Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 962 (30.9.1921)
- Date
- 1921-09-30
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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I Gke«7ZrMs fioü-Sfottfctcng bas von ihr eingesetzt« Zentralorgan, die diesbezügliche« Verhandlungen mit dw in Betracht Lammenden Organisationen aufzunehmen. Die Emigrationsvonferenz beschloß' einstimmig bfe; Nrün- Mtiig einer Emigrationsbank und beauftragte daS ^Zentrasvrgan, mit den an dieser Konferenz fehlenden großen iüdischon Organisationen, unbeschadet des charitativen und chilanthvopischen Charakters desselben, in der Bankgründung;u kooperieren. Di« auf die Bankgründung bezughabenden Resolutionen lauten: 1. Die neue BMk soll die bereits begehenden ähnlichen jüdischen Gesellschaften nicht beeinträchigen. sondern dieselben tunlichst fördern und sich ihrer .bedienen. 2. Sie soll sich zunächst mit den Geldüberweisungen .»eiassen. Sie soll den Namen „I üdische Zentralbank" iihren und nichts in ihrem Titel aufnehmen, was mit der Änigration zusammenhängt. Sie kann ihren Tätigkeitsbereich .'laß mit ausdrücklicher Zustimmung der Gründu'ngskörperchasten erweiternd 3. Die Bank ist eine Aktie«gefeilchaf«. mit bevorrechteten Grunderaktien. Das Gründungsapital beträgt 50.000 englische Pfund mit je 100 Pfund xr Sharc; kleinere Stücke werden nicht ausgegeben. Die Zank wird ihren Sitz in Lonoo n haben mit Korrespondenzilialcn in allen Orten, w» ein ähnliches jüdisches Institut ücht besteht. 4. In den Bereinigten Staaten, •t a u ab o, Arg en ti nien und anderen überseeischen Zaudern werden Sa ving Banks (Sparkassen) in Deriinönng mit der Zentralbank gegründet. '5. Die anwesenden Organisationen übernehmen die Kosten der Gründung. Die liitigfcit der Wank soll sobald als möglich beginnen, selbst ivmt mir ein Teil des Aktienkapitals vorhanden ist. EinwarrderuKgssperre in Kanada. Prag, 28. September. (Iüd.. Korr.-Bur.) Der europäische Vertreter der „Hias" in New-Bork, Mr. Held, verlas in der Emigrationskonferenz eine ihm aus Kanada zugegangene Depesche, wonach die Einwanderung nach Kanada verboten wurde. Ausgenommen sind nur Frauen und Kinder. Neue EinwanderungsbeschranÄnngen in den Vereinigten Staaten. Washington» 29. September. (Tel.-Komp.) Das Kabinett beschäfttgt sich augenblicklich mit der Zesetzesoorlage über die Einfchränkung der Einwanderung nach den Vereinigten Staaten. Es sollen zunächst über die Errichtung von Gesundheitsämtern, die das Einschleppen von Seuchen zu verhindern imstande sind, Beschlüsie gefaßt werden. Das russisch-jüdische Hilfswerk. Riga, 27. September. (Iüd. Korr.-Bur.) Das jüdische gesellschaftliche Komitee in Moskau, das die Hilfsarbeit zugunsten der Pogromopser in Rußland leitet, beschloß die Einberufung einer gemeinsamen Konferenz der Ica, des Hilfsvereines. und des Joint Distribution Committee, um die Frage der Organisierung der konstruktiven Hilfsarbeit in Rußland zu beraten. Die Konferenz soll in Riga stattfinden. Meise der arabischen Delegation nach Amerika. JerLsalevr, 25. September. (Iüd. Korr.-Bur.) ,PaIestine" meidet aus Genf: Die arabische Delegation beschloß, nach Amerika zu gehen, um dort von den ausgewanderten palästinensischen Arabern moralische nd finanzielle Unterstützung zu erhalte«. Die AusLiefernng des Pogromhelden Machnow. . Bukarest. 