Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 943 (11.9.1921)
- Date
- 1921-09-11
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
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Nr.. 94L Wien. Sonntag• Verstellung des ' erforderlichen Betriebskapitals ©otße zu trage«. Soundsoviel Land muß für die Zwecke der neuen Änsiedlung angekauft, soundsoviel Pflanzungcn müssen angelegt werden, um dessen erfolgreiche B»siedlung zu ermöglichen. Die hiesür notwendigen Summen müssen folglich innerhalb der gesetzten : Frist' zur Verfügung stehen! ,' In erster Linie werden für diese Geldleistungen wohl diejenigen heraugezogen werden müssen, die ihre eigene Ansiedlung austreben, vielleicht in der Form, daß sie das fürs sich notweHbige Zand ankaufen, sodann dem Jüdischen Natj-onalfonds ^übergeben, der es ihnenwieder in Erbpacht überläßt. In zweiter^Linie werden die Verwandten u»fc Fr eunde der Ansiedler diesen bei der Beschaffung des nottvendigen Bodens durch den Jüdischen Natioiralsonds behilMch seip müssen. Und schließlich wird es Aufgabe jeder einzelnen Ortsgruppe, jedes einzelnen Bezirkes sein, die Komplettierung des-ans ihn entfallenden Kontingents pünktlich und gewissenhaft durchzusühcen. Der J a a r A n st r i a, tveLher ursprünglich bloß als isoliertes Ausforstnngswerk der österreichischen Judenschsst zur Ehrung ihres Führers Theodor Herzt gedacht und dessen Anlage auf einem Terrain am südwestlichen User/ des Tiberiassees geplant war, soll nunmehr in den 3l«hMen der -zu schaffenden Kolonie Oe st e r> reich einbezogea nvechen. Daher, hat die W«iltkonserenz des Jüdischen Nationalfonds auch zugestimmt, daß mit seiner Pflanzung bis zur Ermittlung de.r geeigneten Ländereien für dse .geplante Kolonie gewartet' werde. Es ist wohl zu hosfen, daß das jüdische V'lk in Oesterreich di«se Frist dazu benützen wird- 4>ie Sämmtüngenp.sür diesen Wald mit verstärkter Energie und neuer ,Begeisterung fortzuführen. Denn jetzt ist -es ja nicht nkehr. unser Wald in dem Sinne, daß er unseren ÄaMem trägtnicht viel mehr unser Eigentum, als die Oelbanmhaine und -gärten früherer Zeit Eigentum derer waren, auf deren Namen sie gestiftet worden sind. Jetzt soll.der Jaar Äustti'a ja "erst in Wahrheit der ,,Wald Oesterreich", der Wald der - Oesterreicher, werden. Seine Stämme werden .> die zerstörenden. Stürme . abhalten, die die Pslanzüngen unserer- Landsleute bedrohen könnten. Sein Schatten wird Schutz sein für die blühenden «Gärten der Kolonie Oesterreichs, wenn eine subtropische Sonne nach längerer regenloser Zeit sie verdorren lassen könnte. Unter seinen Wipfeln -werden die Siedler unserer eigenen Landsmannschaft Ruhe und Erholung nach ihrer schweren Arbeit finden, seine Kronen und Wurzeln werden das Erdreich feucht und fruchtbar erhalten, das vielleicht später -einmal selbst zu gärtnerischen Kulturen wird herangezogen werden. Jeder, der sich an der Schaffung des Jaar Austria beteiligt, muß von mm ab-wissen, daß er vielleicht seine vd er s einer e igle neu Kinder Zukunft durch diese Arbeit schöner gestaltet. ... Aber auch -gewisse materielle Gründe sind maßgebend dafür, daß die Jaar Austria-Sammlung in nächster Zeit außerordentlich beschleunigt werden muß. Es dürste ja bekannt sein, daß infolge unserer 'nngünstigrn ValutaverhMnisse der EinhcitsWis von 100 Kronen..keineswegs für die tatsächliche