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Wiener Morgenzeitung · 1921-09-12 · Heft 944 (12.9.1921) · p. Seite 2

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 944 (12.9.1921)
Date
1921-09-12
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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€fc*te 2 Wien, Montay •Slentr Mvrgenzett««- rr. Septmck« IE -—-- — .. — J. ■- .' flchmmg« «halten. Die GeneralSmission hat speziell zum Schutze des Wiener-Reustädter Beckens und der Kohlenbergwerke der Gemeinde Wien eine vom Raume bei Wimpassing bis südwärts von Wiener-Neustadt reichende, auf burgenländischem Gebiet liegende Sicherheitszone festgesetzt. Die Generalsmisston hat erklärt, daß durch die Rücknahme der Gendarmerie das Recht Oesterreichs auf da? Aurgcnland in keiner Weife berührt werden könne, und hat ihre feste Absicht ausgesprochen, die Räumung des bnrgeuländischen Gebietes von den Banden sofort in Angriff zu nehmen. Die Generäle haben die Zurücknahme der Gendarmerie angesichts der Lage für begründet gefunden und haben auf Grund der ihnen vom Bundeskanzler Schober erteilten Aufklärungen die ungarischerseits über die Haltung der österreichischen Gendarmerie ver-- öreiteten Nachrichten als unbegründet anerkannt. Um die Durchführung der von der GcneralSrmssion besÄlossenen Maßnahmen "zu beschleunigen, wurde die Herstellung einer ständigen Verbindung zwischen der Generalsmission und der österreichischen Regierung vereinbart. 'Ti? Stellungnahme der Generalsmisstrm rechtfertigt di.' Erwartung, daß nunmehr die in der Ueberga.be des Bn:,Inlandes eiiißclrcferc Verzögerung ehestens in einer dem Rerbte Oesterreichs vollkommen entsprechenden Weise behoben werden wird. D^rthy — dwe Gefahr für MMelerrrsM. Paris, 11. September. (Havas.) Der Berichterstatter des „Excelsior* Maxim Baz,6 hatte Gelegenheit, den Bundeskanzler Schober zu sprechen, der ihm den Standpunkt der österreichischen Regierung bezüglich der westungarischen Komitate auseinandersetzte. Der Bundeskanzler erklärte, er zweifle nicht daran, daß Ungarn für die Zwischenfälle im Burgenland verantwortlich gemacht werden könne, und sagte Weilers: „Nach meiner Ansicht kommt die Haltung Ungarns einer Vergewaltigung des Völkerrechtes in flagranti gleich.' Sie richtet sich nicht nur gegen Oesterreich, sondern auch gegen die alliierten Mächte. Ungarn besitzt eine wohlausgerüstete Armee, während Oesterreich abrüsien mußte." Nach Worten des Dankes gegenüber der Entente für den in Budapest erfolgten Schritt schloß der Vuudeslanzler: »Die Stunde ist Zu ernst, denn wenn die Angelegenheit so bestehen bleibt, dann ist es um den Frieden in Mitteleuropa geschehen." Mitteilungen ans dem Publikum. psäßLMÜs«, üSolel Äs fiiauff und verkauft «so FBiirafcenstöiai, 88», TafoorsfB*« 39 Esst p8iBissh8 Life Koafprobon grati» 11! Kormitan Ponte«, Wien VI. Gnmpendorfontrftue Nr. LS EegenmSntel -» En gros billigst im Wäschegeschäft Sn detaiS BBÜOEÜ SCKIFFSIANIi Wien,II. Taborstrasse48. 