'.'r.ichtigerlp«ife<sich' selbst überläßt, haben auch die Frauen.wieder >etzte getvisse Bewegungsfreiheit erlangt. So ist der Fortschritt in der Verwendung der freien Zeit unverkennbar. Ein Fortschritt, der als ein Shmptoin' -getbepiet und darum freudig begrüßt ivcvbcu, darf. . , _ Die rmjüdische Jüdin. s . Fas" in jedem' Volke ist die Frau durch ihre konservative N.flur!>i'e Hiltörin.,der alten Tradition, die Erhälterin der von den Borsahreü übernommenen Bräuche und Sitten und die jüdische Fräst-war in der Abgeschlossenheit, die ihr die lbst/ände ' nnszwangen, erst recht geneigt, festzuhalteiii, was ii>ü' au , geistigem und sittlichem Gut von Ahn und Urahn Übe'rkomntcu war.- D.ie Jüdin früherer Generationen hat fjch so echt und'recht' als Kind ihres Volkes gefühlt, hat den Zusammenhalt mit' der großen Gemeinschaft bewußt oder unbewußt empfunden und ständig gefestigt. Sprache und Brauch, Erziehung und Alltagsleben, alles wurde geregelt wie Mutter und Großmutter ys getan, und von dem Festtagsspcisezettel bis zum religiösen Innenleben ivard keine Abweichung vom „gutyr jüdischen Brauch" geduldet. Das blieb noch lange nach der-Entwicklung des großstädtischen Lebens so.. Die Wandlung kam mit dem Eintritt der Frau ins Berufsleben und sie kam mit jener sprunghaften Plötzlichkeit, ditz. der Mischen gfafe e.iM ist.-Die WoßstadtMizr hat mit einem Schlage ausgehort, jüdisch zu sein. Sie kennt nur ein Ideal: Genau und in ali-rn Silicken so zu sein wie die andereil. Daß si-', .di:' drei oder auch vier fremde Sprachen prieht, kein Wort hebräisch versteht, ist' ihr Stolz, daß rhr üdis-her Brauch völlig fremd geblieben, betont sie mit ge- 'chäjtiger Beslissenhüt. Sie ist.international oder sie schwärmt ür engl sche oder romanische Wesensart. Probleme der I den- 'chast bestehen' für sie grundsätzlich nicht, in der Kunst erwecken die extrem-deutschen Richtungen ihr' Interesse oder doch nur jene Künstler, die aus dem Born der christlichen Legende geschöpft haben. Da der Zug nach dem Süden doch zu sehr nach orientalischen Erinnerungen gedeutet werden könnte, hegt die unjübische Jüdin in. der Regel besondere Vorliebe für die Nordländer und benennt ihre Kinder Sigurd, Gösta oder Jngeborg. Wenn sie kann, spricht die Uebernationale wienerisch, wenn sie es nicht kann, auch: "Jede Erinnerung an jüdischen Brauch wird. schr übel vormerkt. Die zahl!. s:n schriitstellernden Jüdinnen meiden es ängstlich, der Tatsache ihrer Stammeszugehörigkstt in irgendeiner Form Erwähnung zu tun. Da die sauf „modern" eingestellte Dame um jeden Preis unliebsamen Erinnerungen ausweichen möchte, würde sie am liebsten - auch der jüdischen. Küche Valet 'agen. So weit reicht jedoch gewöhnlich.der Idealismus ihres Gatten nicht. Hat die verirrte Jüdin soziale Interessen, so kommen für ihre Betätigung nur bedürftige, rät. rkonf ssionelle, manchmal sogar kathol sche Hilssvereine in Betracht. Spricht man in Gegenwart dieser Gattung von.Frauen von irgendwelchen jüdischen Bräuchen, Sitten, Interessen, jo seufzen sie: Ach Gott, wie rückständig, doch die Leute sind — und fühlen sich hoch erhaben. So müht sich die Gute jahraus und jahrein, das Untilgbare, aus'i'.löschen, und sieht dabei nicht, was alle anderen sehen: Wie lächerlich und vergeblich ihr ganzes Beginnen ist. ‘ K. M. RAssische Dichter und die Juden. Zn den M"N0!rm des Pn'"l>ästen Ä. Kaufmann, der durch seine M tarb t an dem früheren „Nowosti" bekannt wilide, finden sich enige inieresiante St-lleüber das Verhälinis der großen russiichi'u Dichter