Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 958 (26.9.1921)
- Date
- 1921-09-26
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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5Ct 058 Mlen Montag Hetzen. So aber werden diese Schulen nicht von den Polen gewünscht, weil sie ihnen germanistische Tendenzen izuschreiben, nicht von den Juden, die heute wahrhaft jüdische Schulen verlangen und benötigen, und assimilatorische entschieden ablehnen. Wieder, wie vor zwei Jahren, wird der Versuch, die Baron-Hirsch-Schulen alten Stils neuerdings zum Leben zu erwecken, an dem Widerwillen und dem passiven Widerstand derjenigen scheitern, die durch sie beglückt werden sollen, und unnützerweise wird auch der letzte Rest des Stiftungsvermösens noch erheblich zusammenschmelzen. Unnützerweise! Haben sich doch die Zionisten Polens erbötig gemacht, die Lehrgebäude zu übernehmen, instandzusetzen, und Schulen mit wahrhaft jüdischem Geiste zu schaffen. Doch dieses Anerbieten wurde bekanntlich glattweg abgelehnt. Das jüdische Volk, dessen Eigentum die Bawn- Hirsch-Stiftung ist, will seine Lehrer und seine Pensionisten, die sich durch ein Lebensalter um die jüdische Jugend mühten, nicht verhungern lassen, und verlangt,^ baß diejenigen Mitglieder des Kuratoriums, die das Gebiet kennen, für das sie wirken sollen, noch im letzten Augenblick die angekündete Kraft und Volksvermögensverschwendung hintanhalten, und, dem allgemeinen Volk'bedürfnis entsprechend, nur die Eröjfnung jüdischer, nicht assimilatorischer, Schulen dulden. Siegftieb Abeles. Nesregelung der Frrmdenkontrolle in der Schweiz. Ans Bern wird gemeldet: Das eidgenössische Justiz und Polizeidepartement hat die gänzliche Aufhebung de-Ausreisekontrollsystemfür Auslämer sowie die Aufgabe der Fehndung an der Grenze verfügt. Es werden somit such für die einfachen Visa keine Fichen mehr erstellt. Die Fahndung «ach im Polizeianzeiger ausgeschriebenen Ausländem wird künftig ausschließlich durch die Gesandischaftm und Konsultate vor der Eririlung des Visumdurchgeflihrk; an der Grenze nur noch ausnahmsweise, nämlich dann, wenn daS Visum von den Glenzkonlrslloiganen erteilt wird. Im enge« Zusammenhang mrt der Frage der Aufhebung deS Visums sieht die Neuordnung derKont rollederAuSländer imJnland. E>ne neue Verordnung soll den Kantonen die alleinige BeiugniS eimäume« zur Bewilligung det Aufententhalts von Ausländern, die sich nur vorübergehend m der Schweiz auihalten «olle«, ohne Arbeit auszunebmcn. DaS AufenthaltSverhäklnis des zu vorübergehendem Aufenthalt einreisenden Ausländerslollnichtmehrdvrch dasVisum bestimmt, sondern nachderEi «reise geregelt werden. Abkommen über die Aushebung des Visums können deshalb vor Inkrafttreten der ncnen Beiordnung nicht emgc'ü!,'! weidin- Der Entwurf zu dieser Verordnung wird uut den Kanu nen in einer Konferenz der kantonalen Polizeldirektoren durchb-nuen werden. Die Vorarbeiten sollen so geförveu weiden, daß die neue veroidnung mit 1. D e z e m b e x m Kraft itettn kann. Eröffnung des Fortbildungskurses für Landärzte tn Wien. Hmte wurde in Wien der von eer medizinischen Fakultät in* «uaurierte Fortbildungskurs für Landärzte m feierlicher Weise eröffnet. Der Kurs dauert volle 14 Tage - nnd wird bei demselben ein großer Teil der Professoren der ondizwischen Fakultät die Vorträge halten. Unter den Vortragenden befindet sich mite* anderen