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Nach so fsrchkbm» strophe kan« ei« G esnndnngSprvzeß « gemäß nur langsam eintrete«, nur langsa« können Zaghaftigkeit und Zweifel am allgemeinen Können froherer Zuversicht weichen und «m langsam können sittliche Grundsätze wiederBode« gewinnen, ohne die Staaten und Völker nicht bestehen können. Umso erfreulicher wirken Anzeichen beginnender Gesundung unseres Volks- und Wirtschaftskörpers. Ein solches, und zwar recht deutliche- Anzeichen ist aber die Wien« Internationale Messe! Nur durch Auswertung aller in uns vorhandene« geistige« und physischen Arbeitskräfte, nur durch Hingabe von veredelten Arbeitsprodukten gegen die ans mangelnden Rohstoffe und NahrungSmittä könne» wir uns als selbständiger WirtschastSkörper behaupten. Export nnd Mchr geben Hand in Hand und so wird die Messe zuversichtlich ein wichtiger Instrument für die Lebensfähigkeit unserer Volkswirtschaft bilden. Mit besonder« Gemrgtmmg VeMße ich die Aussteller und Besucher aus dem Auslande. Ach darf es wohl als ein zukunftsreiches.Zeiche« wiederhergestellten Wirtschaftsfriedens und friedlichen VewerbS d« Nationen ansehen, wenn in der Mitte der heimischen auch die, Erzeuger hochwertiger Waren auS dem Auslände vertreten sind." Der Bundespräsident erklärte sodann die »Erste Wiener Herbstmesse" für eröffnet. Nach seiner Rede wurde d« BnndeSPrästdent durch die Rotunde geleitet und besichtigte dann auch die Meffträumlichkeiten in den Hofstallnngen. De« BesAch. Die Messe hatte am gestrigen Tage eine« wahren Massenbesuch aufzuweisen. Der Andrang des Publikums war derart stark, daß zeitweilig dir Tore d« Rotunde gesperrt werden mußten und sogar Ausstellern die Arbeit mit den zahlreich erschienenen Künden «schwert wurden. Der gestrige Tag bildete einen hoffnungsvollen Auftakt. Das Gelingen und der volle, vor allem' anch kommerzielle Erfolg der Messe kann heute schon als gesichert angesehen werden. # Verbot des .Doar Hajo«" ta Syrien. D»e syrischen Behörden haben daS hier erscheinende hebräische Tagblatt „Doar Hajom" >m Bereich deß französischen Mandatgebietes v e r b o t e u. (I. C. B.) GerichLsfMl. Ein ntntv BaNdenangriff. Wien er - Neustadt, 11. September. - u. M.-Ztg.") Hsr-re haben absxmals u;»c?arifchs Vsuden einer. Einbruch au? öflerrcichrfcheS Gebiet «nteensnirne«. Sie überschritten bei K.rchschlag die Grunze rmd drangen in diesen Ort ein. Nach ürrrzenr Kampfe gelang es jedsH, die ungarisch e« Bauden zurück: zu schlagen, so daß das Ssterreichifche Gebiet hier vo^ Augsrn vollständig gefLulert ist. Italien fchickt Truppen. P <r v i sP 11. September. („S. u. M.-Ztg.") Ans Nom wird berichtetr Me italienische Negierung hat in Wien wissen lassen, »'atz'sie bereit sei, in den zwischen Öeftsrrsich und Ungarn bestehenden Konflikt einzuareifen und Truppen nach Weftu n g a r n zu schickten. Eine weitere Meldung besagt, daß die ersten italienischen Truppenkontingente bereits ab gegangen seien. _ Die KahirreLLskrise ln Bayern. München, 11. September. Die Korrespondenz Hvssmann meldet: Nach dem Beschluß des ständigen Landtagsausschusses von gestern, SamStag nachts, sollte sich die bayrische Negierung gegenüber der ReichSregierung bereit erklären, d« Aufhebung deS AusnahmSzustaudes in Bayern Näherzutreten, wenn die Verordnung deS Reichspräsidenten über die Zeitungsverbote entsprechend den Beschlüssen veS ständigen Landtagsausschusses abgeändert werde. Die bayrische Regierung hat heute beim ständigen Ausschüsse noch den Zusatz beantragt, daß der Aushebung des