Turgenjew,- Saltyk o w - S ch i s ch e d r t tt und T v l st o c zu den Juden, aus d-nen auszngsw! se folgendes wieder-eg^ben sei: Zornentstimmt über die Nevreüalien und Poirome unter den Juoen schrieb S o r k i n ldcr jüdische Zenior m Pe.ersburg) einen l'idkn'-chast-ilchen 'Br.ei an T u r g e n i e w, in dem er den großen Romancier akifiehte, sich der Unschuld gen B vfotfltcn anznnrhmen. Das war im Jahre 1882. Turgenjew schrieb tn seiner El widerung: ^Als Pul z i't bin ich bedenlungsios und mein Art ke! wäre nicht allein nutzlos, sondern iönnte dcn Anlaß zu Muwerüändn s und Svott bieten Ich würde indes selbst an' geficb's d-rartiger Möalich'eücn nicht zurückschiecken, allein die Ei Wägung, daß m:!n Anfiretnr ihrer gerechten Sache schaden könnte, hielt mich davon ab .. . D^e.Antwort Tuigevjews brfiiedigte Svikin nicht, obgleich diesev ihm versprach, in belletiistischer Form für die Juden einzutrctcn. - > ^Einfi*, erzählt A. K a u f m'a n n, „kam S orkin ganz erregt zu mir in die Redalt ön der „Nowosti". Ich glaube, sagte er, den Juden einen argen Dienst erwiesen zu haben. Sie wissen, daß ich von Turgenjew aufmeine Bitte, fich der Juden anzunehmen, eine ausweichende Antwort erbnlt. Während ich nun die Namen unserer größten russischen Schr-ststeller im Gerste Revue vstfieren "ließ, ' fiel mir unser 'berühmter Satiriker Sch 1-s ch rfc r i n ein. Ich 'zü^hckr Mid schilderte ihm die su'.chtbare Bcdiängnls der Juden." - „Mil welchem Rechte «enden Ske'^stch gerade an mich", schrie er mich wütend'an- „Gehen Sie zu Katkow diesem Buscnsicunde Poljakows, der dem lktztere« 'sogar ein Haus für ein Ly;rüm schenkte." „Was haben denn die Inden mit Poljakom zu tust? Oder bedqrf es, um die ungerechte Hetze gegen die Inden zu konstatieren, Geschenke oder Frenndschafien?" entgegnelc ich ihm. .Schtschcdrin aber wurde nur noch wütender- Zornentbrannt faßte er die Lehne des vor ihm steh-mdcn-Sefiels. Mechan sch tat ich dasselbe. Aber im selben Momente kam ich zu Bewußisein und ging. Sorkin tästchte sich, schließt Kaufmann seine Eczähluug. Einige Wochrn ipäter crschien in den „Patriotischen Notizen" eine ausgezeichnete Satire Schtschedrins über die eigenen und fremden Kulaken lKulak — FanV. Diese Saiyre richtete sich gegen die Veranstalter der Pogrome und ihic Beschützer und erweckte ewen großen Eindruck.'Sorkin war überglnckltch.' Sorkin stand auch zu T ö l st o i in nahen Beriehnngen. Häufig besuchte ' er ihn in Jasnaja Pöljana, wo er jedesmal mehrere Tage verweütr. Tölstoj nntei hielt sich mit chm über Juden' und Judentum- Für die jüdische Sprache hatte Tolstoi so lebhaftes Inter esse, daß er sie sogar zu lernen wünschte. Als Lehier empfahl ihm Sorkin seinen ehemaligen Mitschüler Z. Minor, der damals Räbbmer in Moskau war. Mit Freude aing Tolstoi auf den Vorschlag SorknS ein und während der Wintrrmonate, die der große Dichter in Moskau verbrachte, nahm er wöchentlich dreimal Unterricht rm Althebräischeu. Künstliche» Tageslicht. . Bon ft»! Miksch. Das Problem der Erzeugung künstlichen Tageslichtes hat man schon in mannigfacher Weise zu lösen versucht, denn e§ war längst bekannt, daß die Leuchtkraft der elektrischen Bogenlampe und sogar der Glühlampe mehr al§ ansreichend war. eS iehlte nur an ripem Apparate diesem Lichte die de« Tageslicht eigene Stieuung und weiße Intensität zu geben. Der englische Künstler und Maler Shcriugham hat eme Vorrichtung konstruiert, die iu den Kre sen der Beleuchtungsindnstrie großes Jntereste weckt, da das weiße Tageslicht erfolgreich vorgetäuscht