Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 964 (2.10.1921)
- Date
- 1921-10-02
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
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€tte f Wie», 'Söttmag tt « i« tt % a u f: Bei diesem Institute dürste sich die Schädigung bloß aus die Disftrenzen erstlecken sow e ein? Zinsen ratb Provifirueu. Bemerkenswert ist, daß Duim, der dort ein Guthaben Vv» rund SO Milli»««» Kronen und ei« großes Balutadepot hatte, diese Beträge vor semer Flucht noch a bgehoben hat. Vertehr^bartk:310 Millionen Kronen; Bankhaus B r e i s a ch öd Co.: über 5O Millionm Kronen Bankhaus K i r ch h e i m e r und Ehrlich: 30 Mil-' fronen Kronen: Bankhaus KSßler L Meller: 150 Millionen 57ronen; Bankhaus K o l a & Co.: 10 Millionen Kronen: Bankbaus Roseufeld 4 Eo. 40 Millionen Kronen; Bankhaus W a l t e r 4 Co.: 2V Millionen Kronen. Abends wird uns berichtet: Die Untersuchung in der Angelegenheit Duim wird srch voraussichtlich sehr langwierig gestalten, da die Prüfung der vickiachcn Verb ndlrchkeiten und der im Verhältnis zu ihnen geringen Guthaben lange Zcit in Anspruch nehmen wird. >«ßcr deu zahlreichen Gro ßbanken ist auch eine Rtthe v»n Mittelbank en durch de Flucht des Holländers sehr betrossen. Die Aktiven Du mS, die in Wien gesunde» wurde», scheinen keinen ansehnlichen Betrag zu crgeben. Großer Aktiendiebstahl i« einer Großbank. Ein um fast vier Monate zurückliegender Aktiendiebstahl in einer hiesigen Großbank wurde erst seht aufgeklärt. In der Liquidatur dieser Großbank wurde am?. Juni l. I. der Abgang von 132 Stück Eisdnbahnvcrkchrsaktien, Emission Juli 192O,,inr< damaligen Werte von einer Million Kronen fe-stgestellt.. Del: vor- , gestrige Knrsivert betrug etwa 2,25 Millionen.. ,Als. Täter wurde der 2Ojährige Beamte dieser Bapk,. Ferdiriand Höger, Margaretenplatz 8 wohnhaft,. ermittelt^! er war zur kritischen Zeit in der Liquidatur als Sch alter-! beamtec tätig gewesen. Unter, dem Verdacht der Mit-; N'i'stnschast wurde die im Bankinstitut angeMlte, Beamtin Elise Ertl, 21 Jahre alt, MargaretLNplatz 8 wohnhaft, in Haft genommen. Bei der Einverriahms legte Höger das Geständnis ab, den Diebstahl begangen haben. 25 Aktien verkaufte er dem Bankier Moritz Bebowrtsch, Schvttenring 14, um 2Ö0 Kronen unter dem Tageskurs und 23 Stück im Bankhaus D ei s i n - ger u- Komp., WiPPlingersträße 15, ebenfalls unter dem Tageskurs. Neun Stück Aktien will Höger ferner im E'afee „Adler", Schottenring, an einen.unbekannten.Gast verkauft haben. Die restlichen 75 Stück will er »durch. Verniittlung eines im selben Bankhaus. angestellten Beamten, des 22jährigen Karl Weber, Hetzendorferftraße 51, den: Bruder Webers, dem 24jährigen Bankbeamten Johann We her, Tanbruckstraße^33. wohnhaft, überrnittelt haben. Höger spiegelte angeblich deyr^ Karl Weber vor, daß die^Hkttzn von. einem ,H stammen, der sie ihm zum Werkauf '^ergeben chahe. Bon dem Erlös der Aktien hat Höger etwa- 300.000 Kronen auf das $onto der Elisabeth Ertl eingelegt. Sie stellte es allerdings in . Abrede, von , dem Diebstahl gewußt .zu haben. Die Aktien konnten nicht zustande gebracht werden. Zur Schadensgutrnachung an die Bank wurden an Bargeld und an. anderen Wertsachen etwa. 5OO.OÖO Kronen zustand-L gebracht. Ferdinand Höger steht auch im dringenden Verdacht, im Jahre 1920 in der Liquidatur einmal Coupons