der Rektor ker Wiener Universität Hofrat Professor Riehl, der über „snckende Hautkiankli-itm*. der Konzerte. Ein Geschenk air die ganze Nation hat Gustav Mahler seine achte ShmphoNre Le na mrt, in der er mit der Allgewalt der Liebe die ganze Menschheit umfassen möchte. Mit dieser Allgewalt vermochte Mahlers Genre auch so grundverschiedene, ja widerstrebende, Elemente, wie den mittelalterlich rn Hymnus „Dem, creator spiritus" und die Schlußszene - zu Goethes „Faust", zu einer höheren küustlerischei.'r Einheit zu verbinden. Als uns Bruno Walter vor etwa neun Jahren die Wiener Erstausführung dieser „Symphonie der Tausend" schenkte, befremdete manches an b ef^m Riesenwerke, wie der symphonische Ausbau und die Vertonung der Faustschen Schlußszene, die dem Goetheschen Geist so weit entrückt schien. Und wie klar ist sütdem der formale Aufbau des ersten Satzes mit seiner grandiosen'Doppelfuge geworden, wie durchsichtig die Struktur des zweiten Satzes, der in feinster, künstlerischer Freiheit Andante, Scherzo und Finale vereinigt. Manche musikalischen Gedanken des zweiten Teiles sind im ersten Satze bereits angebayut, am Ende der Symphonie leuchtet in überirdischem Glanze noch einmal das Hauptthema auf und so ist das musikalische Gefüge des Werkes ebenso eng und fest wie das gedankliche. Es ist freilich nicht mehr die Gedankenwelt Goethes, sondern nur die Mahlers, welcher das, was er in früheren Symphonien angestrebt hat, hier siegreich' vollendet. Ein Glaube, der weit über bas rein Konfessionelle hinausstrebt, die Religion 'der „allmächtigen Liebe, die alles bildet, alles hegt", hat hier ihren ekstatischen Ausdruck gefunden. In dieser Liebe scheint noch alles Leid, das Mahler als Mensch wie als Künstler erfahren mußte, nachzuzittern, aber die Wunderkraft dieser Musik erwirkt, was der mittelalterliche Hymnus erfleht: „Sie entzündet eine Leuchte unseren Sinnen und strömt Liebe in unsere Herzen." Namentlich, wenn die Chor- und L rchestermassen von Bruno Walter, dem berufensten Interpreten Mahlerschen Geistes, zusammeugehalten werden, der >.'..4 verstärkte Symphvnieorchester und die versch icdenen Chorverbäude, allen voran Singakademie .und PhilharmouiLcÜer Cfror, m edlem Wettstreit . Wiener Morgeuzertuns Mittcilungcn aus dem Publikum. Echte Jägerwäsche ,”eS Albert IMatzner, Wien, I., Kohlmessergasse 8 Dekan der medizinischen Fakultät Hoffat Piofessor Dr. D u r i g (Taylor-Cystcm in bet Medizin), dir Ho »rate und. Professoren Haberda, Pirquet, Wagner-Jauregg, Finger, Chvostek, Reumann. Khrls, Raima«», Econom o, Weibel. Bucura- Kerl, Pilcz, Marburg, Pick, Thaler, Hochsinger. Moll, Büdinger, Fraenkel, Bl um. Hayek, Weiser. Pichler, Mo ckl, Marschik. Glas, Mayer, Alexander, Dimmer, Svryy. Holzknecht, K ö h l e r, v. R e u ß, S ü b e r, F r e y. H e i it. Sam-tag dm 2. Ol ober findet eine Vesicht gung der Lupus« Heilstätte des Wilhelm nen-Spilals und res Jubiläums- Spitals statt. Im Anschluß an dielen KurS veranstaltet die Badener ärztliche Bezuk-oiganlsalion mit der K>-rvrgavlsu!ion der med'- zinnchen Füullät vom 9. bis iS. Olio^er einen Fortbildungskuis. __ Ein Giftmord. Ein sensationeller Giftmord ist in schwieriger Arbeit in den letzten Stunden vom Sich rheitsbureau aufgeklärt und der Täter zum Geständnis gebracht worden. Ein Mann, der seinen Arbeitskollegen bestahl, hat sein Opfer heimtückisch mit Zyankali vergiftet, um