Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1921-09-29 · Heft 961 (29.9.1921) · p. Seite 6

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 961 (29.9.1921)
Date
1921-09-29
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
89% known words query
IRI
…/2979076-2979773-2980040--08955-2995155
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

Seile 6 Wien, Donnerstag Wiener Mvrgenzeitnng 29. September 1921 Nr. 961 lüdifch en Sprache in den Volksgerichkm zu gestatte«. Eine Delegation der englische» Arbeiterpartei in Palästina. Alexandrien» 25. September. (Jüd. Korr.-Bur.) Wie wir erfahren, beabsichtigt die Delegation der British Lab our Party. die gegenwärtig die Lage Aegypten studiert, auch Palästina zu besuchen, Vt? Verhältnisse im Lande aus eigener Wahrn. > g kennen zu lernen. atm&tn -er deutschen Industrie. -KitnÄen.?8. September. Drr Rei'chsvrrband der t t-'idjen Industrie ist zu seiner brttteti Tagung hier zusammenx.. iten. B-rschirdene großzügige Pläne werden Gegenstand der '^natunaen sein. Die offiziellen Beratungen begannen heute mit t■■•;!• C^ömmngkawprache des Vorsitzenden Reicktagsabgeordneten Dr. Svrae, der die rrschienenrn StaitSwin strr begrüßte, auf die ernste Lage des Reiches hinwies, der Opfer von 7) ran gedachte und die Bereüwittwleit der deutschen Industrie r.'lnnte, nach Krä'ten die Not zu lindern. Die gesamte Wirtschaft 7»utschlands und doS ganze deutsche StaatSwrsen seien vo« der 7 atw'cklnng und dem Gedeihen der deutschen Industrie unt:r:inb;v. München, 28. September. (Wolfs.) Auf der 7 -gunq des Reichsoerbandes der deutsche Industrie lärt? der Vorsitzende, Dr. Ing. Sorge, die Vereititigieit der Industrie, ihre ausländischen Kredite zu ittfion des Reiches nutzbar zu'machen, unter d»er rauo'etzung, daß sich an der Aktion auch die Lando .„.iTt, die Bankwelt und der Handel beteiligen. Wiederanfbauurinister Dr. Rat Henau ergriff das ,’,u längeren Ausführungen über die deutschen " a.ationsleistungen. Er sagt«: Wir müssen zum - deraufbau der W?lt beitvagen, und zwar bis zu Punkte der Möglichkeit. Das „Unmöglich" wird ■ r'7elt!uirt'chaft sprechen. England hat drei, Amerika Millionen Arbeitslose. Je mehr Deutschland nci, oesto mehr müssen die anderen feiern. Rentnersind eine Unmöglichkeit; jedes Land -muß n rinnen. lieber die Rede Churchills in Dundee drückte der M7-.!ster seine Freude aus, besonders über den Plan, .'.ne Korporation der zivilisierten Völker in Form eines Kongresses zu schaffen. Es muß, erklärte Doktor Rachenau. ein neue?: Organismus des weltwirtschaftlichen Zuianlmeuarbeitens geschaffen > werden. Die beiltichen Bonds sind nicht in Umlauf zu setzen; diese Art der Financierung der Weltschulden ist also geichi^'rt. Der einzige Weg, der bleibt, ist der der verständigen Aussprache. Diesen Weg habe ich mit Frankreich in der Frage der Sachleistungen zu beschreiten gr'nrr,.. Ter neuerliche Sturz der deutschen Währung uv die Unmöglichkeit bewiesen, die Reparationsverpsiichutngrn lediglich durch Devise,! abzutoeisen. Die ibrldleistung ist durch Sachleistung zu ersetzen. Bei ui! Vertändlungen mit Frankreich handelt es sich' um 7 . i[ti!!UYc;i in der Höhe von sieben Milliarden im Laufe on vi.'reinhalb Jahren. Anfhebnng der wirtschaftlichen Sanktionen. Paris, 28. September. (Havas.) Der Ministerpräsident hat als Vorsitzender des Obersten Rates dem deutschen Botschafter Dr. Mayer heute mittags eine Note überreichen lassen, worin mitgeteilt wird, daß die wirtschaftlichen Sanktionen mit Wirkung vom 30. d. M. aufgehoben werden. Neuerliches Verbot des „Miesdacher Tagblattes". München. 