29. September. (Funkspruch.) Die rumänische Negierung hat nach Moskau auf das Verlangen, Machnow m'.szulieüxn, geantwortet, daß die romanische Regierung geneigt wäre, das Ansuchen in Erwägung zu ziehen, wenn eine Gegen» i t x 11 R f e i t zugesichert werde. I» diesem Falle müßte das Ansuchen mit der Zusicherung erfolgen, daß die Todesstrafe auf keinen Fall angrwendet werde. Der Völkerbund über die Abrüstung. Genf. 29. September. >Schweizerische Depeschmageutur.) Xi: Dritte Kommission hat den Bericht über die Abrüstung mit Hnnen Aeuderungen angenommen. Der Bericht hebt hervor, daß :n vielen ändern die Abrüstung rascher vor sich gehen könnte daß ohne die Vcreinigten Staaten. Deutschland und Rußland eine allgemeine Abrüstung nicht durchgesnhrt werden könne und daß die große Seemacht der Vereinigten Sraaten insbesondere die Einschränkung der Setstrenkraftr unmöglich mache. Nichtig sei, daß die Abrüstung Deutschlands sehr betrieben wurde und daß birussische Armee für eine richtig ausgebildete europäische'Armee nicht mehr gefährlich weiden könne. Es sei nun an der Zeit, daß oie gemischte Kommission des Völkerbundes den Völkern einen!onkreten Vorschlag unterbreite und' daß zugunsten der Abrüstung n allen Ländern eine umfassende Propaganda betrieben werde. Das albanische Statut. Paris, 29. September. Wie „Echo de ^crtte* erfährt, hat die Botschafterkonferenz das Statut Albaniens endgültig geregelt. In ihrem Beschluß erklärt die Botschafterkonferenz, die Aufrechterhaltung der Unabhängigkeit Albaniens liege im internationalen Interesse, und falls die politische oder wirtschaftliche Unabhängigkeit des Landes bedroht fei, müsir der Völkerbund Italien mit der Wahrung der Rechte Albaniens betrauen. Die Grenze» Albaniens würden in den nächsten Tagen endgültig festgesetzt werden. Angesichts des sranzösifch- 4Me«er Msrgeuzettuns Mittellungen aus dem Publikum.' 307 SepiemM 1KT Rr. E Erstklassige Frei**, Ch8sater und bester Käufer Wiens BRILLANTEN, PERLEN Juwelen, Weltfirma Rabinowitscö, Juwelier MAHLERSTRASSE 5 II., STEPHANIESTRASSE 3, nur Nr. 8 (frühere Naxlmillanstr.) Tel. 8541 (Jetzige Hollandstram) im eigenen Hesse Haiteetelle Opernring, Zug. Xämtnorstr. Tel. 4546 Samstag geschlossen. ' 5*27 Höfen Sie aueh unsere Preise PERLEN, JUWELEN Grösster bester Käufer Juwelier 52*8 FORST O I..Hab8burgerga8se Nr. *0 RST Zasrangr Tom Graben beim ’Kohlmarfe* BRILLANTEN Streng rituell! 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Wie die Blätter «s HelsingforS melden, hat die Sowjetregierung die Errichtung \n russische« Staatsbank beschlossen, der auch das Recht der «-gäbe voo Banknote» üdrrlragen werde» soll. italienischen Einvernehmens über die Grenzziehung habe England die Forderung betreffs Zuteilung der Gebiete von K o r i tz a und Argyrocastro an Griechenland fallen gclaffcit und halte noch eine Grenzänderung in der Gegend von Prizrend und D i b r a zugunsten Jugoslawiens aufrecht. Italien beruft sich demgegenüber auf das im Jahre 1913 in Florenz getroffene -Abkommen . wegen., der Insel Saserio. die von Italien besetzt ist... Der Schatz der MinoriLLtsrechte. Genf, 29. September. Die erste Kommission beschloß, dem Rat vorzuschlagen, daß in dem ihm zur Kenntnis gebrachten Falle einer Verletzung der M i n o r i t L t s r-e ch t e die Untersuchung durch den Präsidenten und zwei von ihm zu ernennende Ratsmitglieder zu erfolgen habe. Streichrmgen iw jugoslawischen Budget. Belgrad, 27. September. Der Budgeworanschlag für 1921/22 liegt jetzt in der revidierten