Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 964 (2.10.1921)
- Date
- 1921-10-02
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Ar. 964 Wien. Sonntag Wiener Morgerrzeitung 3. Oktober WZ\ ’ Seite 7 In der herrlichen Wölbung der alten Schul' und in Reb Maiers uralteiu B^th-Hauiidrasch luci-ocn die Pirlte hell vom Kerzeuscheiu: Das alte Krakau schlägt die Augen auf. Hub währe ul) sie in den Bethäusern Arnr und. Stirne mit den -Gebetriemen binden, hat sich die Seele des alten jüdischen Krakau atrs der Enge der Gäßchen gielöst'und steigt'Maü^ durch den grauen Himmel zu best Füßen - deZ'^Hgters, umfängt seine Knie und sagt ihmalles, was> Ms bedrängt.- ‘ r - Wenn sie lln'tan die Riemen küssen und sie tvieder KVtzaÄ-metrrolleM.Mpt-' sie' aus der Höhe zurü'ch von stiMm Glück verklärt,-überreich in diesen ' schweren Bußtagen. \ .-j' . Itttb bic Pulse, des alten jüdischen Krakau schlagen kräftig und gesund», .wie in den festen Tagend da diese Stadt' erfüllt wyr von -Gottes Lehre und von Gottes Liefern. . - .;?) ...; Bis der Jaunr-Kipur verklingt.-- , , * .ss Denn daM Erstirbt der.Zauber und das alte Kräkcku geht stuMnund stolz wie ein entthronter König ijl s die selbstgemMke Gefangenschaft.' Im nächst-enHahre wird der Mg des alten Wächters in der Sliches-Rycht schon kürzer sein. - - Bou der Diölelsgasse herdringen die nüchternen treuen Häuser unaufhaltsam vor, - erobern di?. Krakauer-«" §asse -lind. drängeMsich tief ins Jnilet? des Städtchens hinein,, das' eichsh..-dem Wawel zu 'Füßen lag, buutgestaltig und versonnen wie eine talmichische Legende. Einst' sind ivölMdem Sliches-Rnser alte Wege versperrt- und ec--umkreist nnr^nehr -die geheiligte Mauer, die 'Ramus G rach statt und Bethaus umschließt. . "chWenn du dich dann nicht erhebst, göttlicher Reb -W^ch'eh' J-ssert, -und die unendlichen Scharen rufst, die Ztlhr'.füv Jahr aus--weiter Fertre am Lüg Baomer an deine' Gruft kanren,,'. wenn du dann nicht Mit deinem elhrwiirdigen Siecken^i der noch immer an deinem Bet- V'ult lehnt, dreiiual an - die Fliesen schlägst, auf daß! die mite Zeit'erwäch'e -und für ewig auflebe, wenn du den-Wächter dann nicht hören willst und weiterschläfst -7- - dann hat auch der Sliches-Rufer in Krakau zum letzten Male sein.Lied gesungen, dann stirbt der Sang underklingt nur-mehrmüßigen Träumern aus einsamen Somme-rnäch'en, wie dem Schiffer weit draußen aul- Vteere das Glockenläuten der versunkenen Zauberstadt -Vineta. - Otto Abeles. (Ans dem in Vorbereitung befindlichen „Krakauer Bilderbuch" des Autors.) Wiedereinrveihrnrg des Leopoldsta-ter Tempels. Gestirn abends »m 7 Uhr wurde der wiederanfgkbauie Leopoldstädtcr Tempel in der Tempelgaffe fe-erlich eingeweiht Bekanntlich wurde das Gotteshaus artr 17. August 1917 von ein^r verheerenden Feuersbrunst zum großen Teile zerstört. Durch Spenden wurde es möglich, den Tempel aufzubaucn. Das Gotteshaus ist im großen und ganzen ieriiggesiellt, wird aber nach den jüdiichen Feiertagen wieder geschlossert, um die Arbeiten vollenden zu können. Das Innere ist wieder im maurischen Stile mit reichen und schönen Ornamenten ausgestattet. Erbaut wurde es nach den Plänen des Ingenieurs Kempner unter Leitung des Amtsleiters der technischen Abteilung Ingenieurs Lrndner von der Bangesellschast Korn. Der Tempel war