Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 954 (22.9.1921)
- Date
- 1921-09-22
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 954 Wien Donnerstag Wiener Vorgenzertang ,22. September 1-921 Seite S * traut wird. Hiezu gehört auch, baß der neue Ober- Kommandant von Beßarabien ein Mann von eiserner Hand sei und sämtliche beßarabi scheu Kräfte unter ein Zentralkommando gestellt werden. ll Kge« deu Verschärfung der Strafbestimmungen in der Devisenorduung Sicherungsmatznahmen. Arbeit für ukrainische Flüchtlinge in Polen. Warschau. 18. September. (Jüd. Korr.-Bur.) Aut Grund 'irres zwischen deni O. R. T. (jüdische Gesell'chaft zur Förderung von Äckerbau und Handwerk)' in Polen und dem Zeiuralrar der powlich-jüdl chen Geweclschasten getroffenen Utberrinlvmmrns können ukrainische Flüchtlinge gleichmäßig mit den lokalen Arbeitslosen in den Arbe'nsmarkt m>r hineiniezvacn werden. Der O. R. T. errichtet ArbeitSbör'en und registriert alle Flüchtlinge nach ihren B.schacht ungen, beziehungsweise nach der Art der Arbeit, die sie verrichten können. Diese Reglstrirrnngen we den den Gewerkschaften unterbreitet, welche ffe den Ästen der eigen n Arbcits o'en bei'chlttß n. Die Flüchtlinge erhilten eine Beschäftigung, sobald die Reihe an sie ko^m'. In. dringenden Fällen und , Ausnahmen zugunsten der Flüchtlinge vorge'ehen. Dort, wo keine Gewerlschasten vorhanden sind, darf d rO. N T. selbst sich um Arbeit für die beschäftigungslosen Flüchtlinge um chauen. Die Aussichten, Arbeit für die Flüchtlinge zu finden, sind im allgerne nnr n chk schlechte, da die Arb'ilslofnkcit m. den Berufs.weigen, in denen die Juden vornehmlich be'chkfftigt find, viel kleiner ist, als auf anderen Arbeitsgebieten Es wird zuvcrsicht! ch erwartet, daß -eS auf Grund d e'e° Uebcieuffommens drsin tiv gelingen werde, eme bedeutende Anzahl von Flüchtlingen iu das lokale WiHschaftslrben einzustlhren. Unl die ganze Aktion der Arbeitsveschaffu"g wre auch der Schaffung d:r neuen Arbeitsgelegenheiten Hk die ukrainischen Flüchtlinge in Pelen zu konzentrieren, find d-rs- 7o>nt Oistnbuiion Oommittes in Polen, der O. R. 5. w da? Zentralkomitee der ukrainischen Flüchtlinge in P?len übeieing'kommen. ein auS je einem Vertreter der genannten Organisationen bestehendes vereinigtes Komitee zu bilden. Solche Komitees können in allen Ortschaften entstehen. Die Kontrolle und die allgemeine Leitung der Arbeit grhön ausschließlich d esen vereinigten Komitees nnd keine der beteiligirn Organisationen darf etwas ohne Zustimmung des vereinigten Komitees unteruehmeu. Die finanziellen Aufwände dieser Aktion werden vom Joint Distribution Committee und dem O- R. T. und soweit das Zentralkomitee der ulranischen Flüchtlinge auch über eigene Mittel verfügen wird, vom letzteren gedeckt werden. Inland. Westungarn. Gestern erschien beim Bundeskanzler rin Abordnung dr Bni genländler, die bte Besorgnisse schilderte, die fich der Burgenländler im Hinblick auf die Gerüchte über ein Entgegenkommen Oesterre chs gegenüber Ungarn in der burgenländischen Frage bemächtigt hat. Bundeskanzler Schober erklärte, das Oesterreich nicht daran denke, aul irgend eines seiner Rechte im Burgenland zu verzichten. Die Abordnung gewann den Eindruck, daß die öfterer« ichischr Regierung fest rntschlosien sei. ihre Ansprüche auf ins Burgenland, sei esmitHilfe der großen oderder kleinen Entente, in kürzester Frist durchzusetzen. Eine Erklärung des Grafen Bethlen. Budapest, 31. Septkmber. (Ung. Tel.