wird, Die Vrnichtung besteht aus einem großen Schirm, dessen untere Fläche eine nach genauen mathematischen Regclu und Proportionen gehaltene Farbenze-chnung aufweist. Von einer elektrische» Glühbirne wird das Licht auf diese Farbrnfläche so projiziery daß sämtliche Lichtstrahlen den Sckir« treffen und in die umgehende Atmosphäre zerstrtut werden. Das so erzielte weiße Tageslicht ist eme Folge der rntspiechenden Wahl, Anordnung und der Proportion der Farben, io daß die jenseits deö roten und violettr» SvrtttNMs dkgrude» Strahlen absorbiert werde». Uisprünglich gab der Künstler seiner. AtelierbeleuchtiiN^ dcn Schein deS Tageslichtes m>t einer viel einfacheren Vorkehrung. Er vervollkommnete aber hernach -seine Erfindung' mit Hilfe vcn Wijscnschafilein in einem Maße, .daß si< sich jetzt allgemeiner Ane.iennung erfreut. Die beimlünstlichen Licht eintrelende FarbenverLnderung ist gänzlich? beseitigt. Während die grauen und blanen Farben beim Glühlicht stark die Jatensilät embüßen, scheinen sie beim neuen Lrcht ebenso unverändert wie die neue Farbe. Graue und blaue Schattierungen werden leicht voneinander unterschiede»! und das Dunkelblau crschriat nicht mehr schwarz. Ebenso ist die gelb:- Farbe genau wie beim hellen Tageslicht erkennbar. E>u mit dem Sonnenlicht genau übereinstimmendes Lichterzeugt die „Tageslichtlampe" G. m. b. H.-durch. zwei geeignet ansgewählte und übereinander angrbrachte Glasfilter. Der durch die Filter unve-merdliche L.chtverlust wird durch die Anordnung geeigneter Reflektoren mehr als ausgeglichen. Dm ch Konzurtration des Lichtes aus einen begrenzen Kreis unterhalb der Lampe wird sogar noch eine bedeutende Verstärkung erzielt. Die Tageslichtlampen werden in den verschiedensten Formen für freie, Aufhängung, als Tischlampe, als Ständerlampe hcrgesleäl/ilnd ' snd jür gasgejüllte normale Glühlampen vorgesehen. ys Amerikanische Arbeitsgeräte fKr Palästina. Aus Jaffa wird dem I. C-B. gemeldet. In der vcr» gangenrn Woche langte hier das Schiff „City os New Nor!" an, das die erste Sendung von A r b e i 1 s g e r ä t e n enthält, die durch die Gezeug-Kampagne der PoaleZion in Amerika gesendet worden find. Alle Maschinen wurden in Jaffa gelandet, mit Ausnahme einer Dreschmaschine und einer Stemhaumaschine, die ihres großen Gewichtes wegen in Port Said ge'andet werden mußten und mittels Bahn nach Haifa ge'chafft werden. Es find Maschinen vo» dreiellei Art gesandt worden. Landwirtschaftliche Maschme«, HolzbearbeitunsSmaschinen 1 und Maschinen für Erraßenarbeiien. Auch zahlretchr Ersatzbestandteile wurden mckgessr dt; unter den landwirtschaftliche» MaschiN'N befinde» sich sechs Traktoren, drei Dreschmas'chinen, fünf Gartenbinde», iünf Mähmaschinen, fünf Kartoffelsäemaschinen, e,ne große Anzahl von Pflügen, Eggen, Kultivators ufw. Für die Holzbearbeitung wurden 27 große Maschinen und cine große Anzahl kleiner Gerälschasten übersendrt. Für Straßenatbeite» langte eine Straßenbearbeitnngsma'chine ein, eine Maschine zum Zerkleinern der Steine und eine Maschine, welche den Schotter nach seinen Arten sondert, ferner eine große Presse. Die Maschine« werden zunächst in einem großen Magazin in Haifa untergebracht werde». Mit den Maschineu langten gleichzeitig drei Sachverständige an. Agronom K e r s ch rii a n n lür landw.rtschaltliche Maschinen, Hrrr R o m i für Holzbcatbei° tung und Herr R a j o w s k i für Siraßenbaumaschinen. Mit demselben Schiff kamen Vertreter bei; American Frus11 Growers Co. unter ihnen rin erfahrener Leiter vnd rin Spezialist in