festlich beleuchtet und reich mit Blatt- Pflanzen geschmückt. Er war von einem zahlreichen Publikum cn'üstt. Erschienen waren: in Vertretung des Vizekanzlers Breffky spieler.in New-Uork als Monatsgage erhält, da sie an die Ausführung des „Dybuk" ging. Und doch wurde geapbe.itet. und.die, Aufführung kam. zustande. Hier in Mw-Dork!aber hyben die Theaterleute mit den großen MtHln.sich nicht, Einmal für das Stück interessiert. ist^nmsv bezeichnender, wenn man bedenkt, welch e^^Mavgel an .dramatischem Repertoire herrscht. vorigen...-Jahre kam auch Rudolf Schild« k^'^u. t-^nach NewDork. Er spielte den Shylock und eine; Reihe. anderexMollen. Schildkraut ist ein Künstler Von^G-pstes, Gnaden, .Er brüllt nie, er macht keine überflüssige. Geste-- ' keinen überflüssigen Schritt und in'Ms^stst. künstlich .-abgernessen nird abgezirkelt, alles kogüithmatüclich h-er'aus. Man fühlt, daß kein Mensch Bühne.-all' das fühlt, was er darstellt. Schildkra'ü.r. ..ist. hinreißend, wahrhaft hinreißend. Aber auch e.r hat kein Repertoire. Ueber die jüdische Operette ist auch jetzt nichts Erfreulich es zu-berichten., Mit dem Drama steht es deshalb, besser, weil.-man wenigstens den Versuch macht, z.;i-<bessern. Vielleicht wird es mit der Zeit auch gelingen, etwas, zu leisten, da in der letzten Zeit aus Europa ein bcsseijeH jüdisches Eleprent hinüberkommt, oelches Verstanduis. für bessere dramatische Kunst zeigt. Ebensoist es .äuck)' mit den Schauspielern. In der etzteu Zeit sind-aus Europa einige bessere Schauspieler rer-OperettesowHl wie des Dramas hinübergekommen. So fauu es möglicherweise gelingen, Besseres zu bieten als bisher. In.'Schauspielerkreisen interessiert man sich sehr, für Fräulein S a i u t - C l a r r. Fräulein Saint« Clair ist ganz neu' und alles fragt, was das für ein Mundervogel ist.'.Klara Äsung, welche in New- Novk -bereits bekannt ist, hat jetzt ein eigenes Theater iit Brooklyn. Die neue Saison beginnt und bald, nach einigen Woche«,' .wird man sehen, was für Zeichjen und. Münder MsHMen werden ... i Eb l der 'D S-kirotr-?ta' K l a p s i a vom Knlinsaitit. in Vcü'eNcng des Polize Präsidenten Hofeat Tr. R a m n ckt. Hoiicc! D-. H n nt in ers ch t n g. A'cg-ecnngsrot Uit.oe!.ntät?vrofesw Dr. E h r m n n n, dinn der.fciamic Kultasvorstaud mH Gcncmloberstnbsnzi Pro' fessor Dr. Alois P i ck/ der Mlhaickvsrstnnd, dje Vettietcr der Bezirtsvereine. d!e Vczitksräte des 1l. Beürkes, bie Beamtet« der Kul!tts7«emnnde, das Rabbinatskolleg-um und die Angehörigen der Gemeinde. Nnt 7 Uhr erfolgte der Ecnzug der gesckntöck.'en GeietzeerolleU -von bet einen Seite Und des ObchrcibdinerZ Tr. C h a j e s von der anderen Seite Der Tempelchor tang cinm Cöo al. worauf Obecrabbmer Dr. E haj es das „ewige L>ch^ onzündele. Dafn be'si'eg Robb'ncr Dr. G r u n w a l d die K-rnzel und dielt die Wciherede. Mit einem Choral schloß die Fenr. Große SpeKde für die Ukrainischen Pogromopfer. Herrn Oberrabblner Dr. C h a} e s ging dieser Tage folgendes Schreiben zu: Ich erachte es als meine Pflicht als Ukrainer, Ihnen K 50.000 für das Hilfskomitee der ukrainischen Pogromopfer zu übersenden, und bitte, hochverehrter Herr Doktor, dies als einen Beweis ansehen zu wollen, daß ich gerade die Juden als wichtigsten Faktor für den Aufbau des ukrainischen Staates zu schätzen