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Wiener Morgenzeitung · 1921-09-12 · Heft 944 (12.9.1921) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 944 (12.9.1921)
Date
1921-09-12
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Einzelpreis V» Krone» K0diQKL88 Ä> ,»,: &mm te kn ^UuMUm. L. SmM; X«6mm Kratze i Hl t, «£•*§• «int Wiiirtl* . Smhm LOS_ Wdt <Mh»ifnt tlvflKra mck DwkictcWkt KhmMI . Stvtam. 1M.» Wtaaatttch . ,9mm« 18.- VtntHlLHtch „ ML- P fn^PP^fWWwT^^n WWW^M *wj PtrnrtHifc . . P«MMB 70^ n wttrNbn «iMHlUb- . . Wmat «tnHtMrttch „ Üw~ Nr. 944 B-jftiHPsarttamiMPtf^&MiHwirri^riiTr «11 MwanMCMKgKpgwi Wien» Montag den 12. September 1921 Einzelpreis 2 tsch. Kr. PrL<mmerati»»SP»iWr -_»-W (öj?*®** ™ wV^HH r?r*w «—EchSSiK»»«, 9^ «—««ch .,. . . gfcre _ 9hMriMaic «oaatttch. ... SH Schwel- «.‘ta* Meie« «-«WH «—«t«ch. . .gnt»«* *.- «He«. *.«*.,*«***t5!73 %W*»l 440H8. 484X« •* «Sh»HmH-8. ]6M1 V»ftiParraffe»M«i« L».iM 3. Jahrgang Der XII. Zioiiisknkoimch. Bo« unserer Karl KarlSbad. 11. September. Die 17. Sitzung des Kongresses trug nur jormalen Charakter. Sie wurde um 11 Uhr eröffnet und sofort geschloffen. Die K u l t u r b e b a 11 e ist ab gelaufen und so mutzte erst den A u ss ch ü s s e n Z e i t ein geräumt werden. Als erster kam der Organisationsausschuß zu einem Resultat, so daß die um 8 Uhr abends begonnene Plenarsitzung die Organisationsreserate entgegennehmen konnte. Die Debatte soll noch heute durchgeführt und beendigt werden. Morgen vormittags soll die Aussprache über die s i n a n z i e ll en A n g e l e g e n h e i t e n und das Budget beginnen. Oö es möglich sein wird, sie zu Ende zu führen und in der Nacht auf Dienstag mit der Neuwahl der Leitung den Kongreß zu beendigen, nt noch sehr zweifelhafte dies wird wahrscheinlich erst am Dienstagnachmittag möglich sein. Der Permanenzausschuß war heute den ganzen Eag mit i>er Fr a g e der L eitu ng beschäftigt; man entschied sich zunächst dahin, das Prinzip des K r> alt H v n s f y st e m s ' a b z ule h n e n. Die Lestttyg solle zwar Mitglieder aller Parteien umfassen, dock ist für ihre Mahl nicht der Wunsch der Partei, sondern die persönliche Q u a l i f i k a t i o n maßgebend. Der Permanenzausschuß. auf dessen Tisch Me Beschlüsse aller Kommissionen zusammenlaufen, ist liusächlich in Permanenz. Er hat die Nacht auf heute durchgearbeitet, heute tagsüber sich nur eine kurze Pause vergönnt und fitzt jetzt wieder beisammen. Er muß die Arbeit aller anderen Kommissionen kontrollieren, E n'g leisungen und Kollisionen verhüten, die Leitung nomil-!ercn und sämtliche Personenfragen durchberaten. Er hat nicht nur diese Sorgest, sondern muß auch noch die Tagesordnung des Kongresses im Einvernehmen inst dem Präsidium regeln. Heute abends bat er. um ein Bild der vorhandenen Strömungen zu erhalten, eine P r o b e a b st i m m u n g über sämtliche!dr die Leitung vorgeschlügenen Personen durchgesührt. An den Arbeiten dieses Ausschusses läßt sich erkennen, iric sehr die Organisation in die Breite gegangen ist. Alle rwlitischeN und sozialen Probleme der Welt ivielen in ihr Tätigkeitsfeld hinein. XVIII. Sitzung. 11. SrVtembcr. 8 Nhr abends. Vorsitzender Dr. Mozkirr: Das Thema des heutigen Abends sind die Fragen der Organisation, respektive Reorganisation. Mitglied der Exekutive Dr. Lichtheim (London): Wir gehen an die Erneuerung des zionistischen Organisationsgedankens. Zum ersten Male haben wir bei diesem Kongreß eine Zahl von Schekel- .ahlem —- 770.000 — die uns berechtigt, als die Repräsentanz des jüdischen Volkes nor die Welt zu treten. Wir muffen die Formen unserer Organisation an die geänderten Verhältniffe anpassen. Der Schekel hat durch die Vermehrung unserer Anhängerzahl auch eine-praktische Bestimmung erhalten. Mir würden aus den Schekelzahlungen die gesamten administrativen Ausgaben. denen Können, wenn die Valuten friedensmäßig wären. Ueber die