Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 948 (16.9.1921)
- Date
- 1921-09-16
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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SK.S4S Wie«. Freitag Wiener Morge«-eit«ng IC. SMeinbee ISÄ eARt-THEATE'R: Samstag den 17. September 1921, 3 UM nachmittags Konzertbureau i MALI PiCOH i: M1RRA SOKOLSKAJA ■ Das jüdische HAR^Aer | DIREKTOR KALICH : Lied „anam lIBgillBQaBIIBlllBBnillNliaBliaDlllllUBS laiCBBOO DBClBIBlaEIBaRBIiaBlIRHa ■•■»■■■■! Die Karten sind erhältlich: An der Tageskasse des Earl-Theater, Buchhandlung R. Löwit,!., Rotenturmstrasse, und an der. Kasse der „Wiener Morgenzeitung1*, I!., Taborstrasse 1—3 si& München^ 15. September. (Südd. Korr.-Bur.) Das Fahnden nach den Mördern des Abgeordneten Erch r^er ist zum S t i l 1 st a n-d $'t! d ■ m m e tu Nene VerHa tun gen landen n-Lt mehr statt. Rur eines wurde festpestellt, daß eme geschlossene E'rg lniiativn für politische Morde nicht best»ht. Die Verhaft'len And von der Brigade Ehrhardt her gut belreundet und hat>en iii'er irn Schutz» und Truhbanv Zusammenkünfte, um ihre Frrund- '.chast zu pflegen. AmMittwoch kam ein Bruder des flirchtrarn Tttessen hier an. um ■ ficf) :bet* StaatsaMvaltschast zur Verfügung zu lirflcu. Er rvoh'nte in einem hiesigen Hotel und trug sich auch aut scimm richtigen Namen eur. Dies fiel dem'Portier am« wesbalb n d e Polizei von dem angeblichen Aufenthalt des flüch- ^grn Tilcfien verständigte. Tilcsseu wurde noch imLaufe bei Rächt einem Bethör ünterzogen, wobei sich hciausstellte, daß die Annahme des Portiers rmrichiig war. Die Agitation für Kahr. , München, tb. September. Die jüngste Beratung der ^nidlags- und Reich» t/:assraktron-der Bayrischen Voltspartci bat 'in'n für den Mmifierpräsieenten weniger günstigen Verlaus gcvemmen. Diee Stellungnahme der Pailri sowie die Affäre lLr Merger haben. .ungünstig auf die Aussichten für die Wieder- Ä'abl Kahrs ein gewirkt, jedoch sind De. Heim und die ihm. ioigrnden bäncrlichen Abgeordnkten lehr eifrig dafür e'.igetreten. lös kam auch zu a-lreichm Kuudgcbnngen aus diesen Krei>cn 'iir die Wiederwahl Kahrs. Das Organ des Bauirubunoes ichrcibt, daß bic Demokraten sür d e Wiederkehr Kahrs nicht zu haben sein dürsten-- Die sozialdemokratische „Münchener Post" sagt, daß b-c deuiichvölk'schen Re htSbolichewiken eine lebhafte außerparlamentarische Tätigkeit entfalten und macht Aul u ungcn von geheimen Watserivcrschlcbungen vom Ammersee und aus anderen Lägern m Schlosier und Bauernhöfe nach München. Der Vorfitzende der Landlagstrakt'vn der bahrischm. Volkspariei Abgeordneter Held hat fich heute nach Berchtesgaden begeben, um dort mit Kahr zu verhandeln. Am Montag treten in München die Vertrauensmänner der Bayrisch-ch s!-olkLPartcr aus ganz Bayern zusammen und man erwartet hier die endgüliige Entscheidung. Es scheint jedoch festznstehen, daß der Vcr.'rcrer der Deütschnationalen im jetzigen Parlament, Justiz- 'nin.ster Roth, nicht Wieder ins Kabinett eintreten werde. Ferner T.un als sicher angenommen werden, daß in der nächsten Zeit in Bahn» die Aufhebung tes Ausnahmsznstandes e,folgen wird. Die Abrüstüngsfrage rw VölkerÄundrat 15. bfitemborj Zur Tagesordnung, Tätialcitodcricht, ergriff Lang (Norwegen) das Vövr!.' Er beoaiwrte, daß der von vier Fünfteln der lentjährii-en 'Versammlung gütgeheißene Bericht über die BeschränDtt'ng der Rüstungen vom Rate'den Rogicrungen vhn.e jede Erklärung, geschweige denn Empfehlung, zügestellt' worden sei. Diese Krage Hab«' keine F vvts ch r itte gemacht/ umsotveniger, als " die Mitglieder der '-permanenten MiliLärkoinmissiou nichts aude.'es als Militärattachsees ihrer Regierungen seien . und sonnt nicht den Völkerbundgeist, \ o n: Peru d e n ' * militari st i s ch e n G e i st v e rireten. ' .Wenn man bedenke, das; der vorjährige Beschluß nichts anderes verlange, a(s daß die Rüstungsansgaben nicht vermehrt werden, so könne sich Redner mit Batfour, der-mehr auf die Schwierigkeiten dieser