weiß und daher ein entschiedener Gegner aller antijüdischen Aussä)relturrgen stets war, bln und sein werde. Mit dem innigsten Wunsch, den Juden der Ukraine möge eine bessere, glücklichere Zukunft be° schieden sein in einem mit ihrer Hilfe geschaffenen ukrainischen Staate, verbleibe ich. hochverehrter Herr Doktor, Ihr stets aufrichtiger W a s y L Wyschyw a n i j m. p. (Wasyl Wyschywamj ist bekanntlich der ukrainische Name des ehemaligen Erzherzogs W i l h e l m. Anm. der Red.) . Der InLernEsuale Kougretz der Kriegsopfer. Z«r Dkg'N« des gestrigen zweiten Verhandlungst.->.ges unter dem Vstsitz des italienischen Dclegierten B a g e l l a (Turin) wurde eine Reihe von Begrüßungstelegrammen französischer un-- englisckrr Krirgsbeschäd gtenora'-iiationen wtd zum Schluß auch ein solches des Alpenländücken HeimkehrerverbandrS verlesen. Gegen diese letzte Kundgebung erhob Delegierter W i t s ch (Salzburg) Einspruch mit der Begründung, daß dieser Verband nicht nur aus reaktionüren Frontkämpfern bestehe, sonder» auch zur Orgesch Beziehungen u n t e r h a l t e und mit dem Kamrradschaftsverband m Verbindung sieh-', der kriegshetzetische Ziele verfol?e. Dem Kongreß lag eine Kundgebung deo ungarischen Delegation vor, in der darauf h-ngewiesen wurde daß sie trotz des Trianoner Frlkdensveitiages eine R i e s e n a r nt e c aufrechterhalten bürf e.; Dieser Unterstützung habe man es zu verdanken, ddß ditr Siegerstaat Jugoslawien das Gebiet von Batanpa an Ungarn zurückgebm mußte, trotzdem die§ feimn Punkt des Fricdensver.rages rrüllt habe. D-e ungarische Delegation vrotrstiere aufs schärfste gegen die B e rbrechenderH o rth p-G ard isten und ihrer ententistischen Spießgesellen sowie gegen die dunkle» Pläne der Entente geoen Sowjetrußland und erwarte von der Exekutive, daß sie mit allen revolutionären Arbeiterrrgantsationeu in Fühlung treten werbe, um die Dmchiührung dieser Pläne m Verbindern. Nach längerer Debatte wurden der Teil des Berichtes von Henry Barbusse, der über die btshetige Tätigkeit der Internationale in der abgeloufenen Per-ode Aufschluß gibt^ ebenso wie die Anträge, die die Sicherung der Grundlagen der internationalen Organisation betreffen, znm Beschluß erhoben. Ein Exetivkomitee wurde mit der Aufgabe betraut» die vom öst:rreichischen Zentralverband ausgestellten Nichrlinten über die Frage der Organisation und Taktik mit den Richtlinien des Genfer Kongreffes in Einklang zu bringen «nd dcr Konferenz vorznlegen. Uebw den nächsten Punkt der Tagesordnung „Internationale Geiktzgkbnng für Kriegsopicr" erstattete dcr framösische Delegierte B o r u s s e (Paris) den Bericht. Er führte daß der zweite Weltkongreß der Internationale der Kriegsopfer eine interuationale Regelung der KriegsopKrgesetzgebung mct dem Ziele fordere, daß alle KiicgSopfer in allen Ländern ausreichend entschädigt und versorgt, daß jeder bestehende Unterschied zwischen den Angehörigen der Ententrländer und denm der besiegten Staaten wegsalle. Der Völkerbund in seiner jetzigen Form könne nicht Garantie für eisen dauernden Weltfrieden bieten und feine Organisation sei nicht geeignet, ein dauerndes Lusammcnarbeiten aller Nationen zu verbürgen, weil im Völkerbund die kapitalistischen Ententestaaten die Führung haben. Der Referent stellte die Forderung aus, daß die