wesentlichen Bestimmungen des neuen Statuts sagt Redner: Der Kongreß wird a l l e z w e t (F a hre zusammentreten, das Aktionskomitee wird aus 25 Personen bestehen. Die Neuregelung des Verhältnisses der Landsmannschaften und Föderationen ist ebenfalls erforderlich. Wir müffen beide Prinzipien organisatorisch verbinden. In der Frage der Neuordnung der Leitung befinden wir uns in einer schwierigen Situation, well die praktische» materiellen Ausgaben starker in den Vordergrund treten müssen, int Gegensatz zu früher, wo mehr lnganistrta-.jschx GcsichT-prückre ins Gewicht fielen )V>r Yr -.i c»n >v o r o c u b c r Staat uub dam« «ouirru mit die leitend«» Perjosen so »bader Redaktion. wählen, wie ein Ministerium gewählt wird. Wir müffen Parteivorstand und Ministerium zugleich in unserer Organisation haben. Die sogenannten Fachleute, nach denen die zionistische Oeffentlichkeit schreit, find ein Phantastegebllde, da unsere Beauftragten zugleich auch politisch zu arbeiten haben, da wir ja nicht die feste Position eines bestehenden Staates haben. Die Leitung muß oondemKo n g r eß gewählt werden, der ihr dadurch volle Legitimit8t und Autorität gewährt. Üeber den Sitz der Leitung gehen die Meinungen auseinander. Viele wollen, daß die Leitung nach Palästina überführt werde, doch wäre die Aeberführung im heutigen Stadium ein folgenschwerer Irrtum, da die politische und finanzielle Arbeit weiter von L o n d o n aus verrichtet werden muß, so daß eine Tellung alles eher als nutzbringend wäre. Dagegen brauchen wir einen besseren A d m i n i str a t i o n s ap p a r a t in Palästina. Die dortige Verwaltung muß in kolonisatorischer Hinsicht weitestgcl)ende V^l!macht 'besitzeN.- Esmust eine Reihe von Ressorts in Palästina geschaffen werden, die von verantwortlichen Männern geführt wird. Folgende Ressorts find gedacht: 1. ein p o l i tisch e s Reffort. 2. ein Ressort für Schulen und Unterricht, 3. ein landwirtschaftliches Ressort. 4. ein städtisches Reffort (für Häuserbau, Gartenstädte, Hypothekenbank). 5. ein Handel s- und I n d u st r i e - Appartement, 6. ein Ar b e i t er r es s o r t (Einwanderung), 7. ein Ressort für s o z i a l e Fü r s o r g e, L ein Ressort für Finanzen. Die Institutionen in Palästina (Banken und Gesellschaften) müffen in einen organischen Zusammenhang mit diesen Refforts gebracht 'werden. Die Lei t u n g als solche muß in London bleiben. Sämtliche Finanzinstitute müffen fich am Sitze der Exekutive befinden. Auch der Jüdische N ati o n al f o n d s soll nach L o n d o n verlegt werden, die Jüdische K o l o n i a l b a n k sollgew a l t i g ausgestaltet werden. Wir sind unter dem Eindruck eines inneren Kampfes zum Kongreß gegangen. Es hat sich vielleicht um das Bestehen der zionistischen Organisation überhaupt gehandelt. Diese Meinungsverschiedenheit erscheint ausgetragen und dieser Kongreß wird die Marschroute bestimmen. Die von amerikanischer Seite beanständete Diaspora-Politik ist ja von Ihnen selbst seinerzell beim Kampf um den Minorllälenschutz gebilligt und unterstützt worden. Solange wir mit Ernst an unserem wahren Ziele — der Wiedergeburt der jüdischen Nation in Palästina — festhalten, müssen wir . in Kampfstellung gegen das assimilatorische Judentum bleiben. Deshalb können und dürfen wir mtf die weltumspannende Organisation nicht verzichten. (Lebhafter Beifall.) Die Organisation muß die Mlltel und Kräfte für Palästina sammeln. Es ist ein Irrtum, zu glauben, daß eine Einladung an das Judentum genügt, um es "zu Leistungen für Palästina zu bewegen. (Beifall.) Der Referent des Organisationsausschusses ' Dr. EmN Margnlies: Die Reorganisationskommission hat an der von der Exekutive vorgelegten Reform des Organisationsstatuts nur wenige Abänderungen vorgenommen. Das Wort ^Verfassung" anstatt „Statut" wurde abgelehnt, da die Zeit hiesür noch nicht gekommen ist. * Ler Kongreß tritt hü: ,:';cubv in die Mnn'.mung über das tvein. Ls wird zunächst kefchloffeu, vo» ein« Geueralveballe Abstand zu nehmen und die Bestimmungen des Statuts, welche sich von den früheren nicht unterscheiden, aus der Debatte überhaupt auszuscheiden. Es wird also nur eine Spezialdebatte über diejenigen Bestimmungen abgeführt, welche Veränderungen aufweisen. Das Organisationsstatut umfaßt in 76 Paragraphen 8 Teile, und zwar: 1. Mitgliedschaft, 2. Organisation. 