Form.dem Finanzausschuß des Patlaments vor. Die Gesamtziffer der oidentbchen und außerordentlichen Ausgaben beträgt 4846 M i l l i o n e n Dinar gegenüber de« Einnahmen von 2921 Millionen Dinar. Im neuen Budget wurden große Streichungen vorgenommen, namentlich bei den I nvestitisnsanSgabe», die aus der inneren Anleihe bedeckt werden sollen. Dor einer Rekonstruktion der deutsche« Regierung. Berli«, 29. September. Die Beratungen über die Umbildung des Reichskabinetts im Sinne einer Erweiterung der Regierungskoalition haben ihren Anfang genommen. Vertreter der Koalitionsparteien und der Deutschen Volkspartei folgten gestern abends einer Einladung des Reichskanzlers zu einer gemeinsamen Aussprache, die den Charakter einer Vorbesprechung hatte und zu der auch der Reichs- Präsident, der preußische Ministerpräsident und Reichstagspräsident Loebe erschienen waren. In den mehrstündigen Verhandlungen, an denen Vertreter aller beteiligten Parteien teilnahmen, wurden die innerpolitische Lage, die außenpolitischen Richtlinien, die Steuerfragen sowie die Form der eventuellen Umbildung des Kabinetts erörtert. Die Verhandlungen werden in den nächsten Tage» fortgesetzt werden. Bei den Verhandlungen zur Neubildung der preußischen Regierung sind die interfraktionellen Besprechungen schon so weit gediehen, daß mit der ' offiziellen Aufnahme der Verhandlungen schon für morgen oder übermorgen zu rechnen ist. Nach Ansicht parlamentarischer Kreise dürste die Umbildung des preußischen. Kabinetts in der nächsten Woche zu erwarten fein. Hegedüs erkrankt.! Budapest, .29. September. Wie die Blätter i melden, haben die Ereianiffe der letzten Tage den ge- Tagesbericht. Für die Jüdische Arbeiterba« iu Palästina. Die Gruppen der Wiener H i t a ch b » t h «nd der rechte» Poale-Zro « veranstalteten Dienstag bendS n» Hotel Post eine Versammlung, welche der Austlmng über die Ziele der Jüdischen Arb', eiterbank itHaläsima gewidmet war. I» einer wirkungsvolle» hebrLifän Rede wies das Mitglied der zionistische» Exekutive 4 p r i zak ans de» engen Zusammenhang zwischen dr Arbeit der abgelaufenen ZiomstenlongrrffeS «nd der Jüdische» Arbeiterbank hin. Der Kongreß habe verschiedene Fusionen liquidiert, «im dürfe man nicht «ehr ans. Zeichen »ns Wunder hoffen, sondern müssen die reale Arbeit in volle» Maße beginnen. ES sei Zeit, daß sich die jüdische« Arbeiler. i» Palästina irfisetztn, und die Jüdische Arbeiterbank sei ba$] vornehmste Mittel, um diesen Prozeß in die-Wege z» leim. ES sei jede,manns Pflicht, die Möglichkeit für die X lijeh/ die Einwanderung deS Arbeiterelements, r« schaffe» «nd in diese« Sinne die Bank zu föider». K ä p l a n s k y weist ans die bisherige« Leistungen der. ' jüdischen Arbeit in Palästina bin, die nicht durch Quantität, ' sondern durch Qualität wirke». Wir haben iu Palastiia «usere. Fähigkeiten bewieien, ein « e » e § p r o d « k t i v e s L e b e « anfzndaue». Dar SchSnste, war dort bisher geschehe« ist, sind die AnfangSversache, um neue Formen von Arbeit und »me Forme« des menschlichen Zusammenlebens zu finden. So ist der jüdische Arbeiter in Palästina ein Pionier deS kooperative.» Gedankens geworden und es gebe vielversprechende Anfänge der Konsum- und der produktiven Kooperative. Man snchei diese Arbeit vielfach z« diskreditieren, aber er sei nicht richtig, daßs die Agrarkooperativen Deffsite haben, weil sie in kooperativer. Form arbeiten. Die Ursache