der internationalen Arbeitsorganisation angeschloffenen Staaten verpstlchtet werden mögen, nnterrinandcr gegenseitig Verträge abzuschlteßen, welche sich auf die R e n t e n z a h! u n g und sonstige Fürsorge für die Kriegsinvaliden und Hintcrbliebcncn beziehen, ferner sei die Jnvalidengesetzgebung aller Staaten dahin zu ändern, daß sich die von einem Staate für die Kriegsopfer beschlossenen Gesetze auf alle i n diesem Staate lebende» Kriegsbeschädigten und H'ntzrbliebenen, ohne Rücksicht auf ihre Staats- -«-ebörigkeit, erstrecken, svfrru sie für diese Kriegsopfer nicht ungünstig sind. In der Nachmittagssitzung wurde v»m Verband der ehemalige» Kriegsgefangenen und Geiseln in Bulgarien ein motivierter Antrag eingebracht, welcher verlangt, der Kongreß möge energischen Protest gegen die weitere Gesangenhaltung -der vielen bnlgartschrn Krtegsgefaugenen erbeben. Weiters möge der I Kongreß die varlamrntarischeu Vertreter der revolutionären vroletarlschen Parteien vrranlgffen, in den Parlamenten Gesctzesvorlagen'einmbrmgen, welche die Begi^adimma und FreilaffnNg aller während des Krieges verurteilte» Kriegsgeiangmens'allrl Nationen be wecke!«.. . ... - (Sitte dem Kongreß über die iztternalionale Gesetzgebung für die Kricgsopier vorgelegte Rioltpion,-fordert,Me-internationale R'gelung mitdem Z-ele. daß die Kriegsopfer, gn .glfen Ländern ausreichend entschädigt und versorgt werden, daß lieber 4 bestehende Unterschied zwischen den Angchörigen der Entente- Kinder und jenen der besiegten Staaten wMalle. Es wird der. Abschluß gegenseitiger. Verträge unter den mtnnationalen Arbeiteroraanis.wonen gefordert. , welche sich ans Rentenzablung und sonstige F ü r s o r g e f ü r K r r e g sinvalide und Hinterblieb eue von Gefallenen be-iehen. Weiter soll die- I n v a l i d e n g.e s e tz g e b u n g aller Staates dahin abgeändrrt werden, daß alle in dem betreffenden Staat tebenden Personen, ohne Rücksicht aus. ihre S'aatszugehörigkcit, sämtlicher gemährter' Begünstigungen teilhaftig werden. Endlich sollen Schutzmaßnahmen zur Wiedereingliederung von Verstümmelten und mindererwerbssähigen Perlonen m das Erwerbsleben aeschaffen «etden. Eine lebhafte Debatte rief der vom Vertreter des östev re^ch'schen ZentralvetbandeS Obmann B r a n d e i ß gestellte Antrag hervor, d-m nächsten Kongtes die Entscheidung über die Haltung zum Jnte>nationalen Ärbeitsamt in Genf über die Frage einer Zu'ammmaibeit zn,-irbetlaffen- In rer Be' grüudung führte der Antragsteller ans, daß, solange man nicht die Uedcrzeugung gewonnen habe, daß cs wohl angezeigt sei, dem Ar beitsamte Vertrauen cntgegenzubringrn,. auch eine gänzlich ablehnende Haltung nicht am Platze fei. Der Vorsitzende Marte au a. (Brüssel) stellte sich, auf den Standpunkt, daß der Kongreß zu d'.e'em offiziellen. Instrument des Welt« kavitalrsmus Mißtrauen haben müsse. Die Abstimmung über den Antrag wurde vertagt Der Friedensbund der Kriegstritnehmer Berlins unterbreitete dem Kongreß eme» Antrag, her sich gegen das deutsche Reichsgericht in Leipzig als e n aus Gmeralen zusammengesetztes Tribunal wendet und m ihm dre versteckten Verteidiger des Mililar!smm° erblickt. Denn ein wahre«' Gerichtshof für die Verbrechen, ' w-'lche Militaristen begang-n, könne sich nur aus bewußten Kämpfern der internationalen