im Werte von 7OOO Kronen und, einmal im Werte von 18.000 Kvonen und im Jänner d. I. dem Skontisten Barany aus der versperrten Lade zwei Brillantringe im Werte von 40.000 Kronen entwendet Zu haben. Diese Diebstähle stellt er in Abrede. Höger wurde dem Landesgericht eingeliefert. Die Uebrige» wurden wegen Diebstahlsteilnahme der Staatsanwaltschaft angezeigt, aber auf freiem Fuß belassen. Begrn die Erhöhung de» KoLegiengelde». Der Jüdische Hochschulausschuß hat au die Rektorate mit 5«z«g auf die 30fache Erhöhung der Kollegien gelber für ausländische Studenten ein Memorandum überreicht, m dem unter andere« gesagt wird: Der übrrwiegeude Teil der in Dien studierenden Ausländer stammt aus den östlichen SukzesstonSstaate». Die meisten dieser Studenten warm biß zum Kriegsend: Ssicrreichische Staatsbürger und hallen ihre Studien schon vor Kriegsausbruch begönne«. Nach ihrer Rückkehr aus dem Felde warm sie infolge der durch die Kämpfe iu Ostgalizien eravuugenm Schließung der Lemberger Hochschule» genötigt, ihre jahrelang unierdrochenen Studien in Wien for'zusrtzen. Em anderer, iiisbesondere der avS der Bukowina stammende Teil der Studentenschaft war aus dem Grunde genötigt, an einer deulschm Hochschule zu studieren, weil die Unterrichtssprache cm den Bukowmaer Mittelschule« größtenteils deutsch war uud es, gegenwärtig keine deutsche Hochschule auf rumänischem Gebiete gibt. .. Die M e h r h e i t all dieser Studenten lebt in Men iti bitterster Not und war bisher nur durch die' Unterstützung vrr-'chiedcner Wohltatigkeitsinstitotionen in der Lage, ihre Studie« soitzusetzen. Manche dieser Institutionen, wie züm Beispiel das ^msrican lornt l)i»tridutivn Committee habetz vor kurze« ihre Tätigkeit eingestellt, so daß sich d e materielle Lage dieser Slndenteri in!tr letzten Ze.t noch' b deutend v.rschlimmert hat. Die E r h ö h u n g der Kollegiengelder und aller sonstigen Taxen stellt sich daher als r ne derart große dar, daß sie, tt«s FtsiMS. des, kataLkZ'LLglvr.StumS dsr.^MückW Valuta* die Wiener Morge«zett»ns aus dem ehemaligen Galizren und aus Kongrrßpolen stammenden' Studenten vor rin unlösbares Problem stellt. Für dir Mehrheit dieser Studenten würde daber die Durchführung dieser Beiordnung die Einstellung des Studiums zur >Folge haben, und die» in einem tzntpnnkt, da sie unmittelbar -vor dem Abschluß desselben steheu. Eugen Dühring gestorben. Jil einem.Vorort Potsdams ist dieser Tage der bekannte Philosophische Schriftsteller Eugen Dühring im 88. Lebensjahr gestorben. Dühring ist der gegenwärtigen Generation bereits recht fremd geworden? in einer früheren Epoche stand der Mann, der sich nicht bloß, als philosophischer Autor, sondern ailch als Mathematiker, Sozialpolitiker und VolkSwirtschaster betätigte, im Mitt-lpünkt des allgemeinen Inter-, ess-s. Ursprünglich "Jurist, wandte ' er sich infolge' eines Augenleidens, das später zu völliger Erblindmig führte, der Philosophie zu und habilitierte sich an der Berliner - Universität als Privatdozent, wo seine scharfsinnigen Vorlesungen große Wirkung übten. Daß er trotz' seiner' Erfolge als Lehrer und Gelehrter jahrelang ohne Beförderung blieb, steigerte, Dührings Reizbarkeit zu. einem .wahren- Haß gegen , die Professoren, bis er infolge seiner Verunglimpftmgen großer Gelehrter, darunter Helin Goltzens, m seiner in Göttingen preisgekrönten Schrift, „Kritische Geschichte der .Prinzipien der Mechanik", auf ivelche eine Erklärning der Göttinger Fakultät erfolgte," daß - sie hlesür jede Dergntwortuiig ablehne, von seinem Berliner Lehratnt entfernt wurde, nachdem er auf ,euren VerjyeiS. mit rücksichtslosen. Schmähschriften gegen Kie,. Profess-s^en,..:gean-stvortet. 