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Wiener Morgenzeitung · 1921-09-20 · Heft 952 (20.9.1921) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 952 (20.9.1921)
Date
1921-09-20
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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€5feRr 4 Wien, Diensta- Wiener Morgenzeitnng 20. September 1921 Rr. 95L Vom Kommunismus znm Antisemitismus. Rig«, rr. September. (Jöd- Korr.-Bur) Wie avS Moskau tzrmeldet wird, nahmen die wegen Unzuverläffigkrit von der kammmlistischrn Partei ausgeschloffeum Elemente eine h eftrge ««tisemitische Kampagne auf und verbreiten überall die bekannt« »P r p t o? ö! I1 b e r W a i f e n v o n Zion", mn die Rache des russischen DolleS gegen die Juden « erwecken - Angebliche Ausrottung des Dandenwesens im Weißrußland. . Riga, 17. September. (Iüd. Korr.-Bm.) Einem Bericht der z w e st i ö*, des offiziellen Organs der SowjeLregiernng, -vfolge könne das Banditen* w ei e n im Svwjetrußland als beendet betrachtet werden. Die Landbevölkerung nehme akttoen Anteil in der Verfolgung und Ausrottung der Räuberbanden und wirke erfolgreich der. Tätigkeit der Agitatoren S awinkows und Balachowicz entgegen. Aufgehobene Todesurteile in Moskau. Warschau, 19. September. (Funkspruch.) AuS Moskau wird gemelde!.: Die Moskauer außerordentliche UntcrsvchungZrommissio»...hat die Mitglieder deS HungerhilfskomrteeS «m T o d e, ,« t i » r t e; l t. Das Zentralkomitee der 'Sowjets hat die tkr!rr(svoÜftricknng j i st i e r t und die Borlage der Akleu »ttlaugr. Drohungen TrotzKijs. MvÄlM, 19. September. (Funksprnch.) Auf der Tagung ve-r Sowjetgewerlschaften und Fabriksräte von Odessa sprach Trotz k y über die internationale Lage der russischen Republik, -oabei er unter anderem..,erklärte: Wir wollen keinen Krieg, Da uns vor allem der wirtschaftli. che Wiederaufbau des Landes am Herzen liegt. Wir müssen jedoch unsere Südlvesbgrcnze schütz««. Wir rufen der ganzen Welt zu, daß wir genügend stark sind. Demi jemand wagen sollte, uns anzugreisen, würden wir ihm einen derartigen Schlag versetzen. daß di- Bronzen nicht mehr dort verlaufen würden!, wo sie heute gehen. Die amvrikauische Hilfe für Rußland. .Riga, 17. September. (Iüd. Korr.-Bur.) Das Z-ntral-» iÄf-kvmitee der Sowjetrcgierung har de» von der amerikanische» Schfffahrtsgeiellschaü Red Star L i»% im Name» der amerikanische» Staatsbürger gemachte» Vorschlag, regelmäßige Sendungen für ihre Verwandten in Rußland zu schicke», angenommen. Die So»jetrco'rr»nq erklärte ihre Bereitschaft, alle geschickte»! Gelder « rnsfircher Währung »ach dem Tageskurse «$- znzechl». ' WirtschasteKonfere«; der baltische« Staate«. fttg.6, 16. September. (Privat.) Hier Hab« dn wirtschaftlich m Berat»»gr« zwischen Litauen, 8 e 1 t l a » d, Estland «nd Finnland begonnen. Sie bilde» die Fortsetzung >rr Konferenz von R e v a l. Die russischen Diplomate« bemühe» ich, daß auch Rußland eme Eiuladung m .Konferenz "halte. Pouikowskis Program«. Waresch»», iS. September. (Funkipruch.) Der neue Ministerpräsident P o » i k o » s k i, welcher keiner Partei an* gehört, emvftug die Vertreter der Presse und entwickelte vor