Frage als auf die Notwendigkeit, sie zu lösen, hing.'iviesrn habe, nicht einverstanden erklären. Gerade die heutige Lage fordere ern entschiedenes, praktisches Vorgehen, damit die gegenseitige Furcht verschwände. Es genüge nicht, auf. das ab gern stete Mitteleuropa hinzuweisen; e's sei an der Zeit, dieses Beispiel nachzuahmen. Der Völkerbund habe nur dann eitle Zukunft, wenn die Erwartungen der Völler in der Abrüstungsfrage erfüllt werden. Völkerbund und Ententen. Genf, 15. September. Die mit der Abänderung des Paktes befaßte Unterkvmmission der ersten Kommission beschloß folgende Fassung des Artikels 21 des Paktes: I nt er nationale Ab tu a chu ngen, Gchiedsvertrüge, reglenalc B'ereinbarung e n, tvie die M onroe - Do k tri n, hie den Friede» sichern/ werden nicht als unvereinbar mit den Bestimmungen des Paktes angesehen. Alle Berständignugen ztvischen Heu Mitgliedern des Völkerbundes, die darauf abzielen, die Verpflichtungen genauer zu umschrcibctl oder zu vervollständigen und zur Erhaltung des Friedens oder der internationalen Zusammenarbeit beizutragen, können unter den Auspizien des Völkerbundes verhandelt werden. Mobttistevungen in Griechenland. Athen. 14. September. (HavaS.) Durch königlichen Erlaß wird der Jahrgang 1922 zu den Manen rmbemfen, ebenso aste unter 40 Jahre alten Männer, d>.e sch lS21 htt belltyffchr Slagls- Jtatafc Wien, 15. September. Amtlich wird gemeldet: Beiderseits der Straße Kirchschlag-P'lge sdorf, etwa iVr südöstlich der Landesgrenze, heben B a n d e n D e ck u n g e n a u s. An der Gienze südöstlich von K i r ch s ch l a g wurden B e w a s f n e t e durch. Feuervertrrcben. Bei N e u d a u a n der L a s n i tz, südöstlich von Hmtbcrg wurde eine eigene. Feldwache von etwa 20 Bewafsnncn augegnffen. Die Bande wu de dcuch Feuer vrr;ag^. Nach Auslage eines Bandmmügl.edes ist hiebei an unganscher Ojfizier verwundet worden. Von den Vermißten des Jnsautrriebataistons II/5 wurde Wchunann Joses Jung tot gedorgrn und in Kirchichlag beerdigt. Geaz. 15 September. Wie die „Tagespost" meldet, wollten am 12. d. M. nachm Nags magyariicke Banen den Ort G i l l e r s d o r f m Steiermark übcriallen. Sie seuecten etwa 150 Gewehrschüsse ab, wurden jedoch von der Gendarmerie, die Verstärkung erhalten hatte, z u r ü ck g e s ch! a a e n und v e rl r i e b e n. Die Banden schoßen sogar am Kruder, die Vieh hi'n.ten. In Gillersdorf wuroe ein Haus ganz zerschossen. Zeichnet ÖSTERREICHISCHE BAU-LOSE Jährlich & vH f f e r von j e K 6 , QOO . OOO * - Jedes Los gewinnt Sämtliche Cewinste vollkommen abzugs-u.einkommenSteuerfrei Kein Legitimatiönszwang Zeichnungspreis: K 1220.- für ein ganzes Los u. K 305.- für ein Viertellos 9178 Die Betyaren räume« das Burgeyland? Erklärung«« des ungarischen Vertreters in Genf. Genf, 15. September. In der sechste« Kommission 'ist ein Brief des Ungarischen Legationsrates TörVk eingelangt, worin ersucht wird, die Behandlung des ungarischen A u f n a h m s g e s n ch e s bis zum 21. d. M. zu verschieben. Angar» fei im Begriffe, seinen A w i s ch e n f a l l mit O e st e r r e i ch beiz «legen, und habe den G esandten in Budapest seinen Willen ausgedrückt, mit der Räumung des BnrgenlandeS fort zu fahren. Graf App onh, der hier eintreffen sollte, um auf die Fragen der Anterkommission z« antworten, habe seine Abreise verschoben. Die Kommission stimmte dem Ersuchen Ungarns um Aufschub zu. Roch ei« Todesopfer des Gefechtes der Agendorf. Wieuee-Neustadt, 15. September. (Privat.) Das Gefecht, welches sich bei Agendorf am 8. d. M. zwischen österreichischer Gendarmerie und ungarischen Tnippen abgespielt haß hat ein I weiteres Todesopfer gefordert. Im hiesigen Krankenhaus ist der 26jäbr!ge Patrouistenleiter Karl ,H e ger an hey Folgen eine^ ..BaMchujjes^estorbty. Oesterreich beharrt ans der Uebergade des Bnrgenlandes. Paris, 15. September. „Jntransigeant", ^Paris Tel^t grammks" und »Soir" veröffentlichen ein Gespräch mit dem österrcicklschen Gesandten E i ch h o f f über die