2.hatte. Dühring hat eine reiche literarische Tätigkeit entfaltet, die verschiedenen.. Gebieten angehöxt. -Hm,, bekanntesteir ist seine Schrift „Der Wert des Lebens",geworden, daneben,die pielsach dusgelegte „Kritische Geschichte der Philosophie",, die „Natürliche,-. Dlglektik". und die „Kritische . Geschichte der - Nationalökonomie und des Sozialismus". Neben Geist, und selb», ständigem Urteil wimmelt es in.vielen seiner Schriften von parteiischer Stellungnahme und größten Einseitigkeiten und seine - menschliche Galligkeit .und Verbitterung hat in ihnr feinen teutonisiereudeSi Rassenantisemitismus hochgezüchtct, der gelegentlich auch vor den größten literarischen Exzessen nicht zurück scheute und ihm die Bewunderung Und Gefolgschaft des ilatlonalistisch-reaktionären GennLneutums 6intrug. Ein Match Benesch kontra Friedrich. Anläßlich der jüngste« Ereignisse in Westuugarn bringt »Az E st" die folgende interessante Rcmmiszcnz: Der tschecho- ^lowalische Minister dcS Aeußern hatfeinen Namen für alle sZeiteu in die ungarische Geschichte, der gegenwär-igen kritischen Aeit, eivgeichricben. aber auch der Name Stephan Friedrichs ist mit den Ereignissen m ,Westungarn anss eygste verknüpft. Benesch und. Friedrich siyd sich jedoch nicht auf dem heißen, Boden der Politik mm.ersten Male.-begegnet, eS war vielmehr der F 0 0 t b a l l p l a tz. auf welchem ^öenesch und Friedrich zum erstes Male als Gcgncr einander gegenüberstanden, Bcnisch hatte lange Zeit die linke Deckungder Präger S l a v i a inne nvd war .wegen seines Mutes und - seiner Unermüdlichkeit berühmt, Diese beiden Footballlugeuden sind auch heute noch Benesch eigen; gar nicht zu reden von dm TrikS und der schlauen Taktik, was bekanntlichgleichfalls zur Foolballwiffenschast gehört. Friedrich wieder deckte den linken Flügef des M Ü c g h e 1 e ra i F. 0 0 t b a l l k l ,u. b und zeichnete sich schon damals durch seine Energie auS. Bor. zwanzig sJahren bildeten dir Slavia-MatchS die Attraktionen , des Ungar schen-FootballS, daher kommt es, daß die alten Herren det FußballsportS sich jener Zeit noch lebhaft erinnern. Die Slavia svirlte häufig in Budapest und hatte einmal eia Match auch mit den M. F. C. z« bestehe«. Ja diesem Match standen sich. Benesch und Stephan Friedrich zum ersten Male einander .gegenüber. Die Slavia siegte damals 4:1, was sicherlich nicht Friedrich verschuldet hat, der damals , ein so guter Spieler war, daß er in die Auswahlmannschaft kam. Benesch ist übrige«§ dem Football treu geblieben und ist an jeden, freien Sonntag-Rachmittag auf dem Slavia-Platz zu sehen. Stephan Friedrich hingegen seiner ersten Liebe untreu geworden. Ihn zieht es heute viel Märker in die Vollsversammlmrgr«, wo es am stürmischesten - Mgrht. . _____ Soziale Gelegenheitsarbeit. Der Krieg hat die soziale 'Fürsorgearbeit svzufsagen in Mode gebracht, teils dadurch, daß die Not und das Elend greller, verzweifelter, die Unterschiede zwischen den Gesellschaftsschichten schärfer wurden, tei-ls durch die Ausbreitung des Fürsorgegedankens auf