ihnen >n großen Züge« sein Programm: Ausschluß der Parteiherrschast, rasche- Einberufung des Landtages, energische Eintreib»»- der Steuern, Sparsamkeit, Hebnng der Produktion und in der Außen* wlitik e»grs Bündnis mit Frankreich. Tagesbericht. Vrhöhung -er festen Stempelgebühre«. Am 1. Oktober 1921 treten die Bestimmungen der Gebührennovelle 1921 über die Erhöhung der festen Stempelgebührenin Kraft. Das erhöhte Ausmaß beträgt im allgemeinen das -Zweiundeinhalbfache des bisherigen Betrages. Daher sind beispielsweise nichtgerichtlrche Eingaben, soweit sie bisher dem .Stempel von 4 Kronen für jeden Bog« unterlagen, Pom 1. Oktober angefangen mit 10 Avouen für jeden-Bvgen. zu stempeln; ihre Beilagen unterliegen künftighin dem Stempel von 2 Krone» für jeden Bogen; Geburts-, Tauft, Trau- und Totenscheine, Vollmachten, Zeugnisse von Privatpersonen sind nunmehr dem Steknpel von 10 Kronen, Reisepässe dem Stempel von '15 Kronen Unterworfen. Der Stempel für Schecks, die im Inland zahlbar sind, wurde auf 10 Heller, für Schecks, die im Ausland zahlbar sind, auf 50 Heller erhöht. Dem Stempel von 50 Heller unterliegen künftig auch kaufmännische Anweisungen, deren Zahlbarkeit auf.höchstens acht Lage beschränkt ist. Kaufmännische Rechnungen sind bei einem Forderungsbetrag bis, .100 Knorren mit.10 Heller, über 100 bis 500 Kronen mit 50 Hellers über, 500 bis 1000 Kronen mit 1 Krone, über 1000 bis 8000. gxvoea. mit 5 Kronen und über 5000 Krönen mit *10 Kronen von jedem Bogen zu stempeln. Die Gebühren für Handels- und .Gewerbcausschreibungen wurden für die 'Haupft, Saldakonto^ und Kontokorrentbücher auf 2 Arouenz fiir -die sonstigen stempelpflichtigen Geschäftsausschreibungen j nuf .50- .Heller von jedem" Bogen erhöht. Für Frachtbriefe j ü» Eiseabahnoeriehc ist — jedoch erst vom 1. November 1921 angefarrgen — bei Senkungen, be?'n Gewicht nicht weniger «ls 5000 Kilogramm beträgt ^oer für die wenigstens ein ganzer. Eoeiibahnwcigen in Anspruch genommen wird, eine Gttrmpelgzbügr von 20 Kronen, bei sonstigen Sendungen in uer. iXMßl eine Stempelgebühr oou 2 fcttm« oorgesehe». Mitteilllugen aus dem Publikum. Selma Kudiscb Juda Zimmer Verlobte o Wien, im September 1921. ZUR VERLOBUNG . unserer Schwester f,, Fräulein Selma Kudlsch mit Herrn Jude Zimmer gratulieren berzlichst i Geschwister jüdisch Unserem langjährigen Mitgliede, Herrn Möses Hersch Landau gratulieren wir herzlichst aus Anlass der Feier der goldenen Hochzeit 68» Der Vorstand des Bethauevereines Kehal Chassldim nsroi *?to dem hochverehrten Ehepaar Moses Hersch Landau und Frau Scheba zu ihrer goldenen Hochzeitsfeier wünscht der Vorstand des vnttt ’>1ww px yar »« TNO 'NX m 21v nD133 tos sj.' spv a» roiw bp iruit' sp x'Oksd *?rr mo n^inan rt'rtron 'bi na ♦wy*n otid ■ Sehmorzlieh ergriffen von der Todesknnde nnaeree Rabbiners Herrn N. LANGERMANN drfleken vrir ans dlvasw Wege seinem einzigen Sohne Herrn M. L. Ltngermann unser tiefstes Beileid ans. Für des Anssehnss de« Vereines Misraclil Vorstand: S- Pickbolz Sekretär: J. M. Schreiber 9t 88 Das Prob'Gm ist x Mit Heison-Fontän Pat. sngem. Oes. gescb. Die Foniän wäscht allein, ohne Aufsicht, die Wäsche blendend weiss nnd macht sich in einem |P fiRfl aufw. Vorführung u. Probe- Waschtag bezahlt .Preis von **■ waschen ohne Kaufzwang tigl. von 4 bis 6 Uhr. Eleison, Q. m. b. H., VI., Cbwallagr. * (Mariabiiferstrasse, Haltestelle Neubaugasse).