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Wiener Morgenzeitung · 1921-09-29 · Heft 961 (29.9.1921) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 961 (29.9.1921)
Date
1921-09-29
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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jlt. Süi SJten, Donnersrag Witntt Morgeuzettung 29. September 1921 Seite S zwischen den Parteiführern der koalierten bürgerlichen Parteien «und dem Bundeskanzler stattfindet. In dieser Konferenz soll festgestellt werden, ob diebürgerlichen Parteien die Last' der Verantwortung für die Staars-- geschäfte weiter zu tragen imstande sind/ Erst nach Abschluß dieser Konferenz wird es sich zeigen, ob bas Kabinett Schober mit ein^m neuen Finanzniinistcr, ob er nun Dr. Gürtler, Dr. R e d l i ch oder Doktor Rosen borg heißt, in der Herbstkampagne vor dem Hanse erscheinen wird, oder ob auch auf inn-rpositifchem Gebiete mit einer totalen Systemänderung zu rechnen sein wird. Das Anglo-aulr- «nd Land erb nnkgefetz. — Frankreich und England fordern die glatte Erledigung. I» der fiefhrigc« Sitzung des Finanz- und Budget- «nSschuffeS erklärte vor Eingang in die Tagesordnung BundeS- «iniftcr Dr. Grimm, daß er sich mit Rücksicht darauf daß in den Abkxdblatlern von einem Vorschuß von 400.000 Pfund die Rede ist, der seitens Englands und Frankreichs bewilligt, worden sei, verpflichtet fühle, dem Aubschnß darüber Aufklärung zu geben. Wie der Munster bereits seinerzeit dem Nationalrät mitgeteilt habe, habe « -« London «nd G e n f um B ereitstellnng zwischenweil iger" Mit t e l noch ,or allseitiger Aufschiebung des Pfandrechtes verhandelt und hiebei den Betrag von mindestens 2 Millionen Pfund als notwendig für die nächste Zeit bezeichnet. Die Perhandlunaen hierüber schweben noch. Tatlächlich ist uns nntgeteilt wwden, daß,e'i n'B e t r a g , t n 500.000 Pfund bereits zur Verfügung steht.. Dr> Minister stellte fest, daß die Frage, ob dieser Betrag erhöht werden wird, ob wir die-m Betrag in Anspruch nehmen, also ob feine D e m a r ch e i n London und t«: Genf bezüglich der zwischenweüigen Kredite dm gewünschten Erfolg haben wird, rn i t d e r F r a g e d e r K r e d i t a k t i o n i n keinem Zusammenhang stehe, die Kreditaktion ist «Ls'chlleßlich abhängig von der Aufschiebung deS PsandnchteS druck Amerika. Jedenfalls kann in der Bereitwilligkeit, uns auch sofort schon Mittel flüssig z« machen, ein B e w e i S d e S B e r t1 * « c « 4 erblickt werde«,' daß die beteiligten Hauptmächten« dar schließlich«; Zustandekommen deS Saniernngswerkes setzen. Berichterstatter Dr. O d e h n a l erstattete sodann namenS des UnterauSschnsseS den Bericht über da- Länderb a «k- und A n g l o b a n k g e s e tz. Bundeskanzler Schober: NamenS der Bundesregierung «nd als Leiter des Ministeriums des Arnßrren habe ich die Ehre, rem hoben LuLschuffe berüglich der beiden tn Behandlung stehenden Gesetzentwürfe folgende Mitteilung zu machen : Nach den mir von den kompetenten Faktoren zutril gewordenen Informationen ist die Erledig »ug de- A n g l o b a » k g es e tz e s vor dem 7. Oktober eine absolnte Notwendigkeit und eS würde» die schwerste« Nachteile mit der Leizögelung, geschweige den» mit einer Ablehnung des Anglobankgrsetzeverbunden sein. Die weitere Hinausschiebung oder