durch den Widerstand Ungarns in der burgenländischen Frage geschaffene Lage>' worin der Gesandte erklärt, Oesterreich habe sich loyal an den Vertrag von St. Germam gehalten, dessen Grenzziehung das Vurgenland Oesterreich zuweise. Wenn man Oesterreich nicht zum ruhigen B sitz der ihm zuerkannten Gebieie verhelfe, so vedeute dies den Bankrott der gesamten Frledensverträge; denn werm Oesterreich das Burgenland, das ihm Artikel 27 des Vertrages von St, Germain zuweise, nicht erhielte, so könne keine ostersterre:chische Negierung die Einhaltung der anderen Bestimmunge» des gleichen Vertrages verbürgen. Die französische Presse verlangt eine Intervention gegen Horthy - Ungarns Paris, 15. September. Die ungarische Antwor.t auf die Note der Boischasterkonfelenz hat in Paris, London'und! Rom einen sehr schlechten E l n d r u ck gemacht. Im Leitartikel des „Journal des Debats" tritt Auguste G a u v a i n sür die sofortige Ergreifung energischer Zwangsmaßnahmeu gegen!, Ungarn ein, vm es zur Achtung der Friedensverträge zn verhalten. „Lanterne" weist auf die Bedeutung des Burgevlandes sut^ Oesterreich hin und verlangt, daß die Alliierten in Ungarn euer-, gisch intervenieren. Die ungarische Regierung könne weder mill«j tärische Notwendigkeiten noch auch vaterländische Gefühle der Bevölkerung einweuden, die zweifellos die Last des reaktionären ungarischen Regimes gern abschütteln würde. „Populaire" verlangt in einem längeren Artikel uenerdingsj die sofortige E n t w a f f n u n g U n g a r n s und meint^ man habe dun kleinen Oesterreich alle Machtmittel genommen^ während man Ungakn eine ganze Armee regulärer Truppen undt überdies irreguläre Banden belasse. Das Schicksal der geflüchteten Brenne berger Grubenarbeiter. Aus Wiener-Neustadt meldet man uns: (Sirtj Teil der Brennberger Grubenarbeiter ist, als O sz.t e n b u r g> Brennberg wiederbesetzte, nach Wiener-Neustadt geflüchtet. Ein Abgesandter der ungarischen Grubenverwaltung überbrachte den geflüchteten Arbeitern ein Ultimatum, in! welchem die Arbeiter aufgefordert werden, sofort nach Brenuberg zurückzukehren und die Arbeit wieder aufzunehmen, widrigenfalls! sie als e n t l a s s e n zu betrachtm seien, ihre Wohnungen re-! qmriert und ihre in Brennberg zurückgebliebene» F a m i l t t-nj auf die Straße gesetzt werden. Die Grubenarbeitrr hielten darauf eine Beratung, an welcher 13V geflüchtete- Brennberger Arbeiter trilnahmen, und beschlvffru nach längeren Beratung, das Ultimatum äbzülehnm und solange das Bren«-^ beider Kohlrnwrrk unter ungarischer Verwaltung steht, nicht! zurückzukehren. Dieser Beschluß wurde mit allen gegen sechs^ Stimmen angmommen. ■_ . Die Verhandlungen zwifche« Pole« ««d Litauen. Genf, 15. September. (Wolfs.) Auf dem van^HymanS (Belgien) am 3. d. M. vorgeschlagenen neuen Emigungs-- entwurf zwischen Polen und Litauen erwidert^ die litauische Regierung, sie wolle den Plan' in sesiM Grundzügen an^ n e h m e n unter Vorbehalt folgender hauptsächlicher Aende-! rimgen: Litauen verlangt die Linie Kuusk—Seiny und &tej Stadt Grodno. Die Grenzlinie zwischen dem autonomes Kanton Wilna nnd dem übrigen litauischen Gebiet soll der- Gcmarkungslinie des Marschalls Fach 10 Kilometer westlich^ der Eisenbahn W i l n a—D ü n a b u r g folgen. Litauen ist! bereit, dem Gebiete von Wilna eine autonome Vev-s waktung zuzuerkennen, ohne ihm jedoch so weitgehentdo Rechte emzuräumell, wie sie ein Schtveizer Kanton besitzt.! Die litauische Sprache ist die allgemeine Amtssprache- Dagegen! erhält der Landtag von - Wilna das Recht, an der Grenze seines Landes das Polnische als Amtssprache zu führen.! Die polnische Regierung erinnert ihrerseits daran, daß sie die Resolution des Bölkerbundrates vorn 28. Juni angenommen hat, die den beiden Ländern den ersten Bor^ entwurf, den Hhmans am 30. Mai ausgearbeitet hatte^ als Verhandlungsgrundlage ernpfiehlt. Sie ist bereit, ohn« Aufschub die Verhandlungen auf dieser Gumdlage ottfgtw nehmen, falls, die MauiM KMWM hsiAS AKMijMW Mhv