alle Gruppen der geistig oder materiell Begüterten. Hatte die Mittelstandsfrau früher vollauf ihre Pflicht zutun -geglaubt,.wenn sie.ihr Hauswesen betreute, Mann und Kinder hausfraulich umsorgte, hatte der reiche Mann oder die „Dame der Gesellschaft sich mit ein. paar Banknoten und ein paar Gesten der landläufigen Wohltätigkeit losgekauft, so traten mit einem Male, schrecklich greifbar., gemacht durch den -Anblick der Kriegsopfer, Anforderungen an die bisher Abseits stehenden heran, Anforderungen, die, schlechterdings nicht abzuweisen waren. . E? ist ja, sagen wir es ehrlich^, damals in der besten Mösicht herzlich' viel Verkehrtes, Törichtes und Lächerliches gemacht worden (ich erinnere nur an die vielbelachte Geschichte: „Sie sind aber schon die Achte, Fräulein!", die Antwo.rt,, mit der der Verwundete, die hilfsbereite D'am,e mit "dem kühlenden Essigtvasser abtvies) und es hat sich genug Hysterie, Koketterie und Interessiertheit in das Werk, gemischte Aber trotz alledem hat so nrancher und so manche damals ~ ma mkM.. MaleMW 2. Oktober 1921 /Nt' . .. .. -»» ■■■'»■ , "i.-..? entdeckt und so manche Frau, die da vermeintebü£ Karvier ohne Licht, das Zubettegehen mit leerem Magen, das hungernde Kind und die hilflose, lungenkranke Mutter seien Erfindungen der ^Literatur, konnte traurig eines Besseren belehrt Mrden. ' Die allgemeine Einsicht in die sozialen Verhältnisse ist in den Kriegsjahren entschieden gestiegen,und-'. damit auch die Hilfsbereitschaft. Sie sind so sehr gewachsen, .daß man nun schon wieder/Einhalt gebietew muß, haben sich doch die sogenannten -„Elendswanderungen" zu einer Art Spott entwickelt. Es geschieht — mit der allerbesten Absicht von 'der Welt'natürlich! — sehr, sehr viel Unrecht bei diesen ElendsivandeMNgen. Denn, wie schon gesagt, betreten bei, diesem Forschungsreisen ins Land der Not -mitunter Menschen' Proletarierquartiere, für bve. diese.' 'Erfahrung, die allererste im Leben ist. Nun faiiit die Wirkung« natürlich zweifach sein. Die einem-sagenkaltherzig: die Leute sind es ja gewohnt, uUd schreiben alles^ was sie von Schmutz, Verwahrlosung, Jammer zu sehen bekommen, gelassen auf das Konto Gewohnheit, die anderen — und sie sind, zur Ehre der.Besitzenden sei es-, gesagt, -in weitaus größerer- Zahl-Vertreten — sind aufs tiefste erschüttert von diesem Mg' in Äug^ dem Elend gegenüberstehen. Sie wallen helfen, helfen um jeden Preis, und zwar tvoll-en sie immer nur dern Einzelfall abhelfen, dem Einzelfall — den sie gesehen haben. Irgendwelche Unterschiede zu »rachen sind dieje sozialen Gelegenheitsarbeiter natürlich außerstande. Die Notwendigkeit, in einem Raume kochen, essen, Wäsche wascheu, wohnen nnd schlafen zu müsen, setzen wohl- - gepflegte Damen mit dem Mangel eines Badezimmers- -auf eine Stufe, sie haben den Abstand zwischender Schwertuberkulösen und dein gewerbsmäßigen „Schnorrer" noch nicht erkannt. Ohne Maßstab; bummeln diese Unkundigen in der Welt des Elerrds' umher, jeder ihrer Hilfsversuche ist ein AUßgrisf, fte sind der sozialen Simulation in keiner Weise gewachsen und ihr ganzes Verhalten ist ahnungslose, Himmelblaue Verständnislosigkeit. Wo der erfahrene Fürsorger'!' nrit einem Blick die Lage, erfaßt, wo er auf Grund,! seines beruflichen Wissens — denn wirkliche zwecks dienliche Fürsorge erfordert nicht.nur das' bekanntes „gute Herz", sondern auch