gar eine Ablrhnnng deS Länderbankgesetzes — ganz abgesehen von dem vom Herrn Finanzminister noch darzulegenden finanziellen Nachteilen, die mit de« Vorkriegsschulden, der Liqurdation und den AuSgleichsfragrn zusammenhäugen — würde vor ollem die schwere politische Konsequenz nach sich ziehen, daß Frankreich, das sich schon schwer verletzt fühlte, als die Vorlage im Julr nicht angenommen wurde, eine eventvelle nunmehrige Ablehnung »der auch nur eine weitere Verschiebung als e i« e absichtliche Beleidigung Frankreichs auffassen würde, die auch — und eS liegt diesbezüglrch eine direkte Erklärung des französische »Gesandten in Wren vor — die nachteiligsten Wirkungen für die Krcditaktivn deS Völkerbundes zur Fokge hatte. Diesbezüglich hat uns auch e r u e D e p e s ch e A v e n o I S aus G e n f, die cestern einlangle, kerne» Zweifel gelaffen, in der er mit allem Nachdruck aus dre Gefahren hinweist, die der Kreditaltion deS Völkerbundes a»S jeder Verzögerung oder gar Ablehnung der beiden Gesetze ebenso wie aus einer ungleichen Behandlung. der beiden GrsetzkSvorlagen erwachsen würden. Dir Bank von England. hat Mr. Spencer Smith zur Behebung der Schwierigkeiten für die beiden Gesrtze-vorlagen eigens nach Wien entsendet und deffen Reise «nS offiziell durch den österreichische» Gesandten in London angezeigt. Mr. Spencer Bmilh ist gestern der mir erschienen »nd hat mich geboten, vor allem die Illusion zu zerstören, daß etwa England mit einer einseitigen Annahme de- AnglobankgesetzrS ein Gefallen erwiese» wurde und er hat ganz offen erklärt, daß einerseits an de« Termin des 7. Oktober nichts zu ändern ist, baß ,« Falle einer verschieb»»- »der einer verschiedenen Behandlung jedes Jutereffe b« Bank von England aushört, andererseits durch tute fe e» dvrzugte Behandlung de- Anglobank- Gesetzes der damit etwa beabsichtigte Freundschaftsdienst für England «ichterwünschtfei. I Auf Grund dieser Darlegungen und iw Vollgefühl «einer Verantwortung erlaube ich mir daher die Feststellung, daß die Gesetzwerduug de- Linderbankgesetzes wie deS Anglobauk-efttzevor dem 7. Oktober eine S t a a t S « o t » e» d i - k e i t rst. »ud erlanbe mir u« die rascheste Bcrabschiedung beider Gesetze vor de«?. Oktober und um die Vermeidung einer separate» Behandlung der beiden Gesetze z« bitte«. Bnndesmmistrr für Fiuanzen Dr. G r i« « legte die kaatSfinanziellen Vorteile dar, der mit beide» Gesetzentwürfen Verbünde» sind. Mister G p e« c e r habe ihm vor zwei Tagen?>e definitive Mitteilung gebracht, daß die Bank von England von ft« gegenwärtigen Bntrag-aüfstellunge«, die sie mit Frankreich MitteiluilM aus dem Publikum. Lrsth1»n»ixo Pi'esae. Grösster an* bester Käufer Wiens BRILLANTEN, PERLEN Juwelen, Weltfirma l&abiuowätscfo, Juwelier I., «AHLERSTRASSE 5 11., STEPHANIESTRASSE 3. nur Itr. 8 (frühere Maximilianen.) Tel. L241 (jetzige Hollandstrassa) Im eigenen Haute Haltestelle Opernrinj, Zug. Kärntnergtr. Tel. 45 46 semetag Beschlossen. 5227 Hören Sie auch unsere Preise PERLEN, JtüWELEN Grösster bester Käufer Juwelier BRILLANTEN >::£« FORST i.,Hab8burgergasse Hr. 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H., VI., Chwallag. x (Mariahilferstrasse, Haltestelle Neubaugasse) - Tel. 1075 und 909-VIII Provinzversand prompt. 