den Kronzeugen aus der Welt zu schaffen. In der Fabrik R oth mirlle r L Comp., Handelskai 182, war Freitag den 23. d. M. vormittags die Arbeit in vollem Gange. An einer großen Maschine, 'die dazu dient, um Kassenpanzerplatten zu glätten, arbeitete der 56jährige Kaffenschloffer Josef S m a l e c mit seinem Kameraden, dem Hilfsarbeiter Josef Witamwas. Die Arbeiter ließen sich Getränke holen. Smalec trank Wein. Kaum hatte er diesen getrunken, als er Plötzlich wankte und zusammenfiel. Die Retlungsgesellschaft wurde berufen und der Arzt stellte den Eintritt des Todes fest. Im weiteren Verlaufe der Erhebungen wurden Umstände bekannt, die den Tod des Smalec in bedenklichem Lichte erscheinen ließen. Im Rocke des Toten fand man eine Schnupftabakdose, die zwei Stücke einer chemischen Substanz enthielt, welches als Zyankali erkannt wurde. ES wurde nun festgestellt, daß Witamwas seinem .Kameraden einige Tage vorher eine K. 5000 enthaltende Brieftasche gestohlen und daß Smalec gegen ihn eine polizeiliche Anzeige erstattet hatte. Erbittert darüber und in Angst, daß er bestraft werden würde, beschloß Witamwas den Kameraden aus dem Wege zu schaffen und um den Verdacht von sich abzuwenden, praktizierte er in dessen Tasche die Dose mit Zyankali. Es wurden auch Zeugen ermittelt, die bei Witamwas schon' vorher eine größere Menge Zyankali, mit dessen Schmuggel er sich befaßt haben soll, gesehen hatten. Und dieselben Zeugen bat er, nach dem plötzlichen Tod des Smalec von diesem Vorfall nichts zu sagen, weil er sonst Scherereien mit der Polizei haben könnte, ferner wurde eruiert, daß Witamwas, bald nachdem Smalec tot zusammengestürzt war, die Flasche, aus der er getrunken hatte, in einen Kübel warf, in dem sie dann gefunden wurde. Witamwas legte abends ein G est a n d n i s ab. an zu feuern verstand. Die ungemein schwierigen Solopartien wurden von Frau F ö r st e l und Herren Duhan und Mahr wie immer ganz vollendet, von den Damm Leonard, Philrppi und Reynolds mit großer musikalischer 'Sicherheit gesungen. Nach dem brausenden Ansklang herrschte einen Augenblick lautlose Ergriffenheit, dann gab eS stürmische Dankesknndgebungen für die ganz unvergleichliche Meisterleistung des Dirigenten Bruno Walter. Auch in Mozarts „Requiem" tritt neben dem religiösen da§ menschliche Element in den Vordergrund. In best letzten Lebensjahren hatte sich Mozart immer mehr der freimaurerischen Idee zugewendet und noch wenige Wochen vor seinem Tode vertonte er für ein Logensest eine von Schikaneder gedichtete Kantate. Von der ,Hauberflöte", die diesem Jde nkreis entstammt, führen nün musikalisch manche Fäden znm „Requiem"; ähnliche Motive/ verwandte, feierliche Bläserakkorde, klingen in diesem einzigartigen Toten ge sang an, der Mozarts Schwanengesang werden sollte. Roch wenige Stunden vor : m Ende, mit dem „Totengeschmack auf der Zungeis, arbeitete ex. an der unvollendeten Partitur und sagte nassen Auges zn Süßmayr, er hätte dieses, Requ'em für sich geschrieben. — In einem Konzert des Staatsopernchors, der leider zu selten im Konzerts aal zu hören ist, dirigierte Kcrpellmeister Karl L u z e das „R.pl'em" mit wohltuender Einfachheit, freilich nicht durchwegs mit der erwünschten Klarheit und Abtönung im Chor und im Orchester, das von der durch Philharmoniker verstärkten H o skapelle gebildet wurde. Die Damen Förste! und Kittel, die Herren Gallvs und