28. September. (Privat.) Wege, de» Leit' artikels „Das neadeulsche Zentrum" im „M irsbacher T a a b l a t l" hat der Staatskommissar mit sofortiger Wirksamkeir da- Erscheinen des genannten Blattet bis einschließlich 29. Septeuu e-. verboten. Auch der ,M iesbacher Anzeiger" (dessen Verbot jetzt abgelaufen wäre), als Ersatzbla 1!ür das verbotene .Miesbacher Tagblatt*, darf nicht erscheinen. Tine kommunistische Arbeitsgemeinschaft i« Reichstag. Berti«, 28. September. Siebe« kommunistische Abgeordnete» die von der kommnnistischen Partei ausgeschlossen worden waren' haben sich unter Führung des Abgeordneten Dr. Lrvi zur kommunistächen Arbeitsgemeinschaft im Reichstag znsammerrgeschlossen. Diese i^raktionsbildnug dürfte der Auftakt »r Gründung einer « e»e n kommunistischen Partei s«»n, die sich von Moskau unabhängig halte» will. Der Aufstand in Malabar niedergeschlagen. Lo«do«, 28. September. (Funkspruch.) Die indische Regierung meldet: Die Lage m Malabar, wo der Moplah-Aufstand fast gänzlich bekämpft ist, gibt zu keinerlei Besorgnissen mehr Anlaß. Truppenabteilungen umzingeln die letzten Moplah-Banden, wobei es zu verschiedenen kleinen Kämpfen Kommt. Diele Rebellen wurden bereits gefangengrnommea und abgeurteilt. Zum Neuen Jahre Gratulieren Ihren Verwandten, Freunden (Gästen, Kunden) in drr I Nummer unseres Blattes. Sir sparen Geld, Zeit und Mühe! Preis für das Einheitsinserat: Für Wien und Deutschosterreich.K 240 Für die 7 schecho-Slowakei .... tschech. K 20 Für Jugoslawien.Dinar 10 Für Holland.holl. fl. / Schweiz und das übrige Ausland.... Frcs. 2 Muster: 4 ARNOLD KOI1X I Wien, II. Taborstrasse gratuliert allen Verwandten, Freunden und Bekannten mm Neuen Jahre l Die albanische Frage. London, 28. September. (Funkspruch.) Wie der diplomatische Korrespondent des .Daily Telegraph" meldet, sei zwischen Großbritannien und Italien in der albanischen Frage ein Uebereinkommen erzielt worden. Die Niederlage der Griechen. London, 28. September. (Wolfs.) Ein von neutraler Seite herrührender Bericht aus Smyrna hebt hervor» daß die griechische Niederlage in Anatolien ernster sei. als bisher zugegeben wurde. Zwei griechische Divisionen, die den größten Teil ihrer Artillerie verloren hatten, wurden gefangengenommen. Die Gesamt- Verluste werden auf 25.000 Mann geschätzt. Wilna. Warschau, 28. September. (Tel.-Komp.) «Kur» jer Poranny" meldet aus Wilna, daß General Z i e l i» g o w s k i beabsichtige, seine Gewalt in die Hand der Zrvilbehörde zuräckzulegen. Es soll hieraus ein Landtag einberufen werden, der über die staatliche Zugehörigkeit des Wilnaer Gebietes entscheiden soll. Kleine Nachrichten. Rn«, 88. September. (Funk'pruch.) DaS italienische Schiff ,Alacrita* ist an drr amerikanischen Küste gescheitert. 20 Ueberlebende wurden von einem spanische» Dampfer ausgenommen. B»vapeft, 28. September.. (Ung. Tel.-Korr-Bnr.) Der ReichSverwrser hat den HandelSmimfter HegyeShalmp mit der provisorische« Leitung des Finanzministeriums betraut. Diese Betrauung hat einen ausschließliche« Urberganggcharalter. Pari», 28. September. (Tel.