Ausnahmezustandes dann nähergetreten werden soll, „wenn die Verhältnisse es gestatten". Dieser Zusatzantrag ist in der heutigen Sitzung des ständigen Ausschusses mit Mehrheitsbeschluß abgelehnt worden. Deshalb treten Ministerpräsident Dr. v. Kahr und Justiz minist er Dr. Roth zurück. Der Mmisterrat wird morgen zusammentreten. Die polnische Regierungskrise. Warschau, 9. September. (Funkspruch.) Auf Grund der unter dem Vorsitze des Laudmarschalls Trampozynski abgehaltenen Besprechungen wurde l-.'iu Führer der nationalen Volkspartei Abg. Glombinsti die Bildung des neue» Kabinetts anvertraut. Dieser erklärte, die Kabinettsbildung nur dann annehmen zu können, wenn sein Kabinett im Landtag die Mehrheit erlangen würde. Ein» endgültige Entscheidung kann daher vor Eröffuuua des Landtages nicht getroffen werden. Äy^unft. des iLarLenischeR Autzen- ' ' Mluisters in Wien.., Heide üülr üai der itab-n sche Minister des ■Utu'itxn Wlax* chrse beüß T o r r t t t a im Südbalrnhos ein. Der rtaliemsche Minister deS Amßern «urde vorn BundeSkancker Schober begrüßr, der mit dcm Vorstand der Präsidialkanzln de? Außenamtes MlylsjeriatsekreiLr Dr. Duffek rm Bahnhof erschiene» war. Im Aufträge des Bundrspräfidenlen Dr. H a r « , s ch hatte sich Ministerialrat K l a st e r s k h zur Begrüßung ein- ^gefunden. Marchese della Torretta und Vandeskanzler Schober fuhren dann m die rtalientsche Gesandtschait. wo der italienische Minister des Aeußern wahrend seines für ernige Tage festgeützten Wiener Aufenthaltes At^ieigguartirr genommen hat. * Die Ersfsrmng der Wiener Messe. Gestern fand unter außerordentlich starker Teilnahme in- und ausländischer Kreise die Eröffnung der Wiener Messe statt. In den ersten Vormittagsstunden erschien Bundespräsident H a i n i s ch in der Rotunde, begleitet vom Bundeskanzler Dr. S ch o b er, VizekanzlerB r ei sky, der Bundesminister für JnnereSDr. W a b er, dem BundeSminister für HandelDr. An g ere r, dem Justizminister Doktor P a l t a u f, Bürgermeister Reumann, die, nachdem der Kaufmännische Gesangverein einen stimmungsvollen Choral gesungen, vorn Präsidenten der Wiener Messe Kommerzialrat Hochmuth mit einer Ansprache begrüßt wurden. Der Bundespräsident eröffnete die Messe mit einer Rede, in der er unter anderem sagte: »Die Erschlaffung der Schaffenskraft im Vereine mit d« Unsicherheit in Handel und Verkehr ließ für die Entwicklung des Wirtschaftslebens unseres seiner natürlichen Hilfsquellen fast vollständig beraubten Vaterlandes das Konzertburean des „Haruach“ Carl-Theater Samstag den 17. September 1921 um 3 Uhr: Mitwirkende: Das jüdische Lied Mali Picon Direktor Kalich vom Jüdischen Theater in Boston und Mirra Sokolskaja IDie Karten sind erhältlich: An der Tageskasse des Caritheater, Buch handlang R, LÖwit, I., Rotentiirmst'-assc, und an den Kassen der „Wiener' Morgenzeitung“, II., TaborslraRse 1—3. 016 BanknotenfLlfchsr vor den Geschwornen. Bor dem Schwurgericht haben sich heute der ^9,-ihrige i'.