Manowarda warm vorzügliche Solisten. Hans Duhan sang <m seinem Schubert-Abend den „Wegweiser". Gleich diesem vermeidet er „bie Wege, wo die andern Wanderer gehen". Immer neuen geistigen und technischen Gesangsproblemen —, nnd wären es auch nur Phantome — sinnt er nach und ist seit Jahr und Tag im Opernhaus kaum mehr ausgetreten. Sein edles O^an, das er technisch völlig ü:e st?rt. scheint noch empsi. dlicher g.word^.! zu sein, sein vollendeter durchgeistigter Vortrag verachtet 26. September 1921 Zftut 8 Gestempelte Krone — —.36 Centimen Auszahlung Wien ----- —.47 Centimes. In Zürich noüertv: die österreichische Krone . ... —47. (—.80 Die öftere, gestempelte Krone,. —36. (—.37 die tschechische Krone . V 6.35 { 6.40 die Mark .'; 5.32 ( 5 32 Agram .... . . . 4.‘. 260 ( 250 Bukarest . . 4.9g ( 5 — Budapest . . .V.'.T. 0.85 (0.85 Warschau.. —.10 (—13 am 24. September, am 24. September am 24. September am 24 September am 24 Septembeif am 24. September am 24. Septembers am 24. September,' * Israelitisch-theologische Lehranstalt t* Wie« DaS Schuljahr 1921/22 nimmt Eonniag den 30. Oktober seinen Anfang: die Aufnahmeprüfungen, zn welchen nur die früher schriftlich Angemeldeten zugelassen werden können, finden Sonntag den 30. und Montag den 31. Oktober statt. Di« Vorlesungen beginnen Dienstag den 1. November. * ©»öfter Erfolg der Grazer Messe. Ans Graz wird g meldet: Tie Grazer Messe wurde gestern von rund 120 000 Pe, tonen betucht. Die Zäbl übertrifst alle Besuchs nffern der Grazer Herbstmessen vor dem Kriege. Auch die Sonder-- aussiellungen m der Stadt wiesen eine alle Erwartungen überstelgmden Besuch auf. Vom Ausland sind tehr viele Mewbesucher. wsdesondrre Reich-deuffche, Jugoslawen und Italiener, eiugetroffen. Es wurden bereits beträchtliche Kanfabschlüssc gemacht. * Ei» flüchtiger Defraudant. Die Wiener Poliie!- direktion wurde m Kenntnis gesetzt, daß der 29jährige Kantmann Eugen B l n m e n t,h a l nach Veruntreüuns einer Summe von 17a Million n ungarisch e Kronen am 3. d. M. aus Budnven flüchtig wurde und sich nach Deutschösterrrich gewendet habe l dürfte. Blumenthal ist 175 cm doch, hat etwas gebeugte Gcfiat', ist macrer, bartlos, hat grüne Augen, braune Haare und spricht Ungarisch und em wen^g Deutsch. * Totschlag an einem Tiroler Wehrmann. Heutt nachts hat sich uvischrn Tiroler We'irmännern und Wien r M sserhelten ein Streit ans nichtiger U'.'oche rntsponnen, bei dem e-n Wehimann getötet, einer tchwer und emcr leicht verletzt wurden. Bekanntlich wuidm aus den Bundesländern Wehrmänncr nach Wim berufen, um d e im Grenrdienst stehenden Wiener Wehrmänner zu ersetzen. Unter ihnen find anch Wehrmänner vom 12. (Tiroler) Feldjägerreguuent. Sie find in der Kaserne in der T'vstgasse untergebracht. Gestern abendS bar nu i eine Gesellichaft Tiroler Wehrmänner das Gasthaus Petrrsrlka m der Troffgasse betucht. Die Tiroler warcu sehr autgeräumt und haben sich damit vergnügt, das ^Schuhpiatteln" aufzuführen. Im Gasthaus war aber ein: Gesellschaft von berLchuqten Nanf'.'vldeu anwesend, die daran Anlloß na?,m. daß die Tiroler im Lokal ,tchuhvlattelten". Deshalb entstand zwischen den Tirolern mn den Wiener Messerhelden rin Streit, der zu einer Rauferei führte. Der Wirt machte den Szenen dadurch em - Ende, daß er das Gaslicht abdrehte; >0 zwang er die streitenden Parteien, sein Lokal, zn verlassen. Doch dev'. Streit setzte sich auf der Straße fort. Die Raufbospe zogen ihre Messer unl plötzlich sank der 10jährige .Tiroler Wehrmann Johai"' S ch l e t i n g e r, . von emem S."ch rn den Kov getroffen, zusammen Er blutete stark. Man ries die Rettung-?