9153 Jeder Ehemann selmeid’ sich das aus, Und trSzl ’s za seiner Frau nach Haus Das Finanzkvmitee hofft indessen, daß es trotzdem nicht notwendig sein werde, die Grundlagen drs Programms zu ändern. Das österreichische Volk hake durch feirt&ß Anstrengungen eine Stärkung seines Kredits im AuS-- land gerechtfertigt, und das Komitee fei üfei. zeugt, daß das österreichische Volk mit Mut und Vertrauen den bereits erreichten Fortschritt festhalten nnj, weiter festigen werde. Dft Versammlung bedauere die Verzögerung, die aus Gründen erfolgt sei/ di;, wie sie hofft, bald verschwinden werden. Der Berichterstatter A d o r stellt fest, daß die: österreichische Kreditaktion vor dem Abschluß stehe. D'e österreichische Negierung habe ihre Verpflichtungen loyal erfüllt. Die Lage in Oesterreichs sei nicht vev-. zweifelt; der Völkerbund könne sich, zu dieser Aktion an einem Mitglied beglückwünschen. Abramvwitsch (Jugoslawien) hat nichts gegek , die Hilft an Oesterreich einzuwenden, aber sie müsse '5 von der Hilfe an andere Staaten, die sft gleichfalls benötigen, begleitet sein. Balfvur beschäftigt sich ausschließlich mit toeat i österreichischen Frage, die seiner und der Ansicht seinem Regierung nach der Schlüssel für die Lösung der wirkschaftlichen Lage in Mitteleuropa sei. Dre Verzögerung in Amerika fei nicht die Folge von Mangel an Verständnis oder Sympathie. Er hoffe, daß das österreichische Volk nicht den Mut sirrtzn lass«, sondern auf dem Wege der wirtschaftlichen Aufrichtung fortschreiten werde. Redner richtet eine» Appell an die Nachbarn Oesterreichs, aÄ Hindernisse für die Entwicklung der wirtschaftlichen Beziehungen aus dem Wege zu räumen? Hannotaux hofft gleichfalls, daß die Gründe fift die Verzögerung werden beseitigt werden. Der Völkerbund sei daran nicht schuld. 'Meusdorfs, der österreichische Vertreter, bcknA unter dem Beifall des Hauses feinen Vorrednern für d!e erm>utigenden Worte und für den an die Nachbarn Oesterreichs gerichteten Appell, der von der österreichischen Regierung und der öffentlichen Meinung vollauf geteilt werde. Die für Oesterreich hier kundgegebene Sympathie werde gewiß das Vertrauen stärken. Wa8serdicht6 Regenmäntel Sportjacken-Garnituren, Kostüme, Kleider aus reiner Wolle ui Richard Sorer, Wien, I-i WOLL' UND SEIDENJACKEN „STRÜMPFWELT“ VII., Kirchengasse Nr. 12 (Ecke Lindengasse) sso ------- Fernruf 35238 ----- «nd mit der Londoner Filiale getroffen hat, nicht abgehe» könne, noch wolle. Sie bat rin sehr großes Jntereffr an dem 3«standekom«rn der Landerbankaktion. Ich bin daher nicht in der Lage, in dieser Richtung dem AnSschnß eine Verbefferung Vorschlägen z« können. Nach längerer Debatte wurde beschloffe», die Beratung beider Gesetze bis heute 5 Uhr nachmittags zn v e r t a g e n, »« de» Parteien Zeit z« geben, zu der geänderten Sachlage Stell««- z« nehmen. Bis dahin werden die Großbenlschen, die grster» noch ^urch ihren Sprecher P a n l h über das Ententediktat jammern ließen, das auch in der Behandlung der beiden Bankengesetze in die Elscheinung trete, eine Formel gefunden habe», die eS ihue« erlanbt, nicht unr d»S Anglobankgesetz, sondern auch dar Länd erbankgesetz zn schlucke«. Der Völkerbnnd nnd Oesterreich. Gistnf, 28. September. Die Völkerbundversamnr-- lung billigte den Bericht der provisorischen Wirtschafts- Und