ist, daß die jüdische Agrarwirtschaft in Paläst na noch nicht rentabel ist. Wenn ein TeU der kooperative» Arbeit bLher nicht ganz geglückt ist, so muß man bedenke», daß wir erst in den A n f a » g e n stehen, wo Mißerfolge unvermeidlich sind. Die Kooperative hat einen neum Weg gewiese» zum Aufbau einer jüdischen Wirischast «nd neue Arbeitsmoglichkeiten geschaffen. Sie wird eine gewaltige R o l l e im Aufbau Palästinazu spiele» haben nnd! die A r b e i t e r b a n k soll ihr Finanzinstrument werde«, den» die Arbciterkoo^rative braucht ein.Kreditinstit«t für-die! Erwerbung..von Produktionsmittel»' nnd für jö'tr' trrebskapit a I, und rS ist nötig, die ganze jüdische Welt, welche ein freies jüdisches Palästina will, zur Arbeit für diese Bank aufzurufen, die auch der Pionier jür die jüdische Industrie sein und den eigenarbeiteude« Bauer« schaffen soll« B e r l K a tze n e l s o n wies in seiner Rede darauf hin, daß die Arbeiterbank keine lokale Palästina-Frage, sonder» eim alljüdische F r a g e rst. Die Bant soll ArbeitSmöglich»' leiten für alle jüdischen Arbeiter besorgen, die mS Land tonuKCKj wollen. Der jüdische Arbeiter in Palästina mußte sich seine! eigene« Arbeitsbedingungen schaffe«, da er sich der Niedrigen ara-E bischen Wirtschaft nicht anpaffen konnte. So entstand die K » x» zah (Genossen'chast). Dieie Arbeit bedarf techmsch geschult«, Menschen und entsprechender Mittel, «« mit de» .Privat» untermhmern konkurrieren zu können. Unter den jetzigen schwör», rigen Geldverhaltniffen ist der Aufbau einer jüdischen Wirtschaft in.- Palästina nicht möglich, wenn nicht die entsprechende» Bedingungen geschaffen werde«. Redner schildert de» Eniwrcklungsgaug d«j jüdischen Arbeit i« Erez Israel, welche allmählich alle Arbeftü-i Positionen erobere nnd auf welcher der ganze künftige Aufba« deSj Landes rubt. «Jetzt sei es «ölig, sich an die ganze jüdische Oeffentlichkeit zu wendtn, und all?, welche mit Palästina innerlich verbunden sind, müssen ein Werk fördern, welches das Bollwerk der üvftigen jüdischen produktive« Arbeit werden soll. Nachdem «och^ Elies er Kaplanin markanten Worten de« Gedanke« der Notwendigkeit der Selbsthilfe für daS produktive jüdische Element ausgesühit hatte, schloß der Vorsitzende M. H enisch die ntereffante Dersammlung. welche über die Notwendigkeit der Jüdischen Arbeiterbank weitere Kreise aufgeklärt hat. Der Arologenkongretz in Wien. Im Saale der Gesellschaft der Aerzts wurde gestern vormittags die fünfte Tagung d«r Deutschen Gesellschaft für Urologie eröffnet. Die Versammlung ist von zahl-, reichen reichsdeutschen und Schweizer Aerzien-besucht, aber auch japanische Aerzte sah Ulan bei der Eröffnungssitzung. Die Wiener Urologen, sind selbstverständlich voll-- zählig erschienen. ' Der Vorsitzende, Pvosdssor V ö l te r aus Halle, eröffne te den Kongreß mit' einer ".Änsprachr, die' eine^ Trauerkundgebuntz 'für 'Dn. Zuckeckandl in sich schloßt Auch des verstorbenen Wiener Urologen Professor Frisch gedachte er Mitt Worben der Erinnerung.. Mndespräsident Dr. Harnisch, begrüßte den Kongreß namens der österreichischen Negierung, Vizekanzler Breiskh namens der Unterrichtsverwaltung. Hofrat Professor Dr. Eiselsberg sprach namens der Gesellschaft der Aerzte herzliche Worte der Begrüßung. Er erinnerte daran, daß lange, ehe die Urologie zu einem jelbstttndigen Fache geworden, die Vollchirurgen, wie D.ittel und BillroLh. in Wieu sich -mit den Frage»