der Obstverpockung. Die Grsrllfchast sandte gleichzeitig cO.QO0 Kisten für Verpackung von'O r a n g t «♦, * Gerechtigkeit. I» der Berliner „Fr eih/ei t" lese» wir: Mit dem Kampfruf „H a » t d e « I u d e n!" zog tat' Februar dieses Jahres fast allabendlich eine Horde. ^Hakenkreuzle^ durch den Berliner Kurfürstendamm. Dabei wurden dann jüdische Passanten in gememster Weise beschimpft und geschlagen. Die Polizei war diesem Treiben gegenüber fast machtlos, denn die Energie, die gegen Arbeiter aufgebracht wird, wollte man diesen ' antisemitischen Studenten gegenüber nicht anwende^. Als-es eines' Tages doch z« Verhaftungen kam, wurde nicht etwa einer kr H a k e n k r e « z ler festgestellt. sonder» ei« an g egrif fener i ü bischer S t u d e n t. Bei der Derhaflung hatte' dieser in dem Glauben, einen Hakenkreuzler vor sich zu ' haben, dem die Verhaftung »ornehmenden Kriminalbeamten erklärt, daß er vorher verlange, daß dieser sich ausweise. Nach de^ ordnungsmäßigen Legitimation des Beamten ging die Feststellung vonstatten. Die Gerichte, die bisher keine Zeit gefunden haben gegen die Landfriedensbruch treibenden antisemitischen Studenten vorzugehe n,- erhoben gegen den jüdischen Studenten eine Anklage wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt. Dieses Verfahren endele am' Dienstag vor dem Charlottenburger Schöffengericht nach Vernehmung von 15 Zeugen mit einem Freispruch. — Es hätte wirklich noch gefehlt, daß. man den jüdischen Studenten verurteilt hätte! ' * Das Halenttrewz dee Jarl». Im Pariser „Malen* befindet sich ein Beiicht des früheren französischen Erziehers des Zarewitsch, Pierre G i l l a r d. -der vor kurzem- Gelegenheit gehabt hat, nack Jekaterinburg zu grlangen und dort die Villa Jpatieff zu beficktigrn, die das letzte Grtänanis und der Ort der Ermordung der Zarevfamilie gewesen est. Wie er berichtet, hat er dort in dem Zimmer des Erdgeschosses, das das Zärenpaar in seinen letzten Lebenslagen bewohnte, an - mehreren Stellen ein Hakenkreuz gefunden» an deffen. glückbringende Wirkung (eS hat ia bekanntlich mit-dem von drutschvolkrscher Seite unterlegten Sinn ursprünglich nicht das geringste zu tun, sondern ist' indisches und indoqermanlsches religiöies Symbol) d.e unglückliche Zari» fest geglaubt haben soll- So befindet sich das Zeichen mit Bleistift aus einen Fensterrahmen gezeichnet und mit dem Datum ..17/30. April^, dem Tag der Inhaftierung des Zarenpaares, versehrn, ebenso an cmcr Wand-' stelle üb?r einem Betk,.das die Zarin vermutlich mit dem ileinen Zarewitsch geteilt hat. — Pierre G i l l a r d ist-.jener Gewährsmann der französischen Antisemiten, der in einem Buch die . Schauergeschichte von den jüdischen und den schösterreichischcn Mördern der Zarenfamilie erzählt hat. Es ist sehr bedauerlich, daß mau auS fernem vbrnzitierleu Bericht nicht etfähtt» ob die Zarin da- Hakenkreuz als Deutsche oder als Russin a» die Wand gemalt hat. | * Erhardt I« Oesterreich. In der Berliner „Freiheit* lese» wir: Die frühere« Freikorps find aufgelöst —der Form nach. In Wirklichkeit leben fie noch alle munter fott.und es sind Einrichtungen geschaffen, die eS ermögliche», die Formationen jederzeit zusammenzuberufen. Die Organisation klappt vorzüglich, da8 hat dje rasche Ausstellung des s ch l e si s ch en.S e l b stschntz es bewiesen. Auch Ehrhardt lebt noch, die Entlarvung dieser Truppe als M Z r d e r b a n d e hat sie nur noch fester »füMmengeschlvüA. DwAltaebörigm bade» üdl von Erhardt durch

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