-Komp.) I» Warenhaus PrintempS in Paris, daS ganz tat Zentrum der Stadt liegt, ist hrnte früh ein Großfener auSgebrochen. Der ganze Häuserblock samt de» Warenlager steht in Flamme«. Pnbltkn» war bei AnSbrnch deS Brandes n»ch nicht im Hanse gewesen. Dagegen dürste eine große Anzahl der Angestellte» dm Dunst schon angttrelen haben. Die Palästina-PlSneder amerikanische« Braadeis-Grappe. Dieser Tage ist Dr. B r n d e r l i, Hauptdirektor drr AmerieanPalettineCompaBy, nach Palästina abgrrrist, um dort mit »erschiedenm Fabrikanten in Btt" bindnng z« trete« und sie für die erwähnte Gesellschaft zu mteressirm. In einer Unterredung mit eine« Vertreter der I. E. t erklärte Dr. Benderli, daß da- Kapital der American PaJe»tina Company bMillione» Dollar betragt. Ihre Aufgabe ist eS, industrielle Unternehmuagrn in Palästina zu stnanziiren. Sie beabsichtigt, mit anderen ähnliche« Gesellschaften zusckm««- -«arbeiten. Sie bezweckt vor allem zweierlei: Der I » d « st r i e in Palästina wirkliche Hilf« zu gewähre« und diese Hilfe derart z« gewähr«, daß di« amenkanisch-jüdsichen Geschäftsleute dis Ueherzengnug gewinnen, daß eS möglich fei, in Palästina Geld auf kaufmännischer BaßS zu investier-«. Tagesbericht. Wiener Frühjahrsmesse 1922. Bo« IS. bis 25. Marz. Der Arbeitsausschuß der Wiener Messe»A.»G. hat in seine» letzten Sitzung beschlossen, die Frühjahrsmesse in der Zeit vom 19. bis 26. März 1922 abzuhalten. Es werden bauliche Maß» nahmen getroffen werden, um den Raumansprüchen womöglich in größerem Maße Rechnung tragen zu können als zur Herbstmesse» Mit den Vorarbeiten für die Frühjahrsmesse wurde in den Abteilungen der Wiener Meffe-A.-G. (U., Aspernbrückengasse 2) bereits begonnen, ES ist nach dem Erfolgt de* Herbstmesse, der sich unter anderem, in der glanzenden Beurteilung deS Meffeergebniffes durch die inländische, inSbewnderS die reichsdeutsche Presse, äußert, wohl anzunehmen, daß auch der Frühjahrsmesse em voller Erfolg de» schieden sein wird. Bei dieser Gelegenheit sei daraus hingewiesen, daß di« vor kurzem aufgelegte zweiten Emission der Messeaktien große» Interesse beim Publikum, insbesondere in den indnstcirüen und gewerblichen Kreisen begegnet. Lkiimzeichnungen für diese zweite Emission werden der alle» Banken und Sparkassen sowie im Bureau der Wiener Mrffe-A.-G., H., Aspernbrückengaffe 2, entgegeogenomme«. Sind die Inden Bolschewiken oder Monarchisten? AuS Warschau schreibt man uns: Wahrend daS nationaldemolratische Boulevardblattchrn „Gazeta P 0 ra « a" noch immer unentwegt seinen Lasern auit scht, daß die Juden in Polen und in der ganzen Welt den Bolschewismus machen und sogar die Telegramme unter dem Titel »Au» dem jüdisch-kölschewilischen Rußland" druckt, hat sich das andere Warschauer Organ der polnischenReaktion, die.GazetaWarszawska*, eine fuukelnagelnene Melodie zur Hetze gegen die Inden auSgedacht, welche daS genaue Gegenteil von dem besagt, was daS Brnderblatt kündet; die „Gazcta Warszawska" erzählt ihren staunenden Lesern, daß die Inden die ganze monarchrstische Bewegung führrw Sie schreibt: »Die Juden (vielleicht ist das nicht allen bekannt) haben ihre Stellung in der russischen Politik geändert. Der BolichrwiSmuS hat sich als nicht fähig erwiesen, Europa z« ruinieren vnd insbesondere (darum geht eS ja de» Juden Haupt» sachlich) Polen von der Bildfläche velschwiude» zu machen. Darum wurde beschlossen, die Monarchie in Rußland, Deutschland und