Pflanzung eines Baumes cmsreicht. Der Fehlbetrag auf die wirklichen Pslauzungskosten wurde bis jetzt aus den Speudensonds valutastärkerer Länder, gedeckt, ein Vorgang, der auf die Dauer natürlich nicht haltbar ist und auch tatsächlich mit dem 15. September sein Ende erreicht. Nur bis zu dieser Frist wird es dm österreichischen Zionisten Möglich sein, mit verhältnismäßig geringen Beträgen großen Nutzen für ihre Kolonie zu sLften. Nach dem 15. September wird die bisherige Unterstützung ans ausländischen Geldern Wegfällen und die gesamten Lasten auf die Schultern der österreichischen Spender überwälzt werden müssen. 'Ab 15. September kostet ein Baum ini Jaar Austria 500 Kronen. Die Zentrale des Jüdischen' Nationalfonds für Oesterreichist gegenwärtig, damit beschäftigt, die vorteilhaftesten Methoden ausfindig zu machen, mit deren HNfe au die Verwirklichung des aussichtsreichen Projekts, der SHafsung nnseeer „Kolonie Oesterreichs, her au ge treten werden könnte. Es ist wohl selbstverständlichdaß auch alle übrigen Freunde des Nationalfonds sichintensive mit diesen Gedanken beschäftigen und geeignete Vorschläge der Sammelstelle für Oesterreich bekanntgeben werden. Wenige Tage nur noch dürfen der Beratung und Ueberleguug gewidmet sein, dann beginnt die Ar'beit zur. Durchführung der gefaßten Beschlüsse. Halte si ch je der bereit! Otto Schick. Der Jude, der nicht gemeint ist. Wir kennen ihn alle ganz genau, ist er doch in der großstädtischen Jndenschaft, insbesondere in Wien, eine der häufigsten Erscheinungen. In der Regel lebt er in einem äußeren Bezirk, führt einen nichtssagenden Namen, hat eine gerade Nase, bekleidet irgendeinen neutralen — zumeist mit einem hübschen Titel verzierten — Beruf und hat vom Antisemitismus nichts, aber auch nicht das Geringste zu leiden. Wie man daS im Wien der Gegenwart zustande bringt? O, das Rezept ist' sehr einfach: Alles, was über Juden gesagt und geschrieben wird, das geht den Neutralen nichts an. Brüllt man auf. der Straße Schmähw-orte hinter seiner Gesellschaft drein, so sind immer die anderen gemeint, zeigt nian mit Fingern auf' ihn, so dreht er sich um, wer denn hinter ihm geht und wem das Höhnen und Schelten gilt. Antisemitische Exzesse, die offiziell anerkannt sind und sich nicht wegleugnen lassen, mißbilligt der Unerreichbare wohl mit bedächtigem Kopfschütteln, kann aber doch nicht umhin, zu bemerken, daß zu meist auch aus Seite der Angegriffenen ein guter Ml der Schuld liegt. Dem: würden sich die Juden immer bescheiden und gebührlich betragen — aber leider müsse man ja sagen — die Feinde-machten ja auch Unterschiede, so sei ihm zum Beispiel, iM, Mch nie dergleichen passiert. Der Jude, den cs nicht angeht, lebt mit den grimmigsten Judenfressern im besten Einvernehmen. Das LMt. ife MilMev. lmd dis arfteM. semeint, und Wiener WWMMM 11. SsptyMer 1934 Seile 7 Xinartäfer<£$ Co.