Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 938 (6.9.1921)
- Date
- 1921-09-06
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Jtr. 93$’* Wien. Dienstag feiert. Held konnte ich von Palästina aus nicht beschaffen. (Redner spricht fort.) j Nach der Uede R u p p ins, deren Schluß wir Nachträgen '.toetvep. wurde die Sitzung geschlossen. Am/ - Nachmittag folgten nach einigen Rednern die Anträge . des; P e r in a n e n z a u s f ch u f s'e s, worauf die Sitzüvg um V28 Uhr geschlossen wurde. Um 10 Uhr begann die NachLsitzung. S i m 0 n,. stffd de L i e m e verzichteten auf das Wort. Im HeUaüfe der Aussprache ergriff S 0 k 0 l 0 w das Wort und, verlas folgende ' Begytttzungsdepesche Herbert Samuels: .Ich sende meine^ Herzlichsten Grüße an den Zionisten- Kongreß, dem die Bedingungen zu seinem Zusammentreten gegeben'sind.' Ich vertraue darauf, daß seine Beratungen zu/ $ 0 rschritt und Frieden in Palä str n qi fuhren werden, denen meine Bedtühungen' gewidmet sind. Herbert Samuel." (Beifall. Protestmfe bei der Linken. Großer andauernder Lärm.) : : - ^12 Uhr nachts. Die Sitzung dauert fort. Eine?lede des Dr. Thon. . Aus der Fre tog-Sitzung ist noch die groOe bebräische Rede des Dr. Th o'g'äüS'.'Krakau nqchzutragen. Er führte aus Das jüdische Volk war acht, Jahre lang beinah?/stumm.. Dieser Kongreß 'oll wieder der' Mn»d des Volkes sein. Aber dann müssen wir den Mimd west.auftirn n»d klar reden. Es ist kein Zwcrfil, die, erste Empfindung ist. das; sich nt. der Monistischen B.'wegnng nngchcucr viel. gelindert' hat. Vielleicht st diele nicht , io sehr in die Ticfe üls in, h.e B r e i t t g gangen. Wenn S i m 0 n scstern hier von der klemn Oiganiation gesprochen hat, so hat er die Ausdrpck,s.we st' .der Vorkriegszeit angewende'. Heute, wo eine Menge von'sogar nach physiologischen Gesetzen reifen Menschen in'der Starke von . . - 800»,000 Munn mit e ncm'organisierten Willen unter der zionistischen ssahne steht, ist das imckerhiil «im ungeheure K r a t 1. Ich erwähne di.se Acußexlichker't Nur. dctzwcgen, weil ich daraus folgere, daß wir uns dieser Kr.rft bewußt werden sollen wcnn wir m t den M ji.ch t e n. v e r Han d «l n. Die B a l f 0 u r- D e'k l a tzat i ostj ist weit davon entservt, unsere Wünsche zu e iüllcn. Sie enthält,/auch einen gewaltigen logisch e n W i d e r stv r ü,ch^ -Wenn sie im ersten Teile unser b i st 0 r rs ch es Rech t ^us.Palästina anerkennt, so ergibt sich daraus d a L Re ch t »Huf. Palästina. Es wurde uns aber nur ein Recht in Päliisting eingeräumt. Daran hat auch der Beschluß von S a n R e.jn.p.festgchalten. Gestern bat hier Weitzmann mit Stolz -davori^esproche«, daß das erste Mal die Macht der GerrHtiflsrjt..gesiigt^at.' 1Lrider ist"daschtöß einc Ucbertreibmg, vielleicht eine diplomatisch nolrvcndiar. Die G-rcchtigteet kam hier nicht zuWoite. Da wir aber fcute physische Kraft haben, mußten wir uns damit bcgnügeä, was »ns gefcb^n wurde. Ader dann müsim wir mit großer Energie darauf bestehen, daß man uns nicht wieder h i n h ä l t mit"' der J8j ft jil i g u n g des Ma n d a t s. Wir n'isscn aanz-genau, idnß E n g l a n d, wo es sich um sein eigenes Jmeresse handelt, immer Mittel und Wege findet, um seinen Willrn dnrch'zusehe'n. Die Verzögerung des M a nd a't/s, '''die - Verschleppung von Sitzung zu Sitzung de?" Völkerbundes Wrrijtt im jüdischen Volke ungeheure V e t ft t m itt u ng und Zorn hervor und es kommt vor, dyß wir uns tragen. - oh man uns denn wirklich zum Narren halten will. Wir müssest der Welt sagen- Wir sind wohl keine große Ktafl, aber man darf nicht ein B 0 l k, ein so begabtes Volk, z ü r B e r. z wst i'f l u u g treiben. Eine solche Verzweiflung ist nicht nur für das betreffende Volk selbst eine Getahr!. sondern kany auch für die ganze Welt eine Gefahr werden. D'tser Kongreß, der die Aufgabe haben wird, das Mandat und d.'n Sau Nemo-Beschluß im Ramm des jüdischen Volkes zu ratifizieren, wird mij aller Entschiedenheit fordern müssen, da') das . Mandat sofort betätigt wir-. ' :; ' ' . ' In der Streilfrase zwischen der Leitung und den 31 nie r if (tn cm stehen ' wfi ganz auf der S e i t e u n s e r e r Leit n n g und sind bereit, sie in jeder Weise zu unterstützen. Was will tue astterikanische Opposition vom Schlage. B r a n- 1? Wohl nichts anderes, als dem Zionismus das entzieüeu, was bis jetzt als seine Seele galt, das n a t r 0 n a l e G esa'ich l »ndi. den Ruf nach der nationalen Weckung und Volkscrstkhuttg. Für uns' kann der Zionismus niemals bloß ein gc'chästlichcs' fdser kolonisatorisches Unternehmen sein, für "ns ist er d^r große Bewegung eine-Volkes, die Wied erbet ebung nn fVrcr nationalen Eigenart und Schöpfu kraft. Ään sagt uns immer, daß Palästina nicht E'gcnlttnt der zionistrscheir Organisation, sondern des gesamten jüdischen Polles'M-Man fordert unS auf, die Tore der ganzen Iirdischen 3Velt weit zp ösincn. Aber ist denn daS nicht der Fall? Hat je ein Mensch, daran gedacht, das Tor zu schließen? Wir baden rm'.ndr allX gerufen, die mit uns Mitarbeiten wollen, aber Sir müssen, begreifen: Wenn ich jemanden in mein HauS Milade^ so gcbe / ich! ihm nicht die'Herrschaft über rnnt Haus. Wen'.- die H:rr-en zn'-itstS kommen, so dürfen sie nicht als Beherrscher, Io: der n als G ,'st/q. s f e n mit gl eiche «Recht und gleicher P flicht kommen. - Genau so verhält es sich mit dem Ruf nach ss ä 'ch l e n t e n. Man gibt nys immer die f''Üi.ist«n N isschläge/ abec mit Ratschlägen sind wir versehen. Wir ■ v-Tpr z:~ "T.^l~rr‘Trrr~'-:—~ü"-:— - - -- Wioner MorgenzeitunK 6. September |92t Seite Momentaufnahmen vom Kongretz. Gezeichnet von HochqßWf/, Weitzmann» Präsident der Organisation. Sokolon», ' Präsident der Exekutive. wollen die Leute sehen, von denen man zu Ms spricht. Sie sollen nur kommen, die tüch'igen und pralti'chcrr Arbeiter, w r werden nie sie sicherlich ilil!n:r Arbeit finden und zu ihnen Vertrauen haben. Wir wollen nur eines haben : daß man uns nicht den Zroiusmus scines wesentlichen Inhalts beraubt. Es kann nicht davon die llr'edr sein, daß wir darauf eingehen könnten, in Palästina cirt besonderes Jude ntum m begründe^ Für uns gibt es ein einheitliches Volk. Das, was wir Diasporä-ArbeiL nennen, das ist ein integriciendcr Befiandtc.l der zionistischen Arbeit. Wir, wcckcn und oraanü'ieren den jüdi'chen Volkswilleu. Dieser Kongreß har nicht die Bestimmung, zu trennen, er hat die Bestimmung, eine große Einheit zu schaffen. Wir sind durchdrungen von dem Bestreben nach E nheit, wir werten auch die Leute, die zu uns gekommen sind, wie Simon und d c L > e m e, von uns nicht abstoßeu. Allerdings diejenige«, die m Washington und Paris geblieben s. i n d (gemeint ist die Br.rndeis- und die No rdau-Gruppe. Die Red.) haben sich freiwillig außerhalb unseres Kreises gestellt. Wenn sie etwas zu sagenhaben, dannsollensie z u u n s k 0 m m e n, wir werden sie Horen. Wir müssea uns rn unserer Lage konzentrieren. Wir können nicht auf ein Tüpfelchen Kraft verzichten, denn dic^ Lage ist schwer. Was'jetzt in Palästina geschieht)'ist-'kerädezv^h i m M e lschreiend. Wrr begegneten . dem O b e r k 0 m m i s s L r Mit Freude und Vertrauert, aber wir müssen ihm von dieser Tribüne aus sagen: Noch ist ein kleiner Rest von Vertrauen bei uns übrig, aber wenn er nicht rasch einen anderen Weg ernschlägt als bisher, dann wird dieser letzte Rest vonVer trauen verschwinden und wir wcrden von der Welt fordern, sie möge uns einen anderen Ma nn unseres Vertrauens stellen. Wir anerkennen nur einen Zionismus, der das jüdische Volk und das jüdische Land wiederbelebt. stürmischer Beifall.) These« der Wiener DorKonfervnz zum XU. Zionifte»^ Kongvetz.; I. Leitung der ziv nistifch.en Or g <rni^ sa tio n. -i.;!■'• j 1. Das Aktionskomitee ist die , Leitung der zloni^ stischen Organisation. Es besteht aus 25 bis 3 0t Mitg li ehern. 