Finanzkommission an den Völkerbundrat über ihre Tätigkeit im laufenden Jahre. Zur österreichischs« Krebitaktion stellt er fest, daß leider die Wohltätigen Folgen der Maßnahmen der österreichischen Regierung wegen der Verzögerung der Aktion durch die Bereinigten Staaten noch nicht eiugetretzen seien. Es sei unnütz, die Wichtigkeit dieser Verzögerung zu verkleinern, während die Beweggründe sich sowohl der Kompetenz als auch dem Bereich der Aktionsmittel des Völkerbundes entziehen. Diese Verzögerung habe hie Flüssigmachung der Kredite verhindert. Telegramme. Die Lage der jüdische« Flüchtlinge in Rumänien. Bukarest, 27. September. (Jüd. Korr.-D»r.) Dir bereits gemeldete Regierungsverordnung zur Regelung des Aufenthaltes der jüdischen Heimlose« aus dem Osten ordnet die Transferierung aller Flüchtlinge aas Beßarabien und den äußeren Provinze« Rumäniens in de« westlichen Teil Altrumäniens mit Ausnahme von Bukarest an. Jeder Flüchtling muß sich auf Grund eines'Haftbriefer des Kifchinewer jüdischen Hilfskomitees eine behördliche Aufenthaltsbewilligung bis 15. Oktober l. I. persönlich verschaffen. Die Uebersiedlung i» eine andere Gemeinde desselben Rayons bedarf einer behördlichen Genehmigung. Da alle Flüchtlinge fortab in Evidenz der Innenministeriums geholte» werden müffen, muffen sie sich gelegentlich ihrer Niederlaffung in einer Gemeinde bei der Ortsbehörde cmmelden» wobei für sie in sanitärer Hinsicht die gleichen Maßregeln wie in den Internierungslager» zu gelle» haben. Die beiden großen Organisationen der Jude« Großmmäniens haben sich gleich nach dem Erscheinen der Verordnung mit den Behörden und den verschiedenen jüdischen Hilfskomitees ins Emvemehme» gesetzt» um Erleichterungen in der Durchführung der Heimlosenverordnung zu erwirke« und die unvermeidlich gewordenen Härten auf das möglichste zu beschränken. — Me verlautet, soll die Regieruug beabsichtigen, die Hllfsaktion für die jüdischen Heimlosen den jüdischen Verbänden zn überlasse«, welche die volle Verantwortung für die Emigranten zu trage« hätten. (Auf der vo« «nbereitgemeldete» Vorkonsnenz d« jüdische« Emigrotiouskonferenz in Prag teilte Dr. B Ä r » st e i «- Kohan mit, baß sich in Beßaradie« 70.000 jüdisch, H e i m l o s e auS Wolhynien. Ktew «nd Cbarko» befinde», von denen 30*/, «ach Palästina auswander» möchten. Dir nunänffche« Juden habe« bi-h« an HilsSgelder» S Million« Sei «chgebracht. Die Inden in SowjetrUtzland. K»«f«re«r jüdische« Landaoboiter. Riga, 28. September. (Jüd. Korr.-Dur.) Hier eiugetroffene« Nachrichten aus Moskau zufolge hat das jüdische Departement im Volkskommissariat für Nationalitäten eine Konferenz der jüdischm Landarbetter in Sowjet» rußland einberusen. Die Konferenz beabfichttgt wahrscheinlich, sich mtt der schrecklichen Lage der jüdischen Kolonien in Südrußlaud zu besaffen» um einen Weg zu ihrer Rettung vor bettt vollständigen Untergang zu finden. Riga, 17. September. (Jüd. Korr.-Dm) Aus Moskau wird gemeldet: Das jüdische Departement im Nationalüätenkommiffariat überreichte dem Infttzkommiffariat die Fordemng, die Benützung bpt Getragene Pelze aller Art sowie Kleider kauft zu horrenden Prf*«*» *r Kleider- und Pelzhaus JACOB MAYEF II., Taborstranae 44 nnd Zt., Gros w.414« m»*i(«w>^e-

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