~ ‘ ‘ 16., lerciv.rifeuiernürl'cl 29 $*»*•*- Zu erreichen mit Linie 46, 8, 18 168 kommt es einmal zum Dreinschlagen, so hat der kluge Mann schon längst vorher das Weite gesucht. Warum sollte er sich mit dem rohen Pöbel einlasseu? Ihn kümmert der Konflikt ja nicht und über ö^Mrsdruckssorrn der Straße ist er natürlich „erhaben". Also, LHy-en zn-rücken und sich sagen: Laß „tfie Juden" (so spricht der Wackere gewöhnlich von seinen Äiammesgenossen) ihre Angelegenheiten allein in Ordnung bringen. Auf diese Art bringt es der Jude, der nie gemeint ist, auch dazu, jene Sommerfrischen zu besuchen, die ihre antisemii tische Gesinnung bis zur äußersten Möglichkeit, bis zur be-! wußten. Stampiglie bekunden. Zwar steht auf diesem Stempel l klar und deutlich zu lesen, daß Inden das BetrOen des Gem<ÄndHebi»tes verboten ist. Aber das Üstrifst nur die andv»en, er ist nicht darunter verstanden. Während jeder natürlich Empfindende mit seiner Selbstachtung unvereinbar finden wird,- sich .ohne zwingenden Grund irgendwo emzudrängen, wo man ihn nicht will, setzt der Jude, der nicht gemeint ist, einen gewffßm Stelz darein, Orte auszustlchen, die über ihre Gehässigkeit keinen Zweifel gelassen haben. Befriedigt erzählt er dann auf Befragen, daß er, er für seine Pseson, vom Antisemitismus aber gar nichts verspürt habe. Ja, wenn man sich eben entsprechend benimmt ... Vielleicht hat man ihn auchdank seinem schönen Titel und seiner schönen Vorsicht, für.Men Christen geyMon, jedenfalls hat uran ihn „nicht gefragt", ob er ein Jude ist, und er hatte keinen, aber auch nicht -den leidsten Grund, diesen Ilmstand den biederen Tirolern o8er Steirern an die Nase zu binden. Den .Grund haben Leute dieser Gattung nie, empfinden sie doch, jede Erinnerung an ihre Stammeszugehörigkeit als peinliche Taktlosigkeit. Und wenn die Inden geschmäht, gehöhnt und gescholten werden, dann schweigen die tapfer«» Männer sein still und - denken fest und unverwandt an die paar Ex«nplare charakterloser, genuiner, Hessenswerter Juden, die einzig und allein gemeint sind. Aber ihn, ihn bekümmert die Sache doch nicht im mindesten. Der zWeMlMkmMmfrVMhrLZe Bestand der DerKner fmipfym Gemeinde. In den näKen <uMn iürrt die BAilimr H^eHsmemde den GedMng ihres rw48wvMnfzi«lädngen Bestandes. Nach dem im Ähre 1 5 7 3 oHe Juden aus der Wssrk Bmndesbu r rcaimfefttKn Ne AwMomemderr zu ßk- ÜcM aikWört. Fkstdrich qWHNm ll, mKm Al Jahre 1 6 7 1 die ein Jahr voMß>msden WM'e DM» EMVchm vertskückien Jnd« in der A«rk ans und seither daöori das Buchen der jetzigen jüdischen Gemeinde in Beitin, dir heute etwa 12 0.0 0 0 Seelen zWt. Ißr ->tsti«e Gepräge erhielt sie durch die MoscsMendelsfohns,d« dmch sei^ BibeKbe^Ma die JMll Berlins und MtuMlands der dektschen Sprache üH der SWttft anzuschließen suchte itsib Milch seine auf des «kn koukMonellen MomeM im Judmtum gestellten?Mmunngrn die GmanzchaNon auf der Gnlchtage der EMnatiomMcrung anrqiät. Dir jüWhe Gemeinde m Berlin hc»te im Anfang des XlX. Jahrchu8d«ts bedmtcyG jÄNLWlssens^tlker. wce Z unz und ande^ aMlnd^en, weK? jülWe im Anf- [Uinn^s.fiigjA^n- Jtzre Migkeit ,st für die EntwiMng de', modenlkn juWwen AisMschaft von niKt grrilrger BrdeltUM. Die heuige gemtge Mruktur der B«Liner ind.scheu G«mi«de stt, soweit sie MSHt von de» modernen nasthnalgeistUM beemflußt kst, mw eßnkstch. Ei«e Weker»e-M»ekLote. ''Mlaßlic^ d«s Todes Alexander Wekerles erzählt ein Mitarbeiter des „Mult es Jövö" die folgende Anekdote: Wekerle liebte die Juden und unter- Mit sich gerne nrrt ihnen in wipiger Weise. Mein» Vater war Wehhändler und kam' des öfteren nach Danos, dem Gute Wexerles, um mit ihm wegen Ankauf des ausgemusterteu Viehs zu verhandeln. Dieses Geschäft pflegte er immer persönlich abzuivickeln und die Verhandlungen selbst zu führen. Mit meinemt Vater sprach er immer deutsch und lud ihn des öfteren zu