2. Das Aktionskomitee betraut aus. seiner Mitte mit der Durchführung seiner Beschlüsse eine Exekutive mit dem Sitz in London und in.Pa'llä'stina. ' '\i 3. Das Präsidium des Aktionskomitees i ist d r e iglied rig (ein Amerikaner) und tvird vom Kongreß) gewählt. v ' 4. Das Aktionskomitee tagt regelmäßig jedeNi dritte n Monat. Im Bedarfsfall oder über Ver^! langen eines Drittels seiner Mitglieder ist es außer dieser Zeit sofort einzuberufen. Zur Beschlußfähigkeit ist die Anwesenheit dev H.älfte seiner •JDfcit*. glichet erforderlich. , / ■ * . 5. Zur Durchführung der .wirtschaftlich-kolonisa^ torischen Arbeiten der zionistischen Organisation- M Palästina setztdas Aktionskomitee dortfelbst ein Amis ein und betraut mit dessen - Leitung, ein. Mitglied de^. Aktionskomitees^ - . II. Institutionen. ' '"'■'.*■‘ 6. Das Aktionskomitee bestimmt die Prinzi-^^ pien, nach denen die die zionistischen Jnstitutioneui (Jüdischer Nationalfonds, Jewish Colonial Trust) zu führen sind, beziehungsweise nach, denen die Vertreter der zionistischen Organisation in einzelnen Institutionen zu wirken haben. 7. Die Vorsitzenden der Direktorien des Nationa'f' fonds und der Kolonialbank müssen der Exekutive angehören. - " , Herr Stabsarzt D r. Mayer ist aus der österreichischen Landsmannschaft ausgetreten und hat sich dem M r 's r a ch i avgeschlosfen. Die Wiener Thesen. Die Bildung des auf dem Kongreß in Aktion getreteneir Blocks, der eine stattliche Reihe von Landsmannschaften umfaßt und dem, wie gemeldet, über 220 Delegierte angehören, ist eigentlich auf die anfangs Juli in Wien stattgefuydene, vom österreichischen zionistischctr Landeskomitee einberufene Vorkonferenz zurückzuführen, an der die meisten mittelnnd osteuropäischen zionistischen Landesorganisationeu vert.e.en waren. In organisatorischer Hinsicht wurden auf dieser Konferenz die folgenden Thesen beschlossen, tvelche, wie wir bereits meldeten, die Grundlage für die Diskussion des Kongresses über die zukünftige Gestaltung der Organisation bilden sollen. , : Möbelfabrik J. SPIRA Vien, VH.. Siebensterngasse l n. 2 Grösste Auswahl 6t9 gediegener Erzeugnisse IUaeontr.1-3j.Et. 8. Die Bestimmung darüber, welche Aktionskomiteemitglieder mit der Jnhaberschaft der Foundershares der Jewish Colonial Trust betraut und als Genossenschafter des Jüdischen Nationalfonds designiert werden, trifft der Kongreß über Vorschlag der Mrmanenzkonrmission. : ' III. Zentralkomitee und Kongr eß. 9. Das Zentralkomitee der zionistischer Welt» organisation besteht aus 100 Mitgliedern, welche über Vorschlag der Landsmannschaften ^Föderationen) vom Kongreß gewählt werden, jedoch' können dieselben von' den Landsmannschaften (Föderationen) jederzeit zurück-, gezogen und durch andere ersetzt werden. Die Aktionskomiteemitglieder haben das passive. Wahlrecht zum Zentralkomitee. Die Obliegenheiten mrd Rechte des Zentralkomitees bleiben die gleichen wie 'bisher. 10. Der Kongreß tagt alle zwei Jahre: ' IV. Penttancnzkommissi on und Sonstiges. 11. Die Permanenzkommission wird derart gebildet, daß die einzelnen Landsmannschaften (Födera^i tionen) für je zehn Kmcgreßdelegierte' ein. Mitglieds! für einen Ueberschuß von sechs Kongreßdelegierten ein, weiteres Mitglied in die Permanenzkommisswn entsenden. Landsntaunschaften (Föderationen) mit sechs! bis zehn Delegierten entsenden ein.Mitglied m die» Permanenzkommission, kleinere Lalidsinarmschaften (Föderationen) müssen zusammengelegt weiden. ‘S&tfcew alSj so gewählte Mitglieder der PermanenzLommission (Diriliste») gibt es nicht.! 12. Sämtliche Anträge, und Resolutionen können dem Plenum des Kongresses vorgelegt werden, wenn sie die Perinanenzkotnmission passierthaben.! 13. Die Leitungsfrage ist sofort bei Ne-, ginn d es K ongresses in Mgriff zu nehmen. Die; Wähl der neuen Zeitung hat zeitgerecht, keinps* weg? aber erst in letzter Stunde zu erfolgen. -j!>.. Praterstrasse Nr, 9 Engros-Abteliung: 11 »r »»Mit sei» . Lag» von Seal-, MllllVUI^ «ui thrtriamantBlß sowi« Stadtpelzeil u. Psbsalttosj!Colassata*BswaWiBSiBiar-,Blail-, Polar-ii.Ala&fca-Ftrtsw^ 1992