- aesellschaft doch konntex der Arzt nur mehr den/Emti'tt. des Todes feststell-m Der Tiroler Webrmann Sonde k um d ' l ei der Secherei to schwer verletzt, da j er ms Franz-Ioffs-?- c piia! geb-acht weiden mußte. Der Wehimann E n g c n st e 1 u tim bifti ter verletzt und konnte in der Kaserne belassen weiden. Die Metze- Helden waren, als Schlesinger fiel, anSeinandergestobci'. Die Polizei erstiitteltc eine Anzahl Personen, die bei den Rau'- fzenen zugegm waien. Wer den Stich geführt hat, ist noch nicht genau frstgefiellt. Die Leiche Schlesingerwird gerichtlich gcöffn-.! werden. Steuerfragekaste«. Luxrrsabgabe. Sie find anck für KopsektionSaibeiten, di Sie in Ihrer freien ljeit zu Hause machen und zn dmm Ihnen das Material von Knuden beigestellt wird, abgabepflichtig- Ob Sie Erwerbstener zahlen, ist gleichgültig. — Leo Z. Das Angebot der Bucheinsicht kann nicht mehr zurückgenommen werden. Wenn Sie aber Ihre Berufung mrückzieheu und sich mit der Bemessung einverstanden erklären, entfällt natürlich auch die Bucheinücht. — Zion. Für bloß mögliche Verftohen Ausdruck, frisches Tompo und kräftige Akzente und wirkt so ausgeklügelt und gequält. Ein Künstler, der so viel kann und sich so entjl bemüht, wird wohl die iiuuerc Ryhe. wiederftuoen. Herr Josef Zrmbler üst als Konzertmeister des Symphonieorchester.i wohlbekannt und hat auch in Kammer.nüsik- Vereinigungen wiederholt verdienstlich Mltgewrrtt. Nun hat er sich mit den Herren Anton Weiß, Raimuinjd Pirschl und' Professor Josef Sulz er vereinigt und sein eigenes Quartett — Wiener Kammcrmusikquartett — begründet, das am ersten Abend Mozart, Goldmark und Beethoven spielte. Herr Ztmbler war seinem Quartett ein erfahrener Führer und die Künstler, unter denen Professor Sulzer nicht nur durch; seinen weißhaarigen Charaktcrkopf, sondern auch durch ftineu Ivarmen, runden Celloton auffiel, bekundeten namentlich - in Goldmarks- B-Dur-Quartett schönen Don, hübschen Bortrag unfr-exaktes Zusammensptel, das nur zeitweilig durchSrnive --. bestrebungen der zweiten Geige gehemmt wurde. Das Konzert fand im Zeremoniensaal der Wiener Hofburg statt, der mir seiner mächtigen Höhe, seinen wuchtigen Siiulen untz seiner prunkvollen Dekoration kaum-die Eignung für einen Kammemusrksaal besitzt. , Im gleichen Saale gab Dr. Ludwig Rochlitzer ci.. Konrpositionskonzert mit großem Orchester. Der bisher unbekannte Komponist hat bereits drei Opern, „My^thia", „Fraicr Carolus" und „Marietta", vollendet, aus denen er Bmchstü ü? mit viel Temperament dirigierte. Derinutlich hatte er die gelungensten Szenen für die öffentliche Doesühruug ait^:* sucht; sie sind, ohne persönliche Note oder künstlerischen Wett zu verraten^ gut gemacht, geschickt instrumentiert u>:b besitze - nsst^e Melodien, die mitunter Opernerinnerungeu wach ruft n. Im Reiche der leichter geschürzten Muse dürfte der fleißig« Kompomst bei seinem dankbaren Publikum noch stärk, reu B'ifall gehabt haben. Fragm-rnte - von drei dr.iaktigen Oper^tt.n standen aus dem Programm, darunter aus d r Operette ^Ter erste Kuß" das WalzeMed „Sic hatte berückende Augen . . dessen .Sichererfolg ich nicht m>hr ab vartete.! Dr. Erwin Felder.