Tische ein. Bei einem solchen Geschäftsanlasse kam» mein Vater einmal mit einem anderen jüdischen Kaufmann zusammen zu Wekerlv. Der Geschäftsfreund meines Vaters war jedoch sehr fromm und hielt auch die Speisegosetze mit peinlichster Genauigkeit ein. Ms das Geschäft mit Seiner Exzellenz abgeschlossen war, wurden sie von Wekvrle zu Tische geladen. Mein Vatetr. kam dadurch in nicht geringe Verlegenheit, denn er wußte,-daß sein Geschäftsfrmnck nur Koscher esse, und teilte dieseseine Bedenken W-sterle mit. Exzellenz, der Horr Schwarz ißt nur Koscher. Weierle lächestte und antwortete, ohne nachZudenken: — Bei mir kann man auch' Koscher speisen! Si-ebekommen (Mr, Äutte-r, Milch und Brot. - Tatsächlichwürde für Schwarz in funkelnagelneuem Geschirr gekocht und die Speisen aufgetragen. Nach dem Mittagmahl bemerkte Wekerle herzlsthf lachend zu,Schwarz: — Der Herr Pollak hät gut gegessen und sie haben Koscher gespeist uud mir-wird der liebe Gott dafür ein Bnmmerl zuscha'eiben. Die kleine GeseAschast blieb dann noch in leichtenr! GesMäch boi L»»vr giNen Ziga^e boisammen. Wr die Wiener Hnkoah. Mn. Don««Mag aberW8 aab das Dammlomitee dcs Sport«- llnb HMrah mit Frau flhrettor W « chsl e r-Wien urid Frau Dv E p st e i n»New-Uo»< an der Spitze in. Kailsbad im Hotel Pamdiis ein Souper für die amevckaviMe und engl.sche DelcgAtto«, b» wT«b»m über die TatiMt der Halvah bcticlrci wurde. Gr spRrAen du Herren Direktor W e ch s l e r. Dr. E P st e i n, dw Präsident der Hakoah Dr. K ö r n e r, CMredaltcnr Julius ö w y. Mtnstkv S o l o w e i t s ch t k und Nev»ktcur Goldberg (Nen>Nork) Es-wurde «m bedeutende Summe für den Plahbau der Hakoah gchpendet. Der bckamite Förderer dcs jübischea Sports. Her» Wattenßerg (New-Gork), crön»c>- df- Sammlung mit e:ner Spende von 2-0 Dollar. Das besMWTahmLe VeeMSgra Noroarrs freigegeden. PsckiS. 10. NeptenM» Zu Beginn dcS KriegrL war dv's V«mögMi «K z>o»tststchcn Führers Max N oibn «, her bMunstich ungarischer Staatsbürger war, von dcr fianzösischm Rkgiemng besDvgnabmt wordm. Nordau flüchteie dann rach Spanien und kehrte erst nach dem Kliege über England ncAh Fuan reich znridk. Nanmchr bat die. f r a n z ö s i s ch t R e g i e r u u a Üb>«r Intervention der z i o n i st u »chen Oryanisatron eilten Dckl sceUcs Ve mögenZ sreigegeben. _ G»«« KAU»»*ltzei»ßtiitte delagiert. Gestern muW» Mtzlich die bisher in der Wilhelmst» Kn lerne im Prater et«blierte amerikanische Kiw.e> ausspOffmrg infolze mEitärischen Befehls in eine Schule üLerstedeln, dt» Tische, Bänke und sorLtiKen Mobilien derHeimstäM des Vereins jüdischer KinderfrLünde, weiche als AsLermieter-dep U «Weisung galt, -wurden Wsts-ach ins Freie gestellt. (Wie M«itMrMdlung der Heimstätte in di« Schule ist Mfolge -der Raumverhältnissr nmnöglich uW so isL diejenige KinderheinPcrUe, die in alten. Fachkreisen" als Muster-' h^irßtätte aalt und die nichü weniger als 2 5 0 der ärmster: jüdischen Mcher.von jM Mnflüsstm der Straße im Praterviertel sernhmlt, plötzlich' ob dach Io s geworden! Die ösfmtlichenBehörden haben hftdr. ein^n auffallende Mcmtzck an HumanMät'gezeigt. Die Militärbehörde,-bei der die Heinchlätte wohl nicht direkt eingemietet war', hatte vor einer solchen Handlung, welche die so hoffnungsvoll b-egoulveue ErMhnng einer großen Kinderschar jählings Hört, irgendwelche Vorsorge tresfsn müsidm, und die Schaöbehörden, an