-Korr.-Bur) ,Uj Nemzebek* bringt eine Erkfiüung des Ministerpräsidenten Graf n Bethlen, der bezüglich Westungarns betont, daß fich di'se Frage in keinem schlechteren Stadium befinde als srüher. Die ungarische R gierung ser sich darüber llar gewesen, daß rhr Borgehen im ÄuSlande nrchtdementsprechendenVerst ä n d n i s begegnen werde- Es sei möglich, daß in der nächsten Zukunft eine ernstliche Wendung emtrelen werde. Man habe jedoch Grund zur Hoffnung, daß man gewisse Ergebnisse erzielen werde, hauptsächlich dann, wenn das Land Verständnis und Einheit bekunde. D>e ungarische Regierung wolle sich kemes'allS der Vollstreckung des Friedensvertrages enthalten; es bestche jedoch die Möglichkeit, daß nach der Vollstreckung des Friedens Vertrages gewisse Ergebnisse erzielt werden lönnten. Konstituierung der neue« zionistische« Leitung. Karlsbad, 19.September. (Jüd. Korr.-Bur.—Verspätet.) Die Mitglieder der neuen Leitung des Aktionskomitees, des Wirtschaftsrates und der anderen Bank- und Spendeninstitutionen sind hier noch einige Tage zu den Konstituierungssitzungen verblieben. Bei der Konstituierung wurde das Acbeitsprogramm für die nächste Zeit festgelegt. In bezug aus die neue Zusammensetzung des K e r e n-H ajefsod-Direkr orium s wurde beschlossen, daß fünf Mitglieder des Finanz- und Wirisch a f t s r a t e s gleichzeitig die Hälfte des Direktoriums des Keren H a j e f f o d zu bilden haben. Ferner bestätigten die Exekutive und das Aktionskomitee vorläufig nur d t c i- D irektorcn für den demnächst nach Palästina zu verlegenden Jüdischen N a t i o n a l s f o n d s, da die Verhandlungen mit den weiteren neu vorgeschlagenen Direktoren noch nicht abgeschlossen werden konnten. Heute wird eine Verordn mg publiziert, durch welche di- Strafbestimmungen der Deviseitvrdnnng eine wefi.ntliche Vrrichärfung erfahren. Rach tiefer neue Vervidnung werden ilebrrtretungen der D.viienoidnung, insofernr es sich nicht um nach dem Gescy vom!2. Marz 1919, St.-G-Bl Nr. >68. zu ahndende lle&erti tm.gen von Einfuhr. Durchfuhr und Ausfud'.vetboten handelt, oder nicht nach anderen Borchrrsle’ r ite strengere Bestr fimg eintrin, regelmäßig m i Arrest bis zu sechs Monaten und ale chreitig mir Geld bis zu K 20.000 bestraft werden, nur in Fällen. - in denen besonder? Mtld'rungsgründe vorliegen, kann eine Geldstrafe allem verhängt werden. Ferner nrrb m der Regel bet Verfall der Gegen'iände auf d>e sieb die st'-asb re Handlung iezi ht. ausgesprochen w rden. Da firne- >ie in - Beifall erkälten Geg »stände dem An c«ge: zm Häffir und m belangre ebm Fällen > anz als Belolmnng werden erfolgt wc den on»i.-n. >st eine bedeutente Eileichternn? bei Verfolgung der Uebertret-ngen zu gewaltigen. AuS Anlaß der Publikation die'rr B rordnnng wird darauf an^merksam gemacht, daß d>e Bestimmung de» Deviseuordnung, wonach Dw'sen und Baku en nur -bei Firmen, dre der Dcvisr«- renirate als Mitglied ang-: ören, aekaust, umgeiau'cht oder dar seoenöwene rwcrben und nur an Mitglieder oder Komni'sfionäie der Devrsenzentrale verlau t, verwendet oder darlehensweise abgegeben werden dürfen, noch voll zu Recht besteht. Es werden drber in Hinkunft een erwähnten Ürengku Strafen nickp mrr di-ienigen Personen und Firmen unterliegendie unbefugt