üibbinaiskaudidat Hermann Frankel, der 46jLhrige' Elemdrira'maschlmnmeister Rudolf MoSbeck, dessen Gattin, die ütjährige Marie M o S b e ck. der Löstihrige Steindruckrrgehilf» Franz I r r z a b e k und der Uirhograph August C z e l o t h wegen de8 Verbrechens der Verfälschung öffentlicher Krediipapiere. endlich dir 17jährige Schwester deS Erstangeklagten Ella F r ä »k e l wrgm Mitschuld an diese« Brrhrechen z« verantworten. Die Anklage vertritt DtaMavwalt Dr. K rar(i t; «“du Berteidignna teile» sich St»atSa»walt a. D. D». P r e «H no e r, Dr. P r e ü b u r g e r, Dr. T r i r i ch, Dr. N » b e nt; ch n e r. Dr. U n g e r «nd Dr. K o b l e r. Im Mai 1981 gelangte dir Polizei zur Kenntnis, daß im »V. Bezirk, Webrgaffe 31, in der Wohnnng der Ehelente i lf und Marie M o s b e ck vnaestempelte Banknoten mit einem falschen Banlnoicnstemvel versehen werden. Am 25. Mai fand in der genannten Wohnung eme HanSdurchiuchnng statt, wobei ungarische falsch gestempelte Kroneunoten in betrLchtiichcr Hohe, ferner jugoslawische, rumänische und verschiedene mcht in Päckchen geordnete deutschösterreichische gestempelte und ungestempelte Banlnotrn aestmden wurden. Auch verschiedene FälschmrgSwcrkzeuge, wie mri uiihographiesteine mst je einem deutichösterrelchischen Bankvotenstempel, drei Litliographiestrine mit je emrm ungarischen Banknotenstemvel Ww., wurden entdeckt. Angcstchts dickes Fundes leatm Rudolf und Marie Mos- Heck alsbald ein Geständnis ab. Aul Grund desselben wurde testgestellt, daß die Brüder Feiwrl und Hermann F r ä n k e l über einen großangelegten Apparat zur Erzeugung falschgestempelter Banknoten verfügten und daß sich diese ihre Tätigkeit bis rn den Sommer 1920 zurückerstrrckte. Hiezu bedienten sie sich der Ehelente MoSbeck sowie de« Stemdruckers Franz I e r z a b e k und deS Lithographen August C - e l o t h. . , Ella Fränkelist beschuldigt, dem Jerzabek itf Austrag ihres Bruders Feiwel einmal 50 Stück ungestempelte Tanscndkronennotev, die sie an ihrem Körper unter Hemd und Bluie versteckt hatte, und k«rz darauf weitere 5V Stück solcher Banknoten zur Fallchstcmpeluna überbracht z« haben. , Jerzabek, Czeloth, Rudolf und Marie Mosbeck sind der ihnen zur Last liegenden Banmotensälschung geständig. Feiwel Fränkel ist flüchtig und konnte bisher nicht auSgejorscht werden. Hermann Fränkel leugnet, an der Banknotenfälschuna teilaenommen zu haben, er wird aber durch die Angaben der Mrtbeschuldigtm überwiesen. Ella Fränkel gibt nur zu, i« Frühjahr 1920 im Auftrag ihre- Bruders Feiwel ein Keine- Päckchen bei Czeloth abgegeben zu haben, doch habe sie nrckt gewußt, daß in dcm von rhr überbrachten Päckchen Banknoten sind. Die Verhandlung wird erst spät abends zu Ende geführt werden. Ueber den Ausgang derselben werden wer morgen berichten. Marie Mosbeck und Ella Fränkel weinten beim Betreten deS BerhaudluugSsaaleS heftig und mußten von zwei Gesangruauffeher» gestützt «erden, um nicht zusammenzustürzen. Wahrend der Einvernehmung der übrige» Angeklagten zitterten beide Fronen am ganzen Körper. Ella Fränkel erlitt später einen hysterischen Anfall, begann zu toben und mußte auS dem Saale getragen werden. Die Verhandlung wird erst in später Nachtstunde zu Ende geführt werden. BriefÄafteu -er Redaktio«. Sleugiertg. Diese Art von Namengebung sindet sich de. elen Böllern. Sie finde« sie schon im Hebräischen i Zwi.Arje u.s.w.-, enso bet den Germanen (Wolf u. s. w.' — Galizien. Dce eantwortnng Ihrer Arffrage erfolgt in einer der nächsten ^ontaasrmmmeru.

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