die wiederholt herangetro-en wurde, hätten schon längst den Umstand, daß die Schüler^hl in Mön bedeutend zürückgegangen ist, dazu benützen müWm, der Erziehung unserer Kinder in. irgendeinem Schulgebäude Raum zu gewähren. Vor allem anderen wollen wir aber das. große jüdische Publikum <mktoK-n, das sich um seine eigenen Elends linder so wmig kümnvrrt. Es ist unsäglich traurig, daß eine Jnstitn- Äon, bk rund 1200 Kinder aufs sor-gsMiqste in jüdischem G»ist» erzieht und zum Teil auch für deren lei b liche s Wohl sorgt, i-rhülge Geldmangels nicht in der Lage.ist/ die delogierte H«i«nstatte in einem der leerstehenden Prate'r- Wirtshäuser einzmnieten. Es muß j-dem Ju^en in die- Ohren mllen, daß durch seine bWherige GleichgiUrgleit eines der großen Fürsorgewerke Wiens zusammenbricht. Die Heimstätte Prater wurde durch eine Vis n^or dem völligen Ruin yahegebracht, aber fünf weitere KmderheirystättLn, zw-ü. und ein Mädchenabendheim drohen b«N2u iü' znn durch die matMielK>Not zugrunde Zu gehen. Jeder Boitritt als Mtglied zum Verein Jubischs Kinder freunde, Wien, II., Obere Donaustraße 91, jede Spende Pkft hier retten und ausbauen und gilt zugleich als P r o t e st gegen die Behörden, welche so wenig EulxegcnHsmmen zu kennein scheinen, wenn es jüdischen Kindern gilt. EWe V«h«ftete BaMnsteR- und MewyeLwarkeRfäLscherbßrnde. Bei dem Buchbinder MaL'thias Mayer in Graz', Svarbersbachgcrsse 9, und bei dem Steindrucker Leopold K u n s ch k e in Graz, Schörglgasse -49, war vor einiger Zeit ein Mann erschienen und Hatto sich beiläusiZ' angefragt, ob-man ihrn' nicht jugoslawische Flugblätter. Herstellen könne-, die aus politischen Gründen, aus' Anlaß des Thronwechsels im Königreichs. S.H. S. benMgt würden. Die beiden Geschäftsleute «traten-, ahnungslos mit dem Mann in Fühlüng. EF hatte, sich B lo ch genannt und als seine Adresse -die einer Frau Bloch in Wien angegeben. Da es sich uin eineir größeren Auftrag handeln sollte-, fuhren die Gräzer' Geschüstslenße zu Besprechungen nach- Men; sie. kamen hier mit dem Herrn Bloch zusammen und allmählich rückte der Mann mit der Wahrheit heraus; nicht um» FlngZettel handle es. sich sondern' darum, daß ein Konsortium eine Druckerei zur Herstellung ge fälsch-- ter tschecho-slowakischer- Bankn v tem zn 5 Kronen und r u m ä n r s ch e r S t e m p e l m a rken zu 3 und -10 Lei suche,'d^s'.HDschäft'.sei führ einträglich, denn die Stempel würdenzu. 60 -ProzenH des NominalweEs übernommen. werden, so daß ein .namhafter Gewinn in Aus sich t stehe. Dabo n wollte?^ die beiden Geschäftsleute 'freilich-.'Ächts^s wissen,' :sir'- ließen sich a-er nichts merken und erstatteten bei dev Gr-azer Polizeibehörde, die Strafanzeige -gegen den Fälscher. Die Gr<yer Polizei leitete den'Äkh nach Wien und im SrcherheitZbureau befaßte sich' durch längere' Zeit Oberkommissär Dr. Pleininger mit der Ausforschimg der Fälscher. Mit den Erhebungen wurdeu die Kriminalbeamten der Partie düs Inspektors Lorenz betraut. Nach tagelangen Beobachtungen und unauffälliger Verfolgung kamen sieauf die Spur de'^ Fälscher und hatten den Erfolg, sie. fast ausnahmslos zu uerhaflen. >Der uäch Graz e-ntsendele Emissär iffci der 38jährige Handelsangestellte Leo Bloch, z-i Stanislan geboren. Bloch war schon am 10. Juni vorigen Jahres unGer dem Verdachte der Herstellung' falsch abgestxmpelts-r tsihM^skowaAMr LariZvoten