mit Vrluttn und Drv'.ien handstn. sond-rn auch jene, die an andere Perwnen als Mitglieder oder Komi'fionäre der D.oisenzemrale ausländische Zahlungsmittel verlausen oder von anderen Personen als Mitgliedern der Dev senzentrake Devisen und Valuten bestehen. Der deutsch-amerikanische Friedens- Vertrag. Washington, 20 September. lReuter.) Präsident H a r d i n ß wird morgen dem Senat den Friedrnsvertrag mit Deutschland übermitteln. Dom Völkerbundrat. Ge«s, 2t. September. In der heutigen Sitzung derVöllerbundveisammlung machte zunächst der Präsident die M'tteilnng, daß die Tagung de§ Völkerbundes w t Ende der nächsten Woche werde geschlossen werden. Präsident Masaryk über die Minderheiten iPrcßblwg, 20. September. Während des heute vornlittags stattgesunbenen Empfrrges im Rathaus trüge t Vertreter der verschiedenen Parteien und Gruppeju der Bcvölkernng dem Präsidenten ihre Wünsche und Forderungen vor. Unter anderen begrüßte der katholische Psarrer von Limbach, Molnar, den Präsidenten namens der Deutschen aus der Umgebung der Stadt und sagte, daß er einige Klagen der deutschen Minderheit Vorbringen müsse. Der Präsident antwortete hierauf: „WaS die Minderheiten anlangt, so bin ich der Meinung, daß man radikale ethnographische Grenzen der Staaten in Europa — nicht nur in ein em Staate —- machen könnte. Ich bin jeden Augenblick gewillt, eine solche Grenze anzuüehnren, aber die sprachlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Verhältnisse sind s-o kompliziert, daß - dies unmöglich ist. Es gibt in Europa keine größeren Zionistisches Landeskomitee für Oesterreich Mittwoch den 28. September 1. J., 7 Uhr abends, findet im Sophiensaal, III. Marxergasse 17, eine zionistische Yersaramhnß statt, Redner: Wladimir Jabotinsky, Mitglied der Exekutive der zion. Organisation Oberrabbiner Dr. ll. P. Chajes, Präsident des Orossen Aktionskomitees der zion. Organisation Dr. Isidor Schallt, Vizepräsident der österr. zion. Organisation. Eintrittskarten ab S o n n t a g den 25. d. M. Im Bureau des Zionistischen Landeskomitees, II., Zirkusgasse 33, an der Kasse der »Wiener Morgenzcitung«, II., Taborstrasse .1—3 810 Selchwaren- Äf* 1111 fl ’Rlfll Frilhstückstube und Restaurant Al all 111 111 Ul Delikatessenhandlung Niederlage der Lt & Tt PfOitfflff „Wuretfabrik Wien, I., Schottenring 14 Telephon Nr. 60-7-48 1086 Spezialität: Feine Aufschnitt platten, Pilsner Urqaeli e- Ptehorrbr&n vem Fass Gleichzeitig wird eine zweite — durch die außer» ordentliche» Verhältnisse notwendig ge» wordene — Verordnung vrrlautbart, durch welche bis aut weiteres die bisher im Bank- und Kreditverkehre für den Anuns Be'.kauf von RZertpapieren und die Einlösung von und Gewinnanteilscheinen bestehenden Sicherungsmaßnahmen auf den An- und B erkauf von fremden Valuten und Devisen laus ausländische Zahlungsmittel lautende, Auszahlung n, W chfil, Schecks. Anweisungen und dergleichen)- daun das Jnk.rffo nnd den Eskompt derartiger Werte a u sgedehnt werden. Damit durch diese Verordnung nicht die Veräußerung schon angesammklter Bestände an fremden Zahlungsmitteln und Deviien verhindert wirv, kann bereu Verkauf an die Zentralstelle für den Za'stnngsverkebr mit dem Auslande (Devtsenzentrale> an Bauknnd Kreditinstitute oder an Bankiers, welche Mitglieder oder zkommisfionme der Dcvifinzentrale find, wenn dieser Verkauf bis 31 Oktaler b.J. cr