antimililctr'.stischen Bewegung zu- ' samm'ttjetz«:n. Dieser Antrag wurde ei»rr Kommission zugewiesen. Du Verhandlungen wurden sodann auf Sonntag vertagt. Abends fand sür die Teiluehnier des Kongreßes t'tr Empfang im Rathaus statt. Die Flucht des ValAtenspekulanten Dmm. Zum M-lliardknsallimettt drs Devißnsprknlanten Duim — seine Verbindlichkeiten werden heute bereits auf zwei Milliarden geschätzt — wird noch berichtet: In Finanzkreisrn wird behauptet, daß ec Kompagnons ^rbabt habe, die ihm die Mckiel sür die ersten Engagemmis. zur Verfügung gestellt hätten. Die betreffenden Kompagnons leben in Amsterdam London und Paris. Die Fonds waren ziemlich groß, ungefähr V/2 Milliarden Kronen, und. auf diese gestützt, verließ Duim Amsterdam, tim sich zunächst nach Berlin zu begeben. Man erzählt, daß er.ari d^s Bankhaus.M e n d e,l s sohn in Berlin gefälschte Empfehlungen gehabt häite. Es fet thm indessen gelungen, das Vertrauen ter Finna dadurch zu erwerben, daß er die Gcschafte, die er dort entging, sämtlich mit größter Geitauigkrit abwickeltc. diach einiger Zeit habe er sich von diesem HauS Emptehlunfen nach Wien erbeten, die ihm auf Giund der befriedigenden Erfahrungen, die mit Duim geniackt worden warm, gegeben wurden. So tauchte er mit diefm Smpfthlungen in Wien aufwo er aus dicsem Grunde die beste Aufnabme fand. Sein Betriebskapital war sehr ansehnlich, und auch h«er ging alles, was er m-ternahm, glast und zufriedenstellend ab. Dmm befaßte sich mit dem Handel in allen möglichen DaltUen: Dollar, Pfund» Franken usw. Es wird betont, daß DnimS Orders stets mit de^ größten Präzision ausgeführt wurden. Wohin er auch Posten adressierte, wie nach Amsterdam, Paris, London nsw-, alles funkt vnierte einwandfrei. Man verließ sich auf ihn in allem und tatsächlich gab eS auch nie eine Beschwerde gegen ihn. Jetzt erfährt man. daß Duim schon feit langem hauptsächlich Abgeber in Valuten gewcsen se''. Er spekulierte g 1» baisse, in der Erwägung, daß die Krone sich doch beffern und cr dann in die Lage kommen würde, die Werte, die er ««Jault hatte, billig wieder zu erlangen. Hierin täuschte rr sich. Mit deck Mitteln, über die er verfügte, und mrt Hille von Manövern, die er ncbenher anSsührte, konnte «r daS Defizit lange verschleiern. ES verlautet, daß er gegen 500 Millionen mit sich genommen habe. Die Gattin Duims ist die bekannte Filmschauspiclerin Minny E r f m a n n. Sie hatte an seinen Geschäften keinen Aste'rl. Gestern versamnnltcn sich die geschädigten Gläubiger zu einer Besprechung, die mehrere Stunden dauerte, und mit der Wahl eines Komitees schloß, welches mit der Ausgabe betraut wurde, die gcschäfiliche Lage des Geflüchteten zu prüfen und cm« ne» einzuberufendcn Gläubigetkonserenz Vorschläge zu nstatten. Ein: auch nur halbwegs verläßliche Schätzung der Schadensziffern liegt noch nicht vor. In Finanzkretsen nannte n«an gestern mit Vorbehalt nachstehende geschädigte Banken: Anglobank: übrr 120 Millionen Kronen; Wiener Bankverein: über 20) Millioucn Kronen; Bode n-C r e d i t-A n st a l t: bis zu 100 Millionen Kronen; Wiener Kommerzialllank: 40 Millionen Kronen; Landerbank: über 100 Millionen Kronen; »1 ettnr" Bank und Wechsrlstubrn-A.-G.: 300 Misi lionen Kronen: Neue Wiener B a n l -- G e s e U s ch.a f t: biL- &u 100 Mrllioven Kronen^