3. Verwaltungsperiode, 4. Einkünfte der Organisation, 5. Revisoren, 6. Kongreß- und Ehrengericht, 7. Statutenänderung, 8. Schlußbestimmungen. In § 1 wird das alte Basler Programm wiederholt. Der Referent verliest nun die einzelnen Paragraphen von weniger entscheidender Bedeutung. Es wird in kurzem Wege abgestimmt und es entwickeln sich nur bedeutungslose Zweiminuten-Debatten. Die Bestätigung des § 6 über die Gefamtlellung der Organisation wird zunächst zurückgestellt. Der § 13, wonach jeder Landesvorstand Listen seiner Vereinigungsmitglieder zu führen und der Exekutive mllzuteilen hat, wird überhaupt gestrichen. Die Frage der Sonderverbände erregt Widerspruch. Laut Statut sind 20.000 Schekelzahler zur Gründung eines Sonderverbandes berechtigt. Bei der Abstimmung wird der Antrag gemäß der Vorlage der Kommission «»•. genommen. Die Organisotionsdebatte hat das lebhafteste Intereffe des Kongreffes erregt. Der Saal und die Galerien sind voll. Es ist beabsichtigt,- unmittelbar' nach, Beendigung der Organifationsdebatte mit der Aussprache über den K e r e n H ä j es so d zu. beginnen. Wenn dies gelingt und diese Debatte noch in der heutigen Nacht zu Ende geführt wird, wäre es möglich, den Kongreß morgen nachts zu schließen. 7*12 Uhr nachts. Die Sitzung dauert fort. ff Gestern abends fand i» Hotcl Savoy ein Diner statt, an dem alle jene Mitglieder des Kongresses terlnahmen, die beim, ersten Kongreß im A u q n st 1897 in Basel Delegierte Wesen waren. E? waren 26 Herren erschienen, den Vorsitz Präsisent S o k o l r> w. Den Abend rröffnete Profestor. Marburg. Es sprachen die Herren Joffe, Justizrat Dr. B o d e n h e i m e r, Dr. Mayer-Ebne r. Doktor^ S ch a l i t (Wien), Dr. K a h a n-B e r n st e i n (KischenmL der litauische Minister S o l o w e i t s ch i k, ferner als Gaste Kurt B! u m e n f c l d (Dertin), Dr. F e i w e l (London) »nd W i l e n f k y. Die Entente schreitet gegen Horthq ein? Eine Note der BotschasterLonferenz. Paris, 11. September. (Havas.) Die Bytschafterkonferenz richtete an den ungarischen Gesandten in Paris eine Note, worin festgestellt wird, daß die von Regulären oder Teilen ungarischer Regulärer in den westungarischen Komitaten begangenen Akte von Gewalttätigkeit die ungarische Regierung nnmittelbar mit der Verantwortlichkeit belasten. Die Note fordert die ungarische Regierung auf, die beiden Zonen Westungarns zu räumen, und fügt hinzu, daß für den Fall, als Üngarn in seiner Haltung beharren sollte. Strafmaßnahmen insAuge gefaßt werden würden, um die Durchführung des Vertrages von Trianon zu sichern. Das Ergebnis der Konferenzen zWischen den Kanzler nnd der GeneraLsMisfion. Die Unterredung zwischen den Mitgliedern der Interallierten Generalsmission, den Generalen Ferrari ch Gvrton und- Ham ei in, und 'dem Bundeskanzler Schober, die heute in Langcgg an der ungarischen Grenze stattgesunden hat, bot Gelegenheit zur gegenseitigen Aufklärung nnd zu eurer eingehenden Erörterung der durch die Zurücknahme der österreichische» Gerldarmerir geschaffenen Lage. . Der Bundeskanzler hat in seinen AuSsührungendaS größte Gewicht auf die eheste Durchführung der FriedenSbedingungen durch vollkommene Räumung der BnrgenlandeS gelegt, angenchis der augenblicklichen Sach läge aber außerdem bis zu der hoff lün-.l, baldigen Klärung die notwendige Siche'.:..-? der a; xü ft ex rcid^i j ciu'.r Grün «aiaitai «G » bin« , ZWjvM feiitaMfc £*-

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