ein gerüttelt volles Maß! realer Kenntnisse — die richtige Maßnahme ergreift,^ wo er sein Verhalten augenblicklich darauf einstellt, dev; notleidenden -Familie Existenzmöglichkeiten auf der; Grundlage eigener Arbeit zu schaffen'-wird der Anmteurl inuner nur dem Augenblick dienen, und das Um und' Auf seines Könnens werden Unterstützungen sein> fi'ße'c. deren Wert und moralische Wirkung man ja rricht mehr zu sprechen braucht. ' In öffentlichen Erzieh»iigs-, 'Mrjorge-, Kranken-, anstalten nsw. tobt sich die soziale, Zufallsarbeit noch!! wilber' aus und davon iveiß auch/jede Mische Für-! sorgeanstalt ein Liedchen zu '/.ftsigeii/s'Äelmß' gibt einzelne, von der Natür besonder^' begünstigte^ die! deu'scharfen BÜck der Erfahrung ' mit dem praktisch^'' Sinn des zur Fürsorge Begabten herbinden und die überdies auch noch genügend Zeit auf die Sache vertvenden wolle«, um wirklich Vortreffliches zu leisten.^ Aber ihre Zahl kann naturgemäß. nur verschwindend!, klein sein. Neben diesen weißen Naben vast das Heer; der Vorstandsmitglieder, Kom'i teedamen und A u s s ch u ß h e r r e 11. Haben hie' wackeren Leute viel zu tun, so baß sie sich um die verschiedenen-, Institute nicht viel bekümmern können«, so ist,das noch,dev miwere Fall. Zuineist verfügen sie aber — nainentlich die Frauen — über ein Ueberinaß . an fteier Zeitl und benützen nun gerne schöne Nächrnittage, um die ihrer Obhu< unterstehenden Institutehuldvoll -zu besuchen. Der Leiter oder die Leiterin wünscht fi^j ’ natürlich dorthin, ivo der Pfeffer wächst, aber ebenM natürlich muß er sie mit allen Ehren empfangen und! die von rührender Verständnislosigkeit ,zeugenden Frag«»' der Frau Vorsteherin, die sonst natürlich ein vortrefflicher und sogar kluger Mensch sein' kann, sind die einzige Entschädigung für den Geplagten. Sonst sprießt' aus solchen Besuchen, insbesondere, in Erziehungsanstalten, wenig Gutes. Die Kinder müßten keine Großstadtpflänzchen sein unb obendreiu' keine „jüdischen Augen" haben, um nrcht sofort zu'begreifen, baß'hier eine Kontrolle des Leiters erfolgt, .Md daß dadurch! die bei dem kritischen Geist'moderner Kinder ohnehin nicht, atlzuseft verankerte Autorität des Lehrers gestützt wird, wird wohl niemand glauben. Viel gute Erziehungsarbeit wich so mit plumper Hand, immer in bester Absicht, zerstört, ohne daß die pädagogische Gelegenheitsarbeiterin auch nur zur Erkenntnis ihres. Mißgriffes zu bringen, wäre. Denn von Erziehung versteht bekanntlich jebermarrn etwas, auch wenn er von den Schwierigkeiten, welche die Anstaltserziehung bietet, überhaupt keine Ahnung hat. Jü den anderen Fürsorgeanstalten macht der hohe Besuch das ganze Personal rebellisch und hat für die Leitnnb schier endlose Auseinandersetzungen, Beweisführungen, Weiterungen , und, zwecklosen Aerger zur Folge. Alle diese Herren würden niernals einerr. zerbrochenen Sessel einem nichtgelernten Arbeiter zur Reparatur übergebenalle, diese Damen wurden sich eineu> Einspruch in ihre Hauswirtschaft entschieden verbittern Aber in die soziale Fürsorge darf jeder seine'Hände stecken, da ist jeder: sachverständig. Slatl sich auf das eigentliche Tätigkeits^ selb des Förd-evers';'die Beschasfüng der Geldmittel nn8 ihre Verwaltung, zn beschränken, will jeder durchaus! die führende Rolle spielen;md begreift nicht, daß die; Mbkit.desf WKMsMildx.W, Men nur, polltvertia feto