- Tel. 1075«nd909-VIII ■ Provinzversand prompt. 9168 JetirEtMann sehnafd* sich das ans, Und tragt ’szi seiner Frau nach Haus XrstklSMigo Preis«. OiBsater «ad bester Xftufer Wiens BRILLANTEN, PERLEN Juwelen, Weltflrro» Rabtnowitecli, Juwelier »AHLERSTRA8SE 5 I!., STEPHANIESTRASSE 3, nur Ir. 8 ■ (frühere Maxlmiltan«tr.)TeI.85t! tjetzlp® HollandetraH«} Un eigenen Haute Haltestelle Opernring, Zog. Kärntneretr. . Tel. 4548 Samstag Qtiohiostea. 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Die Gebühr beträgt 50 Staaten für die erste und 10 Kronen für jede weitere Beglaubigung. : Unverändert geblieben sind die seit dem 1. Oktober 1920 in Geltung^ stehenden Stempelskalen. Die Höhe der festen Stempelgebühre» für die am häufigsten vork-ommenden Urkunden und 'Schriften de§ täglichen. Verkehrs ist aus Plakaten zu ersehen, welche bei allen Stempelverschleißern (Tabaktrasiken) sowie auf den Amtstaf?ln der öffentlichen Behörden an»eschlage,r iocrden und auch %m Verschleiß der Ataatsdruckerei erhältlich find. Hollosi-tzolländer «nauffindbar. Wir berichteten bereits kuisz, daß die Hauptverhand-' lung gegen den Oberrabbiner Dr. Immanuel L ö tv, welche für den 19, d. M. anberanmt war, abM. mals verschoben wurde. Hiezu wird uns aus BndapHu : berichtet: Die zwei Hauptzeugen in der Affäre des' Dr. Immanuel Löw sind bekanntlich der berüchtigte Journalist und politische Faiseur H o l l o s i - Holländer und der holländische Journalist Georg! N y p e l s. Beiden wurde die Vorladung zur Hauptverhandlung auf diplomatischem*Wege übermittelt. Während. Nypels die Vorladung übernahm und sich auch, bereit erklärte, bei der Verhandlung zu; scheinen und auszu sagen, und auch nachzuweisen, daß H o l l v s i sein in ihn gesetztes Vertrauen mißbrauchte und ihn irreführte, konnte die Vorladung an Hollos t nicht zugestellt werden, da der Adressat a u s W i e n, v er s ch tun nden und seitdem unbekannten Auf--- , e n^t h a l t s o r t e s ist. In letzter Minute nun hat, bas ungarische Justizministerium, die Verschiebung der Hauptverhandlung mit der Begründung ungeordnet,^ r daß ohne Aussage Hollosis und Nypels das Gerichift.- kein klares Bild über die Richtigkeit der Anfrage: et-j halten könne. Da nun Holloft unauffindbar sei, müsse die Verhandlung vertagt werden. Bei dem belannten Charakter Holl v s. i s und' seinen Beziehungen zu. den Führern der extremen christlichnationalen Politik in Ungarn ist es durchaus sticht ausgeschlossen, daß Hollosi auf Kommando dieser Clique, die überzeugt ist, daß die Verhandlung mit einer furchtbaren Blamage, für .sie enden müsse, nnauk- ' sindbar geworden ist.