Oesterreich-Ungar» aufturichteu- Diese Staaten sollen dann Polen wieder teilen. Für diesen Plan wird jctzt vo» de» Juden der «nS alles m Beweg»«« gesetzt." Auf diese Weise dienen also die deutsche» Junker und die ungarischen Judenmörder nur den J»terrssen der Juden. Dir werde» aber staunen! Und waS die monarchistische Agitation ui Polen anlangt, für die die Jude» angeblich alles daransetzen, so sei daraus hingewiesen, daß sie dort m Kreisen betrieben wird, welche der Nationaldemolratie viel näher stehe«, wie die Aus» lassungrn deS klerikal-konservativen ^Kurjer Polski* (übir diese haben wir bereits berichtet. Die Red.) beweise«. * Fürstin Panline Mertrrnlch-Gandor gestorben. Gestern um 11 Uhr «achtS ist hier in ihrem Wiener Palais die bekannte Phrlauthrvp n Fürstin Pauline Metternich «ach einer Operation im 57. Lebensjahre gestorben. Die Verstorbene war in der Wiener Gesellschaft durch chre Wohltä'igkeitSveranstallungen bekannt und beliebt. Sie hat seinerzeit mit ihrem Gatten k«n österreichischen Botschafter am Hofe Napoleons eine große Rolle gesplelt) * Befchlüfl« de» Madbknervrrdander für Siebenbürge« ««b de» Bannt. An- Klansenbnrg wird uns berichtet: Am 20. und 2l. d. M. fand hier eine Konfererrr der Rabbiner der Kongreß- und Status quo-Gemrinde« vo« Siebenbürgen und dem Banat statt, in welchem außer üb« Standrssragen auch über allgemeine jüdisch-prinzipielle Angelegenhe>tenbrachtenS«er.eVeschlüssegefaßtwurden. So wurde beschlossen, daß die zn errichtende LandeSrabbinerbildungs» a n ft « l t unabhängig von der Richtung der Kongreß- und Status quo-Gemeinden auf traditioneller Grundlage z« stehe» habe. Die Delegierte» hatten - überdies von ihre» Gemeinde,»rständen die Vollmacht, die Errichtung eine- Landesverbandes der jüdisch» KultuSgemeinden von Siebenbürgen und de« Banat vorzrrbereile». Die Konferenz sprach einmütig an-, daß sie die Vermehrung der j ü d i s ch e n Volks« und Mittelschule» für unerläßlich Halle und für diese Schule« daß Recht der Unterrichtssprache in der Muttersprache der Kinder in Anspruch «eh«r In de» Schule» müsse für dm intenstve» Unterricht drr h « d r L i s ch e» Sprache in anögiebigem Maße Sorge ,ctragen werden, ebenso soll der jüdische Religionsunterricht in de« nichtjüdisch» Schulen ap-gebant n«d verliest werde«. Zur ständigen Ueberwachung und Ausgestaltung de» Unterrichts- Programm» wird eine jüdische Cchulkommrsfio« für da» ganze Land eingesetzt, welcher Vertreter der Gem-inde«, der Rabbiner »nd pädagogische Fachmänner angrhören. Bo« Wichtigkeit ist der einhellige Beschluß der Konferenz, es all» Rabbinern deS Landes -ur Pflicht zu «ach», an der intensive« Förderung deS K e r r n H a j e f s 0 d mit allen den Rabbinern zu Gebot« stehenden Mittel« zu arbeite«, da sie i« Keren Hajessod eine über allen ParteigefichtSpunkte» stehende allgemein-jüdische Aufgabe erblicken. * Gtntifttschr» ans Vodkarpndska fUfe. A«S Ushorod klug Varl erhalt» wir die folgenden statistischen Daten über die Bevölkerung vo» Karpathvrußland: Die Gesamtbevvlkernng beträgt hier 608.811 Seelen. Diese verteil» sich nach Ratio» nalilätm wie folgt: Rniheno-rnssisch 880.648 (WQi%), Ungar« Allen voran in Preisen und Qnalität ist una öieJDt die 5tadt-Kestenmesse. Grösstes Lager in Stoffen für Anzüge, Kostüme, Raglans und Winterröcke t-tel 19-12, L Mlin. i

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.