olgt. sr« von den Sichrrnngsmaßnahmen vorgenommen werden. Die E'nhai'nng der Bestimmungen dieser Verordmng wird pesichett durch die Ermächtigung der politischen und Finanzlehöiden zur Nachschau in den Geschä'ftsräumen der sich m>t Valutengeschästen be'affende« Unternehmen nnd in öffentlichen Räumlichkeiten, in welchen vernm'sich ein Verkehr mit solchen Zahlangsmttteln stattfindet. Auch können die einschlägigen Gejchä tspapiere. Ausschreibungen und dergleichen eingesehen weroen. Die Bestimmungen über Stra'en und Anzeigebelohnungen deck.n fich im Wesen mit jenen der an erster Stelle genannten Verordnung. Staaten, aber auch keine kleineren, ausgenommen die allerkleinsten,- wo das möglich werden könnte. Jeder Staat ist ein national gemrichter Staat. Mit dieser Tatsache muß man rechnen. Ich will übrigens nur betonen, daß die Minderheit einsehen muß, daß unser Staat endgültig konstituiert ist. In dem Moment, wo alle Minderheiten das begreifen, auch die wenigen Nachbarstaaten, die ome so unerhörte illoyale Agitation' betreiben, kann es keine Rekriminationen mehr geben. Ich verspreche Ihnen und gebe Ihnen mein Wort, daß ich darauf sehen werde, daß Gerechtigkeit und Menschlichkeit zur Richtschnur .Handelns der Behörden werde. Der Görlitzer Parteitag. Görlitz, 21. September. Der sozialdemokratisch^ Parteitag hat den Antrag über die Notwendigkeit der Wiederherstellung einer einheitlichen proletarischen Partei angenommen. Den Bericht der Michstagsfraktion erstattete Abgeordneter Hoch. Die n rtschaftliche Lage, heißt es in dem Bericht, werde vielleicht schon in wenigen Monaten die Koalitionspvlitik unmöglich machen. Die Dnrchfiihrung der Beteiligung des Reiches am Ertrag des Großkapitals sei unabweisbar. Zum Schlüsse der Verhandlungen wurde dem Parteitag eine Resolution Keil zur Steuerfrage vorgelegt, in der es heißt: Dem Finanzelend kann nur erfolgreich gesteuert werden durch Verminderung des^ Notenumlaufes, Kräftigung des Markknrses nnd Herstellung des Gleichgewichtes im Reichshaushalt. Die Steuermaßnahmen aNein, auch die neuen Sbruervorschlage der Reichsregierung, können nicht die Gesundung der Reichsfinanzen herbeiführen. Neben der Weiterbildung der Besitzsteuergesetzgebung müssen die Sachvermögen zur Beseitigung der'Finanznot in Anspruch genommen werden unter Schonung des kleingewerblichen und kleinbäuerlichen Besitzes. Zur Er- Mung der Reparationsverpflichtungen muß die Einfuhr aller nicht unbedingt notwendigen Gebrauchs- und Genußartikel möglichst verhindert, die Ausfuhr durch Steigerung der Produktion unter Auffchließung des. Auslandsmarktes gefördert und der Balutagewin« aus den Ausfuhrwaren vom Reiche erfaßt werden. Da» neue polnische Kabinett. Warschau, 21. September. (Amtlich.) Dal «me Kabinest ist folgendermaßen zusammengesetzt: Anton Ponikowski — Präsidium und Unterricht, Konstantin S k i r m u n t — AeußirrS, Stanfflaw Downarvwitz — Inneres, Kasimir Sonskowski - Heerwesen, Bronislaw S o b o l e w s k i — Justiz, Gabriel Narutowicz — öffentliche Arbeiten, Boleslaw S i k o r s k i — Eisenbahnen, Wladystaw Sie» s l o w i e z — Post und Telegraphen, Ludwig D a r o w s k i — Arbeit und Wohlfahrt. Juliusz T r c z i n s k i — Minister für ehemals preußische G biete, HnronymuS Wyczolkowski — Apvrovistonierung, JosefBaczyuski — Ackeibau, Boleslaw Telegramme Regenmäntel Bruder Schiffmann 74^98843