__ Ierzabek verprügett. Aus Salzburg wird gemeldet: Ans dem ntstrigech. vo»' biestge» Antifemitenbund etnberusene» Antisemitentag kam ewährend der Ausführungen des Sekretärs 'des Wieniw ' Anttsewitenbuudes Gatterinatzer z» Störunge«.. die durch onS e>uer anderen Versammlung kommend« Invaliden hcrvorgrrnsen wurden nnd in Tätlichkeiten ausarteten. Es entstand eine ' . Schlägerei, in d e auch Nationalrat I e r z a b e k v e r- Wickel t w u r d e. Die Versammlung deS Anlrsemiknbundes mußte vorzeüig geschlossen werden. An ihre Stelle trat eine Versammlung der Invaliden, in der der Obmann der Invaliden- , organisütiv» ankündigte, daß die Abhallung weiterer derartiger Versammlungen gleichfalls verhindert werden würde. Der Oberoffizral als Einbrecher. Mit einer seltenen Naivität hat ein Wiener Magistrats» vbewfsrzial an seinem Zinrmerherrn einen Einbruch begangen und ihm Werksacherr von etwa eine Million Kronen gestohlen.' Wir erfahren über den Fall: Bei dem. 47jährigett Magistratsoberoffizial Hieronymus G n t t u f, 4. Bezirk, Schika>' . nedergasse. 13, hat durch längere Zeit der Budapester Kans-.- mann Max Arany i, der zurzeit in'der Frankenberggasse 2 ' eine Wohnung imrehat, gewohnt. Herr ■ Aranyi mußte ■ vor; einiger Zeit nach Budapest. Seme Sachen hatte er ht i mehreren Koffern und Kisten verpackt, bei Gütruf stehen. Einmal »tief er von Budapest telephonisch Wjen an.und ließ .! Gutruf bitten, ihm die Wohnung auch weiterhin bereitzuhaltvn. r Dann schickte er einen seiner Wiener Freunde zu Gutrus, um die Sachen, die er bei diesem erliegen hatte, beheben zü ' lassen; allein Güttuf stellte sich sehr erstaunt, behauptetes ' er oybe alles schon dem Aranyi selbst aus gefolgt, und; nichts mehr für ihn in Verwahrung. Aranyi, der-indessen' selbst nach Wien Zurückgekehrt war, erstattete die Sttafanzeige;. - ' daß ihm Gütruf und seine Gattin, diesjährige Gerta Gutrust geborene Hirnich, seine in Kisten und Koffern verwahrten Sachen—- Kleider, Wäsche, Juwelen und Bargeld im Werte, von mehr als einer' Million Kronen — durch Erbrechen der Kisteir und Koffer entwendet hätten. Nun nahmen Kriminalbeanite eine Hausdurchsuchung vor und fandeir in ddr Wohnung ' den «größten Teil der in der Anzeige ^anigeführten Wertsachen. Ein Teil war schon in den Kasten der Familie Gütruf unter den eigenen Wertsache verwahrt. Gutruf ge- . stand» daß er die ber ihm gefundenen Sachm in her Absicht - zurückbehalten habe, sie für den Fall für den eigenen, Gv- » brauch zu behalten, als Aranyi nicht mehr ausUngam zurück-'" kehren sollte. Das hielt Gistruf auch ftir wahrscheinlich, da gehört haben, wollte, daß gegen A r a n y i e t w a s v o r l i e g e. Hieronymus und Gerta Guttuf wurden gestern dein Landesgericht' eingeliefert. ‘ * PrafesiO» Shvtwell i« Wie«. Die Carnrgie-Stiftung sm den Weltfrikden hat den Pro'essor Jones T. S h o t w e l l von der Columbia-Unipersttät in Nrw-Aork mir der Aufgabe betraut, cük iure«uüt.v»üles Wert üicr üre und Sozial« geschichle des Weltkneaes zu organisiere». Professor Shotwell hat in einer Reche europäischer Siaaien düse Arbeit m Angriff genommen und befindet sich jetzt in Wim. um die Arbe te» in Oesterdeich einzuieiten. Er wurde denke, vom Präfidenten Hämisch und vom B»nk"'Skani!er Schober empfangen, die ihn des lebhaftesten JulrreffeS Oesterreichs an diesem Werke versicherten und die v»t»»sttztzMU de»>rt llhrsficht KeÜi«. 34^7^233 49615995

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